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Jüdische Presse · 1932-10-07 · 40 (7.10.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
40 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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* ...... ,.; _ , JÜDISCHE PRESSE _ . ' ' V ־ . , ־/,; V : . M W des Königs bintfeten sülb mit unser schweres Vergehen mtrech!fertigen, da fühle ich wich so unendlich ungesehfhinfeL mit dem* Vwin* wir wirklich sind, hinttefet. Vielleichtfindert wir Erhörung.“ *■w״u?*\ *f* IV **#* hettte da vor rnrera .Ct^Ke* Wahremt des Jahres glaubt Wart gar off. das eine oder andere leichter nehmen zu dürfen. JEs kommen ja Shell ostage, die zur Tschtnvo mahnen, man komtnt zum Rebfeen und glaubt dadurch allen! uHlter gekommen fett selnv Nrfn, ב0 ז קני'צ ס *ts ויאשי;צ8 ©צ 5צל איש י©1א lliente stehen wir vor dem Ritbonoschcl- Ulam, oh groß, ob klein,. ob Führer oder Geführter, nh ש ר א ל V צ ל א;י עי als einfacher Bar Jisreel. Kedalitn VVeroschim, als eiende Bettler, mid es heißt jetzt: jeder sein Eigenes und Ganzes hervonzusuchen, mit Krnvono o י י•;״יד ך#. . : ™r®>cn sei'Dsx eint re ten י IJafttm hbißt cs: Während des Jahres iMizwos sammeln, auf daß -man sie zu den Jomim Noroim mitib ringt. ׳ : .־ S־. Vom Moria zum Sinai. Von Jacob Rosen beim. (Der Elül-Schofar ist verstummt. Aus dem Dunkel der Nacht ringen, sich durch den dämmernden Morgen in Israels G-ttesliäuserm die von den Tränen der Jahrhunderte geweihten Gebete zu G4t empor, und ׳was an eigenstem, persönlichstem Wünschen und Hoffen die Herzen der (Beter erfüUt. es rankt sich uni die ׳alten Worte und strömt dahin in wundersumen Melodeien, da droben den ,.Hörer des Menschengebets“ zu suchen.,!Hörer des Gebets Au Dir hin wird einst heimkommen . ' Alles, was Fleisqh ist! Das ist ׳das Leitmotiv,!das vom ersten Dammerstrahl der• ßelieho'thtage bis z!um Abend des großen Tages des Wiederfindens, immer wieder und ׳wieder ׳die uni׳verseile, •alles menschliche Sehnen umspannende Bedeutung der jüdischen Aufgabe zinn!Bewußtsein bringen will und das noch in jüdischen. G-tteshäuscrn tönen wind, ׳wann drüben im 0arenireiche Verfolgte und Verfolger, Märtyrer, längst -im stillen Crabe ruhen. Stärker aber und mächtiger als diese ׳Zuvorsicht in die Zukunft des Menschengeschlechts wirken־ in ׳der betenden jüdischen Seele die großen geistigen. Stützpunkte aus der fernen V erg ange 11h ei t unseres!Volkes, die wie wiegweisende Leuchtfeuer von Bergeshöhen in das ׳Gewoge der Gefühle hiueinleuchten, und *die nicht als ־tote hisfarische Reminiszenzen, sondern ׳als leibendige, willenbest'immende Mächte den Juden ln!sein . neues Jahr •hinübergeleiten. Moria und Sinai, ע ק י ד ה und שלש עש רה מדות Mittelpunkte siiid’s der unerschöpflich reichen Gedanken- und Gefühls weit, die in den gewaltigen!Elul-Tischri-Tageii des Juden Sinn •umfängt. Von Schoifartönen getragen, in!zahllosen - .,Akedas‘’ ׳verherrlicht, ׳steigt Abrahams, unseres Vaters, Liehtgestalt, aus dem Grabe der Vergangenheiit empor, und Mas die Raibbe n u, Moses, unser Lehrer, grüßt die ״im Hause G-ttes Stehenden in den ’ Nächten4', wenn im innigen Vereine; dort flüsternd, dort wie der Sturmwind dahinbrausend die ש ל ש ע שיה מ ד ו ה ׳ die große Botschaft von ‘ G-ttes ״welf geselliclit 1 ieher tLicbeswaltung, sich yort den Lippen