Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 44 (11.11.1932)
- Date
- 1932-11-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630438-2630481--4294-2636442- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Kars 1× ep/2506332
OCR text
iMtflgaüi Gesetz, »re «st für thlt eilte «11s üer. Volksseele entstäfidene Gewdhttheif» die Gesetzeskraft erlangt 'foiL die man ätiöh densptnäfi nach de!« Erfordernis der Zeit «bändern ödet n I ft eb e « kann* Mit dem Relornter, kann man iitber: jüdisches Äeligiöttsgesetz itttd Äeligiöwsbestimmnnten nicht verhandeln. Denjenigen, die: zu dieser Ef* enntnis ttöch nicht gelangt sind üitd glauben, es handle sich itttt rtnr einen angestuften Unterschied in der Ansübung def Mkn-öhs und einen yerhältnisrtiäßigett Unter* schied in der Kenntnis der g4tlichen Lehre, muß darg׳etan werden, dall die Vertretung einer Jndenschaft, die «um weit* ans überwiegenden Teile auf dem Standpunkte der Reform steht, niemals in der Lage sein kann, religiöse Fragen im Geiste des ererbten Judentums vor* sehriftsttinfiig zu erledigen. Die Erkenntnis hat .Rabbi Salmen Spitzer 5;*» klar und unzweideutig!ausgesprochen, daß eine gemeinsame Regelung der religiösen Fragen im Vorstande der Wiener Kultusgemeinde nicht -möglich ist,.und er hat hiebei die Zustimmung; von mehreren hundert hervorragenden Rabbinern der Zeit aus Ungarn und Polen gefunden, Wenn nun eine geniale Persönlichkeit, wie Rabbi Salmen Spitzer, ein Mann von überragender Weltklugheit und gewinnenden Umg'angsfprmen, es hat e.insehen müssen, daß eine gemeinsame Regelung der religiösen Angelegenbeiten nicht möglich ist, kann man füglich sagen, daß es auch keinem Epigonen gelingen wifd, dieses Kunststück zusammenzubringeii. .. , ( , Es ist die Aufgabe derjenigen, die wirklich eine starke, mächtige, glaubenstreue Judenschaft in Wien wünschen, dafür Sorge zu tragen; daß der Standpunkt des Rabbi Salmen Spitzer, des unvergeßlichen Schöpfers der Organisation des orthodoxen Judentums in Wien, allgemein Verständnis finde. Sobald es gelungen sein wird, diese notwendige Voraussetzung für ein wirkliches Zusammenarbeiten aller wahrhaft jüdisch-religiösen Kreise zu schaffen, wird jeder Unterschied zwischen Ost und West in bezug auf die Auffassung der Pflichten der gesamten Wiener Jiidenschaft gegenüber aufgehört haben. Es wird möglich sein, daß der Gedanke der wahrhaften Thoratreue allgemein erstarke und sich, vertiefe und daß cs uns beschiederi wird, die Zeit zu sehen, in der die Thora Herrscherin ist in ganz Israel. Volksbildungshans Wiener Urania, I., Uraniastraße 1 Donnerstag, 17. November, Va8 U;11r. Dr. S. Lieben (Prag): Das alte Ghetto von Prag Mit Lichtbildern. Das Prager Ghetto gehört zu den denkwürdigsten ׳Baudenkmälern Mitteleuropas. Dev Vortrag zeigt an Hand von prachtvollen farbigen Photographien die schönsten Partien jenes bis in das frühe Mittelalter reichenden Stadtteiles; heute ist ■nur mehr der berühmte Judenfriedhof mul die Alt-Neu-Schul übriggeblieben. Die farbenprächtigen Bilder sind von solcher Lebendigkeit, daß man sich unwillkürlich um Jahrhunderte zurückversetzt glaubt. , Karten erhältlich in cler Keren-Hathora-Zentrale, II., Leopoldsgasse 26. Stirbt das jüdische Prag aus? Im' Monat Oktober 1932;waren in Prag nur. zwei jüdische Geburten, während 24 Todesfälle von Juden und acht- Austritte aus dem Judentum verzeichnet wurden. j!