Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 25 (24.6.1932)
- Date
- 1932-06-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2629891-2630438-2630462--4189-2636318- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite > sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien! XVM Staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148 Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 und Erez Jisroel“. Er berichtete, wie der sterbende Rabbi Clmiin Sonnenfeld ihn bei seinem Eintreffen in Jerusalem gemahnt habe, in Palästina nicht das Schlechte, sondern das in so großer Zahl vorhandene Gute zu sehen und in seinen Berichten wiederzugeben׳. A’gudas Jisroel müsse, ähnlich wie in Osteuropa, die jetzt noch unorganisierten gesetzestreuen ׳Massen sammeln und ..eine Alijah der Seelen“ in ganz Palästina herbeifiihren. Schachnowitz schließt: Große jüdische Leistungen seien immer erst aus der Not erwachsen. Vielleicht habe es erst dieser Erschütterung unserer gesamten Existenz in der Diaspora bedurft, u.m unser Herz und Hirn für den Aufbau Palästinas reif und tätig zu machen. Dieser Aufbau aber läßt sich — und dafür zu sorgen, sei Aufgabe der Agudas Jisroel —־ mit der durch die Thora gebotenen Zielsetzung vollziehen. Schönheit verpflichtet. Wer schön ist, muß erst recht darauf sehen, daß er durch regelmäßigen Gebrauch der guten Chlorodont-Zahnpaste schöne weiße Zähne erhält. Tube Kc 4 und Kc 6. Versuch überzeugt, Jüdisches Leben in Südafrika. (Aus einem Brief an die Kercn-!Hathora-Zenrale.) Job a n n i s b 11 r g, den 10. Ijar. - Wenn auch die Wirtschaftskrise vor den Toren unseres Landes nicht halt gemacht hat, können wir dennoch von erfreulichen Ereignissen Mitteilung geben. , Tn Johannisburg allein sind im letzten Jahre fünf neue Synagogen errichtet worden, unter welchen das sogenannte ״■Bet 11 Hamidrasch der Orthodoxen“ hervorragt, das den Namen seines großherzigen Stifters trägt, Chain! Hertzcnstein. ׳Das Beth Hamidrasch ist mit großer Pracht geibaut, faßt 2000 Sitze und bildet eine Sehens- Würdigkeit der Stadt. An dem allgemeinen politischen Leben nimmt die Orthodoxie, ebenso wie die übrige jüdische Bevölkerung des Landes, intensiv Anteil.' Die gesetzestreuen Kreise haben sogar bei de‘n verschiedenen Wahlen des letzten Jahres nennenswerte Erfolge davongetragen. So wurde der Advokat Morris Alexander aus Cape Town, der unerschrocken für die Interessen des Landes anbei- ,tet, als Mitglied in das Parlament gewählt. Ferner ׳wurde Mr. 11־. Teeger aus Johannisburg, der durch seine Aktivität in allen Öffentlichen Dingen wohl bekannt ist, zum Provencial-Gouncillor gewählt. Mr. A. S. Schauder von Port Elizabeth, wurde in den Stadtrat entsandt, und schließlich wurde Mr. Hirsch Hillmann aus Durban zum Präsidenten der Jewish!Board of Deputies ernannt. Mr. Hillmann hat das Präsidium für den Kcren-Hatliora seines Bezirkes übernommen. Dank der rührigen Allheit des Keren-Hatliora- Delegierten,!Rabbiner Mcnachem Zimmermann, ist es gelungen, eine Organisation für Förderung der Keren- Hathora- und Beth Jacob-Interessen in Europa und ■im Heiligen Lande zu begründen. An der Spitze des Landes- Verbundes steht als Ehrenpräsident Chiefrabbi Prof. Dr. I. L. Landau und als Präsident 'S. Rosenzweig. Dank der hingebungsvollen Arbeit der genannten ׳Herren, konnten im letzten Winter einigen Jeschiwaus des Ostens größere Beträge überwiesen werden (Polen, Litauen und Slowakei). Ferner wurde die Beth Jacob- Arbeit in Polen und Rumänien stark gefördert. \&Ä flRCHftICHTEfl Kg)| Sonunerkoloiüen und Ferienkurse der Keren-Hatliora-Zentrale. Im Sommer dieses Jahres werden vom Keren Hathora und Beth Jakob folgende Lehrkurse veranstaltet, die gleichzeitig der körperlichen Erholung dienen sollen: 1. In Rabka (Polnische Tatra, Strecke Krakau— Zakopane) für die amtierenden Beth-Jakob-Lehre rinnen in Polen. 