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Jüdische Presse · 1932-07-08 · 27 (8.7.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
27 (8.7.1932)
Date
1932-07-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Wenn wir so Weiterarbeiten, wird der Tag kommen, an dem wir alle nicht mehr als Minderheiten sprechen werden, sondern als gleichberechtigte Brudervölker.“ Abg. Dr. M. Nurok (Lettland) führte im Verlauf der Kirchendebattc über Volkstumserhaltung aus: ״Die jüdische Delegation auf dem VITT. Europäisehen Nationalitätenkongreß hat mich beuftragt, zu dem hier behandelten Thema der Anerkennung der Volkstumsrechte im Wirken der Kirchen folgende Erklärung abzugeben: Die jüdische Konfession hat sich an der Aussprache über dieses die Nationalitäten berührende Thema vom Standpunkt der Kirchen nicht beteiligt. Nicht darum, weil dieses Problem für uns Juden nicht bestünde; aber die unzertrennliche Verbindung zwischen jüdischer Religion und jüdischem Volk gibt dem Problem von unserem Standpunkte aus einen anderen Inhalt und macht andere Seiten dieses Problems als die hier behandelten für uns akut. Es ist eine allgemeine Erscheinung, daß die Flucht aus unserem Volk über den Weg des Austritts aus unserer Religion gesucht wird. Auch bei uns bedienen sich die von außen kommenden Entnationalisierungstendenzen gern zu diesen ihren Zwecken der Einrichtungen unserer Religion als Werkzeug, und es gibt Staaten, wo der jüdischen Minderheit ■die Anerkennung nur als einer religiösen Minderheit gewährt und durch Verweigerung der Anerkennung als nationale Minderheit eine zwangsweise Angliederung an das Mehrheitsvolk, sei es auch nur zu statistischen Zwecken, unternommen wird. Wir Vertreter des jüdischen Volkes wollen daher nicht Unterlässen, im Anschluß an die Referate der Christliehen Kirchen auszusprechen, daß. auch wir uns mit der Gesinnung an den Forderungen der verschiedenen Referate, von unserem religiösen Standpunkte aus, in Uebereinstimmung befinden.“ Die jüdischen Vertreter auf dem Kongreß haben einen Entschließungsantrag gegen die von einigen Ländern angenommenen Schächtverbotsgesctze cingebracht. Prof. Dr. E. Bovet (Lausanne), der in seiner Rede an die Minderheiten appellierte, an dem Völkerbund festzuhalten, sprach anerkennend über die Leistungen der jüdischen Minderheitenvertreter und wies darauf hin, daß die jüdischen Delegationen bei den Friedenskonferenzen die Initiative zur Schaffung von Schutzverträgen für die Minderheiten gegeben und die Minderheitenrechte mit erkämpft haben. a₪m₪₪₪₪₪₪₪B₪₪K₪₪₪₪₪₪₪^Bmm₪₪₪₪^ ׳ Herrlich ׳'erfrischend und reinigend wirkt die von. Millionen ’täglich gebrauchte Chlorodout-Zalmpasta. Tube iKc 4.— und Kc 6.—. Versuch überzeugt. @1 NACHRICHTEN m Agudas Jisroel und der jüdische Weltkongreß. Die Exekutive der Agudas-Jisroel-Weltorganisation hat die ihr übermittelte Einladung des American Jewish Congress zu einer auf den 14. August nach Genf einberufenen Konferenz zur Beratung über die Veranstaltung eines jiidisehen Weltkongresses in ablehnendem Sinne beantwortet. jubiläumsversämmlung der Agudas jisroel. Für Sonntag, den 3. Juli d. J., hatte die österreichische Landes- Organisation der Agudas Jisroel zu einer Jubiläumsver- Sammlung in den Festsaal des Hotel ״Bayrischer Hof“ eingeladen, zu der sich trotz der drückenden Hitze eine stattliche Zuhörerzahl einfand. Nach den Begriißungs- Worten des Vorsitzenden, Herrn Wolf Pappenheim, schilderte Herr Direktor S. Vitcnberg (Riga), agudistischer Abgeordneter im lettländischen Parlament und Rigaer Gemeinderat, die Lage der orthodoxen Judenschaft in