׳ Von Woche zu Woche — Der bekannte Führer cler i ncli sehen F re iheil: sbew e gun g, W. J. Patel, clie rechte Hand Gandhis, hielt in New York eine Rede, in cler er an die Juden cler ganzen Welt clie Einladung riehtele, sich in Indien.anzusiede l n, wo k e i n Anti semit ismus besieht. ' * Der non arabischer Seite anläßlich cles Jahrestages der Balfour-Deklaration proklamierte Streik für den 2. November, ist vollkommen miß- Jungen. In Jerusalem, Jaffa und Haifa war keine Spur von einem Streik zu bemerken, nur in Nablus und Jenin waren die Läden geschlossen. Wallte» ond Wählerinnen I Am 4. Dezember d. j. finden die Wahlen 1« de« Vorstand der Israelitischen Knltusgemeinde steif, Größerennd kleinere Parteien werben üM die Stimmen der jüdischen Bevölkerung nnd haben das Programm, das . Sie i«t Kttltusvorstand Ztt tetVtirkiiehe« heabsich- «ge«, .bereits veröffentlicht, ■'■■■.׳ ׳־’:׳•. .־ U.ttsere Aufgabe, die Aufgabe der glaubenstrette« Juden, die in unserem, über den Parteien stehen* de« und nnr wirtschaftliche Interessen vertretenden Verband vereinigt sind, ist es; alle Parteien aut die Not der sabbathältenden Jiidenschaft aufmerksam Ztt machen, alle Parteien zu einer besonderen Berücksichtigung dieser Not und des schweren Existenzkampfes, den die strenggläubigen Juden zu führen haben, zu veranlassen, FÖRDE R T von der Partei, der Ihr Eure Stimme gebt, daß sie im Kttltusvorstand bei der Vergebung von Aufträgen für die Berücksichtigung der sab bathaltenden Kaufleute, Handwerker und Gewerbetreibenden eintretet FORDERT, daß sie bei der Neueinsfeliung von Angestellten und Beamten, sich für eine Berücksichtigung der s a b b a th a 11 e n d e n Arbeitnehmer einsetze! - FORDE R T von der Partei, der Ihr Eure Stimme gebt, daß sie dafür sorge, daß der KnitusVorstand zukünftig in verstärktem Maße die Interessen der sabbattreuen Judenschaft den Behörden gegenüber vertrete. FORDERT von ihr, daß sie den Kttltusvorstand zur tatkräftigsten Unterstützung der Bestrebungen auf Erreichung einer Befreiung der jüdischen Schulkinder vom Schulbesuch an Sabbaten und jüdischen Feiertagen veranlasse! . FORDERT, von Eurer Partei, daß sie im Kultus- Vorstand ■für eine Forderung der Bestrebungen und* Arbeiten des ״SCHOMRE SCHABBOS“ eintrete! Verband der Sabbnffreunde ״SCHOMRE SCHABBOS“, Wien, II., Leopoldsgasse 16. Berichtigung. "Von berufener Seite Wird uns mitgetcill: Das ״Neue Wiener Journal“ bringt in seiner Nummer vom 8. November cl;־־J. eine Nachricht über die Stel- 11111gnähme der traditionstreuen Juden Wiens zu den Wahlen׳-für den Kultusvorstand. Diese Meldung ist von Anfang bis zu Ende, glatt e 1־ f u n d e n. Es ist nicht wahr, daß die nichtnationalen Juden die Vertreter der frommen Juden im Stich •gelassen ■haben. Es ist nicht wahr, daß die frommen Juden wegen des Wahlbündnisses mit den Marxisten entrüstet :sind. Wahr ist vielmehr, daß die orthodoxen Körperschaften bereits vor