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Jüdische Presse · 1931-08-21 · 33 (21.8.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
33 (21.8.1931)
Date
1931-08-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Auf Bfot gestrichen vo r 2ügl i eh1 IIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIII1IIIIIIIII1!IIIIIIII1II[||||!IIII!IIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIII!I!I!I!IIIII1I!IIIIIIIII1 eine Rabbinerstoeliter heiraten 7.11 müssen. Dadurch würden hunderte junge Leute, namentlich 3ני עציים flTKI שמהם תצא zum fleißigen Lernen und entsprechend würdigem,, religiösem Lebenswandel veranlaßt werden, da sie die Möglichkeit hätten, durch tatsächliche Fähigkeit allein schon in den Rabbinerberuf zu gelangen. Den תלמי1י חכמים der Gemeinde müßte ein besonderer Einfluß auf die lernende Jugend eingeräumt werden, um mit Zuwendung besonderer Mittel die dem Rabbinerberuf sich widmenden Schüler schon vom Anfänge an in die entsprechenden ישיב1ח weisen zu können. Es ist auch für die Dauer weiter unhaltbar, daß Gemeindemitglieder, die מחללי שבת sind oder sonst eiementarste Forderungen des jüdischen Religionsgesetzes verletzen, namentlich in orthodoxen Gemeinden auch darüber oft ausschlaggebend entscheiden, wer Rabbiner und geistiger Führer der Gemeinde sein soll, wie es sich jüngst in einer Gemeinde ereignete, daß von der Wahl einer Schönheitskönigin sich die Teilnehmer direkt zur Rabbinerwahl begeben haben. Es kann dann nicht verwundern, wenn ein Wahlsieg solcher Herren einen gegenseitig beleidigenden Flugzettelkrieg zur Folge Hat. Diesem muß entgegengewirkt werden, aber nicht in den letzten Folgeerscheinungen, sondern in seinen Grundmotiven soll das Uebcl erfaßt und behoben werden. Ich muß bekennen, daß es mir bitlere Wehmut bereitet, dies alles, wie cs ja auch ganz offenkundig ist, auch in die Presse zu bringen, aber eben die Liebe und Sorge für das jüdische Gemeindewesen drücken mir die Feder in die Hand, um auf den eigentlichen Brandherd der Zwiste hinzuweisen. Man kann einem Gemeinwesen nicht ärger dienen, als wenn man seine Mängel bemäntelt und auf falscher Fährte suchen läßt. האמת והשלי□ אהבי. Die Wahrheitsliebe muß zum Frieden führen. E p 11 r a i m Kai.se r, Bratislava. 0 NACHRICHTEN 0 Michael Roth זצ״ל• Vor zwei Wochen verschied nach kurzem Leiden, im 68. Lebensjahre Herr Michael Roth זצ״ל«• Schüler der hervorragendsten •altungarischen Jeschiwotli, war er ein Talmidehacham von altem Schrot und Korn. Ein, ehrenhafter Kaufmann, ausgezeichneter Familienvater, hilfreicher Mensch, widmete er jede freie Minute dem Studium der Thora .Durch Jahrzehnte gehörte er der Schiffsclnil und dem Beth-I-Iamidrasch an ׳und zählte zu den besten ,und beliebtesten Mitgliedern. Audi im Bethaus ״Emos Wescholaum“, wo er täglich •früh und ■abends Scliiur lernte, zahlte er nur Verehrer. — A11 seiner Bahre standen vom Beth-'Hamidrasch Rabbiner P. Breuer und Vorsteher J. Fromev, für ״Emos Wescholaum“ Vorsteher Abram0witsch, ■die alle tiefbewegt schilderten, welchen schweren Verlust ihre Vereine und die Wiener religiöse Judenheit erlitten haben. תנצב״ה Keine Revision der Sonntagsrulieverprdhung־ in der Tschechoslowakei. Bekanntlich hat die Jüdische Partei in der Tschechoslowakei der tschechoslowakischen Regierung zuhanden des .