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Jüdische Presse · 1931-09-11 · 36 (11.9.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
36 (11.9.1931)
Date
1931-09-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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־ ־ 1; י; —j י JÜDISCHE PRESSE , . . .; י. י . ....;;.; j&teS s bringt mm die »fugst etl s IWO * > jjggk• ^nngL. ä a' 4 i _ flM | HERRENHÜTE nt tun Herbst | bringt ihnen die neuesten § WIEN, II, TABORSTRASSE 39 üimiimimiiiiimimiiiimimimimmimmmiiiiiiiiiiiiiiiü לשבה טובה תכתבו ותחתמו. Die Jahre gleichen sich darin, daß jedes folgende schlechter wird als das vorangegangene. Das ablaufende Jahr hat alle Hoffnungen, die man auf ein Besser werden hegte, enttäuscht. Ueberschwemmungen, Erdbeben und anderes ׳Unheil hat sich in gigantischem Maße über die Welt gestürzt. Als Gipfel des Unglücks die würgende Krisis, die die größten Reiche in ihren Grundfesten erschüttert. Für all das gibt es hur ein Heilmittel: ״Mögen alle Menschen sich zusammenfinden, um Deinen (Gottes) Willen mit aufrichtigem Herzen zu erfüllen.“ Wenn wir Menschenkinder Haß, Neid, Mißgunst und Rachgier unterdrücken, um G-ttes Willen, die Befriedung der Menschheit, zu erreichen, dann und nur dann kann der Welt ■geholfen werden. Daß Jisroel unter der Krise doppelt und dreifach leidet, ist ja klar. Für uns ist es ein Gebot, bis an die äußerste Grenze der Möglichkeit Opfer zu bringen, um den zahllosen Unglücklichen und Bedürftigen möglichst‘ Erleichterung zu verschaffen. Hilfe kann uns in der ganzen Welt nur werden, wenn die Menschheit zur Besinnung kommt. Daß dies geschehe, ist unsere Hoffnung und unser Gebet, in dem wir Juden auf der ganzen Weit für die Einigkeit aller beten. ויעשו כלם אנדה אחת לעשות רצונך בלבב שלם. Wolf (Pappenheim. Am andern Tage. Schwer lastet auf jedem denkenden Juden das Pro־־ blem, wieso es denn möglich sei, daß selbst ehrliche Menschen alsbald nach dem Ablauf der Rückkehrzeiten die Rüokkehr in ihre alte Vor*Tischri*Lebensführung vollziehen. Wie kommt es, daß Jahrbeginn und Sühnetag nur eine Episode darstellen? Ist das nicht trostlos? Wo aber liegt die Fehlerquelle? Es ist nichts damit getan, wenn man den Mangel an religiöser Tiefe dafür verantwortlich macht. Denn wohl die Mehrzahl׳ der Betenden ist in voller Hingabe befangen. Nein, der — wir gestehen es — sehr schwer zu ver* meidende Fehler liegt in der Einwirkung’ auf das Innen« leben. Man vergißt das Geleitwort, welches Esra und Nehemia an das weinende Volk für Rosch Haschonoh aller Zeiten richteten. Eine Fülle von Gebeten zeigt dem Menschen seine Kleinheit, seine Bedeutungslosigkeit. Das Herz, der Mensch wird gebrochen. Das muß so sein. Denn wie könnten sonst die Schlacken fallen, die das Herz umkrusten, und die Träne würde den Weg zum Auge nicht finden. Aber fast in demselben Atemzug wird uns kund, wie groß wir sind; die ganze Größe aer sittlichen Freiheit ist die Fanfare der Jomim nauroim. Nichts als ein Mechanismus eines Spieles zwischen חעובח und בסר ה tritt uns das Fazit dieser Tage entgegen. Aus dem kleinen Menschen ist ein großer ge« worden.. Der große Mensch, zu dem Esra und Nehemia sagen: Nun aber höre auf zu weinen, nun aber freue dich ob deiner Größe. Hier aber erschließt, sich die Tragik