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Jüdische Presse · 1932-09-09 · 36 (9.9.1932) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
36 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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mmmmm Seite 8 itnimcHe presse tmsm ■N&M,:, rtiiiifi T1-11tf־i1Tn-J111T1ia1ill hei Her Zehträlkonferenz Her amerikanischen Rabbiner gemeinsam mit dem Ansseh ui? des Amerikanischen Kirchenhundes und der Abteilung für Soziale Arbeit der Katholischen Wohlfahrts-Konferenz eine Erklärt!ng zur Frage der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten abgegeben, fn dieser ErklÜrnnig heißt es unter anderem, daß mit Befriedigung von den Bestrebungen Kenntnis genommen wird, den Arbeitstag oder die Arbeitswoche Ohne Lohnherabsetzung zu kürzen, um so das Problem der technologischen Arbeitslosigkeit wenigstens teilweise zu lösen. |®| NACHRICHTEN m Talmud-Thorn-Volks- und Hauptschule für Knaben und Mädchen. Wien, II., Malzgasse fr». Der Schulbeginn findet am 16. September d. J., 9 Uhr vormittags statt. Die Einschreibungen finden von Montag, den 12. d. AL, angefangen. täglich von 8 bis 12 Uhr vormittags statt. Neujahrswünsche in der ״Jüdischen Presse“. Die billigste und einfachste Art. allen Freunden,. Bekannten, Kunden usw. zum Jahreswechsel וחתימה טיבה rDTD seitwünschen, ist die Einschaltung• eines Neujahrswunsches in der ״Jüdischen Presse“. Sic kostet nur S 5.— und man braucht nicht befürchten, daß man den einen oder den anderen vergessen hat. — Auf Wunsch werden bis zu . zehn Zeitungscxemplare an angegebene Adressen kostenlos versendet. Weitere Exemplare zum Selbstkostenpreis. Druckfehlerhcrichtigung. ln dem hebräischen Text der in der vorigen Nummer zum Abdruck gebrachten .,letzten Verwarnung“ des Oberrabbiners Jakob Meir in Jerusalem an den Sekretär Herrn Samuel Aron . Weber sind bedauerlicherweise einige sinnentstellende Druckfehler .hineingeraten, die wir im. folgenden , richtigstellen: Zeile 4 von oben: einmal ׳/מכחביםn streichen, Zeile 5 von oben: nach dem Worte וחתמת ist שמך בשם הרבנים ובתיאר מזביר ראשי למשרד הרבנית וח,“. מת einzufügen. Zeile 11 von oben: statt מוכרכים nichtig מוברחים, Zeile 13 von oben: statt ישפוט richtig ישפות. Scliulnaehriehten. ,Die Wiener ‘Betih-Jnkob-Schaile. eingegliedert in das große. Beth-jucobiMädchen-Schulwerk, an dessen ■Spitze die führenden rabbinischen Autoritäten stehen, hat für das kommende Schuljahr bewährte Lehrkräfte eingestellt und alle Vorsorge getroffen, daß der Unterrieht in einem Erfolg־ gewährleistenden und von jedem aufrechten Jehudi gewünschten Sinn erfolgt. Vielverbeißcnd und Givoßes versprechend!beginnt der Unterricht an dei/ Wiener Beth-Jakob-iMädchenisch ule i e n. s t a g, d e n 11 3. ׳S e p t em b e r I 9 3 2; Einschreibungen: Sonntag, den II. d., von 19 bis 12 und 2!bis 5 iU.hr und Montag, den 12., •zwischen 3 und1 7 Ulrr nachmittags im Schul lokale. Unterrichtszeit für schulpflichtige Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren Montug־ bis Donnerstag nachmittags. Schabbos-Nachmittag: ■Gesellige Zusammenkünfte der Schülerinnen aller Klassen (aktuelle Erzählungen nach der ■Sidra, Schabbosgesprüche, Unterhaltung, Obst usw. usw.). Fortbildungsikurs für erwachsene;Mädchen jeden Abend (jüdische