Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 40 (16.10.1931)
- Date
- 1931-10-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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JÜDlSCHEPRfcSSfc Nt.M AufBföt Mehrt! r0 r ittinifitr •Jetzt,. 1t«eh den 1K0ntmtiMlw«h[en, »nikssen iittch etie Parteioraaite der *Jüdischen ׳PÄftei“ ■kJei»1fflut ztigeben, daß eie dort, wo ihr der polnisch-nationale WrtliJkairren «1cht zur yerfiitfiifrg steht mit ihrer mvtionMrstischeh l olitik allem flucht einet» Schritt werterZvr.kotflrHet! mag, R» der Slowakei — und tiameirtlicit in den :G6meinden, wa besonders die ,Jüdische Presse'‘ in׳ der orthodoxen Bevölkern״״ aufklärend wirkt — hat die ,Jüdisch e Pa rtei" fast v 9 r 1t i c h t e 11 d e E 1i 1» b 1» ß e n erlitten. Tn vielen Orten und »licht mir in (Bratislava allein— wagte inan es flicht eimnail mehr, unter diesem offiziellen!Namen der Partei ׳Kaadidatenlisten einzu* reichen.!Und wo die ■Zionisten sich hiezu auch jetzt noch stark.genug füllten, entstanden ihnen zumeist s-toßkräftige jüdische!Gegenparteien, die — wenn sie auch hie **׳ יזמןrj׳rt den einen od er anderen!Nationalisten mit auf die.Listeti ahmen — mit irgendwelchem nationalistisch•‘ jüdischen!Programm nicht das Entfernteste zu tun haben wollten, In einem Großteil der ■Gemeinden waren die politischen iGrundanscliauung oder ihren wirtschaftlichen Interessen entsprechend — auf die verschiedenen allgemeinen polltiscilien ■Parteien, ׳wie dies in allen anderen •Länden» des Westens von jeher und ununterbrochen 'dar'•(Fall •ist. Von den mit ״jüdischen“ Listen gewählten Mandataren fällt daher nur ein Bruchteil auf die Listen der offiziellen ״Jüdischen Pai'tei“ und. seihst von diesen lokalen ״Jüdischen!Parteien“ dürfen — wie wir vor den Wahlen bereits liervorgehoben haben — bei weite»n nicht alle mit der ■ininderheitsnatioflnlistischen politisehen ״Jüdischen Partei“ der Zionisten!identifiziert wer- ■den. Alles in aillem bedeuten daher die!Kommunalwählen vom 27. September für die ״Jüdische Partei“ eine schwere Schlappe für das historische und religiöse Judentum, «ן der Slowakei bedeuten sie aber 'einen' erfreu liehen .Fortschritt auf dem Wege zur politischen Keife und zur selbstbewußten Lebensbetätigung. . In B r a 11 s 1 a va hat die ״Jüdische ׳Partei“ ein ■'weiteres *Mandat verloren, so ■daß sic trotz allen Anstrengungen ■und ׳trotz aller ״Wähltr!icks“, von denen sie — w!ie wir es vonamssagten — abermals ■reichlichen Ge- ■brauch machte, nur ■die •zwei ׳Spitzenkandidaten 1Direktor K'iiöpfeltnaclier und Dr. Jul. 'Reiß durcl!bringen konnte. .Auch das gelang ihr nuir durch die Auffrischung Ihrer Reiheiimit der Gruppe um den ״orthodoxen“ Dr. ,Fleischhacker und den/neologen Dr. iBaracs. Die neue zionistisch-sozialdemo.k.i-atische •Partei hat im Wegedev• Koppelung ■mit den Sozialdemokraten ein ׳Mandat erreicht. ■Der Großteil der jüdischen Stimmen fiel allge-, meinen politischen Parteien zu. Starken Zuwachs jüdischer Stimmen.׳:haben besonders ■die iNationaldemokraten Und die unpolitische Wirtschaftspartei zu .verzeichnen. 0ie nächsten •Wochen Werden es zeigen, ob der Verzieh! <§er ״׳Partei der •orthodoxen Juden“ auf d!ie Eiinreidlvung einer eigenen 'Liste •die erwarteten guten Resultate für das Judentum , gezeitigt‘hat. |0| NflCflRlCHTEfl |0| Sefer-Tliöra-Einweiliungeii in Wien. A»n vergangene»t Siimchas-Thora wurde in der Adass-Jisroel (SchiffschulJ׳ in feierlicher Weise die Ein- ' fiihrung eines neuen ■Sefer Thora begniigen, das Frau Schlesinger nUs B. Baaiya, '•eine geborene Wieneijn, gespendet!11׳nt. ' ׳׳'*"־'־ ״ ־״Zwei.