Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 5 (5.2.1932)
- Date
- 1932-02-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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*־■ Nr, 1 JÜDISCHE PRESSE -r.■. .■A» Der ״$chomre-Schabljos“ hat eine Rabattitktion ins Leben gerufen, die in der Weise durch gefühlt wird, daß eine Anzahl jüdischer Firmen, bei jedem,Einkauf für je einen Schilling in ein Büchlein eine Marke einklebt. Für dieses vollgcklebte Büchlein (100 Marken) erhält dann der Kunde vom ״Schomre Schabbos ‘ H 1 in barem ausbezahlt. ־ Zwecks Findigntachung einer Bezeichnung für diese Rabattaktion wird ein Prokura!?- schreiben veranstaltet, das für die besten Lösungen -einen L Preis von S 50, 2. Preis von S 30, 3. Preis von S 10, 4, Preis von S 10 und einige Trostpreise, also insgesamt Preise in der Höhe von S 100 vorsieht. Bedingungen: I. Die Bezeichnung soll mögliehst kurz (jedenfalls nur ein Wort), leicht aussprechbar und sehr wer bekräftig sein. Die Bezeichnung־ soll in irgend einer Form einen Hinweis auf den Veranstalter, den ..Schomre Schabbos“ enthalten. 2. Einsendungen sind bis spätestens Freitag, den 19. Februar 1932 an den Vorband der Sabbatfreunde ..Schomre Schabbos“. IL Leopolüsgnsse t6. zu richten. (Auskünfte dortselbst, auch telephonisch: A-48-4-15). 3. Die unanfechtbare Zu er kennun'g der Preise liegt in den Händen einer Jury, he-' -urheud aus den Herren David Bondy, Isidor Forst, Do-; zent W. Strcbinger, Arthur Weiß. David Türkl. T>ie den Rabattaktion angeschlossenen Firmen: Adler & Stern, Bettwurenfabrik, L, Scliottenring 12.. Baraker Jakob, Hüte. 1.1״ Frun/.-liochedlmger-G. 9.; Bplf Josef. ß u 01111a nd hing, I., .Ilnbensteig 3. Bogner A., Parfümerie, 1., Marc-Aurel־Struße 3. Bogner J., Parfümerie, II., Ilollandstraßc 13. Braun Irene, Modistin, IL Karmelitergasse J. Herrn er Leib, Uhren, Juwelen, JL Tabörstraße 50. Diekmann N״ Uhren, Juwelen, ff.. tLilienbrunng. 16. Dnldncr & Deutsch, Seidenwaren. VII״ Neubaugas.se 10. Fenster'■Sehajo, Tapezierer. 11״ Große Pfarrgasso 3. Pink Markus. iDainenimintei, IL, Uaidgassc 2. Flinjctistein S״ Uhren, Juwelen, II., Tabprstraße 21. Fürst Moritz. Herrenschneider, II.. Tabörstraße 39. . Goldschmied Koppel. Buchbinder. IL, Hollandst ruße. 8.. Der jüdische Olympos titid die tschechoslowakische Juden heit. Der zionistische Abgeordnete im tschechoslowakischen Parlament Dr. Angeld Goldstein veröffentlicht neuerdings als ,,Protektor der tschechoslowakischen Makkabiah-Expedition“ einen ״A u f r n f an die jüdische O ef f e n 11 ic h k e i t der t s c 11 e e h o s 1 o w a k i s c 11 e 11 R e p u b 1 i k“, zu dem wir einiges bemerken müssen, wenn diese ..jüdische Öfffentlichkeit“, der wir ja auch dienen, nicht auf die schnödeste Weise irregeführt wefden soll. Vörausgeschickt soll werdet, daß wir heute nicht־ gegen Sport und Spiel an sich das Wort ergreifen. Wir wissen den Wert eines gesunden, widerstandsfähigen Körpers zu schätzen und würden die sportliche Betütigumg j!n allgemeinen 11 i c 111 von vornherein ablehnen, wenn ernste jüdische Menschen, die das Judentum lieben mul de.n Geist des historischen Judentums kennen, Wege suchen würden, um selbst die neuen Anschauungen Uber Körperpflege dem Wolilc des jüdischen Volkes dienstbar zu machen. Wir verhehlen allerdings auch nicht, daß wir den zur neuen Religion gewordenen gedankenlosen Kultus der eigenen Gliedmaßen auch dann