Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 40 (16.10.1931)
- Date
- 1931-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novin0v6 povolend fJadit pmi i tftlegrafov V Bratislava £19. miuxm. Zeitungen vom Verleger versendet, Jöütnal e*p£diepaf l’edltet», V, b.&. OftOJUl PU■ ME INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II., Leopolds# gässe 26, 1. Stiege; 1. Stock. —Tel. A94*0*49״. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16. Tschechoslowakei tschech. K. 80. Einzelnummer öst. Gr. 50. das übrige Ausland 3 Dollar. י - j . Zahlungen auf Konto •Jüdische Presse״, Wien für Oester» reicht Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland! Post* Scheckkonto Berlin Mr. 122619; Jugoslawien t Postspk»*Anit Zagreb Nt. 40217; Polen t Postspk.‘Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Atnt Budapest Nr#50170; Schweiz! Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ,Jß• dische Presse*, Bratislava, Postspk.-AmtPräg Konto Nr» 53386 ' ' ' f ־' ־ ' Nr. 40 Wien-Bratislava, 16. Oktober 1931 .ב ד, וינא־סיעסבויג ה׳ חשק תרצ״ב 17. Jahrs- Nach den Feiertagen. Düstere Winteraussichten. :— Bia־Torbagy. — Hoffnungs* Schimmer. Das Jahr 5692 hat mit einer Reihe von Ereignissen begonnen, die auch der eingefleischteste Optimist nicht gerade als glücklich bezeichnen kann. Schon die Gratu* lationscour der Hakenkreuzler hat bei den Berliner Juden nicht ungeteilte Freude ausgelöst und auch sonst nur konsternierend gewirkt. Als dann aber am Versöhnungstag die Götterdämmerung der Edelvaluten ihren .Höhe־ punkt erreichte, standen nicht in letzter Reihe Juden und jüdische Institutionen fassungslos dem großen Unglück gegenüber, »das eine grauenhafte Wiederholung der schrecklichen Nachkriegsjahre befürchten läßt. Allgemein ergeht man sich in bestürzten Vorhersagen für den kom־ menden Winter, denen gegenüber nur ganz leise der Zweifel sich hervorwagt, es werde mit dem so oft prophe* zeiten Unglückswinter so ergehen, wie mit den voraus* gesagten Revolutionen. Was aber speziell uns Juden betrifft, kann die schon erwähnte Gratulationscour der Berliner Nazi nur symp* tomatisch gewertet werden, da sie zeigt, wie dem Steigen der allgemeinen Not nicht etwa ein Sinken des Hasses entspricht, dessen Folge sie ja letzten Endes doch nur ist. Nein, an Stelle des in der gemeinsamen Gefahr einzig möglichen Burgfriedens, der allemihre- Bekämpfung erleichtern könnte, herrscht das Streben, einen Prügel־ knaben zu suchen, vor. Und so mußte denn auch ein so abscheuliches Verbrechen, wie das Eisenbahnattentat in der Rösch*Haschanah*Nacht zum Vorwand einer wüsten Judenhetze in Budapest — und auch anderswo dienen. Die Geschichte lehrt ja, daß dem Judenhaß noch nie ein Märchen zu dumm war, und das Bombenättentaf von Bia* Torbagy ist nur eine ins Moderne übertragene Ritual* mord* oder Hostienlegende. Es ist nur ein Glück, daß nunmehr endlich doch der Täter eruiert wurde, und noch mehr, daß er sogar eifriger Katholik ist. Selbstverständlieh wird es niemandem einfallen, daraufhin alle Katho־ liken zu beschuldigen; etwas anderes aber wäre es gewesen, wenn es sich unTeinen Juden oder auch nur um einen nichtjüdischen Kommunisten gehandelt hätte. Hat ja schon das bloße Gerücht von einem Ritualmord zu allen Zeiten genügt, ganze Judengemeinden zu vertilgen, so daß Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag daran gearbeitet werden mußte, den Glauben an den. Ritualmord bei den verhetzten Massen zu zerstören. Wo* möglich noch absurder als das Ritualmordmärchen ist freilich die in den wundersüchtigen Tagen des Mittel* alters gerne geglaubte Legende von den Hostienschän* düngen, der von jüdischer Seite als Hauptargument entgegenzuhalten ist, daß es den mittelalterlichen Juden schon als sündhaft erschienen und Anerkennung der Hostie als solcher bedeutet hätte, wenn sie sie nur be־ rührt, geschweige denn׳ all das ,mit ihr vorgenommen hätten, was ihnen angedichtet