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Jüdische Presse · 1932-02-12 · 6 (12.2.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
6 (12.2.1932)
Date
1932-02-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite St jOBISCHt t*REÜSt Nt. (1 aaaflMaiaBMmiaa^.^^t «**+**&, ״ ...■«—» .^..^■ ,-<■•«■.!■״ NACHRICHTEN »■ 5*(Jhr*7ee der Fftittenhilfe der Adas Jisroel am Dienstag, den ijf.'ksbfuar, bet Ff an CäclHeSehfefbef im Restaurant «Wienea“, II., Obere D0!tausffaße9l. HttiitleH Schilling für dir Wort. 1Das starke Interesse, das -das vom ״Schorarc Schabbos“ veröffentlichte Preisausschreiben hervorrernfen hat, jifibi sieh dttfeh Hfe zahirdfehen* söhott 1« de« ersten Tatet feiftgdatuettfett EiftSfehthingeh Mlid. 2nr Aüfklärnng Vifeifach aüfgeiretener Fragen gibt der ,sSch0n1fe%liabbos** noch fölgetdes bekannt: , 1. jedefEinsender kann auch mehrere Lösungen gleichzeitig einsenden und kann unter Umständen sogar alle vier Preise gewinnen. 2. Der Hinweis auf den Veranstalter kann durch Verwendung der Anfangs- oder Endbuchstaben sowie ganzer Silben aus dem Vereinstitel ״Verband der Sabbat- Freunde Schomre (Schabbos״ erfolgfeil» 3. Auf leichte Aussprechbarkeit wird besonderes Gewicht gelegt» 4. Der Ein s en d e t e r ini n ende t u n wi d e rruf 1 ich .am F r ei t ag, deu 19. Februar 19.32.. (Adresse: Wien, tt., Leöpoldsgasse 16.) Der jügendanfbänfonds ״Keren Habinjän“. Der Landesverband österreichischer jugendvereine in der Agudas Jisroel hat in seiner Sitzung vom 14. Jänner 1932 beschlossen, einen Jugendaufbaufonds ״Keren Habinjan" ins Leben zu rufen, und wendet sich mit feinem Aufruf an die jüdische Oeffentliehkeit, diesen Fonds zu unterstützen. Oer Keren Habinjan soll dem Landesverband die Möglichkeit ■geben, die von ihm, verfolgten Ziele zu erreichen. Chinucliamt des Keren Hathora. Oer Vorstand der österreichischen Landesverwaltung des Keren Hathora hat in seiner Sitzung vom?• Februar d. J. beschlossen, ein Chinuchamt ins Leben zu ruf ein, das einerseits den Thoralehranstalten beratend und helfend zur Seite stehen untd anderseits als Lehr-und Erziehungsberatungsstelle fungieren soll. An die Spitze des Chunuchamtes wurde Herr Jakob Teitelbaum berufen. Die XVIII, ordentliche Generalversammlung der ״Einheit'4, Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen, Wien, II., Malzgasse 12, findet am Sonntag, den .14. Februar 1932, um 7410 Uhr vormittags im I. Stock der Vereinslokalitäten (Mittelstandsspeisesäle) statt. 1 Vortrag. Am 23. Februar d. J. findet im Saale des Wissenschaftlichen Klubs, VI., Getreidemarkt 7 (Eingang Dreihufeisengasse 1), präzise 8 Uhr abends, ein Vortrag des Herrn Obermedizinalrates Dr. Heinrich Hanse über ״Roma israeliticn“, kultur- und ,kunstgeschichtliche Führung mit Lichtbildern, statt. Wien. Sonntag, den 24. Schewat, verschied im Alter von 65 Jahren ר׳ יעקוב Steiner זצ״ל. Er war durch sein bescheidenes Wesen, sein verinnerlichtes יראח שמים ein allgemein beliebter Mensch, der jedermann gegenüber. das., freundlichste Entgegenkommen . an den Tag legte. Die Kunde von seinem unerwarteten Ableben rief in der ganzen Gemeinde tiefste Trauer hervor. Die ה לוו׳ fand unter zahlreicher Beteiligung statt. Würdige!Nachrufe hielten im Trauerhaiise Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Fürst, dessen ’ שיעורים er mit besonderem Fleiße täglich Besuchte, ferner sprachen sein Neffe, Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner;Ekstein aus Sered, und Herr Rabbiner H. Schenk. Möge das vorbildliche Wirken dieses bescheidenen Mannes seinen Kindern stets zum leuchtenden