so vieler Men« sehen gegenüber der Welt des Rosch Haschonoh. Sie wer* den nicht groß, und deshalb statt der תשיבה dßr Rückfall in die jämmerliche Kleinheit der Vor*Rosch*Haschonoh* Zeit. Die Freude in G*tt, als meinem Schöpfer, ist der einzige Ausweg. Doppelt bedeutsam wäre ein solches Anderswerden am Rosch Haschonoh dieses Jahres. Da ist so vieles ge« fallen, was Menschen als Substrat ihrer Größe erachteten, und haltlos straucheln kleine Menschen durch ihr Leben, vielleicht so klein, daß sie nicht einmal die Vorstufe zur Rosch*Haschonoh*Welt betreten können. Die Rosch* HaschonohsMenschen, die groß werden, dürften nicht nur ihr besseres Selbst über die Schwere der Zeiten hinweg* retten, sie dürften vielmehr der ganzen Menschheit einen Dienst leisten, indem sie aus den Trümmern einer mate* riellen Kultur die Größe des’ Menschen herausgraben. Dann wird am anderen Tage eine neue Welt be* ginnen, und sie wird eine bessere sein. P. K. ממעמקים... Von L, Moses, Es ist Nacht. Ein kühles Lüftchen, in dem bereits etwas wie eine Vorahnung' des kommenden Herbstes liegt, läßt mich leise erschauern, während ich durch schlaftrunkene Gassen gehe. Ich betrachte die funkelnden Sterne und doch kommen mir auf einmal die armen Kreaturen, die in ihren Schenken hier unten die Nacht von Samstag auf Sonntag in ihrer Weise begehen, so unendlich-bemitleidenswert vor. Gegenüber diesen Welten des Lichts sind wir ja alle auf unserer armseligen Erde doch nur erbärmliche Nullen und unsere Fehler ohne alle ■■Bedeutung, wenn auch die Menschen in ihrer Selbstüberschätzung ihren Planeten in allen Sprachen gerne ״die Weit“ nennen und sich selbst in den Mittelpunkt des Weltganzen stellen. Aber nicht nur verspätete Zecher ziehen ihre* Die Schuleraasspeisung an der jüdischen Volks* und Hauptschule für Knaben und Mädchen, 11, Mahgasse 16 wünscht allen Freunden und GBnnetn בתיבה וחתימה מונה und bittet um freundliches Gedenken am feste des Gedenkens! 4ufrut. Wieder naht ein neues Jahr und ׳mit ehrfurchtsvollem Herzen sehen wir den kommenden großen Tagen entgegen. Mannigfaltig sind unsere Herzenswünsche und hoffnungsfroh begehen wir die Jahreswende. Wie könnten wir uns freuen, solange der verzweifelte Schrei hunderter Glaubensbrüder an un§er Ohr dringt, die, aller Mittel entblößt, ohne Nahrung, Holz und Kohle, den Unbilden des Winters entgege.nsehenl Viele verschämte Arme blicken auf den Verein Tomech Ewjonim als Retter und Lichtstrahl in der Verzweiflung. Die vermögenden Glaubensbrüder kennen aus eigener Erfahruiig den schweren Kampf, den sie um ihre Existenz zu führen haben, sie sind aber gesund, kräftig. Wie sollen diesen Lebenskampf Greise, Ktanke, Sieche ohne die Mildtätigkeit der Besitzenden bestehen? ׳Deshalb rufen wir euch, «jüdische Menschen, zu neuem Geben und kraftvoller Arbeit auf. Wenn Sie zur Thora aufgerufen werden, so seien Sie auch unseres Vereines eingedenk, spenden Sie reichlich! Stärket, stützet den Verein Tomech Ewjonim, ermöglicht es ihm, damit er sein seit 40 Jahren segensreiches Wirken zu.m VVohle der Aermsten der Armen fortsetzen möge! Diese rettende Tat werde Ihnen allen zum Anwalt in der Stunde des Gerichtes! Für den Vorstand des Tomech Ewjonim: G e z a Braun. ■ Siegmund F i g d o r. Sandor Adler. Weges, sondern auch