wurde. Um nun auf das Eisenbähnattentat zuriiekzukom* men, entsteht freilich die Frage, warum noch immer beim Verkauf von Sprengmitteln nicht auch die Verwendung scharf kontrolliert wird. Ein dahingehendes Gesetz wäre sicherlich genau so wichtig wie Gesetze gegen unbefugten Valutenhandel. Hier handelt es sich allerdings nur um Menschenleben und in solchen Dingen arbeitet die vor* beugende Gesetzesmaschine bedeutend weniger präzis als da,•wo es sich um Vermögenswerte dreht. Und doch wäre nichts in unserem ganzen Leben von heute dringender, erforderlich, als daß nicht mehr so leicht wie bisher der Revolver erreichbar wäre. Wenn so, dem Lo tirzach alb gemeinere Geltung verschafft würde, könnte vielleicht auch das Lo tignow sich leichter durchsetzen . . , Wir können es alsy Glück betrachten, daß das Märchen vom jüdischen Racheattentat in der Rosch- Haschanah*Nacht so rasch in sein Nichts zerflossen ist, und vielleicht ist diese Tatsache auch schon ein tröstlicher Hoffnungsschimmer, ein Hinweis dafür, daß das Jahr sich Schließlich doch nicht so arg anlassen wird, wie es sein Beginn befürchten ließ. Und' so kann erwartet werden, daß, wie der König Salomo betete, als er nach den Fest־ tagen das Volk entließ . . der Ewige, unser G*tt mit uns sein wird, wie er auch mit unseren Vätern war. L. M. Die Gemeindewafalen in der Tschechoslowakei. Nocli liefen amtliiclie statistische Daten über die Resultate (101• jüngsten K(>1nn1unalwählen •in der Tsclieclioslowak'ei nickt' vor. Die vorläufigen Zahlen, die bisher veröffentlicht wurden und ■die Beriolnte, die an uns aus den :Gemeinden dar Slowakei;gelangt sind, lassen jedoch darauf schließen, daß besonders in der Slowakei •und Podkarpatska-Rus eine, Starke Bewegung zur Gesum dung der Verhältnisse der Juden ■eingesetzt .liatt. Es darf als gutes Zeichen bewertet werden, daß die nationaiistisehe Phrase, die als Auskunftsmittel der Verlegenheits- Politik bisher auch in manchen kurzsichtigen relligipsjüdischen!Kreisen Gehör ׳ffljid, nimm ehr in den weitesten jüdischen Volksschichten ihre Zauberkraft eingebüßt und einer vernünftigen, besonnenen und den Interessen des Judentums mehr entsprechenden Politik Platz gemacht hat. Man fängt endlich an, diie Frage des ״Natioaalen" im Wesen' und in der Eigenart der jüdischen Gemeinschaft als das zu betrachten, was sie ist, nämlich als eine recht ■interessante inner jüdische theoretische Frage, ohne aus ihr praktisch ein Paliiiikum zu machen,‘ und sieht vielfach auch schon elin, daß das politische Verhalten der Juden in der tschechoslowakischen Rcpublik unter keinen Umständen von den nationalistischen Tendenzen des Zionismus beeinflußt werden dürfe. .Die politische Sachwalterin und programmatische Vorkämpfe,uin dieser zionistisch-nationalistischen Tendenzen, die ״Jüdische Partei", glaubte sich nach den letzten Parlamentswahlen im Jahre 1929, dlie ihr anit Hilfe der kleinen polnisch-nationalen Partei in Sfclulesien zwei Parlamentsniandate eintrugen, schon so fest im Sattel, daß sie ihr nationalistisches offizielles Programm noch melni.* verschärfte und,, um diese Verschärfung ,markant liervorzu,heben und bei den böhmisch-mährischen waschechten Zionisten jede Befürchtung einer alltnähli־' eben Verwässerung dieses Programmes endgültig aiiszii-. schließen, den bekannten extremen zionistisdh-palitisehen; Mind>erheitsnationat׳isten , Dir. M.ar ■gailie s in Leitmeritz zu ilir.em allmächtigen Präsidenten wühlte.! Behagliches und sauberes Wohnendurch .....׳.*•׳ Verlangen Sie unverbindliche Zusendung der Preisliste oder kostenlose Vorführung im eigenen Heim! Electro Lux Wien I, Stock im Eisenplatz3 Telephon R-28-5-60 Serie FILIALE Linz a. cf. Donau, Humboldtstr. 35 Telephon 31-64 Innsbruck, Museumstraße 21 Telephon 12-63 Graz, Radetzkystraße 9, Tel. 55-46 Klagenfurt, St.• Veiter •Straße Nr. 18 Telephon 11-10. א der weltbekannten Perückenwerkstättc mm Wien lf Karntnerr1ng6 (ho&?Bristol) Tel. U-47-1-