Monaten den Beschluß gefaßt haben, in den Kultusvorstand nicht wieder einzutreten. weil sie ihren religiösen Standpunkt prinzipiell schärfer betonen wollen. ־— Der §ozialdemokratischen Partei gegenüber irgend eine Stellung einzunehmen, ist ihnen niemals eingefallen, weil die religiösen Juden au dem Grundsatz festlmlten, daß die Religion mit Parteipolitik niemals etwas zu tun haben darf. . Sicher ist, daß ein wahrhaft religiöser Jude liir eine jüdisch nationale Partei oder für eine Partei, die mit deir Jüdisclmationalen auch nur eine Verbindung■ hat, niemals seine!Stimme abgeben kann und darf. Zur Desinfizierung der Mundhöhle und Atmungswege benützt man Alpa-Franzbranntwein alis Gurgelwasser. Er schützt vor ׳'Ansteckung. Einige Tro'ofen in ein G.la׳s Wasser genügen. Eröffnung des ersten Geilt Jakob * Kindergärt* nerinnenkurses in Wien. Köiftinende Woche beginnt def erste Kars für Betli- Jaköb-Kittdesgärtnefjhtteü, ,Anmeldungen nehmen ent- “ fh*Jak0b*Ze«trale;-Wien, II., Leopoldsgasse 26; -Heim, Wien, lt., Malzgasse t. . Abschiedsfeier für die Jeschiwoli-Bachurim. Am צוויצשיק גראפית fand■ zu Ehren der in die Jeschiwös;fahrenden Bachüfim jeine Melawo demalko in der Ägüdäs*Jisroel*Jttgendgruj5pe Wien ■•.II., statt, zu der viele Bächurim und deren Freunde erschienen waren, um wieder für einen Sman Abschied zu nehmen. Die zahlreich Erschienenen, unter denen sich auch die Vertreter der Schiffschul und des Beth-Hamidrasch befanden, konnten mit Freude konstatieren, daß wieder eine beträchtliche Anzahl von Bachurim auf die Jeschiwös fahren und dieser Freude wurde auch in den verschiedenen Reden, die im Laufe des gelungenen Abends gehalten wurden, Ausdruck ,gegeben. Man blieb noch lange in angeregter Unterhaltung beisammen, um dann unter den Klängen vertrauter Negunim Von den abreisenden Freunden Abschied zu nehmen. * . * Die Agudas-Jisrocl-Jugendgrtippe Wien TI lmt in ihrem Lokal ein Plakat folgenden Inhaltes affichiert: Wählet eure Bücher eure Geselligkeit eure Vortrüge und eure שיערים nur in unserer J11 g endgrup pe! Landesverband agudistisclier Jugenidgruppen Die Exekutive des ״Landesverbandes jüdischer Jugendvereinigungen Oesterreichs in der Agudas Jisroel" hat in ihrer hm 7. d. stattgefundenen Sitzung beschlossen, die nächsten Wochen zu einer intensiven Propaganda für den ״Keren Habinjan“ zu benützen, sowie eine große Werbeaktion, für die ״Agudistische Wanderbibliothek“ durchzuführen. Der Landesverband wird ferner seine Mitglieder über die ablehnende Haltung der Orthodoxie, gegenüber der von den Zionisten!beabsichtigten Gründung des Gern e indebu n des informieren. Betli-tHamidrasch ״Thora Ez Clinim“. Der Vorstand des Beth-Hamidrascli der Adas- Jisroel (II., Große Schiffgasse 8) hat, einem allgemeinen Bedürfnis Rechnung tragend, einen heuen!Schiur ,הומש רש׳י, משניות für Kaufleutc, nach der Geschäftszeit, eingerichtet. Montag bis Donnerstag־ von 1/48 bis 8 Uhr abends. Vortragende: Albert Breuer, David Bondy. Fünf-Uhr-Tee der Frauenhilfe Auch diesen Winter hoffen wir, wieder recht viele Damen bei unseren nun schon gern besuchten gemütlichen 5-Uhr-Tees froh begrüßen zu dürfen,/ Sie schufen vergangenen Winter solch warme Welle der Zusammengehörigkeit und ihr ersehnter Erfolg war manche Hilfe für die Aermsten der Armen, daß wir sicher hoffen, daß in diesem noch schweren Winter noch mehr Gäste uns ihr Scherflein bringen und uns recht viele ihr Heim zum Empfang öffnen. Am 15. November jyird,.