andere, stillere Gestalten tauchen auf und verschwinden ebenso rasch und unauffällig wieder in einem Hausflur. Juden sind es, zum großen Teil bärtige Männer, die sich noch in den Sabbatkleidern Inder hell erleuchteten kleinen Ha.ussynagoge ihres Rabbi versammeln, .um in gnadenreicher Mitter* nachtstunde zum erstenmal im heurigen Jahr gemeinsam in ihrem Slichos, diesen einzig schönen Gebeten, Verzeihung für die Sünden des vergangenen Jahres und Glück für das in wenigen Tagen beginnende neue Jahr von dem, der über den Sternen thront, zu erflehen. Die ׳Beter scheinen sich des besonderen Ernstes des Augenblicks bewußt zu sein und mit ausgesuchter Betonung rezitiert der ״Bote der Gemeinde“, der Vorbeter, den Satz des Gemeindegebetstückes: ״Nimm doch gnädig das Flehen derer auf, die in den Nächten vor Dir stehen . . . und laß sie Peine Wunder sehen, Du, der Du Großes zu tun pflegst!“ Meint der Sänger da wirklich nur die Nacht draußen vor den Fenstern oder schwebt ihm dabei vielleicht der Gedanke an eine andere Nacht vor, die Nacht des Exils, die Nacht, in der das Böse triumphiert und den Schwung eines Volkes, m dem so viele ihrer Berufung ,zum Priestertum leben ■möchten, lähmt? Ein Blick in ׳die dem Irdischen entrückten Prophetengesichter im Ramme belehrt mich, daß hier Israels Verbundenheit mit dem Heil der Menschenseele deutlich erfülilt wird. Es •begleitet nicht nur Jalir tür Jahr der ernste Ton des Schofar das große Welken, das dem Reifen in der Natur folgen muß, sondern mehr noch als in jedem Jahre ׳konnte in dem *soeben zu Ende gehenden eine Serie der großen Katastrophen im Menschheitsschicksal Seite an Seite mit dem schweren Unheil beobachtet werden, das der jüdischen; Seele widerfuhr. Ursache einerseits, und doch ׳wieder andererseits nur Folge,!ist das jahrtausendealte Judenleid 1111lösbar eingekeilt in das Weltgeschehen und das sicherste Kriterium dafür, wie es einem Lande — verhältnismäßig wenigstens — geht, wird immer mehr das Wohlergehen der Juden in seiner Mitte, das nicht Ursache und nicht Wirkung allein, sondern beides zugleich ist. Es wäre vielleicht Ueberliebung, zu meinen, daß es ,gewissen Ländern darum gut geht, weil sie sich von judenfeindlichen Verhetzungen fernzuhalten wissen. Sicher ist aber, daß ihnen viel Schweres darum erspart bleibt, weil ihre tonangebenden Politiker tiefer zu blicken verstehen und nicht sich und ihre Anhänger mit ׳der ,bequemen Ausrede vom Juden, der an allem schuld ist, täuschen. Dadurch erhalten sie freie Hand ׳und freien Blick für die Wirklichkeiten des Lebens. Wie räumlich mit xlen Ländern, so verhält es sich aber auch zeitlich mit den Jahren. War ein Jahr ein Krisenjahr in meteorologischer, in politischer oder gar in wirtschaftlicher Hinsicht, dann haben es sicher auch die Juden in besonderem Maße zu verspüren bekommen. Und so brauchen wir heuer auch nur an die vielen Hochschulkrawalle, an Mexiko und an Saloniki denken, um konstatieren zu können, daß es draußen wieder einmal Nacht, stockfinstere Nacht. ist und daß jener Gefiihlserguß jetzt, wie sonst vielleicht schon lange nicht, angebracht ist, der ini sephardischen Ritus, für diese ״ernsten ,Tage“ um das Neujahrsfest herum in das Morgengebet eingeschaltet wird. Es ist dies der Psalm, der mit den Worten beginnt: ״Aus den Tiefen rufe ich zu Dir, o Gott!