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Jüdische Presse · 1932-09-09 · 36 (9.9.1932) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
36 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. % lUIJISGHfc PRKSSf■ Seife 3 , Stüfilycrstopfurig. Spezialärzte für |Vetdaüungs- Krankheiten erklären, daß das ]natürliche *Frans:-jö§eT*L Bitterwasser als ein sehr zweckdienliches Hausmittel warm zu empfehlen sei. ha 11)vol 1 gok 1 el1 te mit zweieinhalb Schilling oingelöst. Kauft mit ״Schamra“! 6. Verlos u n g v o n ״S c liomr a“־B ii c 111 e i n. Unter (len bis 14. Oktober (Erew Sukkoth) zur Lin lös 11 ng gelangenden ״Schomra“-iBüchlein werden 2 Preise zu 15.— Schilling 11: der VVoclie nach Sukkoth öffentlich verlost. Halbrollgeklebte Büchlein, die mit dem entsprechenden halben Betrag (S 2.50) eingelöst wurden, nehmen an der Verlosung ebenfalls teil, erhalten jedoch im Gewinstfalle nur den halben Preis (S 7.50) ausbezahlt. Frankfurt a. M, .A|n Freitag ,wurde unter grolle!־ Beteiligung;Frau Jda Ru bi n;stein. die Witwe des vor 28 Jahren heimgegangenen hervorragenden Thoragelehrten unserer Stadt. Rabbi :Elias R n b i 11 s t e i n. im ,Alter von 90 Jahren zu Grabe getragen. Eine Patriarchin von all- ■seifiger Verehrung und Beliebtheit., war Frau Rubinstein eine Verkörperung des Bibelsatzes עטרת תפארת שיבה *דרך צדהה .■Fine herrliche Krone Ist das Greisen- »alter, auf dem ■Wege der frommen Tat wird sie gefanden.“!Auf dem Wege der Frömmigkeit, der Güte und Liebe und all jener Tilgenden׳ und ׳Eigenschaften, ■die das hebräische Wort צדקה in sich einschließt, fand sie die Silberkrone des Greisennlters und trug sie mit jener ,stillen Würde, wie wir sie stets bei großen jiidi- »sehen Frauen bewundern. Ein ganzes Kapitel Frankfurter Geschichte der letzteren Zeit rollt sich Aror unserem Auge ab, wenn wir von!Rabbi Elias Rubinstein sprechen. ,111 den Sechzigerjahren kam er. aus einem Milien lind einer Familie in Wilna entstammend, die auf den Wilnaer Gaon als ihren Ahn zurücksah. hierher. fast als erster der östlichen Thoragelehrten, ein Thorapionier,..der ■aus dem reichen!Born seines Wissens »spendete. Dabei eine .עניה bewahrte, die den wahren Adel des Herzens’und der Abstammung verriet. In einer Zeit, da es hier noch!kein einziges östliches Beshamidrasch gab, keine Sammelstelle!für die aus dem Osten einströmende Thora, fanden alle!fremden תלמידי חכמים im!Hause von Rabbi Elias Rubinstein Heim und Halt, ein wahres ׳כיח 1עד לחכמים• Frau fda Rubinstein, selber aus altem rabbinischem Hause entstammend, trat nicht in ■die ©Öffentlichkeit. Es!fiel auf »sie ein!Abglanz von der Bedeutung ihres gelehrten Mannes. Aber!Eingeweihte wissen. - welch hervorragenden Anteil diese Frau am Thora- und נמ״ח-Leben des Mahn es hatte, wie sie es war. die das Maus zu einem solchen der abrahamitischeu Gastfreundschaft, ,machte, wie »sie . den vom Manne überkommenen Geist der Frömmigkeit und der Wohltätigkeit in ihrem 28jühri׳ge11 Witwendasein weiter pflegte und hütete und so dein .Hause Rubinstein den alten Adel erhielt. An der Bahre sprach am. Freitag Herr Jacob Rosen heim Worte des lieben Gedenkens, und im Tlau.se hielt am!Mittwoch zum Abschluß des Liwjat Glien-Lernen« Herr S. S c h a c h n ow i t z ein ־)DDH m •dem—״et־ -einen kurzen Abriß—aus -der Renaissance des Thoralernens in!Frankfurt in der Zeit von Rabbi!Elias Rubinstein gab und die Verdienste der Frau um das Haus, dem »sie den Geist• des Mannes bis an ihr Lebensende zu erhalten wußte, schilderte. Furth (Bayern). Durch Lieberuahme des bisher vom Verband gegetzostreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns herausgegebenen .,Niiehrichtenblattcs“ ist es der agudistischeu Jugendorganisation Deutschlands gelungen, dem!schon lange gehegten Wunsche, im Besitze eines eigenen, den Agudoh-Gedauken in Gesinnung und Tat proklamierenvorsniegelte: 'bärtige Männer im langen Gehrock, mit durchgeistigten Gesichtern. Und was sah er jetzt? Das gerade Gegenteil! — — i Erst nach und nach fand sich Reb jossef mit der geänderten Tatsache ab. Das weitere gab!sich von ■•selbst. Indig begann an den beiden seinen Gefallen zu finden. . 