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Jüdische Presse · 1932-01-22 · 3 (22.1.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
3 (22.1.1932)
Date
1932-01-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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m fit כ Zürn mm Antilidte Verlaulbarungen dev Ifrael. Kullusgemeinde Wien* Nolslandsaklioft 1931/32 der l$r. Kuhtisgeme.nde und div judisdtett Organisationen in Wien Am 11. Jänner 1932 versammelten sich die Fürsorgeräte der isr. Kultüsgemeinde und die Vertreter derjenigen Vereine, die an der jüdischen Nptstandsaktion mitarbeiten, im Saale des Hotel Post, um den Bericht und neue Arbeitsvorschläge des Aktionskomi tees entgegenzunehmen. Der Obmann der Zentralkommission für soziale Fürsorge der isr. Kultusgemeinde, Dr. Isidor Kl ab er* wies in seiner Begrüßungsansprache auf das uralte Judenleid hin. Der kalte Pogrom versperrt den Juden den Weg zu zahlreichen Stellungen in verschiedenen Berufen und läßt viele verarmen. Aber •der Wille, sich dieser Not tätig entgegenzustellen, ist stark wie je. In seinem Berichte über die bisherigen Leistungen hob Dr. K lab er die Spender hervor, welche größere Beiträge gewidmet, sowie die Ver- ■eine und Korporationen, die sich in besonderer Weise der Notstandsaktion zur Verfügung gestellt haben. Vizepräsident der Kultusgemeinde, Dr. Jakob O r n s t e i n, hebt die bisherigen Leistungen der Aktion hervor, weist aber auf die ungeheure, schwer zu bewältigende Arbeit hin, die noch zu leisten ist. Rabbiner Dr. David Feuch.twang hält es für eine Ehrenpflicht einer jeden jüdischen Gemeinde, dafür zü sorgen, daß es innerhalb derselben keine Menschen geben darf, die hungern und nicht über die notwendige Kleidung verfügen. Von diesem Gesichtspunkte aus könne man mit den bisherigen Leistungen nicht zufrieden sein. Kultusvorsteher Börserat Ignaz Glück weist darauf hin, daß die Tätigkeit der Fürsorgeräte noch mehr intensiviert werden könnte und führt dies des näheren aus. Aus dem sachlichen Referat des Amtsvorstandes Emil Engel ist hervorzuheben: Der bisherige Eingang für die Aktion beträgt rund S 77.000, was einen Bruchteil der für vier Monate erforderlichen Summe darstellt. Nur 10 Prozent der Steuerträger, an die Aufrufe hinaus-: gegangen sind, haben bisher durch Spenden reagiert. Die Sammelaktion durch Bloc k s, an welcher sich nicht nur die Fürsorgeräte der Kultusgemeinde, sondern auch weitere Kreise der Bevölkerung, wie der Verband der jüd. Frauenvereine ״Weibliche Fürsorge“, die B'nai B'rith-Logen, verschiedene jüd. Vereine, die Beamten der Kultusgemeinde und die jüdische Lehrerschaft beteiligen, wird erst in nächster Zeit zur Auswirkung gelangen. Am 24. d. M. wird im Großen Konzerthaussaale zugunsten der Notstandsaktion dank den Bemühungen des Amtsleiters Julius Rosenfeld ein Konzert veranstaltet. Die Beamtenschaft der Kultusgemeinde hat S 500 beigesteuert und um zirka S 10.000 Blocks übernommen. Der Klub der Hakoah -Freunde hat ein Komitee gebildet, welches bisher ־ durch Zeichnung des Betrages von S 4500 die Ausspeisung und Beteilung mit Brot von 100 Personen durch drei Monate sichert. In allen Wiener Bezirken werden von den zuständigen Religionslehrern Elternversammlungen abgehal- ־ten, um die bemittelten Eltern von schulpflichtigen Kindern zur Mitarbeit zugunsten der armen׳ Schulkinder (Block-Aktion, Bekleidungsaktion) heranzuziehen. Unter Mithilfe des Vereines ״Ferienheim" und der Loge ״Eintracht“ wurde in der Toynbeehalle, XX., Denisgasse 33, eine Halbtagsheimstätte für Schulkinder er- •öffnet, denen auch eine Jause verabfolgt wird. Zirka 150 Kinder nehmen daran teil. Im 10. Bezirk, Van der Nüllgasse 40, wurde eine Nachtmahlspeisestelle eröffnet. Die Ausspeisung, die vorläufig in vier Lokalen, und zwar in der ,“,Einheit“, ״Jüd. Volksküche“, .