-die erste Jause wieder . bei Frau Nasch,. IX., Türkenstraße 25, rechte Stiege, Tür 11, stattfinden. ■ _ Stuhiverstopfung. Spezialärzte A׳on hohem Ruf bescheinigen, idaß sic mit der Wirkung des natürlichen ,.Franz-Josef “-!Bitterwassers in jeder Beziehung zufrieden sind. - gegenr Be Df-Krüger Lebensversicherung^ ״PHÖNIX“ 83־״־״*׳■• Versicherungsbestand Ende 1931 . .;.. . 2775 . . .־ Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 . . . . ...!82 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 ... 472 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . .... . . .. . . . . ... . . 43 Millionen Schilling Am Ende des Jahres 1931 wären bei der.Gesellschaft 83^.664 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet:' Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowakische Republik, Pplen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawjenj Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und Kleinasien. Nationalsozialisten haben wieder zwei jüdische Friedhöfe —ד in Altona und in Mülheim a. cl. Ruhr — g e s c h ä n cle t. * ... Die Anstellung von Juden in Biro-Bidsc ha n hat große F e hl sch läge erlitten. Von den in den letzten acht Monaten neuangesieclelten 8000 . Juden sind 60 Prozent r ii c k gewä n cl e r t. * Anläßlich cler Beratung über clas polnische Budget hielt der agudistische Abgeordnete Rabbi L e w i n am letzten Donnerstag im S e j m eine großangelegte Rede, clie von clen Deputierten mit großer Aufmerksamkeit angehört: wurde: Die Rede, clie von der Not und den Wünschen der. polnischen Juden handelte, hinterließ im Sejm einen tiefen Eindruck, . * Legationsmt Dr. Davidsen, Berlin, vom Ausrvärtigen Amt, sprach auf einer Tagung für Fremdenverkehr über clie w i r t sc h af t liehen Sc h äden cle rמי1> ׳• tisemit is ch en JI e t z e, Im letzten Sommert seien: viele amerikanische Juden aus vermögenden Kreisen wegen des Antisemitismus nicht nach Deutschland gekommen. H* ׳ Der Rektor der Universität in Kowno, Prof. Tschepinska, sprach sich energisch gegen die Einführung eines Numerus clausus aus. Es dürfe kein Unterschied gemacht: werden zwischen Litauern, Polen und Juden. * Das Jerusalemer Gericht verurteilte clen Araber Issa Umek, der bei einem Straßentumult einen jiidischen Polizeimann verletzte, zu sieben Jahre Ge־י fiingnis. B MAN ERZÄHLT. Eis, unter Aufsicht ... Der köstliche Humor des Lubliuer Raw ist sprichwörtlich. ,Noch in jungen Jahren kam er einmal nach Frankfurt a. 1M. Als er am Sckabbos einem dortigen G-ttesdienst ibeigewohiit hatte,' fragte ihn der seither verstorbene Frankfurter Raw ,Dr. Breuer זע• ל wie ihm das ״Da we.nen“ wohl gefallen habe? Worauf der chassidisch eingestellte junge Raw antwortete: ״Ich habe hier mit Erstaunen bei einem jüdischen Konditor die Aufschrift gelesen: ״Eis unter Aufsicht der ׳israelitischen .Religionsgesellschaft.