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Jüdische Presse · 1932-10-07 · 40 (7.10.1932) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
40 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JODISCHBPBBSSB Nr. 40 Allen Freunden. Bekannten nnd Verwandten wünschten ג׳מי וזמי־םמ 118 נו? Der Vorstand der Agudas-Jisroet-Jtigendgrnppe, Wien, II. Inköfet Sfrttfi. II« Ötufie Plartpssc II. Salomon Tür kl, 11., FranzHIochedlinger-Gassc 9. Bravourstücke Kronfelds. Es ist wahrlich für einen Jitden nicht leicht, sielt die Herzen der Wiener im Kluge zu erobern. Dem Flieger Robert Kronfeld, einem jungen Mann «ns einer Wiener jüdischen Familie, ist es gelungen. Doch so großartig auch seine Erfolge sind, können wir die Frage nicht unterdrücken:!Mußte dies wirklich gerade am :Rösch- Haschoüoh sein?!Mußte die jüdisclve Firma, die dieses Flugmeeting veranstaltete, diesen Tag wählen, der zur Einkehr und Heimkehr mahnt, und statt Schofarkltingen die Reklametrompete erschallen ,lassen. Nord au prägte seinerzeit das Schlagwort von den ״Luftjnden“. Jetzt werden auch ״Luft“geschäfte att den höchsten Feiertagen abgewickclt. Der Mut, nein, der Utebe rinnt dieses jungen Fliegers erweckt den Unmut der jüdischen Oeffentliehkeit. Die au und für sicli beachtenswerte Leistung, die mit dem Hochflug jüdischer Weltanschauung in krassem Widerspruch steht, erscheint uns gerade durch die Propaganda dieser Tat verachtenswert. Diese wohl unfachmännische Kritik erscheint »ins nicht ans der Luft gegriffen. O. N.. Polizeipräsident Dr. B r a 11 d I. Der bisherige ■gesell äftsFiih re wie Polizeivizcpräsident, Hofrat 1Dr. Brand 1, wurde zum Präsidenten der Wiener Polizeidircktiou ernannt. »In seiner Programmrede erklärte der neue Polizei- Präsident, daß der Grundsatz seines Vorgängers Div Schober, ״u nb e d i n g t c P f l i c 111 e r f ii 1111 n g“, auch weiter bei der Polizei in Geltung bleiben müsse. ״;Es sei eine Notwendigkeit, daß der Polizist ii b e 1־ den Parteien stehe.“ Gerade jetzt, wo die nationalsozialistischen Ucbevfälle sich 'häufen, ist es doppelte Pflicht der Polizeibeamten, absolut u n p a r t e i׳is c h vorzugehen. Die Person des neuen Präsidenten bietet Garantie dafür, daß die alten Prinzipien der Wiener Polizei auch weiterhin hochgclialteu werden. Präsident Hoover an die Juden. :Führende amerikanische Staatsmänner, an der Spitze Präsident Hoover, haben anläßlich des Rösch- Haschono-Festes an. ihre jüdischen Mitbürger Glückwünsch,botschaften ,gerichtet. Präsident Hoover schreibt unter anderem: ,,Mehr als irgend einer anderen Rasse verdanken wir den Juden den erhabenen und reinen Begriff G-Ites und die im Dienste G-ttes zu befolgenden höchsten ethischen Prinzipien. 'Ich, gebe den Gefühlen . dei.‘׳•Nation Ausdruck., wenn ich den jüdischen Gemeinschäften Amerikas meine herzlichsten Glückwünsche zti diesem Jahresfest der Erneuerung ausspreche.