Lettland. Der Redner setzte das Ziel der agudistischen Politik auseinander, die bestrebt ist, nach außenhin dem orthodoxen Judentum Geltung zu verschaffen, und bemüht ist, der Außenwelt zu beweisen, daß Klall Jisroel die Thauro als oberstes, regierendes Prinzip anerkennt. Rabbi Mosche Blau (Jerusalem) verstand es, •in hinreißender Weise die Kämpfe zu schildern, die das orthodoxe Judentum gerade •im heiligen Lande zu führen hat. Von rechts und links werden der Agudas Jisroel Steine in den Weg gelegt. Nur dank der Unterstützung der in Agudas Jisroel in der Diaspora organisierten Massen konnte sich die palästinensische Orthodoxie behaupten und nur wenn die gesamte orthodoxe Judenheit mit vervielfachter Kraft sich in den Dienst für Erez Jisroel stellen wird, kann es gelingen, dem Thora-Tdeal in Erez Jisroel zum Durchbruch zu verhelfen, auf daß wir recht bald das Wiedererstehen des geheiligten jüdischen Volkes im heiligen Lande erleben. Zum Schlüsse sprach Herr W. S. J a c o b s o n (Berlin) unter dem Titel ״Rückblick und Ausblick“. An Hand selbsterlcbter Ereignisse, an Hand des Verlaufes zweier gewöhnlicher Wochentage in der Arbeit eines Agudisten konnte der Redner klar und prägnant die Bedeutung der Agudas Jisroel auseinandersetzen und den Beweis dafür erbringen, daß Agudas Jisroel als Klall- Jisroel die gesamte Orthodoxie zu einem neuen Ganzen zusammengeschlossen hat. Auf zur Arbeit! Alle müssen ihre Kraft und ihre Opferbereitschaft in den Dienst der heiligen Idee von Agudas Jisroel stellen. Mit dem Dank an die Redner und dem Dank an die Erschienenen verband der Vorsitzende die nochmalige Aufforderung zur tatkräftigsten Mitarbeit, als er in später Stunde die Versammlung für geschlossen erklärte. . Bund ehemaliger Zöglinge des Badener israel. Waisenliauscs.in Wien. Am I. Juli tl. J. fiind ■die erste konstituierende Generalversammlung• des (Bundes statt. Die Wahl zeitigte folgendes!Resultat: Präsident Abraham Reich, Vizejräses Jakob Sternberg, Schriftführer Scha.je Scharf- )erg. Kassier Pinkas Herbert: ferner gehören dem Ausschuß die Herren Markus ilvatzUnd Israel Schulz an. — Der Bund verfolgt den Zweck, die im ׳Badener Waisenhaus ,genossene Erziehung der Zöglinge im Gejste der jüdischen Religion — durch Versammlungen und Vorträge — fortzuführen, arbeitslosen Mitgliedern nach ־Möglichkeit Arbeit zu verschaffen sowie den Notleidenden Unterstützung zu gewähren. Der- Bund wendet.sich daher an die jüdische ()Öffentlichkeit mit der Bitte, ihm jede Hilfe angedeihen zu lassen. Zuschriften an Abraham Reich. Wien, IT.. Große Schiffgasse 24, Tür :13. Jüdisches Waisenhaus. Baden bei Wien. Die G e n e r a 1 v e r s a m m lang findet S 0 n ntag. den 17. Juli 1952, 10 Uhr vorm., im Vereinslokale, TL Heinestraße 30. bei ■Herrn!Rabbiner Heschel statt. Sclinchtverbot in Frankfurt a. M. abermals abgelehnt. Im wirtschaftspoTitischen Ausschuß des Frankfurter Stadtparlaments wurde kürzlich ein abermaliger nationalsozialistischer Antrag auf Erlaß eines Schacht- Verbotes für die Schlachtungen im Städtischen Schlachtviehhof abgelehnt. Slus *Vergangenheit und Qegenwart. Der alte judenfriedhof in Frankfurt Zeuge jüdischen Martyriums. Als Professor Dr. Julius Hülsen im September 1931 gestorben war, beschloß der Vorstand der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M., das Andenken des Gelehrten, eines der besten!Kenner der jüdischen Vergangenheit, durch Herausgabe eines seiner Vorträge zu ehren. Die Wahl fiel auf ein Thema, das von Professor Hülsen mit Vorliebe behandelt worden ist: den alten Frankfurter Judenfriedhof. Der mit dreizehn Abbildüngen