“ Ich konnte den Sinn dieser Aufschrift nicht recht verstehen. J e t z t, wo ich einem Frankfurter G -11 e sd i e 11s t beigewohnt 11a,be, w e i ß ich Bescheid. Man erzählt, daß ׳Rabb. Dr. Breuer זצ׳ל über dieses Urteil nicht sehr erfreut war und es herrschte zwischen beiden eine gewisse Verstimmung. Nach vielen Jahren kam nun der Lubliner Raw wieder einmal nach Frankfurt und׳ machte Dr. Breuer seine Auf- Wartung. ״Ist es wahr“, fragte er in seiner unvermittelten Art den Frankfurter Raw, ״daß Sie mir meinen Scherz von damals noch übelnehmen?“ ״Nein“, sag'te Di־. Breuer, mit überlegener Ruhe, ״Ihr Vergleich war nicht ganz unberechtigt, Sie werden nämlich zugeben müssen daß *,Eis“ ein ־,hervorragendes Konservier u n gs 111 i 11 el ist!“ *! ־ ״Technik‘4 der Einigung. ,.י Der Talmud erzählt, wie die ״Uebeisetzung der Siebzig“ (Septuaginta) zustande gekommen ist, Der, König Ptolomäus hatte jeden der siebzig-jüdischen Ge* , lehrten i» einem separaten!Raum arbeiten lassen, um jede Verständiguugsmögliclikeit auszuscliließen. Dennoch waren — durch ein Wunder — die Uebersetzungen vollständig;\vörtlipH ׳nbereinstiniroend: ־ Hiezu soll einmal der ׳Gerer Rebbe, gelegentlich!%iner r e s ul t a 110 8 verläufeheh : Beratung? von jtjdi* sehen Persönlichkeiten, scherzweise bemerkt haben: Das Wesen des Wunders lag hauptsächlich darin, daß G-tt dein Ptolomäus die ״ausgefallene“ Idee eingab, jeden der Gelehrten separat zu setzen. Hätte er sie in einen! gemeinsamen Raum beraten lassen, . wäre kaum öine Uebereinstimmung zustande gekommen. * Diesseits — Jenseits. Der Sokolower!Rebbe ist ein )Fanatiker •des Aguda-Gedankens. Einst hat er einen bekannten jungen Chassidim-Führer für die Aguda gewinnen wollen. Seine Argumentation war derart überzeugend, daß der junge Robbe seine Weigerung nur mehr damit begründen konnte: ״Mein Vater דל hat auch nicht für die Aguda Stellung genommen." Der Sokolower Rebbe soll ihm־darauf folgende Anekdote erzählt haben: Einst lebte ■ein frommer Jude, der aber ein efbitterter Gegner der Chassidim war (Müsnagid).!Dafür ,strafte“ ,ihn G-tt, indem er seinen einzigen Sohn zu einem begeisterten Chassid machte. Der alte Misnagid kränkte sich darüber unsäglich. Vor seinem Tode nahm er seinen Sohn vor Zeugen ins Gebet: ״Mein liebes Kind, ich will jetzt nicht darüber sprechen, wie du mich mit deinem ohassidischen Gehaben Zeit deines Lebens, gekränkt hast. Eines verspreche mir jedoch: Wenn du;nach■meinem Tode über mich das Kaxlisch-Gebet sagst, spreche es nicht iu dei־ chässidischeii Fassung mit ׳ויצמח פורנןנידד Der Sohn hat es dem Vater versprochen. Kaum war jedoch das Grab des Vaters geschlossen, sprach der Sohn da,s Kadisch-Gebet mit Inbrunst, aber in der vom Vater verhaßten c h a s s i d i s c h e n Fassiing. Von den Freunden des Vaters zur Rede gestellt, antwortete er mit Ueberzeugung: ״Heute, wo der Vater bereits בעלמא דקשום in die ,Welt der Wahrheit‘ eiligegangen ist, weiß er doch selb s t auch schon, daß die c 11 a s s id i s c h e Fassung die einzig richtige asit.“ Ob sich der in Rede •stehende Chassidim-Führer von dieser Anekdote überzeugen ließ, ist allerdings nicht bekannt. -—y.