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Jüdische Presse · 1932-05-20 · 20 (20.5.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
20 (20.5.1932)
Date
1932-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Schechita drohenden Gefahren. Alle Referate klangen in dem Gelöbnis aus, daß das Judentum sich niemals eine mit seinen religiösen Vorschriften und Traditionen nicht übereinstimmende Schächtart wird aufzwingen lassen. * Das böhmische Landesamt gegen Schächtverbote. Eine Reihe von Stadtvertretungen in deutschen Gegenden Böhmens hat in der letzten Zeit das rituelle Schächten verboten oder verhindert; so geschah es z. B. in Mies, Trautenau, Aussig a. £. Gegen dieses Vorgehen ist der Oberste Rat der jüdischen Kultusgemeinde-Verbände eingeschritten mit dem Erfolge, daß diese Verbote aufgehoben, bezw. sistiert wurden und in allen diesen Städten wieder rituell geschlachtet werden kann. Um künftighin ein derartiges ungesetzliches Vorgehen im Keime zu ersticken, hat das Landesamt in Prag folgendes Zirkular an alle Bezirksbehörden gerichtet: ״An alle Bezirksämter in Böhmen! Der Oberste Rat der jüdischen Kultusgemeinde-Verbände in Böhmen, Mähren und Schlesien hat das Land^samt darauf aufmerksam gemacht, daß sich in der letzten Zeit in einer Reihe von Städten in Böhmen eine Agitation für das Verbot des rituellen Schlachtens in den Gemeindeschlacht־ häusern entfaltet. Ein solches Verbot, durch welches die Angehörigen einer vom Staat anerkannten Religion in der Ausübung von Kulthandlungen, welche durch die geltenden Vor- Schriften nicht verboten sind, behindert werden, ist im Widerspruch mit der Bestimmung des § 122 der Verfassitngsurkunde. Dieser Grundsatz hat bei Entscheidungen über rechtzeitig eingegebene Beschwerden und . beim Einschreiten gegen Vorkehrungen und Beschlüsse der Gemeindeorgane nach § 102 der Gemeindeordnung maßgebend zu sein.“ * Schäditverbot in Heidelberg. Der von der stärksten Fraktion des Stadtrats, der NSDAP., eingebrachte Antrag, das betäubungslose Schächten zu verbieten, ist seinerzeit dem Ausschuß zur weiteren Behandlung überwiesen worden. Man hoffte, daß angesichts des internationalen Weltrufs Heidelbergs und der mÖgliehen Schädigung der städtischen Belange der Antrag keine Zustimmung erlangen werde. Diese Hoffnung ist jedoch durch die Sitzung vom 11. Mai enttäuscht worden. In einer vom Stadtrat heute herausgegebenen Mitteilung heißt es kurz: ״Der Stadtrat stimmt einem Antrag der Fraktion der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu, wonach das betäubungslose Schächten im Gemeindeschlachthaus verboten werden soll." Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die jüdischen Instanzen gegen diesen, der Reichsverfassung widersprechenden Beschluß schärfsten Einspruch erheben werden. (Bekanntlich hat der preußische Innenminister Severing in Anlehnung an eine Interpretation der Reichsregierung sämtlichen Regierungspräsidenten aufgetragen, Schächtverbote, die von Einzelgemeinden etwa beschlossen werden, als der Verfassung widersprechend zu beanstanden.) © Nachrichten I© Ferienkurse Beth Jakob im Sommer 1932 (5692). Das Wiener Zentralinstitut von Beth Jakob veranstaltet diesmal seine Sommerkurse im Semmeringgebiet. Die Leitung hat für zwei Monate