Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 35 (4.9.1931)
- Date
- 1931-09-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 35 Seif גג"«.‘ /Avaa «tft »rfh «Mt Zur Diskussion über die Vorhemerkung; Das große Interesse, dös die in unserer Zeitung angeregte Diskussion über die Mittet gegen die Verwikterung im öffentlichen Leben linser’er Gemeinden allseits hervorgerulen bat»!brachte es mit sieh» daß auch die ■Frage des Erb- und Ersitzungsrechtes von Rabbinatsämtern. die sogenannte »»Chasokoh“-Frage, in die Erörterungen gezogen wurde. Man könnte vielleicht darüber Zweifel hegen, ob die öffentliche Behandlung solcher in die Tiefen der Halacha eindringenden Themen angebracht sei und zur Klärung oder gar zur Entscheidung in dieser Frage beitragen könne. Da es aber feststehende Tatsache ist, daß infolge von bekannten Vorkommnissen in jüngster Zeit diese Frage in den breitesten Volksschichten der orthodoxen und nichtorthodoxen Judenheit, ja selbst in nicht jüdischen Zeitungen, zum Schaden der ruhigen Entwicklung unseres ■Gemeindelebents mit der größten Erregung behandelt wird, so erscheint es uns gerade vom Gesichtspunkt des orthodoxen Judentums unzulässig, in der Vogel-Strauß-Politik fortzufahren und die Augen vor Problemen zu verschließen, die ihrer Natur nach und durch die Art, wie sehr oft die un- •wissendste Volksmenge über sie mittelst Wahlzettels zur Entscheidung aufgerufen wird, geeignet sind, ganze Gemeinden zu zertrümmern und wertvolle •geistige Güter und heilige Interessen des orthodoxen Judentums zu schädigen. Wir glauben des- •halb, der Sache der Thora ־ einen guten Dienst zu leisten, wenn wir heute im , Rahmen der allgemeinen Diskussion über die Gesundung des orthodoxen jüdischen Gemeindelebens in. unserem Lande und unter den gleichen Bedingungen, die wir fiir diese Diskussion in unserer Zeitung auf- ' gestellt haben, die Erörterung auch über diese Frage fortsetzen lassen. Herr Oberrabbiner Spitzer in Spisske Podhradie gibt in einem Brief an uns seiner Freude •darüber Ausdruck, daß die Chasokoh-Frage mit in die Diskussion gezogen wurde, und ersucht uns, das Vorwort zu seiner demnächst unter dem Titel כתר תורה״“ in hebräischer Sprache erscheinenden liaiacliisehen Abhandlung über diese Frage hier in deutscher Uebertragung zum Abdruck zu bringen. Die Redaktion. Vorwort. Dieses“ Heft habe ich m. G. H. schon vor mehreren Jahren im Aufträge meines Lehrers und;Meisters, cles heiligen Gaon, des Oberrabbiners und .Jeschiwaleiters von Hunsdorf s. Z. 1. s, j. o. verfaßt. Und das trug sich folgendermaßen zu:: Im Sommer des Jahres 5672 hatte ich die S’chijoh, in der Gesell- Schaft cles bekannten vorbildlichen Gaon und Zaddilc, , ides Hegyalyamäder Oberrabbiners schlto bei einer Sitzung cles ״Machsike-Hadäss“-Vereines für ״fünf Bezirke“ in Ujhely zu sein. Tn einer Beratungspause sagie •er zu mir: ״Kirchdraufer Raw! Ihr befaßt euch doch mit -den Angelegenheiten der Gesamtheit.!Bestrebet euch doch dahin, daß in der ׳Erbrechtsangelegenheit der Rabbiner Wandel und Ordnung geschaffen werde, denn manche Rabbiner unserer Zeit übertreiben diesbeziiglieh thorawidrig bis zum unerträglichen Maß.“ Ich aber meinte: ״Es ist doch sicherlich nicht die Absicht Euer 'Ehrwürden, daß ich als unansehnlicher Rabbiner auf •eigene Faust entscheidend in die Sache• eingreife.