׳Ministerpräsiklenten und der Ressort- 'minister am 1. Juli ein ausführliches Memorandum gegen die mit der Regierungsverordnung N1*. 62 eingeführte obligatorische Sonntagsruhe in Preßburg überreicht. In dem erwähnten Memorandum erhöben die beiden %oths 41.'J3auphcAu&ßrJtnaden, -und ‘fflcüMm. milOfentfiMahrafit י //. fflatzgasse, ן Lebensversicherungs-Gesellschaft ן L,PHÖNIX"! |!?Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll’ I j Gegründet 1882 Gegründet 1882 j| | VersidißruiigsbGstand Ende 1930 .... 2560 . Schilling | | Prämißn-und Zinseneinnahmen im Jahre 1930 150 “““ Schilling ן | Garantiemittel Ende 1930 . - . 378 . Schilling ן | Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1930 35.5 lliionen Schilling ן | Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: j Ü Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische j§ Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, g ff Italien, Ungarn, Polen,Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- 1 land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten rriinilnlllllllllllmlillllliltlllllllllllmlllilllllilliilllliiiliiilllllilllllllllllinilllllllililllililllllllllllllKlIIIHIIIIillliiiuilimiT• jüdischen Abgeordneten Dr. Ludwig Singer und Doktor Julius Reisz Vorstellungen gegen die schwere Schädigung, die diese Verordnung für die vierhundert sabbathaltenden Kaufieute in Bratislava dar« teile. ■und forderteil die Einführung einer Ausnahmsbestimmung für diesen Bevölkerungsteil, unter Hinweis darauf, daß solche Ausnahmsbestimmungen zur Bequemlichkeit von Kurgästen auch in den tschechoslowakischen Badeorten bestünden und daß die religiöse Ueberzeügung mindestens der Bequemlichkeit von Kurgästen glcichzustellen sei. Es wurde auch, darauf verwiesen, daß von der sozialen Seite Her keine Bedenken gegen die Einfiihrung von Ausnahmsbestimmungen für jüdische Kaufleute bestehen können, da für deren Angestelltenschaft eine 62stündige Ruhezeit von Freitag nachmittag bis Montag morgen-faktisch bestehe und durch die geforderten Ausnahmebestimmungen diese Ruhezeit nur eine zweistündige Unterbrechung am Sonntag erfahre. Dem Memorandum war eine Erklärung von 300 Handelsangestellten beigefügt, die sich dem Protest der Jüdischen Partei und der Forderung ihrer Arbeitgeber anschlossen. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur von informierter Seite erfährt, hat die Regierung als solche bisher keine Stellung zu diesem Memorandum genommen. Die Verhandlungen, die wegen einer Novellierung der Regierungsverordnung geführt werden, stoßen jedoch insbesondere auf seiten der deutschen Sozialdemokraten auf Schwierigkeiten. Es ]verlautet, daß der deutsche Sozialdemokrat Dr. Ludwig Czecli, ein Jude, in seiner Eigenschaft als Minister für soziale Fürsorge die Jiidische Partei von seiner' ablehnenden Haltung zu der Forderung nach Einführung von Ansnabmsbestimmun-• gen für jüdische ׳Kaufleute in Bratislava in Kenntnis gesetzt hat. Der Ausgang de!