•Tage ,vorher, ■ Donnerstag, den 4. Tag Chol TIamoed, fand auch im Bethause;Adass Jescliurim, •IX., Pflüggasse 5, die feierliche Eiiihokuig־, eines vom Obmahnstelivertreter B. Kolb gespendeten Sefer Thora §tatt.... ......... . Jüdische Wanderfiirsorge. Am 23. September wurde im Sitzungssaale der Isr. .Kultusgemeinde Wien die zweite Konferenz der jüdischen Wanderfürsorge in Oesterreich abgelmlten. Im Sinne der erstatteten Referate wurden die Beitragsleistungen aller Provinzgemcinden Oesterreichs, auch der des Burgenlandes, einvernehmlich festgesetzt. Suckoth in der ״Einheit“. Seit einem Vierteljahr hundert av i 1• k t die ״Einheit“ nicht allein dadurch, daß sie die . Lebenshaltung ihrer Besucher durch gute und billige Verköstigung erleichtert und den ganz Armen unentgeltlich zu essen gibt, sondern sie ist auch bestrebt, das jüdische Empfinden der Gäste zu heben, indem .'sie ihnen alle jüdischen Feiertage in althergebrachter Weise bereitet. So wurde denn auch heuer in gewohnter Art das Suckothfest in der ״Einheit“ ׳gefeiert•■ In die große und schöne Suckoli kamen nicht nur die täglichen Gäste, es kamen gar viele, dio sonst nicht Gäste der ״Einheit“ sind, um das'Suckothfest zu feiern. Am ersten Abend trug Herr Oberkantor Bram! von der Adas Jisroel (Schiffscluil) zur Hebung, des Festes das Kidduschgebet vor. Besondere Genugtuung bereitete es den» Vorstand, daß die Suckoli durch den Besuch seiner Ehrwürden׳ Herrn Rabbiner Josef Babad ausgezeichnet wurde. Die Vorstandsmitglieder, Herr Hofrat. Dr. Signiund Fuchs und Vizepräsident ,Herr ,Max Hofbauer, begrüßten den Gast, Auch Herr ־ Dr. Ascher, Expräsident dar B’nai B’rifcli Loge ״E'mtradht“, ■beehrte die Suckoli mit seinem Besuche. Jüdischer Musikabend SegalURosenbach. Der am 27. September 1931 stättgefundene Musik* abend reihte sich nicht 1u»r würdig den früheren Ver* anstgltungen an, sondern ühertraf ׳,dieselben durch die Fülle des Gebotenen, durch herrliche gesangliche Gaben, durch sein glänzendes Auditorium •— zirka 600 Personen יי׳"' das den Konzertsaal ״Post“ füllte, Mit ״El Haiipor“ von Bialik begann Herr S e g a I- Rosenbach seinen . diesjährigen Abend, Mit seiner klangvollen mächtigen- Tenorstimme sang er das Volks* lied ״Mojschale“ und entfesselte Stürme von Beifall, die er immer wieder durch Zugaben steigerte, Mit ״ejli ejli“ schloß : der Sänger sein reichhaltiges Prpgramm, am Klavier vom feinfühligen Kapellmeister Rudolf Beck KegleiteL' ’; Der Jubel wurde noch gesteigert, als Professor J:״ s § f Z i m b l e r einige hebräische jüdische Volks* und Tanzlieder zum Vortrag brachte, ״■•■•■:־'׳ Hisirr: Äc'h w & g e r als Rezitator bewährte sich auch diesmal ausgezeichnet. Dr. Ch. T, i G:gründet 1882 Gegründet 1882 i ן Direktion; Wien, I, Riemerg. 2 | | Versichgrongsbesfand Ende 1930 . . . . 