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Jüdische Presse · 1931-09-18 · 37 (18.9.1931) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
37 (18.9.1931)
Date
1931-09-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PKiSSE Nr. it iJflHgt Ihnen die neuesten s bringt ihnen die neuesten £ ן HERRENHUTE a« Herbst | I WIEN, II. TABORSTRÄSSE 39 1 TiiiiuiiiiiiimiiimimiiiiiiiiiyiiiiniirimiiitmmiiiiiiiiiiimtH kenntnis*;dlaß ein der Göttlichkbit abgewandtes Leben ein bloßer Traum sei, wie sich Mäimonides ausdrückt. •Die Schofäf*Töne wecken aus diesem Schlafe. Der שופרweckt die איברים 3אשיף d. h. die im Materialismus Verlorenen, weckt die 03־מצרי ÖTTtt die ins Lager der Gottlosen Ver* stoßenen, von den Krallen des Unglaubens Umklammerten. חרואח שו0ר בחלום. Wer durch den Schofar am רץ־ן zur E i n s i c h t gelangt, zum רואה geworden ist,ישכים ויאמר erhebe sich und spreche: וחי׳ ביום ההוא ותקע בשופר גחל יבאו האובדים בארץ אשיר והנדחים בא״מ והשתחוו רה בהר הקודש בירושלים. Sowohl die Irrenden aus materialistischen, als auch die Verlorenen aus ideellen Prinzipien, alle mögen sie kommen und sich beugen vor der gütlichen Majestät auf dem Berge Jerusalems, Ob nun Geldgier die Ursache war, oder falsche Philosopheme das g־־ttlose Handeln bewirkt haben, alle jene Verirrten und Verstoßenen mögen den richtigen Weg wieder finden und der Herrschaft G*ttes Anerkennung zollen. Haben wir demONPso verstanden, sind sie nicht wirkungslos verhallt, haben sie in unseren Herzen ein Echo gefunden, dann werden die Schofartöne nicht bloß Mahn* rufe an unser belastetes Gewissen sein. Dann werden sie für uns Freudenstöße, Künder einer anbrechenden neuen, besseren Zeit bedeuten. Dann werden sie den Beginn eines gesegneten, glücklichen Jahres einleitcn. Eines Jahres, in dem die Gebeugten aufgerichtet, die gebrochenen Herzen getröstet, unsere Ziele erreicht und alle unsere Wünsche erfüllt werden. Ein Jahr des Segens und der Liebe, der Ein* tracht und Zufriedenheit. Ein Jahr, in welchem unser schwer geprüftes Volk sein blutdurchtränktes heiliges Land in seiner einstigen^ Prachj: Wiedererstehen sehen möge. והשתחוו לה׳ בהר הקידש בירושלים. . Vom Tage. In Krakau. Im ״,Hamburger!Israel, Familienblatt“ vom 27. August veröffentlicht Julian Lehmann eine Reihe von Reiscschiklenmgen aus Polen, denen wir die nach־ stehenden interessanten •Stellen entnehmen: ״Europäischen Ruf hat Krakau in den letzten Jahren der Tatsache zu danken, daß dort der Sitz des Bet 11- Jaakauw- Sc hu 1 w e r k e s sich befindet. Er ist heute noch schwer zu entdecken, der Sitz dieser Schule, immer noch befindet sie sich im hohen Stockwerk eitles Mietshauses in einer nicht allzu großen Wohnung, aber schon steht der prächtige Neubau, schon hat er die Schülerinnen und teils auch die Lehrerinnen in seine Wohn räume aufgenommen, und bald werden sich auch die Lehrräume erschließen, die heute noch, oder wenigstens noch zur Zeit unseres!Besuches, keinen allzu repräsentativen Eindruck machen. ־ Das Schul werk Beth Jaakauw, erhalten vom Keren Hüthora, hat sich eine gewaltige, eine herrliche Aufgabe gesetzt. Heber der Ausbildung der männlichen Jugend vergaßenUnsere östlichen Brüder die weibliche Jugend, sie war der häuslichen Erziehung überlassen, und diese litt selbstverständlich dlirch die furchtbaren Kriege' die fast ein Jahrzehnt das 'Land überzogen. Dazu kam. der zunehmende Kommunismus, der