Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 50 (23.12.1932)
- Date
- 1932-12-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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In der letzten Zeit sind nämlich unerhörte Dinge in bezug auf das Kaschrus der als ״koscher" zum Verkauf gelangten Fleischwaren bekannt geworden. Die agudistischen Deüptierten haben nun ein Projekt ausgearbeitet, nach dem mir jene Schächter das Recht haben sollen, als solche zu fungieren, die hiezu vom zuständigen Rabbinat beauftragt werden. Das Bildungsministerium hat dem Deputierten Minzberg zugesagt,- im Sinne dieses Projekts eine Verordnung zu erlassen. Bombenattentat in Cairo. Ein Jude unschuldig verhaftet. Der im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag gegen das Palais des britischen High Commissioner für 4!rKyPteih Sir Percy Lorraine, vor einigen Tagen verhaftete Jude ist aus der Haft entlassen worden, nachdem sich hcrausstellte, daß er mit dem Attentatsplan nichts zu tun gehabt hat. Seine Verhaftung erfolgte nur darum, weil Cr sich zur Zeit des Attentatsversuches in der Nähe des Palais aufgehalten hat. Man nimmt an, daß der Attentatsplan von extremen ägyptischen Nationalsozialisten herrührt. v Rabbinerwahl in Zenta. Die jüdische Gemeinde in Zenta wählte Herrn Rabbiner Dr. E h r c n f e 1 d aus . Maholvce zu ihrem Oberrabbiner. |b Ucker_ Kizzur Schulchan Aruch Taschenausgabe, herausgegeben von Rabb. D. Feldmann- Leipzig (Preis RM 3.—). Der Leipziger Dajan, Rabb. D. Feldmann, hat aus dem Werk das allerbeste gemacht, das sich aus ihm machen ließ. Er ergänzte es durch bisher unveröffentlichte Handschriften des Verfassers, R. Schlomo Ganzfried, entfernte alle Fehler der früheren Auflagen, fügte einen kurzen Ueberblickder Geschichte unserer Tradition an, dehnte das Buch auf die allerneuesten halachischen Und technischen Probleme aus, illustrierte mit instruktiven Zeichnungen; wie man Tephillin, Zizzis, Lulowin usw. bindet, und schuf so ein Kompendium fürs jüdischreligiöse Alltagsleben, dem nichts fehlt. So wie darin von Aspirin und der Zahnpasta am Pessach die Rede ist, so ybh den 39 verbotenen Sabbat-Arbeiten, den Bürgschafts- Scheinen und vielen anderen wichtigen und interessanten Dingen. ׳:; Ein ausgezeichnetes,- praktisches Werk, das jeder in seinem Hause haben sollte. Gerechtigkeit! Zur Lösung der Juden־ 5 frage. > Von •Dr. h. c. Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Mit einem Geleitwort von- Ricarda Huch. 96 Seiten. Berlin- Wilmersdorf 1932. Nationaler Verlag Josef Gari'baldi Hpch. Preis kart. RM 1.80. — In :begrüßenswerter Weise versucht hier der Verfasser die Gründe zu finden, die die ,Judenfrage“ neuerlich zu einem ,,Problem".■gemacht haben und versucht es — ehrlich.!Daß er zu keinem anderen Resultat kommen kann, als daß• die Ursachen des Antisemitismus ,׳vollkommen nnbegriinde{ sind, daß eins ׳Aulpeitschen des Rassenhasses auch dem ״ Wirtsvolk‘‘ nur Schaden und keinen Nutzen bringen kann •und daß die ״wissenschaftlichen‘‘ Grundlagen des Antisemitismus durchwegs .