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Jüdische Presse · 1932-08-19 · 33 (19.8.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
33 (19.8.1932)
Date
1932-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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iVr. M. jüdische Presse { Tschechoslowakei Abermals Pödkarpatska Rus. Wenn IM■« ein;Beispiel dafür haben will, wii ernste Probleme, des Judentums, die an die Seele unseres ganzen Daseins rühren, zu belanglosen, kleinliehen und sinnlosen Zänkereien ausarten können, so braucht man nur die Eilt Wicklung jener Fragen zu verfolgen, die seit einigen Monaten die jüdische Oeffentlichkeit ׳unseres Landes im Zusammenhänge mit der Organisation der orthodoxen Gemeinden in Pödkarpatska (Rus beschäftigt״ Wovon war man nur bei dieser Frage ausgegangen? Wer weiß es noch? Das eigentliche Problem war ernst genug, Es war der Mühe wert, seinetwegen Versammlungen abzuhalten, 116* ratung zti!pflegen» Zeitungspölemiken zu führen, Behörden und Aemter zu behelligen und die Gemüter aufzuregen. Es handelte sich doch darum, in einem Landesgebiete Unserer Republik, das wie kein zweites von orthodoxen Juden dicht bevölkert ist, den ortliodoxen Gemeinden durch die Wiederherstellung ihrer staatlich anerkannten ׳organisatorischen Gemeinschaft die 1F unktionsfä h i g ■k e i t z ttrückz u g e b e n, die ahnen vor fünf Jahren durch die behördliche Suspendierung der Uzhoroder Expositür des Bratislayaer orthodoxen Zentnalbureaus genommen wurde. Davonging man aus. Wohlgemerkt also, von dem Wunsche nach der 0 rga n i sa t o r i s c!11 e n' Fu n kti oji-s f ähi-gik ei t des orthodoxen Judentu ms in den großen und kleinen Gemeinden von ,Kä1׳• p a th o r uß 1 a nd., Und was ist in ganz kurzer; Zeit aus diesem lebenswichtigen Problem geworden? t Nicht«! Wo halten wir jetzt in dieser Frage?!Nirgends! Weswegen aber dieses für unsere orthodoxen Zustände seit Jahrzehnten so Furchtbar charakteristische ׳und so 4 verhängnisvoll katastrophale ״Nichts“ ■und ״Nirgends“? Weil wir es meisterhaft verstehen, unsere ״vitalen Angelegenheiten zu nichtswürdigen Zänkereien ״auszugestalten“. Mail ■hat es auch bei dieser Frage nicht gescheut, die Aufmerksamkeit von dem Hauptproblem!künstlich ab zulenken!und die ganze Frage allmählich dahin gelangen z׳u lassen, als ob d i e hochwichtige Frage auf der Tagesordnung stände, ob der Anhängerschaft des Munkacser Oberrabbiners oder der!eines;anderen einf-Lußreichen Führers: die Vorherrschaft im karpathorussischen Judentum einzu-räumen sei. Wir lassen die Frage ganz dahingestellt, ob hinter dieser Ablenkung des öffentlichen Interesses von den großen Problemen der 'organisatorischen ' Funktionsfähigkeit־ des ortho-' doxen Judentums in den karpathorussischen -Gemeinden schlaue Absicht der Arrangeure oder nur beschämende Unfähigkeit der Führer, zu -führen!und zu leiten, steckt. Bei ■beiden Eventualitäten läuft es auf das gleiche Resultat ,hinaus, auf die V e rsa nd•u ng u n d V-ersump f 11 n g d es öffentlichen Interes s es. Die ״Jüdische Presse“ hat ihre leider sehr schmal ־ bemessenen,(.: Spalten ,beiden einander,.,. gegenüber-, stehenden Parteien zur öffentlichen sachlichen Meinungsäußerung