Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 36 (9.9.1932)
- Date
- 1932-09-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^ovlöovö vtfplatnfi povoleftö fiadit pxAl ■ % Brätislave 2is. iMMUM. riöft *»1 ״cituflffÄft vom Ve?1eger versendet Journal iipldti par redltea». V. b b* OHttÄÜ rtM MC liTERUSEN DEC; ORTHODOXEN JUDENTUMS. JWOISBH Redaktion u. Administration: Wien, It, Große Pfarrgasse 3/3. — Tel׳. A*45*3*81. Tschechow Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —• Redäktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zatiiuapen auf Konto ,jtldiSCUe Presse*, Wien für Oest er reich! PostsparkasienkontoNr. D-93614; Deutschland« Post• sCheekkodtö Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. •40217; Polen 1 Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn i Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post* scheekk. Zürich VIII. 4117; für־die Tschechoslowakei! ״JÜ» disehe Presse“, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr. 53186 Nr. 36 Wien-Bratislava, 9. September 1932 •רי, וינא־פרעסבורנ ח״ אלול תרצ׳ב 18.Jahrg. Im Elul. \\Tir haben in der Vorwoche an leitender Stelle konstatiert, •daß jüdischer Doktrinarismus, der sehr oft nichts zu lernen und auch nichts zu vergessen weiß, an dem ׳Schlagwort von der. Demokratie festlialten will, ohne zu bemerken, daß inzwischen die Umwelt an ihren demokratischen Idealen bereits gründliche Korrekturen vorzunehmen genötigt war. Auch in dieser Hinsicht verdient Jisroel nur zu sehr auch heute noch das schon von Jesaia verliehene Epitheton שבלה ולא מיין. da es trunken ist, aber nicht von Wein, sondern von •unausgegorenen Idealen der'Umwelt, die «eine Führer nicht in' die riehtige Relation zur unwandelbaren Thora-Idee des Judentums zu ibriaigen!wissen׳. Nun scheinen auch auf der in der Vorwoche in Wien 'stattgefundenen Weltkonferenz der Revisionisten ähnliche Gedankengänge Platz gegriffen zu haben lind einer der Wortführer dieser Rewegung, die sich früher gerne als die Retterin des demokratischen Prinzips im Zionismus gebärdete, verkündete, daß ״überall die Demokratie Niederlagen, ja Bankrott erlitten“ habe und ...,,das Jahr,hundert der Jugend und der!Diktatur“ gehöre ... ° t 4. Dieser völligen Abkehr von der' Demokratie setzt aber ein Bericht der ״Neuen Welt“ über den Besuch der Revisionisten am Grabe ״des Führers“ die Krone auf. Da wird geschildert, wie ,,Herzls Schüler, vor dreißig JatmrrrVänatisch'e Enthusiasten'.“, neben sich eine neue Jugend aufzichen, junge Juden mit dem gleichen fanatischen Enthusiasmus, muskelstark, wehrsportlich gestählt, eisern diszipliniert, bereit, zu marschieren“. Und an diesem Phrasengekiingel, bei dem mau glaubt, daß einem unversehens eine Nummer!des ״Kampf 1־ulf“ in die Hände geraten ist, merkt , endlich auch der Uueingeweihteste,' woher plötzlich dieser so undemokratische, diktatur- ■und kampfbereite Geist komn\t. Es ist nur das entgegengesetzte •Extrem der ״Trunkenheit, die nicht vom Wein herrührt“, jenes altjüdischen Lasters der blinden Nacbuhnuingssucht, die nicht wahrhaben will, daß a u c 11 die politische n F o r m e n der Umwelt auf das Judentum nicht anwendbar sind. Dem Geiste des wahren Judentums entspricht weder Demokratie noch Diktatur, sondern beide, korrigiert durch die Aristokratie, die!Herrschaft dc!r im Dienste G-ttcs berufenen Besten, und Edelsten. Und dieses System, das in allen anderen Anlehnung findet, dabei aber hoch über ihnen steht, könnte man am besten eine Theokratie neunen, wenn nicht auch diese Bezeichnung viel Unzutreffendes in sich schlöße. Es ist das Herrschaftssystem des מלך, des!Königs, der in den Piutim des Rosch Haschana verherrlicht wird, und darum müssen im El ul, im Monat der Vorbereitung zu diesem ״Tage des Königs“ die jüdisehen Extremisten von rechts (die Faschisten) und von links (die unentwegten Demokraten) daran erinnert werden, . wessen das Reich ist. An die jüdische Weltkonferenz in Genf und ■die revisionistische Konferenz in Wien reihen sich unmittelbar der Kongreß der Kriegsopfer und der Weltfriedenskongreß in Wien. Sie sind, wenn wir es aus uns selbst heraus hoch nicht wissen sollten, neben allem anderen die beste Wiederlegungi ihrer Vorgänger und im höheren Sinn — ohne sich jüdisch zu nennen oder au das Judentum mir zu denken — jüdischer als .,jene jüdischen Konferenzen. Weil es jüdischer — und damit auch absolut religiös-ethischer — Einstell 11n!g am wenig-־ ־!teil entspricht, Recht und Gerechtigkeit, und sei es auch nur in gedankenloser Nachahmung herrschender Unsitten, von ׳der Gewalt zu erhoffet!. Gewalt kann nie Recht und Frieden herstellen, sondern muß immer I wieder Gewalttat und Unrecht zeugen: ויעשו כל□ אגידה אחת betet Jisroel am Rosch .Hin sehn na: ja, mögen sie nun endlich einen Bund schließen, einen Bund unter Jisroels! Einschluß und in Uebereiustimmung mit Jisroels Geist לעשות רצונך בלבב שלם Gottes Willen mit ganzem Herzen zu erfüllen. E. J. Segal. ׳ Der Nachfolger von Rabbi Sonnenfeld זצ״ל. Zum Rabbiner der unabhängigen orthodoxen jiidischen Gemeinde Jerusulonnis wurde, wie soeben tele- ,graphisch berichtet wird — als Nachfolger des vor einigen Monaten verstorbenen geistigen Führers dieser Gemeinde. Rabbi ■Sonftenfeld י— זצ״ל Rabbi Duschin'ski au« der Slowakei ernannt. Die Idee jder fünftägigen Arbeite« modle marschiert♦ Vom Weltverband Schomre ■Schabbos geht der ITA. die nachstehende Erklärung zu: Durch die Resolution der Internationalen Arbeitskonferenz vom April d. J. sowie durch die!späteren Re- Solutionen maßgebender nationaler Körperschaften, in deren Beschlüssen sich die Stimmen der Arbeitgeber mit denen der Arbeitnehmer vereinigten (erwähnt!seien der Beschluß des Italienischen Landesrates der Korporationen vom Juni und ganzjbesonders ■das in den letzten Tagen noch. .'■gesteigerte Eintreten der amerikani- 'sdhen 4■'Oieffentlichkeit imtöir ׳FHthi^iiig des Präsidenten HoöV'er für eine einschneidende■' Arbeitszeitkürzung)״ ist die Frage der allgemeinen Einführung der fünftägigen Arbeitswoche in ein neue« und akutes ,Stadium getreten. Die 5-Tage-Woche ist heute nicht bloß Forderung der Arbeiterschaft, sondern allgemeines.: vqii weitesten Kreisen-,der Bevölkerung getragenes Postulat, und c« ist damit zu rechnen, (laß unter dem invmer stärker werdenden ,Druck der öffentlichen Meinung wenigstens ein Teil der bei den verschiedenen europäischen ■und amerikanischen Parlamenten vorliegenden Gesetzesentwürfe, die die obligatorische Durchführung der 5-Tnge-Woche bezwecken, in der einen oder anderen Form zur Annahme kommen wird. Doch schon heute spielt die 5-Tuge-Wochc in einer ganzen Reihe von Tn* dustrien eine nicht unwesentliche ,Rolle, da eind wachsende Zahl von Unternehmungen, ohne den gesetzliehen Zwang abzuwarten, in Erkenntnis der!gegebenen sozialen Notwendigkeiten von sich aus den Uebergaug zur kürzeren Arbeitswoche vollzieht. Da« gilt nicht nur für Amerika, sondern auch für maßgebende europäische Länder, wie kürzlich im Bericht de!s ersten Inspektors der Fabriken u׳nd Werkstätten Großbritanniens festgestellt wurde. Für die sab bat ht reue Judenheit ist dadurch eine neue Situation geschaffen. Konnte noch auf dem Sabbath-Weltkongreß vor nunmehr zwei Jahren die Frage gestellt werden, ob das traditionelle Judentum yn allgemeinen und •der Weltverbaud Schomre Schabbos im besonderen in dem damals gerade anhebenden Streit um die fünftägige Arbeitswoche Partei ergreifen solle, so wird heute wohl keine Stimme mehr sich erheben können, die