׳falsch oder gefälscht sind, nimmt nicht wun- .der. Und wenn wir auch mit einigen Ausführungen des Verfassers, insbesondere soweit sie sich auf die Ewig- Verbindlichkeit der G-ttcslehre beziehen, als glaube nstreue Juden״ nicht einverstanden sein! :können, muß doch aneuk.annt werden, daß ׳Dr. Oppeln-Bronikowski mit ehrlichem -Wällen an die objektive Untersuchung •der ״Judenfrage‘‘ hera»gegangen ist. Das Buch wird gewiß aufklärend und ernüchternd auf jene wirken, die ebenso ehrlich sich von den Schlacken des Antisemitismus reinigen wollen und es mit offenen Augen und offenem Geist lesen. — Ein!Buch, das vor allem Nicht juden lesen sollten. ״Ur und die Sintflut/* Von C. Leonard Woolley. Verlag F.A. Brockhaus, Sieben Jahre Ausgrabungen in Chaldäa, der Heimat Abrahams (geheftet RM 6.50, Ganzleinen RM 8.—). Die Ausgrabungen haben eine vollständige Umwälzung unserer Kenntnis von den Anfängen menschlicher Kultur gebracht. In Ur bestand eine alte Kultur, die Abraham verstieß und verließ. Als Nebenfrucht erbrachten die Grabungen den Beweis, daß die Sintflut ein historisches Ereignis ist. Wolleys dramatische Erzählung der Entdeckungen wird von 92 wundervollen Bildern auf Kunstdrucktafeln und einem Plan Urs begleitet. ״Was der Vater erzählt“ von Bernhardine Brunner. Ein kleines nettes Büchlein, das in der Buchhandlung Belf zum Preise von S 1.—■ und in Preßburg bei K. Erlinger (Kapuzinerstraße 3) erhältlich ist. I» Der Krakauer Schreib-Kalender für das Jahr 1933 ist soeben in Carl Ueberreuters Verlag, Wien, IX/2, Alserstraße 24, erschienen. Wieder ist es ein stattlicher Band von nicht weniger als 400 Seiten Umfang־, in gutem Druck upd gediegener Ausstattung. Trotzdem ist diese große Ausgabe zu dem durchaus volkstümlichen, billigen Preise von 8 330 gehalten und kann in allen Buch’ und Papier’ handlungen bezogen werden, iittniiiimmmummmmimmmmmmim Eine ttontetischc »Antwort" auf ein mterachtetisches » Ultimatum *. Ein sechsmonatige^ Ultimatum haben die nichtagüdistisöhen gesetzestreuen Kreise Erez Jisroels unter Leitung von Herrn Oberfabbiüer Kook Und Rabbi Meir Berlin, an die Zionistischen Fonds gestellt und erklärt, daß sie, wenn in Sechs Monaten die Sabbatentweihüng in den von den Fonds unterstützten Institutionen nicht aufhöre, einen Aufruf an die Göla erlassen werden, daß die ziottistischeh Fonds nicht länger unterstützt werden könnten. Es ließe sich über diese sechsmonatige Karenzdauer der Sabbatentweihung manches Nachdenkliche sagen. Wir möchten uns aber Zunächst darauf beschränken, nachdem nunmehr zwei Monate abgelaufen sind, zu registrieren, was inzwischen in dieser Angelegenheit geschehen ist: Der *bekannte zionistische Führer, Rechtsanwalt Isaak Grünbaum, früher Warschau, jetzt Paris, veröffentlicht im ״Haolam" einen Artikel, in welchem er klipp und klar ausspricht, daß es ihm unerfindlich sei, wieso der Misrachi, der doch die Autorität eines zionistischen Kongresses in seiner Majorität ebenso anerkenne, Wie auch den Wad Leutni, wieso der Misrachi, der sich in Polen mit aller Energie gegen den Anspruch der Aguda wandte, in die Führung der jüdischen Gemeinden keine Gesetzes- Verächter hineinzuwählen, wie dieser Misrachi auf einmal das Recht habe, die Hut des Sabbat höherzusteilen als die Willensbildung der zionistischen Organisation. Man möge ihm doch nicht damit kommen, daß man das Gewissen der Orthodoxie berücksichtigen müßte, er, Grünbaum, halte es für eine Verletzung des Gewissens der Liberalen, wenn man den Sabbat nicht entweihe, außerdem aber sei es unerträglich, die Formen des Galuth ■nach Erez Jisroel zu verschleppen und sich unter die ״Herrschaft ciHes Schabbosgoi“ zu begeben, der man ja ausgeliefert