2300 Millionen Schilling | ן Pramien-and Zinseneinnahmen im Jahre 1930 130 . Schilling | ן Garantiemillel Ende 1930 328 Millionen Schilling g ן ‘ “ _ an Versicherte im Jahre 1930 33.5 Schilling | | Tätigkeitsgebiet: j j§ Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische M f§ Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, j§ M Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, Griechen- §!! land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis §f und Aegypten j§ Einladung zur Generalversammlung des Sch 111 Vereines Jesocl Ilatliora der Ada!s Tisrael, welche Sonntag, ■den 14. Ma.rehesdi waii :(25. ■Oktober a. c.), um 6 ■Uhr abends im Schulgebäude der Jcsotl Hathora, 11״ Nestroygasse 11, stattfiudet. Tagesoi^lnung: 1. Beidcht des Vorstandes; 2. Statutenänderung; 3. Rechenschaftsbericht des Kassiers; 4. Bericht der Revisoren; 5. Abstimmung über den Bericht der Reviso!*en; 6. Wahl de'S1 Vorstandes;?. Wahl des Kui’atoriums; 8. Wahl der Revisoren. Etwaige Anträge müssen spätestens 3 Tage vor der Generalversammlung dem Vorstände überreicht werden. Der Schriftführer: . Der Obmann: Armin Ga land an er. Wolf P a p p e 11 h e i 111. Der älteste Rabbiner in Polen gestorben. Warschau, 28. September. (J. T. A.) Tn Rowno verstarb im Alter von 80 Jahren der dortige (Rabbiner Me;ir Peczenik, der älteste Rabbiner Polens. Er stammt aus einer hochangesehenen rabbinischen Familie und war ein Onkel des alten ״Beizer Rebbe“. Die Gaon-Synagoge in Wilna teilweise durch Feuer zerstört. Die historisch denkwürdige Gaon-Synagoge in Wilna, die ,Klase“ des Wilnaer Gaon Rabbi Elija, ist zun» ■Teil׳ durch Brand; vernichtet worden. Viele alte, schwer ersetzbare Bücher aus der Bibliothek des Gaon ■sind »nitverbrannt. ׳'־• ."*: •: Wiederaufflackern der Propaganda für Konfiszierung von Synagogen , in Rußland. t)ie, Propaganda jüdischer , Kommunisten für Univvandhing jüdischer Synagogen und Bethäuscr in Arbeiterklubs und andere soziale Institutionen wurde in Rußland wieder aufgenommen. In zahlreichen Arbeiteriincl Studentenklubs werden diesbezügliche Resolutionen gefaßt. Die Minslcer Kommunisten fordern die Beschl.agnah»ne aller zehn Synagogen, der großen orthodoxen' Kathedrale und der katholischen Kirche 'und■deren Umwandlung in Studentenheime. In der betreffenden Resolution wird gesagt, es sei eine Schande, daß diese ״Nester der Gegenrevolution“ bestehen bleiben, während die für die Verwirklichung des Sozialismus kämpfenden Arbeiter keinen Raum für ihre Kulturarbeit haben.. ־ Die in (Moskau am 20. September im ■Kolonnensäal abgehaltene, von 2000 Personen besuchte antireligiöse Massenversammlung faßte einstimmig den Beschluß, von .der Regierung die Umwandlung der Moskauer Chor-Synagoge in einen jüdischen Arbeiterklub za fördern.!'Der die Resolution begründende jüdische Arbeiter erklärte: Als eine!Delegation jüdischer Arbeiter vor einem Jahr die gleiche Forderung an den Vorsitzenden des Moskauer Sowjets, Uchanow, gestellt hat, erwiderte dieser: Solange der ,-,Chram ,Spasitelja“ (die größte Kathedrale. Moskaus) nicht beschlagnahmt wird, kann man auch die Chor-Synagoge nicht beschlag- ■nahmen. Jetzt, fuhr der Arbeiter fort, Wo die ״Chram Spasitelja“ ivieclergerisseii wird, muß auch mit der Synagogc* ein ׳Ende gemacht werden. Eine ״Attraktion“ der Versammlung war die Darbietung des einst berühmten ״Chäson“ Schulmann, der antireligiöse Lieder sang und erklärte, er wolle, :nicht länger ein Diener des Kultus sein und hoffe, daß seine Kollegen seinem Beispiel folgen werden. Der Sekretär des Internationalen Verbandes der Atheisten, Mai, ein Deutscher, wies in seiner Ansprache auf den Rosch-IIaschanah-Pogrom i»» Berlin hin und erklärte, die Freidenker und revolutionären Arbeiter seien die einzigen, die die Juden gegen die Hitler-Leute