Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 6 (12.2.1932)
- Date
- 1932-02-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 JÜDISCHE PRESSE' -. Ml y */L- ^'יf'«־• *i w* ,. ״ל~%■ ‘ IPSSiSiS SSfgJ * * iliSiSI mtm ■MZ£M?^r$5־4־v wrt׳?‘ ■a Täguög des orthödoxen Verwalttmgö- ."‘״■:••׳■:׳״■״^■ .׳■"׳־ atissebusses. ־ ־׳. Vom I. bis $. Adäf tagte in BKttisjäVäv juiitfet־ d.eTrlt Vorsitz Sr. Ehfw. des Herrn Oberräbbmer Schreiber und des Herrn Viaepräses Ehr e ri fei d der V e rwaltungsaüsschüßder o׳r tho d ö i ft L ä ft des- Organisation in der Sio-tak'«f.£ Sowohl die rabbiriischeft als auch die Lajefttriitgliedef des Aüssehftsses ׳waren, fast vollzählig anwesend und nahmen äft den Be? ratuttgen rögeh Anteil. Sämtliche Aftge|eigedlt.e1t^ftr die; auf der Tagesordnung Ständern _ Wurden 11t Uhühterbtochener; Arbeit erledigt. Die A b r e,c hm U>n.g־ ,für das verflossene Jahr und 'der - Bericht -der’ fteVi s o ren -wurden genehmigt. Das B u d g e t der LaftdeskartzleLfüf das laufende Jahr wurde festgesetzt. Ueber verschiedene in die Kompetenz des VerWältüngsausschüsses gehörende laufende• Angelegenheiten der Konfession7 würden Be- {jchJüsse gefaßt und •auch die 'Fassung‘des S Väf ü t e'n| ien t Wurf es wurde zu. Ende, beraten.. In ,kurzem soll auch die La n de s r e p r ä s e m tanz zu einer Tagung einberufen werden, um über die Angelegenheiten zu beraten uftd zu beschließen, die in ihre Kompetenz fallen. ׳ Nationaljuden nieder am Werk. Die nationaljüdische ״J ü d i s c h e Parte i“ empfindet seit einiger Zeit wieder ein starkes Bedürfnis nach Auffrischung der Interessennahme für sie unter ,den Juden unserer; Republik. Wie in früheren Jahren, da sie nu? zu versprechen und nichts zu halten, brauchten, ver| suchen sie auch jetzt die Aufmerksamkeit dadurch auf sich zu lenken, daß sie sich mit reger Geschäftigkeit atijE die inneren Angelegenheiten der orthodoxen Religionsr gemeindeft in der Slowakei und der Podkarpatska־Ru$ werfen, obgleich sie von solchen Dingen bekanntlich herzlich wenig verstehen und obgleich -sie sich als ״Nationaljuden“ und ״Zionisten“, die nur mit Hilfe der Nationalpolen ihre Mandate erlangt ■haben, eigentlich hüten müßten, sich in konfessionelle Angelegenheiten des jüdischen Volkes und der ׳ jüdischen Geioeinden einzuV mengen. Die Herren Abgeord.net.ej1_ sojljensich. besser um. die Kämpfe und Streitigkeiten in ihrem eigenen Lager, um den häßlichen Hader in den zionistischen Fraktionen, Gruppen und Grüppchen kümmern und dafür sorgen; daß sie sich in den eigenen Parteiorganen nicht gegenseitig als ,yMosserer“ bezeichnen, als vor Ministern ' und Staatsämtern von Dingen reden, die zumindest einige Kenntnis des Judentums und des religiösen Geistes erfordern. Das sollte sich vor allem der neue Besen der ״Jüdischen Partei“, der Abgeordnete Dr. Angelo G o 1 dstein, gründlich merken, wenn ihm nicht unter allen Umständen daran gelegen ist, seine Zähne an dem Granitfblsen’ des religiösen Judentums7 wundzubeißen' Und zuschanden werden zu lassen. . Als ein neues!Beispiel für die Art, wie der Vertreter der ״Jüdischen Partei“ im Parlament, Dr. Golds t e i n, seine; Aufgabe auffaßt,. möge folgender Fall aus seiner, ״fruchtbaren“ Tätigkeit in jüngster Zeit dienen. Es finden in Prag, Brünn und ,Bratislava bedrohliche Demonstrationen gegen die ausländischen bzw. jüdischen Studenten statt. Dr. Goldstein interveniert zu ihren