Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 10 (11.3.1932)
- Date
- 1932-03-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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fit. 10 Seite 3 Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde Wien. SMMiailäiüH Kundmachung Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat den Rechnungsabschluß über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und samtlieber in der Verwaltung derselben stehenden Fonds und Anstalten für das Jahr 1931 fertiggestellt. Gemäß § 92 des Kultusgemeindestatuts wird dieser Rechnungsabschluß vierzehn Tage, vom Tage der Kundmachung gerechnet, vor Prüfung und Erledigung durch den Kultusvorstand zur Einsicht der Gemeindemitglieder in der Amtsdirektion der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. St-wk, aufgelegt. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich^ dos Rechnungsabschlusses beim Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien schriftlich zu überreichen, welche bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses in Erwägung gezogen werden. Diese Kundmachung wird unter einem im amtlichen Teil der ״Wiener Zeitung“ veikmtbart Lieferungsvergebung Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit die nachstehend genannten baulichen Arbeiten zur Durchführung: l. II., Tempel: Instandsetzung der seitlichen Abortvorbauten 2.11., Floßgasse 14: Rituelles Bad: Instandsetzung der Damen.büder I. Klasse und Lichthofverputz. 5. II., Rausch er straße 16: Instandsetzung der Baracken für.die Sonnentagsheime. 4. XL, Neuer Friedhof: a) Herstellung von vier Reservegrüften und Lieferung von .Granitbelagen; b) Herstellung eines Straßenbahnsteiges vor dem 4. Tor; c) Instandsetzung und Oberflächentecrung von Straßen im Friedhofsgelände. Hiefiir gelangen zur Vergebung: Die Baumeister-, Straßenbau-, Steinmetz-, Tischler-, Schlosser-, An- Streicher-, Glaser-, Maler-, Asphaltieret’- und Installationsarbeiten. Jene Firmen welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens M i 11 w o c h, den l 6. M ii 1• z 1 93 2, dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, 4. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde ausdrücklieh seinem alleinigen Ermessen vor. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: F r e i t a g, den 11. M ä r z 1 93 2, werden bei dem um 5 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks- Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Professor Dr. K. Kupfer); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgässe 3 (Rabbiner Dr. I. Drobinsky); VIII״ Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer). Exegetisehe Vorträge : S a m s t a g׳, d e n 12. M ä r z 1 9 5 2, beim Vormittagsgottesdienst: XX., Kluckygasse 11 (Rab-' biner Dr. B. Murmelstein); XXI., Schlofihoferstraße 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Beiin Nachmittagsgottesdienst : XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. Äl. Lewin); XIX., Dollinergasse 5 (Prediger Dr. A. Frankfurter). M i d r a s c 11 v o r t r a g: II., Pazmanitengasse 6, halb 4 Uhr nachmittags (Rabbiner Dr. Z. Taubes). Jugendgottesdienst. Samstag, den 12. März 1932, findet in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Sabbatfeiei• fiii* die reifere Jugend. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet am Freitag, den 11. März 1932, um 7 Uhr 15 Min. abends im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, eine Sabbatfeier für die reifere Jugend. Bei dieser Feier hält Herr Rabbiner Prof. Dr. Kalman ICupf e r einen Vortrag über das Thema: ״Israel unter den Völkern.