״Machsike Hadath“ und im 20. Bezirk, Bäuerlegasse 36 (durch ״Seudat Sabbat“), durchgeführt wird, umfaßt gegenwärtig über 500 Personen täglich, die ein Mittagmahl mit Brot erhalten. Lebens mittelänwei- •sungen wurden vorläufig an zirka 2000 Familien ausgegeben. Mit Kohle wurden ebenfalls zirka 2000 Familien beteilt. Die Bekleidungsaktion wird fortgesetzt. In der Debatte gaben die Fürsorgeräte verschiedene dankenswerte Anregungen zur weiteren Ausgestaltung der Aktion. In seinem Schlußworte betonte Obmann Dr. Klaber die Notwendigkeit, die geschaffene Organisation der freiwilligen Mitarbeiter auf ■dem Gebiete des Fürsorgewesens auszubauen, wodurch der erwünschte Kontakt mit der jüdischen Bevölkerung aufrechterhalten wird. Dank dieser Arbeit werde auch der Erfolg der Aktion, wie gehofft werden darf, nicht ausbleiben. Sabbatfeier für die reifere Jugend. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet am Freitag, den 22. Jänner d. J., um 347 Uhr abends, im Brigittenauer Tempel, XX., Kluckygasse 11, eine Sabbatfeier für die reifere Jugend. Bei dieser Feier hält Herr Rabbiner Dr. Murmelstein einen Vortrag über das Thema: ״D er moderne Mensch und die Religio n.“ Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 23. Jänner 1932, findet in allen Gemeinde- und Bezirks- Synagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: Freitag, den 22. J ä n n e r 1 9 3 2, werden bei dem um 4 Uhr 45 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwary 4L, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. I. M. Bach); III., Untere Viaduktgase 13 (Rabbiner Prof. Dr. K, Kupfer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); .X,, Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. Albert Weiner);, XV״ Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Tagficht); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. Feuchtwang). — Samstag, den 2 3׳ Jänner 1 932 (beim Vormittagsgottesdienst) — Droscho: II״ Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). — Exegetische Vorträge: XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B, Murmelstein). Beim Nachmittagsgottesdienst: XIII•, Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin); XIX״ Dolünergasse Kr. 3 (Prediger Dr. Arnold Frankfurter). Rituelle Kochkurse im Dr^Krüpr-Heiin, II, Malzg, 16, Tel. A-4M-77 Anfang Febraar beginnt?iii ne««!• Kurs Din-Thora zwischen den Gemeinden Trnava und Nitra? Die orthodoxe jüdische Kultusgemeinde in Trnava hatte Sonntag, den 17. Jänner , eine!bemerkenswerte Generalversammlung unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitgiieder, Der!bemerkenswerte, weit über den Kreis der Gemeinde hinaus interessierende Teil der Generalversammlung begann eigentlich erst nach* Erledigung der Tagesordnung. Er!beschäftigte sich abermals mit der Wahl Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbi־ ners S. D. Ungar nach -Nii-tra. Die