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Jüdische Presse · 1932-08-05 · 31 (5.8.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
31 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 51 mamMäm» JÜDlSCHfc PRESSE Seite f Von Wodte 211 Woche. Zwei Ereignisse der abgelaufenen Woche waren cs vornehmlich, die das Interesse des jüdischen Zeitttngslescrs beanspruchten: die Hinrichtung der zwei Komniunisten in Budapest und der Ausfall der Wahlen in Deutschland. Jene zeigt abgesehen von allen politi-?dien und allgemein menschlichen Erwägungen, deren Erörterung und Vertretung aller nicht unsere alleinige Sache ist, wieder einmal, wie verderblich es ist, wenn Juden partout Märtyrer fiir fremde Ideale werden wollen, — dieser aber will vielleicht doch schon mitten in unseren, drei Wochen der Trauer den Trost bieten, daf-t auch dem rasendsten Aufstiegstempo des Feindes einmal Sättigung und Mäßigung folgen muß. Beide Ercignisse aber, entsprechen sie nicht dem zweifachen l’ebel, das Jisroe! nach dem Ausspruche des Propheten Jirmijahu begangen hab? לחצב D־*n D'D מקיר lUty אתי להם בארות בארות נשברים אשר לא יבלו המיס. Und darum iutch dieses hilf lose Preisgegebensein gegenüber allem, auch dem Gespött: כבשת גנב כי ימצא כן הובישו ב*ת ישראל. Es ist aber traurig, vielleicht aber auch ein Glück, dal! es solche Werkzeuge sind, die die Vorsehung?ich für die Züchtigung und Beschämung Jisroels ausgesucht hat. Denn sic alle gleichen mehr oder weniger dem Manne, den ich neulich sah, als er in Begleitung einer Frau in der Judengasse ein Geschäft verließ, wobei er schrie: ״I geh’ nimmer z’ruck, i bin ja ka Jud net, daß i fünfzigmal zuruckgch’ . . Stolz sagte er es und ging seines Weges — an der nächsten Ecke aber machte er kehrt und ging zurück ... * Und von ähnlicher moralischer Qualität sind auch jene Turnweiber nationaler Couleur, die auf alles Nichtnationale, alles Großstädtische und alles — Echt- oder Pseudojüdische mit solcher Verachtung herabschen. In ihrem vermännlichten Schritt allein liegt schon mehr Unsittlichkeit als in allen Tanz- und Dirnenmanieren der Welt. Vor einigen Monaten war es, da eiferte die ,,freisinnige“ Presse dagegen, daß ein Polizeifachmann gelcgentlich eines Kriminalistcntages gesagt hatte, ein religiöser Mensch könne nicht kriminell sein. Und doch kommt es nur darauf an, ob diese Religiosität echt oder Floß äuß.crlich, ob sic tief oder oberflächlich ist. Mit den Parteien verhält es sich fast wie mit den Religionen: jene fordern gewöhnlich programmgemäß mehr oder weniger dieselben vernünftigen Reformen, diese stimmen oft in der ethischen Forderung weit-!:eilend überein. Im Ton aber gehen jene, in den Kultformen diese weit auseinander, und doch wäre es vielleicht besser, wenn die Parteien weniger innerliche l’ehcreinstimmung zeigten (die zum Teil wohl in ihrer geistigen Unfruchtbarkeit ihre Ursache haben dürfte), dagegen aber in ihren Kampfmethoden auf allgemein menschlicher Basis stünden — und, was die Religionen betrifft, würden die Menschen einander wohl Abweichungcn in der Ethik viel eher verzeihen, als solche des Dogmas, des Ritus und der Gebräuche. Damit soll aber, bewahre, nicht etwa einer Nivcllierung dieser Differenzen das Wort geredet werden, sondern dem gegenseitigen Verständnis und der Duldsamkeit. Denn wir unsererseits wissen, was es, an Ewigkeiten gemessen, bedeutet, wenn die ״Awele Zion“, als wären sie Brüder eines Ordens, einander in den glutspeienden Straßen begegnen und mit stummem Blick grüßen: sie trauern um Jeruschalajim und warten auf das Wiedererstehen des Hauses, das eine Stätte des Gebetes für alle Völker war und wieder werden soll. Mtbgr. 