ringen. .l Ziii־ G-ttes׳ahmung, zur ahnenden G-tteserkenntnis hatte Abraham, ganz aiis der :Kraft eines reinen, redlich suchenden Mensehengemiits sich ,einporgeschiwimgen, . hatte die Liebesnälhe dieses * C-ttes ‘ eriipfundeu, hatte, zum Mann gereift. Sein Öffenbarttrngsrtvpift empfangen, tim mm, «ttf der Höhe dieses Äni^rtsfuhrenden LeJienspiad'es, am Euße des Möria den kategorischen Imperativ der Eflicht in seiner ganzen furchtbaren Größe zu erleben. Ünsere Zeit mag nichts mehr hören, ton .dem ihr hart, streng, einseitig .dünhenden imperativen Pllichtbegriff der Jiidiseheh Ethik* Uns dber, den «Trägern göttlichen Werkzeugs" in ׳diesem Wirrwarr der Zeiten, ruft um so lauter von Morias Höhen der ל איל Et ש 1 & י, das Hohelied von der alles bewältigenden Macht •der Pflicht in Öhr lind Herz,!auf das -wir nicht, was im Menscheninnern stürmt und drängt, uns nach dem Vorbild der. Zeit zur G-ttheif gestalten und erheben. Weckt auch Thekiah unsanft aus allen Träumen, schmettert Te!rtiah auch nieder, ■woran Herz und Wille verlangend hangen mögen — seien wir würdige ־Abrahams-Söhne, werden wir. gleich ihm Virtuosen der Sittlichkeit, zeigen wir einer verzweifelnden Welt, daß, ■auf den Tafeln des Gesetzes, das Abraham, unser Vater, am Moria ׳seinen späten Enkeln erkämpfte, noch immer die sittliche Freiheit wohnt! Und Moses ward, als ׳die Zeiten sich erfüllt, der Bringer dieses Gesetzes. An ihn. den schon Betagten, war die G-ttesstimme wfie ein gewaltiges Schicksalherangetreten, hatte ihn heraiusgerisseti aus dcmutsivollem, bescheidenem Sein und zum Führer eines Volkes erkoretit. Ganz dem Werke hingejgeben, kaum Persönlichkeit mehr, hatte er ׳das große Werk des G-ttesboten vollbracht, dem sittlichen Willen Seines Volkes den scharf üttfreurfCn Jöhalt gegeben. Da regt sich in seinem Innern ein brenuendes Verlangen nach dem Höchsten# nach verlorener, reiner G-tteserkenntnis, Er kenht wohl seine Pflicht, kennt die große Lefoenspflicht seines Volkes, das er seinem Ziele entgegehführf, nnrd doch: Lehre mich doch die Einheit in der Mannigfaltigkeit Deiner Wege gehen — -־- — Das ist der große Preis, den der treue G-ttesdi euer als. Blüte seines irdischen Lebensdienstes erfleht und der ttns noch heute als seligster Liebeslohn winkt, wenn wlir ihn auf den von Mosche gelehrten Wegen erstreben. Autch unsere Zeit, die materialistisch gescltoltene, dürstet ׳nach G-tteserkemitnis, und Verrat an der Menschheit isTs, wenn wir uns weigern, m׳it den Tafeln des Gesetzes im Arme, Geist und Gemüt der höchsten jüdischen Lebensaufgabe, der Erringung der G-ttesnähe. zu weihen. Nicht hinter Klostermauern und nicht allein in der Studierstube wird!diese Aufgabe gelost; wache, hell- Uugiige Menschenkinder verlangt sie, die מיום •כפורים זה עד יום כפורים הבא עלינו לטובה der Schotfarklänge nicht vergessen ׳und .,von ihnen getragen, welche Spanne Zeit hienieden auch gegönnt sei, ihres Lebens Sinaigipfel erklimmen, des Gnadenwortes ihres G-ttes gewärtig: פני ילבז וחניחותי לך W'al Hamdinaus Polen. Die Lage des polnischen Judentums hat sich im Laufe des Jahres תרצ*ב!sehr verschlechtert. Vom ״Kata> strophenjaihr“, wie cs allgemein wegen .des Wirtschaftliehen Niederganges genannt wird, ist hauptsächlich die jüdische Bevölkerung ■betroffen und pine!allgemeine Verarmung macht sich bei uns breit.!Delogierung