2. Im Semmeri n g g e b i et (A u e) für die Kandidatinnen dies BetliVjakob-'Ins'tituts in Wien und für die Teilnehmerinnen des Kurses auf dem Sobor im Jahre 1931. . 3. In Pa langen an der Ostsee in Lit a u e 11, gemeinsam mit der!Schulorganisation ״Javvneh ־, Kowno. ״Als Dozenten sind i׳u Aussicht genommen: Oberrabbiner Aaron Bakst (Schaulen), Oberrabbiner Dr. Carfebach (Altona), Dr. Leo Deutschlander (Wien), Direktor Dr. Holzberg (Telsiai). Zu diesem Kurs sind junge Lehrer und Studierende aus dem Ausland eingeladen. Vorgesehen ist im Anschluß an clen Kurs in Palangen eine S t u d i e n f a 111־ t zu den Kulturstätteai des Landes (Telsiai, Slobodka, Poniewicz; eventuell eine Weiterfahrt nach Riga und Wiilna). Auch an den Kursen in Rabka und am Semmering können junge Mädchen aus dem Auslände teilnehmen. Im Anschluß an den Kurs in Rabka ist ein Besuch in ' Krakau und Lublin geplant, in! Anschluß an den Kurs auf dem Semmering Besuch in Wien,!Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, eine Donaufahrt bis Preßburg und Besuch der Stadt. Der Beginn der Kurse ist auf den 10. Juli festgesetzt. Nähere Auskünfte erteilt die Keren-Hathora- Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasse 26, wo auch die-Anmeldungen entgegengenommen werden. Aguda-Tagung in Frauenkirchen. Der Landesverband der Agudas-Jisroel-Jugendgruppen Oesterreichs veranstaltet am Sonntag, den 26. Juni d. J. eine große Werbeversammlung in Frauenkirchen, bei der Herr W. S, Jacobson, Berlin, über ״Vergangenheit und, Zukunft (20 Jahre Agudas Jisroel)“ und Herr Siegmund Stern über ״Agudah-Jugend und Kehilloh- Politik“ sprechen werden. Treffpunkt für die gemeinsame Reise der Teilnehmer aus Wien, um 7 Uhr früh in der Jugendgruppe, II,, Floßgasse 1, Für den Vormittag Ist ein interessantes Besicht!- gungsprogramm festgelegt. JÜDISCHE PfüiSf Beth jaköb Sommerkurs. . Wir machen nochmals auf unsere Sommerkursc im Ferienheim Atte/Semmeriitg: aufmerksam und bemerken gleichzeitig, daß de« jungen Mädchen Gelegenheit gegeben wird, tmter besonders günstigen Bedingungen schon eine oder zwei Wochen vor Beginn der Sommerktirse in Wien im Dr.-Kriiger-Heim gute Aufnahme zu finden, nra unter geeigneter Führung alle Sehenswürdigketten von Wien zn besichtigen. * Betliauseinweihung in Wien XX( Sonntag, den 19. Juni d. J., fand in Gegenwart des Präsidiums der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, des Rabbinats und einer großen Menge orthodoxer Juden aus allen Bezirken Wiens die feierliche Einweihung der vom Verein ״Bnc Brith“ errichteten neuen orthodoxen Synagoge statt. Badischer Landtag leimt zum dritten Male einen Scliäclitverbotsantrag ab Im badischen Landtag war kürzlich — nunmehr zum dritten Male — von den Nationalsozialisten ein Antrag auf Einführung eines Schächtverbots eingebracht worden. Am. 15. ds. fand, wie die Reichszentrale für Schächtangelegenheiten bekanntgibt, die Abstimmung über den Antrag statt, der ohne Aussprache im Plenum mit großer Mehrheit zur Ablehnung gelangte.־ Aschaffenburg. Rabb. Dr. Fritz Bloch aus Mün- . eben wurde als Nachfolger des jüngst verstorbenen Rabbiners Dr. Raphael Breuer zum Distriktsrabbiner in Aschaffenburg gewählt. Dr. Bloch ist ein Schüler des Berliner Rabbinerseminars und hat auch die Jeschiwoth in Telsiai und Mir besucht. Frankfurt a. M. Der Führer der Aguda in Palästina, Herr Rabl). Moses Blau, weilte hier, 11m mit der Leitung der Agudas- Jisroel-Wcltorgauisation Besprechungen wegen der Nachfolge des verewigten Oberrabbiners Sonnenfeld als Rabbiner der selbständigen orthodoxen Gemeinde in Jerusalem zu pflegen. Die silbernen Löffel von Rotenburg. Vor einiger Zeit erregte ein Prozeß