Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 26 (1.7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630438-2630463--4195-2636325- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Košice 1× ep/1000233
- Prešov 1× ep/1045481
OCR text
JÜDISCHfe PRESSE SöKrf betonte insbesondere das __! latara und Beth Jakob, wie dnreb diese beiden Fonds unserer Organisation Zehn ta.11sende junge jüdische Seelen gerettet werden könnten. Redner spornte zu ״eistiger und materieller Mitarbeit auf und schloß in der Zuversicht, daß sich mm auch in Frauenkirchen ein rege« Agu da leben entwickeln wird, seine eindrucksvolle Rede. Vormittags fand in Frauenkirchen eine Sitzung des Landesverbandes der Jugendgruppen statt, bei der die Gründung des Keren ifabinjan als Fonds für den Landesverband beschlossen wurde. Chinuchkonferenz beim Keren Hathöra. Ueber Einladung des Keren Hathora fand ant Sonn• tag, den 26. Juni d. J., eine Chinuchkonferenz statt, an der die Vertreter der Valmud Thauros sowie Vertreter der Lehrkörper teilgenommen haben, der als Diskussions- Grundlage ein vom Chinuchamt des Keren Hathora ausgearbeitetes Lehrprogramm, bzw. vom Chinuchamt ausgearbeitete Vorschläge zur Verbesserung des Lehrprogramms diente. Zweck dieser Konferenz war die Erzielung einer, einheitlichen Stellungnahme zu den verschiedenen brennenden Problemen der jüdischen Jugenderziehung. Nach einem einleitenden Referat des Chinuchreferenten, Herrn Jakob Teitelbaum, und einigen Berner- Lungen des Direktors der Keren-Hathora-Zentrale, Herrn Dr. Deutschländer, entwickelte sich eine sehr anregende Debatte, in der vor allem der Mangel an ausgebildeten Lehrern festgestellt wurde. Weiten Raum nahm auch die materielle Frage ein. Es ist eine traurige Tatsache, daß der Beruf eines Lehrers einer Talmud Thora zu den schlechtbesoldetsten gehört. Die Chinuchkonferenz hat insbesondere folgende Beschlüsse gefaßt, deren ״Durchführung dem Chinuchamt des Keren Hathora gemeinsam mit der aus Vertretern sämtlicher Talmud Thauros gebildeten Chinuchkommission übertragen wurde: 1. Veranstaltung von Schülervorträgen, wobei soweit als möglich Austausch der Vortragenden stattzufinden hat. 2. Veranstaltung eines 14tägigen Lehrerfortbildungskurses. 3. Schaffung einer Jugendzeitschrift, eventuell als Beilage zu den bestehenden jüdischen Zeitungen mit rein jüdischem,• sittlich-religiösem Inhalt. 4. Veranstaltung von gemeinsamer/ Ausflügen der Talmud Thauros. 5. Aufklärung über die Notwendigkeit des Thoraunterrichtes und über die Vorteile des Unterrichtes in der Talmud Thora gegenüber dem Privatunterricht. 6. Durchführung einer großzügigen Propaganda durch die Presse und durch Ver- Sammlungen, um das Interesse für die Talmud Thauros und ihre materielle Not zu wecken. 7. Regelmäßige Zusammenkünfte. der Chinuchkommission, der Vertreter sämtlicher Talmud Thauros angehören, zur Besprechung der aktuellen Fragen. 8. Die Chinuchkommission wurde• beauftragt, für einen Nachwuchs geeigneter Lehrerpersönlichkeiten zu sorgen. Katastrophale Finanzlage der Warschauer jüdischen Gemeinde. Der ,!Präsident •der Warschauer Jüdischen!Gemeine! e, der größten jüdischen Gemeinde an I Europa, Herr iElialh iMaziur, einer der Führer der lAigudas Jisroel', erklärte in einer von ihm einlbernlenen 1Presße1lv01tferenz,s daß die iFinam/.lage ■der Warschauer Gemeinde katastroplial geworden iseii. Fs •sei nicht -wahr, •daß diie Gemeinde- Verwaltung die Absicht hat, 35 neue Rabbiner anzustellen; die Verwaltung -wünsche nur, von den vaikanten 12 iRabbiinerposteü 10 -zu besetzen, für die die Gehälter bereits -im!Budget vorgesehen sind.!Der lA-usgabenetat für das Jahr 1932 -betrifft 5,436.000 -Zloty und •iilbe.r,steigt den vorjährigen iß tat um etwa 200.000׳ Zloty. Der lEiuimiune-Ftut der Gemeinde ist -mit 2,200.000 Zlloty voransch lagt; :Die Anstellung neuer!Rabbiner, sagte -Präsident dazu!