Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 20 (20.5.1932)
- Date
- 1932-05-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novifiovö v<platn6 povolemi riädii poSt a telegtafov v Bratislava Sis, 41572*111.20. Zeitungen vom Vtdegtt versendet. Journal eapddie ßff l’edltÄttf, V.b.b. llinKHUF PRES unbiiE rnc9 ווו! Redaktion u. Administration: Wien, II., Große Pfarrgasse 3/3. — Tel. A#45*3*81. Tschecho« Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich. S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. . Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse״, Wien für Oester* reicht Postsparkastenkonto Nr. D-93614; Deutschland t Post« scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien * Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen t Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn t Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweizt Post« scheekk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t .Jödische Presse״, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 20 | Wien-Bratislava, 20. Mai 1932 .נ׳״ וינא־שיעסבורג י׳ד אייר תדצ״ב 18. Jahrg. Warum in die jüdische Schule? Soeben ist seitens der Schulbehörde der Termin für den Schluß des heurigen und für den Beginn des kommenden Schuljahres verlautbart worden. Die Ent- Scheidung für das nächste Schuljahr steht somit knapp vor der Türe', und schon Ende Mai, also I lichkeit aus? Gewiß muß anerkannt werden, daß bisher j die im Ernst um die jüdische Erziehung ihrer Kinder besorgten Eltern es auch tatsächlich zuwege gebracht I haben, den Bestand des jüdischen Schulwesens in Wien zu ermöglichen. feindungen und Gewissenskonflikte wenigstens im schulpflichtigen Alter erspart; 3. in der Erziehung durch gesinnungstüchtige Jüdische Lehrer, die für die Charakterbildung von entscheidendem Einfluß ist; 4. in der gemeinschaftlichen Feier jüdischer Feste und Durchdringung des Profanunterrichts mit jüdischem Geiste und knapp vor dem Schawuotfeste, müssen sich die jüdischen Eltern darüber schlüssig sein, welcher Schule sie ihr in das schulpflichtige Alter tretendes Kind anvertrauen. Nun sollte man meinen, daß die Entscheidung jenen Eltern,, die selbst mit der Thora verknüpft sind, im Hinblick auf Mattan Thora nicht schwer fallen kann. In Wirklichkeit kommt• man aber, wenn man die Stellung der Eltern zu dieser Frage aus eigener Erfahrung kennt, zu ganz anderen Schlüssen. Außer dieser Haltung der Eltern ist es aber vor allem auch noch die der W i euer Kult u sgemeinde, die da in erster Linie zu beachten ist. Wir hatten schon allzuoft Anlaß, die Politik der Gemeinde auf diesem Gebiete als unverständig, ja geradezu selbstmörderisch zu kennzeichnen, wo nicht besser überhaupt von einem Mangel an Schulpolitik gesprochen werden müßte. Dieser Mangel macht sich■ aber natürlich gegen;- wärtig,. da infolge der Krise jede private Förderung ausgeschlossen ist, noch um so krasser fühlbar. Es muß־ daher wieder und immer wieder in aller Ruhe, aber auch entschiedenst festgestellt werden, daß. in dieser kritischen Periode die verantwortlichen Lenker der Kultusgemeinde, mit Aiisnahme der rein mechanischen Bewilligung einer Subvention, keine einzige Tat auch nur versuchen, um irgendwie die Erhaltung der einzigen jüdischen Schule Wiens zu sichern. Noch weniger kann aber verschwiegen werden, daß die s chwerste Scliuld die orthodoxen Vertreter im Vorstande trifft, da der jüdischen □Öffentlichkeit bisher nicht bekannt wurde, daß von dieser Seite, die das grüßte Interesse an der jüdischen Schule haben sollte, irgend etwas unternommen worden wäre, um der he rau wachs enden Jugend in Wien •die einzige Möglichkeit wirksamen Sabbatschutzes und religiöser Erziehung, somit die jüdische Schule, zu sichern. Wenn aber nun die Vertretung der Wiener Ortliodoxen im Kultusvorstand versagt, so ist das zwar sehr bedauerlich, enthebt aber den EinzeLmenschen noch keineswegs der Pflicht, sich um die religiöse Erziehung seines Kindes zu kümmern, also das zu tun, was die Gemeinschaft unterläßt. Wie sieht es damit aber in Wirk- Trotzdem muß aber leider, wenn die Stellung eines erklecklichen Teiles der gesetzestreuen jüdischen Eltern Wiens zu diesen Fragen betrachtet wird, Merkwürdiges konstatiert werden. Denn noch immer gibt es thoratreue Eltern, Schomre Schabbos, die, von allerlei Einflössen in ihren׳'gesunden Instinkten betört, mit ihren Kindern alle möglichen Experimente machen — mir das eine, das nächstliegende, nicht, das darin bestünde, daß siie sie in die jüdische Schule schicken. Sicherlich ist die Inanspruchnahme der jüdischen Schule für die Eltern mit materiellen Opfern verbunden, niemandem aber wird bei effektiver Lcistungsunfähigkeit der Besuch der Sehule unmöglich gemacht. Es ist ein Kultursnobismus ärgster Art, der thoratreue Eltern •bestimmt, ihre Kinder ,lieber einer Umgebung