Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 26 (1.7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630438-2630463--4194-2636324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oradea 1× ep/1002404
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
JÜDISCHE PRESSE Nr. 25 Seite 2 sind sei( 1870 die besten Fabrik: Wien« xv., Staglgasse 10 bei Marlähilfersff. 148 Tel. R-35-8-47 und R-36-5-38 ׳Er behauptet nämlich •drei Dinge. .Erstens,. daß ■die Bcth-Jnkob-Sohulc nur für Polen mul Galizien Existenzberechtigung habe, weil dort bislang die männliche Jugend von der Kultnrwelt galiz^ abgeschlossen, die weibliche Jugend hingegen in Klöstern und anderen nichtjüdischen Bildungsstätten, sozusagen in christlicher Atmosphähre erzogen ־ worden sei. Zweitens sei Großwardein am' allerwenigsten auf die Wohltaten der Beth-Jakob-Schule angewiesen, weil sein großer Rabbiner Reh Mosche Hirsch Fuchs in ׳richtiger ׳Erkenntnis des Zeitgeistes und seiner Irordc> rungen eine Bürgerschule errichtet habe, in der »Knaben und Mädchen neben den weltlichen Disziplinen auch ausgiebigen Unterricht In religiösen!Fächern־ erhalten. Und drittens — und liier schießt er die große Kanone ab — weil die ganze Beth־Jakob4dec eine exotische Pflanze der Agucla sei, die so wenig nach Transsylvanien versetzt werden könne wie Bananen nach!Grönland. Es!ist geradezu erschreckend, zu sehen, wie verdcrblich die. zionistische Einstellung gerade auf die Misrachisten sich auswirkt. Sie sind noch päpstlicher als der Papst, noch zionistischer als die Zionisten. Diese erkennen die Leistungen der ,Aguda auf dem Gebiete des jüdischen Erzieliuugswesens in Verbindung mit der iBetli Jakob Bereitwillig an und es ist noch keinem logisch denkenden Klallzionisten je in den Sinn gekommen, den von aller Welt angestaunten Höhenleistu ngen der Beth-Jakob-Bewegung Demarkatlons- ׳linien zu ziehen und gleichsam, wie gegen Schmuggelwaren Zollgrenzen aufzustellcn.;Diese, mit jeder Logik auf dem Kriegsfuß stellende Forderung aufzustellen, blieb dem im ״Nepiitik“ verkörperten iMisrachismus sui generiis Vorbehalten.!Er beruft sich dabei sans gene auf die Autorität des weltberühmten, durch sein immenses Thora wissen, durch seine;lautere Frömmigleeit, durch seinen makellosen Charakter, durch seine bekannte Weltklugheit zur erstrangigen Autorität emporgestiegenen großen Rabbiners M. H. Fuchs s. c. 1., dessen Manen beleidigt würden, wenn man neben die von .ihm vor einem halben Jahrhundert errichtete Schule nun noch eine Beth-Jakob-Anstalt aufstellen würde. I ׳ יZunächst kann ׳ich;nicht die 1Be.mcnk׳ung ׳unterdrücken, daß die 1Misrachis!ten sich ׳sehr ׳grotesk aiisne.11cmon, wenn /sie ■!gegen Agudas Jiisrocl den einstigen ׳Groß-!ward ein er!Rabbiner und sein Werk ׳in iSchutiz ,zu nehmen ®ich verpflichtet ,glauben. Wahrlich, nichts kann bdleitliigender für das segensreiche Wirken ׳und Schaffell jenes wahrhaft ׳Großen!in Israel ׳sein, als die Verteidigung seines Werkes durch den ׳Misrachismus, den er Zeit seines ׳Lebens perhorros.zicr1t©, dessen iGcfühnliichkeit für den!Bestand ׳nncl die!Entwicklung der unverfälschten Orthodoxie er als einer der ersten voraussah. Wenn es den Ortodoxen des ״Ncpünk“ wirklich ernst um das ehrende Andenken des iGroßiwardeincr!Gaon ׳zu tun ׳isit,. so mußten sie in erster!Reihe den iMisrachiismus aibschwören, seine Mentalität verlassen,!um!wieder das Recht sich zu ׳erwerben, auf den großen [Rabbiner s.!1. und auf seine Prinzipien!sich berufen zu dürfen. Was nun den Vorwurf betrifft, als ob die Errichtung einer Beth-Jakab-Schulc für