1 Man kam!ins Gespräch. Dieses führte sie auf versehiedene Gebiete. י Als sieh dann der eine Neffe, im Raum iimblickte, sab er auch die dicken Talmudbüchcr. Erfreut bemerkte ׳er hierauf, ob der Onkel sich noch erinnere, wie er ihn und seinen Bruder aus diesen Bänden lehrte. •Und ob sieh Reb Jossef dessen erinnerte! Komm• er denn je vergessen, daß er einst die beiden aus diesen Folianten in die Heilige Lehre einweihte?! Jetzt hatte man den richtigen־ Gesprächsstoff angeschlagen. Reb Jossef Indig erzählte, wie er als Talmudjünger, als Bocher, die ständige Gastfreundschaft seines erwachsenen •Bruders genoß. Dafür unterrichtete •er wieder die Kinder des Bruders, was dieser als eine Gegenleistung aiisah.!Freilich damals war der Bruder noch in ziemlich bedrängten Verhältnissen. Und so erzählte Reb Jossef verschiedene Episoden aus seinem Leben. Während die jungen Leute ihm aufmerksam zuhörten. Plötzlich nahm jedoch •der eine •die Gemoroh in •die Hand und schlug dieselbe auf. Unwillkürlich vertiefte er sich darin. ' Indig merkte dies lind dachte sich schon das Beste. Aber da sah er, wie der Neffe den Blick verstündnislos hob lind zugleich gestand, daß er, seitdem der Onkel sie verließ, sich niemals mit der Heiligen Lehre!befaßt hätte. Es folgte nun eine beklemmende Stille, welche aber alsbald wich, da die Neffen den Onkel baten, er möge aus dem Talmud vortragen. Indig hatte mit einer solchen Bitte nicht gerechnet. Ursprünglich dachte er vielmehr, von seinen Gästen falmudische ״Neuigkeiten״ zu hören. Doch er mußte diesem Wunsche willfahren. Er freute sich sogar. Er, der Amhaerez. der Mann aus dem Volke, •für welchen er sich hielt, konnte wieder einmal zeigen, daß er doch noch über etwas jüdischen Wissen verfüge, t Reh Jossef ludigs frohe Stimmung stieg noch, als er merkte, daß die beiden Jungen seinen Worten lauschten wie damals vor Jahren, als er sie!in die Thorakenntuisse einführte. Nun fühlte er sich gliiicklich. Glücklich, wie schon lange nicht. Denn Reb Jossef Indig sah seine Erwartungen" vollauf befriedigt, wenn auch nicht in der zuerst ־erhofften Richtung.! den Organes zu sein, entsprechen zu können. Die erste Nummer liegt bereits vor, und sie erweckt den Eindruck einer seriösen jüdischen Zeitschrift, die es verdient, in allen Kreisen der Orthodoxie Beachtung zu finden. Ein abermaliger Versuch, in Rußland. besclilagiifiitiftte religiöse Werke int Ausland abzusetzen? Jüdische religiöse Führer und Bibliophilen in Deutschland und wahrscheinlich auch im . Auslande haben von der .,Mesclidtimiroclnaja kniga“ in Moskau, dem offziellen sowjetrussischen ,Buchvertrieb, Briefliehe Verkaufsangebote über hebräische religiöse und weltliche Literatur erhalten. Es heißt in dem Schreiben unter anderem: ..Hiemit machen wir »Sie darauf aufmerksam, daß sieb in der jüdischen Abteilung der .Meselulimaiodnajä kniga’ in großer Auswahll «nti- (fmirische hebräische Bücher jeder!Art (religiöse, weitliehe und wissenschaftliche), unter ihnen sehr viele alte und seltene Ausgaben, befinden und bezogen werden können.