verteidigen. Die Religionstreue der jüdischen Arbeiter in der Krim. Das eigens .zu Joni Kippur erschienene Journal ״Apikoires" klagt, daß die Religionstreue bei den jüdisehen Bauern in der Kriih tief verwurzelt ist. Die Mehrheit der jüdischen Kolonisten im Dorfe ״Golde“ tut an Sabbattagen keinerlei Arbeit und versammelt sich auch an Wochentagen zur Andacht in der Gebetstube. — In der Kolonie Sinidowitsch blieben die Kolonisten an Sabbattagen auch während der Ernteperiode den Feldern fern. Sie sabotieren die nichtkoischere Feldküche und gingen 4ז bis 5 Kilometer ins Dorf zurück, um koscher zu essen. Auch in der KoUektivkoloiue sind s6it 1870 dl© 19csst©n Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 10 bei Mariahüferstr. 14S) Tel, R-35-47*8׳ und R39-5-38׳־ WHfHet WIeti Vit, 8<1rgga91« ׳ff, Tel. © 014198• für d«n Herbst 1 . _ jl__ __ S bringt Ihnen die nettesten ■ . W MK־ ׳ ... J5J ׳-׳ s nenne I ir, TAiotSTRASSE sd.i?fllllflllllllftlllltltllllltltllltlWVlIfttlltltttMftf Illltlllf lllllllim?? ״Rosa Luxetttbttrg" existiert eine Retstube. ln , tief , Kollefetivkolonie ״Perez^Feld“ gibt es spezielle Bevoll•*■ rilächtigte, die die Sifrc Thora betvachen. In der Kolonie 20״“ beten an Sabbattagen einige Minjänim. ln allen Kolonien werden die neugeborenen Jungen rituell beschnitten. Eine Trauung ohne rituelle ״Clitipa“ gehört zu den Seltenheiten. Diese Zustände, schließt ״Apikoires“, dürfen, nicht länger geduldet werden. Eine Abordnung der ungarischen orthodoxen Landeskanzlei beim Kultusminister Ernszt* — Ein neues Greisenasyl der Landeskanzlei. Eine Deputation der ungarischen orthodoxen Landeskanzlei unter Führung, des Oberhausmitgliccles Adolf!Frankl, dco Vizcpräiddenteii Ludwig 'Hariistein mul des Sekretärs Dr. Emincrich Reiner hat beim neuen Kiiltusininiste■»•!Prälaten .Di•’. Alexander Ernszt yorgcsproclicn, um für die ungarische Ortliofloxie und ilire notleidenden Institiitionen die ihnen gebührende Fördenmg zu erbitten. Kultusminister!13,1־. Ernszt empfing die Abordnung sehr herzlich, würdigte die Bedentuitg der Orthodoxie in dem!Kampf gegen den Unglauben, versprach die!Förderung der orthodoxen 111stitutionen und schloß mit den -Wo'rtcn: .,Wir frominen, gläubigen Männer verstehenuns, wir müssen zusainmen halten.“ Die orthodoxe Cliewra ■Kadisei 1a in Rakospulota bei Ujpcst hat ein Greisenasyl mit Tempel geschaffen, die zu Roisch-Haschanah eingeweiht worden sind. Es handelt sich um ganz moderne und vorzüglich ausgestattete Gebäude. Die Schaffung dieser Institution in der wirtschaftlich schweren Zeit wird der'■•genannten Organisation im ungarischen Judentum ■als ein großes Verdienst ungerechnet. Elf Thora-Rollen aus einer Synagoge in Rumänien gestohlen. In der Nacht zum 20. ■September drangen Einhrechcr in die große Synagoge von ApJiul (Bezirk Bakati) ein, brachen die Tlioralade auf und stahlen sämtliche elf Thora rolle 11. die sich in ' derselben befanden, darunter einige, die über 150 Jahre alt sind und einen großen Wert repräsentieren.!Der Gesamtschaden beläuft sich auf eine Million Lei. Am nächsten Tage wurde der Synagogenvorstand in einem Schreiben autgefordert, an einer bestimmten Stelle 30.000 Lei za erlegen, worauf die entwendeten ■Thorarollen• zurückgebracht werden würden. Die Behörden sind um die Aufklärung des Falles bemüht. , Große Chinuclikonferenz in Wilna. Dienstag, den 13. Oktober, fand ■die!Eröffnung der