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Jüdische Presse · 1932-06-03 · 22 (3.6.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
22 (3.6.1932)
Date
1932-06-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mm ä herzlichen Absehiedsgruß an Df, Fri& Def Konsul erwiderte dafättFin eiftet überaus ftenndliehen Ansprache. M der et dert^Ängehcitigeitt des Kolel Vetsiebette. daß zweifellos auch sein Nachfolger tön d errWlmfWöllenden intentiöued geleitet sein \terdev die ihn! im Geiste der Tschelroslowahischen Republik in der Pflege der Bede■־ jüngen 2Ut tschechoslowakischen jüdischen Siedinrtg im Heiligen Lande de« Weg gewiesen haben. Die Versammelten nahmen diese Worte begeistert auf tirtt gaben dem populären Konsul das ׳Geleit mit innigen egenswünschen für seine Weitere Laufbahn. Se. EhrW. Herr Ob e r r a b b i n er Seht eibet in Bratislava als Oberprokurator des ״Kolel Schomre Hachornoth‘* richtete au Konsul Dr. Friß ebenfalls ein Dankschreiben, worin er ihm für die warme Anteilnähme an der Fürsorge für die Armen des Heiligen Landes und die amtliche und persönliche Unterstützung, die er dem Kolel bei jeder Gelegenheit angedeihen ließ. Dank sagt und gute'Wünsche .zum Ausdruck •bringt. Am Donaustrand. Aus früheren Jahrhunderten sind mehrere Darstel- Jungen Wiens bekannt, die die Stadt mit ihren Toren vom Ufer des Donaukanals her zeigen. Da sieht man, wie י Fischer und Schifferknechte die Last ihrer Boote nach der Stadt befördern und auch am Donaustrand lange vor unserer modernen Verke.hrstechnik das Leben eines Umschlag- und Hafenortes herrscht. An diese längst entschwundene Zeit, in der die Donau noch eine Handelsstraße ersten Ranges gewesen war, in der es aber auch ein Strand-, ein Rohr- und ein Bergrecht gegeben hatte, erinnert heute fast nur mehr der Berghof hoch oben im Häusergewirr. Die Zeiten des Strandrechts aber sind längst vorüber und der Mensch von heute lächelt hoch- Stens noch mitleidig, wenn einmal so ein kleiner Dieb, der auf frischer Tat ertappt wird, die Ausrede gebraucht, .die gestohlene Sache sei ihm ״zugestanden״. Dabei hat sich in so einem Sünder vielleicht unbewußt etwas von dem mittelalterlichen Begriff des Eigentums erhalten, ECHTE כשר EIER-NÜDELN Unter Aufsicht mit Siegelmarke und Stampiglie am Verschluß ]beglaubigt, des, ehrw. Rabbinats der Adass Jisroel, Schiffschul dessen Ueberwindung sicherlich einen nicht zu unter- Schätzenden Fortschritt der menschlichen Gesittung bildet. ־ . Alleil? so ganz überwunden ist das Strändrecht noch lange nicht und erst vor einigen Tagen haben wieder nationalsozialistische Horden geglaubt, Ehre״ und Sicherheit, der Wiener Juden als Strandgut behandeln zu können. Allein dicht neben dem ״Berghof“, just in der Judengasse war es, wo die Welle braunen Schlammes strandete, und die Helden vom Hakenkreuz erhielten für das, was sie der Judengasse anhpten, dort auch pünktlich und bar den billigen Preis ausbezahlt. Das war vielleicht nicht ganz zufällig am Lag Beomer gewesen, am seihen Tage aber mußte gerade in dieser Zeit des zur Siedehitze gesteigerten Judenhasses die Wiener Oeffentlichkeit durch die Tagespresse erfahren, wie v o n׳ jüdischer Seite an der jüdischen Ehre gefrevelt und am Amtssitze der Wiener Judengemeinde schon vor Jahren die Ehrlichkeit eines Beamten gestrandet und Jahre hindurch nicht nur an fremdem Eigentum, sondern, was noch schwerer wiegt, an. Geldern, die für religiöse Zwecke bestimmt waren, ein Strandrecht ausgeübt wurde, das auch dadurch nicht entschuldigt werden kann, daß es durch die in Leichtgläubigkeit und blindem Vertrauen erteilten Gegenzeichnungen gewählter, den Wählern verantwortlicher Funktionäre gewissermaßen erst möglich wurde. Nunmehr wird natiirlieh, wie gewöhnlich