•, bedeutet!keineswegs einen!Luxus, sondern entspreche einem religiösen ,Bedürfnis. Warschau hat heute bloß acht offizielle Rabbiner,!während iLod-z 18 -und Lublin ,mit seinen 45.000 Juden acht offizielle Rabbiner hat.;Der Gemeindeverwaltung bleibt kein anderer Aus- •gleich des llmißllmltes, als!Reduzierung der Beamtengohälter, -wobei die Gehälter!bis zu 300 Zloty monatlich -nicht gesenkt, die höheren ,Gehälter ■aber:.uni 10 bis 2ß Prozent gesenkt!werden sollen׳. Auf diese Weise würden etwa 250.000 Zloty erspart!werden. Am ש׳ ס׳ נשא fand im Bethaus אח1ה ורעית Taborstraße Nr. 59, die ברמצוה des יחיאל מררכי Reiß, Sohn des bekannten Philanthropen Salamon und Frau Reiß, statt. Durch eine tiefsinnige und geistreiche דישה verblüffte der Junge die zahlreich erschienenen Gäste, wofür er reichlichen Beifall erntete. Stuhlverstopfung. Viele Aerzte wenden das natürliehe ״Franz-Josef“-Bitterwasser auch bei Beschwerden der Wechseljahre mit höchst befriedigendem Erfolg an. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde Wien. Barmizwah.'Unferndi( wahrend der Ferialmonate Um den Kindern mittelloser Eltern Gelegenheit zu geben, sich auch während der Schulferien für die Bannizwah vorbereiten zu können, hat der Vorstand der bnielitschen Kultusgemeinde Wien einen un.entgeltliehen Barmizwah-Ferialkurs eingerichtet. Einschreibungen und Unterrichtsbeginn Die Einschreibungen finden Sonntag, den 3., 10. und 17. Juli 1932, jedesmal von 9 bis 10 Uhr vormittags un-i der Unterricht ab Montag, den 4, Juli, jeden Montag und Donnerstag von 2 bis 4 Uhr nachmittags im Schullokale der Israelitischen Kultusgemeinde, XX., Othnrargasse 46, statt. Predigt in der Bezirkssynagoge, II., Pazmanitengasse 6: Samstag, den 2. Juli 1932, wird bei dem Hauptgotiesdienst Herr Rabbiner Dr. Z. Taubes eine Dcroscho abhalten. , Die jüdische Hausfrau benützt in ihrem Haushalt stets die koscheren Inzersdorfer Eiernudeln, welche bekanntlich unter Aufsicht Sr. Ehrw. des Herrn Ober- 1־abbiners S, Fürst der Adas Jisroel (Schiffsehul) erzeugt werden. Jede moderne Hausfrau weiß, daß die mit den neuesten Errungenschaften der Technik eingerichtete ״Inzersdorfer״ Eierteigwarenfabrik solche hervorragende Qualitäten erzeugt, daß es nicht mehr notwendig ist, sich out dem Herstellen von Nudeln und Fleckerln zu plagen. T sch e eh o slo w a kei Der amtliche Ausweis über unsere Jeschiwoth. In der Vorigen Nummer veröffentlichten wir den neuesten amtlichen statistischen Ausweis über Jeschiwoth (Rabbinerschulen) auf dem Gebiet der tschechoslowakisehen Republik und! knüpften daran die Frage, wer an der Mangelhaftigkeit, bzw. Unrichtigkeit der veröffentlichten amtlichen Daten die Schuld trage. Andere Zeitungen nahmen von diesem Ausweis ebenfalls Notiz und folgerten aus ihm Schlüsse, die auch nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Von zuständiger Stelle erfahren wir hiezu folgendes: Die Schlußfolgerung, die in manchen Zeitungen gezogen wurde, als ob man von seiten der Behörden den meisten Jeschiwoth in der Slowakei — mit Ausnahme der fünf amtlich ausgewiesenen (Bratislava, Komarno, Kosice, Presov und Mukacevo) — das Recht, Rabbiner auszubilden, entzogen hätte, stimmt ganz und gar