“ . , Frequenz der Jugendgottesdienste im ersten Halb- Jahr des Schuljahres 1931/32. Der Gottesdienst für die Schuljugend, welcher sabbatlich in 16 Gemeinde- und Vereinssynagogen stattfindet, wurde im ersten Halbjahr des Schuljahres 1931/32 von insgesamt 5 0.9 2 4 Schülern und Schülerinnen besucht. Im selben Zeiträume des Schuljahres 1930/31 wurde der Jugendgottesdienst von 3 7.8 1 0 Schülern und Schülerinnen frequentiert. Stuhlverstopfung. Klinische Erfahrungen bestätigen, daß eine häusliche Trinkkur mit natürlichem ״Franz- Josef“-Bitterwasser besonders wirksamist, wenn es, mit etwas heißem Wasser gemischt, morgens auf nüchternen Magen genommen wird. Bei Kopf-, Lenden- und SchuJterrheumatismus, Nervenschmerzen, Hüftweh, Hexenschuß wird das natürliehe ״Franz-Josef“־Bitterwasser mit großem Nutzen für die tägliche Reinwaschung des Verdauungskanals ange- Wendet. Universitätskliniken bezeugen, daß das Franz- Josef-Wasser, besonders im mittleren und vorgerückten Lebensalter, ein vorzügliches Magen- und Darmreinigungsmittel ist. In Apotheken,. Drogerien und Mineral- Wasserhandlungen erhältlich. der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11, TTTTTT t Itn Ostgebiete liitserei* Republik, m, cten vielen kleinen Orten von Podkarpatska Rtis mit dichter jüdischer Bevölkerung, herrscht Not. Die Wirtschaftskrise hat dort Formen an■* genommen, denen man nicht mehr untätig gegenüberstehen darf* Viele tausende Juden (befinden sich inmitten einer Wirtschafts k a t a s t r o p h e, die das Schlimmste, die Hungersnot» befürdhten lassen muß. Tausende Familien, deren Ernährer seit vielen Monaten arbeitslos sind, stehen buchstäblich ohne Brot und ohne Kleidung da. Einfache, schlichte Menschen, erhielten sie sich bisher mühselig als Schwerarbeiter im Schweiße ihres Angesichts unter Entbehrungen bei den denkbar minimalsten Ansprüchen ans Leiben. Jetzt, in der Wirtschaftskrise, ist ihnen der letzte!Rest der Erwerbsmöglichikeit durch eigene, noch so schwere Arbeit vollständig ■entzogen. Unterernährten Frauen 01 n d K indem mangelt es am A 11 e r n o t w e n d i g s t e n, u m über diese furchtbare Zeit der Arbeitslosigkeit h i n w e g zuko in in en. F ern von den Verkehrs- Zentren, in den versteckten und entlegenen kleinen Orten des Berg- und Waldgebietes der Vercthovina droht diesen Aermsten der Armen die Verelendung mit ihren erschreckendsten Wirkungen auf Geist und Körper — wenn sie die j ü d• i s c:h e B r u d e rh i I f e uoch länger vermissen müßten. Diese Bruderhilfe muß also schleunigst einsetzen. Und sie wird einsetzen! Wie wir vernehmen, ist man diesem Gedanken bereits nähergetreten. Es wird in den orthod ox e n j ii d i sehen Gern e i n den der S 1 0־ w a k e i d i e E i n 1 c i 101 n g einer große n 11 n d p 1 a n mäßigen Nothilfsaktion für die Juden in Podkarpatska Rus vorbereitet, für die alle Kreise der jüdischen Gesellschaft, die Gemeinden sowohl wie die Wohltätigkeitsvereine, mit einem Worte: das ganze hilfsbereite jüdische Herz, von Gemeinde wegen in Anspruch genommen werden sollen. Trotz der ■beispiellosen wirtschaftlichen Bedrängnis, in der sich gegenwärtig ausnahmslos alle Schichten der jüdischen Bevölkerung unseres Landes befinden, werden alle diejenigen, die noch etw a s besitzen, eine GaJbe!bereithalten müssen für die jüdischen Brüder und Schwestern, denen es in Not und Elend an allem .mangelt. Wir ■werden über die Nothilfsaktion und die Maßnahmen zu ihrer Durchführung Näheres berichten. Spendenausweis. Für die jüdische Nothilfsaktion gingen bei der ,,Jüdischen Presse“ in Bratislava folgende Beträge ein: Sammlung aus Mähr.