“ Es wird angenommen, daß es sieh um jene religlösen Werke handelt, die seinerzeit in den jüdischen Bet- und Lehrhäusern 11 mV bei Privatpersonen beschlagnahmt worden sind. ■Ein. damals unternommener Versuch, diese Bücher im >Au»sL1ml abzusetzen, war durch den seitens der polnischen •und litauischen Rab- Inner gegen den Ankauf dieser Bücher ausgesprodienen ״Chcrem“ (!Bann) gestört worden. Es scheint «ich nun um eine •Erneuerung diesen Versuches zu handeln, ln einem Gespräch mit dein J. T. A.-Vertrcter machte Herr Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, dem ebenfalls ein solches Verkaufsaugehot zugegungen ist, darauf aufmerksam, •daß der von den Rabbinern ausgesprochene Bann noch heute gilt. (׳Unsere Leser :werden sich im׳ Zusammenhang mit dieser Nachricht an die von der ,,,Jüdischen Presse“ vor ׳־wei Jahren geführte!Pressekampagne gegen den Verkauf mutmaßlich geraubter Bücher, die unserem Blatte einen Preßprozeß eintrug, erinnern. Glücklicherweise zeigte damals das Gericht mehr Verständnis für die Tragweite der Angelegenheit als manche Juden, die s״lu übten, beim Einkauf religiöser Schriften einige Groschen ersparen zu ■müssen. Die Redaktion.) Lodz. Die organisatorische Ausgestaltung des Bethjakob-SeluilWerkes schreitet immer \vciter fort. So hat es das Kuratorium der Beth-Jakob-Schulen in Lodz fertig gebracht, eine Beth-Jakob-Höhere Handelslind Hausluiltimgsschiile zu eröffnen. Einrichtung und Leitung der Schule geschieht nach westeuropäischem Muster unter Leitung westeuropäischer Pädagogen. Außerdem wird ■in! •Betrieb der Beth-Jakob eine Frübelsclnile errichtet. י Der Kampf gegen die Religion in Sowjetrufiland aus Anlaß der hohen jüdischen Feiertage verschärft, Der antireligiöse •Feldzug in •der Sowjetunion aus Anlaß der kommenden' hohen jüdischen Feiertage hat um• Sonnabend, den 5. September, laut Order des Verbandes der!Atheisten (Apikojres) eingesetzt. Die Mos- Vcauer jiddisch-kommunistisene Tageszeitung ״Enieß“ veröffentlicht eine offizielle Proklamation an alle jiidischeu Kommunisten, in. der diese •dringend au fgef ordert werden, darauf zu sehen; dafpan den ■״hohen-jüdischen •Feiertagen, Roschlmschanah!und Jom Kippur, jeder jüdische Industriearbeiter, 'Handwerker, Angestellte und Kolonist an seiner!; Arbeitsstätte erscheint. Die Arbeitergewerkschaften und •die Mitglieder des ״Apikojres“ werden an diesen Tagen eine verschärfte Kon•־ trolle über die Arbeiter aiisüben, sie werden sich diej eiligen merken, die an den Feiertagen nicht zur Arbeit kommen, •ln der Reduktion :des ״Emeß“ wurde' ein spezielles Büro zur Üeberwachung!der Kampagne gegen die jüdischen* Feiertage eröffnet. Das •Büro wird Beschwerden gegen jene Organisationen, die sich weigern, an dem antireligiösen Feldzug tcilzunehmeu, entgegennehmen. Gemäß der im ״Emcß“ veröffentlichten Proklamation, sollen in den jüdischen Kolonien alle Koloni steril gezwungen werden sich dem antireligiösen Demoiiistrationszug anzusch ließen, den die Mitglieder־ der jüdischen Kollektiven an den jüdischen Feiertagen in der Weise veranstalten werden, daß ׳sie mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen in dio Städte marschieren, um diese auf den städtischen Kollektivmarkten zu verkaufen, ln •den Städten werden alle kooperativen ,Artels (!Genossenschaften der Heimarbeite!־), Büros und Fabriken von G-ttlosen-Brigaden dahin kontrolliert werden, ob an den Roschluischanah• Tagen und am Jom •Kippur irgend jemand bei der Arbeit fehlt. Der ganze Feldzug gegen die jüdischen!Feiertage wird unter der Parole ״Weg mit dem jüdi־ scheu Spekulanten, dem Zwischenhändler, dem Privat händler!“ geführt. 