von armen jüdischen Familien wegen Nichtbezahlung des Mietzinses ׳ist eine tägliche Erscheinung. Die Regierung, deren Programm doch wirklich den ■offiziellen Aintiscmitismus ׳nicht!enthält^ )schaut diesem Pauperisierungsprozeß,. anstatt ihn aufzuhalten, untätig zu. bn Gegen-!teil; es wird liier eine Aktion mit versteckten Waffen durch,geführt, die darauf hinizielt, langsam, aber sicher, die Juden aus ihren, durch zähe Arbeit und Fleiß erworbenen Positionen :herauszudrängen. Das beweisen zur!Genüge die in letzter Zeit vielen Juden entzogenen Tabak-Konzessionen sowie Monopolisierung und Kartcllierung verschiedener Industrien, die größtenteils in jüdischen Händen lagen. Kein einziger Lichtblick ist am ׳weiten ökonomischen Hofizbnt 'zu sehen.!Auswanderung : kommt auch •nicht in Frage, da alle Grenzen abgesperrt sind, und so bleibt nichts anderes ■übrig, als, unsere Blicke zum Himmel wendend,, die Hilfe G-ttes ubzuwarten. Audi auf g.eistiig-ikulturelilem Gebiete i3t leider' nichts Erfreuliches zu verzeichnen. Es ist dies eigent- , lieh auch ein Resultat des anhaltenden wirtschaftlichen ' Niederganges' der jüdischen Bevölkerung Polens. Wenn - auch die Orthodoxie, in der Agudas Jisroel organisiert, aus den letzten Kehillowahlen gestärkt hervorging und : •die Leitung der jüdischen Gemeinden in den meisten Städten Pdlens übernommen hat, so hat sic auf der anderen Seite gegen schier unüberwindliche• finanzielle Schwierigkeiten anzukämpfen, um die Kehillos und; ihre ׳Institute zu erhalten. :Das Traurigste und Schmerzlichste aber für uns!■ ist es, •daß sich leider die kommunistische Weite ausbreitet und viele jüdische Jugendliche verschlingt. Durch die!materielle Aussichtslosigkeit verzweifelt, lau-! den sie in ihren Netzen. Nach dieser traurigen!Bilanz soll aber nicht an dem Lichtblick vorüberge,gangen werden. ׳Das Jahr תרצ*ב das ein zwanzigjähriges Jubiläums jahr dev Agudas Jisroel ist, war für die Orthodoxie ein Jahr voll Wiederäuflebens und •der Arbeit:!Es fanden zirka 20 Kveiskonferenzen dev Zeire Agudas Jisroel statt, hunderte Jubi- läumstnectings •wurden veranstaltet, neue ״Beth-Jakoll/*-!Schulen wurden geschaffen (in Warschau allein zwei ■8 r o li c Schulen), insbesondere aber hat eine große Er0zHjisroel-IBew,e1gu11gf ז )!eingesetzt, d;ie 'durch;große. Aktionen für den Keren Hajischuw, von der Paläistina- Zentrale der Agudas Jisroel . geleitet, zum Ausdruck kommen.!Das beweisen auch die in letze 1־ Zeit gegründeteu landwirtschaftlichen (Kolonien zur Ausbildung junger agudistischer Landarbeiter. AU das wird aber mit übermenschlichen und übernatürlichen Kräften, ja mit מסירת נפש seitens der Jugend und einzelner Fuuktiouüre, geleistet. Es Oüeibt nur zu wünschen und zu hoffen, daß das neue Jahr die ישועה כללית ופרטית für das so schwer Jieimgesuchte polnische Judentum bringen möge. A. Z. Friedmann-Warschnu. England. I. Allgemeines. Eine Reise von wenigen Stunden nur trennt: unser England von dein europäischen Festland und doch, wie wenig־ weiß man auf dem Kontinent von der englischen Judenheit, ihren Problemen, ihren Schwierigkeiten, ihrer ׳Arbeit. Bestimmt ist London nicht von weniger Wichtigkeit für die Zukunft der Wcltorthodoxie als Antwerpen oder •sogar Hamburg, aber London •ist eine leere Seite im Leben der Weltovthodoxie. Aber doch ist ein