Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 16-17 (20.4.1932)
- Date
- 1932-04-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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tit. 16m JüffiS€ttKPfllSSfe Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wies. Abschluß tief Wirtterhilfsaktiöft ...Die Winterhilfsaktion der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in deren Rahmen Tausende bedürftige »Juden in den schwersten Wintermonaten mit Ausspei* Suhg, Lebensmitteln, Heismaterial, Bekleidung nsw. bedacht wurden, mußte mit 9. April 1. J. zum Absehl ttli gebracht werden. Ein ausführlicher Bericht wird in der allernächsten Zeit erstattet werden. Eine Fortsetzung findet die allgemeine Notstandsakion in der H i I f sa k t i o n aus Anlaß der P e s s a c h f e i e r t a g e. Vor allem werden unbemittelte Familien, um ihnen die Ein- Haltung der Feiertage zu ermöglichen, je nach Zahl der Angehörigen festgesetzte Quantitäten Lebensmittel, wie Mazzoth, Mazzothgricß, Fett, Zucker usw., erhalten. Die Auswahl der zu Beteilenden sowie die •Ausgabe dev Lebensmittelpakete erfolgt unter Mithilfe der Bezirksfürsorgekommissionen der Kultusgemeinde Wien in allen in Betracht koihmemlen Stadtteilen einige Tage vor Pcssach. Bisher haben zirka 4000 Familien, die etwa 14.000 Personen umfassen, Ansuchen 11m Pessach-Aushilfen cingebracht. Eine Ausspeiscnktion an den Sedcrabenclen und während der ganzen Dauer der Feiertage soll hauptsächlich den Bedürftigsten unter den Alleinstehenden über diese Zeit hinweghelfen. Auch für Schulkinder, die zu Hause keiner Sederfeier beiwohnen können, werden im Kähmen der Schülerfürsorge Sederabctidc veranstaltet. Um unentgeltliche Zuweisung rvon Mazzoth oder Verabfolgung von solchen zu ermäßigten Preisen haben — teils durch Vereine — etwa 18.000 Personen augesucht, die leider nicht zur Gänze •.Berücksichtigung finden konnten. SederFciern für die israelitische Schuljugend. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet am kommenden Pessachfeste Seder- ׳feiern für Schulkinder, die sonst keine Gelegenheit hätten, an einer solchen Feier teilzunehmen. Die Feiern finden in folgender Einteilung statt: Mittwoch, den 20. April d. J., (L׳ Sederabend) um 7 Uhr abends im Lokal XV., Hcrklotzgasse 21, und im Lokal XX., Othmargasse 46, und Donnerstag, den 21. April d. J., (I. Pessachtag) um 4 Uhr nachmittags im Festsaale des Doktor- Krüger-Heimes, ff., Malzgasse 7, und im Sitzungssaale des Gemeindetempels, XVIII., Sehopcnhauerstraße 39.; Für Pessach 1932 steht Milch der nachbenannten Firmen unter ritueller Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: Wiener Milchindustrie A. G. ״Miag“, Itf., Lechnerstraße Nr. 4; "Wr. .Milchverwertung, III., Paulusgasse 12. — Das Rab- ,binat des Israelitischen Kultusgemeinde Wien übernimmt die׳ rituelle Verantwortung nur für F1 a s c 11 011 m i 1 c 11, ‘Und zwar muß jede Flasche am Verschluß mit einer;חי,□ כ;ןןך Vignette versehen sein, die den Aufdruck ־ של פסח. führt. ־ y Unfug gelegentlich einer Klassenlotterie-Reklame Dem Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde , 'AVien sind in den letzten Tagen aus dem Kreise der Ge- 5meiiidemitglieder• Aussendungen eines B a nk g esch ä ft q's zngekömmen, ,weichen der Appell׳ emes.