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Jüdische Presse · 1932-11-25 · 46 (25.11.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
46 (25.11.1932)
Date
1932-11-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile jisfoef liiü fänden. Auch hier müßte. ganz in Uehctein* Stimmung mit dem. was die großen rabbinisehon Führer des Ostens .auf der/letzten ׳kenessjö Oedaufo erklärt haben, mehr ab' Aufklärung geleistet werden. daß zumindest die AuchZngoliörigkeit zur Adas jisroel von jedem frommen .Ostjuden als selbstverständlich betraehfn drei 0 yn a g dg e n tl 0 r Gemein d e spielt sieh das engere. das syuagogalc Leben ab: ln dcr .Tlaupttet wird: tuV״!e»•מצי’*»:*׳■25ל atss.. und •Stammsynagdge in der A r t i 11 e r i e s t r a ß e im Norden, im ß i c g m u n d s h o f im Nordwesten und im Goethe-Park in Gharlottenburg. Die beiden letz* teren Synagogen sind nur Nebensynagogen.. Und doch hat die Entwicklung der Wohnverhältnisse es mit sich gebracht, daß die Nebensynagogeii, der Siegmundshof zi 1־ mal, mehr und mehr zu Mittelpunkten werden» um die das Gemeindeieben, soweit es Zur Synagoge und zum ..Lernen“ in Beziehung steht, kreist. Eine weitsichtige Gemeindeleitung wird hieraus sicherlich ׳die richtigen Folgerungen *zu ziehen wissen. Wer das Glück .hatte, die letzten Jomimtnuwim’ 'in der Siegmundshofschul zu verbringen — es sei in diesem Zusammenhang dankbar des Mannes gedacht, der schon vor Jahrzehnten auf die Notwendigkeit dieser Synagogcngrüudiing hingewiesen und sie mit gleichgesinnten Freunden dann auch verwirklicht hat: des Synagügcnvorstehers Feinberg —, die überfüllte Synagoge, Hunderte von Kindern, ein völlig homogener'Kreis, ziisaimnengelialteii durch die allen vertraute Persönlichkeit Dr. M e i e r Hildes h e i m e r s, wer dies sah, der■ spürte■'הקב, ה קדם רפואה למכה.!Fs wird in ddh Kreisen der Adas viel .,gelernt“: der Raw, der *DaJan Rabbiner *Dr. Klein, viele, einzelne Talmicle Chachomim lehren in täglichen lind in wöchentliehen Seliiurim. Dazu kommt die “geistige Verflechtung der anderen großen ׳Gründung Fsriel Hildesheimers, des R abtb i 11 e r s e m i n a r s. mit der Gemeinde durch Dozenten und Hörer: so sind viele da und bereit, den ״!Baum des Lebens“ in die Herzen der Lebenden zu pl'lutizen. Und für die, welche nicht ■mehr sind, sorgt in , selbstloser, stiller Weise die CVlie-wra Kadischu der Adas■ Jitsroel: sie sorgt aber nicht mir für die Toten, den Kranken mul Alten hat sie im K r a 11 k e n!1 e i m der Adas Jisroel eine Stätte der Gesundung und 'liebevoller 'Betreuung errichtet. Und in diesem Zusammenhang darf des Seniors unserer Gemeinde dankbar mul liebcAr011 gedacht werden: Mosche K n o I I e r, der entscheidenden Anteil am Werden der Gemeinde hat, dieser letzterwähnten Institution zumal. Und •für die Annen sorgt zwar nicht, wie es heute .modern mul mich segensreich ist, ein Wohlfahrtsamt der Gemeinde, wohl aber der ausgeprägte Wohltätigkeitssinn -ihrer!Mitglieder, ■die, opfervolles Leisten gewohnt, ihre .Hand und ihr Haus den Armen und den Fremden weit öffnen. Und was auf diesem Gebiet noch fehlt, wird dem guten Willen eine hoffentlich bald kommende bessere Zeit mich möglich machen. Die Adas Jisroel. wir sagten es eingangs, bietet ihren!Mitgliedern