in solchen Fällen, Bestrafung des Schuldigen und straffere Kontrolle verlangt. Weit wichtiger aber als diese finanzielle ist eine innere, eine r e 1 i g i ö s - e t h i s c h e Kontrolle, und darum ist es vielleicht gut, daß durch die Aufdeckung dieser Strandräubereien endlich einmal auch alle jene Rücksichten verschwinden, die bisher die offene Besprechung der Schäden unmöglich machten, die schon längst allen, die es mit der Wiener Judengemeinde ehrlich meinen und unter ihrem ebenso unjüdischen wie undemokratischen System litten, auf der Seele brennen. Ein Biograph des bekannten österreichischen Staatsmannes G e n t z macht gelegentlich einmal die Bemerkung, daß dieser selbst zwar als armer Mann starb, daß seine Diener aber Vermögen und Häuser erwarben. Aehnlich ergeht es aber auch der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, ihren Institutionen und allen jenen jiidisehen Institutionen und Personen, die naturgemäß auf die Hilfe der Wiener Judengemeinde angewiesen sind. Sie alle kämpfen, können sich kaum noch über Wasser halten und viele, allzuviele sind schon zugrunde gegangen, während es eine ri Beamten, notabene einen gutbezahlten Beamten gab, der allein alle jene Summen für sich verwenden konnte, mit denen den vielen Institutionen und Personen geholfen und das Defizit einer ganzen Gemeinde , hätte vermieden werden können. Was sah man aber, wenn man einmal Gelegenheit hatte, mitanzusehen, in welcher Weise von Vorstandsmitgliedern und ihren im ״Parteien’ verkehr״ nur zu gut instruierten Beamten mit Bittr steilem umgegangen wurde und wird? Wie mußten sich sogar hochverdiente Männer, wenn sie in die traurige Lage kamen, für sich, für ihr Werk oder ihre Sache, die ■ oft die Sache der österreichischen Judenheit ist, bei Vor- Standsmitgliedern, Kommissionen öder Beamten zu intervenieren, behandeln,' mit Versprechungen oder auch Demütigungen, iip besten Falle aber mit Komplimenten abspeisen lassen, wobei sie aber nie das erreichten, worauf sie ein moralisches Recht haben! v Dieselben leitenden Funktionäre, die so gm ״New!“ und ״Non possumus!1׳ sagen konnten, wenn es sich um die religiösen und geistigen •Bedürfnisse kleiner Behausvereine, um Schulen und sonstige geistige Angelegenheiten des Judentums handelte, unterließen alle selbstverstündliche Kontrolle oder überließen sie untergeordneten JÜDISCHE PRESSE Kt. 22 Organen, wie man es ja auch sonst in Wien und nicht nür irrt kaufmännischen Leben beobachten kann, daß es nur mehr Vertreter gibt, und einer den änderet! vertritt. Auch üfi religiösen Leben der Wiener öeüifeinde yerttfft einer den anderen und sowohl im Winter* wenn es t\x kalt, aus auch im Sommer, wenn es au heiß ist, verlassen sieh Rabbiner auf Vorsteher, pberkantören auf zweite Kantoren, alle aber lassen sich, durch den Sehames substituieren und dieser wieder übergibt seine Vertretung den Batlonim. Wenn es nicht so tieftratirig wäre, könnte man darüber lachen, wie auf diesem Gebiete jehe bekannte Anekdote aus dem Geschäftsieben ihre Variante findet, die erzählt, däß ein Chef einst sein Geschäft, tim ms Kaffeehaus gehen ztt können, seinem Prokuristen, dieser wieder dem Buchhalter artvertraute, wie der Buchhalter dann aber den Verkäufer mit seiner Vertretung betraute Und schließlich —־ der Praktikant allein im Laden vefblieb. Während neue Bethäuser und Tempel entstehen, stehen die alten leer und gerade jetzt, während der Tage des Omer, wird so recht klar, wo einzig und allein in Wien noch verantwortungsbewußte Führer lind Lehrer dfes Judentums zu finden und wo sich die hochmögenden und mit Titeln und Würden prunkenden Vorsteher, Beamten, Rabbiner und Lehrer der Großgemeinde, die sich oft mit der Religion innerlich nicht im geringsten