Vorbild dienen, möge der allgütige Vater seiner schwergeprüften Gattin und den Kindern Trost spenden. Sein Andenken wird stets unserer Gemeinde ein dauernder!Segen bleiben. Mattersburg. Heute konnte endlich die am 27. Dezemiber v. J. ■bereits fällige Repräsentantenergärizungswähl unter Leitung des als Regierungskommissär bestellten Kommerzialrates Moritz Leitner in größter Ordnung• vonstatten gehen. Das Ergebnis■ der Wahl, welche mit dem Sieg der מכברי •התורה ולומדיה endete, löste in allen Kreisen ■der Gemeinde höchste Befriedigung aus. Dieser Ausgang der Wahl ist nicht bloß von lokalem Gesichtspunkte bedeutungsvoll, indem nunmehr jene die verantwortliche Leitung der Kultusgemei n de übernehmen, deren Persönlichkeit schon an sich die vollste Gewähr für ein harmonisches Zusammenwirken mit unserem verdienstvollen Herrn Oberrabbiner. שליטא bietet, sondern auch vom Standpunkte ■der Gesamt- Orthodoxie des Burgenlnndes, welche damit von den schädlichen Auswirkungen jener Faktoren befreit werden, die die beständigen Wirren durch dauerndes Schüren und Aufwiegeln zu dem Zwecke künstlich »hervorgerufen haben, um unserem Herrn Oberrabbiner Samuel Ehrenfekl שליטא der gleichzeitig Präsident der Landeszentralkanzlei des Burgenlandes ist, in dieser seiner Tätigkeit Verlegenheiten zu bereiten und die eigene Person in den Vordergrund zu drängen. Gewählt wurden die Herren: Bernhard Sprinzeles, David Sobelmann, D. H. Ellner, S. Weißberger, Leo Schotten, :Ludwig Klein, L. Sprinzeles, S. Gottesmann. Eisenstadt. Der ■hiesige בית המדרש*Verein hielt am 1. Tag Rosch C11Qdese.11 Adar einen Sijum über Baba Kama. Anläßlich der anschließenden סעורה hielt Herr Oberrabbiner Schlesinger einen glänzenden Vortrag, der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Auch der als Gast anwesende Oberrabbiner Glasner aus Klausenburg hielt eine Ansprache, worauf die Herren Oberkantoren Josef Großmann und M. Goldstein Gesangsvorträge zum besten gaben. Herr Liebermaun hat sich durch die unermUdliehe Abhaltung des Schiur den Dank der ganzen Gemeinde erworben. S. F. Telselii, Anläßlich des SOjährigem Jubiläums der Telsclier Jcselriwa, das iu diesem Ja)1re stattfindet,^ erbittet die Leitung, derselben, das alle ehemalige«חלסדיהישיכה die während der 50jährigen Existenz derselben dort ihre Ausbildung erfahren haben, ihre Adressen, ihren jetzigen Beruf, die Zeit ihres Aufenthaltes in der jqsehiwah und womöglich kurze Notizen über ihre da* maligen Erlebnisse roitteilen. Adresse; Oberrabbiner A. I, Bloch,. Tel§iai, del. ״Veopdas HajauveiT.V Litauen, Gsgrümtet 1882 OegtBfldet 1882 Direktion: Wien, I, Riemerg. 2?!r!itl18ffflistelan1l End« 153(1. . . 2560 MillloM Schilling Miniennnd 2i1s!9tin99hnen in' Jahr« 1930 ISO Millionen Solling taranlismiliel Ende 1930 ... . . 378 Millionen Schilling ' Auszahlungen an VmiM im Jahre (930 35.5 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische ,Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen,Jugoslawien*Bulgarien, G lechen* land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten Tagung des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands Am 24. Jänner farid die alljährliche!Mitglieder- Versammlung des ״Vereins für die jüdische« Interessen Rheinlands“ in Köln statt, der fast auf den Tag sein 30. Wiegenfest beging. Für die rheinische Orthodoxie, ganz speziell für ■Mitglieder des Vereins, welche von den rheinischen Kleingemeinden ■herbeieilen, bedeutet dieser Tag einen wahren Jaum-tauw und in Feiertags- Stimmung •wurde die Tagung von Herrn Direktor Doktor R o t b s c 11 i 1 d-Dinslaken