alles, sie verschließt sich aber nicht engherzig. Allen, die ihre ׳Einrichtungen brauchen, stehen sie offen, weit offen. Und als ein Symbol mag liiefür die weltweite Leistung ihres R a b b i 11 e r s gelten: für die Gesamtheit der Juden tut er seine opfervollc :Arbeit auf dem Gebiete, des Schechitoscliutzes, als ein Symbol — die Arbeit ihres P 1־ e d i:g e r s .für unsere ״■hungernden Brüder in Rußland, als ein Symbol — die Mitarbeit ihres Dajaii im Sabbat verband; auf e 1 g enem Grunde bauten die Führer der Adas Jisroel die Gemeinde, und doch schenkten sie sich mul damit ihre KehM10 der jüdischen Gesamtheit. ■Berlin, 21. Choschwan 5693. ״ Wolf S. Jacobson. Chuster Raw geht flach Erez* jisroel. .Wie wie Gefahren, beabsichtigt ChIlster Kaw, habbi Josef?Mi Dusthitrsky »%■ der als Nachfolger 1ron Rabbi Josef C'haim Sonnen fehl זיצ׳ל zum Oberrabbiiler der orthodoxen. Gemeinde in Jerusalem ge* w lihlt •wurde, sein nettes Amt im kommenden F rühjahr att«t?treten,•'׳ Die Mandatskommission beginnt mit der Formttliprttttg ihrer Bemerkungen ztttft Palästina-Bericht. Die Mandatskommission des Völkerbundes hat, mit der Abfassung ihrer ״Bemerkungen" zu dem Palästina- Bericht der englischen Regierung für das Jahr 1951, den Darlegungen des High Coilimissioner, dein Memorandum der ״Jewish Agency" und den Petitionen der übrigen Interessenten begonnen. Die Sitzungen der Mandatskommissioh sind geheim. Ihre ״Bemerkungen" zu den Mandatsberichten werden nicht von ihr. selbst veröffentlicht, sondern deni Völkerbundrat übergehen, der sie zum Gegenstand von Entschließungen macht und sie dann verr öffentlicht. Einen wichtigen Raum in den diesmaligen ״Bemerkungen" zum Palästina-Bericht nimmt die Frage des Legislative Council für Palästina ein, über die der High Conunissioner Sir Arthur Wauchopc im Namen seiiicr Regierung eine klar umrissene Erklärung abgegehen hat. Dei* palästinensische Orangen-Export. Am 8. November wurde mit dem Export der dies* jährigen Orangenernte begonnen. Wie bereits gemeldet, wird der heurige .Orangen-Export beträchtlich g r ö ß e r sein •alvs in den letzten Jahren. Als neücs Absatzgebiet kommt Jetzt Kanada In Betracht, wohin die palästinensisch.cn Orangen heuer zum e v s t e 11111 a 1 exportiert werden. In über 200 Schiffsladungen werden die Orangen auf die verschiedenen Märkte gebracht werden. Insgesamt rechnet man'mit 4 Millionen, Kisten. Auch die Kistetifab.rikc 11 sind voll beschäftigt. Sie arbeiten jetzt mit V011da.1npfs um den!Bedarf der Orangcii-Fxporteure decken zu können. Eine größere Zahl Arbeiter ist bei der Orangen Versendung beschäftigt. Landentwickliiiigsdirektor Lewis Frencli zurückgetreten. Der Director of Development in Palästina, Lewis Frencli, ist, wie die Jüdische Telegraphenagentur meldet, z u r ii c k g c t r e t e n. French wurde im Jahre 1931 vom damaligen Kolonialminister Passfield mit einem bcstimmten Ziele zum Landentwicklungsdirektor . ernannt. Sein Landentwicklungsplan wurde vom jüdischen Jisclruw einmütig abgelehnt. Jüdischer Boden in der Haifa-Bucht wird Arabern übergeben. Jüdische Arbeiter, ■die mit der Kultivierung von Boden in der •Haifa-Bucht beschäftigt waren,, wurden am •16. November von einer organisierten Arabcibände, die behauptete,'der-!Bodengehöre