Gemeinde hält diese Angelegenheit noch nicht für endgültig erledigt; im Gegenteil, sie will auch jetzt noch alle Anstrengungen machen, um ihren verehrten Oberrabbiner an der Spitze ihrer Gemeinde zu behalten. ,Gemeindepriises Hermann Kot 11 teilte der General Versammlung mit, daß ihm ein Memorandum mit den Unterschriften fast aller Gemeindemitglieder überreicht wurde, worin die Gemeindeleitung auf gefordert wird, den Wegzug des Oberrabbinerg nach Nitra mit allen Mitteln zu vorhindern, Die •Gemeindeleitung solle, die Nitraer Gemeinde davon in Kenntnis setzen, daß die Trnavaer Gemeinde auf das weitere Verbleiben des Herrn Oberrabbiners Ungar in seinem!bisherigen Amte Rec!h׳t sanspruch erhebe. Die Trnavaer Gemeinde solle nötigenfalls •ihren Anspruch gegen die Nitraer Gemeinde vor einem Schiedsgericht geltend machen, das aus hervorragenden rabbinischen Persönlichkeiten des Landes zusammengesetzt sein würde. Die!Generalversamm- Jung machte sich die!Forderung des Memorandums unter begeisterten Ovationen ■für Herrn Oberaraibbiner ־ Ungar einmütig zueigen. Zur Durchführung dieses Be- Schlusses wählte sie eine besondere Exekutive, der die Herren Gemeindepräses Herrn. Koth, Wilhelm Reich, Ignaz Schwarz, Josef F ii r s t,' Salomon Groß und Israel Abel es .angehören. Es wurde auch der Brief vor der •Generalversammlung verlesen, der an ■clie Nitraer Gemeinde gerichtet werden soll. ,Auch Herr ■ Oberrabbiner Ungar wurde noch an demselben Abend von dem Beschluß der Gemeinde in Kenntnis gesetzt. Das Trnavaer slowakische Wochenblatt beschältigte sich jüngst ebenfalls in einem Leitartikel mit dem eventuellen Wegzug־ des Herrn Oberralbbiners Ungar von Tornava' vom allgemeinen Gesichtspunkt der Stadtinteressen und bezei'clinete es auch von wirtschaftlicher Seite als bedauerlichen Schaden, wenn eine so wertvolle Einnalnusquelle, wie sie die Jeschiwa für die Stadt bildet, verlorenginge. Friedrich Bill über den Fall Weißberger. .Die Nachrichten über die!Untersuchung gegen den wegen angeblicher Hinrichtung zweier Bauernburschen in!Zbince in •Haft •genommenen!Kaufmann Samuel Weißberge!• in Michalovce lauten immer verworrener. Wir haben vor kurzen! die Hauptdaten zu dieser Affäre aus verläßlicher Quelle mitgeteilt. Inzwischen :ist auch die Frau des Beschuldigten verhaftet und wieder freigelassen worden. Einer der Belastungszeugen •gegen Weißberger, der Bruder des erschossenen Kuöik, und mit!111 m!ein Jude namens Herskovits wurden ebenfalls verhaftet und du Haft behalten. In diesem Stadium der Untersuchung־ schreibt Friedrich Bill j!m ,)Prager Tagblatt“ eine gedrängte kritische Uebersiaht dieses Falles, die sich im wesentlichen mit den von uns veröffentlichten Angaben deckt. Wir geben, diese Darstellung zur weiteren Orientierung• unserer Leser hier wieder ״!Ein Samuel Weißberger habe zwei biedere slowakiische. Bauern erschossen.!Als Führer einer ״fli'egeuclen“ Gendurmeriepatrouille sei er am 10. Noveiü- .her 1918 im ostslowakischen Dorf Zbince ׳erschienen und habe das eine Opfer aus seinem Hause, das andere aus der Kirche!holen lassen und ohne Gerichtsyerfahren hingerichtet. Das war keine standrechtliche Füsilierung־, denn Stumlreoht gab ׳es damals in dieser Gegend nicht: das war ein •gemeiner Mord, der nach Sühne rufe. Der Täter sei verhaftet und in das Kreisgerichtsgefängnls nach Kaschau eingeliefert worden. — Diese Meldung,..,unmittelbar nach dein Horak-iF reispruc-11, hat nicht nur die Bevölkerung der ׳Slowakei erregt. Es wird immer schwerer, aus dem Wust von Berichten über die• blutige Tat,!len vermeint lic׳hen Täter und die Wechsel volle Untersuchung den Tatbestandskern herauszuschälen, ׳Dies soll versucht werden, ohne auch!nur mit einem Wort der Kritik in das seit nahezu drei Monaten geführte Uutersuc.huiigsve!