15 Monate Gefängnis für einen Tliora-Dieb. Am 28. Juli wurde dem Vorsteher des Tempels in der Rombach-ucca in Budapest eine^ wertvolle Thorarolle gestohlen. Dem Dieb, Josef Bagyanik, begegneten, als er sich mit seiner Beute entfernte, zwei Gläubige, denen es auffiel, daß ״er eine Thora, in Widerspruch zu den religiösen Vorschriften, unbedeckten Hauptes trage. Sie riefen einen Wachmann, der Bagyanik verhaftete. Bei der Verhandlung vor dem Schirilla-Senat des Strafgerichtshofes wurde der Angeklagte zu 15 Monaten rechtskräftigverurteilt. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde Wien. Die Kleiderstelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren B ekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe usw. für Männer, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der isr. 'Kultusgemeinde Wien, 1״ Seitenstettengasse 2, Tel. U-25-5-85, welche die Abholung veranlaßt. \ Einschreibungen an der Sprach* und Bibelschule der israel, Kultusgemeinde, Wien, XX., Othmargasse 46, für das Schuljahr 1933/33• י־- Die Einschreibungen für Knaben und Mädchen der Volks-, Haupt- und Mittelschule finden für das Schuljahr 1932/33 an der genannten Sprach•״ und Bibelschule in der Zeit von 2 bis 7 Uhr nachmittags im Saale I an folgenden Tagen statt; Dienstag, den 20, September 1932, Mittwoch, den 21. September 1932, Donnerstag, den 22. September 1932. — Der Unterricht ist unentgeltlich,. öbttCädteftst .Der Vorstand; der Israel. Kultusgemeihde ״ Wien veranstaltet anläßlieh der 'diesjährigen; hohen Feiertage irrt Größen Musikvereinssäat;!., Dürtiba* gässe 3, im Sophieftsaäte, Itl., Marxergasse 13, sowie im Festsaale des Hotel Continental, 11.,■ Tabprstfäße 4, feietliehe Gottesdienste, jene. Parteien; ‘welche ättf die irrt Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren; können die neuen Karten gegen Vorweisung der vorjährigen an der Kartenkassa der Israel. Kultusgemeinde, Wien, t., Seitenstettengasse 4, I. Stock, in der Zeit vom 13. September bis 21. September d. J. während der Amtsstunclen von 8 bis 1 Uhr vormittag beheben. Der allgemeine Verkauf beginnt am 22. September d. J. Betsitzkarten für den Leopoldstädter Tempel, Die P. T. Besitzinhaber, welche auf ihre vorjährigen Sitz- Plätze im Leopoldstädter Gemeindebethause reflektieren, werden hiemit ersucht, ihre Karten rechtzeitig zu erneuern. Dieselben können bis längstens Mittwoch, den 21. September d, J., während der Amtsstunden von 8 bis 1 Uhr mittags an der Betsitzkartenkasse der Israel. . Kultusgemeinde, Wien, L, Seitenstettengasse 4, I. Stock, behoben werden. — Die bis dahin nicht erneuerten Sitzkarten gelangen ab 22. September während der Amtsstunden von 8 bis 1 Uhr an obgenannter Kasse zum allgemeinen Verkauf. Anonyme Spenden. Von nun ab werden in dieser Rubrik jene Spenden für Fürsorgezwecke der israelitisehen Kultusgemeinde ausgewiesen werden, bei welchen mangels näherer Angaben über den Spender eine Empfangsbestätigung direkt an diesen nicht abgesendet werden kann. Hella M. hat in gewöhnlichem Schreiben, an die Fiirsorgezentralc vom 1. September S 10 (zehn) ״zur Linderung jüdischer Not" eingeschickt, was hiemit auf diesem Wege dankend bestätigt wird. Tschechoslowakei. Hie Böhmen—hie Podkarpatska Rus. (V o 1• b c m e r k u n g der Redaktion: Immer mein• häufen sich dm Stimmen aus unserem Leserkreis, die auf die Notwendigkeit einer orthodoxen Wiederanfriclitiitigsarbeit in den. ״historischen Ländern“ liinwciscn und auf die ■Schaffung der hiezu erforderlichen gesetzlichen Vorbedingungen drängen. Wir veröffentlichen auch heute eine der nn uns gelangten Zuschriften, die sich mit dieser Materie beschäftigt. Wir unsererseits haben hiezu nur die ׳Bemorkuug., daß der .Einsender der orthodoxen Landesknnzlei nicht gerecht wird: er übersieht oder verkennt den Umstand, daß ihr amtliches Tätigkeitsfeld auf die Slowakei beschränkt ist. Unseres Erachtens obliegt vielmehr der g c s a rn t 0 n Th 0 r a t