nicht. Ein solches Recht hängt mit dem statistischen Ausweis nicht zusammen. An den Mängeln des amtlichen statistischen Ausweises tragen ausschließlich die betreffenden Jeschiwothleiter die Schuld. Am 3. August 1924 wurde vom Schulreferat in Bratislava sub Zahl 35.718/111 eine Verordnung herausgegeben, in der sämtliche theologische Anstalten (Rabbinerschulen, Jeschiwoth) zur Ausfüllung eines statistischen Fragebogens aufgefordert wurden. Diese statistisehen Fragebogen sollten nach der ausdrücklichen Be- Stimmung der Verordnung alljährlich am Endedes Sommersemes.ters neu ausgefüllt und direkt eingereicht werden. Das orthodoxe Zentralbureau in Bratislava hat den Jeschiwothleitern am 12. Jänner sub Zahl 195 von dieser Verordnung Kenntnis gegeben. Die meisten Jeschiwothleiter haben aber dieser Aufforderung offenbar nicht Folge geleistet und dadurch allein verursacht, daß diese Jeschiwoth in den amtlichen Ausweisen nicht figurieren und das statistische Bild von den Zahlenverhältnissen an den religiösen rabbinischen Lehranstalten den Tatsachen so wenig entspricht. Hunsdorf früher und heute. Von einem Teilnehmer an der diesjährigen ״Hunsdorfer Jahrzeit״ erhalten wir die folgenden Zeilen, die den großen Kreis der ehemaligen Schüler der Hunsdorfer Jeschiwoh und die zahlreichen Verehrer des Hunsdorfer גאון וצרוה interessieren dürften. YVie alljährlich, so haben sich auch dieses Jahr am 11. siwan, am jahrzeitstage des הר׳ הקדוש מרן מאינסדורף Talmklim und Verehrer in Hunsdorf eingefunden, um Gebete am Grabe des. Zaddiks zu verrichten. Der Huns- Weiße Zähne: Chlorodont dorfer Jahrzeitsbesuch gewinnt auch dadurch an Bedeutung, daß er gleichzeitig zur Pflege der Liebe und Innigkeit unter den Talmidim beiträgt. In diesem Geiste hat רבי זצ״ל seine Talmidim erzogen, indem er stets mit Taten bekundete, aber auch mit Worten unaufhörlich den Talmidim nahelegte, daß er mit wahrer väterlicher Liebe seine Talmidim ins Herz geschlossen habe und es wünsche, daß seine ״Kinder״ ‘es fühlen und empfinden mögen, daß sie Brüder seien. Die ungekünstelte Freude des Wiedersehens, die Unterhaltung unter den Talmidim, welche von תורה ויראה umwoben ist, die Reminiszenzen vom Jeschiwohleben, die von Handlungen, von der Denkungsart des רבי לצ״ל zu erzählen wissen, •alles das übt auf jeden einen tiefen Eindruck und reift zu dem Wunsch, im Geiste dieses großen heiligen צדיק zu leben. Es kann aber auch nicht verschwiegen werdfen, daß sich des Gemüts der Teilnehmer eine gewisse Deprimiertheit bemächtigte bei dem Anblicke des jetzigen Hunsdorf. Denn während Hunsdorf noch vor wenigen Jahren eine Jeschiwoh von 130 bis 150 Talmidim hatte, ist derzeit dort eine Jeschiwah nicht vorhanden. Wie freudenerfüllt War früher jeder Talmid bei. einem solchen Jahrzeitsbesuch! Ueberall in den Gassen war קול תירה zu vernehmen; die Bachurimquartiere, an die sich solch schöne Erinnerungen knüpften, waren von einer jungen Generation okkupiert; alles, alles war wie ehedem. Der heilige Born, den der רבי זצ״ל erschlossen hatte, quoll auch nach seinem Ableben unvermindert und ungefälscht; in diesem G.-Garten trug die ihm'anvertraute Saat die erwünschten Früchte. Es ist heute leider anders. Hunsdorf hat momentan bloß heilige Erinnerungen. Das Bet-Hamidrosch öde und leer, die Seforim in den Schränken warten, daß man in die Buchstaben eine Neschomoh hauche und ein halbfertiger Monumentalbau — gemessen an den Nachbarhäusern —, das Internat, ragt mit seinen Gipfeln und Zinnen über das Dörfchen in die Höhe, als ob es nach allen Richtungen verkünden wollte: ״Kommet, ihr Thorabeflissenen, ich will es euch erleichtern, euch sorgenlos dem Limüd-Hathora zu widmen.