Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 34 (26.8.1932)
- Date
- 1932-08-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite i , v JÜDISCHE PRESSE Nr. U BolliogeP'Eiskasten ein« «eli 1870 die batten Fabrik: Wien! XV., SlaglgiiM 10 bei Mariahilfentr. 148 fei. R4M-47 und R-39-5-38 daß in Warschau Vltti' .■Monat .April christliche Käufer 25 Haifser aus jüdischem (Besitz erworben haben. Von August bis September 195! wurden in Warschau 159 Häuser aus jüdischem, dagegen nur vier aus Christliebem Besitz versteigert. 67 Juden gehörende Häuser wurden wegen Nichtbezahlung von Schuldzinsen seitens der Eigentümer unter. SecfUester ,gestellt. Verein Altersversorgung. הבלים!יניס fnty פעלאיין!Die Erfahrungen des Alltags lehren jeden, der sich je'irgendwie' mit den mannigfaltigen Nöten arbeitsunfähiger jüdischer Greise und Greisinnetfzu befassen genötigt w*är, wie dringend gerade in den gegenwärtigen Krisenzeiten hunderte, ja sogar tausende wertvoller und ehrenwerter Mitbürger einer Aufnahme in ein jüdisches Versorgungtsliaus bedürftig wären. Die Krise wirkt sieh, vermehrt um. viele sonstige spezifische .Nachwirkungen des Krieges in gesteigerter Potenz an dem einst so stolzen jüdischen Mittelstand in Wien und an den vielen nach Wien ,verschlafenen, einst nicht minder stolz: gewesenen iMittelstäüdlern aus den״ Provinzen der ehemaligen Monarchie aus. Sie hat einen Pauperisierungsprozoß von ungeahnten Dimensionen hervorgerufen, der naturgemäß an den durch Alter oder Krankheiten geschwächten und wehrlos Gewordenen am sichtbarsten wird, indem er den Wohlstand der solidesten Familien vernichtet• und Menschen aus ihrem liebgewordenon, behaglichen Heim ins graue Elend treibt. Nicht viel mehr als ein Tropfen im Meer :.dieses Elends ist cs aber, was djeWiener Israelitische Kultusgemeinde beim besten Willen diesem. Zustand entgegensetzen kann. E ist nicht nur das rein formelle Hindernis der oft mangelnden Zuständigkeit nach Wien, das viele jüdische Versorgungsbedürftige davon abhält, sich in die Versorgung der Stadt Wien zu begeben.!Da spielen viele nicht zu ■unterschätzende Momente religiöser und psychischer• Natur mit und nur die Aufnahme in das Versorgungshaus der Israelitischen Kultusgemeinde bleibt für die vielen Versorgungsbedürftigcn das ■heiß ersehnte Ziel ihrer Wünsche. Allein, dieses Versorgungshaus!in der Seegasse, vor Jahrzehnten für die ■Bedürfnisse einer kleineren Gemeinde und anderer, besserer Zeiten durchaus hinreichend,* genügt heute trotz alleräußerster Ausnützung der Belaginöglichkeiten kaum einem Bruchteil (etwa einem Sechstel)•des bestehenden Bedarfes. Seine Erweiterung durch einen Zubau erweist sich seit Jahren als immer unabwcislieher, wenn nicht weiter der ■Zustand geduldet werden soll, daß Menschen, die viele Jahre •die Aufnahme in die Anstalt erstreben, ehe sie diese Aufnähme erleben, elend zugründe gehen. Die jüdische!Bevölkcrung Wiens selbst aber sollte an keinem anderen Institut ihrer Gemeinde ein so hohes Interesse bekunden j ■wie an diesem Versorgungshaus, da jedermann, ob jung ( oder.alt, reich oder arm, einmal selbst ׳in die Lage kommen kann, Aufnahme in diese Anstalt zu ■wünschen. Daß der israelitischen Kultusgemeindc aber hier durch Privatinitiative der schwerste Teil der Arbeit, die