01 NACHRICHTEN 0 Bundeskanzler Di*. Seipel gestorben. Am 2. August ist der Österreich Ische Altlmudes- Kanzler Dr. Ignaz Seipel gestorben. Mit ihm scheidet nicht nur eine der markantesten Persönlichkeiten, •die das politische Leben in Oesterreich seit dein Weltkrieg uiil'zuweisen, gehabt hatte, endgültig aus seinem Wirkuiigskreis, sondern auch ein hervorragender Vertreter tun! Verfechter der katholischen Kirche, der christlichen Wcltanschmiuiig. Auch das gesetzestreue Judentum Oesterreichs hat allen Grund, den Heimgang dieses •Mannes schmerzlich zu bedauern, da er sein feines Verstund nis für ■das religiöse jndentum erwiesen hat. Besonders war •dies auch ■der Fall, als nach der Aiiglicdcrung des B u r g c n 1 a 11 d es an Oesterreich die Frage der organisatorischen Zusammenfassung der orthodoxen Gemeinden •des Landes aktuell wurde. Da- ’Hals ermöglichte es Dr. Seipel, daß dieser Zusammen- Schluß in ähnlicher Weise, wie ihn diese Gemeinden bis dahin im Rahmen der ungarischen Gesetzespraxis zum Segen ihrer inneren Entfaltung genossen hatten, durchgeführt wurde. Noch bedeutender war aber seine •Stellungnahme in einer das Gesamtjudentum treffenden Angelegenheit, in der Schächtfrage. Damals, als die Angriffe gegen das Schächten, angeregt durch das bay- ,‘Edie Sohächtverbot, auch in Oesterreich eine uuerböite Vehemenz erreichten (es war im März 1927), ‘,inpfing der Bundeskanzler eine Abordnung des Vor- Standes der Agudas Jisroel, die ihn von der Besorgnis der österreichischen Judenschaft in Kenntnis setzte, daß die schächtgcgnerischen Bestrebungen in Bayern auf Oesterreich iibergreifeu könnten. Dr. Seipel erklärte damals (und diese Erklärung wurde auch in den amtliehen Verlautbarungen publiziert), daß ihm von derartigen Bestrebungen in Oesterreich nichts bekannt sei. Sicherlich werde von Staats wegen .nichts unternommen werden, was der verfassungsmäßig gewährleisteten freien Religionsübung widerspricht und außerdem einem von den Juden als biblisches Gebot betrachteten Brauch den Makel der Grausamkeit aufdrücken würde. Er glaube aber, daß auch in der Bevölkerung selbst, mindestens in der katholischen Bevölkerung, nicht die Tendenz bestehe, den Angehörigen des jüdischen Glaubens das Schächten unmöglich zu machen. Familiciinncliricht. Im Hause Sr. Ehrw, .Herrn Rabbiner Josef Baumgarten •ist ein freudiges Familiencreiguis eingetreten. Frau Helene Kollmann. Preßbürg, Tochter des Herrn Rabb. Baumgarten, ist eines gesunden Kitaheu genesen, dessen ברית am 3. d. M. stattfand. ז• מ״ט Nervenleidenden und Gemütskranken schafft, das überaus milde, natürliche .,Franz*Josef“-Bitterwasscr regelmäßigen Stuhlgang, gute Verdauung und erhöhte Eßlust. Nach Erfahrungen berühmter Nervenärzte ist der Gebrauch des Franz-JoseF-Wassers auch hei Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks aufs angelegentlichste zu empfehlen. Das ״F 1־ a 11 z - J es e f“- ■Bitterwasser ist in!Apotheken, Drogerien und Mineralwasse r 11 a nd 111 nge n er hä 111 i eh. Lndenspcrre am Sonntag Erew Jaum Kippur. Der Verband der Sabbatfreundc hat Schritte eingeleitet, um fiir Sonntag Erew Jaum Kippur die Bo willigung zum Offenhalten der koscheren Lebensmittel- und Fleischhauerläden usw. zu erwirken, und hat sich zu diesem Zweck' mit dem Präsidium der Israel. Kultusgemeinde Wien ■in Verbindung gesetzt. Die jüdische Hausfrau benützt in ihrem Haushalt stets die koscheren Inzersdorfcr