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Jüdische Presse · 1932-09-02 · 35 (2.9.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
35 (2.9.1932)
Date
1932-09-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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tifld soH 1870 dia beiten Fabrik! Wien, XV., Sfaglgasse 10 M Marlahilferstf. 148 fei. R*35*8-47ünd R-39-5-38 Sekretärs mit einer neuen Kundgebung •rar die Oetffentliehfkeit getreten. Diese KumidlgeibtMig ze'iigt noch deü!t- ]jeher ata die erste den -moralischen Alhgrmmd, der sich schon iiach wenigen Jahren seines Bestandes zwisohien den einzelnen Teilen des liür dde zionistischen Machtbedürfnisse künstlich zuisaniintengetaikelten ״palästinensischen Öberrabbinats“ aultut. Schon aus diesem ׳Grunde wird diiese Kiundigeibtung zum historischen Doiknment, das antcih für die außerpa 1 ästinen siisch e Jiuidenheit von Interesse sein diirlte. W!i׳r geben auch diese offizielle Kundgebung des Öberrabbinats in ihrem hebräjschen Wortlaut mit genauer deutscher Ueber- Setzung wtieder: הרבנות הראשות לארץ ישראל בעה״ק ירושלים ח״ו ב״ה ירושלים טץ כחורש מנחם אב הרצ״ב התיאה אחיינה * למזכיר משרד הרבנות ר״ש מואל אהרז ובר נ״י . מאת הרבנים הגאונים חברי משדר הרבנות שליט״א, ובהסכמת הנשיא מי ן הגאון הרש״ל כקש״ת וכמיה״ר י ע ה ב מ א י ר. שליט״א ראת ראינו כמה' מכתבים פעם מכתב התנגדות להנהלת בית יתומים דיספין׳ ופעמים מכחבי החננדית על.עדת אנדת ישראל על חפצם.למנות בראשם רב גדול בישראל ט״מ הצדיק הגאון המפורסם המניח ר' חיים ז ו נ ג ם ל ד זצוק״ל, מכתבים• מכתבים אלה כתבת על פירמא של משרד הרבנית וחתמת כשני חותמות: חותם א^ של משדד הרבנית! ב) בחי הדין במשרד הרבנות׳ לזאת אגו מתרים בך בכל תוקף וגוזרים עליך שאי לך רשית עוד כריבכם עם מי שיה' להשתמש בגירות של משרד הרבנית ובחזתמות שלנו׳ כי אגו חי״ר הספרדים דפצנו ומטרתנו לחיות בשלוה עם כל אחב״י מכל המפלגות ככל, מקים בארץ ובחו״ל. ואם לא תשמע, לקולני נהיה‘מוכרכים להשתמש בכח המסיר בידנו ,להוציא מתחת ידיך הנידות של הפירמא משרד היבנות ושני החותמות, ודי בזה, וה׳ ישפוט שלום. י (מקים החיחם של הרבנית הראשית) בשם הרבנים המלכיר הראשי למשרד הרבנות II, Kleine Pfarrgasse 1 füf?! :w$m s *Gaschen Sie allen Ihren Verwandten, s Freunden, Kunden ,Gästen ti. Bekannten 1 ן ^ונה•* 5 - ik]m ■׳v;", | ״JÜDISCHEN PRESSE“ s St« ersparen Miltte! Porto und Zeitaufwand! 5 S Da« Inserat laut neben- — s stehendem Muster kostet 2 einschließlich aller S Steuern nur > | S 5•“־* resp. K6 25*—* wo - Bestellungen sind zu richten: ~ Für die Slowakei an die Adresse : ״Jüdische Presse“, Bratislava, Turnergaste 14 E | Für Wien: "! ״Jüdische Presse*1« Wien II, Gr. Pfarrgasse 3 E niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiififiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Din des orthodoxen Rabbinats oder einem זבל״א Gerichte zur Verfügung zu stellen, lehnt aber die Kompetenz eines Beth Din, ab. dessen Gemeinde sie nicht angehöre. Das alles sind jedoch nur Nachigeplämkel ־zu einer schmählichen. Episode der neuzeitlichen jüdischen Geschichte in Erez Jiisrodl, d!ie nunimehr aiich in den Augen alileir orthodoxem Juden dier DIasp0raländc-r die seit Jahiren anhaltende Erregung der •in den Thora- Wahrheiten des Judentums .unerschütferilich vera-nlkerten und jeder UebertminiCihumg der wahren Zustänlde albhokien Je.r aisa'1 eim eil• Jtu-n g ־ A >gud is t e n in einem hellerem Lichte erscheinen läßt. ,Sie ■läßt aber auch allen denen, die einen Ausblick in die Zukunft werfen, eine Vorahnung von .den Kämpfen aiulgehen dde‘rden• Anhängern prinzipienfester;gesamt• jüdisch er Tlioratveue in Erez Jisroel bevorstehen, wenn nicht bald