die jüngere Generation leicht verlocken konnte, kurz— es bestand die Gefahr, daß gerade der weibliche Nachwuchs mehr und mehr dem Judentum verlorenging. Das war eine gewaltige Bedrohung für die Zukunft, denn ohne eine Erziehung der zukünftigen Mütter mußte auch das Geschlecht der Zukunft verlorengehen. Hier sprang Beth Jaakauw ein. Aus kleinsten Anfangen, in dem schlechtesten Hause der ältesten und geringsten Krakauer J1Klen.gas.se, entwickelte sich ein großes Werk, das heute außer dem Seminar zur Lehrerinnenausbildung über 150 größere und kleinere Schulen zählt, die über ganz Polen verstreut sind. •Wir hatten Gelegenheit, dem Unterricht in diesen Seminarklassen beizitwohnen, wo 120 junge Mädchen in drei Jahrgängen zu zukünftigen Lehrerinnen ausgebildet werden. Wahrhaft erstaunlich war es, festzustellen, wie sicher und ohne Stocken diese jungen Mädchen Bescheid wußten in Bibel und Erklären!, wie sie ebensogut ein Stück ״Tenuch“ übersetzen und logisch darüber dozierim konnten, eine'n Abschnitt aus den ״Sprüchen d,er Väter“ mit Verständnis als Unterrichtsgrundlagc vornehmen, wie sie die hebräische und jiddische Grammatilc und Orthographie beherrschten. Aber auch die profanen Fächer kommen ■bei ihnen nicht zu kurz, und imiiiimitiiiiiiitiiiittii I Gegründet 1882 Gegründet 1882 | Lebensversicherungs-Gesellschaft ff Direktion!, Wien, I# Riemerg. 2! | Vßrsichßrongsbßsland End0 1930 . . . 2560 Millionen Schilling | | Prämien-und Zinseneinnahmeii im Jahre 1930 150 . Schilling | | Garantiemilfel Ende 1930 . 378 Millionen Schilling j ן Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1930 35.5 Millionen Schilling g I Tätigkeitsgebiet: J H Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische^ jjj §§ Republik, *Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, §§ H Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, Griechens f| ■ land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis ן§ §§ und Aegypten nil sowohl die Landessprache, als auch die landläufigsten Fremdsprachen werden in leichtfaßlicher Weise gelehrt. Ans den heute noch dumpfen Ünterrichtssälei! folgten wir der energischen Leiterin Fräulein Doktor R o s e n b a n m, die in allen europäischen Ländern mit viel Erfolg für dieses Werk geworben lmt, in das neue Haus, uiki wir ,waren erstaunt, in welch praktischer Art und Weise hier die Lösung für die Einheit von Wohn- und Unterrichtshaus!gefunden war. Ttn Parterre prächtige Aufcnthaltsräiime, Speisesäle, Küchen, ein Raum für Vorführungen, in den Stockwerken heimelige Wolmräitmc für Lehrerinnen und Schülerinnen, praktksche Lehrzimmer, nach den modernsten Erfahrungen aus der Arbeitsschule eingerichtet. Ein flaches Dach ermöglicht Erholung vom Unterricht im Freien in der schönen Jahreszeit. Von ihm aus hat man einen genußreichen Blick über die Stadt und ihre Umgebung, über den silbern durch die Landschaft sich schlängelnden!Fluß und die in! blauen Hintergrund verdämmernden Hügel. Neben Fräulein Dr. Roscnba'um •wirken dort noch zwei deutsche Lehrerinnen, Fräulein M 11 n k, die Tochter des bekannten Berliner Rabbinern Dr. Esra Munk, ■und Fräulein Hamburger, ebenfalls eine Berlinerin, daneben die heimischen Lehrkräfte, schon zun! Teil aus der Schule selbst hervorgegangen. Die Auslese unter den Schülerinnen ist eine sehr strenge, die Schülerinnen werden einige Wochen zur Probe angenommen, und Wenn sie sich