wundervolle, luftige Räume in waldiger, freier Umgebung gemietet. Die Ferienkurse dauern vom 10. Juli bis 10. September. Ihr Zweck ist, den Teilnehmerinnen neben der ■körperlichen Kräftigung und Erholung in der klimatischen Landschaft einige Wochen jüdischen Gemeinschaftslebens und Gelegenheit zur Erweiterung des jüdischen Wissens zu bieten. Es wird Unterricht in allen jüdischen Disziplinen in drei Kursen erteilt. Der Preis für Wohnung, volle Verpflegung (fünf Mahlzeiten), Teilnahme an den Kursen usw., beträgt S 7.50 pro Tag. Sämtliche verfügbaren Freiplätze sind bereits vergeben. Anmeldungen sind bis spätestens 30. Juni an die Beth-Jakob-Zentrale, Wien, II., Leopoldsigasse 26, zu richten, woselbst auch alle Auskünfte erteilt werden. Bücher. Suto scliel Jam. In einer Zeit, ,in der alle Werte entwertet wurden, saß ein bescheidener Gelehrter in seinem Studierzimmer und beschäftigte sich mit dem von uns allen so vernachlässigtem Talmud und brachte wahre Perlen aus der Tiefe desselben hervor. Rabbiner M. Leiter, der gewesene Redakteur der wissenschaftlichen Zeitschrift ״Hajarden“, hat ein Werk der ־ talmudischen Welt (Suto schel Jam. Prachtausgabe S 33) übergeben, von dem wir sagen können, daß es gelungen ist. Der Verfasser wandelt nicht auf dem Wege der radikalsten Talmudforscher, die alles Heilige und Ueberlieferte zerstören wollen, sondern er hat einen anderen Weg, den Weg der historisch-psychologischen Auffassung und des Verstehens des Talmuds gesucht und gefunden, und ohne diese Methode wären viele talmudische Stellen unverstündlich. Siehe Seite 74 b, 84 b, 90 a, 159, 369 usw. Auch werden sehr dunkle Stpllen, die für die Erforschung mancher Minhagim von hohem Wert sind, genau beleuchtet und geklärt. Siehe Seite 71, 109, 195, 240, 311. In wunderbarer Weise erklärt auch der Verfasser eine bis jetzt unverständlich gebliebene Talmudstelle, siehe Seite 284. Schreiber dieser Zeilen behält sich vor, eine genaue Würdigung dieses so lehrreichen und Wissenschaftliehen Buches zu veröffentlichen. Zum Schluß muß noch auf die logischen Folgerungen, auf das profunde Wissen, auf die klassische und reiche Sprache des Verfassers hingewiesen werden. Es ist zu hoffen, daß der Verfasser die jüdische Wissenschaft noch sehr bereichern wird. H. Z. Der Sohar, Uebersetzt von Dr. Ernst Müller, Verlag Dr. Heinrich Glanz. Wien. Nach der talmudischen Ueberlieferung setzten die Weisen des jüdischen Volkes,_ als die große Ueber- Setzung der Bibel in die griechische Sprache (die Septuaginta) vollendet war, einen Fasttag ein. An diesen. Fasttag wird man erinnert, wenn inan erfährt, mit welchen Gefühlen rabbinische Autoritäten der Gegenwart die neueste Uebersetzung des Sohar aufnahnten. JÜDISCHE PRESSE .Nr. 20 «EN LEBE N mm V OM IX *VERS ICHERUNGS- SELLSCHAFT Von der Wiener Agudal Sonntag, den 15. Mai d. J., fand die Konstituierung des Vorstandes der Agudas Jisroel-Ortsgruppe statt. Es wurden gewählt zum Obmann Herr Wolf Pappen heim, zu Obmannstell- Vertretern die Herren Salomon Aschkenazy und Alfred Stroh, zum Kassier Herr Salomon T ii r k 1, zu Kassier-Stellvertretern die Herren David Bondy und Markus .Kamm, zum Schriftführer Herr David Seidman n, zu Schriftführer-Stellvertretern die Herren Nathan Herzka und Moritz