lebendiges jüdisches Leben in diesem Land, das mit seinen •zirka 500.000 jüdischen Einwohnern eine •umfassende Reihe von Institutionen, Talmud Thoras, Jeschiwoth, Hospitälern, Woblfahrtseiiu'ichtuagen, Waisenhäusern ׳und Altersheimen und — ein Obervabbinat besitzt. ׳Die Orthodoxie in Großbritannien lebt in einem Zustand von organisierter Apathie. Es gibt die ״Synagogenföderation4‘, die zirka 15.000 Juden vertritt, •deren Hanptexistenizgnmd ihre bewunderswerto■ Cliewra Kadisaha ist, und die gelegentlich — unter Druck 1000 Pfund für Talmud Thoras oder fiiv andere Zwecke spendet. Trotz eines angesammelten Fonds von zirka 80.000 Pfund fehlt der Mut zur Ernennung eines. Raws an Stelle des verstorbenen Rabbi 'Maier Jung oder zur Schaffung oder Unterstützung von Kaschr.uthinstitutionen oder Miikwoth. Die ״Synagogenföderatiori“ ׳hat ungefähr 1000 Beerdigungen im Jahr, aber ihr Interesse für die Toten überschattet ihr Interesse für die Lebenden. Die ,,United ׳Synaigoue“ vertritt die a 11g 1 i s i c r t e ^FEUILLETON ■ ^ie Reb Ahron einen geschichtlich :! wichtigen Augenblick versäumte.;'׳ : ׳ ■ ■ ׳ : .1 ' ''■־־ ■י' '־'; '• : Noch ragten sie empor, die dunklen Mauern des Ghettos, und schlossen das Judenvolk alb von dev Berührung mit der!Außenwelt. Für die Juden, die da drin wojhnten/in. der engen Gasse, gab es keine andere Sorge, , als die um das liebe Brot, um dessen Spende sie tag- 1 täglich G-tt in wehmütig-ernster Weise anfilehten. Und hatte er es ihnen gegeben, so dankten sie ihm auch für den. kleinsten Teil. Seine Kinder erzog der Jude zur Religion der Väter, die für ihn alles war, sein 'Ideal, seiin Denken •und Dichten, Was da draußen verging in der Welt, die doch auch! außerhalb des Ghettos bestand, was kümmerte es ihn? Künimerte man sich um ihn? (So •hätte sicli'jcler, Jude seine eigene Welt geschaffen, [die des Ernstes, aber auch wahrlich ׳nicht des Humors!entbehrte, In dieser Welt ׳gab es .׳auch ,Stände und Kläs- [sen, Patrizier und Plebejer, sie alle aber verband ein Igenieijisameß Geschick, welches aus einem TielhuuÖei't- (jährigen Drucke,' aus einer vielhundertjälu‘ig0u Ab-!Schließung sic|1 entwickelt hatte. ־־So •wat liier eigent- [lieh der Grundsatz der Gleichheit duvehgeführt, um jwelehen die!Menschen käiupfeai in heißem Streite. , Und siehe, es kam wieder ein Frühling •und seine jSfüriue umfluteteu aiich die alten Ghettoinauern, daß jsie in ihren a|ten •Grnnclfesteii, rerbebten, Mä« hörte drin in den dunklen Häusern 1105ד-Ghettos, daß draußen {eine neue Zeit angebrochen und daß die Wölker käoipfeti!(Kerfv.lMfft'fjrfgjfB sich die gedrückten Gestulten, Freilieli sie 1konnfßh sie! nicht verstehen, diese gramdurclifurcliten Menschen, sie begriffen sie nicht, wie einst auch ihre Vorfahren nicht in Aegypten, denn ihr Geist ׳war 'beengt• und ׳gedrückt. 'Fredlie-it,׳ ־siie' '.lasen ־!zwar•'davon in ihrer Thora, sie lasen davon in iliron heiligen Gebeten •und Gesüngen, aber sie lasen davon, wie man von köstlichen Reiclitümerii liest, ■ welclie abenteuerliche Riesen und Drachen behüten.!Und doch klang es ihnen entgegen, wie aus alten, Jüngst vergessenen ׳Liedern, wie eine lioblichc Melodie, die unser Gemüt durchzieht, uncl wir Msseu nicht; wo wir sievgehört, und doch ׳klingt Sie uns so bekannt, so heimlich,־ so beglüokend, ׳Und siehe da, plötzlich 1'idvtete