in der Hoffnung zur Verfügung gestellt, daß in der, e 11 r11 che,11, auf das heilige Z ii e 1 10r t■11 od oxein Woll en-s hinsteuernden Diskussion ■eine gesunde Ges i -nn 11 11־ -g s!1 ä u t e ■r u 11 ■g zum Nutzen des orthodoxen Judentums herbeigeführt wird. Und was sehen wir? Unsere Korrespondenten, die — soweit wir ihre Daten an der Hand der Antworten der Gegenpartei nachzuprüfen vermögen —;in ihren Argumenten unanfechtbar sind, stellen sich allesamt auf den Standpunkt derjenigen, die in der!Uzhoroder Kontrakonferenz einen nicht ausschließlich mit den redlichsten Mitteln verfolgten Versuch zur Verhinderung der Wiederherstellung der vom früheren Ungarn übernommenen und durch den Zusammenhang mit der -slowakischen Orthodoxie ebenfalls gesicherten o r g a 11 i 6 a 10 1׳ i s e •h e 11 S t ä -r -k e erblicken. Wes-!halb also von seiten der Vertreter der entgegengesetzten Ansicht immer wieder das Festhalten an dem Spiel mit leeren /Worten ״Exposituristen“, ״Separatisten“, ״Munkacs“, ,^Chu-st“, ״Uzhorod“, ,jSevlus“ etc.? Die 1״J ü d i s c 11׳ e Z e i ׳t!11 n -g“ -in!Munkacs und -offenbar auch die ״Z s i׳cl 6 U js ä g“ in!Budapest leisten sich Woche für Woche Anzapfungen der -slowakischen Orthodoxie :mit der Aufforderung, ,sie möge die Erklärung abgeben, ■daß sie keinerlei /Gemeinschaft mit der karpathorussischen Orthodoxie und vor -allem nicht die Wiederlie 11steilung, des vor der behördlichen Suspendierung bestandenen Zustandes wünsche, um damit eine Lösung im Sinne der ״Munkacser“ — wenn auch nicht auf die nobelste Weise — zu e r z w i n,g-e n. Ist das nicht schon ein allzu’ frivoles Spiel mit dem Feuer, das sieh sehr weit entfernt von -dem Ziel, das orthodoxe Juden auch im heißesten!Kampfe •niemals aus dem Auge verlieren dürften? Es ist allgemein bekannt, daß!die slowakische and inoffizielle Orthodoxie nach : einhelliger Anschaumig der gesamten, für ihre Entschlüsse maßgebenden öffentlichen Meinung dem Kampfe um die p 1• g a 11 i.s-a t01׳ i s che F o r m in Karpathoraißland f e 1• n s t e h t, und allsplange wohl auch in ' Zukunft f er.11 ste.11 en dürf 16־, als dort, nicht etwa — wie jüngst in der Uzhoroder -Konferenz —; Au s chau ungen zum D u r c.11 b r u c 11 g e 1 a ng e n, die in j!h׳rer Anwendung■ a,uf ,die Slowakei dem wahren Geist der O r t h 0 d-o x i e zu r G e f a h r w o r d e n m ü ß t e 11. Der slowakischen Orthodoxie aber zuzumuten, daß auch sie selber die Vernichtung und Zerstörung auch nur eines’ Teiles ihrer rechtlichen und* gesetzlichen organisatorischen Grundlagen nur des-halb billigen sollte, weil man auch vor fünf Jahren in größter politischer!Bedrängnis genötigt gewesen zu sein glaubte, ein Unrecht geschehen zu lassen, ist ein zu starkes Stück, um er-n-stgenoramen zu werden, Die slowakische Orthodoxie trat auf Grund der bisherigen!Erfahrungen gewiß keine große Sehnsucht nach Zuständen i n n e r h a 1 b ihres Wirkungskreises, wie!man -sie in Podskarpatska Rus ohne zwingende Notwendig״ jeeit •aufkommen ließ. Sie darf aber die Pflicht der אה לח ישראל auch in r eligiöser Beziehung nicht ver״ leugnen und dürfte -ihre Mitarbeit an der Sanierung der dortigen orthodoxen Verhältnisse nickt versage», wenn diejenigen, die nicht