Geldnufbringung abgenommen werden kann, soll die Gründüng des" 11'sraelitischcn Altcrsvcrsovgungsvereines ,.Esrath Chawerim Sekcnim“ erweisen, der eben unter dem Hinweis auf das ureigenste Interesse. jedes /Gemeindemitglicdes a 1 1 e J u d e n W i e n s zum Beitritt auffordert. Nach § '2 dev Statuten dieses Vereins Sollen seine Mitglieder bei Erreichung eines entsprechend hohen!Alters oder Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mich 1 Maßgabe der vorhandenen Vereinsmittel ■ Anspruch auf 1׳ ״die Unterstützung des- Ycreinsvorstandes genießen. Be- 1 sonders aber hat der Yercinsvorsjand die Aufgabe,!sich > 'in einem solchen Falle für die Aufnahme des Mitglie- Bücher. Schriftenreihe des Weltverbaiides für Sabbatschlitz ״Schomre Scluibbos“, Nr. 5: Rabbiner Dr. Hörmann Klein (Berlin): ״Aus ־der Gedankenwelt des Sabbat“, drei Aufsätze, Berlin 1932. Aus der-׳Fülle schöner Sabbatgedanken, die der Autor in diesem Heftchen in Anlehnung an wundervolle Midraschstellen dem Leser bietet, wollen wir unseren Lesern nur die folgende kleine Probe, die ■für sich selbst und für das Büchlein spricht, mitteilcn: Die katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse haben dazu geführt, daß die kleineren und leider auch die größeren Firmen innnci■ mehr und mehr verscliwinden. Und da mehren sich leider vqn Tag zu Tag ■die Anfragen bei den Rabbinern, wie man בררךהיחר sich mit Niehfjuden assoziieren •kann, damit raa,11 ■sich das Existenzmiuimum sichern könne. ,Es handelt sich bei diesen Anfragen keineswegs immer darum, den Weg zu finden, wie mau den Sabbat umgehen kann, sondern meistens sind diesen Anfragen schwere, innere Seelenkämpfe 'vom.hgega.11 gen, und diese Anfragen bedeuten auch für die religiösen Instanzen schwere Gewissensfragen, bei deren Entscheidung sicherlich ein jeder Raw die Empfindung hat איי י1י א□ לא אימר איי לי אט אימי־. So selbstverständlich es für einen gewissenhaften Raw ist, daß er seine Hand nicht dazu bietet, eine Umgehung des Sabbats zu ermöglichen, so!schwer, wird es ihm auch werden, einen על פי הרין möglichen. היחד dort zii versagen, wo es sich tatsächlich um Gefährdung von jüdischen Existenzen handelt und wo alle vom Dill vorgeschriebenen Vorbedingungen gegeben sind, Und doch muß man sich sagen, daß bei dieser Rettung von Existenzen die Gefährdung anderer Existenzen sich kaum vermeiden läßt, Denn es ist selbstverständlich, daß in Betrieben, die*■am Sabbat geöffnet sind, auch eine ganze Reihe von Angestellten, sein müssen, die auch am Sabbat Arbeit verrichten, und es ist eine psychplogisehe Unmöglichkeit, daß die Chefs derartiger ain Sabbat offenen Betriebe ׳115 טרי שבח in größerer Zahl anstellen. Man gebe sich keiner Täuschung hin, diese הירריס ■selbst wenn sie nach gewissenhaftester Abwägung '■aller '' Verhältnisse und Umstände und unter Berücksichtigung der ■Interessen aller Beteiligten erteilt werden, sind von liachteiliger Wirkung nicht nur von sozialem Gesichtsdes in eiiti jüdisches Versorgmigshaus einzusetzen. Wer also dem Israelitischen;■^ItcrVersorgungverdlh ״Esrath Chawerim Sekenim“ beitritt. sorgt durch .Zahlung eines Wöchentlichen MitgtiCdsbeiträgcs in der Höhe von 50 Groschen vor allem f ii r s!reh selbst. Aber er sorgt nicht n u r für sich, selbst,■ sondern auch, wie es