wäre, wenn man den Sabbat so halten wolle, Wie in den ״polnischen kleinen Städtchen“.;'׳ ״Es ist niemals geschehen und wird nicht geschehen“, meint Grünbaum, ״daß sich die jüdische Gemeinde einem Religionsgesetz unterwirft, das im Gegensatz zu ihren Bedürfnissen steht. Sollten die Misrachisten und die Sabbathüter es doch zu einem Kampf kommen lassen, statt die Religion dem Leben anzugleichen, dann könne es Vorkommen, daß nicht nur eine, religiöse Vorschrift, die im Gegensatz zum Leben stehe, zerstört würde, sondern die ganze Thora mit." Wir kennen den Text, wir kennen die Melodie, und wir glauben nicht, daß irgend ein Sehender hier noch den inneren Zusammenhang der nationalistischen zionistischen Bekämpfung, des g-ttlichen Willens und der individuellen Assimilation verkennen wird. . Aber der Führer des Weltmisrachi, Rabbi Meir Berlin der mit an jener ultimativen Kundgebung beteiligt war, fühlte sich trotzdem veranlaßt, beruhigend zu erklären, niemals werde sich der Misrachi vom Zionismus trennen. Ein Gegensatz, der nur denjenigen in Erstaunen versetzen wird, der die Geschichte des Misrachi nicht kenpt. —־ Zwei Monate sind seit Veröffentlichung des Ultimatum^ verstrichen. Wir werden auch weiterhin den ״ Verlauf,;•dieser Aktion verfolgen. (Nachalath Zwi.) Soll es wirklich noch ,.notwendig sein, diesen Tat- Sachen etwas anzufügen? Fragt noch jemand, warum es für uns, für orthodoxe Jehüdim, nie und nimmer eine Gemeinschaft geben kann mit Menschen, die die ״Willensbildung" h ö h e r stellen als die g-ttlichen Gebote? Denen ihre ״Bedürfnisse" mehr bedeuten als die heilige Religion? Aber jenen gläubigen Juden, die in blinder Gefolgschaft sich noch nicht auf sich selbst besonnen, noch Agudae Jiäfoel, gefunden haben, rufen wir zu: Zurück! Und der ״Misrachi"? Wir sind neugierig, wai er zu sagen hat. Jüdische Mädchentragik. Oft ist die Wirklichkeit ein besserer Lehrmeister, als Denker und Dichter es vorstellen können. Verantwortungsvolle Führer werden nicht müde, in Wort und Schrift für Mädchenerziehuttg zu arbeiten, die Tragik der weiblichen Jugend zu schildern, die von zu Hause fast nichts Positives mitbekommt, in die große Welt hinäusgeht und, von dem grellen Lichte moderner Scheinkuitur geblendet, den riehtigen Weg verfehlt. Und man meint gar oft, daß dies den Tatsachen gar nicht entspricht, sondern mehr ein Produkt der Phantasie sei. Die Wirklichkeit ist aber noch viel trauriger. Aus Drohobycz wird folgende Begebenheit berichtet: Die Tochter eines ehrlichen Jehudi, Enkelin eines großen Chassidim-Rebbe, fand einen Posten als Bürofräulein beim Notar des Ortes. Der Substitut des Notars fand an dem hübschen Judenmädchen Gefallen und fand Gegenliebe. Die Frau des Notars, eine bigotte Dame, wollte die Ehe vermitteln, falls das Mädchen zum Christentum übertrete. Die Enkelin des Chassidim-Rebbe verlangte aber von ihrem Bräutigam, daß er Jude werde. So vergingen einige Wochen, als das Mädchen plötzlich schwer erkrankte und sich zurücksehnte nach Vater und Mutter, nach ihrem jüdischen Heim. Es war aber zu spät. Einige Tage nach ihrer Erkrankung verschied sie. Und jetzt kommt der Höhepunkt: Die Krankenschwestern sagten aus, daß das Mädchen auf dem Sterbebette sich zur Religion ihres Bräutigams bekehrt habe, und in großen Plakaten wurde zur Teilnahme an dem Begräbnisse der neuen Glaubensgenossin eingeladen. Die