Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 6 (12.2.1932)
- Date
- 1932-02-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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' NOVlOovfe;■\#v Zeitungen *t»1 Joarflal r MC MTERESSEN DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. .I I 1. : , ■. ■.־;<; ג. י'■ Redaktion u. Ädttiiüistfätidüi Wien»•11.*-Gföße Pfaffgasse.:־- ,3/3׳* . Tai Äi45*2U8i.v:T3cheeh0i slöwäfcei} BfatislaVa» Postfäöh 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktiönasehhißi Mittwoch Mittag : Aböfiiaemeütspreisei llf Oesteffeich S 16. Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 5Ö, das ülbfige Ausland 3 Dollar. 4amu11KeA AufKöntö ,Judlscn« Presse*, Wien Oester‘ fei eh t Pö8t8pälkas(ettk0nto Nr. D-93614; Deutsehtändi Post* scheckkomo Berlin Nt. (22619! Jugoslawien! Pö$tspk.‘Ami Zagreb Nr. 402)7! Polen s P08tspk.‘Amt Warschau Nr, 190409; Ungarn s e>08t8pk..Antt Budapest Nr. 60170; Schweiz 1 Post• seheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t ,JO* dische Presse*, Bratislava, Postspk.*ÄmtPrag Konto Nr. 63186 - ־.■-־■ ׳■: ■׳׳׳■■■;׳ ׳ Nr. 6 כיד! וינא־סרעסבורג ח׳ אדי תרצ׳ב. Wien-Bratislava,12, Februar1932 18. Jahrs. Umschau Vom Derech Erez zur Teschuwo. — Mizrnim tiiicl Rußland. — Und Erez Jisroel? ׳״ DieVorstände des traditionell gesetzes- ' treuen und des orthodoxen Rabbinerverbandes wenden ®ich mit ־ folgender Kundgdbüiig an die deutsche jüdische Oeffent- 1 lichkeit:;• ־;,; יIm Hinblick auf den besonderen Ernst; י , ר'der Zeit empfehlen wir den Gemeinden, am , ' Sonntag, den 7., Adar (14. Februar),, eiiie L / öffentliche;..Tschnwa-Veimnstaltiing' ülmihalten. Der' Tag soll von allen, die dazu; imstande sind , (mit Ausnahme der Alten , V] ' und Kranken), fastend begangen werden. Beim Nachmittagsgottesdienist soll in Ansprachen zur Rückkehr zu Thora und :; . Miziwot: riüfgerufeii ׳werden.“ . ' Das, deutsche Judentum, jener stolze und .machtige. Zweig am Baume des jüdischen Volkes, der mehr als ein Jahrhundert hindurch Musterbild und Halt der ganzen Diaspora gewesen, kämpft verzweifelt uim seine Existenz. Und innerhalb dieses deutschen Judentums jenes kleine, aber auserlesene Häuflein von Gesetzestreuen, dessen Ideal einer Verschmelzung von Thora und Derech Erez allen Strebenden. innerhalb der gesetzesjreuen Judenheit. ein leuchtendes Ziel, dessen Opferfreudigkeit, Bildung; und unentwegte religiöse Treue sie zu einer Elitetruppe im Judentum stempelte, «-״^känrpft^ddppeltiscliweriEsd^fW^ftiSeit^dm^Sedte^ ,׳mit.... dam übrigen/ deutschen Judentum und es kämpft^iich , innerhalb desselben, sucht in diesem heroischen Kampf noch dazu ■fortwährend nach der für den Augenblick passenden ,Formel, nach dem Wege, der besser als der bisher begangene Derech Erez zur Erfüllung führt. Zeichen der Zeit ist es daher auch, daß dabei Zweifel an der unfehlbaren Richtigkeit dieses Weges wach werden Und ein Weg־ der Teschuwo gesucht ■wird, eine Rückkehr zur Alleinherrschaft der Thora, die dem ־ nicht immer ganz echten und gesunden Glanz des dehnbaren Derech Erez entsagt und auf alles verziehtet, was außerhalb der Demarkationslinie von Thora und Miziwot liegt. ־ ׳ *. '•׳- :Dabei ist das deutsche Judentum noch immer in beneidenswerter Lage, wen!n man Vergleiche mit dem Judentum in Rußland anstellt. Denn dort bleibt den Juden nur eine Tschuwo, nur eine Rückkehr beschiqden — die nach Mizraim. Oder vielmehr befinden sie sich schon längst in dem' ״Hause der Sklaven“, wenn mich mit Nachsicht der Fleischtöpfe. Und so ist denn, auch weiter nicht verwunderlich, was wir an anderer , Stelle dieses Blattes berichten müssen, daß nämlich die : russischen Juden froh sein müssen, wenn sie am Pessach,׳ am Befreiungsfeste, von irgendjemand aus; dem