־sicI1״alSrRab- ״binar lind Enkel des Großrabbiners aus Beiz bezeichnendiüY A b ralia m Ro k'a c h an geschlossen ist. Unter Benifung auf das Pessaohfest erbietet sich dieser als ein; •Bote der Göttlichkeit mul übermittelt einen Depotschein, lautend auf ein für den Adressaten reser- ' viertes Klassenlos. ’ ־. .... Der Vorstand ■der Kultusgemeinde bringt seine. .׳Entrüstung über diesen groben Unf u g zum . Ausdruck und stellt fest, daß jener Abraliam Rokäch ,weder im Rahmen der Kultusgemeinde, noch bei einem . .der dein Aufsichtsrechte der Kultusgemeinde unter-' stehenden Bethausvereine sich in irgend einer Stellung; befindet. Bedauerlicherweise fehlt eine gesetzliche Hand- > habe, um derartigen Mißbräuchen wirksam entgegenzutreten. Ebensowenig ist der Vorstand in der Lage, auf den Inhaber des Bankgeschäftes irgend welchen* Einfluß ־ zu nehmen, da derselbe unserem Glaubensbekenntnisse nicht angehört. Der Vorstand wird jedoch nicht verab-; säumen, derartigen Erscheinungen sein Augenmerk zuzuwenden und die Gemeindemitglieder entsprechend auf dieselben aufmerksam zu machen. Jugendgottesdienst. Am Samstag, clen 23. April 1952, findet um 3 Uhr nachmittag der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogeii statt. Maskir-Andachten am Passahfest. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln *zur Haskarah veranstaltet der Vorstand der israel. Kultusgemeindc Wien am diesjährigen Passahfeste Donnerstag׳, den 28. April, um 6 Uhr früh, im Stadttempel, L, Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vorm, im Festsaale des Hotel ״Continental“, II., Taborstraße 6, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Sederabend in Groß-Kadolz. Um G-ttes Willen; wer sollte denn!in Groß-Kadolz den Sederabend feiern? Ja, was hat dehn überhaupt ein Jude in Groß-Kadolz verloren, und ausgerechnet am, Sederabend? Ach ja, — cs dürfte sich um ein Unglück handeln, wird der Leser zu erraten versuchen, man hat ja schon von solchen Dingen gehört — nebbich, dieser arme Jude! Auf dem Wege .steckengeblieben — und aus- ׳gerechnet am Sederabend muß ihm ein solches Unglück j zustoßen! , Nein, lieber Leser! Nicht um einen Zufall, nicht: um ein Unglück handelt es sich hier. Dieser Jude, der , in Groß-Kadolz den Sederabend feiert, ist nicht steckengeblieben. Jahr für Jahr wird in Groß-KadoJz von einem — wohlgemerkt: von einem — Juden der Sederabend gefeiert. Dieser Jude kennt die geographisehe Lage von Groß-Kadolz ganz genau, und bewußt fährt er eine Woche vor Pessach mit dem fahrplanmäßigen Zug־ dorthin, um Pessach dort zu verbringen. :Ja, richtig! Sie wollen natürlich auch wissen, wo in der Welt sich Groß-Kadolz befindet, nicht wahr? Nun, gut. Es ist dies eine Ortschaft in Niederösitcrreich. Einige Kilometer van Laa au der Thaya entfernt liegt Groß- Kadolz. Es entspricht beinahe dem Idealtvp einer, deutschen Ortschaft, wie es sich ungefähr unsere Hakenkreuzler vorstellen. Es ist׳ nämlich judenrein, sowohl zur Wintersals auch zur Sommerszeit. Aber nur beinahe. Denn um die Pesachzeit — ausgerechnet — fällt es einem frommen* ehrlichen, hundertprozentigen Für Ostergerichte dasreineKunerol.. Kunerol ist t00.