r e u e n J u d c 11heit in der tschechoslowakischen Republik die. unabweisbace Pflicht, in fiep in. geistiger und religiöser Beziehung mit Vernichtung bedrohten jüdischen Gemcinden Böhmens und Mährens die orthodoxe Thoratreue aufs Neue zu beleben. Es unterliegt daher allerdiugs auch keinem Zweifel, daß sowohl die;Bratislavaer ,.orthodoxe . Landeskanzlei“ als auch. alle anderen Körperschaften, die der Förderung jüdischer GUinbenstrene dienen, eine jode zweckmäßige Bestrebimg, die חיזיה הדח והאמינה und הרמת סרז התורה wo immer •in der Welt und besonders innerhalb unserer Staatsgrenzen zum Ziele hat, mit allen Kräften unterstützen müssen. Als Initiatoren und Träger einer solchen Bestrebung, die über ihren statutarischen, beziehungsweise gesetzlichen Wirklingskreis hinausreicht, kommen sic jedoch nicht in Beträcht. Hiezu ist — soviel wir sehen,— als interiirbanc Organisation einzig und allein die ״׳Landes- . o r g a n •i s a t i 0 n d e 1• A g11 ׳ d. a s J i s r 0 e 1 f ii r!B ö h m c n* u nd M ä■h r eu“, deren Sitz in Prag ist, geeignet. Vor allen Dingen jedoch müßten sich periodische Zusammenkünfte der zunächst interessierten Kreise, von der Art, wie sie erstmalig auf •unsere Anregung vor zwei Jahren in Brünn stattfand, in kürzeren Abständen wiederholen und alle ■Fragen zum Beratungsgegenstande haben, die d e 1• Neu b e I e b u n g d•e s bist o rischcri J ud e n- 111 m s i 11 d pi! 11 i s t o r •i s c h e n L ä n d e r n fürderlieb sein können.!Solche Zusammenkünfte würden das שארית הפלטה des Judentums in Böhmen und Mähren ermutigen und es auch mit seinen Ges i n 11 11 ugsgenosse n ■i n der Slow a k e i in i 111 m e 1■ engeren Ko 111 a k t b 1• •i n g־ e n. J. J. B.) Pilsen, 17. August 1932. An die Redaktion der ״Jüdischen Presse“, , 1B r a t i s l a v a. Geehrte Sehriftleitiuig! Zufällig kamen mir dieser Tage zwei alte Nummern Ihres geschätzten Blattes in die Hände und ich habe darin mit großem ■Interesse die beiden Notizen ״Hie B ö 11 m e 11 — ״ i c Po d ■k •arputska R 11 s’\ gelesen. Der ׳Einsender dieser Zuschriften, der nicht nur ein wahrer Jchiidi, sondern auch ein großer Idealist zu sein scheint, hat der. gesamten Orthodoxie ein neues, großes Betätigungsfeld gezeigt. Hier in Pilsen, wo über 3000 jüdische •Seelen wohnen, gibt •es keine Mi k w0 11, keinen S c 11 o c h e t. Wenn ich hie lind da wirkliah koscher essen will, bin ich bemüßigt mir mein Geflügel in Tuschkau (das 10!Kilometer von hier entfern ist) schlachte,11 zu lassen. Der dortige Rabbiner — Rabbi Jizchok Lcv'i — hat schon vor eitlem Jahr mit einem S i e d l u n g־ s p 1• o j o k t einen Versuch unternommen, doch scheiterte selbes bis nun an dem ‘Unverständnis (oder Laxheit?) der slowakischen Orthodoxie. Bei Ihnen in Preßburg gibt es eine ״Orthodoxe Lau d es k u 11 z Lei“, und was hat selbe in dieser Sache •bis!heute getan oder was gedenkt selbe zu tun? Obengenannter Rabbiner hat in der kurzen Zeit, seitdem er in Tuschkau ist, in punkto JucUschkeit wirklich sehr viel geleistet, trotzdem er in seiner eigenen Gemeinde mit den ,eigenen‘ Apikorsim siegreich den •Kampf führt und auch von den sogenannten ״Berufskollegen״ (?) sehr angefoindet wird, Welche moralische Unterstützung ließ ihm bis heute die Landeskunzlei angecleihen? Ich will hier gegen Niemanden Vorwürfe machen, nur darauf möchte ich hinweisen. das es :höchste Zeit wäre, wenn die berufenen Faktoren sich mit Böhmen etwas mehr befassen würden. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie meine Zuschrift, im Wege Ihres Blattes, der ©Öffentlichkeit bekannt geben würden, * Hocluiqhtungsvoll Abraham Weiser Pilsen, Pragergasse 10/15,

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