nicht bewähren, wenn nicht die bestimmte Hoffnung gegeben ist, daß aus ihnen wirklich gute Lehrerinnen werden, so werden sie trotz aller Tränen wieder nach Hause geschickt, denn hier geht es um Ernstes, und die aus allen Gegenden der Welt mit Mühe zusammengeholten Mittel sollen das Bestmögliche für den Zweck des Seminars herausholen. Mau verläßt dieses Gebäude in dem Bewußtsein, daß hier ein Strebepfeiler für die Erhaltung der jiidischeu Welt emporwächst. Krakau, die alte, wird hier zur Mutter jungen und frischen Lebens. 01 flflCHRlCBTEfl |0| Adas Jisröel (Schiffschul),1 Wien, II., Große Schiffgasse 8. Kanzlei: II., Große Schiffgasse 1. Z. 382 ex 1931. Im Interesse einer wahrhaft jüdischen Erziehung werden!alle Eltern, denen es nicht möglich, ist, ihre Kinder in jüdische Schulen zu schicken, aufmerksam gemacht, bei der Einschreibung von der Direktion zu verlangen, daß ihre Kinder von der Teilnahme am Unterricht in Schreiben, Zeichnen, Handarbeiten usw. befreit werden. Diesem Wunsche wird wohl anstandslos Rechnung ge* tragen werden. Falls in dem einen oder anderen Falle sich Schwierigkeiten ergeben sollten, wolle man sich an den gefertigten Vorstand wenden. Er ist gerne bereit, die erforderliche'Hilfe zu leisten. Wien, am 24. Elul 5691 (6. September 1931). Der Vorstand der Adas Jisroel. Kundmachung Gemäß Art. IX, Abs. 2 des Sonntagsruhegesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 15. Mai 1919, St. G. Bl. Nr. 282 und gemäß § 7, lit. g) und h) der Min. Vdg. vom 12. September 1912, R. G. Bl. Nr. 186 wird aus Anlaß des auf Montag, den 21. September 1951, fallenden j ii cl i- Sinti seit 1870 dl© besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-3&-847 und R‘30-6-38 Filiale: Wien VII, Burggasid 19, Tel. B 32*3*80 sehen Feiertages der Verschleiß von Koscher- Fleisch, Koscher-Fleischwarcn, koscheren tierischen Fettwaren. Koscher-GefUigel und -Fischen am Sonntag, den 2 0. September 1931, im Bereiche des 2., 9. und 20. Wiener Gemeindebezirkes in der Zeit von1 8 bis 10 Uhr vormittags gestattete — Uebertretungen dieser Kundmachung werden nach den Be- Stimmungen des VIII. Haüptstiickes. der Gewerbe- Ordnung geahndet. Für den Landeshauptmann: Der Abteilungsvorstand. (Wien.) Am ersten Tage 0בת feiert Herr Samuel Hirsch den 70. Geburtstag. Der Jubilar ist ein Sohn des bekannten Redners und Vortragenden R. Mosche Hirsch aus Mattersburg und Enkel des Rabbiners von Sechshaus R. Jakob Hirsch, des Verfassers von TD. דרור Herr Hirsch ist Schüler des Schewet Sofer; er be* tätigt sich seit 25 Jahren als Vortragender im Vereinsbethaüse ״Montefiore“ sowie im ״Verein der Matters* burger“ und genießt bei allen, die ihn kennen, höchste Wertschätzung. (Herzlichen Glückwunsch! Die Red.) Mattersburg. Anläßlich der Feier des zehnten Jahrestages des Burgenlandanschlusses wurde Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld vom Bundespräsidenten in Aner* kennung seiner Verdienste durch Verleihung des goldenen Verdienstzeichens ausgezeichnet. Jüdisches Konzert. Im' Rahmen eines jüdischen Musitkabends (Volks* tümliches Konzert) wird der in Wien bekannte Konzert* sänger I. Segal *Rosenbach (Tenor) Sonntag, den 27. September (zweiter Tag Sukkoth), im Konzertsaal (Theatersaal) des Hotel ״Post“, Wien, I., Fleischmarkt 24, jüdische Lieder und Volkslieder zum Vortrag bringen. Programm: Religiöse, chassidische Tisch* und