“ 111!;־ Europa sehen die führenden Staatsmänner noch nicht, ein, daß diu Juden einen wertvollen Teil der Bevölkerung ,bilden, die für den Stäat'imd fiin das gefstige Leben und die ,.Wirtschaft der Nation ihr volles. Maß beitragen. Die amerikanische 'Zivilisation . ist uns eben diesbezüglich voraus. Vielleicht wird auch bei uns bald die Einsicht zur' Herrschaft gelangen und die Vernunft über Rasseiifaiiatismus siegen. Die Red. Vermittlung jüdischer Hauslehrer! Das Cliiuuch-Amt des Keren Hathora hat wiederholt darauf hingewiesen, wie unverantwortlich es ist, Kinder von Privatlehrern unterrichten zu lassen, die, wie leider festgestellt werden konnte, häufig nicht die .genügenden Fälligkeiten besitzen, oder aus anderen ־•Gründen nicht geeignet sind, die Gewähr dafür zu bieten, ׳daß sie, die ihnen anvertrauten Kinder in ׳wahrhaft jüdiscKem Geiste, wie es ,die Eltern wünschen, ׳unterweisen. Das Chinuch-Amt des Keren Hathora hat deshalb eine kostenlose Vermittlung von Privatlehrern eingerichtet und appelliert dringendst an jene jüdische■ Eltern, die aus irgend einem Grunde ihre Kinder nicht in eine der bestehenden Talmud Thoras schicken, sich uni Zuweisung eines Privatlehrers an das Chinuch-Amt des Keren Mathora, Wien, H., Leopoldsgasse 16, Telephon A-48-4-15, zu wenden. Aufruf an alle ernsten und bewußten jüdischen Menschen! . . . In letzter. Stunde, lasset euch einige Augenblicke der Besinnung frei. . Wißt ihr, wieviel ungezählte jüdische Kinder jahraus jahrein dem Judentum verlorengehen? Wißt ihr, wieviele jüdische Jugendliche ׳geistig־ in der Großstadt üniiherirreu und dabei zugrunde gehen? ' Wenn es etwas gibt, das dem übergroßen Einfluß des Großstadtmilieus, auf die Seele unserer Kinder entgegenwirken kann, so ist es einzig und ׳allein die Schaffung einer echt jüdischen Lebensatmosphüre. Deshalb gibt es nur einen einzigen Ausweg und der heißt: Besuch einer von lebendiger Jüdischkeit erfüllten Jescl1i>vo in einer, von.,altjüdischem Kehillogeist bestellten Gemeinde! Giir nicht zi'i schildern sind .die Vorteile für linseie Kindev: Jüdisches Milieu, ideales Erforschen und Erlernen unserer Theuro, dei Rebbe als leuchtendes .Vorbild wahrhaft jüdischer Lebensführung, ein Vorbild, das dem Kinde lebenslang. vor.Augen stellt, gesunde, natürliche Lebe.nsbedingnngen, Erziehung zu Siäib'ständi’gkeit und ernstem. Pflichtbewmßtsein! : -Es»gibt nur einen Rettungsanker für die jüdische, Großstadtj ugend: d ie JeschiwoJ Deshalb kämpft Titeres Bachurim seit mehr als 40 Jahren für das Lernen in, der Jeschiwo bei reich und arm! Deshalb sorgt Tiferes Bachurim seit mehr als 40 .Jahren für alle •bedüiftigen -und .verarmten jüdischen Kinder, -damit sie in den jesohivvens zur vollkommenen, jüdischen Persönlichkeit lieranreifen!; ״ Deshalb darf Tiferes Bachurim selbst in heutiger Krisenzeit seine Tätigkeit für das Wohl unserer Zukunft nihht.'.vovkür^ßul. ־ •׳. ־ -> .י•; •.־ ׳-,_.. Deshalb müßt ihr alle Helfen,und eure Groschen lind' ’Schillinge׳ züsammfehtra'gen für 'die Arbeit des" Tflhnfes BacHüHtoU''damit ein *neues; echt' *jüdisches Ge-\ s#\leohk׳heran\vuchsel t ׳ . י־.' : . ׳ . : י ־ . Der־ Vorstand, des, v.TifoiüS Baohu»im% ׳ J agendfreude* Jugeiidkraft und jüdische Verantwörtirag. Attsäüg ms dom Befielt* über den BoitfbildtMgsktiffwa der jAWffitl^LiBitforseliaft im Sommer 1932 11t Polungen, erstattet der KereÄ*HAt1i0ra-Zentrale fit Wioit von ObeffaBbmer Df* Car t eba ch* Altona. . .Zurrt zweiten Male hat sich am Strande der Ostsee die in der Jawneh zusammengefaßte religiöse Lehrer- scnaft Litauens zu einem