Geschichte, iDilkdirk, Di.ni.1n, Vorträge, Diisikussioncu, Arbeitsgemeinschaften, Herausgabe eines eigenen Nachrichtenblattes usw., usw.). Jüdische Eltern! Schickt eure Kinder in die Wiener «Beth-Jakob-Schule. Daf Hajaumi in der Agudas Jisroel. Der Daf-Hajaumi-Schiur dm Lokal der Agudas- Jisroel-Ortsgruppe, Wien, TL, Leopoklsgassc .16, findet täglich ■um 8 Uhr abends statt. Mas *Vergangenheit und Qegenwart. Ein Pfarrer als Märtyrer für den jüdischen Glauben Wir ■berichteten ־kürzlich über den Heldentod eines Pfarrers, der sich anstelle eines jüdischen Geisels zu opfern bereit war. Ein!interessantes Gegenstück dazu!bildet die Geschichte eines Pfarrers, der vor 300 Jahren für den jüdischen Glauben tatsächlich den Märtyrertod erlitt.!Dieser Pfarrer hieß Nicolas Antoine und lebte!im 17. Jahrhundert in Genf. ,Seine Eltern waren fromme!Katholiken lind wünschten sehnliclist, ihren Sohn als katholischen Priester zu schon. Er besuchte die jesuitischen!Schulen in ׳Pont-ü-iMousson, Trier und Köln. Allein der Einfluß des Predigers Paul Eerry veranlaßte!ihn, zum Protestantismus über zutrete 11. Die Folge davon war, daß sich seine Eltern von iHm lossagten und ihm jede Unterstützung entzogen. Nur dank dem Beistand seines Bekehrers konnte er seine Studien fortsetzen. Seine Lehrer in der kal vinist-hen geistlichen Akademie in Sedan setzten in ihn große lloffmigen und glaubten in!ihm einen Apostel des Protestantismus in Frankreich ge- ,Funden zu haben. Sein kritischer Geist machte jedoch vor den neuen Lehren nicht halt, und schließlich gelangte cimou sich aas zu der ׳Ueberzeugung, daß einzig!das Alte Testament , göttliche Offenbarung darstellt mul als einzige Grmullage/ für relisiiiise Glaubenssätze und Lebensformen zu gelten ■habe. Gemeinsam mit einem Freund vertiefte er sich immer mehr in das jüdische Schrifttum und eignete sich weitgehende Kenntnisse der hebräischen Sprache an. ln der Folge wurde in ihm der Drang immer mächtiger, seine Erkenntnisse in die Tat mnzusetzen und Jude zu werden. Allein die Rabbiner von .Metz, an die er sich mit seinem Anliegen wandte, rieten ihm dringlichst ah. So blieb Ihm vorläufig nichts übrig, als.׳ohne Jude zu sein, die Vorschriften der Thora sorgfältig zu üben. Lange konnte er aber diesen inneren Druck nicht ausbalteu. Er unterwarf sich den Strapazen der Wanderung durch die Alpen und gelangte nach einigen Wochen mühseligen Pilgcrns nach Venedig, wo er bei den berühmten jiidischon Gelehrten, wie L6011 de Modena und anderen, Rettuug aus seiner Screleuqual suchte. Mau empfing ihn hier zwar sehr wohlwollend, machte ihm aber bald die uuubwendbaren Folgen seines Uebertrittes zum judennim klar. Schweren Herzens verließ er die Stadt seiner Hoffj!ungeu und versuchte, in anderen jüdischen Gemeinden Italiens Verständnis für seine Sehnsucht zu' erwecken. Vergeblich. Er kam daun nach Genf zurück und nahm die Stelle eines!Erziehers im Hause des Pfarrers Diodati an. Nicht lange darauf wurde er als Pfarrer nach Pivcmie י Je980tl*Hati10ra. Die Einschreibungen in den Kindergarten und in die Religionssehule für Knaben und Mädchen sowie in den einjährigen jeschiwo*V0rbereitungs- und Handelskurs des, ״ jesod-Hathora“-Schulvereins der Adass Jisroel finden Mittwoch, den 13., und Donnerstag, den 