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Jüdische Presse · 1931-08-21 · 33 (21.8.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
33 (21.8.1931)
Date
1931-08-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Novinnvd vtfplatöd povole06 tiadit post a ttlegtafov ־־: v Bratislava 219. 415?2*11120״. mm Zeitungen vom Verleget vetseiidetr Journal exp6die pät l’iält&m. 13311 •J<E ORfiAM PUR Ml INTERESSEN DES ORTHODDXBM JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, IL, Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, 1, Stock. — Tel. A0#94»49״. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —- Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. Jy. -80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse*, Wien für Oesterreich s Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschlands Postscheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawiens Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen » Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn» Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz» Postscheckk. Zürich Vlll. 4117; für die Tschechoslowakei s ,Jfidlsche Presse*, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr. 53386 Nr. 33 Wien-Bratislava, 21. August 1931 כיה וינא־פרעסבוי־ג ח׳ אלול תיצ׳א 17. Jahrg. Wir hatten bereits in der vorigen Nummer unseres Blattes Gelegenheit, an den Ergebnissen eines Gespräches mit Großrabbiner Dr. Isak Alcalay festzustellen, daß auch unter den spaniolischen Juden der siidosteuropäi« sehen Länder Verhältnisse herrschen, die ein Heinein« tragen der Beth«Jakob«Idee in diese bisher abseits liegen« den Kreise erwünscht scheinen lassen. Nunmehr erhalten wir aus Rumänien Mitteilungen, die zeigen, mit welcher Dankbarkeit auch in diesem Lande von den füh«!renden jüdischen Faktoren der erlösende Gedanke einer Sicherung der jüdischen Zukunft durch Erziehung efer künftigen Generationen von Frauen und Müttern begrüßt wird. Gerade in solchen Gegenden mit einem Verhältnis« mäßig hohen Prozentsatz in ihrer Lebensführung streng orthodox gebliebener Juden macht sich ja der Kontrast zwischen dem Denken und Streben, Lernen und Leben der Väter einerseits und dem Fühlen und Trachten der jüdische Ideal fehlte. Dieses könne der weiblichen Jugend im Judentum aber nur durch die Umgestaltung des Erziehungsprogramms geböten werden, wie sie die Beth«Jakob־Schulen auf ihre Fahne geschrieben haben. Gleichgültig, ob in der Großstadt• oder in der Kleinstadt, ob bei Sephardim oder Aschkerfa^im, herrscht überall die« selbe Erscheinung und darum könne nur mit den Mitteln, die Beth«Jakob zeigt, geholfen werden. Unter dem Eindruck dieses Vortrages fand Sonn« tag, den 16. d. ,M., eine Frauenversammlung statt, die von Sr^ Ehrw. Oberrabbiner Fuchs eröffnet wurde. Rabbiner Dr. P o 11 a k erstattete neuerlich ein Referat, worauf sich ein Beth«Jakob־Frauenkomitee bildete. Bis zur Konstituie« rung dieses Komitees übernahm Herr Salomon Fuchs, der Bruder des Oberrabbiners, die Führung der Geschäfte. Am 30. August findet in .Turda die Tagung der sieben« bürgischen Machsike Hadath statt, bei der Herr Ober« rabbiner Josef Adler, Schäßburg, das Referat über Beth־Jakob erstatten wird• 's AU F R U FT Die Palästina-Zentrale der Agndas Jisroel hat auch heuer dafür Sorge getragen, daß am JAUM IIAKIPURIM an der KOSEL MAAROW1 - מקים שהשכינה לא זזה ממנו — für alle diejenigen eine Tefiloh verrichtet wird, welche bis Sonntag, den 24. Elul (6. September d. J.), für das orthodoxe Sehulwerk in Erez Jisroel einen Mindestbetrag von S 3.