die gebieterische!Notwendigkeit nicht anerkennt, daß der Verband sich mit dieser vollends zum Weltproblem gewordenen Frage nicht nur befaßt, sondern es geradezu als vornehmste Aufgabe betrachtet, mit ganzer Kraft dahin zu wirken, daß die^ durch eleu Zwang der wirtschaftlichen Verhältnisse forcierte Ent- Wicklung nun auch im Interesse des Sabbath und seiner Beobachter fruchtbar gemacht werde. Für die religiöse Judenheit stellt jedoch nicht die Frage an erster Stelle, welchen politischen Einfluß sie auf die allgemeine ,Bewegung־ der 5-Tage-Woche nehmen «oll; vielmehr ist das erste Problem, welche Kon- Sequenzen sie für sich selbst, und zwar zunächst unabhängig־ von .irgendwdlcheu gesetzgeberischen Ak- Honen, aijg der gegenwärtigen Konstellation der Arbeits- Verhältnisse ziehen soll. Diese Frage bezieht sich vor allem auf die jüdischen Fabriken, deren es zumal in Polen eine stattliche Anzahl gibt, und geht insbesondere jene Fabrikanten an, die sich in den letzten Jahren eines ״lleters“ bedient haben, um die ■Produktion am Sabbath ׳aufrechterhallten zu können, zum Schaden der jiidischen Arbeiterschuft, deren Beschäftigeugismüglichkeit so auf da« empfindlichste beschnitten wurde. Es ׳muß erwartet werden, daß der allergrößte Teil jener Unternehmer in Zukunft seine Betriebe a,m Sabbath vollkommen st-iliegt. Tn einer Zeit, wo kaum noch ein Unternehmer seinen Betrieb fünf Tage voll ansnutzen kann und andererseits jeder Arbeiter glücklieh ist, wenn er fünf Tage in der Woche arbeiten kann, erleidet der Fabrikant in der weitaus größten Zahl der Fälle auch nicht den geringsten Schaden, wenn er seine Betriebsstätte am Sabbath schließt.' Der Uebergaug zur fünftägigen Arbeitswoche ist daher für! den jüdischen Fabrikanten eine religiöse, und soziale Notwendigkeit ganz besonderer Art, und er hat am allerwenigsten Veranlassung zu warten, bis er von Staats wegen gezwangen wird, die Arbeitszeiten den gegenwärtigen Bediirfn.issen anzupaswen. Was also eine große Zahl nichtjüdischer Unternehmer aus freien Stücken tut, nämlich, daß sie im Interesse einer Streckung der vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten auf den Sonnabend als Arbeitstag verzichtet, da« ■hat der jüdische Fabrikant doppelt Grund in seinen Betrieben zu befolgen. D.ie konsequente .Durchführung der 5-Tage-Woche in den!Fabriken jüdischer'Inhaber־ mit.der Wiederein- ■Setzung de« Subbnths in seine Rechte, wird auch für die allgemeine Bewegung einen wesentlichen Fortschritt bedeuten und beispielgebend wirken. »V Religiöse Stimmen für clie 5-Tage-Woclie in Amerika. Wie die ״Internationale Rundschau der Arbeit“ berichtet, hat der Ausschuß für Soziale Gerechtigkeit Aenderung in der Leitung der ״Jüdischen Presse“. Anderweitige Innnspruehiinhime nötigt unseren Herausgeber und Chefredakteur, Heirrn Dr. Joel ־P011.uk, von dien• Leitung der ״Jüdischen Presse“ zurückzutreten. Pie Unterhandlungen zur Gewinnung neuer Kräfte für die Zeitung stehen vor dem Abschluß, so daß schon die!Roseh-Haschono-Nuinnier unter der neuen Leitung erscheinen wird. Soviel kann heute schon mitgeteilt werden, daß die Zeitung auch in Zukunft ihrem bisherigen Programm treu bleiben wird und daß Herausgeber und Redaktion eine Reihe von Maßnahmen treffen werden, um die ״Jüdische Presse“ innerlich und äußerlieh den Anforderungen entsprechend! auszugestnlten und nuszubauen. «3^ SENSATIONELLES OKKASIONSANGEBOT! Die weltbekannnte Perüeken-Kunstwerkstätte HTLIMAD CfUIEC Wien I, Kärntnerring %# ■ 19W% ü.nl׳rr (gegenüber Hotel Brlitol) Tel. U-47 16־ו räumt ihr reichassortiertes Lager an Perücken» Transformationen etc. su ZEIT- GEHÄSS REDUZIERTEN PREISEN! Benützet raschest diese günstige Gelegenheit! Nur kurze ZeitI Solange der Vorrat reicht! «3 81