vergessen haben, was das orthodoxe Ziel ist, in ihrer Mehrheit die -or-ganisatori״ sehen Rande zwischen sich und ihr nicht gewalt״ sam und ostentativ zerreiße», _ 2 ■Es gibt aber einen Weg, der unseres Erachtens als ein Vorschlag zur Güte betrachtet werden könnte, wehrt man nur die Orthodoxie in ihrem wahr e n Sinne im Auge hat, und der ehr ■gangbarer. Ausweg aus dem Sumpf und der Sackgasse wäre, in die die Auge-!!egeniheit der karpatliorttssischen ■Gemeindeorganisa•־ tion geraten ist. Wir sehen uns auch schon deshalb.—■ ohne unsere Objektivität und Neutralität im geringsten zu verlassen — veranlaßt, atif diesen Weg :11in21tweisen, weil -das Organ des!Munkacser Oberrabhiners neuerdings von den in. unserer!Zeitung von der Sevluser Partei Vorgebrachten Argumenten zu der!Erklärung -seine Zuflucht nimmt, es könne nur auf Darlegungen!eingehen, die von unserer Redaktion selbst vertreten werden, Wir können dies aber auch deshalb, Weil ׳unseres Erachtens auch der Oberrabbiner von Munkacs diesen Weg beschreiten könnte, ohne die Abwegigkeit seiner bisherigen Methoden 2t!r Durchsetzung deines Standpunktes -offen eingestehen zu müssen. Unser Vorschlag .lautet: 1, Rekle Parteien geben entweder gemeinsam oder auch vorläufig getrennt, mit Unterschrift ihrer rabbinisdien und nichtrabbinischen Führer vor der gesamten Oeffentlichkeit (die programmätische Erklärung ab, daß sie als einziges Ziel ihres organisatorischen Strebens die F u n -k t i 0 n s f ä h i gkeitdes 0 r t h od ox en J ud e n 111 ms in den Gemeinden und in der Gemeind eg em ein- Schaft erblicken. 2; Sie geben;in. der gleichen Weise die Erklärung ab, daß sie ihr Ziel -mir .gestützt auf die orthodox lebenden und orthodox wirkenden Gemeindemitglieder zu erreichen wünschen. 3. Sie erklären jede Wahl v-on Würdenträgern oder Funktionären in!die orthodoxen Landeskörperschaften, die mit der sinngemßen Anwendung des & 13 der orthodoxen ׳Landesstatuten ■ für die Slowakei in Widerspruch steht, von vornherein als unzulässig und ׳ungültig. 4. Sie verlangen von der Regierung die ehebaklige günstige Erledigung des s'einerzeitigen Kiraly-;häzaer Protestes gegen die Suspendieru.ng der rechtmäßig gewählten prthodoxen L a nd!es rep rasen tan z -für Podk■ärpatska Riis lind fordern die Wiederherstellung des Recbtszustandes, der durch diese Suspendierung ׳unterbrochen wurde. 5. ׳Nach der Wlied e r;h!ers t e 11 ü ng d es 1R e c;11 t'szu:s'tanl es entscheidet die!Organisation in Pödkarpatska »!Rus selber unbeeinflußt über den F <0 r t b e s t!a n ■d o d •e r d i e A u ,f h e b u n g ihrer Verbind!1111 g mit der orthodoxen Organisation in der Slowakei. Wir übergeben diesen Vorschlag der jüdischen Oeffentlichkeit. Vielleicht hebt er ein wenig das Niveau der Auseinandersetzungen in dieser Frage. J. J. 1B. Scliomi'e Schabbos, Stellenvermittlung der Agüdas- Jisroel-Jngendgruppen in der Slowakei, Landeszentrale, Bratislava, Edlhof. Offene Stellen: Je ein selbständiger Tapezierer und Zimmermaler (Tnschkau, C. S. R.); Uhrmacherlehrlin-g (Bratislava); Vertreter für Privatkundenbesuch (PieStany); •Fensterputzergpliflfe, ׳ ׳ eventuell; Einheirat, (Nitra); Mädchen für Alles ' (Öestö bei' Modra); Produktenhändler (Tuschkau); Köchin (Piestany); Gemischtwarenlehriing (Növe Mesto n; V.); -Schnittw;arenkommis (Tr-nava); Kommis -für Herrenkonfektion und Schuhwaren (2eliezovee). Weiße Zähne: Chlorodont Jüdische Erziehungsverhältnisse in Uzhorod. Aus Uzhorod schreibt• man uns: Diie ״Jüdisohe Presse“, die den religiösen Verhältnissen unseres Landes schon so viele Artikel gewidmet hat, dürfte sich •wahrlich einmal auch mit der Jugenderziehung in ׳unserer -Gemeinde eingehend beschäftigen. ,Uzhorod ist eine der allergrößten orthodoxen Gemeinden des Landes und war früher eine weltberühmte .׳!.קיר•. ואם בישראלin der מלי חדור.? gewirkt haben lind vielejüdische Kinder fürחורה ו י דש ־ erzogen wurden. Da drängt sich ■die Frage wp,»: selbst a׳u-f: Wieviele der ׳führenden׳' und maßgebenden . Persönlichkeiten unserer Gemeinde lassen denn auch jetzt noch ihre Kinder im echtjüd'ischen,י'alfeit orthodoxen .Geist על ברבי התורה והיראה erziehen? Warum wird die Verwahrios'iing der religiösen •JGindererziehung so gleichgültig. hipigenommenj als 015 diejK/indererziehung nur eine sehr nebensächliche Aufgabe :■einer,/ orthodoxen Gemeinde wäre? Warum regt man sich über alles auf, was in der •Gemeinde vorkommt. nur nicht* darüber, daß viele!hundert jüdische, Kinder jahraus und jahrein so erzogen -werden, daß man vepnün1fagerweise|; an die kommende Genei-ation nicht einmal mehr die Hoffnung knüpfen darf, daß sie מחזיר עטרה לישנה sein wird? So traurig ist es hier bestellt, nicht nur mit den Mädchen, ■wie jüngst in ׳Ihrer Zeitung richtig bemerkt war, soiidei'n auch .mit'; den Knaben. Diese Kinder wachsen heran, ohne zu wissen, daß wir in einer katastrophalen־ Zeit leben und daß man in unserer Zeit sehr stark »nd In'/cleiאמונה ־ sehr gefestigt | sein muß, wenn man widerstandsfähig bleiben soll. Es handelt sich da zumeist um Kinder Von braven, ehrlichen, aber einfachen und unerfahrenen orthodoxen ■Eltern,, die sich» selbst ohne Führung, in solchen Sachen nicht auskennen und ratlo? sind, auch wen.» sie sehen, daß ihre Söhne und Töchter falsche und unjüdische Wege einschlagen. Sie nielünen sib)1 in ujjei» ein Beispiel an den angesehenen Leuten, den אגשים לכובדם an der Gemeinde, und gerade diesen fällt es uich{ .pi», sich die Frage vorzulegen, ob sie auch dann würdig sind, an ■der Spitze einer orthodoxen קדושה •ppp zu stehen, wenn es ihnen selbst ninht wiohtiff war u»d nicht wichtig ist ihre eigenen Kinder im alten Weg als orthodoxe Juden zu er״ ziehen. Wer!hilft uns. da, in dieser Beziehung die Zustände zu ändern» bevor nQ»h alles zugrunde ge״ gmgm lst? Wir haben zwar eine orthodoxe Schule und auch eine'Talinud Thora, die von hnndtrjeh!v״ leider meistens nur armen -״״״ Kindern hesüeht werden, Diese Schulen könnten vielleicht auch wirklich ihre Aufgabe erfüllen, wenn man!ihnen mit^ Herz.