% reines fett aus Kokos* nüssen und deshalb fflr Fleisch* und Mehlspeisen ganz besonders geeignet. Kunerol wird in mustergültigen Betrieben auf einwandfrei hygienische Art erzeugt - es kommt während der Herstellung nie mit Menschenhand in Berührung. ' Kunerol wird unter ständiger Aufsicht de,s Herrn Bezirks* rabbiners S» Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt. KUNEROL 100%REINES KOKOSNUSSFETT Juden ein, sich diese liebliche Ortschaft zu seinem Pessachaufenthallt auszusuchen. — Ach, pardon. ich war zu wenig genau: Unser Jude ist nicht in Groß-Kadolz selbst. Wenn man am Rande des Ortes augelangt ist, so steht man plötzlich vor einem belebten Flecken. Obwohl rings um dieses Flachland nichts als Wiesen und Felder zu sehen sind, geht es hier sehr lebhaft zu. Man sieht ein großes Haus, einen'großen Gutshof, es wimmelt von Kühen und Kannen, nichts als Kühe und Kannen, Und auch Menschen, Arbeiter, die emsig und fleißig hinter diesen Kannen und',Kühen her sind — und• um die Pcssaehzeit ist hinter diesen Kühen und Kannen und den Arbeitern unser Jude her... Du dürftest schon jetzt, lieber Leser, ahnen, warum es diesem Juden eingefallen ist, ausgerechnet um die. Pesachzeit dorthin zu fahren und den Sederalbcnd dort zu feiern. Ja., er ist dorthin gefahren, damit wir alle in der Großstadt koschere Milch zu Pessach haben, damit dieser schöne, liebliche, herrliche י״ט nicht durch Milchmangel in seiner Pracht geschmälert'wird, kurz, damit wir nicht — choli'le — um unseren ״Muzzesikaffec“ kommen, bei dem wir wegen der paar Groschen, um die sie sich verteuert, schimpfen, die dieser arme Jude, der in Groß- Kadolz den Pcssach verbringt, bekommt. Hat vielleicht schon einer von uns daran gedacht, daß,. während er, voll Wonne und Glück, im :׳Zentrum einer großen 'jüdisehen Kehillo unter seinen׳ Gesinnungsgenossen, inmitten seiner Familie dem'schönen, herrlichen Sederabend in traditioneller Weise feiert, zui• selben ■Zeit ein Jude dort draußen in Groß-Kadolz nach aufopfernder, ja verantwortungsvoller Arbeit, wenn die Nacht über den Gutshof hereingebrochen, und nach dem, großen Tageslärm eine unheimliche Stille eingetreten ist, sich in sein Zimmer zu rückzieht, uni מק׳יו״ט zu sein Und den Sederabend •zu feiern? Hat sich dies schon jemand von uns, bevor er noch über die teuere koschere Milch zu schimpfen begonnen hat, vergegenwärtigt? In diesem Raum,' in dem sich unserlT^Dauf einem Ofen sein aus Wien mitgebrachtes Essen wärmt, hat er seinen Sedertisch mit allem Notwendigen, gedeckt und beginnt, schon spät nachts, nachdem die letzte Kanne plombiert ist, seien Seder zu feiern. Da klopft es plötzlich. — der Jude hält inne — und der christliche Wächter .