-Budwitz Kc 270. Der Streit Trnava-Nitra. Wie wir berichteten, entstanden zwischen den beiden Gemeinden Trnava und Nitra Differenzen wegen der Wegwahl Sr. Ehvw. des Herrn Oberrabbiners S. D. Ungar von Trnava nach Nitra. Die Trnavaer Gemeindc wollte ihren verehrten Oberrabbiner nicht nach Nitra ziehen lassen, während die Nitraer Gemeinde in einen eventuellen Rücktritt ihres neugewählten religiösen Oberhauptes unter keinen Umständen einwilligen wollte. Der Streit sollte auf Wunsch cler Trnavaer Gemeincle durch ein Rabbinatskollegium ausgetragen werden. Letzten Sonntag, den 28. Adar I!gelangte nun diese Angelegenheit vor einen Rabbinerrat, bestehend aus den ehrw. Herren Obcrrahbine'r B u x b a u m - Galanta, Strasser- Sala und Wein berge r- Dun. Streda (formell allerdings nicht als Gerichtsfall eines Din- Thora) zur endgültigen Entscheidung. In den beiden Gemeinden sali man dieser Entscheidung mit größter Spannung entgegen. Diese fiel zugunsten cler Nitraer Gemeinde aus. Das Rabbinatskollegium empfahl Herrn Oberrabbiner U n g a v, die Ansprüche der Nitraer Gemeincle anzuerkennen und sein neues Amt bis spätestens ל״גבעומו anzutreten. Alle Beteiligten unterwarfen sieh dem Spruche. Der genaue Termin der Installation ist noch nicht festgesetzt. Argudisiisclies Leben in Brünn, (Aus einem Briefe an-die Redaktion.) Es sind schon einige Monate her, daß wir durch eben diese Zeitung der breiteren gesetzestreuen Welt von der Gründung einer Aguda-Orts- und J u g e n d g r u p p e in Brünn Mitteilung machten. Um nicht in den Verdacht zu kommen, als ob wir dies allein schon als Großtat empfinden, ohne uns weiter mit positiver organisatorischer und erzieherischer Arbeit abzugeben, wollen wir einen kurzen Ueberblick über unsere bisherigen bescheidenen Leistungen geben. Von vornherein hielten wir es für das wichtigste, Schiurim ein- Zufuhren, hoffend, durch Erschließung des ewiglebenden, frischqueuenden Borns der heiligen Thauro auf die in Schlaf versunkenen Gemüter ״wirken zu können. Und richtig, ein Besuch in den Abendstunden in unserem Bes-hamidrosch, dem Zentrum der Orthodoxie — heute dürfen wir vielleicht schon von so einer in Brünn I ta'4' 1*0' "t 6״" * ז»’״t Za HL k Ä« sprechen —, zeigt die Wahrheit des Ausspruches unserer Chaehomim: ״Ki lau almon Jisroel.“ Zehn, fünfzehn und auch mehr, Jüngere und Aeltere, sitzen über der Gemoro.und lauschen den Worten des Vortragenden, welche Arbeit unser verehrter Rabbiner Elias Grünfcld in liebenswürdiger Weise übernommen hat. Oder Schabbos. Freitag abends nach dem Nachtmahl wird Taanis, En Jaakow u. a. gelernt. Und manche lernen den Daf-Jomi. Schabbos früh vor dem Gebete der bereits vorher bestandene Gemoroschiur unseres erwähnten Rabbiners, an welchem auch wie beim allabendlichen Vorlernen Baale-Batim teilnehmen. Am Nachmittag wird bereits gelernt, teils der Debatte über aktuelle Probleme Raum gegeben, bis die Zeit des Scholausch-Seudaus kommt. Man glaubt sich'in ein jüdisches Städtchen versetzt. Die uralten Semiraus, von mehr oder weniger Gesangskundigen kreiert, verfehlen ihre Wirkung auf die jüdische Seele nicht. Ein mystischer Hauch, ein Ahnen der geistigen Allgewalt unseres Volkes durchzieht uns und so mancher vielleicht erfaßt es, daß unsere größte Kraft in unserem Zusammenhalten liegt. An Veranstaltungen haben wir ia erster Reihe den.Sijum auf E r 11 v i n zu bezeichnen. Vierzig bis fünfzig Personen