versehenen Broschüre ist zu entnehmen: Es gibt nun in Frankfurt ein in seiner räumlichen •Ausdehnung nicht zu übersehendes Kultur- und Kunstdenkmal, einzigartig unter seinesgleichen, umwoben von vielhundertjährigen, Schicksals reichen Erinnerungen, ausgezeichnet durch die vollendete Harmonie im ganzen und durch künstlerische Einzelheiten — es ■ist der alte Judenfriedhof am Börneplatz. Hinter der ׳altersgrauen, unscheinbaren Bruchsteinmauer erstreckt sich ein weit ausgedehntes, hügelig gewelltes Gebiet, auf dem etwa 7000 Grabsteine sich erheben. Sie sind bedeckt mit hebräischen Inschriften und geschmückt mit flach gemeißelten Ornamenten. Welche Fülle von geschichtlichen Erinnerungen, die gleichlaufend sind mit den Wechselvollen, oft tief tragischen Schicksalen des benachbarten Alt-Frankfurter Ghettos, haften an dieser Stätte; die vielen Beschränkungen, die der alten Judengasse auferlegt waren, haben auch hier ihren Ausdruck gefunden. Als der Friedhof überall mit Gräbern besetzt war, gab es kein anderes Mittel, als sein Gelände durch Erd* aufschiittung künstlich zu erhöhen ynd in dieser neuen Schicht weiter zu beerdigen, ein Verfahren, das im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wiederholt wurde. Die alten Grabsteine der unteren Schichten wurden dabei immer wieder mit iif die Höhe genommen, um fernerhin die Namen der früher Bestatteten und die Stelle ihres Grabes mit Sicherheit feststellen zu können, und dieser pietätvolle Brauch hat dem Friedhofe seine heute noch bestehende, unangetastete, einzigartige Signatur verliehen. Alle Steine stehen hinter- und nebeneinander dicht gedrängt gemeinsam auf demselben grünen Plan, gleichsam ein ganzer Wald von Steinen mit Dickichten und Lichtungen — ein ״Ghetto der Toten“. Die ältesten über den! Boden befindlichen Steine stammen nachweislich aus dem Jahre 1272, Damals bestand noch kein Ghetto; in dieses mußten die Frankfurter Juden erst 1462 einziehen. Die älteste Geschichte der Frankfurter Juden ist in Dunkel gehüllt. Sic beginnt dokumentarisch eigentlich erst kurz vor 1241, dem Jahre der ersten Frankfurter Judenschiacht, in der fast alle Einwohner des judenviertels am Dom, bis!auf wenige, die entkamen, den Tod erlitten. Nachweislich wohnten schon im vierten Jahrhundert Juden in Deutschland, und die Gemeinden von Köln, Mainz, Speier, Worms, Würzburg, Regensburg, Erfurt z. B. blicken auf ein hohes Alter zurück. Es sind nicht zwingende Gründe, die dagegen sprechen würden, daß auch schon etwa in karolingischer Zeit Juden in Frankfurt ansässig waren, ja daß. auch damals schon der alte Friedhof an derselben Stelle Tn Benutzung stand. Die ältesten Steine aus dieser frühen Zeit würden alsdann in der untersten, jetzt nicht mehr erreichbaren Schicht tief unter dem heutigen Gelände begraben sein. Da dieser Friedhof im Jahre 192S geschlossen wurde, so^ hat er. wenn man das Datum des ältesten über der Erde stehenden Steins (1272) in Betracht zieht, mindestens 636 Jahre seinem Zwecke gedient. Hundert Jahre nach der ersten Judenmetzelei von 1241 brach im Jahre 1349 die zweite furchtbare Katastrophe über die Frankfurter Judenheit herein. Wiederum wurden sie fast alle getötet, und die Erde nahm barmherzig die Erschlagenen auf. Im östlichen Teile liegt der Hügel der. Märtvrer, wie er in ־den späteren Beerdigungsregistern noch genannt wird: dort liegen alle beisammen, die] im Laufe der Jahrhunderte für ihren Glauben lieber alle Martern und den Todesstreich erlitten, als dur^h feige Fahnenflucht die äußere Freiheit zu erkaufen. 