Fier nudeln, welche bckanntlieh ׳unter Aufsicht Sr. Ehrw. de« Herrn Oberrabbiners S. Fürst der Adas Jisroel (Schiffseh 111) erzeugt werden. Jede moderne Hausfrau weiß, •d i den neuesten Errungenschaften der Technik ei1״׳r tete ״Inzersclorfei־“ Eierteigwarenfabrik solche hervorragende Qualitäten erzeugt, daß es nicht mehr notwendig ist. sich mit dem Herstellen von Nudeln und Fleckerln zu plagen. Jüdische Gesellschafts-Studienreisen Dic״״Jüdische Presse“ veranstaltet gemeinsam mit der ״Pag“ unter Führung des Historikers Leopold M.o s c s Gesellschafts-Studienreisen durch die jüdischen Sehenswürdigkeiten Oesterreichs, hei denen auch die historisch denkwürdigen Stätten und die landschaftlichen Schönheiten Berücksichtigung finden. Die zunächst geplanten Touren sind: tim 21. August Eisenstadt, am 22. August Kobcrsdorf, Lac-kenbach, Deiitselikreiiz, Sopron. am 23. August Carnuntum, iHainburg, Kittsee, Gattendorf, am 28. August Wiener Neustadt, iVlattersbürg. Detaillierte Prospekte mit besonders ermäßigten Preissätzen bei Anmeldung durch die ״Jüdische Presse“, Wien. | Tagung cles zionistischen Aktionskomitees. Am 26. Juli wurde in London die Tagung des Aktionskoinitees der zionistischen Organisation eröffnet. Die jüdische Arbeiterpartei will diese Tagung vor allem zur Aufstellung eines genauen Eiawaudcrungs- und Kolonisationsplanes für die nächsten vier oder fünf Jahre beniitzen. Im übrigen beschäftigt •sich die Tagung mit der bevorstehenden Wcltkonferenz, mit der Frage •der Anerkennung der Revisionisten als Sonderverband und verschiedenen anderen Fragen der zionistischen Arbeit (Kolonisation, iVlittelstandssiedlung, Privatinvestitionen, Keren Hajessod!und Keren Kajemeth). Rabbiner Dr. M. Sch. Winkler זצ״ל Die niederschmetternde Kunde von dem plützliehen Hinscheiden dos pflichteifrigen, allgemein beliebten und geehrten הר׳ הג׳ ר׳ מיכאל שלום ווינקלער זצ״ל Rabbiner der M-achsike Hadass-Gemeinde in Kopen- 11 agen, wirkte wie ein Blitz vom heitern Himmel. Trotz seiner siebzig Jahre gönnte er sich nicht die nötige wohlverdiente Ruhe, scheute weder Mühe noch Plage. Wo es um Klallangelcgenheiten handelte, arbeitete er mit he wund er ns werter Jugend frische. Seine Rührigkeit und sein Eifer für die Allgemeinheit führte ihn vor neun Monaten nach Amerika, wo er für jüdische Institutionen Großzügiges zu leisten beabsichtigte und nach verrichteter Arbeit nach seinem Geburtsort Jeruscholajim zu fahren gedachte. Wie er sich bei seinem Abschied geäußert: ״Nelcho ad ko“, ich will meine Sache in Amerika verrichten, nachher ״w’nischtachawe“, will ich Haschern in Jeruscho lajim danken, wonach ״w’noschuwo‘’, möchte ich zu euch zurückkehren; was leider aber zu unserem unaussprechlichen Schmerz nicht •geschah. Es war Haschems Wille. Er verschied iu New York. Im Niftor 1s. z. 1. waren alle guten ׳und hervorragenden Eigenschaften, die einen Talmid Chochom auszeiclmen, vereinigt.!Seine Leistungen in Kopenhagen während seines sechzehnjährigen segensreichen Wirkens werden fiir ewige Zeiten in Erinnerung bleiben. Auch bei den ideellen Kämpfen, die er •als Führer der religiösen Juden auszufechten •hatte, war er von dem Willen beseelt, den Frieden herbeizuführen. Er war die Fe.uersäule der Thora ini kalten Norden.!Sein besonderer Fleiß v.erhalL ihm, sich zu einem wirklichen Gaon emporzuschwingen. Die ganze Stadt war schon längst iu tiefem Schlaf versunken, der Morgen war beinahe herangebrochen, im Zimmer des Raw hat aber noch das Licht gebrannt und die Quellen des ״ewigen Lichtes“ wurden