- Diese Angelegenheit muß von den berufensten und hervorragendsten rabbinischen Führern der Gegenwart eingeleitet werden. Euer Ehrwürden setzt aber wohl von mir voraus, daß ich, der ich öfters in der Nähe des großen Rabbi von Hunsdorf weile, ihn auf diese Sache im, Nainen Euer Ehrwürclen aufmerksam mache, denn ih!m, als der angesehensten. Autorität unserer Zeit, steht die Initiative zu. Das will ich auch tun.“ Er erwiderte: ,»Ich bitte Sie drum.“ Nach einiger Zeit, als ich wieder einmal meinem Rabbi in Hunsdorf einen Besuch abstattete, legte ich *die Angelegenheit vor. Er freute sich und sprach: ״Ich fand endlich einen Gleichgesinnten in der Person des ■Mäder Gaon 11 j. Wisse, die neu aufgekommene UebCrtreibung in Sachen des rabbinischen Chasokoh-Rechtes ist mir immer zuwider gewesen, Denn •abgesehen davon, daß es meines Erachtens gegen die Halacha verstößt, eine Gemeinde zu zwingen, den Sohn ihres verstorbenen Rabbiners auf die Stelle seines "Vaters aufzunehmen, selbst wenn dieser würdig ist, dieses Amt zu bekleiden, denn das freie Verfügungsrecht steht der Gemeinde u n d nicht uns zu, geschieht es‘auch zuweilen, daß man vorkommendenfalls, im Augenblick der schmerzlichen Erregung über den Trauerfall, die Gemeinde nötigt, -den Sohn zu akzeptieren, auch wenn er dazu nicht berufen ist, und dergleichen Mißbräuche. Darüber ist viel zu reden. Doch, du weißt ja auch, daß man׳ mich mit zahlreichen Gemeinde- und Privatangelegenheiten der verschiedensten Art überbürdet (er gebrauchte dabei Ausdrücke der Bescheidenheit), so daß ich mich, nicht mit all diesen zu beschäftigen vermag. Selbst die Dinge, denen ich mich nicht entziehen kann, in die ich mich mengen muß, übersteigen meine geistigen und körperlichen Kräfte bei weitem. Deswegen finde ich jetzt keine freie Zeit, die Dinge, die mit •dieser Frage Zusammenhängen, in gehöriger Weise zu ordnen. Du aber verfügst über mehr Zeit, Deshalb wollest •du diese' Halacha gründlich und klar ausarbeiten, nebst den Diuirn, die daraus zu schließen sind. Du schickst dann die Sachen zu mir und wir wollen .;sodann darüber noch reden.“ Ich führte seinen Auftrag ■aus, erläuterte und arbeitete die Chasokoh-Frage richtig aus und ließ das vorliegende Heft in seine Hand gelangen. Als ich dann wieder vor ihm erschien, sagte er mir in seiner, besehetdenen Art; ״Ich hübe deine Ausführungen genau geprüft und dabei, festgestelit, daß wir beide zu der gleichen Schlußfölgerung gekommen sind. Dehu diese Halacha ist bei mir■־längst entschieden; Nur war meine Forsehungsmethode eine;ändere, (Er meinte damit, daß er auf des ,.Chasöfcöh-ßeehtes“. ,einem andern Weg und auf Grund, anderer halachischen Beweisführung zu demselben Ergebnis gelangt war wie ich. Für die Halacha hut das über nichts zii bedeuten, denn unsere Entscheidungen decken sich vollständig.) Du bist in die ־Tiefe des Rechtsproblems eihgedrungen und •deine Worte sind gut und richtig. Ich •will mir aber nicht ein Vorrecht nehmen und möchte nicht allein mit einem Aufruf hervortreten. Wir wollen das in ge schlossetier Menge tun und danach streben, daß unsere Großen und die anderen Rabbiner diese Anordnung mitunferzeichnen. Tue vielmehr folgendes: Schicke dieses Heft an zwei oder drei der Thoragroßen, die durch Frömmigkeit und Wahrheitsliebe hervorragen. Du darfst ihnen mitteilcn» da ich für die Theorie utul für die Praxis mit dir übereinstimme, Sobald du ihre Zustimmung besitzt, werden