Pappenheim. Gleichzeitig^ wurde Herr Elias S c h 1 o s s e r in den Vorstand kooptiert. Erklärung. Von mehreren Seiten wurden an midi Anfragen über das K a s c, h r u. s w e s e n in G r a d o gerichtet. Daher gebe ich bekannt, daß Grado seit dem Jänner dieses Jahres uic 111 mehr zu meinem Ra bbi na ts bezirk gehört. Folglich habe ich mit dem Kasclmis^ in Grado nichts zu tun. Jdi bin •auch nicht der Vertrauensrabbiner des Hamburger Vereins. Oberrnbbiner Abraham Schreiber. Gorizi a, 11. Ijar 5692. Im Zeitalter des Fortschrittes wirkt ein Mensch, der seine Zähne nicht pflegt, doppelt unsdiön. Die tägliche Reinigung mit der herrlich erfrischenden Chlorodont-Zahnpastu kostet nicht viel. Tube Kc 4.— und Kc 6.—. Versuch überzeugt. Von der Kletzker Jeschiwa. Rabbiner Rybak von der bekannten Talmudhochschule in Kletzk, in der 300 Schüler aus Sowjetrußland ihr Heim gefunden haben, ist zurzeit in Wien. Rabbiner Rybak ist ein glänzender Redner und den hiesigen rabbinischen Autoritäten gut bekannt. Er spricht in den verschiedenen Synagogen und Bethäusern über die Verfolgung־ der Religion in Rußland und über die Lage der Flüchtlinge. Man hofft, daß auch das jüdische Wien sein Scherflein beitragen wird, um den Flüchtlingen das Leben zu ermöglichen. Rabbinerwahl und Verlobung. Aus Szirak schreibt man uns: Am 29. d. hat die Oberrabbinerwahl vdes hiesigen orth.-isr. Matrikelbezirkes unter außerordentlich starker Beteiligung stattgefunden. Unter großer Begeisterung wurde der zukünftige Schwiegersohn Sr. Ehrvv. Herrn Oberrabbiner Jungreisz-Nogrädberczel, Herr Rabbiner Alexander Knöpfler 'aus Finnye, als Oberrabbiner gewählt. Die Gemeinde, die erst jüngst eine schöne Mikwoh ihrer Bestimmung übergab, wie auch eine DD33H □אורהו "Unterkunft, soll schon nächstens den Bau des neuen בית ה3נסת beenden. — Aus Nögräd-Berczel werclen wir berichtet: Am חוה״ט fand die Verlobung des Herrn Rabbiners Alexander Knöpfler — תלמיד •der Preßburger Jeschiwa — mit der Tochter unseres Herrn Ober¬ Bollinuer-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148 Tel. R47־8־35־ und R-3038־5־ rabbiners in Anwesenheit einer großen Gäste- und Verehrerschar aus nah und fern statt. Landeskonferenz der Tiferes-Bachurim-Jugendvereine in Ungarn. ,^־ unc* ־^ ־^־ L ^an<f Budapest eine Landeskonferenz der Tiferes-Bachurim-Vereine Ungarns statt, an der über hundert Delegierte aus allen Teilen des Landes teilnahmen. Namens der orthodoxen Landeskanzlei begrüßte Herr Präsident Frankl die Versammlung, namens der Kehtllo Herr Präsident Abraham von Freudiger. Weitere Ansprachen hielten Dir. Dr. Deutsch und der als Gast anwesende Direktor der Keren Hathora- Zentrale Dr. Deutschlände r-Wien. Die Schlußrede hielt Rabbiner Sufimann, Die erste große Jeschiwoh in Südamerika. In‘ Rio de Janeiro konnte in den letzten Wochen nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten eine Jeschiwoh großen Stiles ihrer Bestimmung übergeben werden. Zum Führer der Jeschiwoh wurde Rabbiner Gurwitsch aus Grodno berufen. Die Jeschiwohleitung hat sich an die Keren-Hathora-Zentrale mit der Bitte um Zurverfügung- Stellung von Lehrbüchern gewandt, da in Südamerika großer Mangel an Lehrbüchern, besonders an talmudisehen Büchern, herrscht. Die Keren-Hathora-Zentrale hat die Einrichtung der