“, der!Psalm, der als ״De profundis“ auch in viele seinen Urhebern feindliche Herzen Eingang gefunden und Millionen Menschen in den verschiedensten Zeiten ini Kampfe gegen das Böse Stärkung gebracht hat. Elnsige JUcHnche für Weißnähen und Kleidermachen mit 6ffQ11tll9l1kelt«P«0M Wien» II«» Malvgasse 7, Dr. Krüger •Heim Staatsgilttge Zeugnisse QebUUanetjmM . Samstag geschlossen Fein «Butter! Ati|Bf0y?6|hdc|en v 0 f 2 Ü gl ich! Spendet für den der Adas Jisroel» Wien» II., Nestfoygasse 11. ' Bei demselben Rabbi und in derselben Umgebung, wie in dieser Slichosnaclit, hatte ich schon einmal auch das Freudenfest der Thora mitgefeiert und auch damals die Wonnen wirklichen Gebetes und reinster Freude genossen. Das war ein unvergeßliches Hallelgebet gewesen, ein ,fast überirdischer Sphärengesang aus den Mauern tallithumhüllter Männer, die dann erdabgewandt des aus dem •Munde des Zaddik leise verklingenden Schlußwortes harrten, um in neuem Jubeln und Jauchzen das nächste Kapitel beginnen zu können. Hier, in diesem konzentriertesten Gebet, hat unser jüdisches Wien sein Herz, das Zentrum seiner Awoda, seines ,wahren ,G-ttdienens, hier;in dieser ׳Klause und nicht in den Prachtgebäuden seiner großen Synagogen — und im Mittelpunkte des Zentrums steht wieder der Rabbi, um den sich in einer ,geradezu wunderbaren Diszipliniertheit alles schart. Und dann erst der Tanz des Rabbi mit der Thorarolle im Arm, begleitet von dem rhythmischen Händeklatschen der im Kreise ihn umstehenden Chaissidim, ein Tanz und ein Gesang, der im Horra des neuen!Palästina seinen Siegeszng durch die ganze jüdische Welt anzutreten im Begriffe ist. Aber in dem Augenblick schließlich, da der Rabbi im Tanzen innehält, verstummen plötzlich auch Gesang und Händeklatschen und nur ein hie und da einer Brust sich entringendes ״Oj weh“ erinnert daran, daß diese in ׳Schweigen versunkene Menge sich auf einem Höhe- ,punkt ekstatischen iG-tterlebens befindet. Ich las einmal eine jüdische Geschichte, in der erzählt wurde, es gebe im Himmel eine besondere Ab- ־teilung für Seufzer. An den Seufzern werde bemessen, wie die Menschen liier unten ihr Schicksal tragen lind was es ist, worunter sie leiden. N>un,' die Seufzer dieser Juden hier •bei ihrem Rabbi, sie gelten wohl — gleichgültig, ob an den ISlicliostagen oder am Tage der Thorafreude — nicht der materiellen Not und auch nicht der 1Nacht allein, in der wir lefben, sondern sie haben noch eine ganz besondere Note. Das große Reservoir im Osten ist hermetisch abgeschlossen und so mag wohl jeder von diesen Männern fühlen, daß die Lücken, die Elend, Krankheit und Tod alljährlich in ihren Reihen zurücklassen, in absehbarer Zeit nicht mehr aufgefüllt werden dürften. Es fehlt hier mehr als anderswo an dem natürlichen Nachwuchs der Jugend, da alle Widerstandskra'ft durch die unerbittliche Gewalt des Großstadtmilieus gebrochen wird. Oft geht so ein Vater oder Großvater zum Rebben, während die Jungen in seiner Familie keine Ahnung mehr vom Judentum haben. Und so entstehen die. ungezählten Seufzer jener, die nicht •sehen wollen, ja, um nicht sehen zu müssen, zum Rebben gehen, um so tiefer aber fühlen, welcher Riß sich in ihrem eigenen Heim auftut und oft sie selbst zu verschlingen