wir mindestens drei und ich im Gefolge der Großen sein. Sodann Sollen wir die Unterschriften der anderen Autoritäten einholen, damit die Anordnung, so wie du geschrieben hast, zur Regel erhoben wird/‘ * Ich ,wollte in der Tat sofort an die Ausführung dieses Planes schreiten. Da tauchte aber die bekannte Affäre des ,,Spiritus schel Pessach“ auf, welche den heiligen Greis wegen der •Befürchtung des ״Chomez am Pessach“ in Aufregung versetzte und ihn ganz iri Anspruch nahm. Auch ich habe meinen Teil au dieser Arbeit an mehreren Orten geleistet, bis es ihm gelang, der Sache ein Ende zu bereifen. Inzwischen brach der furchtbare Weltkrieg aus und es war nicht möglich, das Begonnene durchzutühren. Knapp nach •dem Kriege aber fiel die ״Krone unseres Hauptes“ und es blieb uns niemand, der in die Bresche treten würde. Um jene Zeit sagte mir noch der Rabbi: ״Wisse, daß früher das Cliasokoh-Rccht bei Be- Setzung von Rabbinatcn in unserem Lande nicht üblich war. Denn als der große Maharani Barbi verschied, hinterließ er einen‘ Schwiegersohn, den Gaon Seligmann, der ein bedeutender Talmid Chochom •war und von seinem Schwiegervater in seinem Werk .lobend erwähnt wird. Trotzdem setzte die ehrwürdige Gemeinde Preßburg nicht ihn zum Nachfolger seines Schwiegervaters ein, sondern berief den hervorragenden und berühmten Gaon Rabbi Meschullam Igra aus Tysmcnicz. Als dieser verschied, blieb ebenfalls ein Sohri, ein bekannter Talmid Chochom, zurück. Auch ihn wählte die Gemeinde Preßburg nicht zum Rabbiner, sondern legte in die Wahlurne die Namen von vier hervorragenden Führern, nämlich' Rabbi Akiba Eger, seinen Schwiegersohn, den ״Chasam Sofcr“, Rabbi Boruch Fränkel-Teomin (Boruch Taam) und Rabbi Schalom Ullmann (Diwre Rasch). Als gewählt ging der ״Chasam Sofer“ hervor, und niemals hatte irgend jemand daran etwas auszusetzen. Solcher Fälle sind mir in unserer Zeit mehrere bekannt, und ein Bes Din wurde nicht eingesetzt, und die Welt •wurde .nicht in Erregung gehalten.“ Ich fragte ihn noch: ״Weshalb haben Euer Ehrwürden nicht zur Zeit, als Ihr Vater, der Oberrabbiner von Tiszafüred ,ins Jenseits abbeimfen wurde und — wie bekannt — die ganze Gemeinde Sie, seinen Sohn, zu ihrem Rabbiner auserkoren hatte und nur durch einen Gewaltakt des Rosch-Hakohol nicht zur Wahl zugelassen und ein anderer gewählt worden war, nicht sein Recht bei einem Bes Din gesucht?“ Er antwortete ,.Was ist denn das für eine Frage? Es heißt doch in der Mischna: ,Hasse das Rabboniis‘. Nur wenn man, ohne eigenes Hinzutun und ohne Propaganda eine Rabbinerstelle erreicht, gebührt sie einem als Gabe G-ttes. Ein G-ttesfürchtiger wird sich nicht im geringsten bemähen, eine solche Verantwortung auf sich zu laden. Es ist ja bekannt, wie der greise Rabbi Akiba Eger es bedauert hat, Rabbiner geworden zu sein. Wenn die Großen seiner Zeit üncl seine Söhne, die Große in Israel waren, ihn davon nicht zurückgehalten hätten, so würde er sein Rabbinat niedergelegt haben. Was sollten wir da erst tun?