er sich •auf, der tiefgebeugte Jude, und mit wohlgcschärftein Auge erkannte er, daß auch ׳für ihn eine,neue Zeit, gekommen,; daß es Zeit war, den Urstaub der Knechtschaft,abzuschUttcla und mit vollen i Zügen den Frühlingslnauch der jungen Freiheit einzuatmen, ״Heute sind!wir!noch Knechte, im nächsten Jahre freie Männer44,. wie kräftig, wie vertrauensvoll stimmte er ein in die 'uralten׳ Laute. ך״־־־־— — Unser heutiges Geschlecht ist vielleicht besser bekannt mit den Freilieifskämpfeu dev alten Griechen als mit jener Begeisterung,' *welche damals die Menschen zu Brüdern einigte und 4:ftcU׳ *Y01* dem ׳Glietto nicht halt- «mellte. Besonders in :K.a־emsiär, der alten, mährischen Stadt.! ^ing es’in •jbneraMenkwürdigen Jahre 184B, ׳dgs . einer alten Zeit ein Ende «wehte, gar lebhaft zu. War doch das sonst so stille׳‘,־friedlicl1e Städtchen-dazu aus- : ersehen )vorejen,/daß •in. ijün der erste konstituierende Reichstag seine Sifzungei^: «bhälte, In dem präphtigen Schlosse des Fürsterzbiseüdfs.rdas von einem herrlichen Garten ׳umgebe«,ist, sollten im«.׳-»־־־־welche Ironie der Geschichte * 1Worte; der ־ Freiheit; Gleichheit und Brüderlichkeit gehört werden, in dem Palaste des hohen Geistlichen ■— 0 ׳, welche ״ Gegensätge schafftdoch das L4ben — sollten aneh Jnden reden, jüdische iBahbiner, Kaüfleüte und Aefrfe. iKähn es'uUs wuhderrii wenn all ‘ ■ן.■־., dies das uralte Ghetto ins Wanken' brachte? Ja, es gcschallen Zeichen und Wunder. --— Und wenn nun •die Leute nach dem Sabbat- Naohmittags-'Grttesdienstc im ״Bündel oder Krätzel“, dieser •primiitven Art des Ghetto-Kluibs, znsammensianden, redeten sie nicht allein von der Gemeindepolitik, .sprachen sie nicht allein ihre ■Kritik aus über den neuen Rosch-Ilakohol, der dem einen oder andern nicht so ganz gefallen mochte, auch der Baal-Tefillah absorhievte nicht ganz ihr Interesse und seine Triller, waren nun nicht allein ihr Ge&pvüclistofif, sondern man höre lind staune, die Sklaven des Ghettos pol 1i׳t i s,i er t e n. Und alle die neugierigen Mienen, die immer •Unerhörtes zu erlauschen hofften, wurden ■ernst, dachten sie an die ungewisse Zukunft, die sich für sie und ganz Israel gleichsam unter ,ihren Augen vorbereitete .־־. . So ׳kam auch Reb Ahron an einem •Salbbat-iNachjnittage, es war im Spätherbst, aus der Synagoge, nach Hause. Es war wieder einmal stark •politisiert worden. Unser Reb Ahron neigte ganz entschieden der pessimistiselien. Richtung unter den .Ghettopolitikern, zu. ״Was ׳wird bei dem ganzen Reichstag, der sic|1 hier versammelt hat, Gutes herauskommen?44 also wandte sich der, erregte Reb Ahron an •sein We|b Mälkah, die gerade iuv Begriffe ,war, den aufgewärmten, unvermeidlichen Milcliikaftee ׳in Gefäße von pgtriarohalischen Dimensiohen zu leeren und die ״milchige ßar« ches“, aus welcher die Rosinen so traulich!hervorlugten, zu zerschneiden, ״was wird heräusschaiien bei alle« diesen, neuinadischeh Dingen? Nichts :Gutes, sage loh Pfr, Malkah. Der Kaiser nebbich, der Gütige ligt müssen «■ach Olmütz reisen, die Leut‘ vergessen an Gott üüd die •Obrigkeit, zahlen werden •wir müssen Steuern urtd Abgaben, jedor wirdjseiii wollen Herr und ־Befehlt* Iwber. dot Sehuster wird, nieht bei seiner^. Leisten bleibe« hnd der Boohür wird den Talmud lassen und

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