Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 11 (18.3.1932)
- Date
- 1932-03-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. tt - .. f-ilfflüfTT ׳JUiiaSiMiHiiiMI 2,412 §ד#וי T s c he choslowa Eilte 'Wichtige Konferenz in Sevljus. Man weif?, daß die jüdischen Gemeinden irt Podkarpatska Rus seit Jahren desorganisiert und deshalb /׳um ,,Wetterwinkel“ de.-» gesamten jüdischen Lebens in unserer Republik geworden sind. Die Gemeinden von Podkarpatska Rus waren während der ungarischen Aera und auch später, nach der Neugestaltung der staatlichen Verhältnisse, samt und sonders mit den orthodoxen Gemeinden der Slowakei in einer gemeinsamen. konfessionellen Organisation vereinigt, Eine Ausnahme in gewisser Beziehung bildete die große Gemeinde Mukacevo! deren Oberrabbiner sich seit der Gründung der Bratislavaer Laudeskanzlei beharrlieh weigerte, der orthodoxen Landesorganisation anzugehören, obgleich auch seine Gemeinde sich ihr schließlich formell »!!geschlossen hatte. Zur Führung der Geschäfte war für' die podknrpatskarussischen Gemeinden :in Uzhorod eine Expositur der Bratislavaer Landeskanzlei errichtet worden, der als Leitung ein separates, aus rabbinischen und nichtrnbbinischen Mitgliedern zusammengesetztes Landeskomitee Vorstand. Die Suspendierung dieses Landeskomitees durch die Regierung ׳hatte die Schließung״ der Uzhoroder ״Expositur“ und zum größten Teil auch die heute dort im Gemeindcleben herrschende Verwirrung und zügellose Willkür zur unvermeidlichen Folge. Inzwischen war mehrfach der Gedanke aufgetaucht, für die Gemeinden in Podkarpatska Rus eine eigene, •von der slowakischen vollständig getrennte orthodoxe Landesorganisation zu schaffen. Mit einer solchen würde vermutlich auch der Muukacser Oberrabbiner einverstanden sein. Von seiten ' der slowakischen orthodoxen Organisation wurden der eventuellen Verwirklichung . dieser Sepuration nicht die geringsten Hindernisse in den Weg gestellt. Trotzdem gelang sie ibisiher nicht wegen des zähen Widerstandes, auf den sie in den meisten Gemeincleu״ gestoßen ist. Diese ׳neue Meinungsverscliiedenheit \v.1jrde nun auch selber zur Quelle weiterer Mißheliligkeiten unter den Gemeinden und ihren religiöse(! Führern. Dazu kam noch zu allerletzt, daß in zwei Gemeinden (M11k׳aeevo und■ Beregsas) geschlossene Grt1pprenjrv v^n^ Gemei1|demitgliedern sich von der iVluttergempin.de loslösteh ,lind — um die behördliche Bewilligung zur ‘Gründung separater Gemeinden erlangen zu können — sich entschlossen haben, .formell den die Neologie von der Orthodoxie amtlich unterscheidenden Namen '״Kongreßgemeinde“ ünziinehmen. Dadurch wurde der sonderbare .Zustand hervorgerufen, daß es nunmehr bei uns auch chassidisclie ״Kongteßgemeinden“ gibt. Auf diesem PI ö’h e p 11 n k t der orga n i s a 10 1׳ i s c h e n V erwirr u n g scheint nun endlich die bisher so schmerzlich vermißte Selbstbesä n-11 11 n g• in manchen. v Gemeinden , aufz ud ä 111 m e 1• n. .’Darauf läßt mindestens der Bericht schließen, den wir über eine Konferenz erhielten, die vor einigem Tagen in S e v 1 j 11 s stattgefunden hat und die vielleicht .doch z uan Aus>g angsp.unkt einer N e 'ii oird iru n g der Verhältnisse werden könnte. Unser Korrespondent schreibt uns hierüber folgeiides: . Auf Anregung. Sr. Ehrw. des Flerm Oberrabbiners S!}1.. Brach in Kosice wurde auf den 5. Adar II von einen! .vorbereitenden Komitee in Sevljus, :in dessen. Namen die Herren..M. Jozsef, Adolf Fiiednpann, Schal. S ti e i n: b e 1t g’a r, Jecli.! R ס o s,, M. S c h w a r z, Mordechaj E i*s e n b e r g und Julius Holländer, die Einladung Unterzeichneten, nach dem, zentral gelegenen Sevljus dhre Konferenz einberufen, die den Zweck hatte, החזיר עטרה ליושבה" zu sein und die Kanzlcifmge. einer Lösung zuzuführen oder, ihre Lösung in gründlicher Beratung vorzubereiten. In der Einladung wird ausdriickjich betont,, daß, obgleich zu dieser Vorbesprechm!