“ So weit der Rabbi. Ich nenne dieses Heft ״Keser Thora“ (״Thorakröne“), um damit anzudeuten, daß die־ Thorafürsten dahin Übereinkommen mögen, daß die Thorakrone wegen ihres hohen Ansehens von Geburt und Erbfolge unabhängig: sei. Die Frucht des Feigenbaumes gebührt dem, der ihn gepflegt hat. Wer sich um die Erwerbung der Thora mit Hingabe seiner ganzen Kraft bemüht hat, möge überall eintreten und ihre Krone erringen. O b e r r ab b i n e r L. Spitzen•, Spisske Podhradie. |@| NACHRICHTEN m Synagogenweihe. Sonntag, den 6. September 1931, nachmittags um 5 Uhr, findet die feierliche Einweihung der umgebauten Synagoge, Wien, XIV., Storchen- ■ gasse 21, statt. Mattersburg. Mit Rücksicht darauf, daß der hiesige jüdische Friedhof infolge des raschen Wachsens der Stadt sich bereits im Innern der Stadt befindet, kann er nur bei entsprechender Adaptierung der Friedhofsmauer erhalten bleiben. Die Chewra Kadischa läßt daher einen Aufruf ergehen ,in dem um Beiträge zu den Kosten dieser Bauarbeiten, die der Verein aus eigenen Mitteln nicht bestreiten kann, ersucht wird. Rabbiner installation in Papa. Am 26. August fand die feierliche Einführung des neugewählten Oberrabbiners Jakob Haberfeld statt. Nach einem herzlichen Empfang und (Jebergabe des Rabbonusbriefes wurde der neugewählte Oberrabbiner in feierlichem Zug in die Synagoge geführt, wo nach Begrüßung durch Rabbiner Preßburger, Oberrabbiner H a b e r f e l d eine großangelegte, von innerer Glut und rhetorischem Schwung getragene Antrittsrede hielt. Nach Verrichtung des Mjnchagebetes fand die Trauung •. des neugewählten Oberrabbiners mit der Tochtei• iles vor zwei Jahren verblichenen Oberrabbiners Samuel Gott lieb s. Z, )1, statt, Den Trauakt nahm der Vater lies Oberräbbiners, Rabbiner Simon Ha b e r f e ld aus V. Tapolcsau, unter Assistenz zahlreicher-, anwesender Rabbiner vor, Abends wurde das Doppelfest im Rahmen eines großen Banketts gefeiert. 'Waf AJpku von Europa nach lernen kann. Dieser Tage fand in Algier die Gründung des Verbandes: der ״Latiner״, einer nach« dem Muster 'der Nätio« ־’ /■'-־ ־- ‘ ־?ZV -׳ *■ :־״ . - f) - ־.. versehene Kuneröl. Das Verschlußsiegel Ihnen dafür, daß Kunerol von jedem Kunerol ist reines Kokosnußfett und kann sowohl zur ZubereK tung von Milchspeisen als auch zur Zubereitung von Fleischspeisen verwendet werden. 100% REINES KOKOSNUSSFETT ״Kunerol ist nur echt in Originalpackung!“ ״Vor täuschenden Nachahmungen ־wird gewarnt!“ nalsozialistischen ]Partei in Deutschland gebildeten anti־־ semitischen Organisation für Algerien, statt. Als sein Hauptziel proklamiert der Verband die ״Bekämpfung des jüdischen Einflusses“. Der neue Verband hat einen Auf« ruf an die ״latinische Bevölkerung“ Algeriens erlassen, in dem es..u. a. heißt: ״Dieser Aufruf richtet sich nicht an die Juden, sondern nur an die Latiner. Ihr Latiner bildet die Mehrheit, aber ihr laßt euch von einer verwegenen' Minderheit beherrschen, die, nachdem sie von Industrie und Handel Besitz ergriffen hat, auch nach der Macht in, unserem Lande greift, um unser Volk zu unterdrücken und zu versklaven.“ Der Aufruf, wurde in zahlreichen Städten Algeriens angeschlagen. Die liberalen Zeitungen von Nordafrika erheben einmütig Protest gegen die Tätigkeit der neuen Organisation und fordern zur Bekämpfung des Rassen« hasses auf. Die Legende von der jüdischen Presseherrschaft. Auf Grund der statistischen Angaben des soeben von Prof. Dr. E. Dovifat im Verlag Carl Duncker heraus« gegebenen ״Handbuch der •Weltpresse“ stellt Hans Oppen« heimer in Nr. 15 der Zeitschrift' des Reichsbundes., jüdischer Frontsoldaten ״Der Schild“ eine Untersuchung über den Einfluß der Juden auf das deutsche Pressewesen, der von antisemitischer Seite immer wieder als über«׳ mächtig