׳und;Verstand die notwendige Aufmerksamkeit schenken würde. Wir haben aber außer der Talmud Thora auch schon (nach dem schlechten Votbild von Munkacs) eine besondere zionistische (s genannte hebräische) Schule, Attch dieser Schule fehlt es an Schülern nicht, Sogar Angestellte der Gemeinde schicke» ihre Kinder! hin und wenn man sieht, daß die Gemeinde sich das gefallen läßt, so wirkt das nicht gerade abschreckend auf die anderen einfachen Mensehen, und es kann dann auch kein Wunder mehr nehmen, wenn wir einer sehr traurigen Zukunft entgegensehen. Wie kann man da verlangen, daß man auf die Mädchen und ihren Religionsunterricht achten soll, wenn es bei den angesehenen Balebatim mit den Knaben auch nicht besser bestellt ist? Oder denkt matt vielleicht, daß an diesen!Zuständen die Kanzlei — mag sie separat oder an Bratislava angeschlosSett sein — etwas ändern könnte? Wenn das der Fall wäre, warum sprach man von dieser wichtigen Sache nicht ein Wort, weder bei der Versammlung in Sevljiis noch bei der hiesigen Versamm״ hing,*die Ihre Zeitung ״Kontrakonferenz" nennt? Weiß die Welt, warum man nicht den Mut hat, von solchen Fragen zu sprechen? Weil man die Zionisten schon ■so stark hat werden lassen, daß man sich vor ihnen schon ■fürchtetf Man opfert ihnen! lieber die ganze Jugend Hin, als daß man sich aufrafft, etwas zu.tun, was ihnen die junge Generation ein für allemal abwendig machen und der weiteren Entwicklung in der Gemeinde eine Wendung geben würde. Denn das würde nur der orthodoxen Agudas Jisroel moralischen Nutzen bringen, aber die offenen und noch mehr die geheimen Zionisten in furchtbaren •Zorn versetzen. Charakteristisch für unsere-Zustände in der Jugend״ erziehung ist auch folgender Vorfall, den man außerhalb Karpathorußlands nicht einmal glauben wird. In der gestrigen Sitzung des Stadthauses hat man der zionistischen Schule von den Sfeuergeldern, auch der Juden, die in der Unterstützung zionistischer Schulen einen strengen Issur sehen, eine Subvention von 1Kc 10,0 0 0 bewilligt. Für Talmud-Thora״Kintler oder für eine Jeschiwa hat die Stadt eine Subvention noch niemals bewilligt, obwohl die offizielle Gemeinde mit ihren vielen hundert Mitgliedern oder die orthodoxen . Juden, die den Großteil der jüdischen Bevölkerung bilden, darauf ohne Zweifel mehr Anspruch!hätten als die Zionisten. ■Man läßt aber die Zionisten gewähren und man laßt ■ihren Einfluß auf die Jugenderziehung erstarken, ׳weil sie lim Stadtrnt dieselben Ziele verfolgen wie in der Gemeindeleitung, ׳und weil sie dort hineingevvählt wurden mit der Hilfe von Leuten aus ■der Ge-;meindeleitung. Das .Resultat ist dann bei uns das gleiche wie in Munkacs: S eI b s t z o r s t ö r u n g des orthodoxen j ud en tum« u nd A u s.l i e f e r u n g s e i n e r Interessen in die Hand seiner gesell wo- 1• e n e n G e ■g n e r. Würde aber die gesamte jüdisch-orthodoxe Oeffentlichkeit im Wege der Presse von diesen Zuständen erfahren, so würden vielleicht manche, die heute im -Stillen klagen und seufzen, darin eine Ermutigung erblicken!und sich mit!Ehfolg zur Wehr setzen. Die ״Jüdische Presse“ würde nur eine Pflicht erfüllen, wenn ׳r!ie diese wichtige Angelegenheit mit derselben Gründlichkeit behandeln würde wie die jüdisch-politischen oder organisatorischen Fragen, die ihr vom Standpunkt der Orthodoxie wichtig erscheinen. ׳Bar Jisroel. . . .,(Di? obigen, zweifellos/ gutgeipeinten, Ausführungen 'sradunkalleixlingswicHtig genüg, um sie der Oeff entliehk-eiit zu übergeben,, obgleich sie schwere Anklagen gegen die Uzhoroder Gemeindeleatung enthalten. Es würde uns freuen, wenn sie entweder zu einer ׳berichtigenden •Dar- (Stellung