der Gedanke duirchdriingt, daß alle orthodoxen Juden des heiligen Landes und der Diaspora gleicher maßen ihre Kräfte in einer festgefügten brüderlichen und gesinnungsgcnössisclien Gemeinschaft zu positiven Taten im Sinne ziclgemäßer Siedlungspflege vereinigen müssen. I. I. B. יעקב ביון f (Uebersetzung.) Oberrabbinat für Palästina. Jerusalem. Jerusalem, 15. Men. Aw. 5692. Letzte Ve.1־<wa r n m n g am/ den Sekretär 'dies Rälbhinatsam׳tes R. Sam ü'efl Ar׳on■ W eib er, ׳von dem Rabbinern, den Gaomiiimi, dem Mitgliedern des Ralbbinatsamtes aiind* •mit Zu- .Stimmung unseres Herln Präsidenten׳, des Gaon Rabbi Jakob M e i r. Es kamen ums mehrere Briefe zm Gesicht, das eimemal •ein gegen die Leitung, des Disikinisehem Waisenhauses gerichteter Brief mild etlichemal Briefe, die gegen die Gemeinde der Agiudais Jisroel gerichtet sind, weil sie einen großen- Rabbiner in Israel als Nachfolger des berühmten Zaddiks und Ga ans Rabbi Cha jiim Somm ernif eld am ihre, Spitze setzeln!wollen. Diese Briefe schrieben Sie auf das Firmenpapier des Rabbinatsamtes, zeichneten sie mit Ihrem Namen •inn Namen der, Rabbiner nmld mit dem Titel des Generalsekretärs des Rabbinatsamtes, und versahen Sie mit zwei Stampiglien, ,mit der Stampiglie I. des Rabibinatsaimties •und' 2. der Gerichtshöfe im Rabbi natsaant. Deswegen verwarnen war Sie mit aller Entschiedenheit umd befehlen Ihnen, daß Sie nicht mehr .berechtigt simdl, sich im Eurem Streite —. mit!wem immer es auch sei — der Briefpapiere des •Rabibimatsaanles und unserer Stampiglien 1211 ibedienen, denn wir, die Ghaehamim ,und Rabbiner der Sephardim, wollen und streben darnach, mit allen mnseren jüdischen Brüdern aller Parteien und aller, Orte im Imumd Amslande!in Frieden zu leben. Sollten Sie auf - ■unsere Stimme nicht hören, so würden wir genötigt sein, von der Macht, die iwir besitzen!, Gebrauch zu machen, u!m Ihnen die Briefbogen. mit der Firma des Rablbimatsamites und die zwei 'Sternpiglien wegzunehmen. Das genüge. Gott möge Frieden stiften. @| flflCHfticHTEfl |®| (Siegel des Öberrabbinats.) Im Namen der Rabbiner: ׳Der Generalsekretär des Ra'bbiiivaftisamtes: (gez.) Jakob B a v u c h. Bemerkenswert erscheint, daß aiucli in dieser Kttmdgelbmmg vom persönlichen Verhalten des Ober- •r ab binare Kuk in dieser Affäre midit mit einer Siülbe eine Amdemtumg gemacht wird. Es trird auch bekannt, daß Sekretär Weber gegen die Redaktion des Jernsallemer ׳״Kol Israel“ ■wogen ihrer Veröffentlichung in dieser Sache beim Beth Din d!er ״Churba“-Synagoge klagbar wurde. Die beklagte Redaktion erklärt sich׳ bereit, sich entweder dem Beth Auszeichnung von Rabbiner Dr. Grunwald. Rabbiner Dr. Grunwald, der ■ bekannte . jüdische Historiker, wurde anläßlich seines Uebertrittes in den Ruhestand vom Bundespräsidenten Miklas mit dem Ehrenzeichen der Republik ,ausgezeichnet. Schülitachricht Die Einschreibungen in den Kindergarten und in die Religionsschule für Knaben׳ und׳ Mädchen sowie in den• einjährigen Jeschiwo-Vor.bereitungs- und Handelskürs des ,Jesod-.Hathora“-1Scln11yereins der Adass Jisroel finden Mittwoch, den 13., und Donnerstag, dien 14. Elul (14. und 15. September), Sonntag, den 17., und I. Montag, dien 18. Elul (18. und 19. September), 11 bis 1 Ulir vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags, in׳ der Schul'kanzlei, II., Nestroy-Gasse 11, statt. Unterrichtsbeginn: Montag, 18. Elul, .9 Uhr vormittags. ' ׳Die Schulleitung. Autobus-Gesellschaftsreisen durch die, Jüdischen Zentren! Reiseprogramm für September . 