14. Ein! (14. und!5. September), Sonntag, cl'fen 1"., und Montag, den 18. Elul (18. und 19. September), 11 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 3 Uhr nachmittags, in׳ der Schulkanzlei, IL, Nestrov-Gasse 11, statt. Unterrichts-, beginn: Montag, J8. Elul, 9 Uhr vormittags. Die Schulleitung. Achtzigster Geburtstag. Der Begründer und langjährige Kultusbeamte des •Bethausvereines Marpe- Lancfesch. Wien, IL, Herr Hermann Dukesz, der gegenwärtig die Agenden des Tempel Verwalters im \ ersorgungshaus ■dev Israelitischen Kultusgemeimle versieht, feiert dieser Tage seinen 80. Geburtstag, aus welchem Anlaß Samstag, den 10. September, auf Veranhkssung des Oberverwalters Herrn Popper im Tempel, des Versorgungshauses, IX., Seegasse 6. eine schlichte Feier stuttfinden wird. Wanderheim der Agudas Jisroel. . Die ,Leitung des Wander,heims der Agudas Jisroel, des einzigen Jüdischen!Heimes in Wien, hat über Anregung des Herrn Hersel! Feuer beschlossen, in die Hausordnung eine Bestimmung ouf/.unehmen״ wonach jeder Insasse des Heimes verpflichtet ist, das tägliche iVlorgengobet im Heime zu verrichten. Der verdienstvolle Herr Hersch Feuer hat einige Paar Tefillin zur Verfügung gestellt und bemüht sieh, die Einrichtungen für die Verabreichung eines Frühstiiekes an die Heiiniiisassen zu treffen. Verband der Sabbatfreunde ״Schomre-Schabbos“, Wien, TL, Leopoldsgassc 16 Telephon ,A-48-4-15 Eis •wird verlautbart: I. S c 11 11 I d j s p e 11 s a n j ii d isch e 11 F eiert a g 0 11. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß jiidisehe Schulkinder den!Anspruch erheben können, an den jüdischen Feiertagen (RoscIhI laschono den I., jnum-Kippur den .10., Sukkoth den 15., 16., 22. und Hartnäckige Verstopfung, Dickclarmkatarrh, Blähungsbeschwerden, Magenverstimmungen, allgemeines Krankheitsgefühl werden sehr oft durch den Gebrauch des natürlichen ״Franz-Josef“-Bittenvassers :— morgens und abends je ein kleines Glas — beseitigt. Aerztliche Fachgrößen legen davon Zeugnis ab, daß das Franz- Josef-Wasser selbst bei Reizbarkeit des Darmes schmerzlos wirkt. Das ״Franz-Josef“-Bitterwasser ist' in Apotheken, Drogerien und Mineralwasscrhandlungen erhältlich. sind seit 1870 die betten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 10 ibel Maflähilferstf. 148 Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 23. Oktober) vom S c h 111 b e s 11 eh befreit zu werden. 2. A 11,!s z a 11 111!1 g <1 e r A r :b e i t .< 1 o s e n - U n t e rvS t ii t z 11 11 g. Jene strenggläubigen jüdischen Arbeitslosen, deren Kontroll- oder Auszahlungstag auf einen Sabbat oder jüdischen Feiertag!fällt, werden eingcbulen, in unserem Sekretariat um Ausstellung einer Besehendgnng anziKsuchen, auf Grund welcher die!Arbeitslosenämter den Kontroll- bzw. Auszahlungstag auf einen Wochentag verlegen. 3. Unsere kostenlose Stelle n vor m i 111 u 11 g. Trotz der Wirtschaftskrise und Arbcitsmangct luit unsere Stellenvermittlung ■auch in den letzten Monaten schöne!Erfolge auFzuwciacn. Wir appellieren hiemit <111 die jüdischen Kaufleute,!Handwerker und Gewerbetreibenden, die ,Angestellte beschäftigen, sich unserer kostenlosen Vermittlung zu bedienen. Wir vormitteln Angestellte und!Arbeiter jeder Kategorie, die tüchtig und verläßlich sind mul gewiß allen Anforderiingen entsprechen. 