Gunsten so. gut er vermag und vertritt dabei eine entschieden gute Sache; er verdient dafür den Dank aller ■Jüjdifti,ÖefMittiät<^kä«ftihm:■iiydiesefSäehe 1» Geiste;giften lipefäieft-.Aüffassuftg der Gesetze wohlwollende Zustchefühgett lebe«. Hst׳ et Mbet eiftftidl iftf ziMmer des Miftiste^s, Scr beftufzt ef kdeh die gute Gelegenheit, um ubef pirtge zU sjpf^heftr fiip die eF keiries- Wegs eift Mäftdät bdsitzt; Wir;:dtjefen darüber* däft Berieht aus seiner eigenen Pafteizeifuhg/ der Prager ״seibstwehr‘*, wörtlich: *?; ״Ferher Wies Dr, Goldsteift auf das veraltete und U ft demo kr a t i s c h et׳ Wahl s.y S t em der Kü 11 u s g e me i n d e n im Östen hin und auf den ÜmStättd, daß .'die;Aermste.fi. der jüdischen Bewohner dieser Orte durch die indirekten Steuern (Gabella) mit eittem Löweftäftteil att der Erhaltung der Kultusgemeinden •partizipieren, obgleich sie von allen Rechten, und..vornehmlich vom aktiven und •passiven Wahlrecht ausgeschlossen sind. Dr.s Goldstein be- , 'fichtete über die große. Protestversammlung, die gegen diese Zustände in den letzten /Tagen in Mukaöevo abgehalten wurde, und versprach, dem Minister konkretes. Material in dieser Angelegenheit vorzulegen. Der Minister erklärte, d ä ß s e i n er Au fmerksamk e i t d i e e 1 e m e n .t a r e U n z u f r i ede n h e i t mit dem gegenwärtigen.. Stand in den Ös.t- \ fc h e n Kultusge me i n d e n nicht e n<jgangen ist .und er ,versprach, sich, über diese Angelegenheit m-i t d en zust ä n d i- . . g e n , R es s o r t s aus ei n an d e r zu s e t z en, um s ö b a 1 d ä 1 s m ög 11 c h A b h i 1 f e z u schaffen. Dr. ,Goldstein machte den Minister weiter aufmerksaim, daß WV Weder eine theologische Fakultät, noch ein Seminar zur, Heranbildung unserer Rabbiner und . R)eligiönslehrer besitzen und daß dieser Mangel besonders in der böhmischen und mährischen Provinz immer fühlbarer wird: In diesem Zusammenhänge informierte der Abgeordnete der Jüdischen Partei den Minister über den gegenwärtigen $ t'a ft d des hebräischen Schulwerks in Karpathorußland und wies darauf hin, daß heuer die ersten Abiturienten das hebräische Gymnasium in Mukacevo -verlassen werden und daß es; möglich, wäre, mit Hilfe ד dieses Nachwuchses d e m e r w ä H n t e n Mangel W e n ig s t en s z u m T eil e ab z u h e l^f e n. Der •Minister legte auch für diese Frage ein großes Interesse .und Verständnis an d-e.n Tag» erklärte, daß .er selber die hebräischen Schulen besucht habe lind gab der Meinung Ausdruck, daß sich mit der Frage des theologisch-jüdischen Nachwuchses die Regierungskrteise’'beschäftigen müssen. Zum;,Schluß der Unterred.ung, kam die Anregung zustande, daß über alle j ü H i s c h e n F r a g e n, die; in ' das R e s s ö'r t des- S c hu lm i n i s t e r s fall e n, .e‘^ nse Konferenz unter Heranzi eh u n g y‘o n Politikern und Fac h 1 e u ten abgehalten werde, damit alle aufgeworfen eh- Probleme der Verwirkiichung' entgegen geführt we׳rden. Die orthodox-jüdische Oeffentlichkeit wird gut tun, diese Art von Tätigkeit der . ״Jüdischen Partei“ mit er,- neuter- Aufmerksamkeit, .zu ,beobachten. Givis.״Judaeus. . ־;; ״—r י,,••.