mehr verbunden fühlen, über ihre jüdischen Pflichten informieren könnten. In den armen kleinen Bethausvereinen, den orthodoxen Minjantm, gibt es kein kontrolloses Wirtschäften mit Millionen, da es dort überhaupt keine Millionen gibt, wohl aber begeisterte, wenn auch schlecht bezahlte Rabbiner, die in heiligem Erlist ihr Lehramt als eine tägliche Aufgabe ansehen und namentlich während der Sefira in gut vorbereiteten Vortragszyklen jüdisches' Wissen ins Volk tragen. Ja, noch mehr, unter diesen Männern, die da im lebendig überlieferten Gefühl der Bedeutung der Sefiratage, in bewußter Würdigung der traurigen Ereignisse,, deren Gedenken sie gelten, Psalmen, Jesaia, Sprüche der Väter oder sonstige Partien des jiidisehen Schrifttums vortragen, befinden sich auch solche, die dies, überhaupt ganz unentgeltlich tun. Und da erhebt sich von selbst die Frage: Warum verschmähen es die gaduierten Rabbiner Wiens, ihrer Aufgabe, •zu lehren, zu entsprechen? Finden sie es unter ihrer Würde, in ihren prachtvollen Synagogen dem Volke,auch die Hausmannskost der jüdischen Lehre, die ethischen Schriften des Judentums! Inäherzubringen und damit der Gewinnung der Jugend, der Erhaltung und Festigung der Alten im Geiste der Religion zu dienen? Warum >vird von dieser Seite gar nichts getan, um der geistigen Verödung, dem Kaffeehaus und der Beeinflussung׳ ]durch unjüdische geistige und politische Strömungen ein Gegengewicht zu bieten? Wenn dem so ist, dann verdienen alle Rabbiner- Seminare der Welt kein besseres Schicksal, als daß sie aus Geldmangel geschlossen werden müssen. Wenn aber das offizielle Judentum schon kein Gehör mehr dafür hat, wie in den leerstehenden Synagogen die Schechina nach ihren Söhnen fragt, dann sollten die jüngsten Hakenkreuzüberfälle und — das Manko an ihrer Gemeindekasse das Memento sein, das sie unbe-, dingt verstehen müßten. Sie sollten ihnen zeigen, daß die1 Schechina nur mehr in den kleinen orthodoxen Bethäusern ihre Zuflucht hat, und sie sollten auch das Caveant consules! hören, das völlige Abkehr von den bisherigen Methoden gebietdrisch fordert. In Verwaltung und Kontrolle, in Synagoge ,;und Schule, in der Förderung, wissenschaftlicher Bestrebungen und humanitärer Einrichtungen muß der echtjüdische und dabei durch- Wegs moderne Geist der Reinlichkeit und strengen Sachlichkeit seinen Einzug halten, der nicht jenen Dieben, die Gelegenheit und Bequemlichkeit ausnützen, sondern den Reinsten und Ernstesten die Führung der Gemeindeagenden überläßt. Die neueste Zeit hat auch im Judentum nur für ehrliche Arbeit Platz, nicht aber für gelegentliches Paradieren in Festsitzungen und Festgottesdiensten, und diese eiserne Disziplin, die auch die jüdische Gemeinschaft von allen, die ihr dienen wollen, verlangen muß,; holt es am besten aus den Rüstkammern des Lehrhauses. In einer innerlich so wiederhergestellten Judenschaft kann es aber kein Stranden und kein Straucheln mehr geben und an ihr müssen sich auch die Wogen des Judenhasses brechen, da sie besser ausgerüstet sein wird als die Generation von gestern und von heute. Und dann können nicht Feindesscharen mehr gegen ein innerlich ausgehöhltes Judentum anstürmen, sondern wie es das alltägliche Abendgebet, viel zu wenig beachtet, verkündet, werden כל גרם אשר עשית יבאו וישחחוו לפניך ויכבדו לשמיך alle Völker, die Du erschaffen, kommen, um sich vor Dir zu beugen und׳ Deinen Namen zu verehren!