ihr, •vertrieben. Der Fall kam sofort vor dem Haifaer Destriktskommissar zur Verhandlung, der entschied, daß von den! Boden 3500 Dunnm den Arabern, die auf ihn Anspruch erheben, überlassen werden sollen.' Schlitzen Sie sich vor Krankheiten, welche das ungünstige Weter tmit sieh bringt. Durch regelmäßige Massagen mit dem Menthol-Franzbranntwein Alpa härten Sie Ihren Körper ab und machen ihn gogen die schädlichen ׳Einwirkungen der rauhen Jahreszeit wider- .Standsfähiger. Befragen Sie 'Ihren Arzt. . Nt•. # M Von Woche zu Woche M ln New York verstarb (ter Jude Abraham Le fco u r h zier ah '%ütftthjß$Jün$e und Schuhputzer in der New Yorker Easf Side angefangen hatte und es zürn großen B11 u he rr n und Bankier gebracht hat, Der ju gos / a wi8 che Unter r ich t stni n i s t er erließ eine Verordnung} nach der es jüdischen Schülern erlaub t ist. an S ab h att a ge n vormittags dem G -IIesdie n s t e in der Sijnagoge beizumoh'nen: ־5־ Bei S c h l ii ge re ien zwischen sozialistischen und revisionistischen jüdischen Arbeitern in E r e z Jisroel wurden 23 Personen verhaftet und 12 zu Gefängnisstrafen verurteilt. Hs Der t h ii r i n g i s c h e Landesverband Israelilisch er Gemeinden richtete an das Staatsminislerium eine P rotes Ire 8 01 u l i o n gegen das geplante S c h ii c h t v er b o l. Hs Der neue Präsident der Vereinigten Staaten R oo se 0 e tl ist kurz vor seiner IVahl in einer Botschuft für die Fünftagewoche eingetreten. sm Der u n g a rische U n ( e r r i c h l s m i n is t er Dr. Iloman läßt zu den Universitätsskandalen durch das Ung. Tel.-Korr.-Büro mitleilen. daß er, wenn seine bisher getroffenen Verfügungen sich als unzulänglich erweisen sollten, durch Inanspruchnähme der Brachialgewalt den inneren Frieden der Universität und die Lernfreiheit sichern werden. * In Brünn wurden im Jahre 1931 102 Gehurten gegen 139 Sterbefälle und 34 Austritte aus dem Judentum verzeichnet. Der Rückgang der jiidisehen Bevölkerung beträgt somit 91, wobei die Äh- Wanderung von Gemeindemitgliedern nicht berücksichligt erscheint. * Die r u m ä n i s c h e Regierung plant die Errieh tung eines Berufskonsul a l s in J erus alern. Der frühere Generalkonsul in Bern, Timciuk. ist für diese Stelle in Aussicht genommen. * * In der, runiänischen Ortschaft Balaschani wiileie ein großes Feuer, das eine Anzahl jüdischer Häuser vernichtete. Die Synagoge mit den Sifre- Thoras wurden ein Raub der Flammen. Die Not unter den Abgebrannten ist groß. Die preußische Staatsregierung hat den jiidisehen U ni o e r s i t ä t s p ro f e s s o r D r. C o h n zum M i l glied der juristischen P rii f u n g skommission am Breslauer Oberlandesgericht ernannt und damit bekundet, daß sie, ungeachtet der antisemitischen Terrorakte' gegen Professor Cohn, an ihm fest h ä 11. « .. ‘ Die N e w - Y o r k er R a d i o ge s e 11 s c h a f t hat für die S l i m m e n z ä h 111 n g anläßlich der Präsidentenmahlen den j ii d 7 sehen Rechenk ii 11 stier F i nk el s t e i n engagiert. Finkeistein haF schon als litauischer Jeschiwah-Bacliur - als Rechenkünstler großes Aufsehen erregt. Lebensversicherungs- D U 5"1 M I Y** Gegründet Gesellschaft lyr ii U 11 I A 1882 Versicherungsbestand Ende 1931 .. 2775 . . . . . . . . . '. .־ Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 . . . . . . . . . . . . . . . . 182 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 ..,.. 472 ׳' . ׳.'־ Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . ... . . . . . . ־..43' . . Millionen- Schilling. A'rri Ende des Jahres 1931 waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, ־ Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowakischc Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugosläwjen> Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und ־,-..י Kleinasien. | FEUILLETON ■ Das Wunder. Nacli einer chassidischen Legende, Von —b. Ein trüber Herbstnachmittag, feuchtkalter Wind. Gelangweilt steht das kleine ukrainische Städtchen mit seinen graubraunen Holzhüusclicn inmitten eines öden, verwahrlosten Flachlandes, Kein Mensch aiif dein Marktplatz, . . Wie ein drohendes Unwetter lastet die Schwermut auf dem Städtchen. ״Ein verhexter Tag", brummen die Bauern in den Schenken und spülen den leise ■aufsteigenden Schrecken mit einigen kräftigen!Schnäpsen mul derbeil Scherzen hinunter. . Sie wissen es alle..Pawel.hat es gestern von Jo'jiie, gehört, dem unförmigen Wasserträger, den Pawel — je; nach!Bedarf — zeitweilig mittels einiger Kopeken zu: seinem Vertrauten macht, In allen Schenken hat man,' sich’s schön׳, zugeflüstert, daß der fremde Jucleurabbi,- den mau.'erst Vor ein paar Tagen mit frommer Feier-j. Tichkeit empfangen hat, daß dieser Wundertäter am Ver-ל söhnungstag zum ersten Male in der Synagoge vorbete, und das bevorstehende Gebet des Ruhbi, der von ihnen abergläubisch verehrt wird, weil er mit seinen Wunder- /-kuren äiicli vielen Christen beigestanden haben'soll, .wirkt.‘ j lähmend auf sie. Reuegefühle werden wach, Yorahnuug! «des Jüngsten Gerichts, Mau ist in Erwartung von etwas t Geheimnisvollem, Uebernatürlichem, Unfaßbarem ... Einige schleichen sich zum!Bethaüs, das baufällig :und bucklig in einem der Seitengäßchen gelegen ist. ״Der . leibhaftige Böse hat es dorthin gestellt“^ hatten sie zwar : beim Popen gelernt, ״allen frommen Christenmenschen; zur Schande und Verführung". Doch das dunkle Yer- )־langen ׳nach dem Wunder, nach dem Mysterium des! Zacldik zieht sie unwiderstehlich an, hinein zu den fasten*;!den Juden mit den weißen Sterbegewändern, . , ‘ Hier stehen sie allö\diclit neheneinandergedrängt; •in dem kahlen־ Raume inif den vielen 1flackernden Talg* liöhterh. Seit dem frühen Morgen unaufhöriieh betend, singend und schluchzend, indem . sie ihre Körper in rhythmischem Takt unaufhörlich hin und 11er bewegen. Sie beten — Reue im Herzen — um Frieden und glückliches Leben, ׳um Ehre und Wohlstand, um die ״Tilgung ihrer. Siindenschuld". Ein Gewoge von weißen Betern; , unharmonischer Rhythmus des Gottesdienstes. Doch plötzlich — Wie gebannt halten sie inne. Aller Blick ist nach vorn gerichtet, nach der Ostwand. Der Zadd'ik schickt sich an, zum vorbeterpult zu treten — jetzt kommt der heilige Moment, das ersehnte Wunder. Der Rabbi wird das Neila vorbeten, das Schlußgebet, das die Tore des Erbarmens nufreifit, hinter denen das Glück wohnt und die Erlösung, Doch der Rabbi — voll Spannung• verfolgt man jede seiner Bewegungen — geht ein paar unsichere Schritte vorwärts zur Bima, auf der die Abschnitte der Thora