Fortbildungskursus zusammen״ gefunden. Trotz der Wirtschaftsnot, trotz der verminderten Gehälter, die jeden Lehrer zu äußerster Sparsamkeit uhd Einschränkung zwingen, ist der Kursus Wirklichkeit geworden: ein Ausdruck der Bildungsfähigkeit, des yerantwortüngsbewußtseins und des Idealismus der Jawneh-Lehrer, Es gibt in Litauen auch eine sehr starke kommunistische jiddischistische Organisation der Lehrer; es gibt ferner eine außerordentlich starke zionistisch-nationalistische Gruppe, die Tarbüth-BewCgung. Es war ihnen trotz aller Bemühungen nicht gelungen, einen ähnlichen Kurs zustande zu bringen; und hier gelang es nun unter .den schwersten Umständen zum zweitenmal. Und auch dieses Mal wurde von den Teilnehmern mit einem Fleiß; und einer Arbeitswilligkeit gearbeitet, die die höchste Anerkennung verdienen. Schon in den Frühstunden begann die Arbeit, so daß das Mj,njan der Lehrer allem anderen G-ttesdienst in der Stadt ’ voranging, und außer den heißen Mittagsstunden, die dem Seebad und dem Aufenthalt am Strande galten, war der Tag voll mit Arbeit erfüllt. Die Lehrerschaft des Jawneh darf ohne Einschränkung als eine relativ hochstehende bezeichnet werden. Selbstverständlich ist auch sie noch keine ideale. Aber die Aufgabe, die diesen jungen Menschen gestellt wird, ist eine ungewöhnlich schwierige. Alle Lehrer, die in diesen Schulen der Jawneh als Vertreter einer ernsten religiösen Er- Ziehung wirken, haben selbstverständlich eine pädagogisch viel schwerere Aufgabe als alle anderen Unterrichtsanstaltcn, weil es ja nicht bloß um die allgemein menschliche Bildung geht, sondern die Schüler zu der großen Opferfähigkeit und Hingabe an Thora uncl Mizwaus erzogen werden sollen. Das Ziel ist um so schwerer zu erreichen, als sich für• den Unterricht in den heiligen Fächern durch die Maßnahmen der Regierung nur eine ganz eng begrenzte Zahl von Unterrichtsstunden ermöglichen läßt und die! Lehrerschaft darauf gewiesen ist, in freiwilligen Kursen die Lücken des religiösen Wissens ihrer Zöglinge zu ergänzen, an das ja noch in Litauen glücklicherweise hohe Ansprüche gestellt werden. Diese so erschwerte Aufgabe soll geleistet werden von meist n o c 11 j u n ge n Anfängern, die ein Schulwesen erst neu schaffen sollen, die noch nicht auf eine unterrichtlichc Tradition fußen können, die erst den Stand und das Standesbewußtsein des jüdischen Lehrers und seine Anerkennung innerhalb der jüdischen Gesellschaft durchsetzen müssen. Siel sind ganz eigentlieh Pioniere einer jüdischen Schule, und zwar einer Schule, die sich im Gegensatz und doch in organischer Verbindung mit jahrhundertaltcm Herkommen gestalten soll, die umwittert ist von den Gefahren eines‘ Kulturkampfes, die in Wesen uncl .Form in ihrer Welt ein Neues darstellt. Und daher muß äjjch der Typus des Lehrers ein neuer sein; Er soll auf der einen Seite Träger jüdischen Wissens,, ein religiöses Vorbild, in Leben und .Wirken ״sein,־ auf der ärfä'eren Se1tC־Äist er’ der einzige' Träger moderner Bildung, der in Städte und Städtchen und' Dörfer, abgeschnitten von einem tragenden Bildungsmileu, weitliches Wissen hineinz.utragen berufen ist. Man möchte fast‘sagen: die Aufgabe sei zu schwer und zu groß. Sie kann infolgedessen eine volle. Lösung