“ Alle Besucher waren im Banne eines beklemmenden Gefühles. Und trotzdem der Erpst und die Weihe des Tages eine jede Gefühlsäußerung unterdrückte, waren kleine Empfindungsausbrüche unvermeidlich. So war es auch, als einer der älteren Talmidim das Zimmer des רבי זצ״ל betrat und es nicht unterdrücken konnte, wehmütig auszurufen; ״Was ist aus Hunsdorf geworden?“, worauf alle Anwesenden in heftiges, erregtes Weinen ausbrachen. Es muß aber mit Nachdruck betont werden, daß alle Talmide Hunsdorfs davon fest überzeugt sind, daß an an dem Aufhören der Jeschiwoh niemand Schuld ist. Alles, was nach der Abreise des heutigen Frankfurter Raws geschehen ist, war in der menschlichen Voraussetzung bedingt, daß man das ,Beste getan habe, um die Kontinuität der Jeschiwah zu sichern; man hatte ganz ש0יס lange Zeit zu sichern. Es hat sich gezeigt, daß mäh geirrt hat und Irrtürner sind schon auch ganz großen Männern unterlaufen. Der Fehler kann aber und muß gutgemacht werden. Die Talmide Unsdorfs erwarten, daß jene Männer, die sich als die Berufenen fühlen, eine gemeinsame Ausspräche der Talmide Unsdorfs herbeiführen mögen, bei def festgestellt werden soll, ob es wirklich der Wunsch des רבי 1צ״ל war, daß in Hunsdorf unter allen Umständen eine ישיבה bestehe. Wenn sich dieser Wunsch bestätigt, dann müssen unbekümmert um die heutigen Wirtschafts- Schwierigkeiten Mittel und Wege gefunden werden, daß diesem Wunsche Rechnung getragen werde. M. G., NoVe-ky. Jüdische Schriftforschung. Von Josua Kaiser, Dun. Streda. Der Wert unserer Dinge, die Bedeutsamkeit unserer Vorgänge, ist nie in denselben allein begründet, sondern ist ganz von dem Ermessen derjenigen abhängig, die zu denselben ■in irgendeinem Verhältnisse stehen. Wie hoch sie diese einschätzen, so hoch ist ihr Wert für die Dauer dieses Verhältnisses. Um sich Besitz und Vermögen zu retten, hat schon so mancher sein Leben aufs Spiet gesetzt und in der Wüste gibt ein Wanderer für einen labenden Trunk sein Hab und Gut hin, um sich die Kraft zum wetteren Leben zu erkaufen. Wutbessene Krieger des Altertums haben im Stegesrausch Bibliotheken vernichtet, für die heute jede Nation der Welt ehrgeizige Paläste errichten würde. Und zwischen Uschon und Schioron sah ein Rabbi J’hüdo ben Bowo ruhig dem Märtyrertod entgegen, nachdem er die Fortführung befugter Gesetzesentscheidungen inmitten seines Volkes gesichert wußte. Er hatte die soeben vollbrachte Erhebung der Schüler zu Meistern seines Volkes als vollen Gegenwert seines Lebens erstanden. Diese Bewertungsregel mag uns auch den Sinn und die Begründung der talmudischen Bibelforschung rechtfertigen. Wir müssen uns nur das Verhältnis des jüdisehen Volkes zum Buche der Teuro klären und festhalten und uns sagen, was die Teuro dem jüdischen Volke ist und zu welchem Verhältnisse steht es zu derselben? Wie die Teuro unser ältestes Schriftdenkmal ist, so ist sie auch das einzige Zeugnis unserer Herkunft und unseres Volks Werdens, Wie wäre es nun, wenn dieses Volk sich dieses seines Berufes bewußt aus der Schrift und aus der Sprache dieses Gesetzes, ja auch aus dem Wort und dem Tonfall desselben nach der Richtigkeit seines Handelns und nach dem Ausdrucke seiner geistigen und sittlichen Aufgabe forschen wollte? Darum zählt es jeden Buchstaben, darum wiegt es jeden Ausdruck. Denn es soll und will die Botschaft 'aus ihnen empfangen. Wem die Aufgäbe nicht ward, wer sich ihr nicht