Ausland ein Paket mit Mazzoth erhalten. Ja, ein Befreiungsfest mit staatlich rationierter Freiheit ist picht denkbar; es kann höchstens noch zu Moraür aus- •reichen, nicht aber zu Brot,und sei es auch nur Mazzo, Brot des Elends. * Wie sieht es aber im Laude unserer Freiheit; aus, im Lande unserer Väter? ist dieses Land jp das einzige, in, dem der Jude die Möglichkeit hat, in seiner Art sich auszuleben! und seinem Gotte zu dienen, nicht nur durch seine bloße Anwesenheit im Laude, sondern auch; positiv in der Mitbestimmung der Lebensformen! des Landes. Wir ׳berichten •an' anderer Stelle über das Resultat der Wahlen zu einer jüdisch-autonomen Körperschaft, des Jerusalemer Waad Hair, und wir tun dies nicht, weil wir für diese von der Orthodoxie, abgelehnte Körperschaft besondere Sympathie hegen, sondern weil wir das Symptomatische in dieser Wahl erkennen. Denn nicht nur, daß kaum mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten י an der Wahl Teilnahmen, ist es, was diese Wahl so sehr als Spiegelbild der auch dort herrschenden ■ Verworrenheit einerseits und Verdrossenheit erscheinen läßt, sondern mehr noch . der Umstand, daß auch;diese׳; wenigen •Wähler, in sieben Gruppen zerfallen. Wenn mijin aber von dem Drittel llor ler Bsdpetdebatte in ler Wi In bedeutend stärkerem; Maße noch" als in allen anderen Körperschaften י Oesterreichs macht sich im Bereiche der Wiener Israelitischen Kiiltiisgemeihde das allen ohne Ausnahmeauf erlegte bittere Gebot, zu sparen,, geltend. Die Not der Zeit hat nicht nur ,vor der Juden-,׳ gemeiiade nicht haltgemacht, nein, sie ist an dem wir{- schaftlich wie überall so auch ^hieiL weit schwächer ' fundierten Organismus der Jiulenheit noch viel empfindlicher bemerkbar, und wieder bewährt sich die Auffassung des Judentums als eines . Seismographen da . der . * unangenehmsten Weise. "So geht denn der Würgengel der Ersparungskommissioh auch in der Kultusgemeinde - seit-geraüinerxZeikjum: n-nd-yöÜzieht-sein^gxausigies AVeidk, und da natürlich die kleinen, unscheinbaren Posten im Budget auch, die zahlreichsten sind, macht sich gerade bei ihnen auch am häufigsten seinevWirksamkeit fühlbar. Dazu kommt noch, daß bei diesen kleinen Vereinen und Institutionen die an und für sich kleinen Zu- Wendungen doch Wieder einen wesentlichen Posten ihres Einnahmenetats bedeuten, und es wäre daher nicht verwunderlich, wenn endlich alle diese Bethaus- und Schulvereine sich Zusammenschlüssen, um angesichts dieser Sachlage einen rettenden Ausweg, zu suchen. Damit würde allerdings endlich auch• die Not das zustanee bringen, was guter Wille und Ueberzeugung nicht durchzusetzen vermochten. Hoffentlich treten unsere orthodoxen Kultusmandatare an die Spitze dieser Aktion. Die Not der kleinen orthodoxen Bethäuser wächst von Tag zu Tag. Die Bezüge ihrer Angestellten s"nd bis zur Unerträglichkeit gekürzt. Y Infolge der vorzunehmenden Kürzung des ■Kultusbüdgets werden diese kleinen orthodoxen Vereine und Institutionen kaum sich mehr adfrechthalten können, wenn . . . nun wenn sie nicht zur Selbsthilfe greifen und unter Führung der orthodoxen Kultusvorsteher um besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse kämpfen. Dieselbe Not aber, die zii. einer Notgemeinschaft der finanziell schwachen, moralisch aber ,nicht zu unterschätzenden jüdischen Vereinigungen Wiens führen muß, ist es, die es auch, nachdem die Mandatsdauer des gegenwärtigen Kultusvorstandes bereits abgelaufen ist, dazu ־bringen wird, daß Wahlen vermieden werden. Unter den gegenwärtigen Umständen würden diese ja eine kaum entschuldbare Geldverschwendung bedeuten, und es ist nur zu begrüßen, wenn nüchterne Erwägungen solcher Art die Herrschaft über Parteiwünsclie erlangen, Aber ehe es zu einem solchen