als Menschen für sinnlos und als Juden für schädlich halten würden, wenn die Formen, in denen sich die Sportlust in jüdischen Kreisen ׳zumeist praktisch auswirkt, nicht in solch schändlicher Weise gegen geheiligte jüdische Sitten, gegen die Forderungen der jüdischen Z'iiius-Moral und sogar gegen die wichtigsten Gesetze des Judentums richten Würden. Hier soll heute nicht von all dem, sondern von deni genannten Aufruf die Bede sein, und zwar auch nur deshalb, weil Abgeordneter Dr. Gohlstein und die anderen.-;Unterzeichne 1־ des Aufrtifes offenbar vergessen haben, die jüdische Oeffcntlichkeit in der tschechoslowakischen Republik über einen M׳ IfesChel Abraham. Papierwaren. 11״ Taborstr. 50. Adolf & .13. Ilofbauer,' Seiden- und Modewaren. 1.. Tnchlüubeu. 20. . .. ' ״;׳. ' ׳ . Hofbnuer S., Seidenwaren, II.. Praterstraße 9. Kolm ׳Ferdinand, Möbel, U״ Tabörstraße 22. Neumaiin F״ Seidenwaren, L Coucordiaplatz 5. Redler!Moses, ׳Möbel, I., Wfipplingerstraße 35. Rumpler Pinkas.!Kürschner, IL, Komödieiigasse 10. ' Saß (>;sia.s. Textil. Wäsche,'.XX., Kloster.iieuburger- ־*mißt• 43.. ' . Ing. Schächter. Elektrotechniker. XVJI״ Veronikagassc 36. '׳'■■• Schächter •־Mi, Optiker, II., Gloökengasse 25. Schaffer J., Textil, XX., Klosteriieuburgerstraße (8. SchUingel Leon, Papierwaren, I., Fleischmarkt 17. Schneider!., Schuhmacher, II״'Große Schiffgasse 5. Spitzer Siegfried, Tapezierer, II., Sclireigasse 4.' ,;jStapler J״ Pelzwnren, IL, Untere Augartenstr. 25. Sjeiiilhof E״ Dhniehfchn'eideriii; II., Haidgassc 5־. Stern JT, Ucrienkleklei\ IL,'Haidgasse 15; ' Sernfeld M., Haus- und Küchengeräte, T״ Kai 7-9. Stroh & Co.. Hanf, Jute, Seilerwaren. IL, Mühlfe-ldgä&sc 9. Teichteil David. Eisen waren, Elektromotoren, II., Haidgassc 4.' Walzer .)״ Biigelaustalt, Putzerei, IL. Taborstr. 43. Weldler & Fürst. Herreusclineider, L, Rotenturm- Straße 24. Wühl J״ Möbel, IV״ SclilcifinUhlgasse 3. . Ziegelheim ' & Co., Buchhandlung, .IL, Große ScUiffgasse 18. ־ ׳ ZuckermäiVu. Haus- und Kücheiiigeräte, 11״ Im Word 1׳; ... Bei Grippe, Broncliitis, Mandelentzündung, Lungenspitzenkatarrh sorge man dafür,«daß Magen mul Darm durch Gebrauch des natürlichen ״Franz-Josef“-Bitterwassers öfters gründlich gereinigt werden. Aerztliclic Kaqhwerke .führen anj daß das Franz-Josef-Wasser auph die Sclvvvelleung .der׳ Leber behebt, die Gullenabsondcnirig erhöht. die 'Harnausscheidung־ steigert, den Stoff■; wechscl belebt und das Blut erfrischt. Das ״Franz-Josef“: Bitterwasser ist in Apotheken, Drogerien and Mineralwassechandlmigeu -erhältlich. Mus 1Vergangenheit und Qegenwart. Untergang des Posener Judentums? Unter der Ueberschrift ״Geschichten einer Minderheit“..schilderte Leo Hirsch im ״Berliner Tageblatt“ vom Sonnabend, den 30. Jänner, Martyrium iind Untergang der einst blühenden Judenschaft der Provinz Posen. Die Universität in Posen ist die einzige polnische Universitat, an der fast keine Juden studieren. Die Legenden, die im Lande Posen umgehen, die von primitiven Antisemiten ersonnen und weitergespounen, die heimlich, aber desto wirksamer vom Klerus vielfach gefördert werden, entsprechen längst dem deutschen Märchenschätz von den ״Weisen von Zion“. Allerdings kommt die ehemalige Provinz Posen als Pogromland nicht mehr!