׳des Gutshofes beehrt ihn mit seinem Besuch, bittet;um die Erlaubnis,, diesem ״Seder“״ den er zum erstenmal in seinem Leben sieht, und von dem er ganz entzückt ist, beiwohnen zu dürfen, was ihm bewilligt wird. Nun wird der Seder fortgesetzt, inzwischen hat der •Goj das Zimmer verlassen und unser Jude ist beim Seder eingesehlafen, eingeschlafen vor 1Müdigkeit... Beim Erwachen — vielleicht hat er inzwischen von einem besseren, schönereu Seder, wie ihn auch er einmal'zu Hanse gefeiert hatte, geträumt? — schaut er auf die Uhr unc| sieht, daß er schon eilen muß, denn es ist 4 Uhr geworden. Da beginnt schon die ״Mclkzeit“ und er ist ja deshalb da, damit wir koschere Milch haben und einige Stunden später unseren ,,Mazzoskaffee“ trinken können... So wird in Groß-Kadolz Jahr für Jahr der Sederabend gefeiert. N. Stenzei׳. 101 Nachrichten |01 Jüd.-orth. Tempelverein ״Adas Jeschurun“, Wien IX, Pfluggasse 5. Der Vorstand des Tempelvereines gibt bekannt, daß in seinem Tempel, IX., Pfiuggasse 3, ein täglicher Gottesdienst: Morgen gebot Vil Uhr früh, an Samstagen 3/*7 Uhr früh und um 1/89 Uhr abgehalten wird, und ladet besonders die im IX. Bezirke wohnhaften׳ Glaubensgenossen zur regen Teilnahme ein. Als Beitrag zum Anzünden des Jahrzeitlichtes ist die kleine Gebühr von 50 Groschen zu entrichten. Für El Mole Rachamin (Gebet für das Seelenheil der Verstorbenen am Jahrzeittage) ist eine Spende von S 1 zu entrichten. Mitg liederauf nähme bei Vorstandsmitglied Herrn M. Gang, Wien, ׳IX., Bindergasse 4. Mindestvereinsbeitrag manatlieh 50 Groschen, Ein schönes Pessachgeschenk. Wie uns in vielen Zuschriften dankbarer Empfanger mitgeteilt wird, hat die Wiener Firma Stadler & rischer (Inhaber Brüder Stadler) anläßlich des Pessachfestes IQO kg Fleisch an arme, jüdische Familien .zur Verteilung gebracht, Wir entsprechen hiemit gerne dem Wunsche der Beteilten, der genannten Firma auf diesem Wege ihren Dank zu übermitteln. ' Konflikt in der Berliner Gemeinde. In der RepräsentatttenVersammlung der Gemeinde? Berlm• ist ein schwerer Konflikt ausgebrochen. Die der- ■ zenige liberale Mehrheit weigerte sich, den Beitrag für die Organisation Hechaluz (Institut für Ausbildung von Chaluzim uncii Palästina) weiter zu bewilligen. Dies führte zu solch stürmischen Szenen, wie sie in der Berliner Gemeindestube noch nicht erlebt worden sind, wobei bekannte jüdische Führer, wie Prof. Loewe und Dr. Wolfsberg, von der Galerie aus in erregten Anr sprachen mit cingriffen. Schließlich verließ die Volks- Partei den Sitzungssaal und erklärte, daß nunmehr die Einheit der Gemeinde auf dem Spiele stände. Ern Bruch der Gesamtgemeinde ist möglich geworden. Auch in der Landesversammlung der preußischen Gemeinden entstand der gleiche Konflikt um die nämliche Frage, wodurch die Volkspartqi zur Obstruktion überging. Berlin. Der Vorstand der Religiösen Mittelpartei für Frieden •und Einheit in der Gemeinde (Erster Vorsitzender!Prof. Dr. M. Sobernheim, Zweiter Vorsitzender James Goldschmidt) lädt zu einer großen Kundgebung ein. Das Motto der Kundgebung lautet: ״Laßt eure jüdische Gemeinde nicht zersprengen!“ •Redner sind Prof. Georg Bernhard und Syndikus Dr. Alfred Wiener. In der Einladung heißt es nach einer Schilderung der־ Vorgänge in der letzten Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin: ״So stehen, obwohl der Hitlersche Heerbann uns täglich brutal bekämpft, Juden gegen Juden. So kann die Einheit der Berliner großen Gemeinde in die Brüche gehen. Weil wir dies befurchten. rufen wir selbst jn diesen Tagen *uuserö Freunde Und Freundinnen zusammen, um für Frieden und Veiv söhnuug in der Gemeinde alles einzusetzen, tim gegen die verderbliche Politisierung der Jüdischer! Gemeinde anzukämpfen.