Jomtow* lieder, Lieder und Volkslieder aus dem Bereich der Familie und des Volkslebens (I. SegabRosenbach). Es wirken mit die Herren: Prof. Zimbler (jüdische Volksmelodien, chassidische und jüdische Hochzeitstänze für Violine), Sam. Schwager (jiddische Rezitation). Am Flügel: Kapellmeister Rudolf Beck. — Populäre Eintrittspreise! Karten an der Abendkasse. Beginn prä* zise halb 8 Uhr. Erlagscheine erbeten! Das Sekretariat der Agudüs, Wien, ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zeilen: Gelegentlich verschiedenartigster Aktionen gelangen immer Postsparkassen*Erlagscheine in großer Anzahl zur Versendung, die jedoch nur zum geringen Teile tatsäch* lieh verwendet werden. Bekanntlich sind Erlagscheine sehr teuer und es wäre daher für die Verschiedenen Institutionen und Ver* eine eine große Ersparnis, wenn sie die ungebrauchten Erlagscheine zurückbekämen. Das Sekretariat richtet deshalb das .höfliche Er* suchen an alle jene, die Erlagscheine der nachstehend angeführten Konti besitzen und nicht die Absicht haben, dieselben zu verwenden, diese Erlagscheine in offenem Kuvert als Drucksache an die Adresse Wien II., Leopolds* gasse 16, einzusenden. In Betracht kommen folgende Konti: Agudas* Jisroel (124.904), Soziale Fürsorge der AgudasJisroel (49.352), ' Keren*Hathora (143.056), Palästina־Schulwerk (113.621), Schulverein BethJakob (10.502) und Verband der Sabbatfreunde Schomre*Schabbos (103.537). Erlagscheine anderer Vereine können ebenfalls zwecks Weiterleitung an dieselbe Adresse eingesandt werden. ' ״ , , . . Allenfalls wird gebeten, Erlagscheine niemals zu vernichten. Entweder überweise man eine, wenn auch noch so kleine Spende oder sende jeweils den Brief samt Erlagschein mit dem Vermerk ״Retour, nicht angenommen“ unfrankiert zurück. Nicht Kongreß, sondern Konferenz. Von der Keren-Bathora-Zentrale wird uns mitgeteilt, daß der Korrespondent der Warschauer orthodoxen Zeitung, der Herrn Dr. iDeutßchländer auf dem Wege zum Bahnhof in Warschau inter.wiewt hat, diesen öffenbar in einem Punkte mißverstanden haben muß. Geplant •ist •im Winter lediglich eine Besprechung jener Verbände, die in ihren Aufgabenkreis auch die Unter- Stützung jüdisch-religiöser Lehranstalten einbezogen halben. Es handelt sich also um eine Konferenz, nicht um einen Kongreß. Der Weg zurück. Von Bernhard Rippel. Vor einigen Jahren berichteten rumänische Zei* tungen über folgenden Traum: Die Juden des Städtchens (der Name ist mir entfallen) haben diesmal ihren G־ttcs* dienst am Neujahrsfeste mit der gewohnten Andacht ver* richtet. Dieselbe wurde aber noch dadurch erhöht, weil in der Mitte der Söhne Israels diesmal ein gewesener Pfarrer weilte, welcher unter sonderbaren Umständen zum Judentum übertreten war. Dieser Pfarrer lebte in einem Orte als Seelsorger und neben seinem Amte fand er auch in derlnationalisti* sehen Propaganda und in der Verbreitung des Antisemi* tismus ein fruchtbares Tätigkeitsgebiet . Eines Nachts erschien ihm im Traum seine Mutter, die er niemals gesehen, da er schon als Säugling verwaist geblieben ist, Sie tadelte sein Verhalten gegenüber dem jüdischen Volke und wies darauf hin, daß er selbst von Juden stamme und sogar zum Glauben seiner Väter zurück* kehren müsse. Wie gesagt, hatte der Pfarrer seine Mutter nicht 1gekannt und auch dieser Traum fand bei ihn! keine Beachtung. Er ging nach wie vor seiner gewohnten Be* Schäftigung nach