4. Kost e 11 1 o s e!R echt s b e r a 111 n g. Unsere!Mitglieder erhalten bei ,Herrn Rechtsanwalt Dr.!Arthur .Funk, Wien. T., Gonzagagasse 12 (Montag bis Donnerstag von 3 bis 6 Uhr nachm.) gegen Vorweisung der Legitimation kostenlos Rechtsaikskünfte jeder ■Art. Legitimationen sind in unserem Sekretariat zu belieben. 5. K o n s u m r ■a ׳!> a 11 ׳״S chomr a“. Die vom ״Schornre Schabbos“ vor einem halben Jahr ins Leben' gerufene Rabattaktion ,.Schomra“ hat in der kurzen Zeit ihres .Bestandes erfreulichen Zusprueh gefunden. Speziell die stets auf den eigenen Vorteil!bedachten Kunden haben den Nutzen, den ״Schomra“ ihnen bietet, sofort erfaßt und auch ■danach gehandelt. Der Rabattaktion ySehomra“ ist eine Anzahl Firmen aller Branchen — darunter eingeführte bekannte Großlniuscr — amgesell lassen, die de,11 ,.Scliamre - Kunden einen 5prozcntigen!Rabatt von jedem Einkaut in der Form gewähre״, daß sie für jeden Schilling eine Marke in das ״Schornra“-iBüehlcin ein,kleben. Das voll- ־״eklebte!Büchlein (100!Marken) ׳wird sodann vom ״Schomre Schabbos“ ,mit f׳ü nf Schi Hing ׳bzw. das IE N LEBENS GES y ö M I X VERS ICH E RUN GS- E LLS CHAFT berufen, wo seine Wirksamkeit und zugleich sein Leidensweg ׳begann, Im Hause nach den Vorschriften und im Sinne ■des Judentums lebend, konte er es nicht Tiber sieh bringen, in den Predigten den Namen des Stifters dev christlichen Religion auszusprechen, und oft ließ er sieh zur Verherrlichung der Lehren des Alten Testaments hinreißen. Dies׳ konnte nicht ׳unbemerkt!bleiben, ׳und es dauerte nicht lange, bis er als Ketzer einer strengen Ghui'benspriifung unterzogen wurde. Als Antwort auf alle!Fragen und Einwendungen hörte er nicht auf, Psalmen zu siiigen. Man hielt ihn nun für geistesgestört. Plötzlich faßte er den gefährlichen Entschluß, sich frei zur Lehre des Judentums zu!bekennen. Dies verstärkte noch mehr die Ueberzeugung seiner Prüfer von seinem anormalen Seelenzustand. Man brachte ihn zur Beobachtung in ein Asyl. Hier verfaßte er eine eigene Auslegung der dreizehn Glaubenssätze des Maimonides, in der er insbesondere gegen die Lehre von der ,Dreifaltigkeit Stellung׳ nahm. Die Vermutung einer Geistesstörung war angtsichts dieser mit großer Klarheit und Schärfe verfaßten Abhandlung unhaltbar. So wurde er dem Ketzergericht zugeführt.! ־ Am 1l!1. April 1652 begann die Verhandlung. Antoine weigerte sich, sieh zu verteidigen oder etwas zu widerrufen.!Der kalvimistische Klerus scheute keine Anstrengütigen, uni ihn zum Abschwörcn seiner Grundsätze zu veranlassen. Er schenkte allen Darlegungen nicht das ■geringste Gehör. Im Gegenteil. In Anwesenheit von fünfzehn Pfarrern und Theologen erklärte er ruhig, sein einziger Wunsch wäre, für den Glauben Israels sterben zu dürfen. Einige einflußreiche Kalvinisten versuchten den Prozeß zu verschleimen, um Zeit für neue!Bekehrungsversuche zu gewinnen. Allein ihre Bestrebungen wurden durch die Mehrheit durchkreuzt, und am 20. April wurde das Urteil gegen Antoine gefällt. Für ketzerische Lehren und Umtriebe wurde ihm die dopoelte Todesstrafe durch Erdrosselung und Verbrennung zuerkannt. Eine große Prozession begleitete den Verurteilten zum Platz Plninpalais, der jetzt im Zentrum von Genf liegt. Auf dem Wege hörten die Seelenrettoy nicht aut, ihn zur Besinnung zu bringen. Er blieb ■unbeugsam. Am Richtplatz wurde er nochmals feierlich aufgefordert, von seinen Irrlehren zu lassen. Daraufhin schwang er beseeligt seinen LJut und rief laut: ,Laßt mich sterben für die Merrlickeit des Gottes ׳Israels.