־ Verhandlungen gewinnt dadurch an Bedeutung, daß sich in letzter Zeit Tendenzen bemerkbar machen, die für Bratislava ■statuierte abligatorische Sonntagsruhe auch auf die übrige Slowakei auszuclclinen. was einer weiteren schweren Schädigung der Wirtschaft der tschechoslowakischen' Juden gleichkäme. David Lieben s. Z. 1. In der Nacht des □מוצש״ק פ, שופטי ist eine der bekanntesten und ehrwürdigsten Persönlichkeiten der Prager Judenschaft, Herr David Lieben, im gesegneten Alter von .88 Jahren verschieden. Er war auf allen Gebieten jüdischer und menschlicher Wohltätigkeit mit liebevoller Hingabe tätig. Seine religiöse Gesinnung und Lebensführung nach den Erfordernissen strenger Orthodoxie ist allbekannt. Ganz besondere Verdienste erwarb er sich 11m die jahrhundertealte Chewi’a Kaditschn von Prag. Vierzig Jahre war er ihr P.rimus und zuletzt ihr Ehrenöbniann. Trotz mancher Hindernisse und Schwierigkeiten blieb er fest und verstand es, die Spendet für den Kindergarten und Jessode Hatlora der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11• Nach neuerlicher Renovierung wieder Kulanteste Preise! Kulanteste Preise! Nach neuerlicher Renovierung wieder eröffnet II. ßollandsiraße 10 Cliewrn in mustergültiger Weise dem Geiste der Thora zu erhalten. Die Hatwajoh fand Montag unter großer Beteiligung der Prager jüdischen Bevölkerung und zahlreicher Deputationen Von auswärts von der Wohnung aus statt. Hespedim wurden nicht gehalten: er. hatte sich solche in seiner grenzenlosen Beschei־ denlieit strengstens verbeten, wie er ja stets die Lehren der heiligen Thora als Richtlinie für sein Tun und Lassen betrachtete. Den Limmud ha Thora pflegte er sein Leben lang mit besonderem Eifer. Fast?0 Jahve hindurch nahm er täglich pünktlich an einem Schiiir teil, den noch der Malutral s. Z. 1; gegründet hatte. Möge sein Andenken gesegnet sein. ^רנצב״ה Oberrabbiner Lau in Prag. Aus Prag wird uns berichtet: Letzten ש״ק hatten wir die große Freude, Se. Ehrw. Herrn Qberrabbincr M. C11. Lau aus Presov bei uns als Gast zu. ■sehen. Er hielt in der Hochsynagoge vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen außerordentlich eindrucksvollen Vortrag über תורה und מוסר• Ini Rahmen seines Vortrages berührte er in zu Herzen dringender Weise alle Fragen de« religiösen Auflebens in der Gegenwart. Seine Worte hinterließen sehr wertvolle Anregungen, die sieh im Laufe der Zeit vorzüglich auswirken werden. Bei der darauf im Vereinslokal der Tifercs Bachurim stattgefundenen עירה שלישות□ sprach Herr Oberrabbiner La u abermals schöne iDiwre Thora. Im Anschluß daran berief der Tifercs Baclmrim-Vercin eine Sitzung, die fast bis Mitternacht dauerte lind bei der Herr Oberrabbiner Lau speziell auf die Notwendigkeit zielbewußter und planmäßiger Agud aarbeit in Prag hinwies. Als Folge .seiner ׳Anregungen dürfte der Tifercs Bachtirim-Verein sich schon in allernächster Zeit zu einer Agudas-Jisroel-J׳ugendgruppe umgestalten. Scliulnachrichten. Bürgerschule für Erwachsene. Die Regierungsverordnung vom 26. Oktober 1922, Nr. 336, ermöglicht denjenigen, die nicht mein• schulpflichtig sind, die Absolvierung sämtlicher Klassen der Bürgerschule in einem Jahre. Es gibt kaum einen Beruf, wo diese Qualifikation nicht erforderlich wäre. Ein solcher — zu einer zusnmmengczogeneu Bürgerschulprüfung vorbereitender — Kurs wird eröffnet am I. September 1. J. für Erwachsene deutscher und 1m-!»