jüdische, wie 0« Menschenpflicht ist, für a ndeve mul bekundet auch damit seine innere Verbundenheit mit den! Volke, dessen Religion zuerst durch ihr סצי jpt die Forderung nach Ehrfurcht vor dem Alter auf* stellte. Und dies ist lim so .notwendiger in einer Zeit, Inder der Jude nicht nur materiell und individuell unter einer feindlichen Umwelt leidet, sondern durch die- «cllien Faktoren auch seiner Ethik in psemlowissensclniftliclier Bemäntelung die Forderung nach Vertilgung der Schwachen und Arbeitsunfähigen von Staats wegen entgegengesteilt wird. Es wird wirksamster und wiir- ••ligster Protest gegen solche Rückfälle in heidnische Barbarei sein, wenn aus den bescheidenen ■Mitalirdsbciträgen der gesamten jüdischen Bevölkerung Wiens geradeln dieser schweren Zeit ein Ztibati zum Versorgungshaus der Israelitischen Kultusgenieinde erstehen wird, und darum sind die Unterzeichneten auch fest da von überzeugt, daß jeder Leser dieser Zeilen sofort seinen Beitritt und damit seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an dem schönen Werk erklären wird. Verein Altersversorgung: Simon Frost, Wien. 2, Bez.. Leopoldsgas.se 43. D. ■F11 cli s. Wien. 6. Bez., Gmnpendorferstraße 38. NACHRICHTEN־־ |©| Autobus-GesellSchaftsreisen durch die Jüdischen Zentren! Reiseprogrnmm für August und September 1952: A. E 1* mäßigte Sch ii l e r f a 11 r t e n (fiir Jugendliche bis 18 Jahre): . 2. Fahrt ins mittlere Burgenlnnd, mit Sopron. am 28. August. S II.— (und S 2.—). 5. Fahrt ins südliche Burgenland und nach Steiermark, mit Graz, vom 5. bis 8. September, vier Tage. S 46,— (und S 23.—). 4. Fahrt in die Wachau, vom 14. bis 16. September, zweieinhalb Tage. S 23.— (und S 12.—). B. Gesellschaftsreise n: 1. Fahrt nach Steiermark und Kärnten (Wörthersee), vom 11. bis 13. September, drei Tage. S 60.— (und S 20.—). י" 2. Fahrt ins mittlere Burgenlnnd, mit Mnttersburg, am 18. September. S 15.— (und S 3.—). 3. Fahrt ins Salzkammergut, nach Salzburg. Tirol., Vorarlberg und Deutschland, mit München (Sabbat- Aufenthalt) und Regensburg, vorn 19. bis 26. September, acht Tage. S 150.— (und S 65.—). D e t a 1 liierte Programme liegen in der Verwaltung unseres Blattes auf. Die Preise verstehen sich einschließlich Sitzplatz dm Autobus, Eintnittsgebiilircn, Führungsbeitrag ,/MiMä H BEN G E S S ■Mn»—liMMTT—nr״™**״—™— punkte aus, sondern auch von religiös sittlichem Standpunkte aus. Es stumpft sich das Gefühl fiir •die ungeheitre Bedeutung des Sabbat für das ganze religiöse Leben aib, das Gefühl, daß man zum Hüter und Wächter des Sabbat bestellt ist, ■der große Gedanke des עילת י שי כשבת das man mit dem Sabbat, mit der strengen Hut des Sabbat allwöchentlich seine עילה dem Schöpfer des Sabbat zu!bringen hat. Einer, der von dem heiligen Beruf שוטי* שי Hiitcr und Wächter des Sabbat zu sein, durchdrungen ist, wird sich kaum dazu entschließen, von einem היתר Gebrauch zu machen, ׳der sein Gewissen beruhigen kann, daß er für sich den Sabbat nicht entweiht, ihm aber die Möglichkeit nimmt, dafür zu sorgen, daß auch andere Kreise den Sabbat halten können. Zur Lösung dieses Problems ist ■die Zusammen- Fassung aller •Kräfte, wie wir sie im Weltverband Schomrc Schabbos erstreben, nötig. Die :Erfüllung der מצות ש׳ wird immer schwieriger und es handelt sich um Sein oder