großen Chiniiclikoufevenz (in Wilna statt. Es nahmen au ■ihr teil Vertreter aller :baitischen 'Länder. An pröminen-' teil PftTsöivlichkeiten (beteiligten sich •unter anderen der Ohofez Ghajini, Rabbi Chain» Ojsei• 1Grod׳zensk!i׳, Sejm- •depufat Aron Lcwiin, ■Sejindeputat 0,u!bin, Direktor Dr. Leo iDeutschländer, QbeiTubhincr Sack, Riga, Ober- ■»,abbiner Dr. ■Gomer, ׳Reval, Oberrabbiner Hirschowitz Viibalen. Direktor. Dr. L. Deiitsclrländei־ ■erstattete ein großaug-elegtes Referat über ״Einrichtung uncl ■Ziel von Lebrerfortbildu»ngiskursen“. Auf ilnterventioii ■der Kon-! ferenzveranstuiter haben •die polnische uivd■ litauisclic : Regierung' die Grenzübersclireitung für die ■Delegierten gestattet. , ' . .! 144 Juden in der Nacht auf die Stiuiße gesetzt. Der Rrüfelvt des Bezirks Storoji'iietz, ■Clierescu, ein Sch wiege cisalin des!Ministerpräsidenten Jörga, hat, •uhgenchet ■des!Protestes der •gesamten Bukowlnaer Judenheit, 144 Juden in Wischnitz, die seit 10 Jahren ■dort in Holzburacken wohnten, auf die Straße gesetzt. : Im Auftrag des Präfekten erschien ,i!11 der ׳Nacht der von ■diesen» ■in der fast re-i.n׳.jiicliisclien Stadt Wiscliniitz ■eijn-‘ gesetzte Bürgermeister Dt. Marti'nescu 1hi!t einem Trupp Polizisten und jagte •die Barackeneinwohner, Männer, Frauen und ׳Kindei•, ,halbnackt auf die ■Straße. ■Nicht wiieclerzugebeiiide Ver׳zweiflungsszene11 spielten sich ab. Die Evak11ie»־ung der ■Flüchtlinge geschah aus dem Grunde, ,weil *der Stadt rat und iLelirer Popeseil es nicht dulden wollte, daß arme Juden in ■der Nähe seiner Villa; wohnen. ' Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wien! Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, | 17. Oktober, findet um 3 U,hr nachmittags ,der Jugendj gottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Geihemde-.und Bezirkssynagogen statt; Adolf Ignaz und Julie Marzelline Mautner von i Markhofsche Stiftungen für Wiener Waisenkinder. Vor-!liehen werden: Je ein Stiftplatz zu S 560 an ein israelitisches Waisenmädchen und einen israelitischen Waisen-; knaben. — Zur Bewerbung sind berufen: Arme Waisen-; knaben im Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisen-! »nadelten im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatsberechtigt sind. Dem vom gesetzlich c 11 Vertreter einznbnngenden Gesuch sind beizulegen: Mittell01si.g1keitszeug.nis, Geburtsschein, Nachweis der Zuständigkeit uiid der Verwaisung; letztes Schulzeugnis und Vormundschaftsdekret. E i n r e i c. 11 s t e 11 e : M ag is t ra t s a bt ei l u n g 8; Einreichungsfrist: Bis 14. November 1931. Verleilumgstag: 6. Februnr 1932, Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde'Wien. Predigten in den israelitischen Gemeinde* und Be* zirkssynagogen. Freitag, den 16. Oktober 1931, werden bei dem um 5 Uhr beginnenden Abendgottes* dienst in nachbenannten Gemeinde* und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Baeh); II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann); II., Untere Viaduktgasse 13 (Pro* fessor Dr. K. Kupfer; VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinky); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr^ B. Murmelstein). Bibelvorträge: Samstag, den 17. Oktober־ 1931 (Beginn des Gottesdienstes halb 9 Uhr vormittags)» XHl, Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr, M, Lewin); XX., Kluckygasse U (Rabbiner Dr. B, Murmelstein), 515 679 619