anzuvertrauen, in der sie, wenn schon nicht entjudet, so doch entschieden nicht jüdisch erzogen werden. Wenn die jüdischen Eltern Wiens aber nicht nur mit Ziffern, sondern auch mit scheinbar immateriellen, mit jüdischen Werten rechnen gelernt haben, dann müssen sie zu dem Resultat kommen, daß den Vorteilen der öffentlichen Schule, die in kostenfreiem Unterricht und in ihren nicht zu leugnenden sonstigen Aktivposten bestehen, bei der jiidisehen Schule eine ganze Anzahl von Aktivposten gegenüberstellt, die die Entscheidung nicht anders als zug'unsten der jüdischen Schule beeinflussen können. Diese Vorteile bestehen 1. in dev konsequentesten Sabbatheiligung, die nicht nur Befreiung von Arbeiten, sondern den schulfreien Tag erfordert; 2. in der Milieuerziehung, die dem Kinde An¬ ‘ "&oths -u.^ßauphcAu&furJwaSe/v ■und Modefan, mdOfentfafikatsrecfa. י //. Malzgasse /6 5. in der Aneignung eines gediegenen jüdischen Wissens, das unter Umstünden auch für die fernere Ausbildung in einer Jcschiwa genügende Vorbereitung darsteilt. Wenn die jüdischen Eltern Wiens so genau messen lind wägen, dann kann ihnen, auch wenn es ,ihnen nicht das ׳Schawuotfest schon nahelegeu •würde, nur eine Entscheidung iibrigbleibcn, die Entscheidung für die jüdische Schule. Sir Leonard Hill für das Schächten In den Räumen des Westminster Palais fand am Sonntag, den 8. Mai, die Konferenz des Schächterverbandes (Agudath haschochtim wehaschomrim) Großbritanniens und Irlands bei Anwesenheit zahlreicher Delegierter aus London und der Provinz sowie mehrerer Rabbiner und der Mitglieder des Board of Schechita statt. Der Vorsitzende Referend P. Cohen referierte über die Vereinstätigkeit in den seit der letzten Konferenz verflossenen sechs Jahren und wies darauf hin, daß sich seither die Frage der Schechita in England wie in vielen anderen Ländern kompliziert hat. Ungeachtet ־ der Gutachten hervorragender jüdischer und nichtjüdischer Autoritäten in der ganzen Welt, wonach das rituelle Schächten die humanste Tötungsart für das Tier ist, ziehen die Judenfeinde in allen Ländern gegen das Schächten als eine ״barbarische“ Methode los. Gegenwärtig Hegt dem britischen Parlament die sogenannte Human Bill vor. Der Board of Schechita wacht darüber, daß die Bill in einer Weise zum Gesetz wird, daß den Juden die rituelle Schächtung erlaubt bleibt. Der Vorsitzende sprach die Hoffnung aus, daß in kurzem die Weinbergsche Schächtzelle eingeführt werden wird. Den Vorsitz übernahm nun Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz, der den berühmten Pathologen und Vorkämpfer für die jüdisch-religiöse Methode der Schächtung Professor Sir Leonard Hill der Versammlung vorstellte. Sir Leonard Hill hielt ein von den Versammelten mit außerordentlicher Spannung angehörtes Referat über Schächten und Tierquälerei. An Hand streng wissenschaftlicher Untersuchungen wog er die jüdische Schächtmethode gegen die anderen Methoden ab, führte alle Angriffe, die gegen das rituelle Schächten erhoben worden sind, an und wies nach, daß alle diese Attacken einer wissenschaftlichen Prüfung in keiner Weise standhalten, Die jüdische Schächtmethode, sagte Sir Leonard Hill, ist die beste und humanste. Das Tier hat dabei keinerlei Schmerzen; dies nicht nur infolge der außerordentlichen Schärfe des Schächtmessers und der Schnelligkeit des geführten Halsschnitts, sondern auch darum, weil durch den sofort eintretenden Blutabfluß das Gehirn im gleichen Augenblick blutleer wird und jedes Bewußtsein schwindet. Es ist närrisch und unlogisch zu behaupten, daß der Bolzenschuß die humanere Tötungsart sei. Der Bolzenschuß, läßt sich bei Geflügel überhaupt nicht verwenden. Durch die von Weinberg erfundene Methode des Umwerfens des Tieres in der Schächtzelle ist der Prozeß der Schächtung in humaner Beziehung noch weiter vervollkommnet, worden. Sir Leonard Hill analysierte auch die neue Methode der elektrischen Betäubung des Tieres und kam zu dem Schlüsse, daß von allen bisher angewandten Methoden die jüdische Schächtung noch immer clen Gesetzen der Humanität am ehesten entspricht. Sir Leonard Hill erntete für seinen Vortrag reichen Beifall der Zuhörerschaft. Der Vorkämpfer für Schächt- Schutz Charles Emanuel wies nach, daß der in England seit 1904 geführte Kampf gegen die Schechita wie in anderen Ländern antisemitisch beeinflußt, sei, Es folgten Referate mehrerer bekannter Rabbiner über die der — SCHÜLERFEST IM AUGARTEN ■— LAG-BE-OMER 5692 24. MAI 1932 BEGINN 2 UHR NACHM. Riesentombola JÜDISCHE MUSIKKAPELLE, ZA UBERKÜNSTLER, SCHAUTURNEN etc. Jede Karte ein tos Jedes los gewinnt HAUPTTREFFER: Eine Woche Aufenthalt im Semmering-Kinderheim Eisenberg Wiener Telmud-Thora-Schulverein, II, Malzgasse 16 Wb m! Modernste Brautperücken der weltbekannten Perllckenwerkstätte OTH MAR Wien I, Kärntnerring 6׳;(IlStf”wnfifll Tel. U- ׳*׳. ,, :bsSB