Nichtsein des Judentums überhaupt. Der Sabbat ist die Seele des Judentums, die שמה יתרה.', die der Jehudi vor den anderen Menschen voraus bat. Geht der Jehudi dieser ihn adelnden נשמה יתרה verlustig, so hat er den Adel und die Heiligkeit eiugebiißt, ■die ihn als Glied des עם קרוש legitimieren. Der. Sabbat als unzerstörbares Heiligtum in der Zeit steht höher als das Heiligtum im Raume. Das räumliche Heiligtum hatte die Bestimmung, das räumlich geeinte Volk zu heiligen, das Heiligtum in der Zeit, der Sabbat jedoch sollte das räumlich getrennte Volk in Heiligkeit einigen, damit es sich seiner Aufgabe bewußt bleibe, G-tt als Schöpfer des Alls zu bekennen und ihm als!solchem die Anerkennung der ganzen Welt zu gewinnen. Das מהדש war Heiligtum des jüdischen Volkes, der שבת soll dieses מהדש zum Heiligtum der ganzen Welt gestalten, Und wir im Weltverbände leben in der sicheren Erwartung, daß der Sfibbatgedauke das heute so zerrissene und in unzählige Parteien zerklüftete jüdische Volk wieder eiuigen wird. Die Vereinigung aller שומרי ש׳ wird uml soll den Weg der materiellen und geistigen גאולה bahnen. Welchen Segen dies in moralischer Beziehung bedeuten würde, braucht wohl nicht des näheren auisgrführt zu werden, L Die Not der Zeit erfordert gebieterisch rasches Handeln und erfordert, daß alle Kräfte sich dem Weltverbände zur Verfügung' stellen, um den gefährdeten und Trinkgelder, bei Mehrtagstouren auch inklusive Hotel (Nächtigiiüg). Für Verpflegung ist der Preis (in K111 mnier) beigefügt: er beinhaltet bei Eintagstouren Mittagmahli bei Mehrfagstöüren überdies Frühstück und Abendessen. Mindestteilnehmerzahl jeder Reise: 20 Personen. Abfahrt stets halb 8 Uhr früh. Anmeldungen in der Vcrivaltung unseres Blattes; Anmetdeschlufi: Zehn* Tage vor dem Reisetermin. Eiir Anslandsfahrten sind Pässe erforderlich, Visa werden besorgt! Jüdischer Weltkongreß int Sommer 1954. Die Organisations-Kommission der jüdischen Weltkonferenz in Genf hat auf Vorschlag der Subkommissioti für Kongreßfragen einstimmig beschlossen, den jüdischen Weltkongreß fiir Sommer 1954 ei 11 zu berufen. Die Baptisten und der Weltkongreß. Die ״Baptist Times“, das Organ der englischen Baptisten,, nimmt im Leitartikel seiner letzten Nummer zu den Bestrebungen, einen jüdischen Weltkongreß zustände zu bringen, in überaus freundlicher Weise Stelhing, ln dem Artikel wird mitgeteilt, daß der Herausgeber an die Genfer Weltkonferenz folgendes Begrüßungstelegramm gerichtet hat: ״Die englischen ßaptisten beten um Segen für Ihr Werk im Dienste der Befreiung der Juden.“ Die Baptisten, so wird in dem Artikel weiter ausgeführt. sind unbedingte Anhänger der großen Lehre der .Gleichheit aller BeKeiyitnisse vor dem Gesetz. Sie treten für Gewissensfreiheit und Ab- Schaffung aller bürgerlichen und politischen Be nachteiligungen, die aus theologischen Gründen vorgenommen wurden, ein. Der Konferenz 'und der in ihr repräsentierten Bewegung wünschen sic .uneingeschränkten Erfolg. Jedes Gebiet menschlicher Tätigkeit sei vorn ״Alten Volke“ bereichert worden. Die ihm entgegengebrachte Feindschaft und die aus ihr entstandene Verfolgung sei zum großen Teil auf die Größe und den Genius dieses Volkes zurückzufiihren. ln seiner Macht liege es. die Freiheit für sich zu sichern. Die internationale