־echt in Frage. Die Ursachen der Judenverfolgungen: religiöser Wahnsinn, verzweifeltes Elend, Konkurrenzueid, Sucht, einen Sündenbock zu finden, Rassenhaß — diese Ursachen des Antisemitismus sind wohl mehrfach auch in Westpolen zu finden, aber die Opfer, die inan verfolgen könnte, sind nicht zahlreich. Es lohnt sich da kaum noch, Pogrome zu machen, ein Kreuzzug wäre wie eine. Kanonade auf Spatzen, es geht den Juden im Poscnschen nicht besser als den Polen, sie sind da keine gefährlichen Konkurrenten mehr und sie reizen auch nicht durch Auffälligkeiten ihrer Soudcrart besonders dazu auf, den Rassenhaß an ihnen zu kühlen. Außerdem sind jetzt die Behörden und die Maßgebenden wenn schon nicht für die Juden, so doch ganz ehrlich gegen eleu Antisemitismus, wenigstens gegen den praktischen, exzessiven, das polnische Ansehen schädigenden Antisemitismus. Das Interessanteste und Erschütterndste an diesem ganzen Problem ist die Tragödie des Posener deutschen Judentums, deren letzter Akt mit dem Aufstieg des Polentums begonnen hat. Hier geht wirklich still und unbeachtet ein Stückchen Welt unter, nicht nur in der Gewalt von Exzessen. Man weiß, daß die Juden dieser mehr als hundert Jahre preußischen Provinz eine besondere Sorte Menschen waren, zwischen den polnischen und den anderen deutschen Juden, mit den Vorzügen sehr wichtigen Punkt aufzuklüfen, der mit der Veranstaltung zusammeuhängt, für die sie Interesse wecken und Geld, sogar viel Geld sarijmeln!vollen und von der sie zu behaupten sich berechtigt fühlen, daß sie ״bereits heute zu einem Ereignisse geworden, daß sie nicht 11111־ im Mittelpunkte ׳ der Makknbibewegung, sondern des gesamten W^.c 1 t j u d e n t u m s steht“. Meine Herren! Warum verschweigen Sie, daß mit der Veranstaltung dieser neuen hebräischen Olympspiele, dieser Erneuerung jener Feste, gegen welche die wahren historischen Makkabi in mit Auf■: Opferung ihres Lebens den Lö.ven gleich uugekümpft haben, dem palästinensischen Makkabi eine ermutigende Huldigung bereitet werden soll?' Warum erzählen Sie’ nicht, in!vclcliem Verhältnis cliese 'sorgsam '.vorbereitete EWutigung zu dem heiligsten-Qift-des jüdischen Volkes* zu den! teuersten Schatz, des ״gesamten Weltjudentums“, zum-Sabbat stellt, den der palästinensische Makkabi auf dein heiligen Boden des jüdischen Volkes in der heraus- . forderndsten Weise zu entweihen und trotz aller Proteste fortgesetzt zu verhöhnen sich erkühnt? Weshalb wollen Sie Juden zu Spenden 1'iU־ einen Zweck verleiten, uii den hunderttauseude Juden* dieser Republik nicht einmal denken können, ohne daß ihnen die Schamröte ins Gesicht steigt? Wenn Sie cte'11 Mut haben und die Berechtigung zu besitzen glauben, •im Zusammenhang־; mit der für Ende März d. J. in ,Tel-Awiw vorbereiteten,;ziir ״Makknbiah“!ungenannten Olympiade vom ״׳gesamten Wcltjudentum“ zu sprechen, so seien Sie ein Wenig־ offener und sagen Sie der ״jüdischen Oeffentliclikeit in der tschechoslowakischen Republik“, die jetzt ן auch liier verzweifelt uny den Sabbat ringt, gerade j heraus, daß Sie Geldspenden und Interesse zur Ermuti-! gütig der Sabbatschändung im Heiligen Lande verlangen! i i I. I. Braun. ■ beider, weil sic zwischen den Ländern waren, und betont; deutsch, weil sie an der Grenze lebten; man weiß, daß; ihr Judentum betont war wie ihr Deutschtum, und man weiß, daß manche von den besten Köpfen Deutsch-; lands aus diesem Grenzland stammen, dessen Lebens- : bedingungen hart und darum stählend und bildend waren. / Jetzt geht das Spiel still zu Ende, die jüdischen Go-! meinden in den kleinen Städten lösen