verpflichtet weiß, wem die eigene geistige und sittliche Richtung als Spiel-׳ ball erklügelten Selbstermessens oder gar persönlichmomentaner Neigung genügend gut ist, der mag solche Forschung, für wichtigtuende Ueberschätzung halten. Wer aber aus dieser Schrift die tiefgründliche Absicht des wollenden Schöpfers vernimmt, dem wird alles Forschen nach Aufschluß seines Willens, alles׳ Suchen nach Sinn in dieser Offenbarung nicht als Ueberspannung dünken. * Ein Beispiel dafür, wie unreligiöse Gedankengänge, auch wenn sie nur mechanisch im Schulzwange und sicherlich ohne innere Ueberzeugung gepflegt werden, doch auch überlieferungstreue Geister in ihren Bannkreis ziehen. Fallen da jüngst auch orthodoxe Schriftforscher der Teilnahme an Auseinandersetzungen herein, welche Wortwurzeln der heiligen Schrift auf eine angebliche ״Entstehung in der primitiven Vorzeit der Sprachbildung“ zurückführen wollen. Unsere alten Schriftklärer sind es ja vornehmlich, die jeden dem Geiste der Ueberlieferung sich anpassenden, ob ureinfachen oder übertragenen Sinn, im biblischen Worte gerne beinhalten lassen.- Die Ergebnisse jeder Forschungsart können daher fallweise irgendeinen Kernsinn des Teurowortes zutage bringen. Aber eine Methode wie diese und besonders unter diesem Titel muß doch schon mit Mißtrauen begegnet werden. Die Teuro — sagt S. R. Hirsch s. 1. — ist uns ein Faktum wie Himmel und Erde. Sie und ihre Sprache sind daher für den mit ihr vertrauten, klar blickenden Juden auch die vollendete Schöpfung G-ttes wie Himmel und Erde. Sie kann daher im allgemeinen nicht mit dem Maße entwicklungstheoretischer Doktrinen, die bei anderen Sprachen wohl ihre Berechtigung haben können, gemessen werden. Schon allein die beispiellosen überraschenden Zusammenhänge, die sich in ihr im Vereine mit dem Zahlensystem ihrer Buchstaben ergeben, können unmöglich als Ergebnis im Volksmund . entstandenen, ׳ blinden Zufalles, und ebensowenig als erdachte Konstruk- . tion menschlichen Geistes hingestellt werden. Wie es höchste Vollendung menschlicher Kunst ist, das Werk des Schöpfers auch nur äußerlich nachzubilden, aber kein menschlicher Sinn, der die Schöpfung nicht kannte, solches Wunderwerk auch nur zu erdenken wüßte, ebenso offenbart sich uns auch die Teuro mit ihren täglich sich erschließenden Hinweisen auf Leben, Welt und Geschichte als der ■grundlegende Schöpfungsplan des Allmeisters b. h. nach welchem und mit dessen Sprache, nach einem tiefen Midraschwort —׳ Er allein aie Welt erschaffen hat. Wohl hat der Schöpfer auch seine Welt im Rahmen eines natürlichen Systems geschaffen, die Er seither soweit auch in Bahnen natürlicher Gesetze führt, daß sogar der Anschein erwachen konnte, daß sie auch ihr Entstehen solchen Gesetzen verdankt und wie ein Kunstwerk im antiken Stile dasteht, von welchem dieser oder jener Verständige vielleicht begreifen wird, warum es auf altertümliche Art geschaffen sein oder solchen Anschein erwecken muß, das glaubwürdige Wort seines Schöpfers aber, der es als sein jüngstes Werk bezeichnet, die Zweifel aller zerstreuen muß. So hat er auch die Sprache seiner heiligen Offenbarung י äußerlich den Systemen natürlich zur Vollendung entwickelter Sprachen angeglichen, über deren Entstehen uns ja übrigens die Teuro selbst die Umstände berichtet. Aber innerlich sehen wir, wie im heiligen Schrifttum Wort- und Satzbildungen, Gleichheiten und Abweichungen zutage treten, die nach als man es unternahm, den Bestand der Jeschiwah für der sinnvollen Begründung des fast unermeßlichen, be-