״ die Rabbiner nicht eingeladeii worden seien, den Prinzipien der Orthodoxie gemäß nicht beabsichtigt sei, iii dieser Sache einen Schritt ohne die Rabbinei; zii machen. An der Konferenz nahmen Vertretei־ zahlreicher Gemeinden teil und fast alle beterligten sich lebhaft und sachlich an der Beratung. Herr Bänkdirektor Adolf F r i e d in a n n-Sevljus eräffnete die Sitzung und wandte sich mit einem warmen Appell an die Gemeindevertreter, die Kanzleifrage ungesäumt zu lösen. Seine Worte machten sichtlichen Eindruck auf alle Anwesenden. Der Schriftführer des Vorbeleitungskomitees, Herr Julius Fl o 11 ä n d e r-Sevljus, hielt ein wirkungsvolles Referat, in welchem er die Bedeutung der Kanzlei im allgemeinen und für die Pod■* karpatska llUs im besonderen da!•legte׳ und für clie Wiederherstellung des früheren Zustandes eiutrat; An , diese beifällig auf genommene Rede schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Es ergriffen in ihr die.PIerren M. R os e n f e l d-Hust, Schwav z־Vylok, B, D a v i- Stuhlverstopfung.‘Aerztliche Gutachten verzeichnen wahrhaft überraschende Ergebnisse, die mit dem natürliehen״ ־Franz-Josefa-Bitterwasser bei Leuten mit sitzender Lebensweise erzielt wurden. - Spendet fürden der Adas Jisroel, Wies» U., ms tt. d o r i t s c h-FItist, Stein berge r-Sevil jus:, Spiegel- Svaljava, Eise über ge r-Sevl jus, Phil S t e r n4Jzhorod, L. F r i e d m a n n-Sev! jus und andere das Wort. In der Hauptsache herrschte Uebereinstimmtmg, die Ansichten differierten mir in der Frage, ob eine an Bratislava sfich anlehnende oder vollständig separierte *י׳" ganjsation zu erstreben sei. Schließlich einigte man sich dahin, die Rückkehr des gegenwärtig in Efez jisroel weilenden Herrn Oberrabbiners D 1! s ch i n s k y-Hust abzuwarten und auf den 1. Mai ebenfalls nach Sevljus eine größere Konferenz einztiberufen. zu der sämtliche Gemeiudeu von Podkarpatska Rus eitigeladen werden sollen. Die angenommene Resolution spricht den Wunsch aus, in der kürzesten Zeit eine offizielle Vertretung der karpathorussischen Gemeinden ins Leben zu rufen. Die Entscheidung über die Form der Kanzlei, ob sie im Anschluß an Bratislava oder selbständig errichtet werden sali, wird der einzuberufenden Konferenz vonbehalten. An die Herren Unterrichtsminister Doktor Derer, Landespräsidenten R o z s y p a l und Dr. Alex. Beskvd wurden Bcgrüßungstelegramme nbgesandt. _^ S. F. Orthodoxe Religionslehrerinnen für die Slowakei. In wenigen Monaten dürften aus der Wiener Lehranstatt zur Ausbildung von orthodoxen Religionslehrerin- ' nen für. Mädchen die ersten Schülerinnen mit bestandenem Examen entlassen werden. Unter ihnen befinden sich auch einige Schülerinnen aus der Slowakei und Karpathorußland. Die Ausbildung der Religionslehrerinnen an der Wiener Anstalt wird von vornherein zielbewußt unter Berücksichtigung der erzieherischen Bedürfnisse in diesen Gebieten und in den angrenzenden Ländern geleitet, so daß Grund zur Annahme vorhanden ist, daß die Lehrerinnen den Aufgaben entsprechen werden, die hier an sie herantreten. Damit ist u. E. endlich die'B a s i s für eine planmäßige ,Besserung der jüdischen Mädchenerziehung geschaffen worden, wie sie jetzt schon von allen einsichtigen Kreisen der Orthodoxie und im besonderen von den Agudas-Jisroel- Frauen- und Mädchengruppen in