“ Elkan S e g a 1. |0| Nachrichten1^1 ־ Studienfahrt der Wiener Beth Jakob- Schule. Die oberste Klasse der Wiener Lehrerinnenbildungsanstalt;,Beth Jakob“, welche in einigen Wochen das Abschlußexamen macht, fährt Sonntag, den 5, Juni mit dem Frühschiff nach Budapest, um dort die jüdischen Schulen kennenzulernen. Das Beth Jakob-Komitee in Budapest, an dessen Spitze Frau Margit Stern b erg steht, hat es in Hebenswürdiger Weise übernommen, die Mitglieder der Studienfährt unterzubringen. Dadurch wird auch Gelegenheit gegeben, daß die Budapester jüdische Gesellschaft über Zweck tind Ziel, Lehrerfolge usw. der Beth Jakob-Lehrerinnenbildungsanstalt näheren Aufschluß erhält. Vortrag. Mittwoch, den 8. Juni, präzise 7 Uhr 30 abends hält Rabbiner Rybak, der als glänzender Volksredner bekannt ist, im großen Saale des Hotels Continental einen Vortrag über das Thema ״ReligionsverfoL gung in Sowjetrußland“, Es ist anzunehmen, daß die gesamte Wiener Orthodoxie in Massen zu diesem hochinteressanten Vortrag erscheinen wird, sind seit 1870 die besten Fabrik; Wien! XV., Staglgasse 10 hei Mariahüferstr. 148 Tel. R-35-8-47 und R-39-5-38 Der Halberstädter Raw Dr. Isaak Atterbach in Frankfurt verstorben Hach einer mehrwöchigen Krunkheit, die vor einigen Tagen einen operativen Eingriff ndtwendig machte, verstarb in Frankfurt a. M, tler Halberstädter Raw Rabbiner Dr. Isaak Auerbach int Alter von &4 Jahren. Rabbiner Dr. Isaak Auerbach wurde im Jahre 1858 als zweiter; Sohndes Halberstädter Raw Seligmann Auerbach geboren und wurde im Jahre 1905 Nachfolger seines Vaters auf dem Halberstädter Rabbinersitz. Dr. Isaak Änerbaeh war einer der Führer der deutschen Orthodoxie. Eine Zeitlang war er Vorsitzender des deutschen ■.Landesverbandes der Weltorganisation Agtidas Jisroei, zuletzt war er Vorsitzender des Bundes gestzestreuer jüdischer Gemeinden Deutsch־, lands und des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden. Ein Bruder von ihm ist Rabbiner Dr. Moses Auerbach, Dozent für Talmud und Geschichte am Rabbinerseminar 7.0 Berlin. תנצ*3ה Rabbi Mordeehai Faust *ז״צי Der ehrwürdige Klausrabbitier . der Gemeinde Fürth, der älteste Thoragelehrte Deutschlands, der noch in körperlicher und geistiger Frische am Tage nach Pessach seinen 98. Geburtstag begehen konnte, ist wpnige Tage darauf von dieser Welt abberufen worden und am 6. Mai unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe getragen worden. Kurz vorher!hatte er noch ein seltenes Doppeljubilaum gefeiert, nämlich die 5Öjährige Wiederkehr des Tages seiner Berufung an die Fürther Klaussynagoge und die 80jährige Wiederkehr des Tages, an dern er als Achtzehnjähriger in seiner ungarischen Heimat das Rabbiinatsdiplom erhielt. Es war ihm vergönnt, viele Generationen durch sein Thoralernen zu •begeistern und zu guten Jehudim heranzuziehen. Die großen Ovationen, welche ihm anläßlich dieser einzig dastehenden Doppelfeier zuteil wurden, spiegelten die tiefe Verehrung Wider, die ihm allenthalben gezollt wurde. Wenige Tage später ist er infolge eines Herz- Schlages sanft entschlafen. Sein Andenken wird von seinen zahlreichen Freunden und Schülern stets in hohen Ehren gehalten werden. יבר צדיק לברכה. Neuwahlen in der Budapester orthodoxen israelitischen Gemeinde. ■Bei den Neuwahlen für den Vertretungskörper der Budapester orthodoxen israelitischen Gemeinde wurden wiedergewählt: Znm Gemeindeprüsidenten: Abraham Freudiger de Obuda: zu Vizepräsidenten: Geza. Deutsch und Samue1! W. Schreiber; zum Kultusvorsteher: Josef Schlesinger: zum Schulvorsteher: Markus Klein: zum Finanzvorsteher: Adolf Schlesinger: zum Oekonomievorsteher: Samuel Kahau-Frankl. Bei verdorbenem Magen, Darmgärmigen, üblem Mundgeschmack, Stirnkopfschmerz, Fieber, Shihlverlniltnng, Erbrechen oder Durchfall wirkt schon, ein Glas natürliches ״Frnnz-JosePLBitterwasser sicher, schnell und angenehm. Namhafte Miagenärzte bezeugen, . daß sich der Gebrauch des Franz-Joscf-Wassers für den •durch Essen und Trinken überladenen Verdau ungsweg als eine!wahre Wohltat erweist. Das ״Franz-Josef“- Bitterwasser ist in