die bereits ,in Oradea bestehende orthodoxe!Bürgerschule ein iFanstschlag ■ins Gesicht ,sei und ein Mißtrauen gegenüber jener vom großen [Rabbiner vor 50 Jahren ins ׳Leiben!gerufenen Anstalt!bedeute: diese' Befürchtung oder iSuppo.nieruug ist ein so ungeheurer gedanklicher •Sailto ,mortale,!gegen den der hehre Geist des berühmten!Rabbiners sich!mit entschiedenstem Protest!wenden würde.!Das Werk, das er vor 50 Jahren geschaffen,, war gewiß das seinerzeit erdenklich!Beste und. [Erreichbarste. Wir wollen liier ׳und am allerwenigsten bei dieser Gelegenheit lUiitersuchungen darüber anstellen, ob sich in den 50 Jahren des Sch'Ullbestandes juichts geändert hat. Aber soviel steht doch für jeden urteilsfähigen Menschen fest, daß eine Bürgerschule, die ׳den größeren Teil der ihr!zur Verfiigung stehenden Zeit den profanen!Gegenständen zuwenden muß und •noch obendrein von den Zöglingen schon ׳mit 14 Jahren verlassen!wird, unmöglich ■den ihr an ver trauten Kindern mehr als einen genügenden Unterbau für weitere Ausbildung geben kann. So wenig, wie aus ■einer solchen!Bürgerschule Knaben herauskommen!körnten, die,, •ohne ,nachher wenigstens einige Jahre Jeschiwoth!zu besuchen, als bewußte, überzeuguiig,streue, den Strömlingen der Zeit auf ׳die!Dauer Widerstand ׳zu leisten vermögende Männer, ihren ,Platz an der echt ׳jüdischen Gemeinschaft ausfüllen können, so wenig״ und durch Zutsaoiimcnwirknngen verschiedener Komponenten vielleicht noch weniger, kann das!junge, aus der!Bürgerschule tretende ,Mädchen durch die in dev Schule!ihm beig ob rächten iAnfangsgründe eines jiidisehen Unterrichtes im späteren Alter, wenn so roannig-!fache .Einflüsse der!GeLSchwister, der ,Gesellschaft, der Literatur, der Mode auf die junge iDume einstürmen,, imstande sein, diesen schädlichen!Einflüssen ,siegreich widerstehen. Hiezu gehört viel mehr als die kleine, ׳vielleicht nie begriffene oder längst verdaute geistige Wegzehrung, die das ,14jährige Kind aus der (Bürgerschule mitbringen konnte.!Hiezu gehört ein eiugehender Unterricht in jüdischer!Literatur ׳u׳ncl!Geschichte, eine umfassende /Einführung־!in die Gosetzeslehrc und den erhabenen iGesetzesgeist, eine erfzieherlsche!Ein- Wirkung der;Lebensweise einer in .solcher Weise lind in einem von solchen!Prinzipien erfüllten Kreise!großgezogenen Lehrerin, dev allein es gelingen kann, das in reiferem Alter stellende, für!jüdLsdie Lebensideule. bereits Verständnis besitzende!Mädchen ׳in der Tiefe der!Seele «&ü erfassen!und ׳seine ganze Individualität in den!Dienst einer geschlossenen, •unverfälscht jüdisehen Weltauffassuug!zu stellen. Wahrlich, ,wer keine Vogel-Strauß-Politik treibt und seine Augen vor den ׳schreienden Tatsachen nicht verschließt, wer den Abfall der Jugend auch in unserer Stadt und in ■unserer Provinz sieht •und mit [Bangen, mit. beklommenem He1!ze41 ׳wahr nimmt, daß er sich in geometrischen Ausmaßen verbreitet, der ■sollte doch J ,mit Freude und Wonne die Möglichkeit begrüßen, daß endlich durch die Gründling der ersten ,Beth-Jakob- Schule in Oradea diesem jammervollen La ml es übel ein!Daitint gesetzt wird, an dem die alles jüdische zit verschlingen drohenden Wogen des feligiions- und sitteii-!losen Zeitgeistes!sich brechen sollen. Stolz und hocherfreut sollte die ■Großwardeiner Gemeinde ihre Tore der!Beth-Jakob-Schu Ie öffnen,, die eine [Hochburg echt jüdischen Wissens, ursprünglicher jüdischer!Ethik ׳und Moral;zu werden verspricht, ans der die ersten jüdischen Mädchen atisziehen werden, die als Stammütter eines neuen Geschlechtes heilbringend für gam. Siebenibürgen ׳wirken werden. Die miisrachistischen!Nörgler solllen doch einsehen und verstehen lernen, daß es kein a׳g u d is t is cb - p o 11 t׳i s c h es, sondern ein rein agudis tiis ch e$. d. h. ein eminentes Thorainte resse ist. die Beth-Jakob-Schulen auch!in Transsylvnnien Fuß fassen!zu־ lassen, denn die Ziele und!Be- Strebungen der ׳Aguda sind eben im allgemeinen ■und ganz besonders in seinem vom Keren iTlathora erfaßten Enzicliungswer.ke kongruent!mit den Wünschen und Wogen der Thora," die doch angeblich auch Programmpunkte, des Misrachi bilden. Wir sind überzeugt, daß die ungetrübte Orthodoxie •unserer Stadt so lange nicht ruhen •wird, bis die erste ■Beth-Jakob-Sdiule Siebenbürgens die schönen ■und altbewährten Institutionen unserer Gemeinde krönen und zu ■einer!Renaissance der religiösen Verhältnisse intra und extra muros führen wird. Wir sind dessen auch .sieber, daß ׳uns hiebei auch der verklärte Geist ■unseres großen Rabbiners s. Z. 1. als Fürsprecher vor G-ttcs. Thron behilflich sein ׳und unser Vorhaben,, in dem er die gerade!Fortsetzung und Vervollkommnung des vor 50 Jahren von ihm inaugurierten Schulweisens erblicken muß, segnen wird. Hamdinosso. ' Die neuesten Orgien d. Antisemitismus. Die neueste politische Entwicklung, die die National- Sozialisten sich bereits als Herren in Preußen fühlen läßt, entladt sich in einer Menge antisemitischer Anträge im preußischen Landtag — und auch anderswo. Naturgemäß ist allen diesen Anträgen, da sie ja auf verfassungsrechtliehe Hindernisse stoßen, nur demonstrativer Wert beizumessen, es ist aber immerhin jetzt Aufgabe der jüdischen Bevölkerung, ruhiges Blut zu bewahren und die Entwicklung mit Zuversicht auf die Sache des Rechts abzuwarten. Wir geben hier in Kürze die neuesten Berichte vom antisemitischen Kriegsschauplatz wieder. Das Schachtverbot. Am Sonnabend, den 25. Juni, morgens halb 3 Uhr, sollte im Preußischen Landtag die Abstimmung über das von den Nationalsozialisten für ganz Preußen beantragte Schächtverbot stattfinden. Der nationalsozialistische generelle Verbotsantrag war schon durch einen im lanclwirtschaftlichen Ausschuß angenommenen Entschließungsan trag gemildert, in welchem es heißt: Das Staatsministerium wird ersucht: 1. Geeignete Mittel bereitzustellen, um alle Methoden zur Schlachtung von Schlachttieren zu prüfen und zu fördern mit dem Ziele, das betäubungslose Schächten für die Zukunft zu unterbinden; 2. bis zur ersten Oktobersitzuug dem Landtag einen Bericht■ über jjWJji;:[Erfolg seiner Bemühungen in dieser Richtung vörzulegej; Hiezu hatte das’ Zentrum, wie schon mitgeteilt, den Antrag gestellt, an Stelle der Worte ״mit dem Ziele, das betäubungslose Schächten für die Zukunft zu unterbinden“ zu setzen ״zwecks Gewinnung eines Betäubungs- Verfahrens, das mit dem rituellen Schächten vereinbar ist, mit dem Ziele, daß in Zukunft keine Tiere ohne Betäubung geschlachtet werden“. ׳ Der Zentrumsantrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und eines einzigen Zen- ECHTE כשר eier־n udeln Unter Aufsicht mit Siegelmarke und Stampiglie am Verschluß beglaubigt des ehrw. Rabbinats der Adass Jisroel, Schiffschul trumsabgeordneten, der noch bei der Abstimmung zugegen war, abgelehnt. Der Anti-Schächterantrag ist jedoch nicht endgültig gefallen. Er wird nun noch einmal in einer der nächsten Plenarsitzungen des Landtages, der sich bis zum 6. Juli vertagte, zur Abstimmung gestellt werden. Annahme des Gesetzantrages: Jüdische Künstler dürfen an Staatstheatern nicht beschäftigt werden. Der Preußische Landtag nahm in der Nacht׳ zum Sonnabend, den 