erschlossen. Wiewohl er •auch ■anderweitig vielfach in Anspruch genommen war, war es ihm vergönnt, drei Sforim auszugeben. Es sind dies טוב ,משכרי ים טע□ und יד זשם, Außerdem befinden sich noch eine Reihe weiterer Werke im •Manuskript. Sein Haus war stets offen und es verkehrten in ihm mit Vorliebe die jüdische Jugend, mit deren Er- Ziehung im alt jüdischen Geiste er sieh intensiv bcschäftigte. Unserem •Schmerz möge der Gedanke Trost verleihen, daß sein Lebenswovk auch weiterhin in unserer Mitte fortleben, •und daß die Saat, die er mit dem Einsatz sqiuer geistigen und physischen Kräfteverstreut, unserer Gemeinde zum ■Segen und der ganzen jüdischen Gemeinschaft zur Ehre gereichen wird, indem wir bestrebt sein werden, •sein begonnenes Werk fortzusetzen, Chawal al d’uwdiu,חנצב״ה S* Nathan Knöpfelmacher, Kopenhagen, z, Zt. Bratislava. Die Urteile rabbinisclicr Gerichte in Ehescheidungsfragen sind fiir die jn|0slawisehen Gerichte Bindend. Das Appellätionsgericht in Skoplje hat irt einem Ehescheklungsprozeß das Urteil auf Grund der Entscheidüng eines rabbinischen Gerichtes gefällt, •ln der Begründung des Urteils wird gesagt, daß jüdische geistliehe Gerichte kompetent sind, in Ehescheidungsfragen für Angehörige der mosaischen Religion rechtsgültige Beschlüsse zu fassen. Der Standpunkt des Appellationsgepichtes wird auch von der höheren Instanz, dem Kassationsgerieht. geteilt. Jüdisch-atheistische Propaganda gegen die Beobachtung der hohen jüdischen Feiertage in Rußland Die jüdischen Kommunisten in Sowjetrußland haben mit ihrer diesjährigen Propaganda gegen die Beobaehtung des jüdischen Neujahrsfestes lind des Versöhmimgstages durch die Juden der Sowjetunion bereits begonnen. Der Verband der militanten jüdischen Atheisten ״Apikoims“ hat soeben eine Sondernummer seines Organs herausgegeben, die dem Kampf gegen die Beobachtung der hohen jüdischen •Feiertage gewidmet ist. 1 Entwässerungsanlage führt durch jüdischen Friedhof Jerusalem. Der Beschluß der Regierung, eine Entwässerungsanlage durch den alten sephardischen Friedhof in der Nähe des Grabmals von Simon Hazaddik zu führen, hat große Aufregung unter den orthodoxen Juden Jerusalems hervorgerufen. Nach dein •ursprüngliehen Plan sollte die Drainage durch den Moslemfriedhof geführt werden: infolge Protestes der Araber hat der High Com.missioner den Plan geändert. Bücher. Jüdisches Jahrbuch für Oesterreich, herausgegeben von .L o e b e 1 T a 11׳ b e s und C h a j i m B 1 o c h.! Das vor einiger Zeit in den Blättern angekündigte ״J. J. •f. Oe.“ ist •bereits erschienen. Es gliedert sich in einen informativen und •in einen Iitcrarisc 11 -wissenschaftlichen Teil. Dr. Leo Goldhammer bietet in einem einleitenden Aufsatze eine zahlenmäßige Hebersicht ״Von den Juden• Oesterreichs“. Ihm folgen die Häupter unserer Kultusgemeinde, Prof. Dr. A. Pick, Dr. J. 0111־ st ein und Dr. J. L ö w e n 11׳ e r z_ mit Beiträgen über die Aufgaben der Kirltusgemcinde und gehen ihrem Wollen, ihren Erwartungen ,lind ihren Er- Füllungen in klaren Worten Ausdruck. Es folgt ein genaiier ׳Führer durch die jüdische Gemeinde Wiens mit all ihren religiösen, kulturellen, humantären und gesellschaftlichen Anstalten, ein Verzeichnis aller Tempel und Bethäuser, Rabbiner, Kantoren usw. wie auch aller jüdischen Organisationen und Vereinigungen. Gleicherweise folgt ein vollständiges Verzeichnis aller Kultusgemeinden in den iBudneslündern, kurz alias, was der .lüdiscli-interessiertc 'Mensch wissen soll, wissen puß. Iin zweiten Teil, •dem ׳literarisch-wissenschaftlichen, schauen