sich auf, der größte Teil ihrer Mitglieder ist ausgewandert, die Städte haben an Farbigkeit verloren. Die aus dem früher russischen ״Kongreß-Polen“ cingewanderten Juden sind, mindestens; wirtschaftlich, niemals die besten Elemente, sie vertiefen; nur das Bild des Unterganges. ,; Das Bild des Unterganges in. Ziffern: 1847׳ gab es in der Provinz Posen fast 77.000 Juden, dann folgte ,eine Auswanderungswellc (nach Amerika), 1850 gab es - in der Provinz noch 71.500 Juden, vor der Jahrhündert- ׳ wende noch begann der große Zug nach dem Westen, : 1910 gab cs in der Provinz nur noch 25,500 Juden — heute gibt es in der Provinz kaum noch 3000 Juden.!Von der kulturellen Seite: 1847 amtierten an den jiidisehen Schulen Poscns (die von mehr als 10.000 Kindern besucht wurden) 172, drei Jahre später 156 jüdische Lehrer, 1910 kaum 50, und heute gibt cs noch eine jüdische Schule in der ganzen Provinz; das Schicksal der Kultur- und Kultusinstitutionen entspricht diesen Ziffern; es gibt heute in dci; Provinz keinen Rahbiner mehr. Die Stadt Posen hatte im Krieg noch eine Gemeinde von etwa 5000 Juden, heute 2200, davon 403 Steuerzahlen Die Steuefsunimc ergibt sich folgendermaßen; 294 früher russische Juden zahlen 41.400 Zloty, die 109 ehemals deutschen Juden zahle» 25,000 Zloty Steuer. Dabei tritt klarer als je ein Urpschwung in der sozialen Schichtung zutage, die Proletarisierung der Juden. Die deutschen Juden werden nicht zur deutschen, sondern' zur jüdischen Minderheit gezählt, wie die kongreßpolnischen. Es gibt eine jüdische Schule, Unterrichtsspräche polnisch. Das große jüdische Krankenhaus ist geteilt worden, von den achtzig Betten belegt die polnische Krankenkasse jetzt sechzig, Das. Altersheim und das. Siechenheiip sind noch besetzt. Im übrigen ist diese ä ■° AMt ,U. ,*»צ <״״״* »ג״יי־ג-!<״< •'."»"׳־*־ז, . Orthodoxe Judenversammlung in Bratislava? Sonntag, den 23. Schwat, veranstaltete die Brati-i slavaer Agudas-Jisroel-Jugendgruppe in ihrem Heime ׳ , eine ״V ersammlung der ortho d oxen J u g en d; ■ B r a t i s la va s“ ■ mit dem Theriia: ״Was einigt־ uns?“ 1 1 Die Versammlung war die erste dieser Art in diesem;! Winter und erwies sich als ein außerordentlicher; guter : Erfolg nach jeder Richtung, hin. Der geräumige Ver-: ־sammlungsaal und die Zugänge zu ihm, waren gedrängt ‘!voll von jungen. Mienschcn aus allen Gesellschaftsklassen : und Berufszxyeigen, Erfreulicherweise war auch die. j Jeschiwah-Jugend, aus deren Reihen doch die zukünftigen Führer hervorgehen sollen, . stark vertreten. Herr Max;Weisz, Präses der Jugendgruppe, begrüßte in seiner Eröffnungsrede die Erschienenen herzlich und zeichnete; mit wenigen Worten, die Umrisse des Themas, dem der Abend gewidmet war. Als ׳erster Redner׳ rief •Herr Jakob Joel Braun in seinem Referate die gesamte־, orthodoxe Jugend Bratislavas, und namentlich. jene, die; sich im Kampfe um die Thoratreue des jüdischen Volkes, unter den verschiedensten Ausflüchten und Vor.wänden , (immer noch iiijcht in den Wehr- und .Schutzreihen be^ י finden, zur Pflichterfüllung auf. Ohne zielbewußtes, Opfer- bereites . Eintreten aller Glieder des orthodoxen. Juden-; tums für das, was seit Gründung des jüdischen Volkes .,am Siiiaj allein als Judentum galt und hunderte Ge:' : n'crationen hindurch bis in unsere Zeit• hinein unbe-' stritten als Lebensinhalt des gesamten' jüdischen Volkes anerkannt. war, könne es in unserer geistig, auf-L ' gewühlten Gegenwart nach, menschlichem Ennessen ' nicht gelingen, die ganze Wahrheit des Judentums in :die Zukunft lnnüberzuretten. Jedes Auskneifen vor .dieser :Pflicht gegenüber der Gesamtheit und der Zukunft!habe bei genauer Prüfung, der vorgegebenen Gründe״ seinen Ursprung und seine wahre Ursache in ־ Lüge und Selbsttäuschung. Jungen Menschen wird aber eine: solche Lüge verhängnisvoll und sollte ihnen zumindest unerträglich se.in. Geht. c.