1932: 3. Fahrt ins südliche Burgenland und nach Steiermark, mit Graz, vom 5. bis 8. September, vier Tage. S 46,-r- (und S 23.—). 4. Fahrt in die.Wachau, vom 14. »bis 16. September, zweieinhalb Tage. S 25.— (und S 12.—). B. Gesellschaftsreisen: 1. Fahrt nach Steiermark und Kärnten (Wörthersee), vom, tl. bis 13. September, drei Tage. S 60.— (und S 20.—). . ־ . ,2. Fahrt ins mittlere Burgenland, mit Mattersburg, am 18,. September. S 15.— (und S 3.—). 5.! Fahrt ins Salzkammergut, nach Salzburg, Tirol» Vorarlberg und Deutschland, mit München (Sabbat- Aufenthalt) und Regensburg, vom 19. bis 26. September, acht Tage. S 150.— (und S 65.—). Detaillierte Programme Hegen in der Verwaltung unseres Blattes auf. Die Preise verstehen sich einschließlich Sitzplatz im Autobus, •Eintrittsgebühren, Führungsbeitrag und Trinkgelder, bei Mehrtagstouren auch inklusive Hotel (Nächtigung). Für Verpflegung ist der Preis (in Klammer•) beigefügt: er beinhaltet bei Eintagstouren Mittagmahl, bei Mehrtagstoüren überdies Frühstück und Abendessen. Mindesttcilnelunerzahl jeder Reise: 20 Personen Abfahrt stets halb 8 Uhr früh. Anmeldungen in der Verwaltung unseres Blattes; Anmeldeschluß: Zehn Tage vor dem Reisetermin..■ Für Aüslandsfahrten sind Pässe erforderlich Visa werden besorgt! M 91^ tn, t. iflatzgasse. tö LEB E NS GES O H IX VE RS IC HE RUNGS־ E L LS C H A FT Vermittlüftg , von "jüdischen Hauslehrern. Das Chittüch-A'ttit des •Kefen Häthora macht darauf aufmerksam, daß es in der Lage ist, tüchtige Hauslehrer für alle jüdischen Disziplinen kostenlos zu vermitteln. Anfragen täglich von 9 bis 12 und 3 bis 7 Uhr im Büro des Keren Hathora, Wien, II., Leopoldsgasse 16, Tel. A-48-4-15. Neujahrs wünsche in der ״Jüdischen Presse**. Die billigste und einfachste Art. allen Freunden, Bekannten, Kunden usw. zum Jahreswechsel כתיבה וחתימה טיבה zu wünschen, ist die Einschaltung eines Neujahrswunsches in der ״Jüdischen Presse‘*. Sie kostet nur S 5.^- und man braucht nicht befürchten, daß man den einen oder den anderen vergessen hat. — Auf Wunsch werden bis zu zehn Zeitungsexemplare an angegebene Adressen kostenlos versendet. Weitere Exemplare zum Selbstkostenpreis. Silberne Hochzeit des Herrn KommerziiRTafjes OtlinMir Schiff. Wie wir erfahren, hat der Inhaber und •Begründer der weltberühmten Periicken-Kunstwerkstätte, Herr Kommerzialrat Otmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6, am 18. August d. J. mit seiner Gattin Gisela das Fest der silbernen Hochzeit, in Pörtschach am wunderschönen Wörthersee gefeiert, woselbst Herr Kommerzialrat Schiff• gleichfalls zwei große Filialbetriebe besitzt. Aus. diesem Anlaß wurden Herrn Kommerzialrat Schiff sowohl aus Fachkreisen, ■ als auch von zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten des In- und Auslandes vielfache Glückwünsche und, Ovationen dargebracht. Angesehene Körperschäften' entsandten Delegierte nach Pörtschach, um dem Jubelpaare, das mit Blumenarrangements überhäuft wurde, ihre Sympathie und Wertschätzung an diesem Ehren- und Freudentage, entgegenzubringen. Auch die Redaktion der ״Jüdischen Presse“ schließt sich den -zahlreichen Gratulanten mit Vergnügen herzlichst an. Der Zeit Rechnung tragend; die energisch fordert, daß jedes Mädchen einen Beruf habe, ist dem Pensionat Marcus in Montreux-Clarens eine Lehrerinnenbildungsanstalt als Separatabteilung angegliedert worden. Das Programm ist das des Beth-Jakob-Schulwerkes, dem die Ausbildung in der deutschen und französischen Sprache zügefügt ist. Die Prüfungen finden im Seminar st^tt. Der Pensionspreis inklusive Unterricht ist mäßig. Die