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Jüdische Presse · 1932-01-22 · 3 (22.1.1932) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
3 (22.1.1932)
Date
1932-01-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ÄS; Nfc 3 ■■■ nnttiia mm I juimn!;!)]ן! die Verantwortnno iHliDA dä Risifi u l iimfit El es ist sattie der Leset, si 2n lafoiM ■■■ Residenz-ii telier für ■oderne Ph0tO(|N inhin Wien, L Fleisrtunarkt l. TU. R-29-2-80 F.- יי Aufnabffiöö tlitlich ton § ftii ft 1)hr. an ton 9 bi* ft üftr rr siich zn:m iJrttefsnclinng&richter uiul schwächte wesentlich seine erste Zeugennussage ab. Man zog ihm nach dem Verhör die Banknoten aus der Tasche und verhaftete ihn. Mit ihm Herskovits, der vor dem Gericht wartete, und auf Antrag des Staatsanwaltes auch Frau Weißberger wegen Verdachtes der Verleitung zur falschen Zeugenaussage. Frau Weißberger, deren Schuldlosigkeit offensichtlich war, wurde nach Aufhellung des Tatbestandes treigelassen, Kucik und Herskovits weiter ■in Haft ibelialten. ׳Die Strafikarte einiger gegen Weißberger auftretenden Zeugen weist schon angeblich die Verurteilung wegen Wechselfälschung, Brandstiftung, .Diebstahls auf. Samuel Weißberger, der Acht und- ■fünfzigjährige, ist bis!heute unbescholten, Seine Verleidiger haben auf Grund des dargelegten Tatbestandes seine Enthaftung gegen hoho Kautionsstellung beantragt. Das Kreisgericht gab dem Ersuchen statt. Der Staatsanwalt legte gegen diese Entscheidung Beschwerde ein. Das Kasohatier Obergericht gab der Beschwerde statt und verfügte, daß Weißberger weiterhin in Haft ■bleiben ׳müsse. Es ist dasselbe Gerieht, das Horak während der Untersuchung wegen• siebenfachen Raubmordes auf freien Fuß gesetzt ,,hat.“ Gemeintlewnlil in Nitra. In der orthodoxen Gemeinde Nitra fand am 30. Dezember die Wahl der Repräsentanz für den dreijährigen Zyklus statt. Die neue Repräsentanz hielt am 6. Jänner ihre konstituierende Sitzung aib, in welcher die Wahl des engeren Vorstandes und der anderen Würdenträger vorgenommen wurde. Aus dieser gingen folgende Herren hervor: Leopold Weiß (Gemeindepräses), Josef H‘önigsbeer (Vize- Präses), Friedrich Löffler (■Kassachef), Adolf Stark (Wohltütigikeitsclief), Alexander Spitzer (Knltuschef), Julius Neuwalder (Schulstuhlpräses), Alexander Zoibel (Vizeschulpräses), Julius Schlesinger (Kassier), J. Jokel und J. Reich enthal (Wirtschaftsressort). Sijum in Volove. Die Jescliiwa von Volove!beging dieser Tage ein Sijumfest auf ׳ גטיןDD in angeregter Stimmung. Das Fest ist ein Zeichen des Fleißes, mit welchem die Schüler der Jescliiwa dem Lernen obliegen. Herr Oberrabbiner Teftelbaum, der Leiter der Jescliiwa, hielt aus diesem freudigen Anlaß eine ausgezeichnete דרשה, in der er die Bedeutung des לימור החוה״ק darlcgte und die Anwesenden dafür begeisterte. Vermählung. Am 12. d. fand in ZI. Moravce die Hochzeitsfeier von Frl.!Malke, Tochter des Herrn Oberrabbiners Samuel Schlesinger, mit Herrn Oberrabbiner Moses ׳Krausz aus Rajka (Ungarn) in Gegenwart zahlreicher Gäste aus nah und fern statt. Bei der Mahlzeit sprachen der Bräutigam, ferner die Herren Jenö N ä d a s im Namen der durch eine Deputation vertreteuen jüdischen Gemeinde Rajka, Oberrabbiner S. Schlesinger und sein Sohn,/ Oberrabbiner M. Schlesinger aus Eisenstadt, sowie sehr wirkungsvoll ein Großonkel der ■Braut, Herr Rabbiner Isidor Schlesinger aus Budapest. (Wir gratulieren! — Die Red.) Tu Prag fand eine Protest- und Di'ikusßioiiisvc.r- Sammlung des tsechechischen