der Slowakei erstrebt wird. Aller gute Wille zur •' Heraushebung unserer Töchter und damit des jüdischen Hauses der kommenden Generation־ aus ihrer gegenwärtigen religiösen Verwahrlosung scheitert allsolange, als es an rite ausgebildeten. orthodox-religiösen Lehrkräften mangelt, denen die Mädchen mit guten! Gewissen anvertraut werden können. Die Wiener Anstalt ist berufen, diesem Mangel abzuhelfen ,und Lehrerinnen auszubilden, die i n Gesinnung und Praxis ertüchtigt und mit dem erforderlichen religiösen und pädagogischen W i sseri ausreichend ausgerüstet sind, um diese heilige jüdische ״innere Mission“ zu vollbringen. . Unseres, Dafürhaltens sollte •nunmehrdiese Gelegenheit nicht unbenützt gelassen werden. In den zahlreichen Gemeinden, wo die Einsicht bereits Platz gegriffen hat, daß endlich zur religiösen Erstarkung unserer Frauen und Töchter im Sinne des orthodoxen Judentums, zweckmässige Taten unternommen werden müssen, sollten sogleich vorbereitende organisatorische Schritte zur Gründung von Aguda-Frauen- und. Mädchengruppen oder auch anderen gut-' beratenen. ort h o'd oxen Dame n;k0׳ mitees getan werden, die sich die Errichtung von orthodoxen Religionsschulen für Mädchen als nächstes Ziel setzen und für die Mittel zur Anstellung der Religionslehrerinnen Sorge zu tragen, haben werden. Die bereits, bestehenden Gruppen werden ihnen hiebei gern an die Hand gehen. Wegen Auswahl der geeigneten Lehrkräfte und in allen damit zusammenhängenden Angelegenheiten wendet man׳ sich am besten, direkt an die Wiener Anstalt unter Adresse: Beth-Jakob-Lehrerinnenbildungsanstalt, Wien, II., Malzgasse 7. J. J. B. Die Nothilfsaktion für die Juden in Podkarpatska Rus. Die Anregung, ,zur Nothilfe für die karpathorussisehen- Juden eine allgemeine Aktion der slowakischen orthodoxen ׳Gemeinden einzuleiten, ist überall sympathisch aufgenommen worden. Die Gemeinden, und die Leiter der Wohlfahrtsvercine erkennen die Pflicht an, in diese!• Not den zahlreichen Bedürftigen hilfreich beizustelieij und treffen •die erforderlichen Maßnahmen, um der Sammlung den wünschenswerten Erfolg zu sichern. Die Lei jung der Sammelaktion konzentriert sich in den Händen; des Landeskomitees in Bratislava, das seinerseits eiii Komitee von Vertrauensleuten der Gemeinden in Podkarpatska Rus einsetzen wird, dem die Verteilung der Gelder und der gesammelten Kleidungsstücke obliegen qoll. ' Das orthodoxe Z e n t r a 1 b ureau ip Bratislava versandte dieser Tage an sämtliche Gemeinden der Slowakei in dieser Angelegenheit ein, Rundschreiben, das von Sr. Ehrw, Hem! Oberrabbiner Akiba Schreiber als Vorsitzenden des Rabbinerkomitees, 'vom Flerrn Vizepräses David Eh 1• e n f e 1 d - iSurany. und den Mitgliedern des Beirates der orthodoxen Landeskanzlei, den Herren Markus F, ü r s t-Bratislava, Isidpi׳ Fuppnnhe im-Bratislava, Ignaz JCplis-eh״ Galanta, Simon Ehrlich- KoSice und Samuel iE i ebner» Sp, Podhi'ftdie, als provisorisches Landeskpmitee der Nothijfsaktipn gezeichnet ist. Wir entnehmen diesem Rundschreiben die folgenden beherzigenswerten Satze: ■'•• ־ ״pie große Not, in die alle Schichten des Juden- ־ tums in unserem Lande dutch die Wirtschaftskrise׳ geraten sind, vvir^t sich in den zahlreichen kleinen, ס dichtbevölkerten jüdischen Gemeinden von Podkarpatska .Rus in besonders furchtbarer Weise aus. Dort, wo auch in normalen Zeiten Armut und Entbehrung der Anteil der breiten ׳Massen war, wo Tausende und aber Tausende jüdische Familien von dem in schwerer Arbeit errungenen, kargen Taglohu ihres Ernährers ihr dürftiges Auskommen finden mußten, zeitigte die Arbeitslosigkeit der letzten