in vorbildlicher Weise geleitet. In formvollendeter Eröffnungsansprache hielt er auch einen warmempfundenen Nachruf auf den vor einigen Wochen ■heimgegangenen Rabbiner Dr. Raphael Breuer s. Z. 1״ dessen geistsprühenden und rhetorisch unerreichten Vortrag wir vor zwei Jahren in unserer Generalversammlung zu hören das Glück hatten. Es folgten sodann geschäftliche Verhandlungen, während deren, als Zusammenfassung der Diskussion, folgende Resolution!beschlossen wurde: ״Die heute zu mehreren Hundert versammelten .])fitgliedern des ,Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands‘ beklagen es aufs 'tiefste,' daß ׳'die ■Unterbringung von jüdischen Augestellten, insbesondere von Lehrlingen und Lehrmädchen, in Geschäften und^ Betrieben des Handwerks, in denen sie am Sabbat und an jüdischen ■Feiertagen freihaben, fast ganz unmöglich ist. Die Versammlung richtet einen 'flammenden,,Appell an alle jüdischen Geschäftsinhaber und Handwerker,, in!Hinblick ■auf die seelischen und materiellen Nöte “ der sabbattreuen Jugend Stellen für diese freizuhalten und Solche zu schaffen.“ — Der Kassenbericht, den Herr G r ü n 6!f e 1 d - Köln erstattete, war ein Spiegelbild der^trostlosen Zeit und kata&tro- »pfialen Wirtschaftslage. Die Ausführungen des Herrn Grünsfeld gipfelten: in der' Bitte an alle alten »und neuen Freunde..^'. Vereins, durch Anspannung aller Kräfte dem Verein “die Zeitnöte überstehen zu helfen, ln seiner bekannten meisterhaften Weise sprach sodann unser Raw, Herr Rabbiner 1D r. Wolf-Köln.!An- 1knüpfend an die, Worte, mit denen der allzu früh verstorbene Aschaffenburger,!Rabbiner Dr.!Raphael Breuer s. Z. 1. vor zwei» Jahren seihen uns allen unvergeßlich bleibenden Vortrag begeisterte, wies Herr Rabbiner Dr. Wolf gleichzeitig auf seine!Ansprache bin, die er vor 3 0 Jahren, bei ' ■Gründung des Vereins gesprechen ■hatte. Nach Ansprachen der Herren Rabbiner Dr. W e yl - Düsseldorf, Dr. Ca rileb a ch-Köln »und Dr. Stein hielt Herr Rabbiner Dr.' Ansbach er- ■ Wiesbaden einen großzügig angelegten ■und sowohl in- : haltlich als ,rhetorisch. vollendeten Vortrag über das Thema ״Optimismus im Judentum“, der allgemeinen, stürmischen Beifall fand 'und allen ־Herzen neuen Mut und Hoffnung gab, so daß man erleichtert und erhoben wieder der Heimat zustreben konnte. Der Beschluß des Vorstandes,* das Organ des Vereins ״Der jüdische Volksfreund“ wieder, als Beilage zum ״Israelit“ erscheinen zu lassen, fand schon aus dem Grunde ibegeisterte Aufnahme, weil die im Verlaufe der Ver- Sammlung gehaltenen Vorträge im!Druck erscheinen werden und auch den!Freunden unserer Sache, welche unserer Tagung nicht beiwohnen konnten, nicht verlorengehen sollen. Der Delegiertentag der Agudas-Jisroel-Jugend des Maramoroscher Gebietes. ■Das Städtchen Moiseu war am מוצש״ס בשלח den 23. Jänner 1932, der Schauplatz einer imposanten Massenkundgebung und Vorkonferenz, gewidmet der Entwickhing des Agaida-Ideals in;Maramorosch. Bei großer Beteiligung zahlreicher Delegierter und »Gäste nahm die erste Vorkonferenz, von .der Agudas-Isroel-Jugendgruppe Visaul de sus veranstaltet; einen■ glänzenden Verlauf. Den Vorsitz führte der geistige Führer der Maramoroscher Aguda Se. Ehrw. Herr Distriktsoberrabbiner Mendel Hager של׳ aus Visaul de sus. ,Der Delegiertentag gestaltete sich zu einer glänzenden »Manifestation und iSyinpathiekundgebung für die Verbreitung sowie Ausdehnung des Aguda-Gedankens. Im' Namen der eben gegründeten Ortsgruppe in Moiseu eröffnete und begrüßte Herr S, J. Groß mit einem, warmenביאכםלשלום und sprach über die dringende Notwendigkeit