oder zu einer Aenderung der Zustände Veranlassung geben würden. Die Uzhoroder Gemeindeleitung hat das Wort! — Die Redaktion.) Bei Gallen- und Leberleiden, Gallensteinen und Gelbsucht regelt das natürliche ״Franz-Josef“-Ritterwasser die Verdauung in geradezu vollkommener Weise. Klinische Erfahrungen bestätigen, daß eine!häusliche Trinkkur mit Franz-Josef-Wasser besonders wirksam ist, wenn es, mit ■etwas heißem Wasser gemischt, -morgens auf nüchternen Magen genommen wird.!Das ״Franz-Josef- Bitterwasser!is׳t du Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhandlungen erhältlich. Was macht die Agudo? Diese Frage soll nicht an den Weltverband, sondern:; an die Ägudo-Ortsgruppen in der Slowakei gerichtet sein. Es berührt einen jeden gewiß angenehm, wenn ■man hört, daß sich die Agudo-Ortsgruppen stetig vermehren. Gewiß ist es mit Freude zu begrüßen, daß fast;sämtliche Führer der großen Jeschiwos auch in unserem Lande mit -der Zeit zu der Erkenntnis gelangt seien, daß die Vereinigung ׳aller wahrhaft orthodoxen Juden in der Agudas Jisroel eine Stärkung des Judentiims bedeute und schon deshalb allein eine Notwendigkeit -und eine Pflicht sei, der sich kein ernster orthodoxer Jude entziehen dürfe. Die -positive Stellungnahme der Oberrab-biner von Chust und Galanta zur Agudo, von der wir erst jüngst gelesen haben, i׳st unzweifelhaft ein schöner — wenn auch ■selbstverständlicher und längst •erwarteter — ■Fortschritt. Aber es muß bemängelt werden, daß die Begeisterung, welche bei der Gründung einer Ortsgruppe an ■den Tag gelegt wird, allmählich abkühlt und verschwindet. Es sind in der Slowakei Aguda- Ortsgruppen, welche seit Jahren kein anderes Lebens- Zeichen von sich geben, als daß man monatlich Beiträge einkassiert. Das -ist allerdings auch etwas. Es ist ein Zeichen, daß man zum Agudo-Verband gehört und gehören will. Aber das ist bei weitem nicht genug. Wienn die strenggläubige Jugend unter der Agudo- Flagge ihre Schiuvim hält, ■so darf das nicht unterschätzt werden, Aber das darf noch lange nicht alles sein. Es müßte eind der wichtigsten Aufgaben ■der Agudo- Gruppen sein, auch jene Leute in der Gemeinde, welche an Keinem Schiur, an keinem ״Lernen“ teilnehmen, zum *ständigen Besuch von Vorträgen zu animieren und ihnen Vorträge •und Kurse zu ■bieten, welche sie zu den Wahr- ..•beiten•der G״tteslehre und zum jüdischen Leben führen. Ebenso wichtig und erfolgreich wäre es, wenigstens einmal im •Monat öffentliche Versammlungen z!u veranstalten, in welchen das große Publikum über die Lei״ stiingen, Kämpfe ■und die täglich sich erneuernde Not״ wendigkeit des Agudo-WeltVerbundes aufgeklärt wird. Durch solche Versammlungen kann erreicht •werden, daß die Agudisten in ihrem Agudismus bestärkt und neue Anhänger hefangezogen würden. Vor allem aber wird dadurch wirksam verhütet, daß aus den Kreisen der Orthodoxen sich Ueberläufer ins gegnerische Lager vermehren, Die Agudo^Gruppen sollten die Rabbiner ihrer Gemeinden ersuchen, der Tätigkeit ihrer Gruppen »»imtenbrophe» ein solches Interesse eutgegenznhriugen wie bei der Gründung, Diese Aufmerksamkeit der Rah״ •biner * die sieh doch mit ganz verschwindenden Aus״

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