und erfreute sich in der ganzen Gegend des Rufes als frommer Geistlicher, überzeugter Natjona* list und eifriger Judenfeind, Nach Verlauf einiger Nächte sah *er wieder im Traum dieselbe Erscheinung. Abermals mißbilligte s’C sein Verhältnis zum jüdischen Volk, indem sie seine Ab* stammung ihm neuerlich vor Augen führte, ihn zur Rück* kehr zum Judentum auffordernd. Am darauffolgenden ׳ Tag führte der Pfarrer alle diese Bilder sich zu Gemüte. Er besann sich zunächst, ob seine Gedanken am vergangenen Tag sich mit Juden oder Judentum beschäftigt. Allein von all dem kam ihm nichts in den Sinn. Auch diesmal hatte erdem Traum keine be־ sondere Bedeutung beigemessen. Seine Mutter ließ aber nicht nach. Jedesmal be* schäftigte sie seine Gedanken von neuem. Er begann die׳m Träume verschiedenen Erwägungen zu unterziehen. Und als dieselben noch einigemal sich wiederholten, war der Pfarrer von unbekannten Gefühlen befangen. In seinem. Innern stiegen unerklärliche Ahnungen empor. Seine Ver* nunft stand mit den Zweifeln im Kampfe, wie ein Baum im Wirbelsturm. Endlich beschloß er, diese Träume sei* nem Vorgesetzten Freunde anzuvertrauen und dessen Msi* nung zu hören, Dieser erteilte ihm aber den Rat, höheren Ortes darüber Auskunft einzuholen, da die unablässigen Mahnungen und der wiederholte Tadel denn doch etwas an sich haben müssen. Es blieb dem Seelsorger nun nichts übrig, als dm Gedanken und Erscheinungen, welche seine eigene Seele so rastlos beschäftigten, der Kirchenbehörde zur Kennt* nis zu unterbreiten. Und diese ließ denn auch bald den Fall untersuchen. Zunächst zeigte es sich, daß der heilige Bund in seinem Fleisch besiegelt war. Weiters wurde fest* gestellt, daß er in der Tat von jüdischen Eltern stamme, welche in einem Dorfe frühzeitig aus dem Leben ge* schieden sind. Das Kind sei als Säugling verwaist zurück* geblieben und aus Mitleid habe sich der OHspfarrer des* selben angenommen und es zur Pflege einem nichtjüdi* sehen Weibe übergeben. Diese Ziehmutter hatte ihn in ihrem Glauben erzogen und auch ihr Adoptivkind taufen lassen. Als aber das aufgeweckte Kind außerordentliche geistige Fähigkeiten an den Tag gelegt, ließ ihn sein Vor* mund, der Pfarrer, die Schule besuchen. In der Folge hatte sich der Pfarrer bei!der Kirchenbehörde dafür ein* gesetzt, daß der begabte Junge in einem Internat weiter ausgebildet werde. Das Studium fiel ihm nicht schwer, und da er demselben mit Eifer und Fleiß obgelegen, waren seine Erfolge geradezu bewundernswert. Nach Beenidi* gung der Studien nahm die Kirche den ausgezeichneten Jünger der Wissenschaft in ihren Schoß auf. Er widmete sich dem geistlichen Berufe und hatte alle Ursache, einer sorgenlosen Zukunft entgegenzusehen. Da kamen aber die Träume in Erscheinung und hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Denn die Kirchen* behörde erblickte in denselben ein überirdisches Walten und erteilte dem Pfarrer den Rat, in Anbetracht der für Sterbliche unerklärlichen Umstände dem Wunsche seiner toten Mutter nachzukommen und zum Judentum, dem Glauben seiner Vorfahren, zurückzukehren. Sie entließ da* her den bewährten Seelsorger aus ihrem 'Dienste mit einer angemessenen Abfertigung und er betrat den Weg zurück zum Judentum, Nun hatte er auch an dem G*ttesdienst der hohen Festtage in der Mitte seiner jüdischen Brüder teil* genommen.

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