Uebereinkommen zwischen den Parteien kommt, wird doch .;von seiten der Vertreter der Orthodoxie darauf geachtet werden müssen, daß nicht die ohnehin von allen Seiten am stärksten in der Stimmen absieht, das auf die Arbeiterpartei und die Fraueripartei entfiel, könnte man. fast eine Annäherung an die Orthodoxie .in der Majorität der Wähler erblicken, da sie alle Fraktionen bevorzugen, die zumindest konservativ eingestellt sind, und wenn einmal‘den Krankheitskeim des dem europäischen nachgeahmten Pärtcienunwesens überwunden Sein wird, vielleicht ■doch hier wenigstens der Weg ■der Rückkehr zu in.,einzigdenkbaren, zum j ii d i s c h e n. Palästina finden werden. Mitleidenschaft gezogenen orthodoxen Institutionen, Bethauser, Schulen. 1isw., die Kosten des Kompromisses bestreiten. Die von uns gewünschte Notgemeinschaft der orthodoxen Vereine und Korporationen muß den Vertretern der- Orthodoxie hiebei den Resonanzboden abgaben, und es darf und kann dann nicht dazu kommen, daß die!Stimmen der Orthodoxie ungehört verhallen und, wir, wie leider schon. so oft und pft, als qüantite negligeable übergangen werden. Die Frage der Hazzoth-Sendung nach '•' r-v־ ’־ -.Rußland. ■■^^•־‘*^SertcnsTler Wanderer-Schutz-׳ünd LIilfsgesellscliafjk-:k^■.■**■'.' Ilias wird der Ita niitgeteilt, .daß die Hias-Leitüng mit der Sowjetregierung ein Abkommen getroffen hat, demgemäß amerikanische Verwandte von Juden in Rußland durch Hias Mazzoth- und Pessach-Lebeiismittelpakete nach Rußland senden können. Die Pakete werden aus Riga nach Sowjetrußland unter den gleicht iBedingiingen wie die Sendung gewöhnlicher Lebensmittel־ pakete abgefertigt. Der, Zoll für Mazzoth ist hoch, dagegen können Mehl zur Herstellung von Mazzoth und andere Pessach-Lebensmittel zu den gleichen Bedingungen wie gewöhnliche Mehlpakete gesandt werden. Für 10 Dollar kann man ein Elfpfundpaket Mazzoth senden. Der hohe Preis ist . auf den hohen Zollsatz nsw. zuriiekzuführeii. Dagegen kann man ein Elfpfundpaket Mehl zum Backen von Mazzoth für nur 5.52 Dollar versenden. . Die von der Exekutive der Föderation englischjüdischer Hilfsorganisationen eingesetzte Unterkommission zur Erwägung der Frage der Mazzothversorgung־ der Juden in Rußland teilt nun mit, daß die Sendung von Mazzoth aus dem Ausland nach der’Sowjetunion infolge der hohen .Zollsätze ein außerordentlich kostspieliges Unternehmen ist. Das Komitee empfiehlt deshalb die Anschaffung von Mehl für Mazzoth und anderer Pessachlebensmittel aus den Staatsniagazinen in Rußland, wodurch die Kosten für Zoll und Transport gespart werden. Die Juden in Rußland, denen solche Lebensmittel für Pessach überwiesen werden, würden sich aus dem erhaltenen Mehl selbst Mazzoth hcrstellen können. Der Vertrauensmann der Föderation in Rußland habe bereits mit den Sowjetbehörden ein Arrangement getroffen, demgemäß Pakete mit Mehl, Zucker, Tee. Oel und anderen Lebensmitteln zum Gebrauch in den Pessachtagen zusammengestellt und auf Grund von Be- Stellungen aus dem Ausland an bestimmte Personen in Rußland verschickt werden. Das für die Mazzothherstellung bestimmte Mehl sei von der besten Sorte und auf dem öffentlichen Mark't nicht erhältlich. Auf diese Mitteilung hin hat die Föderation beschlossen, Mehl im Werte von 2000 Pfund sowie andere Pessachlebensmittel sofort in den Staatsmagazinen Rußlands anzuschaffen und von Juden in England und in anderen Ländern Bestellungen für Lieferung solcher Pakete an ihre Verwandten in Rußland entgegenzunehmeii. Der Gerer Rebbe in Palästina. Der ״Gerer Rebbe“ ist in Jerusalem eingetroffen um! wurde von der Jerusalemer Orthodoxie mit großer Ehrerbietung empfangen, derweltbekanntenPerückenwerkstätte 'v*N\v 166 C (I יוייו׳11.6 n t יו I, Ka ׳11©־! '9699 וו u her1 ,Hotel Bristol!