•■arischer Muttersprache. Die Absolvierung dieses Kurses bietet gleichzeitig auch Gelegenheit und Mögliohkeit zur Aneignung der slowakischen Sprache. Anmeldungen w,erden spätestens bis zum I. September in der Direktionskanzlei der orth.-isr. Knabenbürger־ schule (Turnergasse 4, J. Stock) entgegengenommen. 25. Jahresbericht der isr. Volksküche in Piegtany. Wie alljährlich erscheint auch *,diesmal während der .Kursaison der Jahresbericht des Vereins der Piegtanyer isr. Volksküche. Er berichtet diesmal über das 25. Jahr einer segensreichen ■humanitären Tätigkeit, ,und auch diesmal offenbart «ich in ihm neben der unermiidlichen, ■hingebungsvollen Arbeit der Vereinsleitung eine sehr beklagenswerte Gleichgültigkeit der meisten Gemeinden des Landes gegenüber einer Institution, von der doch Unzweifelhaft feststellt, daß sie zum Wohle leidender Juden des In- und Auslandes Dankenswertes leistet. Wer nach Piegtany zur Kur fährt, tut ■es in den seltensten Fällen zum entbehrlichen Vergnügen. Dort sucht man nur Heilung von schwerer Krankheit. Muß es ein mit irdischen. Gütern nicht Gesegneter, so ist es elementarste jüdische Menschenpflicht, ihm beizustehen, damit er von seinem Leiden Genesung findet. Diese Pflicht obliegt allerdings in allererster Reihe der jüdischen Bevölkerung Piegtanys, die ihren Einzige jüdische MM ■ ־ für Weißnähen und Kieidermachen mit Offentllchkeltsreoht Wien» ll.f Malzgasse 7, Dr. Krüger-Heim Staatsgiltlge Zeugnisse Gebilfinnearecht Samstag geschlossen Eisenstadt. Von Elchanan. Ein Städtchen voller Merkwiudigkeiten und Paradoxa — so könnte man vielleicht am besten die Landes־ hauptstadt am sonnigen, weinbestandenen Abhang des Leithagebirges charakterisieren. Aristokratische und bürgerliche Vornehmheit auf der einen, tiefstes Elend auf der anderen Seite, ländliche und städtische Wesenszüge .zugleich drücken Eisenstadt ihren Stempel auf, und dasselbe Gemisch der heterogensten Elemente zeigt auch ’seine Bevölkerung, in der Kroaten, Magyaren und *Zigeuner dem deutschen Grundcharakter des Städtchens deutlich ihren Einschlag verleihen. Dabei ist es _ nur eines von diesen vielen Paradoxen Eisenstadts, daß die meisten deutschen Namen, die man in seinen Straßen findet — jüdischen Familien angehören, ■ Dieser Sitz der Landes־ regierung und der Zentralbehörden des aufstrebenden Rurgenlandes macht mit seinen rührend unbeholfenen Gehversuchen als Stadt den Eindruck eines Königskindes, dem Krone und Zepter in die Wiege gelegt worden,,. Das Groteskeste aber an diesem Städtchen der . Paradoxa ist noch sein Judenstädtchen. Während man sonst ■gewohnt ist, ein Judenstädtcheu z u F ü ß e n eines ^Schlosses zu suchen, das stolz auf Bergeshöhe thront, :liegt hier'das stille Schloß jenes Fürstengeschlechtes, ' das einst Judenjund Künstler an seinen Hof zu ziehen ver# : standen hatte, aln F u 0e des Berges, an dessen Lehne die Judenstadt klebt, Vielleicht erklärt diese bevorzugte Lage den Stolz der Ejsenstädter Judenfamilien, der einst sprich- ־ ־wörtlich war, von dem aber die neueste Zeit nur wenige traurigste Reste übriggelassen. Den wirklichen, den echten alten Stolz scheint übrigens auch das Schloß der Ester־ hazy nicht mehr zu besitzen, das in seiner Wuchtigkeit und Schwere nicht mehr recht weiß, was es mit sich selbst anfangen soll. Am deutlichsten spiegelt sich diese Ver־ wunderung über