einer religiösen Jugendorganisation. Anknüpfend daran, ergreift dann das Wort Herr Rgbbinatssekretär S. S. Moses (Visaul de sus) und, spricht über das Thema ״Die Leistungen und Tätigkeitsgebiete der Agudas-IsroehWeltorganisation‘‘. Referent legte speziehen Nachdruck auf die Aktivität auf dem Gebiete der Jugenderziehung im Geiste traditioneller Thoratreue, er schildert die Äguda-Tätigkeit seit ihrem zwanzigjährigen Bestand, alle ihre bisherigen Leistungen auf dein Gebiete »der Wirtsebaff und Politik und Erez-IsroeL Arbeit. Hierauf wird dem bekannten orthodoxen Jugend- Schriftsteller Herrn A.!. Weg (Bojana de sub Munte) das Wort erteilt, der in einem längeren Referat heftig ,gegen die fremdeh Elemente polemisiert und über die Organisationsprobjeme und Eihheitsgedanken der Agudas-Isroel spricht• Herr Meier.Hager (Viisaul de sns), Sohn des verehrten Vorsitzenden, führt in einem be,י fferstfert phältenen ReföfaLioltfettdes attst Dies MÄrffia^ fbscher Ajfuda-Jiigend muff zum Stolz der allgemeinen Agudas; Islbel Rumäniens- Werden, überreügt vom *"‘ ״£■’ ׳׳־ י י־ ־*‘" ■־“־ mr * geäste# ,bei der _ Es Iptächert dann noch.mehrere Delegierte über die wifehtigiten Trobleme efer .Weffprthodoxie, darunter die Heften/L Kahan (Petfova)* M. Biedermann (Oradea), U. Göttlieb (Visäül de jo$J, D. L. Gärther (Rozalia), M». Müller S* LaÄdManif (BiiiöL M. Geniitl^ (Visaul de iüijlocL J» M. Grünberger (Pefiöva) u. a. m. # Dfe' TageSÖ|dnttni umfaffte W.ichfig^’R%jli1tionen bezügJifeh Linttid, Hätnprä, ÖrgaßisatiOtt, Efisiehüng, Landespolitik uhd OliffliProbletnef besöddör^ Ihteresse wurde der Poale-Aguda-Fraktion zugewahdl» Auch über die Sanierung und Entwicklung des Organs der Mar- «iärbseöef Aguda-Jitgend» ״Der orthodoxe Zeitgeist“, Wurde gesprochen. Eine überwiegende Majorität forderte fittfe sofortige Einberufung, feines All-MaratnorDsfehfer Kongresses der ^eire und Foale-Aguda. Als Maramoroscher Aguda-Zfentrale wurde ei«sti«miig Vis a 111 de s üs gewählt, die die Aufgabe haben soll, sämtliche Ortsgruppe« niit Pröpagandamaterral und Agitda-Lektiire zu versorgen. י/•' ״ / . Nach mehreren ■Schlußreden ergreift als Letzter. 3א ח רו ו אח ר־ון 1זפ י־ das Wort der ehrenwerte Vorsitzende, Se. Ehrw^ Herr Distriktsoberrabbiner Mendel Hägfer שליטיא einem großangelegten Schlußreferat und appelliert an die Jugend, sich tatkräftig an der heiligen Arbeit der Aguda zu beteiligen, da nur die Aguda der Rettungsanker vor Assimilation iind כפירה ist. Schächtverbot verfassungswidrig. Tn Neubrandenburg wurde kürzlich ein v,on den Nationalsozialisten beantragtes Verbot des ״tierquälerisehen“ Schächtens von den Stadtverordneten angenommen. Die Mehrheit der Stadtverordneten hatte nationalsozialistischer Darstellungsart Glauben geschenkt und, einseitig orientiert, dem Antrag die Zustimmung erteilt. Ein Vertreter der Reichszentrale für“ Schächtangelegenheiten hat ' inzwischen Gelegenheit genommen, auf die gutachtlichen Erklärungen europäischer Kapazitäten der Tier- und Hirnphysiologie sowie der obersten Veterinärbehörde des Deutschen Reiches, der Veterinärabteilung des Reichsgesundheitsamtes, hinzuweisen, daß im Schächtakt keinerlei Tierquälerei erblickt werden kann, ja sogar der Schächtschnitt selbst betäubende Wirkung ausübt. Wie wir nunmehr von der Reichszentrale für Schächtangelegenheiten erfahren, hat die zuständige Regierung von Mecklenburg-Strelitz das Neubrandenburger Schächtverbot als unzulässig bezeichnet und in einem Ministerialerlaß erklärt, daß ein solcher Artikel 135 der Reichsverfassung widersprechen würde. Das Resultat der Wahlen zum