Tierschutz Vereines statt, auf deren Tagesordnung in erster Linie ■die Frage der rituellen Sehächtung auf den Prager Schlachthöfen stand. . Ueber das Thema referierte zunächst Tierarzt Dr. A. Blechner, der die rituelle Schlachtung aus humanen■ Gründen ablchnte. In der darauffolgenden Debatte wurde die rituelle Schlachtung durch den jüdisehen Stadtverordneten Dr. Franz Friedmann, durch Dr. Knöpfelniacher und durch Professor S. II. Lieben verteidigt, der zu diesem Problem vor einiger Zeit eine längere Abhandlung in Buehifor/nv hat erscheinen lassen. Nach der Debatte wurde von einer Beschlußfassung in bezug auf die Schächtfrage Abstand genommen. Hegel und das Judentum Das geistige Deutschland beging in diesen Wochen die Feier des 100. Todestages des großen Philo־ sophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Seine Haltung zum Judentum ivar bedingt durch den geschichtsphilo,־ sophischen Standpunkt, nach dem ein Volk seine Be־ deutung durch den Beitrag gewann, den es zur Lösung der Menschheitsaufgabe stiftete. Hegel entwirft einen schematischen Abriß der einzelnen, von den Völkern ge־ leisteten Beiträge. Nach Hegel war es die Mission des Judentums, ein klares Verständnis von G־tt und g־tt־ liehen Dingen, eine Aufklärung über G־tt, Schöpfung und menschliche Bestimmungen zu liefern, ln religiösen Angelegenheiten waren die ,,klassischen“ Völker, Griechen und Römer, ״wunschhefangen‘‘. Die Griechen verstanden nicht, ihre G־־ttesvorstellungen vom Schön־ heitsideal zu befreien, die Römer, nicht von ihren Macht־ idealen. Die Juden dagegen gewannen die richtigen Be־ Ziehungen. Indem sie G־tt als rein geistige Potenz er־ faßten und des weiteren verboten, sich über ihn bild־ liehe Vorstellungen zu machen, entgingen sie der Ge־ fahr, sich G־tt nach dem Maßstah menschlicher Winzig־ keiten zuzurichten. Die jüdische Religion ist nach Hegel schlechthin die ״Religion der Erhabenheit“. Zum ersten־־ mal hat der Mensch im Judentum Abstand von der G־tt־ heit gewonnen. G־tt ist der Eine, man kann mit ihm nicht so familiär umgehen, wie es die griechischen Heroen in ihren Phantasien mit den Bewohnern des Olymp taten. Damit ist eigentlich erst die G־ttvorstel־ lung in die Welt gekommen. Und, im Grunde ge־ nommen, auch der Schöpfungsgedanke. Die ״Tragödie der Erhabenheit“ sieht Hegel in der jüdischen Vorstellung des Verhältnisses von G־־tt und Mensch. Der Mensch wurde würdig befunden, G־ttes Ebenbild zu sein. Mit dem Sündenfall gewann der jüdische Mensch auch erst seine religiöse Haltung zu Gatt. Das Leben im Paradies, vereint mit G־tt, hatte doch noch den familiären Anstrich, der das Beisammen« seiti griechischer Heroen mit ihren Göttern charakteri־ sjerte. Nun vergrößerte sich die Distanz mit kosmischen Maßen. Zum ersten Male ergab sich die Unnahbarkeit von G«tt und Mensch. Es war nach Hegel ein Wunder, daß bei einem derartigen Auseinanderklaffen nicht eine völlige Trennung erfolgte, die theoretisch in einen er« hitterten Atheismus auslief. Im Judentum lag eben schon damals eine so Ungeheure religiöse Kraft, daß es zu solchen Trennungen nicht kam. Im Gegenteil. Die religiöse Haltung wurde auf ein Maximum vertieft, und es blieb die historische Aufgabe des Judentums, die Völker der Welt mit dieser religiösen Kraft zu erfüllen. ftiiekgaiig der Geburten in Ungarn bei den Juden. Dem soeben erschienenen Jahrbuch des Kommunal־ politischen Amtes in Budapest ist zu entnehmen, daß der Geburtenrückgang .in Ungarn ein enormer