jüdische Konferenz in Genf werde sich möglicherweise als die bedeutendste aller im Zusammenhang mit detn Völkerbund einberufenen Versammlungen erweisen. Zagreb. Auf der Durchreise mich Erez jisrael war es der orthodoxen Gemeinde gegönnt, den Nagvkarolyer Rav auf einige Stunden als Gast zu sehen. Eine zahlreiche!Menge wartete auf dem Bahnhof, lim den Zaddik zu begrüßen. Seine Verehrer begleiteten ihn daun in die Wohnung des Herrn J. flothstein. Jung und alt ließ es sich nicht nehmen, den Rav Mekabel Ponitn zu sein. Leider war die Zeit viel zu kurz, denn noch am selben Abend setzte der Rav seine Reise fort. Bis zur Landesgrenze gaben ihm unter anderen Herr Kultusvorsteher S. Zeitlin. Herr Kassier Josef Deutsch und Herr Orlik das Geleite. Dynamitanschlag auf dein jüdischen Sicdlungsgut G1*oß-Gaglo\v Auf dem Gute dpi־ ,.Jüdischen Landarbeit G. m. b. II.“ in Groß Gaglow bei Cottbus, wo die erste vorn Reichsbund fiir jüdische Siedlung .initiierte jüdische landwirtschaftliche und ■gärtnerische Siedlung errichtet O M IX V E R S I C H E R U N G S• E L LS CH A P T!וווו וווי 11 .. שבת dem jüdischen Volke zu retten. Retten wir den שבת so rettet {!שבחיושuns. Es ist ein wahres Wort der Weisen, daß zwei שבחית mis die. Erlösung bringen. Der eine den wir selbst feiern, und der zweite ist der. den wir durch unsere Hilfe andere feiern lassen, wenn wir uns als שומרי שבח in des Wortes wahrster und wcitestei Fassung bewähren. Das sind die שתי שבתות, die die G.e1°״h bringen. Die נשמה יחיה des שבת allein kann eine Vyeit der Heiligkeit und Sittlichkeit begründen. Geschichten von und um R. Chaim Sonnenfeld ץ״ד Freunde des verewigten R. Chaim Sonnenfcld ז״ל haben eine Anzahl von Anekdoten aus dem Leben dieses Mannes gesammelt und nunmehr in einem Jjaudolien dem Lesepublikum zugänglich gemacht. Wir entnehmen diesem Buche עמורא דנהורא, פרסים לתולדות חייו של רבי י״־ח זיננפלר מאח ד משה בלויא. Veilat! ״Kol Jisroel“ Jerusalem, folgende Geschiohtchen: Die Spende der Frau. Da wohnte in einem ungarischen Städtchen eine reiche jüdische Familie, deren größter Kummer es war, daß ihr G-tt Kindersegen vorenthalten hatte. Die Frau, fromm und gläubig, ging zum Ortsrabbiner, überbrachte ihm 400 Gulden und bat ihn, die Summe an einen bekannten Rabbi zu vermitteln, daß er für sie an heiliger Stätte bete. Der Rabbiner nannte Rabbi Chajim Sonnenfern m Jerusalem und erbot sich, das Geld mitsamt dem Anliegen an ihn weiterzugeben. Nach einiger Zeit kam der Mann zum Rabbiner und beschwerte sich über seine Frau, die eine verhältnismäßig so große Summe ohne sein Wissen für den Zweck hergegeben hätte. Die Geschäfte gingen nicht mehr so gut und er könne sich längst solche Riesenspenden nicht mehr leisten. Der Rabbiner entschuldigte sich damit, er habe nicht gewußt, daß die Frau hinter dem Rücken des Mannes gehandelt hätte, er hatte allen Grund, anzunehmen, daß es im Einvernehmen beider Ehegatten gesehehen war. Der Mann gab sich nicht zufrieden. Er meinte sogar, es wäre recht und billig, das Geld ״vorn Jerusalemer Rabbi zurückzuverlangen. Dazu konnte sich aber der Rabbiner nicht entschließen und er versprach in seiner Ratlosigkeit, dem Manne aus seiner eigenen Tasche nach und nach in Raten das Geld zurückznerstatten, In diesem Augenblick trat der Geldbriefträger ins