Jerusalemer Waad Hair. Am 2. Februar fanden in Jerusalem die Wahlen zum Waad Hair (Rat ■der Jüdischen Gemeinde) statt. Von etwa 14.000 Stimmberechtigten waren 5735 an;der Wahlurne erschienen. Von den 31 Sitzen des Rates entfielen auf die Arbeiterpartei 11, auf die Toschaw-Partei (Gruppe der alteingesessenen!Bürger, die eine Loslösung der Juden von der bisherigen Stadtverwaltung und die Schaffung einer gesonderten jüdischen Stadtverwaltung erstrebt) 8, auf den Misrachi 4, Yemenitcn 3, Allgemeine Zionisten 2, Verband orientalischer Gemeinden 2 Sitze, die Frauenpartei erhielt 1 Sitz. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde Wien. Zirkulare wegen Gruft- und Gräberschmückungen Der gewesene Kontrahent der isr. Kultusgemeinde Wien für Gräberausschmückungen auf, den israel. Friedhöfen, Zier- und Handelsgärtner Leopold Deutsch, bringt an die Gemeindemitglieder Zirkulare zur Versendung, in' welchen er, auf seine G 1 a u b e n s z u g e h ö r i g k e i t hinweisend, anführt, daß die neuen Kontrahenten der Kultusgemeinde einem anderen Glaubensbekenntnis angehören, und hinzufügt: ״Es ist jedoch anzunehmen, daß die Mitglieder unserer. Gemeinde sich gerade in.ritugllcn Fragen, wie es das Beerdigungswesen ist, nicht ohne weiteres über diesen ■ Umstand hinwegsetzen werden.“ . Die israelitische Kultus g e m e i n d e W i e׳n!sieht sich zu der Feststellung veranlaßt, daß Herr Leopold Deutsch als Kontrahent der Kultusgemeinde seiner Verpflichtung in diesem Vertragsverhältnis, auch jüdisches Personal zu beschäftigen, nicht nachgekommen ist, während die neuen, dem Judentum nicht angehören־ den Kontrahenten dieser V.ertragspflicht sofort entsprochen haben. Wenn sohin der Gärtner Deutsch bei der Werbung um Aufträge den Anschein zu erwecken sucht, als ob die" von ihm übernommenen Gräberschmiickungen auf den jüdischen Friedhöfen von Juden ausgeführt würden, so steht dies mit den Tatsachen i n krassem Widerspruche. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: Freitag, den 12. d, M., werden bei dem um 5 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und BezirKssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I.. Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. I. M. Bach): II״ Pazinanitengassc 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viaduktgasse 15 (Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer); V., Siebenbrunneng/r* ' ' ' uי ־' '־TT '"1'י gasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XX,! Kluckygasse 1! (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). —Exegetische Vorträge: Samstag, den 15. d. M., beim Vormittagsgottesdienst: XXI., Schloßhoferstraße 21 (Rabbiner Dr. M; Rosenmann); •beim Nachmittagsgottesdienst־, XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M, Lewin); XIX״ Dollinergasse 3 (Prediger Dr, A. Frankfurter)•':!Midrascliyortrag: .. II״ Pazinanitengasse 6, halb 4 Uhr naclimittags (Rabbiner Dr. Z. Taubes). ״ ' ' Israelitischer Jüg;ep^gpttesdienst, Samstag, den 13. Februar 1932, findet: ifti allen Gemeinde- und Bezirks:• Synagogen der Jugendgpttesdienst lim 3 Uhr nachmittag. statt.: :"■'•Hl* Sabbathfeier, für füfb;reifere Jugend. Der Vorstand der ..israelitischen KnlttjüS||meinde Wien veranstaltet am Freitag, den 19. Febfüa^'A1932, um 7 Uhr abends, in! Stadttempel, I., Seit׳en;ste>Hngasse 4, eine Sabbathfeier. für die •reifere Jugend. Bfei'/dieser Ee‘er Herr Räbbinef Dr. Benjamin MurmeJ.ftein einen Vortrag über das Thema'; ״Angriffe äuf da^ Judentum und ihre Widerlegung.“ , ,. . , •..׳ ,;

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