nicht finden. Aber gerade durch die Schwierigkeit dieser Aufgabe ist der junge Lehrer der Jawneh von einer großen Spannung erfüllt, der Spannung zwischen G-tt und Welt, zwischen einst und jetzt, zwischen Ueberzeitlichem pnd Weltfreudigem,! was seinem ׳ Dasein einen mächtigen Impuls gibt, < Der von mir geleitete pädagogische Kurs war gewissermaßen das Sammelbecken all der Wünsche und Strebungen in der Scelte der Junglehrer. Er war als rein pädagogischer .Kurs gedacht und setzte auch als ' ein solcher ein; als Orientierung über Grundfragen der Pädagogik, über Möglichkeit und Grenzen der Erziehung, über psychologische Vorfragen, die Methoden dpr Psychotechnik uncl Psychoanalyse, über Fragen der,-Gestaltung der einklassigcn Volksschule, über Disziplin und äußere. Hebung des Gesamtunterrichts, ferner über Fragen, die sich im Begriffe der Arbeitsschule oder im, sogenannten Gesamt- und Sammelunterricht konzentrieren. Dann kam die Problematik und die moderne Auseinandersetzung über die Ziele der Pädagogik, ob Individual- oder Sozialerziehung,. ob staatsbürgerliche oder religiöse Erziehung, ob Lebenstüchtigkeit oder Persönlichkeits- und Charakterbildung. Und wie diese Themen angeschlagen werden, da bricht die Diskussion über ,alle Ufer. Eine verhaltene Problemfülle bricht sich Bahn und die große Spannung in der Lehrerseele macht sich Luft. Wir hatten einen Punkt angerührt, wo die Lehrerschaft im Inneren um ihre Aufgabe ringt und die Aktualität der Entscheidung aufs tiefste verspürt. Denn das kleine litauische Land, das äußerlich solch geruhigen Eindruck macht, wo man einen gesetzten und abgeklärten Menschenschlag antrifft, stellt doch nicht die ruhige' Atmosphäre dar, die man wohl, vermutet. Auch hier platzen die Weltanschauungen aufeinander.' Von Rußland 11er weht der scharfe, eisige Wind , des Atheismus, des Sowjetkommunismus; von Westeuropa her möchte sich der Geist des Lebensgenusses, der Laxheit, der Relativität alles Geistigen einschleichen. Obwohl praktisch das Agrarland die Schärfe der Wirtschaftskrise nicht so sehr verspürt, sind theoretisch die sozialen Probleme in mächtiger Zuspitzung; vor allem aber ist im jüdischen LagerT im Kampf mit Zionismus und areligiöser Kulturliga,, die Ueberlieferung und die Thöratreue das heißümstrittene, heißbefehdete^ Problem. Und so fuhr es aus der Lehrerschaft'wie ein Blitz■ hervor: Was bedeuten uns diese allgemeinen pädagogischen Be- trach'tungen! Sie kommen erst in zweiter Linie. Wir brauchen* aktuellere Fragestellungen: Wie gewinnen wir die uns entfremdeten Her&en für die Mizwaus, wie führen 'wir die Kinder praktlä'ch ins religiöse Leben י hinein, wie rechtfertigen wir das• Judentum gegenüber ■dem Sozialis-;' mus, wie bekämpfen wir-pseudophilosophische Irrungen; wie erklären wir den Konflikt von Glauben uhd Wissen, alle die Schwierigkeiten, die sich zwischen Bibelwisen־ schaft Und Naturwissenschaft auf der einön' und der Thora: auf der anderen Seite gezeigt haben? Und diese ■ Fragen drangen sieh in den’Vordergrund •und 1 bäherr־־ sehen mein* und mehr unsere ganze Arbeit* :• •.;־ ־., ־! Dabei: mä'cht r 'sich,׳ hach ׳übereihstimweudem rieht?aller, •als das Grundübel invLitauen;, eines* geltend? d.as Versag« n*!de s ׳Elt e!f׳hhaas