allsabbatlich verlesen werden, und flüstert einem auf den Stufen ■kauernden Beter ein paar Worte zu. Man hatte, ihn vorher gar nicht bemerkt im frommen Eifer des Gebets. Ein Nikolajewsker war er, einer von denen, die zwangsweise lebenslänglich in den Soldatenrock gesteckt wurden. Als. vierzehnjähriger Knabe wurde er von einem gewissenlosen Schergen Nikolais ׳überredet, mit in die große Stadt־ zu kommen und wurde dort von dem ״Chapper“ gegen gute Be- Zahlung bei einem Gutsbesitzer abgeliefert, einem früheren Offizier, der ihn streng katholisch zum Soldaten erzog. Trotz grausamer Strafen, trotz Hunger und Schlägen war ׳er .standhaft Jude geblieben, beobachtete einlich die jüdischen Gesetze. Er war auch heute geommen, der Urlaub wurde ihm nicht leicht gewährt, um mitzufa'sten und mitzubeten. Der Rabbi spricht mit ihm, der Soldat nickt kurz, erhebt sich entschlossen, tritt ohne Sterbekleid und ohne Gebetsmantel in zerschlissener, schmutzbedeckter Uniform zum, Yorbeterplatz vor.!Die Gemeinde starrt entsetzt. Dieser da, ein Soldat, ein Unwissender, an Stelle des Zaddik? Der Zaddik hat sich schon ־wieder an die Qstwand begeben, verharrt dort unbeweglich und stumm. Der. Augenblick wird immer geheimnisvoller. Das Grauen 'dringt aus den Wänden uncl lagert sich wie eine!schwere, Wolke über Männer und Frauen. Der Soldat steht am ■Pult, er krumpft die *Hände in den Samt des Dcckchens und beginnt die Melodie zu summen; etwas rauli, nach Soldatenart. Die uralte. Neila- Melodie, in elegischem Moll, die schwermütigen Ahasver- Töne des jüdischen Schicksals. Doch dem traditionellen Gebet läßt er erst ein eigenes vorausgehen, ein Zwiegespräch mit G-tt, ׳in der j üdißch-deutsohen Mutter- , spräche, die sie alle verstehen. ״Herr der. Welt“, so singt er, ״schau, wie sie alle A'01* dir stehen, um ihre Wünsche von dir zu erbitten. Sie wollen K i 11 •de r, wollen B r o t, wollen Leben. Doch alle bitten für sich, um ihr eigenes Wohl. Ich, Joseph ben Cliauna, dein Knecht, ich bete immer nur für — dich. Ich sorge mich nicht um meine Kinder, denn das Väterchen Nikolaus hatmir keine Zeit gegönnt, ein Weib zu nehmen. Ich erbettle kein Leben von dir, denn der Tod ist mir ein willkommener Freund, und um meine Kost kümmert sich der Zar. Für mich hab ich keinen Wunsch. Doch mein Gehet, es gilt dir, Väterchen, deinem gelästerten und geschmähten Namen: Jisgadal‘, Es werde erhoben' ־ . Und geheiligt Dein großer Name." ״Amen“, weinten die anderen im Chor. ״Höher ist dein Ruhm — als alle Lobgesänge, Höher .als alle. Lieder — aller weltliche Sang — -4“ Das Wunder war geschehen!! Die Heiligung des G-ttesnamens! Niemand konnte das Wunder beschreiben; aber es war Tatsache. Alle hatten es erlebt.!Das Gebet des Soldaten hatte sie hinaufgehoben in eine Sphäre..; der Ewigkeitsnähe, hatte sie, diese einfachen Menschen, hoch über kleine und grpße Gleichgültigkeiten des Daseins gestellt. Hatte sie etwas vom Hauche der Unendlichkeit verspüren lassen. I Diejenigen, die ungeduldig, jedoch vergeblich gnf das Wunder warteten und sich *bleich an der Türe zasammendrückten, konnten es nicht begreifen, daß es <ler Wunder größtes ist, wenn sich das G-ttliehe. in Menschenseelen offenbart. __..... ,־

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