Juden wandten sich an die Behörde. Wiesen nach, daß das Mädchen bei voller Gesundheit es abgelehnt habe, ihren Glauben zu verlassen, und dies gewiß auf dem Sterbebette nicht getan habe. Vergebens! Das Begräbnis fand in aller Stille frühmorgens auf dem christlichen Friedhof statt. So weit der Bericht. Unwillkürlich denkt man da an den Roman ״Merelaika" von Schachnowitz,: der ähnlich, das Schicksal des jüdischen Mädchens behandelt• Diese wahre, traurige Begebenheit ruft gebieterisch nach der Beth-Jakob-Schule. Wie anders wäre der Fall, wenn dieses Mädchen wahrhaft jüdisch erzogen und mit diesem Wissen gerüstet, in die Welt hinausgegangen wäre! Unverständlich bleibt der Standpunkt mancher Eltern, die wohl einsehen, daß der Sohn Thora lernen muß', aber kein Verständnis dafür haben, daß auch die Tochter ihrer Aufgabe als bewußte Jüdin entsprechen muß.. Früher einmal, in Großmutters Zeiten, als man mit der Umwelt keinen Zusammenhang hatte, war es vielleicht nicht unbedingt notwendig. Aber heute ist es ein kategorischer Imperativ! Heute muß jeder jüdische Vater, der nicht haben will, daß e r im Beth-Hamidrasch und seine Tochter an ganz anderen Plätzen zu finden ist, dafür sorgen, daß, den jüdischen Mädchen auch eine wahrhaft jüdische Erziehung zuteil werde. Wo es keine Agüda-Mädchengruppe gibt, wo keine Beth-Jakob-Schule vorhanden ist, müssen sie geschaffen werden, damit jüdisches Fühlen und Denken unter die jüdischen Mädchen getragen werde. Rettet eure Kinder bei Zeiten, sonst kommt die Reue zu spät‘! Hazofeh. Weiße Zähne: Chlorodont KINDER-ECKE........ Die ״Kinder-Eck,e“, mit der wir heute zutn erstenmal vor unsere^Lescr treten, soll zukünftig periodisch erscheinen Und will dann auch die Kinder selbst zur Mitarbeit heranziehen. Wir erwarten uns von der ״Kinder-Ecke" eine erzieherische und bildnerische Wirkung in echt jüdischem Geiste. 1 Die Redaktion. Die Chariuka-Lichter. Das schöne Chanukä-Fest steht wieder vor der Tür. Bald werden die Lichtlein in" ihrem Glanze erstrahlen, bald werden wir in dem schönen ״Moaus-Zu1־"-Lied von den Wundern singen, die der "liebe Grtt unseren Vorfahren getan, werden wir von deU Kämpfen und Siegen jener tapferen Makkabäerhelden erzählen, die für G-tt und seine heiligen Gesetze sich starker Uebermacht entgegenstellten, und in heldenmütigem Kampfe siegten. Mit Stolz blicken wir auf diese wrackeren Männer zurück, und zu allen Zeiten wurde ihr Andenken :gefeiert. Zu allen Zeiten wurden die Chanuka-Lichtlein ־angesteckt, aber nicht immer haben sie Freude und Jubel gebracht. Es gab einst schlimme Zeiten, da unsere Eltern unter den* drückenden Joch übermütiger Römer seufzten, da ihnen die Ausübung der g-ttlichen Gebote lebensgefährlich wurde. Selbst das Anzünden der Chanuka-Lichtlein hatte einmal schlimme Folgen für sie, und viele tausend Menschen büßten es mit dem Tode. Das war nämlich zur Zeit des römischen Kaisers Trajan. Als dieser einst mit seinem Heer auf einem Kriegszuge war, schenkte ihm seine, Gattin einen Sohn. Die Gchurt des. Prinzen wurde überall gefeiert und allerorten herrschten Jubel und Freude. Nur die Juden könnten sich nicht an diesen Feierlichkeiten beteiligen, denn der Geburtstag des Prinzen war gerade auf den 9. Ab gefallen, der für uns Juden ein Nationaltrauertag, ist. An diesem Tage wurden nämlich die beiden heiligen Tempel — der erste durch den Babylonierkönig Nebukadnezar und dev zweite durch den römischen Kaiser Titus — in Jerusalem niedergebrannt und die Stadt selbst zerstört.