“ Diesen!Aufforderungen schloß sich das Gebrüll des Pöbels an, der sieh an dem grausamen Schauspiel weiden wollte. Schließlich wurde Befehl gegeben, der peinlichen Quälerei ein Ende zu machen. Der Strang wurde um seinen Hals gelegt . , . Mit reinem Gewissen hauchte *dieser Märtyrer, kaum dreißig Jahre alt, seine Seele aus. Gleich darauf zog der Henker die warme Leiche zum Scheiterhaufen, wo sie den lodernden Flammen übergeben wurde. Dies geschah im Jahre 5592 (1632), Ein glücklicher Mensch Von Martin Griinfeld. Wie ein warmer Sonnenstrahl traf Reh Jossef Inciig ׳die Nachricht, mittels welcher der!Besuch zweier Söhne seines ältesten Bruders angekütidigt wurde. Ach, wie lange 'hatte er sich schon gesehnt, jemanden von der Familie dieses Bruders als Gast 1begrüßen zu können. Dieser wohnte nämlich in׳ der großen ■Stadt, wo die berühmten Lehrer Israels jüdischen Geist und jüdische Weisheit verbreiteten. Wie gern hätte er sich wieder einmal in den Mauern dieser Stadt aufgehalten. Doch seine bescheidenen Mittel erlaubten ihm eine solche Reise nicht. ■Und auch sonst konnte er sich nur schwer von seiner Beschäftigung freimachen. Nun geschah es so plötzlich, daß der reiche Bruder sich seiner erinnerte und gleich beide Kinder Tierschickte. 1' lieb jossef war ganz aufgeregt. Den ganzen Tag lief er um her, traf Anordnungen, uni seine Gäste wirklieh würdevoll zu empfangen, liulig machte sieh schon Vorstellungen, was für Kostproben talnnidiischeii Scharfsinnes er da vorgelegt erhalten werde. Denn zweifellos, so dachte er, hatten sich seine Neffen zu würdigen Trägern der jüdischen Lehre entwickelt. ׳ Nun kam der Tag heran. Reh Jossef liulig ging in seiner Wohnung' erwartungsvoll einher. Liebkosend fuhren seine ■Blicke über die alten Tulmudwerke, die er da auf einem von ihm selbst verfertigten Bücherregal fein säuberlich nebeneinandergereiht hatte. jetzt schaute er •ungeduldig auf die Uhr. Diese zeigte die herannahende Mittagsstunde. Also der Zug, mit dem seine Neffen ׳kommen sollten, war schon angelangt. Nun mußten sie jeden Augenblick eiutreten. Und tatsüchlieh pochte es an die Tür. Mit einem Satz war er bei derselben und öffnete. ' Geradezu feindselig maß Tndig die zwei elegant gekleideten jungen Herren, die du vor ihm standen. Ehen jetzt mußten diese Leute kommen, wo er sein.־ Gäste erwartete.!Dieselben konnten doch gleich bei ihrer Ankunft den Eindruck gewinnen, er verkehre mit Menschen diesen Schlages, 1 Doch wie groß war seine• Ueberraschung, als er aus dem Munde des einen die Worte vernahm: ״Lieber Onkel, erkennst du uns denn nicht mehr?“ lieb jossef vermochte sich kaum zu fassen. Da1* sollten seine Neffen sein? Mit einem Male sah er alle schönen Vorpläne in nichts zerfließen. Ganz mechanisch begrüßte er die beiden und hieß sie in seinem Hause willkommen.! ja, Reh Jossef konnte es einfach nicht begreifen, daß in jener berühmten Stadk jüdische Menschen auch anders geartet sein konnten, als es ihm die Phantasie

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