«j' \1m den“Geist.' der Gesamtheit, um die Lebensfrage (!ך(היש’ףכהרבנואםאין des ״durch die Thora konstituierten jüdischen. Volkes‘‘: —iwie ' es im Agudaprograinm umschrieben wird •rr־•;. so führte Gesinnungsschlaffheit und Lässigkeit, R e f i d i mV;;das ist □׳רפיון ירי das jüdische Volk zu allen Zeiten derf.; GesamtgefaKr des ויבא עמלה entgegen.; Dagegen 'er- ';möglicht erst die Umkehr (תשובה),' die o r ga,ri i s i e r t'e; E n t s c 1110 s s e n h e i t zur zielgerec 11t e n ' Tat (!1 (ויסעו טרסידיםm Geiste des Sinaj die Gestaltung der währen Volkseinheit des ירז( שם ישחאל נ3ך ההר); Das gilt für die Gegenwart ,mehr denn für ■jede Zeit-:■vof; uns. Wer jung ist und dennqph nicht aktiv und.'1 positiv in'den Reihen der Agudajugend steht,.-möge: noch vor kurzer Zeit große und früher berühmte Ge-) meinde in jeder Hinsicht dezimiert. Mai! findet ihren..;Ruhm und ihre meisten Mitglieder auf dem schönen, , großen Friedhof. Wie sieht es iti der Provinz aus? Viele Gemeinden, besonders in Nordposeu, existieren überhaupt nicht mehr.;Aus einer Synagoge ist ein Kino geworden, In einer;‘anderen werden Häute getrocknet. Noch trauriger als die restlose Auflösung wirkt. die Dezimierung der Ge-, ' meinden in Süd- und Westposen. Eine Gemeinde, die; j 1914 noch etwa 120 Familien mit 450 Seelen hatte, ,be-, steht heute aus sieben Familien, von denen. fünf aus Kongreßpoleto zugewantdert sind.' Es ist den Uebriggebliebenen nicht mehr möglich, ihre G-ttesdienste ab- > zuhalten, 'rituell zu leben und zu sterben. Es. ist ihnen nicht mehr' möglich, Rabbiner, Kantor, Kultusbeamte zu halten. Die .Friedhöfe verkommen. Es ist ihnen nicht 1 mehr möglich, eine jüdische Schule zu erhalten, sie : müssen ihre Kinder in die katholische polnische Schule schicken. Von den Polen werden sie mehr oder weniger boykottiert. Sie können nicht auswandern.'Sie befinden sich ' in einer unheimlichen Situation, unheimlicher noch, wenn man die religiöse Seite des Problems als Sentiment nicht beachten will. Aber die Syagoge, fast der größte und stolzeste. Bau der Stadt, steht wie ein Wahrzeichen über ihnen, man sieht ihre Kuppeltürme überall, sie steht dunkel, mächtig und leer, eine Ruine aus jüngster Zeit, ein trauriges Paradoxon. Die aus Kongreßpolen Zugewanderten werden von den ehemals deutschen Juden nicht weniger mißtrauisch angesehen als von den früher deutschen Poilen. Die ehemals deutschen Juden leben wie Einsiedler auf verlorenem Posten, aber noch auf deutsche Art, im Büro, im Sprechzimmer, in! Geschäft, zu Hause. Die polnischen Juden leben auf der Straße, sie handeln mit allem und jedem, sind die rührigsten Arbeitslosen der Welt, ein einzigartiges Proletariat der ungelerntesten Arbeiter, die alles machen und nichts tun, mit Frau und Kindern in einer Stube hocken und doch immer wieder ein paar Groschen für Fisch und Fleisch nach Hause bringen- Werden die wenigen, früher deutschen Posener Juden in zwanzig Jahren Luftmenschen sein?