— überweisen und dabei gleichzeitig den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter bekanntgeben. י . Jeder orthodoxe Jude und jede Jüdin setzt in eine solche Tefiloh ganz große Erwartungen. Es empfiehlt sich daher ganz besonders in Krankheitsf allen ח״ו etc., von dieser Einrichtung;ן Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel J; j! Wien, II., Leopoldsg. 16, Tel. A 48-4-15. \\ ][ Postsparkassenkonto 113.621. Töchter anderseits um so schwerer geltend, und ungezählt sind die oft ins Tragische sich steigernden Konflikte, die nicht nur oft den Eltern das Herz brechen, sondern auch den ihrer Aufgabe bewußten Führern der Gemeinden die drückende Sorge um die Verantwortung vor der Ge« schichte aufhalsen. Es ist daher im Interesse des.thora« treuen Judentums und seiner Familienreinheit, wenn die Beth־Jakob־Bewegung trachtet, ihre von Wien und Kra« kau ausgegangene, so segensreich begonnene Arbeit auf immer größere Kreise auszudehnen. Ueber den neuesten Stand der Beth־Jakob־Bewe« gung in Transsylvanien erhalten wir nachstehenden Bericht: Vergangenen Samstag und Sonntag weilte Rabbiner Dr. Joel P o 11 a k aus W i,e n •in Großwardein (Oradea), wo er in mehreren Vorträgen über die Idee der Beth«Jakob«Schulen referierte. Zunächst fand Samstag, den 15. d. M., im Beisein des Oberrabbiners Fuchs, eine von Damen und Herren zahlreich besuchte Versammlung im Saale der Aguda statt. Rabbiner Dr. Poltak führte aus, die Beth*Jakob־Bewegung beruhe auf der Erkenntnis, daß die weibliche Jugend in der Nachkriegszeit sich an ganz anderen Idealen begeistern gelernt habe, als es die über« lieferten des Judentums seien. Gegen diese Jugendver« irrung hätten Rabbiner und Erzieher ׳ umsonst gewettert, ohne zu bedenken, daß diesen jungen Menschen eben das Zu Rosch-Haschanah ראש השנה wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u Bekannten •כתיבה וחתימה טובה ' in der ״JÜDISCHEN PRESSE“ Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand! Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschließlich aller Steuern nur S 5.— resp Kc 25•— Wolf Pappsnlielm II., Kleine Pfarrgasse 1 Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: | ״JUdische Presse**, Bratislava)Turnergasse 14 Für Wien: ״Jüdische Presse**, Wien II,Leopoldsgasse ZU ׳'׳... To.rl>e׳m¥'1‘K:u■ 11 gV"־ Wir verweisen auch bei dicseimT^iitrag zur Diskussion.. ausdrücldich auf*' unsere Vorbemerkung in Nr. 28, wonach wir Zuschriften in dieser Frage nur veröffentlichen können, wenn der Verfasser sein e h Namen nennt uncl seine Ansicht ״mutig* und ehrlich, sachlich und klar, ohne Schmähung mul persönliche Beschimpfung des anderen* vertritt. Die Red. Hochverehrte Redaktion der ״jüdischen Presse“! Fs sei mir in folgendem gestattet, zu der von Sr. Ehrw. Rabbiner Feldbrand, Sebes, angeregten Ausspräche einige Worte der aufrichtigen Offenheit Uber die Verwilderung in der jüdischen Oeffentlichkeit Ihnen mit der Bitte einzusenden, denselben in Ihrem geschätzten Blatte gefälligst Raum geben zu wollen. ״ Wie auch Sie schon in Ihrer Vorbemerkung* richtig äußern, sind die von S1*. Ehrwürden vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen zur Behebung des Uebels ganz xinzulänglich. Er gleicht darin einem Arzte, der zur Heilung einer im Organismus weitverbreiteten, tiefsitzenden Krankheit mit der Entfernung eines einzelnen äußerliehen Merkmals sich begnügen wollte. Die Pamphletliteratur ist nur mehr das welke Blatt, das vom morschen Baume fällt, statt der wertvollen Früchte, die er bei richtiger