•׳fah reu 1einzugreifen, ■ allem die Tat selbst: Sie wurde verübt mit der Vert׳!.erung, welche den Krieg und die Zeit nach dem Kriege bis .in unsere Tage kennzeichnet. Notleidende beschäftigungslose .Dorfbewohner überfielen;in verschiedenen Gegenden der Slowakei nachgewiesenermaßen die Kaufmannslüden und Wiirtshäuser der :DorfJuden und raubten sie aus. Auch in Velke Zbince kam es zu Plünderungen. Gendarmerieabteilungeu, damals noch unter ungarischem Kornmando, wurden in die aufständischen Dörfer ausgesendet und stellten das her, was die!Behörden auch :in unserem Lande,Buhe und Ordnung nennen, Die Gendarmen, die aus Satoralja Ujhelyi am 10. Novembei•!918 nach Velke Zbince kamen, erschossen zwei Bauernburschen: Juröo und Kuöik. Daß in Velkö Zbince •am 10, ׳November geplündert und geraubt wurde, ist unbestritten, Oie Feststellung, ob die Erschosseneu auf friseher Tat, noch im Besitz der Beute oder willkürlich erschossen wurden, wird der Untersuchung und Verteidigung Vorbehalten bleiben. Aber selbst wenn Juröo und Kuöik sicherlich in Not geraubt. hätten, bleibt zu erwägen, ob die Erßehigssungen von Wehrlosen auch jn dieser wirren j^eit notwendig waren, Wären sie es nicht, dann ist die Tat 11 1ער שטאמ0ינליענאויפור1ק מיט רעם ראנכינאטםאטטע0טע א1יף יעיעט פאקכען Dr. Oetker’s Backpulver Ir, Oetker s Vanillinzucker der altbewährte« Marke ״Heller Kopf“ גיבט איהנען געוואוזר, דאסם דיעזע ערצייגניססע פערלאססליך כשר זינד, אונד דאוזער איי יערעם יורישען הייזע אהנע בעדענקען געברויכט ווערדען קאננעו der Gendarmen ebenso entschieden zu verurteilen wie jede Untat von Bewaffneten gegen Unbewaffnete, zum Beispiel gegen bloße ׳Demonstranten. ׳Und nun der vermeint ■1 •i che T ä t e r: Er leugnet jede Teilnahme •an der Erschießung•. Am 10. November geschah in Zbince die Tat — am 2. November will Weißberger, wie zahllose andere Landstürme!• nach dein Zusammenbruch, abgerüstet haben. Ohne je •in Zbince gewesen zu sein, kehrte er zu seiner Familie und zu seinem Erwerb in das mehrere Stunden entfernte Michalovce zurück. .Die Verteidigung macht für •diese Behauptung zahlreiche Zeugen namhaft. Dies sei sein Lebenslauf, der die ihm zur Last •gelegte Bluttat ganz unwahrscheinlich erscheinen lasse: Vor einem!Menschenalter, im Jahre 1898, hat Weißberger;in!Michalovce ein Eisetiwarengeschäft eröffnet, das er ehrlich bis■ heute betreibt. Durch eigene Arbeit hat' er es ׳zur Wohlhabenheit gebracht. 1915 wird Weißberger als' Aclitiinddreißigjähriger zufolge seiner geschwächten Gesundheit der Gendarmerie zu Hilfszwecken ziigeteilt und versieht in Strazske nahe von,Michalovce, seinen;!Dienst. Oft nimmt er Urlaub und ׳,bedient in Gendarmerieuniforlu seine Kunden. Weißberger blieb auch׳ •in .Gendarmerieuniform Kaufmann. Das ist in. der ganzen Gegend bekannt. Aber erst dreizehn Jahre nach der Untat ■ von Velke Zbince und in! Laufe des Horak-Prozesses will der Bruder des Erschossenen, der damals erst .neun Jahre a׳lt war, Wjeißberge,r