es.; •Die ,kulturfi• und nationalpoiitische Püftpaganda bat, 4!e ,Gasse über- , schwemmt, die Kinder fanatisiert und den Eltern das Selbstvertrauen ,und den Mut geraubt. Sie *fühlen sich ztt schwach־ zur Erziehung, weil. ihnen das. Geschrei, der Straße ihre Autorität abgesprochen hat. Die immerhin auch in Litauen relativ große Wirtschaftsnot und die mangelnde geistige Rüstung, die sie selbst gegenüber dem Zeitgeist und seinen Illusionen in sich tragen, haben die erzieherische ־ Sicherheit der Alten noch weiter geschwächt. Die religiöse Schule steht infolgedessen isoliert; ihr Partner und Mithelfer, das Elternhaus mit seinem Frieden und seiner Weihe, fehlt. Es muß notwendig eine neue Ergänzung .der Schularbeit gesucht werden. Der Lehrer kann nicht als solcher allein die Formung der jugendlichen Seele leisten, er muß ein Mittel, ein Milieu schaffen, worin das rtachgeholt werden kann, was sonst Vater und Mutter und das' Haus den Kindern bedeuten. So klang es wie ein einheitlieber Ruf aus der ganzen Lehrerschaft: wir brauchen eine Jugendbewegung, etwa nach Form und Muster der Esra in Deutschland, wo durch die Selbstarbeit der Jugend an sich, wo im vertrauten Zusamtnenscin zwischen Lehrer und Schüler die Jugend einen Lebcnsraum gewinnt, in der die große׳ Forderung der Religion mit allen natürlichen Antrieben der Jugendlichkeit sich verbinden. ' Und so bildete die Frage der Schaffung und Zielsetzung einer religiösen Jugendbewegung ein Haüptthcma unserer Besprechungen. Noch viele andere Momente führen zwingend zu einer solchen Jugendorganisation hin. Einmal ist es ausgespfochene Tendenz der Regierung, in allen Schulen eine .Scouts-Bewegung zu fördern, auf der anderen Seite hat die schon beklagte Schwäche des Elternhauses und der sich geltend machende feminine Geist, den die sogenannten Gebildeten mit Mode und Luxus einschmuggeln, die alte Sittenstrenge bedroht und d i e sexuelle Frage in der Jugend zu einem tragischen und brennenden Problem gemacht. Gerade aus dem tiefen Verantwortungsbewußtsein, das diese jungen Lehrer erfüllte, sahen sich deshalb alle auf die Notwendigkeit einer Betreuung sowohl der Schulentlassenen als der die Schule besuchenden Jugend durch die Mittel einer solchen pfadfinderischen Organisation gewiesen. Und als Losung stellten wir das kostbare Wort des Kauheles auf: ״Freue dich, Jüngling, deiner Jugend, uncl laß dein Herz froh sein in den Zelten deiner schwellenden Kraft und wandle nur in den Wegen deines Herzens und in der Sehnsucht deiner Augen, aber wisse, daß für alles dieses dich G-tt einst ins Gericht fordert.“ Also Jugendf reude, Jugendkraft, Jugcnderleben, aber dieses alles unter clem hohen Gesichtsp u n k’t unserer ewigen jüdischen Vcrantvvortung, unserer hohen Bestimmung, unserer Verbundenheit mit der Zukunft Israels. Es gestalteten sich die Besprechungen für die Schaffung einer Jugenclbewegung geradezu zu freudig begeisterten Kundgebungen der . Lehrerschaft für die Aufrufung der Jugend zu Gesundheit, Reinheit, G-ttesfurcht und G־tterleben. Es kam so wie von selbst, daß sich auch unser Kurs wie eine Jugendgruppe fühlte. Wenn nicht Regentage uns .zwangen, jn -den Räumen des Polangener Progymnäsiums'• zu unterrichten, verlegten wir den