ist. Am stärk־ stdn ist der Geburtenrückgang in Budapest bei den Juden (1930: 36,3 Prozent gegenüber 1929) der schwächste (4,6 Prozent bei den Reformierten), Die Zahl der außer־ ehelichen Geburteh ist hei den Juden am geringsten. Schomre-Scliabbos-Stellenvermittiung der Agudas Jisroel-Jugeiulgruppen in der Slowakei, Landeszentrale, Bratislava, Edlhof. Offene Stellen. Nr. 600: Fleischerlehrling (Bratislava); Nr. 601: Buchbinder, event. Einheirat (Uli. Bröcl): Nr. 607: Schneiderlehrling (Bratislava); Nr. 615: Schneidergeliilfe, Verpfl. u. Bez. (Nitra): Nr. 616: Konfektionskommis (Tjnaya): Nr. 617: Kolonialwarenkommis (Galanta): Nr. 618: Agent für Reinigungsmittel (Bratislava); Nr. 619; Buchhalter (Bratislava); Nr. 620: Kinderfräulein mit Wirtscbaftskenntnis.sen (Komarno); Nr. 621: Modewarenlehrling (Bratislava); Nr. 622: Schnitt- und Modewarenkommis Hlohovec). Wir suchen Beschäftigung für Kommis, Lehrlinge und Büroangestellte in allen Branchen, Kinderfrütilein, Köchinnen, Stenotypistinnen, Hilfsarbeiter, Vertreter, Drogisten, Zuckerbäcker, engl. Sprach- Jehrer etc. Amtsstunden: Montag und Mittwoch abends von 8 bis 9 Uhr. Anfragen ohne Rückporto bleiben uiiberücksiehtigt. Bücher. Ansprachen an die Schuljugend beim sabbatlichen G’ttesdienst. Aus der Feder des bekannten Schulpädagogen, L. Wiesner, ist im eigenen Verlage eine Broschüre erschienen mit einer Auswahl von Exhorten, die der, gelehrte Verfasser der!Schuljugend vorgetragen hat. All diese formvollendeten Reden spiegeln den Grundsatz wieder, dessen Verwirklichung sich in seinem Lebenswerk zu höchster Blüte entfaltete, ■daß für unsere Jugend das Beste gerade gut genug ist. Diese vorbildlichen Reden sind nicht nur eine reiche Fundgrube für Reli: gionslehrer, nicht nur würdige Erbauiingslektiire für die Schuljugend, sondern eine willkommene Quelle längst verklungener Jugenderinnerungen, in der das Bild des unvergeßlichen Lehrers in leuchtenden Farben lebendig fortwirkt. Dieser freundlichen Gabe , aus der reichen Habe jüdischer Gelehrsamkeit gebührt Dank und Anerkennung. O. N. Einheirat! 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Wir können somit'für das Kaschrus des von den genannten Firmen zum Verkauf gebrachten Geflügels keine wie immer gea!tete- Verantwortung übernehmen. . 26 Tewes 5692 Das orthodoxe Rabbinat: 5. ׳Jänner 1932 '_Mov6 Zämky Wirtschafterin die selbständig und verläßlich die Wiitschatt eines streng orthodoxen Hauses führen kann, wird jJ CS SF li % ■1 h 0׳fer!e mit Angabe von Referenzen unter ״Ge.- wissenhaft“ a d. Adm. der ״Jüd. Presse“, Wien, Die Subskriptionsfrist für die Leinenausgabe des ״Großen Herder“ in 12 Bänden und einem Welt-und Wirtschaftsatlas geht zu Ende Um wirklich allen Volksschichten das zeitgemäße große Nachschlagewerk zugänglich zu machen, wurde ein Vorbestellpreis festgesetzt, Innerhalb dessen folgende Ratenzahlungen möglich sind: Bei einmaliger Vorauszahlung.. 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Schwat: Minchah 4,40 Uhr. ש״ק ס׳ בשלח Morgengebet 7 und 9.30 Uhr, ״״ Minchah 3.30 Uhr. — 5.30 מ״ש״ק. — An Wochentagen : Morgengebet 6.30 Uhr» Minchah 4,45 Uhr.30 4 סגחה כחעגיח ^r. WM Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Redakteur: Dr. Joel Pollak; Wien, II,, Gr. Pfarrgasse 3/3, ״־־ Für die Tschechoslowakei Jacob Joel Braun, Bratislava. Druck: Druckerei* und Verl׳ags*A׳*G. lg. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6*8,

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