in Zivil als j/enen von etwa zwanzig־ Gendarmen erkennen, der am 10. November 1918 seinen Bruder erschossen habe. Warum .!hat dieser Zeuge dreizehn Jahre lang, das angebliohe Geheimnis ׳seiner Knabenjahre verschwiegen? Weißberger wird in die Totenkammer von •Zbince eskortiert und dort den Leichen der ausgegrabenen Erschossenen gegcnübergestellt. Die Schädel weisen die gutgezielten [Durchschlüge eines erfahrenen Schützen auf. Weißberger wurde jedoch nur zum ׳ Kaiizieihilfsdienst verwendet, will nie schießen gelernt uncl soll sich, wie zahlreiche Zeugen ,beweisen können, als religiöser Jude auch sonst •nicht •mit Schießen befaßt haben. Weißberger wendet sich entsetzt von den Leichen aib und erklärt, mit dem grausige.11 Ereignis nichts zu tun zu'haben Die!Gendarinerte jedoch schafft neue ׳Belastungszeugen herbei, Verwandte der Erschossenen, ■die die Möglichkeit zugeben, den Reservegendarm Weißberger am 10. November 1918 ,in der!Cendarmerieabteilung in Zbince gesehen zu haben. Weißberger — so sagt ein Zeuge — soll sogar eines der Opfer aus der Kirche gerufen haben, wie (Blätter trotz des Ausschlusses der Oef,feiltlichkeit von der Untersuchung;berichteten.!Die Verteidigung führte den Beweis, daß die Mitglieder der Geudannerieabteilimg, die gegen die Plünderer und Räuber einsohritt, durchwegs junge Frontsoldaten waren, energische Burschen und sicherlich nicht überalterte ־jüdische Landstürme!•. Die Verteidigung!bringt weiters dem Gericht zjir Kenntnis, daß dim Jahre 1929 zwei Männer von Frau Wleißberger 4000 tsch. K unter der Drohung erpreßt hätten, sie würden ihren Mann der Erschießung der zwei!Slowaken aus Zbince beziohtigen, wenn sie ihnen nicht einen größeren Betrag’ •geben würde. •Frau Weißberger gab •ihnen ohne Wissen ihres Mannes 4000 tsch. K. Weißberger jedoch, au den «sich die Unbekannten ebenfalls 11׳eranmachten, wies neuerliche Erpressungsversuche mit Berufung• auf sein gutes Gewissen entschieden zurück, Erst der Horäk-Prozeß hat diese Erpressungsversuche allem Anschein nach Wiederaufleben lassen. Und da die Drohungen erfolglos!blieben, wurden sie verwirklicht.• Da stellte sich in höchster Not eine Art Freund der Familie bei Frau Weißberger ein, namens Herskovits: Er stehe mit den •Belastungszeugen in Fühlung, er könne die Angelegenheit zu allseitiger Zufriedenheit regeln. Es koste 100.000 tsch, K, Frau Weißberger ging zum Schein auf den Handel ein, Herskovits ermäßigte seine Ansprüche auf 25.000 tscli; K, die er unmittelbar vor der neuerlichen Zeugeneinvernahme dem Baiiplbeiastungszeugen, dein vbrerwühuten L Kuöik. geben müsse. Frau Weißberger behielt sich r vor, .dem Kuöik einen Teil des Preises ׳unmittelbar ä vor der Einvernahme vor dem Gericht selbst einzuhändigen. Die Frau verständigte sofort die Behörde« L von ihrer Unte1‘ha1!dlu.ug, die Polizei notierte die Nummern der ißauknoten, die für den Hauptbelastunsgzeugen bestimmt waren. Sowohl dieser al<3 auch Herskovits erschienen zur festgesetzten Stunde vor dem Gericht, Frau Weißberger übergab dem• Belastungszeugen Kuöik die Bänknoteu, die er, von!Detektiven beobachtet, schnell eiusteckte, daun begab h" ״ >. ' 232353234848484853482353532348534853482353 91534823232323235348235323532323532348234823534823482348482348 23482323482323232353235323535323532348532323232353482353232323

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