großes Aufsehen, bei dem sich herausstellte, daß die Juden von Rotenburg a. d. Fnkla auf Grund einer uralten Verpflichtung alljährlich dem dortigen evangelischen Pastor einen silbernen Löffel abliefern mußten. Selbst das Kasseler Oberlandesgericht hatte diesen Ueberrest aus dein ■Mittelalter ■bestätigt. Die Juden in Rotenburg haben jetzt dieses alte Abkommen durch eine freie Vereinbarung außer Kraft gesetzt, und zwar׳durch eine einmalige Ablösung von 50 Mark. Das mittelalterliche Recht hat also doch gesiegt, wenn auch der moderne Vertreter der alten Fronvögte sich entgegenkommender zeigte als die Gerichte. - Die Schweiz verbietet das Hakenkreuz. Die schweizerische Bundesregierung hat eine Verordnung erlassen, die das Tragen von!Braunhemden und von Emblemen der Nationalsozialistischen Partei verbietet. Basel. Sonntag, den 19. Juni, fand hier die Einweihung eines Bethamid rasch statt!! Es ist das erste für die besondeyen Zwecke eines Lelijrluvuses errichtete Bethamidrasch in der Schweiz. ־׳..* Klausenburg. Die Agudas Jisroel in Transsylvanien gründete eine Farm zur Ausbildung von Landarbeitern für Palästina. Neue Wege der jüdiscliien Selbstverteidigung. Der bereits durch ■sein Eintreten in der Angelegenheit der Kalenderreform!bekannte Schriftsteller Markus S i 11b e r s c h a t z veröffentlicht in der jüdischen Presse Amerikas usw., unter dein Titel ״Neue Wege der jüdischen Selbstverteidigung“ einen Aufruf zur Schaffung eines Handlexikons, das Juden und Nicktjuden die Daten über den Anteil der Jaden am Kulturleben an die Hand geben und einen wertvollen Behelf in! Kampfe gegen Anschuldigungen aller Art bilden soll, die oft aus Man׳g־el an Information nicht zurückgewiesen werden können. Verband der Sabbatfreunde ״Schomre Schabbos“, Wien, II., Leopoldsgasse 16. Telephon A-48-4-15. Postsp. Kto. 103.557. Of f e u e St eilen: Praktikantin für Krawattenfabrik. Kontorist, Anfänger. Weißnäherin. Praktikanten von 14 bis 16 Jahren. Lehrling für Pelzkonfektion. Schneideruncl Schusterlehrling. Stellengesuche: Kaufmännisches und gewerbliches Personal jeder Art, auf Schulung und Tüchtigkeit hin geprüft. tyoCfo$M,.2ficu1phcfiu&/w,Xntißen, -und ffladdea. mdOfadüdÜGiisrecfit * t. ‘fflatxgasse. /ff *VPS כשר mit Karlsbader Sprudel erzeugt in unerreicht vorzüglicher Qualität, ln der eigene« Bäckerei erzeugt, daher immer frisch lagernd ״.,Gr.scl1lff8.l6 LEDERER & K0HN Holl»«as»r.J A-4M-45 DAMPFBÄCKEREI A-47-4-95 Unter Aufsicht d. Adas Jisroel (schiffschul) Schulnachrichten. Jubiläum der jüdischen Volksschule in Regensburg. Vor kurzem wurde in Regensburg das 100jährige Bestehen der jüdischen Volksschule!feierlich begangen. Das Schullokal befand sich längere Zeit im früheren jüdischen Gemeindehaus (Untere Bachgasse E 2), später viele Jahre im sog. ״Thon-lDittmerhaus“ (Haidplatz F 5), dann einige Jahre in der Tannschule, bis die Schule mit der Errichtung der neuen Synagoge im Jahre 1912 in einem schönen Schulsaale des jüdischen Gemeindehauses ihre endgültige Stätte fand. Die Schule, die lange Jahre sieben Klassen hatte und durchschnittlich 50 bis 70 Schüler zählte, unterhält nunmehr nur vier Klassen, da die Kinder der^Gcmeinde nach dem Besuch des vierten Schuljahres in die •Mittelschulen übergehen. Sie wird gegenwärtig von 18 Schulkindern besucht, und zwar von 12 Knaben und 6 Mädchen, (Die geringere Zahl der Mädchen erklärt sich daraus, daß ein Teil der Mädchen die Vorschule des Mädchenlyzeums besucht.) Als Verweser bis zur Wiederbesetzung der Lehrerstclle wurde im April 1932 von der Regierung Herr Moses Lewkowitz, Absolvent der Würzburger Lehrerbildungsnnstalt berufen. Das Lehrerseminar des Hebrew Union College in New York geschlossen Dr. Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in New York, teilte bei der Diplom- Verteilung des' Lehrerseminars des College, äie im Gemeindehause des Tempels Emanuel stattfand, mit, daß das Lehrerseminar nunmehr wegen Mangel an finanziellen Mitteln geschlossen wird!1. Obwohl, führte Dr. Morgenstern weiter aus, das Hebrew Union College und die Union of American Hebrew Congregations zur Erhaltung des Seminars mehr beigetragen haben, als sie sich anfänglich verpflichtet hatten, war es unmöglich geworden, das Seminar, das neun Jahre in Betrieb war, weiterzuführen. Im vorigen Jahr hatte noch der Herausgeber der ״New York Times“, Herr Adolph S. Ochs, durch Hergabe einer Summe von 20.000 Dollar das Bestehen des Seminars für ein Jahr sichern können. Heute verfügt das Seminar über keine Mittel mehr. An dem Seminar studierten 2000 Hörer, 176 erhielten bei demselben den akademischen Grad. Einweihung des Realgymnasiums und des Mädchengymnasiums der Pester Isr. Gemeinde. Am Dienstag, den 7. Juni, wurde das neue, in diesem Schuljahr fertiggestellte Gebäude des Realgymnasiums und des Mädchengymnasiums der Pester Israelitischen Religionsgemeinde im Beisein des Kultusministers Dr.■ Karafiath,. des Ober-/ bürgermeisters von Budapest Dr. Ripka, der Vertreter anderer staatlicher und städtischer Behörden, des Vor- Standes der Isr. Religionsgemeinde und eines zahlreichen Publikums feierlich eingeweiht. Das neue Gebäude, in dem beide Gymnasien untergebracht sind, stellt eine der modernsten und imposantesten Lehranstalten der ungarisehen Hauptstadt dar. Professor David Jakob Simonseu. Am Mittwoch, den 15. Juni, morgens, verstarb in Kopenhagen im 80. Lebensjahre Professor David Jakob Sknonsen, der Führer der dänischen Juden und eine der!populärsten Persönlichkeiten des heutigen Dänemark. David Jakob Sirtionsen wurde 1853 in Kopenhagen geboren, wurde zunächst Hiilfsrabbiner, 1892 Oberrabibiner in Kopenhagen und von der gesamten dänischen Judenheit als ihr .geistiger Führer anerkannt. Ende 1902 legte er das Amt als Oberrabbiner nieder, um sich (fortan vollständig der Wissenschaft und der Philanthropie zu widmen. Seine philanthropische Tätigkeit blieb nicht auf Däne- ■mark!beschränkt, sondern er arbeitete von je an vielen interterritorialen jüdischen Wohlfahrtswerken mit, wie ■er auch die Wissenschaft des Judentums über Dänemark hinaus förderte und befruchtete. Auch a-nf politischem Wege griff er sehr oft zugunsten verfolgter und entrechteter Juden ein. Während des Weltkrieges!war er der Vermittler zwischen den jüdischen Wohlfalirts- Institutionen in!Amerika und den notleidenden. Juden in Osteuropa;und half auf diese Weise ׳viel Leid mildern, Außer zahlreichen theologischen, orientalischen, .geschichtlichen und bibliographischen Abhandlungen in Zeit- und Festschriften verfaßte ׳Professor!Simonseu über die!Skulpturen!und Inschriften aus Palmyra in der Kopenhagener ,.Ny Carlsberg!Glyptothek‘ ein Werk, das 1889 •in dänischer :und französischer ,Sprache lierausgegeben ׳wurde.!Bei der Reorganisation des Vereines ״Mekize Nirdamin“ (1908) zum ersten Vonsitzenden gewählt, übte er ,bedeutenden Einfluß auf die A eröffentlicluingen dieses Vereines aus. Das Großkraftwerk am Jordan eröffnet. (J. T, A.) Das 'von Pinchas Rutenberg geschaffene elektrische Großkraftwerk in Abadieh, am Zusammenfluß des Jarmuk mit dem Jordan, dessen Errichtung 4% Jahre in Anspruch nahm und bei dessen Bau 600 jüdische und arabische Arbeiter beschäftigt waren, wurde am 10. Juni vom High Commissioner für Palästina General Sir Arthur Wauchope bei Anwesenheit des Emirs Abdullah von Transjordamen, des britischen Residenten in Transjordanien Colonel Cox, zahlreicher hoher Regierungsbeamter und Vertreter der großen jüdischen Körperschaften des Landes eröffnet. y O H IX l E B E N S V E R $ I CHE R U N G $• G SS E L IS C H A F T