Jeschiwoh-Bibliothek übernommen; der erste Büchertransport wurde von ihr bereits auf den Weg gebracht, eine Aktion zur Aufbringung von weiteren Bücherspenden ist eingeleitet. Das jüdisch-religiöse Schulwerk in Amerika. Die Gesellschaft für jüdisch-religiösen Unterricht in den Vereinigten Staaten hielt soeben ihre Jahrestagung ab. In dem Bericht wurde mitgeteilt, daß ungeachtet der wirtschaftlichen Depression in den Vereinigten Staaten, unter der das jüdische Element besonders zu leiden hat, es im Berichtsjahre gelungen ist, die jüdisch-religiösen Schulen in ihrer vollen Wirksamkeit zu erhalten. Die jüdisch-religiösen Schulen hatten in dreizehn der größten Städte ein beträchtliches Sinken der Einkünfte zu verzeichnen, was in vielen Fällen Verminderung des Lehrstabes und Zusammenlegung von Klassen notwendig machte. Bernard Semel, Ehrensekretär der Jewish Education Association in New York, veröffentlichte eine Mitteilung, wonach in den 282 Talmud-Thora-Schulen, sowie in den anderen jüdisch-religiösen Wochentagsschulen mit insgesamt 49.000 Schülern die Zahl der Kinder, die auf Schulgeldbefreiung Anspruch haben, sich um 2500 erhöht habe. Auf dem Dinner anläßlich der Feier des neunten Jahrestages der Gesellschaft berichtete der Präsident Israel Unterberg, daß trotz der Depression die Schülerzahl in den jüdisch-religiösen Schulen in New York City die gleiche geblieben sei, nämlich 71.462. Außerdem erhalten etwa 30.000 Schüler religiösen Privatunterricht. Der Verlauf der Pessach-Tage in Moskau. Die Anti-Pessach-Kampagne in Moskau hat am Vorabend des Pessach-Festes ihren Höhepunkt erreicht. In der Zeit, in der die frommen Juden in den Synagogen beteten und darauf die Secler-iFeiern abhielten, fanden in den Fabriken, in denen jüdische Arbeiter in größerer Zahl beschäftigt sind, antireligiöse Kundgeb'ungeu statt. Spezielle Versammln ngen wurden für Frauen abgehalten. Die Redner bezei ebneten die jiidisehen religiösen Uebungen als ׳konterrevolutionär, dazu angetan, den Fünfjahrplan zu stören. Während die Arbeiterjugend die •antircligiösien Und man wird diese Gefühle zumindest verstehen müssen, da es sich eben um Gefühle handelt, nicht aber um Vernunftsgriinde, und den Verehrer des Sohar begreiflicherweise jede Profanierung, sei sie um eine Uebertragung ins Hebräische — wie sie vor einigen Jahren erschien — oder gar ins Deutsche, verletzen muß. Wenn man aber von Empfindungen dieser Art und grundsätzlicher Einsteilung absieht, muß anerkannt werden, daß die vorliegende Uebersetzung Müllers gerade jetzt, während der Hochkonjunktur des Antisemitismus, sehr verdienstlich ist. Sie zeigt ja, daß es im Sinne der gegnerischen Presse jüdische Geheimschriften nicht gibt. Wenn auch die Sprache des Sohar, ein Gemisch aus Aramäisch, Hebräisch und verstümmelten Fremdworten, besonders aus dem Griechischen, dem Verständnis des überdies oft verderbten Textes manche Schwierikeiten bereitet, so erschließt sich doch jedem, der des Sprachlichen mächtig und mit dem Ideengehalt der Kabbala vertraut ist, nunmehr aber an der Hand der Uebersetzung. zu einem Teil auch dem Laien der Sinn der vom Sohar. vorgetragenen Lehren und Schriftdeutungen. Um so weniger begreift man die Unverfrorenheit, mit der in dieses Buch Ausfälle gegen das