dargestellt wird, an. Vergleiche zeigen, daß die Zahl der deutschen Tageszeitungen sich von 1927. bis 1930 um 112 auf 3353 vermehrt hat. Der Prozentsatz der rechts« gerichteten Zeitungen von den Nationalsozialisten bis zum Zentrum ist mit 35,4 Prozent aller Zeitungen der gleiche geblieben. Dagegen ist die liberabsozialistische Presse um 2,3 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken. Die par« teilose und die Generalanzeigerpresse ist um 2,2 Prozent auf 55,3 Prozent gestiegen. Die sogenannte ״Linkspresse“ einschließlich der kommunistischen stellt nach wie vor nur den zehnten Teil der deutschen Presse dar, die söge« nannte ״Judenpresse“ noch nicht einmal den 20. Teil. Von den 85 größten deutschen Zeitungen werden noch nicht zehn von jüdischen Chefredakteuren geleitet. Da aber gerade die Provinzblätter, die Generalanzeigerpresse und die neutrale ■Presse noch viel weniger als die große Presse!; unter ״jüdischem Einfluß“ stehen, so dürfte ,־ dort derץ jüdische Anteil kasum den ■Bevölkerung s*': mäßigen Anteil von 1 Prozent übersteigen. Von einem Vorherrschen ’der ״jüdischen“ Presse kann also in keinem Falle die Rede sein, auch nicht, wenn man auf die deutschen Zeitungskonzerne näher einginge, von denen nach wie vor der Hugenberg«Konzern an der Spitze steht. ■ ■ Neuregelung des Reclitsstatus der türkischen Juden. Das Innenministerium bereitet ein neues Gesetz vor, durch das zum erstenmal der Rechtsstatus der Juden in der Türkei als nationale Minderheit genau festgelegt werden soll. Es wird erwartet, daß der rechtliche Status der türkischen Juden durch das. neue Gesetz wesentlich verbessert werden wird. Gegenwärtig sind die jüdischen religiösen Angelegenheiten in der Türkei noch durch eine im Jahre 1864 erlassene Verordnung Sultan Abdul Medjids geregelt. Die Bestimmungen dieser Verordnung entsprechen jedoch nicht mehr den gegenwärtigen Ver« hältnissen. > Amnestie für die illegal nach Palästina Ein•; gewanderten. Die ״Official Gazette“, das palästinensische Amtsblatt, veröffentlicht eine Verordnung, durch die es auch Personen, die weniger als 1000 Pfund besitzen, ermöglicht wird, sich als Einwanderer der Kapitalistenkategorie registrieren zu lassen.. Die neue Verordnung, über deren Vorbereitung die Jüdische Telegraphen-Agentur bereits vor zwei Wochen berichtet hat, ist als eine Amnestie für alle zur Zeit der Veröffentlichung der Verordnung in Palästina wohnhaften Personen, die auf illegale Weise ins Land gekommen sind, aufzufassen. Ihre Geltungsdauer endet am 30. September 1931. Amerikanisch-europäische Analogie. ״The Detroit Jewish Chronicle■‘bemerkt in seiner Ausgabe vom 31, v. M. zu der Tatsache, daß die Ein- Wanderung nach den Vereinigten Staaten seit 69 Jahren nicht so niedrig war wie heuer; ״Dies ist aber kein Argument gegen jene, die alles hassen, was fremd aus? sieht und fremd ■klingt, und denen alles, was ihnen miß*; fällt, ein rotes Tuch bedeutet, Diese Leute erbljcken M I allen unseren Schwierigkeiten nur eine Folge der Zu* J lassung der Ausländer an diesen Gestaden, Esist aber ein Glück für die Begründer dieser Republik, daß die Indianer nicht vou diesem Gift befallen waren,“ Wer die Geschichte Mitteleuropas kennt, wird auch unseren auf ihre Bodenständigkeit so stolzen Feinden alles .,Fremden“ dieselben Argumente entgegenhalten können. Wo waren sie vor der Schlecht auf dem LcchfeldeL; ,