Unterrieht in den Wald, zum Staunen der Kurgäste, die sich im großen Kreis um uns lagerten, um sieh der konzentrierten Aufmerksamkeit uncl regen Teilnahme zu freuen. Diese!Ausflüge zeigten mir auch ein tiefes Sehnen nach Welt im •besten Sinne, nach Natur und Kunst, nach einer Fülle von Eindrücken, die die Lehrerschaft beseelt, Aveil sie in sich die Notwendigkeit fühlten, ihren Schülern viel zu geben; und nur wer auch vielerlei an lebendigen Eindrücken in sich trägt, kann immer wieder anregen und die Phantasie cler Jugend erfüllen und befriedigen. Bei diesen Wanderungen machte sich daher viel echte Lebensfreude geltend. Die hebräischen Gesänge folgten einander in nie abreißender Kette, uncl die Dankbarkeit für allen Naturgenuß in Betrachtung der Erhabenheit der Schöpfung ebenso wie die Anspruchsloäigkeit in allen äußeren Dingen schufen jene frohe, zufriedene Stimmung, die die richtige Grundlage ist für die Gemütsverfassung von Lehrern. So hat der Kursus, der mit einer rührenden Abschiedsfeier sein Ende nahm, wieder den Ernst der Arbeit der Jawneh bewiesen. Der Leiter dieser Organisation, Herr Koppelowitsch, hat sich erneut dadurch ein großes Verdienst erworben, daß er die äußere 'Organisation des Gänzen, unterstützt von Frau Direktor Schereschevvski- Lewiban, durchführte, •und dem Keren Hathora gebührt hoher Dank dafür, daß er der Sache seine wertvolle finanzielle und moralische Stütze lieh, -; Stuhlverstopfuiig. Nach <lcn an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natü rliehe ״Franz-josef“-Bitte1*wasser ein ü 11 fierst woliltuendes Abführmittel. ' '; , Awroliom Scliije Freund — Oberrabbiner von Bescterce-naszod זצ״ל. Sonntag, den :11;- EU11, nachts, verschied Ober-־ rabbiner Aivnohöm Söliije Freund ׳ ׳' ןצ״ל'im Alter von achtzig Jahren. Er;war allgemein unter dem N^mien ßnterdamer Rebbp bekannt und igenöO unter dqn Rabbinevn von Siebenbürgen eines große Autorität» so daß seine Worte und Entscheidungen fast iinanfeichtbäi־ galten. Er war ein Schüler und Anhänger von . Rabbi Chaim Zanz s. Z/ L,.dessen Tradition er •jui >.eii1er:;d־igf.dftn■. Uebenavveise Tiochhi^jh ,JEr. war Mitglied, der; Rähbiribrkommission der . örthödö^en ::Lai1deskari׳zlei ’׳und;,‘;n^hht regen Anteil a.u den' vielseitigen ver wickelt.eji ׳Prö^lemeii. der sie be rib ii r g ischen Qrtbo!dbxid, däriän^;־Lölling; e:F;'jn׳ chassidischem Sirine ]beeinflußte. Der. Tod e^ilt^; ihn in.. 1 Szatmar. Montag. naphjiuttags.!fand - ddr.tsßlbät, spin6,'Bestäit'ung ׳unter 'FeRnahme . von.-,Vielea Taüspjidfen ]Jhöidtragenden statt. Die Rabbliier' der' :utug.^bphdah Gemeindeii haben }h ergjfei{eÄden‘,‘IIesp^lbi" <J1ö;‘Ci?öße und Bedeutung;,dieses Mahiive's , ges|hu׳dert, der ,gleichmäßig geschmückt,;war;mit der,Krqnß dps ^.Itprs, deF'Gpißhr־ sainkeit jind eines;heillgdh' Edfen^ä"^^ I,;; ,; : . |!eräohal״«cbi:iebte11. 1; . ’ ' '. Ifn. Alter vort, 63׳ Jähren ist der durch ßfeipe 1ausgebreitete sdbHItsfeilet;iäcb^׳'i^Ujgkeiii׳: bökanhtdVRdiib. Dr. Felix K a n t e r:;aus; Zwitta'u ^e s fco r:b"du/Sekahhf- :sind seine" 'aüs׳ge!zeiÖhhetibn;'GMchn'febii׳che,r‘ ׳äMo'schbi. 1 und Melizb“, ׳**f Im' Mtise -ddH:'Herrn Sal«1en'!'Schi^ibfer׳;fand* am ־jMai׳*

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