-Während das Volk sich belustigte, saßen (he Juden in ihren Synagogen, sangen die traurigsten Weisen und weinten um den Untergang des jüdischen Staates. Natürlich eilten ihre Feinde, die es zu jeder Zeit gab, sofprt zur Kaiserin, um die Juden zu verleumden. Sie ־sagten, die Juden seien nur aus Bosheit den Lustbarkeiten ferngeblieben und der־ Kaiser müßte sie dafür bestrafen. Wohl zürnte die Kaiserin den Juden, als sie diese Klagen'hörte, aber sie freute sich so sehr über ihren Sohn, daß sie alles andere darüber vergaß. Inzwischen war Chanuka gekommen. In allen jüdisehen Häusern rüstete man sich zu diesem Feste. Die Chanuka-Leuchter wurden hervorgeholt und blank geputzt, und überall herrschte innige Freude. Zum Unglück für die Juden wurde der Prinz gefährlich krank und starb am Riisttag des •Chanuka-Festes. Im ganzen Land war nun große Trauer und berall beklagte und beweinte man den Tod des Prinzen. Die Juden waren äber in arger Veriegenheit. Was sollten sie tun? Sollten sie die .Liclitlein nicht anzünden? Unsere Weisen hatten es ,aber für alle Zeiten geboten, und man darf ein solches Gebot nicht mißachten. Wenn sie die Lichtlein aber anzündeten, setzten sie sich da nicht der größten Gefahr aus? Würden dann die Judenfeinde nicht wieder mit ihren Verleumdungen zur Kaiserin gehen? ■— Lange schwankten sie und wußten sich keinen Rat. Endlich siegte ihre Frömmigkeit, und sie beschlossen, das Gebot der Weisen zu erfüllen und die Chanuka-Lichter, trotz aller Gefahr, zu entzünden. Sie hatten sich leider nicht verrechnet. Kaum erstrahlte der Lichterglanz in den jüdischen Häusern, als sie auch schon von den Feinden •bei der Kaiserin verklagt wurden. ״Siehst du nun", sagten sie, ״daß die Juden' ein böswilliges Volk sind? Als sich das ganze Land über die Geburt des Prinzen freute, da saßen sie in den Synagogen und sangen Klagelieder, aber jetzt, da alles um den Tod deines Sohnes klagt und jammert, da beleuchten sie ihre Häuser und singen fröhliche W e i s e'n.“!Diesmal war den Judenfeinden ihr Hetzwerk besser gelungen. Die Kaiserin schickte sofort einen Boten an ihren Gemahl und ließ ihm sagen: ״Ehe du wilde Völker in fernen Ländern bekriegst, züchtige doch lieber die Juden in deinem Lande, die sich gegen dich empört ,haben." Als. der Kaiser diese Botschaft vernahm, schiffte er sich sofort‘ mit seinem ganzen Heer ein und ein günstiger Wind brachte ihn, anstatt in zehn Tagen, wie er berechnet, hatte, schon nach fünf Tagen in sein Land. Das schien ihm ein günstiges Zeichen. ״Gewiß bin ich jener Adler", sagte er, ״von dem es in der Bibel heißt: Vom Ende der Erde wird G-tt ein Volk herbeiführen, wie der Adler heranschwebt.“ Er fiel mit seinen Soldaten über die unschuldigen Juden her und richtete ein gewaltiges Blutbad unter ihnen an. Alle Männer und Kinder wurden ermordet, nur die Frauen ließ der Kaiser am Leben, um sie zu. Sklavinnen zu machen, Als sie sich aber standhaft weigertyn, den Glauben der Väter zu verleugnen, wurden auch sie umgebracht. - Darum, wenn wir die Heldentaten der tapferen Makkabäer feiern, wollen wir auch dieser Männer -und Frauen gedenken, die als wahre Märtyrer ihres Glaubens starben und ihr Leben selbst für ein Gebot unserer Weisen einsetzten. (Nach dem Midrasch.)