“ Das Sommersemester der Beth-Jakob Lehrerinnenkurse in Wien beginnt am 10. Mai. , Krisis in der Warschauer Gemeindeverwaltung., Tu lebhaften Verhandlungen jn dev Kehillastube wies Präses Mastir nach, daß die Durchführung der Pessachhilfsaktion und die regelmäßige Auszahlung der Beamtengehältcr nur durch die Aufnahme einer An,- leihe ermöglicht werden kann. Die Anleihe scheitere aber an der Unsicherheit des Budgets, dessen Sa nierang durch die Opposition gestört werde. Die folgende Aussprache dreht sich am.die Frage, ob mit den ersten einlaufenden Geldern die rückständigen Gehälter ausgezahlt oder die Pcssachaktion gestützt werden soll. Präses Masuv erklärt, daß er bei weiterer Sabotierung seiner Pläne zur Sanierung der Finanzen die Konscqnenzen ziehen und von seinem Amte zuriiqktretcn müsse. Vizeprases Lerner erklärt sich mit Masut■ solldarisch!. Darauf faßte der Mehrheitsblock einen Be- Schluß, der sich gegen die Opposition wendet und den Rücktritt des Präsidiums nicht zur Kenntnis nimmt. Es wird vielmehr dem Präsidenten Masur das volle Ver1 trauen ausgesprochen und die Bitte unterbreitet, tii dieser schweren Zeit seinen verantwortungsvollen Posten nicht zu verlassen. Mit allen Anstrengungen müsse die Pcssachaktion in vollem Umfange־ durchgeführt werden, wenn nicht Tausende am Pessach darben sollen. Der Beschluß des Präsidiums ist noch nicht bekannt. Ein denkwürdiges Wochentagsruhegesetz auf Rhodos. Vom Welt verband Scho rare Schäbbös wird mitgeteilt: Auf der unter italienischer Oberhoheit stehenden Insel Rhodos wurde dank der energischen Intervention der dortigen jüdischen Gemeinde und insbesondore ihres Oberrabbiners Rcuben Elijähü Jisroel ein Wochentagsrühcgesetz erlassen, das ungeachtet des gqringen Umfanges des fraglichen Territoriums das größte Interesse י verdient. Hier ist nämlich der seltene Fall zu verzeichnen, daß ein staatliches Woohentagsniheg'esetz unmittelbar der Förderung der Sabbatheiligung dient. Das Rhodossclie Gseetz bestimmt nämlich generejj, daß die Betriebe und Läden der christlichen Be- Völkern ng am Sonntag ab 12 •Uhr, die der moh am medänischen am Freitag von der gleichen Stunde ab, die der jüdischen am Sabbat zu schließen haben. Die Folge davon ist, daß auch diejenigen unter den jüdischen Ge- Werbetreibenden und Ladeninhabern, die bisher den ganzen Sabbat über ihre Geschäfte geöffnet hätten, gezwangen sind, wenigstens einen Teil des Sabbats zu schließen und dies, ,ohne daß sie dabei hinter der nichtjüdischen Bevölkerung ins Hintertreffen geraten. ־ Phantastisch«: Mazzoth-Preise in Rußland. Die Preise für Mazzoth in Rußland sind in diesem Jahre phantastisch hoch. Ein Pfund Mehl für Mazzoih kostet etwa l Rubel 50 Kopeken. Rin Pfund fertige Mazzoth kostet 5 Rubel und mehr. Die Moskauer Q^or- Synagoge und die sogenannte Poljakow-Synagoge haben die Mazzoth-Herstellung und M^».otb?Liefer«ng für die- Moskauer Juden übernommen, Die. Synagogenverw^ltungen verabfolgen an unbemittelte Juden Mazzoth ‘zu. verbilligten Preisen.