Christentum, Aufforderung zum Ritualmord und, was derlei Märchen mehr erfunden wurden, hineingelesen werden• konnten. Wir sind Müller aus diesem Grunde für die Uebertragung des Sohar in gutes Deutsch dankbar und auch dem Verlag, der das stattliehe Buch von Urtel Birnbaum geschmackvoll ausstatten ließ, gebührt Anerkennung. Neue jüdische Erzieliungsbehelfe. Vor uns liegen zwei vermerkenswerte neue Hilfsbücher für clen jüdischen Religionsunterricht in Öf feiltliehen und privaten Schulen. Beide werden dem Lehrer gute Dienste leisten und methodisch bei der Erläuterung der hervorragenden Wesenszüge im Lehr- und Lebensinhalt des Judentums wertvolle Winke geben. Dem Schüler aber werden sie, jedes auf seine Art, stets gern gelesene Wegweiser ln der geistigen Welt des Judentums sein, zu denen man auch spater mit Gewinn zurückgreift. Deshalb dürften sie außerhalb des Unterrichtes im engeren Sinne auch im jüdischen Hause und namentlich an Schülerfbibliatheken als zweckmäßige Behelfe der jüdischen Erziehung ebenfalls willkommen sein. Das eine dieser Bücher ist in ungarischer, das andere in slowakische r Sprache geschrieben; sie gehören alb er beide zu der Kategorie von Hilfsbücliern, für die schon längst ein starker Bedarf vorbanden ist. 1.שרגא בןיהושע)—למוטי שב״י)—Hittani Gyüjtemeny, A z s i d ö i f j ü s a g s z ä m ä r a i r t a Pollak Fiilöp, a v a c 1 Eö׳tvös-teri o r t h. i z' r. h i tk ö z s e g f ö r a b b i j a. V ä c 1952. Oktav, 56 Seiten. Herr Oberrabbiner Pollak in Waitzen legt in diesem Büchlein die reife Frucht seiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Jugend beim Religionsunterricht vor. In diesem Sinne nennt er es mit Recht eine ״Sammlung“, denn er übergibt damit der Oeffentlichkeit das Wesentliche von dem, was er während des Religionsunterrichtes im mündlichen Vortrag durch seine Schüler aufzeichnen ließ. Es ist also kein Schul- oder Lehrbuch der ״jüdischen Religion“, wie solche, gute oder (zumeist) schlechte, eine Menge vorhanden sind, sondern eine planmäßige Sammlung von vielfältig Wissenswertem und Grundlegendem aus allen Gebieten jüdischen Wissens als Niederschlag, aber auch oft genug als Voraussetzung beim Unterricht der Bibel und des Gebetbuches. Da findet sieh -r äußerst kurz gefaßt — eine Uebersicht über Inhalt und Entwicklung der gesamten religiösen Literatur von der Heiligen Schrift bis zum Abschluß des Schulchan Aruch, eine Gebetsordnung nebst knappen, nicht selten aber trotzdem geistreichen Erläuterungen des Gedankeninhaltes und der Bestimmung der wichtigsten Gebete, eine Zusammenfassung der jüdischen Geschichte bis zur Zerstörung des zweiten Tempels, eine kalendarische Chronik mit eingestreuten Notizen über Ereignisse und Persönlichkeiten der späteren und neuzeitlichen jüdischen Gescbiche und sogar ein Abriß der hebräischen Grammatik. Und all das auf 56 Seiten! Die Darstellung ist nichtsdestoweniger lebendig und kernig, durchweht von einer starken, reU- * giösen, glanbensfesten Ueberzeugung, die sich ungezwungen auf den Schüler oder Leser überträgt, Daran ändert nichts, daß wir bei einigen Definitionen und gerade dort, wo der ebrw. Verfasser seine eigenen Ansichten dnrehsebimmern läßt, stellenweise auch manches

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