droht. Freilich ist es zum Glück nicht immer so schlimm und das Judentum besitzt Werbekraft und tüchtige und fähige •Männer auch in Wien zur Genüge, die es verstehen, ,neue Zentren der Lehre zu schaffen und Schwänkende wieder den anderen Zentren des Judentuins, Awoda und Gemilus Cliassodiru, dem jüdischen Leben in seiner Gesamtheit also zurück- oder neuzugewinnen. Solche Meister der Lehre und dos Wortes sind einige jener Rabbiner der kleinen und• kleinsten Bethäuser, die in ihren regelmäßigen Vorträgen schon viel Gutes gewirkt, vielen Halt im Guten, manchen Ansporn zum Besseren gegeben haben. Einer der hochsten Ruhmestitel unserer heutigen Judengeneration ist nicht, was sie erhält, sondern mehr noch die Tatsache, daß sie, wirbt, daß es in Wien eine Anzahl von Baale Tesehuwo, von ,reuig Zurückgekehrten ■gibt, die vielleicht im göttlichen Haushalt noch tausendmal mehr bedeuten als jene, die noch nie gezweifelt aber auch noch nie gedacht und eine Ueberzcugung nie errungen haben. Ein nicht geringer Anteil an diesen geistigen Eroberungen des religiösen Judentums kommt aber dem Chassidismus zu, dessen Gefühlswärme überzeugender als alle rationalistischen Predigten wirkt, und mail soll einmal ein paar Reformrabbiner veranlassen; so eine Slichosnacht bei einem Rabbi mitzuerleben. Nicht ohne Absicht und Ueberlegung erklärt ja Rasclii den Aus- Spruch Jesaia (52, 3): ׳״Umsonst seid ihr verkauft wor- ■den und nicht ■durch Geld w e r d e t ihr e rlöst werden", indem er sagt: ״•Nicht durch Geld, sondern durch Teschuwa, durch reuige Umkehr.“ In diesen Baale Tesehuwo des ■Großstadtjiiaentums liegt',fürwahr die sicherste Gewähr ׳für die Hilfe, um die die Chassidim hier bei ihrem Rabbi seufzen und beten, jubeln und weinen. Ich habe in dieser gnadenreichen Nacht eineu kleinen gedanklichen ׳־Durchmesser durch den Kreis unseres heutigen jüdischen ■Lebens gelegt, und auch mein Weg nach Hause beschreibt so ein Stück eines Durchmessers der großen Stadt. Aber zum erstenmal in meinem Leben erfuhr ich, was Kefizas ha derech, was wunderbare Verkürzung eines Weges bedeutet, denn als wäre ich von unsichtbaren Händen getragen worden, fand ich mich auf einmal vor dem Tore meines Wohnhauses, und in der Tat ■hatte ich diesen •Heimweg in einer gewissen getragenen Stimmung zurückgelegt. Ich hatte an* die feierlichen und schönen Gebete der Neujahrstage gedacht, die nicht etwa um persönliches Glück oder nationale Erlösung flehen, sondern als die notwendige Voraussetzung hiezu den an diesen Tagen zu Gericht sitzenden Herrn der Welt nur bitten, es mögen sich alle Geschöpfe vereinigen, um seinen Willen zu erfüllen, es möge das Böse wie Rauch vergehen und die Herrschaft der Gewalt und des Frevels schwinden, Und wenn dann diesen schweren Weg per aspera ad astra, ans dem Dunkel zum Licht, nicht mehr fast ausschließlich Männer unseres Stammes und Glaubens ersteigen, sondern auch von wahrem Menschentum beseelte Söhne anderer Völker am Werke sind, das Böse himvegzuräumen, dann mögen wir wohl, auch endlich mit dem Wächter des Propheteu Jesaia einmal auf die •Frage; ״Wie weit ist’s in der Nacht?“ antworten können: ״Es kommt der Morgen, wenn auch jetzt noch die Finsternis herrscht!“ 992552448977

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