Konservativen und der kommende Reichsverband. Die Gründung der Reichsorganisation der deutschen Juden, ist durch Verhandlungen ixnter den Landesverbünden in den letzten Wochen in greifbare Nähe •gerückt. Von einer führenden Persönlichkeit der Konservativen im Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden, die als Sprachrohr der gesamten unabhängigen Gemeindeorthodoxie in Deutschland gelten darf, wird der J. T. A. hiezu mitgeteilt:. . ׳Der vorliegende Entwurf für den ״ReichsbunJ Jüdischer Landesverbände“. erfährt in der Orthodoxie auch ,außerhalb des ״Hälberstädter Verbandes“ entschiedene Ablehnung. Von einzelnen Gemeinden und maßgebenden Personen wird sogar die Auffassung vertreten, man solle •dem ״iReichsbund“ fernbleiben Und die die konservativen Wünsche für seine Gestaltung weiterhin ablehnenden Landesverbände verlassen. ׳Diese Stirnmung ist um so bedeutsamer, als gerade die Konservativen in den Landesverbänden die Gründung einer Reichsorganisation weitestgehend gefördert ■haben, so vor allem den auf den •Nürnberger Beschlüssen fußenden Entwurf von 1928, der zwar nicht alle gesetzestreuen Wünsche befriedigte, aber doch einen wirksamen Schutz der gesetzestreuen Minderheit und Sicherungen gegen Gewissenszwang enthielt. Jetzt richtete sich der Widerstand zunächst gegen den Wegfall der Reichstagung, den die meisten Landesverbände nun doch hinnehmen zu wollen scheinen. Bedenklich erscheint in dem neuen Entwurf von Baden- Baden der Verbandsname ,*Reichs b u n d Jüdischer Landesverbände“, statt ״Reichs v e r b a 11 d“. Es handelt sich hier nicht um eine Acußerlichkeit, sondern um das Prinzip der ״Firmenwahrheit“. Befremdlich und ernüchternd wirkt die Streichung der ,*Pflege des Gesamtbewußtseins“ unter den Zwecken der Reichsorganisation. Berühren die vorstehend angefährten!Bedenken vielleicht nicht die •Grundlagen des Verbandslebens, so verleugnet das neue Gebilde schon bei seiner ,Entstehung seinen Charakter als Einheitsgemeinschaft aller Gruppen des deutschen Judentums: Alle Kanteten für die religipse und rituelle!Führung der vom Verbände zu führenden oder zu fördernden Einrichtungen sind beseitigt und Anträge auf ihre Wiederherstellung abgelehnt, Der Wegfall dieser und noch anderer religiös-kultureller Sicherungen, die allen Juden die Mitarbeit und die Benützung der gemeinsamen Einrichtungen ermöglichen würden, ruft Mißstimmung und Proteist der Thoratreuen hervor. Ueberdies ist die Gefahr der Majorisierung in Fragen des täglichen religiösen Lebens und •in •Prinzipienfragen jederzeit gegeben. Die Gestaltung der Ausschässe für Kultus und Unterricht, in einem solchen Verbände von zentraler Bedeutung, und die Einschränkung des rabbinisclicn Einflusses hindern die angemessene Berücksichtigung, Vertretung und Betätigung des gesetzestreuen Judentums. * Noch besteht Hoffnung, durch Verhandlungen innerhalb der nun zur Entscheidung berufenen Gremien die drückendsten Mängel zu beseitigen. Andernfalls ist das gesetaestreue Judentum zur Verteidigung seines hohen Ueberlieferungsgutes ,auch im Kampfe entschlossen, Anderseits wärde der. entschlossene Wider- , stand dieser zahlenmäßig beträchtlichen und als. opferwijlig erprobten Gruppe des deutschen Judentums den Reichsverbaml auch in seiner heutigen, ״denaturierten“ . Form in Bestand und Aufbau gefährden. Aufgabe aller Beteiligten ist es, durch loyale Anerkennung des Wertes und der Rechte der •gesetzestreuen Minderheit das. ge* ■ samte deutsche Judentum vor Schaden zu bewahren•

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