25. Juni, , den Antrag der National- Sozialisten an, wonach jüdische Künstler an Staatstheatern nicht beschäftigt werden dürfen. Die Annahme dieses Antrages war nur deshalb möglich, weil bei der Ab- Stimmung in der zweiten Morgenstunde die Gegner des Antrages, Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten, die im Landtag die Mehrheit haben, nur noch rechtr schwach vertreten waren. Praktische Folgen wird der Be- Schluß des Landtages nicht haben, da er gegen die im Artikel 135 der Reichsverfassung verankerte bürgerliche Gleichberechtigung der deutschen Juden verstößt und auch in bestehende Verträge eingreift. Für die National- Sozialisten empfahl der Abgeordnete Herr von Gregory die Annahme dieses Antrages mit der Begründung, daß ״den Juden jedes Verständnis für die deutsche Kunst fehle, wie überhaupt die semitische Rasse im Gegensatz zur nordischen Rasse niemals auf dem Gebiet der Kunst schöpferisch hervorgetreten sei“. Annahme eines Gesetzes ü(jer Beschlagnahme des gesamten Vermögens der Ostjuden in Deutschland. Gegen 5 Uhr morgens gelangte ein Antrag der Nationalsozialisten, betreffend Aenderung der Ein•׳ kommensteuerstaffel, zur Abstimmung und Annahme. Punkt* 4 des angenommenen Gesetzes lautet: ״Die gesamten Vermögen der seit dem 1. August 1914 eingewanderten Ostjuden sind als unsittliche Bereicherung einer produktiv nicht arbeitenden, sondern .«t111111mm1111m1mHHH1111nnn1n11nm1!111M111mi!1111n11111H4m1n11n1mu)1u1m111)nK{t11)11!1n)mt1nni1»$mn1nm1. Agüdas jisroel, Ortsgruppe Wien II, Leopoldsgasse 16, Tel. A-48-4-15. Einladung zu der atti Montag, •den 4. Juli (30. Siwan) d. J., um 3/48 Uhr abends im Festsaal des Hotel ״Bayrischer Hof", II., Taborstfaße 39 (Eingang Obere Angartenstraße), stattfindenden unter der Devise: ״Zwanzig Jahre Agndhst Jisroel.“ Es werden sprechen: Sejmdeputierter Vitenber g (Riga)״ :׳Agudistische Politik.“ Rabbi Mosche Blau (Jerusalem): ״Agudas Jisroel und Erez Jisroel.“ Wolf S. Jacobson (Berlin): ״Rückblick und Ausblick.“ Der Vorstand. Für Damen ist die Galerie reserviert! Kommt alle! 1־l||||!l|ll!!lli!!l|[|!llllllllilll[||||lilllllillllllllllllll||||l!lllll!l||ll»!lllll!l!l!lllll!lll!l!llll!ll!ll!lll<<Ui!ftll!f|}|llllllllllllllll|>־ raffenden Rasse zu Lasten des geknechteten deutschen Volkes in Preußen sofort restlos zu beschlagnahmen und nach einem binnen drei Wochen von der Staatsregierung im Landtag vorzulegenden Gesetzentwurf der Arbeitsbeschaffung dienstbar zu machen.“ Schwerstwiegende Folgen könnte dieses Gesetz erst haben, wenn die Reichsregierung ihm in irgend einer Form Folge gibt. Polen und dns preußische Ostjudengesetz. Im Hinblick auf die vom Preußischen Landtag auf Antrag!der!Nationalsozialisten angenommene Ent- Schließung, die gesamten Vermögen iclcr seit dem 1. Aug.11.st 19114 eingewanderten Ost jaulen restlos!zu 'besch.lag.m1l1.men •und sie ׳der Arbeitsbeschaffung dienstbar zu '•machen,!wird aus Kreisen, die der ■polnischen Regievung ■miili©stehen,, erklärt: ״Das vom ,Preußischen Landtag angenommene Gesetz, das Vermögen der aus ׳Osteuropa stammenden Juden zu!beschlagnahmen, stellt ein Unikum in der anoclernen ,Gesetzgebung dar; es ,bat ׳keinen ׳Präzedenzfall in der Geschichte des ׳internationalen Rechtes und ׳in der ■Gesetzgebung •der einzelnen Lände,r. (Es ist!dies der erste Fall, daß die gesetzgebende Versammllimg eines Staates, in!welchem eine!kommunistische Ordnung nicht herrscht, 7die Konfisizierung des •Eigentums einer gewissen Kategorie von ,zivilen Einwohnern!beschließt. Die •polnische [Regierung ׳wiircl «ich mit diesem vom Preußischen!Landtag־ angenommenen!Gesetz!befassen müssen, sollten hei!der ,Durchführung desselben Juden polnischer Staatsangehörigkeit •in Mitleidenschaft gezogen werden.;Sollte dieses Gesetz 1i.n!Kraft treten ■und die Interessen polnischer Bürger in ,Preußen berühren so werde die polnische Regierung alle hieraus sich ergebeneleu Konsequenzen ziehen. Die ,polnische 1 Regierung wird in. keiner Weise!zugdben, daß!polnischen Bürgern in Deutschland eine andere Behandlung!zuteil;wird, als Bürgern anderer!Staaten; sie wird es nicht!zugeben, ■daß gegen ,Bürger!ihres Landes, die in!Deutschland wohnen, spezielle sie!benachteiligend© Gesetze zmr Anwendung kommen.“ Magenschmerzen, Magendruck, Verstopfung, Darmfäulnis, galliger Mundgeschmack, schlechte Verdauung, Kopfweh, Zungenbelag, blasse Gesichtsfarbe werden häufig durch Gebrauch des natürlichen ״Franz-Josef“- Bitterwassers, ein Glas voll abends kurz vor dem Schlafengehen, behoben. Speziälärzte für Vei*dauungskrankheiten erklären, daß das Franz-Josef-Wasser als ein sehr zweckdienliches Hausmittel wann zu empfehlen sei. Das ״Franz-Josef“-Bittervvasser •ist in Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhandlungen erhältlich! l(gj)| flflCHRiCHTEN Die Etatberatung in der Berliner jüdischen Gemeinde. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung und der politischen Entwicklung in Deutschland ist der Friede in der Berliner jüdischen Gemeinde hergestellt worden. Der Etat wurde einstimmig verabschiedet und dabei unter anderem festgestellt, daß die Zahl der Besucher der Berliner Synagogen sich 1932 gegen 1931 um 15 bis 20 Prozent erhöht hat. Von dem mehr als 10 Millionen Mark betragenden Budget entfallen auf Kultuswesen 1,645.000 und auf Schulverwaltung 1,167.000 Mark, und es drückt sich also in diesen Ziffern schon aus, daß diese Grundfesten, des Judentums in der Gemeinde die ihnen gebührende Stellung einnehmen. Das orthodoxe Schulwerk in Budapest. Soeben ist der von Direktor Dr. A. •Deutsch zusammengestellte Jahresbericht über das orthodoxe jüdische •Schulwerk in Budapest erschienen. Aus demsel- •ben ist zu ersehen. Die Knaben- und Mädchenvolksschulen der Gemeinde wurden von 553 Kindern (320 Knaben und 233 Mädchen) besucht. Die vierklassige Bürgerschule wird von 153 Knaben, die Mädchenbürgerschule von rund 200 Mädchen besucht. Außerdem zählt die mit anderen Bürgerschulen verbundene, dem Schulwerk angeschlossene ״Thoras-Emeß“ 90 Schulen, so daß das Schulwerk der I orthodoxen Gemeinde von insgesamt von rund 1000 Kindern frequentiert wird. Große Agudaversammlung in Frauenkirchen. Sonntag, den ■22. iSivan (26. Juni) fand in Frauenkirehen eine große Agudaversammlung statt, zu der auch Mitglieder der Wiener und Wiener Neustädter Jugendgruppe gekommen waren. Im überfüllten Bes- Haknescs ©!־öffnete Seiner Ehrwürden Herr Oberrabiner Löwy die!Festversammlung. Namens der Frauenkirchner isralitisehen Kultusgemeinde begrüßte die Erschienenen ׳Herr Kultusrat Salomon Lunczer.!Der . Präsident der Frauenkirehner!Agudas Jisroel Jugendgruppe, Herr Deutsch, gab seiner Freude Ausdruck, die Freunde aus Wien, insbesondere aber Herrn l Wolf S. Jacobson,!Berlin, begrüßen zu dürfen.!Als } erster Referent ergriff Herr Siegmund Stern, Wien, das Wort und besprach die verschiedenen Probleme, ־ die heute an [die Großstadtjugend herantreten, i In •glänzenden Worten schilderte dann Herr Wolf 5 S. Jacobson, Berlin, das Wesen der Agudas Jis-; roel. Wie sie alle ihre Taten immer nur getren ihres ersten Grundsatzes, Losung der Gegenwartsaufgaben im Geiste der Taure, getan und augestrebt habe. Fr