hatten sich zu der Feier am Mauze-Schabbos Schernaus eingefunden. Unser verehrter Präses Herr G. Weiß 1begrüßte die Erschienenen und erklärte die Bedeutung des Daf-Jaumi als eines weltumfassenden Bandes des gesetzestreuen Judentums. Hierauf ergriff S. E. Herr Rabbiner Grünfeld das Wort zu einem tief durchdachten Hadron uncl zu einem mit Mussor und Divre Thauro durchwürzten Vortrag, in welchem er die Anwesenden zu intensivem Lernen־ aüfforderte. Es sprachen noch einige Herren der vertretenen Vereine, Ad a s - J ereim, A gu d a s - A c׳h i m u. a. Ein gutes Mahl und schöne Semiraus vereinten uns bis gegen Mitternacht. Das Benschen wurde lizitiert und ergab einen schönen Betrag*. Am letzten Mittwoch feierten wir in engerem Kreise einen Sijum auf B e z o li, welcher Schiur am Tage nach Vollendung der Muss. Eruvin eingeführt wurde. Und so hoffen wir mit G-ttes Hilfe uncl Beistand, die so vielversprechenden Anfänge orthodoxen Lebens in dieser Stadt weiter zu vertiefen zur Ehre G-ttes und des Judentums. K. F. Makkabi und Sabbat. Einer Zeitungsnotiz entnehmen wir,'daß von der Leitung der ״M akk abi a־cl e“ (so nennt ■man die turnerischen Olympspiele, die jetzt in Tel-Awiw von den neuen ״Makkabäern“ veranstaltet werden) die feste Zusage gemacht wurde, während cler Olympspiele in Tel-Awiw die Heiligkeit des jüdischen Sabbats zu beachten. Das •wäre unzweifelhaft ein begrüßenswerter Fortschritt im Verhalten der ״Makkabäer“ gegenüber dem Judentum und entschieden ein schöner Erfolg der Sch weizer Zionisten, die diese Bedingung gestellt haben. Demgegenüber muß bedauerlicherweise abermals festgestellt werden, daß im Gegensatz zu den Schweizer Zionisten unsere tschechoslo wakisehen Zionisten in bezug־ auf die Sabbatschänclung unausgesetzt sehr gelehrige Schüler ihrer palästinensisehen Makkabäergenossen bleiben und auch jetzt noch dem tschechoslowakischen Judentum mitten in seinem Kampfe um!den Sabbat durch öffentliche und ostentative Mißachtung •dieses heiligen Gutes unter Führung־ des Abgeordneten D r. A n g e 10 G o 1 d s t e i n in den Rücken falle n. Wie uns berichtet ■wird, haben' die ״Makkabäer“ von Olmütz, Mährisch-Ostrau, Brünn, Proßnitz, Ungarisch-Hradisoh, Oderberg, Neutitschein, Koijetein, Kremsier, Jägerndorf, Hruschau, Prag־, Witkowitz und Zilina uhter Protektorat des Abgeordneten Dr. Angeld Go Id st ein uncl begrüßt von dem Zionistenführer Dr. März aus Mährisch-Ostrau und anderen maßgebenden Zionisten am heiligen Sabbat vom 20, Februar und den ׳darauffolgenden Sonntag in Bad Karlsbrunn in Gegenwart von mehr als 600 Personen (darunter auch zahlreichen Juden) eine allerdings wegen des schlechten Wetters teilweise mißglückte große wintersportliche Veranstaltung inszeniert. Wie dürfen wir erwarten, daß man an den entscheidenden Stellen und überhaupt in verständigen nicht jüdischen Kreisen unsere Wünsche zur Währung der Sabbatheiligung ernst nimmt, wenn sie von demselben Dr, Goldstein vertreten werden sollen, der zugleich als Protektor der SaJ>batentweihung auftritt?! ■ . ' - ' Frau Chaimnli (Johanna) Kann n״J?♦ Wiederum beklagt das orthodoxe Judentum in Bratislava den Verlust einer edlen jüdischen. Frau, einer der besten unter den Töchtern Israels, deren Leben ausgefüllt war von den! heiligen Streben, alles, was השי״ת von der jüdischen Frau und Mutter durch seine תירה verlangt, zu verwirklichen. Frau Johanna Kanu ע״ה , die Witwe des uoch unvergessenen, ini Jahre 5673 verschiedenen Herrn Michael Kann ז״ל• wurde nach monatelanger schwerer Krankheit um l, Adar II im 5352