wir auf Jahrhunderte jüdischen Lebens in Oesterreich zurück. Aus der Feder des verewigten 15r. Josef •S. Bloch erscheint ein Aufsatz über ״Die Väter des Wiener Volksliedes und der Wiener Musik“. Ein großer Gewinn für das Jahrbuch ist dev wissenschaftliche Artikel ״Judit“ aus dem Nachlasse des verewigten ObcrraibbiinevsiDr.11׳. iP. Cha j es.!Der Archivar der Kultusgemeinde Saul Chajes. schildert das .,Entstehen der Sammlungen der Kultusgemeinde״. Dr. David Feuclitwang steuert eine Studie über den ״Kulturwert der Bibelübersetzungen“ bei. Adolf Fischhofs Verhältnis zu den Juden wird in einigen seiner an Freunde' in jüdischer, hebräischer ,und deutscher Sprache abgefaßten Briefe veranschaulicht. Dr. Max G r 1111 w a ld gibt in drei Skizzen ׳neue Aufschlüsse über ״Das •erste Wiener Ghetto“. Heber die ״Synagoge im Streit der Reformation und Gegenreformation in Steiermark“ lieferte Prof. Dr. Herzog!ungemein anziehende archivalische Dokumente. Dr. A. iKamlnka stellte ״Dokumente zur Geschichte der Juden in Ober- Österreich Ende des 14. Jahrhunderts“ zur Verfiigu־ ״ Eine •ausgezeichnete Forschung ״Aerztlichcs aus der Wiener Schule“ hat Prof. Dr. Krauß zum Verfasser. Dem wertvollen!Beitrag ״Zur' Geschichte der Juden in öberösterreich“ von Dr. V. K u r r c i n folgt S. Meisels mit seiner feinsinnigen Studie über ״Goethe und die Juden“. Volkskundlich ist der Beitrag von Doktor S. Rappaport über die im Osten noch heute bekannte ״Seuchen-Trauung“. Der Aufsatz Dr. M. Rose 11in a n 11s über die ״ Vorgänge in der Wiener Judenheit in dev Zeit nach dem Toieranzpatcnt“ hat wichtige archivalische!Dokumente als ׳Unterlage. Das von Doktor L Tag licht gelieferte ״Testament des Jakob Her sc 11 Feilbogen“ führt uns die Wünsche eines sterbenden hervor ragenden Juden vflr;mehr als einem Jahrhundert vor Augen. Die ״Tabnudisohe Legende von der Ergreifung des Besitzes der Thora durch Moses“ von Dr. B. W a c 11- K t e i 11 bearbeitet, 'beweist, daß in der jüdischen Legende kein Aberglauben, sondern ein höherer Sinn steckt. Zwei Aufsätze der Herausgeber schließen das Jahrbuch. Preis geheftet: •S 10. Wer das Jahrbuch bis zum 15. August bestellt, erhält das Exemplar gebunden. Adresse: ״Jüdisches Jahrbuch fiir Oesterreich“, Wien, IX., Liechtensteinstraße 60/4.! Das Augustheft der ״Europäischen Revue“ Berlin SW 68, Wilhelmstraße 37/58 (1M 1.50) erscheint als Sondernummer über ״Die Jud e n f r ag e“. Zum jüdisch-arischen Problem äußern sich auf dem Ge- Biet der Politik, Wirtschaft, Religion •und Literatur die führenden Persönlichkeiten der jüdischen und antisemitischen Kampffront. Tschechoslowakei. Zur Kanzleifrage iu Karpathorußland. (V o 1׳ b ein erku 11 g: Wir betonten wiederholt, daß u. E. für das orthodoxe Judentum in der 1 Slowakei sich erst dann die Notwendigkeit zum Eingreifen iu die Frage der Reorganisation der karpathorussischen Gemeinden ergeben würde, wem! auf der einen oder anderen Seite der einander gegenüberstehenden beiden Parteien etwas geschehen sollte, was die Interessen der slowakischen Orthodoxie - schädlich tangieren könnte. Ein solcher Fall ist z, B, festgestellt worden, als die unter der Botmäßigkeit des Muuk&csev Oberrabbiners stehende Partei Männer in das Präsidium und in die anderen Körperschaften wählte, die nach s 1 o w a k i s c h e ״ orthodoxen Begriffen in orthodoxen Körperschaften nichts zu suchen!haben. Auch die Methode •der Unwahibaftigkeit, mit der diese Partei arbeitet, ruft die slowakische Ortho-

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