׳. Tanzende Makkabäer! In der jüdischen^Seele sitzt; ein glörienümschienenes Bild wahren jüdischen Heldentums fest. Starker Judengeist und stahlharter Mannesmut drücken sich in diesem Bilde unverwischbar aus. Es spricht von vergangener Zeit, der Zeit sieghafter Größe,;lichtbe^trahlten Glanzes. Diese Kraft und• dieses Licht findenSiäber ihren Widerschein auch durch das düstere Dunkel,'das sich seither, zwei Jahrtausende, über alles Geschehen im Judentum «p •*ז»״־. V >e«' und um alles große Wollen in ihm breitet. In ungezählten, äußerst verkleinerten, aber unverkennbar echten Wider- Strahlungen flimmert uns ,ein Abglanz dieses jüdischen Heldentums aus der ganzen jüdischen Geschichte bis auf den heutigen Tag entgegen. Darum sitzt sein Bild leuchtend in unserer Seele fest ... Wir. sehen die Makkabäer vor uns, die Makkabäer des Judentums, wie sie nur aus dem Judentum hervorgehen konnten, Makkabäer des G-ttver.traüens mit dem unbesiegbaren Trotz von Männern, die Wahrheit im Herzen tragen und in S i 11 e h r e i n h e i t und Lebensheiligkeit verwurzelt sind. Der eine: die Thqrarolle in der Linken, das Schwert in der Rechten, der andere: den mächtigen Jammer in der Rechten und das Banner des 0׳ כמיך באלים ך in ,der Linjken. ,Und ihnen nach viele Generationen hindurch Tausende gleichen Geistes, gleichen Wollens, gleichen Heldenlebens und — inmitten ,der Rauchwolken von Scheiterhaufen — gleichen Heldentodes. Darum sitzt ihr Bild tiefgeprägt in der jüdischen Seele fest . . . ’ ז ' Abermals melden sich ״Makkabäer״ aft den Pforten des Judentums. Tanzend.e Makkabäer! Ihr Kampfplatz ist der B a 11 s a a 1, ihr Wollen — Sin n e srau s c h, ihr' Judentum; A s t a r't e, ihr Banner — A u g e n b 1 i c k s 1 u s t, ihr Schwert ׳— die B 1 u m e i m Kri'o p f 1 o c h und ihr Heldentum — Schmach und Schimpf für das Judentum in den Augen der V ö lk e r! Einst saßen jüdische Frau en, jüdische Mütter und Schwestern, hinter der FrontJ der Makkabäer, ln ihrem Blick brannte jüdische Feuerglut; sie eiferte Mann und Bruder zum Kampfe, zur Ausdauer an. Zum Kampf für das Judentum und zur Ausdauer bei seinen heiligen Idealen. Ihr Blick glühte, aber ihr, Herz krampfte. .sich•■ bangend zusammen, während zarte Finger Scharpie zupften auf die Wunden, aus denen jüdisches Blut floß und in Jahrtausenden zu Strömen anschwoll ... Das waren jüdische — Makkabäerinnen! Hinter dem Tummelgewinde u n s, er־er wirbelnden ״Makkabäer“ sitzen ebenfalls jüdische Frauen, auch Mütter und Schwestern. In ihrem Blick glüht das Feuer Mus *Vergangenheit und Qegenwart. Der Krieg in China und die Juden. Unter der Beschießung der Stadt Schanghai durch die Japaner, die zahlreiche Opfer unter der chinesisclipn Bevölkerung der Stadt gefordert hat, hat. die jüdische Bevölkerung bisher nicht zu leiden gehabt, jüdische. Tote gaib es bisher nicht, auch haben Juden keinen Vermögensschaden erlitten. Zahlreiche jüdische Einwohner von Schanghai sind in das Freiwil'ligerikorps zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der Stadt eingetreten. In Schanghai existiert eine zahlreiche jüdische Bevölkerung, die sich aus verschiedenen Gruppen, den indischen Juden, den sogenannten Bagdad-Juden, den aus England und den westeuropäischen Ländern und den aus Rußland eingewanderten Juden, zusammensetzt; Wie aus Anlaß■ der Bedrohung Schanghais, im Jahre!927, wurde auch jetzt eine britische Militärmacht in Schanghai zum Schutze von Leben lind Eigentum englischer Untertanen eingesetzt. Als Generalmajor Sir Joihn Duncan, der Befehlshaber der englischen Verteidigungstruppe im Jahre 1927, im Jänner 1928 nach London zurückgekehrt war, sandte er an die in Schanghai erscheinende .