'Das Studium der Tu- Schriften der Grabsteine Stößt auf mancherlei Schwierigkeiten. Da sie in hebijiischer Sprache eingemeißelt sind und Abkürzungen enthalten, so wird nur ein gründlicher Kenner der hebräischen Philologie sich hier z u|1׳echt finden können. l|in riesiges steinernes Geschichts- und Schicksalsbuch mit unzähligen inhaltsschweren Seiten. Die Inschriften bergen ein bedeutendes historisches und kulturhistorisches Material, wertvoll für die Geschichte;der Frankfurter Juden und auch für die Geschichte der Stadt Frankfurt. Der verewigte Rabbiner Dr. Markus llorovitz hat vor fünfzig Jahren die ersten Schritte zur Hebung dieser Schätze getan, Das wohlerworbene volle Eigentumsrecht der Jüdischen Gemeinde auf deu Friedhof wird schon durch eine Urkunde vom 15, Oktober 1316 ausdrücklich beglaub igt. Die >,Daa“ imd das Ostjudengesetz. Zu dem Beschluß des Preußischen Landtags, das Vermögen der seit I. August 1914 eingewanderten Ostjuden zu beschlagnahmen, schreibt die den Nationalsozialisten sonst wohlwollend gegenüberstehende ״!Deutsche Allgemeine Zeitung“: ,.Die Forderung, das Vermögen der Ostjuden sofort zu beschlagnahmen und das der Parteibuchbeamten ״sicherzustellen“, öffnet dem ,Spitzelwesen und der Denunziation Tür und Tor. ohne daß finanziell etwas dabei herauskommt, und erinnere an die schauerliehen Zeiten des Marius und des Sulla mit ihren Proskriptionslisten. Wenn der innerpolitische Kampf in den Formen der letzten Woche weitergeht, so geraten wir auch wirtschaftlich in Zustände, die unausdenkbar sind.“ Machsike Hadnss in Berlin. Am 27. Juni wurde in Berlin die ״Vereinigung zur Förderung des gesetzestreuen Judentums“ (Mach-!sike TTadaiss) gegründet. Die neue Vereinigung will auf politisch neutralem Boden, namentlich im Kreise der Ostjuden Berlins, erhöhte religiöse Aktivität pflegen, ׳für, Li mild Tauro borabbim durch gemeinsame Schiurim Sorge tragen, die Jugend auf traditioneller Grundlage vereinen, sie zum Lernen und zu religiöser Tat anspornen . . . und ein Gemeimleleben im Sinne der väterlichen Tradition wecken und pflegen. Die Uebersclrwemimingskatastrophc in Rumänien. Die Katastrophe hat in Jassy, der Hauptstadt der Moldau, ungeahnte Dimensionen angenommen. Aus den überfluteten Außenteilen der vom Verkehr mit der übrigen Welt völlig abgeschnittenen Stadt strömen die Wassermassen wildbachartig gegen das Zentrum, Trürnmer eingesliirzter Häuser und i- Leichen Ertrunkener vor «ich hertreibend. Die jüdische!Bevölkerung, die einen hohen Prozentsatz der Gesamteinwohnerischaft von Jassy ausmacht, ist hart betroffen. Ganze Straßenziige werden evakuiert, etwa 5000 obdachlose Bürger wurden •in öffentlichen Gebäuden untergebracht. Neue alarmierende Nachrichten treffen aus der rPin jiidisehen Stadt Targu Frumos ein. Hier sind etwa 100 :Häuser vollständig unter Wasser gesetzt, aus etwa 50 Kaufläden haben die Fluten Waren und Einrichtung fortgeschwemmt. In der ebenfalls vorwiegend jüdischen Stadt Podul J loa ei!sind 105 Häuser eingestiirzt, in Beiz, B.essarabien. stehen 300 Häuser unter Wasser. Zwei Leichen wurden in den überfluteten Straßen aufgefischt. Fünf •Personen werden vermißt. Großen Schaden erlitt die Hauptstadt des Kreises Tutova, Barlad. Dort wurden durch die JJobiflut mehrere jüdische Geschäfte zer-!stört. Im ein stürzenden Hause des jüdischen Kaufmanns Sailowschi ertranken zwei Kinder vor ■den Augen der ׳Eltern, in Botosani wurden vier, vorläufig noch nicht ider Tfizierte Leichen geborgen. Uober das Schicksal meh r/'׳ er jüdischer Ortschaften in der Süd- Bukowina, wc bereits weite Gebiete überschwemmt sind, ist noch ׳/ichts bekannt, da diese Ortschaften durch die Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten sind, im Bezirk Jassy sind etwa 1900 Häuser zerstört, 20.000 Menschen sind obdachlos, etwa die ׳Hälfte dieser Ziffern entfällt auf die Stadt selbst. Die jüdischen Stadtviertel ״Rote Brücke“. Sokola. Smardau usw. haben schwer gelitten. Sechs Synagogen waren überflutet. ■Der Stadtrat von Jassy hat eine sofortige Beihilfe von 300.000 Lei für die Geschädigten bewilligt. Außerdem wird eine besondere ’Brotsteuer von I Lei per Laib zugunston. der durch die Ueberschwemmung obdachlos Gewordenen erhoben. Die Jüdische Gemeinde und die Bnci Brith-Logc halben beschlossen, alle Svnagogen und Lokale jüdischer Institutionen für das allgemeine HilFswerk zur Verfügung zu stellen. Hoffende Frauen und jungen Müttern verhilft das natürliche ,,Franz-Josef“-Bitterwasser zu geregelter .Magen- und Darmtätigkeit. Die I lauptvertretcr der neuzeitlichen Frauenheilkunde haben das Franz-Josef- Wasser in einer sehr großen Zahl von Fällen als rasch, zuverlässig und schmerzlas wirkend erprobt. Das ״Franz-Josef“-Bittcrwus!ser ist in Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhaudlungen erhältlich! Kriegerische Ereignisse haben die Stätte des Friedens nicht verschont. Während der Belagerung Frankfurts im Jahre 1552 wunden Geschütze und Mannschäften auf dem Friedhöfe aufgestellt. Ja der Schreiekensnacht vom 22. zum 23. August!644 flüchteten die durch den Fettnrilohschen Aufstand ihrer Habe beraubten Juden aus Furcht vor der blinden Wut der von Fett milch aufgestachelten Volksmenge auf den Friedhof. Alt und jung, Männe!• und Frauen, alle waren da im Dunkel der Nacht versammelt. Sie hatten ihre weißen Sterbekleider angelegt und bereiteten sich an den Gräbern der Vorfahren auf ihr Ende vor, entschlossen, den Tod der Schande vorzuziehen. שלמה ובת־נריב. שיר השירים עם העדות מעובד בשביל התיאטרון ע״י נין בו יעקב. Mit einigen gelungenen ״ Str-ichen hat Nun Ben- Jakob das Hohelied (Schir ha-Schirim) für Bühnenzwecke bearbeitet. Er hat damit abseits von‘ aller grauen Theorie den Nachweis dafür geliefert, daß es auch für mo- (lerne Begriffe ganz gut möglich isb dieses •so vieldeutige Buch, trotzdem es dem Kanon der Heiligen Schrift angehört, als Drama aufzufassen, ln der vorliegenden Bearbeitung geht dem unvoreingenommenen Leser der einfache ■Sinn des :Hohenliedes viel besser auf als durch Vermittlung eines halben Dutzend Kommentare. Der Verlag (J. Schlesinger, Wien) hat durch die gute Ausstattung dazu beigetragen, das Werkchen zu verschönem, und es wäre nur abzuwarten, ob sich die Bearbeitung auch auf dem Theater bewähren wird. M. Ermanno Loevinson, La Concession de Banques de Prets aux Juifs par les Papes des sezieme et dix-septieme siecles. Paris 193 2. Publicati.ons de la Societe des Etudes Juives. Der schon durch viele Arbeiten zur Geschichte der Juden in Italien bekannt gewordene Autor bietet in der vorliegenden, mit mustergültiger Genauigkeit und Oekonomie gearbeiteten Studie eine Bearbeitung mehrerer Register über Konzessionen, die im ausgehenden 16. Jahrhundert im Kirchenstaate an jüdische Leihbanken erteilt wurden. Die in dieser Arbeit verwerteten Archivstücke gewähren nicht nur wertvolle Aufschlüsse für die Familiengeschichte der italienischen Juden, sondern noch mehr einen Einblick in die Wirtschaftsgeschichte Italiens überhaupt und sind $aher für den Historiker, den jüdisehen wie den nichtjüdischen, von unschätzbarem Werte. Es kann nur gewünscht werden, daß in solcher Weise auch auf allen anderen G.ebieten der jüdischen Geschichts- Forschung gearbeitet werde.

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