die neup Zeit aber in den scheinbar so steinernen Gesichtern der tatarisch־ugrischen Helden an der Schloßfront, die es vielleicht noch begreifen konnten, daß ein Esterhazy einmal die ungarische Königskrone ausschlug, die es aber nicht verstehen, daß sich nunmehr schon seit einem Jahrzehnt ihr Kismarton extra H u n־ g a r i a m befindet, und dennoch lebt, ja sogar einer neuen Blüte entgegensieht. In der Judens«tadt selbst aber häufen sich erst recht die Merkwürdigkeiten und Paradoxe. Mit Recht konnte man hier in der Nacht des 9. Ab mit dem Sänger der Klagelieder fragen: ״Ist das die Stadt, die einst Inbegriff i aller Schönheit genannt wurde, die Freude und Stolz des ganzen Landes war?“ Noch krasser tritt hier d^r Gegen־ satz des unermeßlichen Elends der Massen zu den Reichtiimern einiger zutage, und nur notdürftig wird diese ungeheure Kluft durch echtjüdische Milde und durch soziale Institutionen verkleistert. So kommt es, daß ein großer Teil der in der Jqdenstadt verbliebenen Einwohner aus Pensionisten und Rentenempfängern besteht, und das Judenviertel Eisenstadts, ähnlich, wie es auch eine andere Landeshauptstadt in Oesterreich einst war, eine Art; Pensionopolis ist. Aber wenn man Gelegenheit hat, genaueren Einblick in , die ökonomische Struktur des Städtchens zu nehmen, findet man, daß in höherem Sinne eigentlich das ganze Judenviertel ein Austragstübchen bildet, wenn man nicht alizu pessimistisch gar von einem Aussterbeetat sprechen will. Juden und Künstler zogen die Herren von Eisenstadt einst an sich, aber heute mehr als je weiß es jedes kleine Kind in Eisenstadt schon, welche Kunst es ist, als Jude zu leben. Immerhin ist das Judenstädtchen von Eisenstadt wohl der ,einzige Ort in Mitteleuropa, dessen Sabbat־ ruhe so konsequent durchgesetzt und auch Straßen# polizeilich derart geschützt ist, daß nicht einmal ein Wagen die Möglichkeit hat, das holperige und spitze Pflaster der zwei Hauptgassen aus seiner1 beschaulichen Ruhe zu bringen. Schon diese unbedingte und vollständige Sabbatruhe, die auch im Osten Europas in größeren und frömmeren Judengemeinden kaum erreicht werden dürfte, macht Eisenstadt mit seiner von Sabbateingang bis Sah־ batausgang geschlossenen Kette zu einer Sehenswürdig־ keit ersten Ranges, und auch sonst könnte man sich diesen Ort mit der herrlichen Luft »■ der zum ־ Greifen nahen Wälder sehr wohl als gern gesuchte Sommer־ frische für jüdische Großstädter vorstellen. Aber die Bewohner der jüdischen Gassen Eisenstadts wären zufrieden, wenn ihr Viertel weniger den Charakter eines Raritätenkabinetts hätte und nicht auch mitten in der Woche fast dieselbe beschauliche Ruhe in ihrem Bezirk herrschte, die nahezu ebensowenig durch Wagengerassel gestört wird wie an! Sabbat. Der Ver־ kehr weicht der Judenstadt nicht mehr, wie es früher der Fall und von den Juden beabsichtigt war, bloß am Sab־ bat, sondern auch an den Wochentagen in weitem Bogen aus.. In stiller Resignation stehen die wenigen Uebrig־ gebliebenen in der Judengasse vor ihren altertümlichen Gewölben und sehen zu, wie das, was fiir Eisenstadt den großen Weltverkehr bedeutet, wenn es, auch noch so wenig ist, außen an ihrem Städtchen voriibergeht, 6909 996552447977

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