Jahre und der gegenwärtige völlige Mangel an einer :Erwerbsmöglichkeit eine Lage, die des helfenden Beistandes der gesamten J u d e n h e i t u nserer Gerne i n d e n nicht mein• entraten kann. Wir können und dürfen! nicht untätig Zusehen, wie unsere Brüder und Schwestern innerhalb der Grenzen unseres Staates ohne Nahrung und ohne Kleidung dastehen und in ihrer verzweifelten Situation G. b. rettungslos der Verelendung anheimfallen. Ungeachtet der allgemeinen schwierigen Lage, in der sich auch anderwärts, die jüdisch© Bevölkerung befindet, erscheint es uns als selbstverständliche und unabweisliclie jüdische Pflicht, schleunigst eine breit angelegte . Nothilfsaktion für die Juden in Podkarpatska .Rus; einzuleiteu und die p. t. Gemeinden aufzufordern, in ihrem, Wirkungskreis ungesäumt alle Vorkeh- liältnissen entsprechend mit einem vollen Erfolg durchzuführen. Wir bitten Sic, in Anbetracht der una'üJv schieb baren Dringlichkeit dieser Not- , hilfsaktion in der Ihnen geeignet erscheinenden Weise freundlichst dafür Sorge tragen zu wollen, daß unter Leitung der Gemeinde möglichst mit Heranziehung aller jüdischen Wohlt׳ä׳t i gk ei t s ver ein e, Körperschaften usw. eine durchgreifende Sammlung von Geldbeträgen und entbehrlichen Kleidungsstücken bei der gesamten jüdischen Bevölkerung Ihres Ortes vorgenommen und für unsere Landeszentrale ׳bereitgehalten wird. Wir sind dessen sicher, daß Sie gleich uns von der Notwendigkeit dieser Nothilfe überzeugt .sind imd hoffen zuversichtlich, daß Sie nichts unterlassen werden, was zum Gelingen der Aktion •beitiagen könnte.“ Das Rundschreiben schließt mit den Worten: ״Wir appellieren an Ihre löbliche Gemeinde׳ in dieser wichtigen• Angelegenheit im Sinne unserer 1־ellgiösen Pflicht und im Geiste der jüdischen Bruderliebe und zählen dabei auf Ihre opferbereite Mitarbeit in unserem Bestreben, der Not zu steuern und das Elend nach Kräften zu lindern.“ Die Gemeinden werden in diesem Rundschreiben aufgefordert, zu dieser Flilfsaktion auch; die: Zü : ihnen gehörenden Filialgemeinden heranzuzielien. Für die gesammelten Kleider werden im' Notgebiet ׳ V e r t e i 1 u n g s <1 e p 0 t s errichtet, deren Adressen noch bekanntgegeben werden. ׳'; ’ ־ ' :ri Geldbeträge sind bis auf weiteres mit dem Vpri merk ״Nothilfe, für P, K. R.“ .an die Adresse :d,ef Orthodox-israelitischen Kultusgemeinde Bratislava -tt Postscheckkonto: Praha 56787 — zu überweisen. Alle eingehenden Beträge werden öffentlich 'quittiert und nach Beendigung der Aktion die Abrechnung den ׳Gemeinden vorgelegt werden. Es ist zu hoffen, daß sich kein Jude, und keine Jüdin in unserem Lande von einer Aktion ansscliließen wird, die dazu beizutrugen ׳bestimmt ist, tausenden Brüdern und Schwestern inmitten einer großen Not hilfreich die Hand zu bieten. Auch die Red a k t i o u d e r ״ J ü d i s c h, e n P r e s s e“ in B r a t i s 1 a v a, Edelhof L- .p 0 s t s c h e c kkonto Praha 53386 —, ist bereit, Spenden für diesen Zweck anzunehmeu und ihrer Bestimmung züzuführen. ,; . Ria Internat für die Bratislavaer Jegchiwa. Schön׳ vor einer Reihe von Jahren ist unter dem Drucke der gebieterischen Notwendigkeiten, die durch die Entwicklung der Stadt Preßburg und die neuen Wohnungsverhältnisse geschaffen wurden, der Plan gefaßt worden, für die Preßburger Jeschiwa ein I n t e r n ä t zu errichten. In diesem Jeschiwaheirn sollen die Schülyr der Jeschiwa ihren speziellen Bedürfnissen ehtspreehehdev einfache, aber hygienisch tadellöse Wohnzimmer erhalten, 1 d1e! frei׳ sind von deh schweren Schäden, dieseit * mehr 1 •als einem Jahrzehnt die Wohnverhältnisse für sie un» _