Apötheken, Drogerien und Minerab •wasscrhandlungen erhältlich. Reorganisation der transsylvanisclien Orthodoxie Oberrabbiner Albert Wesel, der von dem vor kurzem in Dej .stattgefundenen Kongreß der transsylvanisehen Orthodoxie znm Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei gewählt worden ist, äußerte sich vor Vertretern der Presse über die nach der Verlegung der Landeskanzlei nach Klauseniburg ,!beabsichtigten Maßnahmen zur Reorganisierung des Verbandes der thoratreuen Juden und sein Verhältnis zu den übrigen jüdischen Kultusverbänden des Landes, den neologen, den Status-quo-Gemeinden der Scphardim und den sor genannten ״chassidisch -’. sephardischen“ , Gemeinden. Oberrabbiner Wesel erklärte, er beabsichtige die Einfuhruing neuer Bcsteuerungsformen, insbesondere werde in Zukunft von allen orthodoxen Gemeinden die Gabella zui^ Erhaltung der Landeskanzlei abzuliefern sein. Das Zentraibüro der Orthodoxie soll derartig reformiert werden, daß es imstande sei, als Vertretung der stärksten jüdisch-religiösen Gruppe die Interessen . auch der iiibrigen jüdischen Kulte in Fragen ■der Staatliehen Subvention für Schulen und Gemeinden, der Organisation und Bezahlung der Gemeindebeamten, •in 1 Fragen des Kultusgesetzes, der 'Jeschiwofh und der Befreiung der jüdischen Schüler von schriftlichen Arbeiten an Sabbattagen — ein in Rumänien noch immer unerfülltes jüdisches Postulat wahrzunehmen. Rabbi Noson Rothschild s. Z. 1. ' ln der tränenreichen Sefirohzeit, da jisroel, in schmerzlichem Gedenken an entschwundene Taurohgroßen, sich noch inniger als sonst der heilgen Gotteslehre anschließt, bangte die Luzerne!• Judenheit um das Leben eines in allen Kreisen verehrten׳ Tal mul Chpchom von besonderem Gepräge. Wer kannte ,ihn nicht, den alten Herrn Rotschild ז״צל, für den es keine anderen Pflichten gab, als die!G-tteslehrc zu verbreiten und zu vertiefen. In gesunden Tagen stand er schon um vier oder fünf Uhr auf — selbst als Großkaufmann im ungarischen Städtchen —״, um allein oder mit seinen Schülern zu lernen. Und die Simchoh schel Mizwoh strahlte aus seinen Augen, wenn er auf Verständnis stieß, wenn er mit dem Mark vom Baum seines Lebens auch andere erquicken konnte. Innig verwachsen mit der Familie seiner einzigen Tochter — er hatte die Schioli, einen iBen Tauroh als Schwiegersohn zu gewinnen, einen Sohn des bekannten Oedenburger Rabbiners Grünwald s. Z. 1. —, war er mit den Seinen vor zirka 20 Jahren ans Käsmark in Ungarn nach Luzern übersiedelt. Es war nicht leicht für die beiden Familien, fern von der Heimat, wo man sie kannte und schätzte, ein neues Loben zu beginnen. Als Sohn eines!großen Balzedokoh, der im geheimen die Rabbonim der Umgebung vollkommen versorgte, der aus eigener Initiative jüdiscfie Institutionen gründete und unterhielt, war Reh Nosou Rothschild s. Z. 1. von seiner Jugendzeit in Magyar Valkö in Siebenbürgen an Kowed ,gewöhnt. Auf den großen Jeselviwausl in Ungarn sammelte er die Fülle ׳von Kenntnissen, die den wahren Choclioju mit edler Bescheidenheit erfüllen, die sein Auge mit Milde und Güte durchleuchten, ,Er stammte aus alten Jichusfamilicn und ,war auch verschwägert mit den großen Rabbonim Bin- ■. janiiu Ullmaun, einem Sohn des Jeriaus Sehlaiimoh, sowie dem Bistritzer Raw. Seine Gattin, geborene Roth -r-r Schwester des Päpaer RawS, des Nachfolgers von Reb Salmen Breuer —der ,Typus einer Esches Chail älten Stils, •umhegte ihn' mit der Hingebnngyeiner Tochter und Gattin und ist ihm immer die Esches Neurim geblieben, die man, je älter man wird, desto lieber gewinnt. Sein besonderer Stolz waren seine Enkel, die al ßirchei Tauroh aufwuchsen, in denen er seiue feurige Liebe zum Lernen weiterpflanzte.

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