■'jüdische Zeitung ״Israel’s Messenger“ eine!Botschaft, in der er der jüdischen Geiueinde in Schanghai den Dank dafür aüsspricht, daß sie ihn in der Aufrechtenhaltung, der Ordnung so wesentlick. unterstützt hat, und ihr die besten Wünsche für die Zukunft zum Ausdruck bringt. Auch Charbin, das gegenwärtig im Mittelpunkt chinesisch-japanischer Kämpfe steht, besitzt eine große jüdische Gemeinde. Ueber die jüdischen Siedlungen in China in der neuesten Zeit ist mitzuteilen: Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich ome jüdische Niederlassung in Schanghai. Es waren zuerst Juden aus Indien, später kamen auch euro- Päische Juden dorthin. An der Wende des 19. und Jfdmiunderts setzten sich Juden in Charbin, in der Mandschurei, fest. Nach dem Weltkriege' wurde Gharbm; wo zahlreiche Juden aus Rußland und Sibirien Zuflucht fanden, zum größten jüdischen Zentrum in China, Von dort aus verbreiteten sie sich auch nach anderen Städten der Mandschurei, und zwar nabh ••91'.!{־i• ■TsjMk:ar, Mukden und Dairen (rnss. Dalni, nordlmh yen, Port Arlliur), ferner nach Tientsin, Han•׳ 1vu’ •W!6 kleine Gemeinde besteht auch in Hongkong, i le ״י׳ TS$*e R;evölkerunff in Schanghai nahm ebenfalls wn 40. •Jattrhundeyt-.au ׳ Zahl zu. Im Jahre 1921 wurde Av^F^ahite jüdischn Bevölkerung in China (außer den iw.Kaifungfu) äuf 12,990. Personen gesenatzt. Naeh nriyaten Schät?5uhgen ibetrug^ie' Zahl der juqen ■in der Provinz Mandschurei inf Jahre 1929 etwa 16.000, wovon zirka!.13.000 auf CKayjbi11 entfielen. Die in der nördlichen Mandschurei liebenden Juden sind größtenteils riissische Staatsangehörige. Eine Konvention gegen den Antisemitismus. Aus der Mitte! des Judentums in' Italien,', wo Antisemi,tismus eigentlich nicht herrscht, kommt die An-' regung zur Schaffung: einer internationalen Konvention gegen den Antisemitismus unter den Auspizien des Völkerbundes. Alle der Konvention beitretenden Staaten sollen sich verpflichten, eine strenge Gesetzgebung gegen antisemitische Ausschreitungen und aRe. Formen von Judenhaß zu schaffen. Den Gedanken einer solchen Konvention entwickelte als erster der auch im internationalen Rechtsleben bekannte Professor an der Universität Rom, Doktor Guido Tedesqhi, ein Jude, .Verfasser grundlegender Werke über Zivilrecht. In der. in Florenz erscheinenden jüdischen Wochenschrift ״Israel“ ergreifen nun mehrere hervorragende jüdische Persönlichkeiten Italiens das Wort zur Befürwortung des Planes von Prof. Tedeschi. Der Vertreter' der Jüdischen Telegraphen-Agentur . in . Rom, Dr. D. Kleinlerer, wandte sich an Prof. Tedeschi mit dem Ersuchen um Erläuterung seines Planes. Prof. Tedeschi führte in seiner Antwort ungefähr aus:. Die in den verschiedenen Ländern gegenwärtig geltenden Gesetze zur Bestrafung der Aufhetzung eines־ Teils der Bevölkerung gegein den anderen haben sich als durchaus ungenügend zur Abwehr der Angriffe auf Ehre, Leben und Eigentum der Juden erwiesen. Neben den objektiven Verhältnissen tragen an diesen Zuständen auch die Sentiments der Richter bei, die, wo es sich bei der angegriffenen Partei um Juden handelt, sich nicht entschließen können, die ganze Strenge des Gesetzes walten zu lassen. Diesen Uebelständen kann nur eine spezifische Gesetzgebung begegnen, die in einer internationalen Konvention der Mächte einen Rückhalt hat. Eine solche spezielle Gesetzgebung bildet kein Novum in der Ge■־ schichte: In der Vergangenheit haben־ manche. Päpste spezielle Gesetze gegen Judenverfolgung geschaffen, so z. B. Innozenz IV., der in verschiedenen seiner Bullen den Judenverfolgern mit Exkommunikation und Vermögenskoijfiskatiöh gedroht hat; in ähnlichem Tone waren die diesbezüglichen Dekrete der Päpste Gregor X. und Paul III. gehalten. Der polnisebe König Kasimir IV. hat in seinen ״Privilegien‘^ für die: Jqden auf Peinigung von Jüdeh /spgar die;Todesstrafe gesetzt, Welche Meinung man auch über das Sowjetregime in Rüßland haben mag,; eines muß man? anerkennen, daß antisemitischen Erscheihnngen aller Art tlbft äußerordentlich scharf zu Leibe gegangen wird. Ebenso wie. dort äntisemitisch^Ausschreitungem als״antireY01utionäre Sabotage'Vgeahndet werden, müßten die übrigen Staaten mit Fug und Recht antisemitische Ausschreitungen als ״antistaatliche“ Unternehmungen ahnden, denn in der Tat untergraben antisemitische Akte die Festigkeit des Staates nach innen und sein Ansehen nach außen. Vielen Staaten würde es aus innerpolitischen Ursachen jschwer־ fallen, isoliert eine solche Gesetzgebung zu schaffen. Wird aber die Angelegenheit auf einen internationalen Böden gestellt, so wird es den einzelnen Staaten leichter fallen, eine Gesetzgebung gegen antisemitische Ausschreitungen einzuführen. * Den Vorrang, einen Antrag zur Schaffung einer Internationalen Konvention gegen den Antisemitismus zu stellen, hätten die englischen Juden, die sich schon« bisher ihrer in verschiedenen Ländern verfolgten Glaubensgenossen mit großem Mut angenommen haben, über eine starke aktive und einflußreiche Organisation für Ehren- und Rechtsschutz der Juden verfügen und so hervorragende Persönlichkeiten wie den jetzigen Innenminister Sir Herbert Samuel in ihrer Mitte zählen, Viele Regierungen, die durch staatsschädigende antisemitische Aktionen fortwährend beunruhigt werden, müßten eine solche internationale Konvention, die ihnen die Bekämpfung des destruktiven Antisemitismus erleichtert, geradezu begrüßen. Die türkische öffentliche Meinung gegen eine Rückkehr der spaniolischen Juden nach Spanien. Die einflußreiche türkische Tageszeitung• ״Häher“ veröffentlicht an einem Tage zwei Aufsätze, die sich mit der Position ■der Juden in der Türkei befassen. In dem ersten Aufsatz ist von dem Oeffnen der Tore Spaniens■ für die Juden als Resultat der spanischen Revolution die Rede. Die Zeitung glauibt nicht, daß die Juden in der Türkei irgend ein Interesse daran hätten, nach Spanien zurückzukehren, da sie in der neuen Republik lange nicht■ diejenige Position einnehmen könnten, die sie jetzt im gesellschaftlichen und politischen Leben der Türkei einnehmen. Mögen die Juden, schließt die Zeitung, ia ihrer zweiten Heimat bleiben, wo sie sich als aufbauendes Element betätigen. In dem zweiten Aufsatz befaßt sich ■die Zeitung mit den politischen Ursachen des gegenwärtigen Antisemitismns und kommt zu dem Schluß, daß für Judenhaß keinerlei wirkliche Grundlage besteht. Die Juden haben längst aufgehört, Geldverleiher zu sein, die wirtschaftliohe Struktur des jüdischen Elements hat sich fast ganz der Struktur der Völker, unter denen sie leben, angepaßt, Jüdische Handwerk©* und jüdische Bauern arbeiten überall im. Schweiße ־ihres Angesichts. Die 1 moralischen und rassischen Motive des Antisemitismus halben schon gar keine Grundlage und‘ auch keine׳ Berechtigung in der modernen Gesellschaft. :