Pflege tragen sollte und könnte. Vor allem ergibt es sich aus dem Umstande, daß die Flugschriften fast ausschließlich die Personen und Angelegenheiten des Rnbbinerstandes zum Gegenstände haben, daß das Uebel in ihrem Interessenkreise seine Grundwurzel hat. In dem Maße, wie sie über die Besetzung eines Rabbiner- Postens einig oder uneinig sind, müssen sie ja auch die Pamphlete gegen den Gegner willkommen heißen, insofern sie nicht auch die Urheber derselben sind. Daß diese Konflikte nicht immer aus ideellen Impulsen erwachsen, ist ja auch daraus offenkundig, daß zuweilen auch Herren, die als Gemeindemitglieder gegen das Erbrecht des Rabbinerpostens gekämpft haben, als Rabbiner dann selbst sich dafür in den Kampf begeben. In den Händen der Rabbiner'׳ selbst liegt es, ihrem Stande Würde und Ehrfurcht zu verschaffen. Diese Ehrfurcht kann nicht gefordert werden, solange sich die Rabbiner nicht bei ihren öffentlicheh 'Kundgebungen bei Rahbinerwahlstreitigkeiten der erforderlichen Vorsicht befleißen, damit man ihnen nicht materielle Vorteile oder andere persönliche Absichten als Motive unterschieben kann. Von Würde kann keine Rede sein, solange ein autoritativer Rabbiner sich öffentlich einen Kult daraus macht, nicht nur rabbinisehe Gegner, sondern auch Personen, die sich ihm nicht zur Verfiigung und in seine *Gefolgschaft begeben wollen, mit gemeinsten Schmähungen zu belegen. Als vor beiläufig 30 Jahren im alten Ungarn Rabbiner Lipsclnitz ז״ל zum orthodoxen Laudespräses gewählt wurde, mußte er gleichzeitig sein Rabbinat aufgeben, damit die Kritik, die auf einen öffentlichen Beamten solchen Standes unwillkürlich fällt, nicht der Würde des Rabbinerberufes schaden soll. Das war — wie die Erfahrungen in unserem Lande lehren — eine kluge Vorsichtsmaßnahme. All diesen Unebenheiten setzt jedoch die berüchtigte E r b s cli a f t s f 1־ a g e des Rabbinat es noch die Krone, auf. Die selbstlosen Größen der Vergangenheit hätten uns diese Frage sicherlich in entschiedenerem Zustande zurückgelassen, wenn sie das Unheil, das diese! Frage in der Gegenwart dem jüdischen'Gemeindeleben, bereitet, vorausgesehen' hätten. Wo . dieses heillose Problem auftaucht, dort wird die Gemeinde — ich will nicht sagen zum Ruin, denn das religiöse Leben hat seit der ersieh Reichsteilung nach dem Ableben von שלמה המלןי ע״ה fortgesetzt seine Konservierung und Regeneration vielleicht ausschließlich der Teilung zu verdanken — aber sie führt fast immer zu jener Zerkliiftung und zu jenen Streitigkeiten, die vom Rabbiner- Stande, um ihrer moralischen und finanziellen Folgen willen so lebhaft beklagt werden. Eben im Interesse der rabbinischen Würde müßte ein für alle Male entschieden werden, daß Rabbiner in Angelegenheit dieses Erbrechtes keine Meinung abgeben dürfen, da sie doch rein menschlich ihr mittelbares oder unmittelbares Interesse än der Frage nicht ablegen können und daher auch laut שולחן ערוך zur Entscheidung nicht kompetent sind. Die Allgemeinheit ist in unseren Tagen nicht geneigt, ihnen in dieser Frage Objektivität zuziimutqn, und so ist es gerade deshalb unausbleiblich, daß ihre Stellungnahme ihnen •nur Anrempelungea und: Erniedrigungen eintragen muß. Es muß eben aus unabhängigen Baaie battim תלמידי הכמיט — לא אלמן ישראל ב״ה es gibt noch solche zur Genüge — ein Forum kreiert werden, das unbeeinflußt zu entscheiden hat. Diesem, steht es allerdings frei, sich im Notfälle auch die ha- Iachische Meinung eines Rabbiners einzuholen, dessen: Person jedoch nicht hervortreten und daher geschützt bleiben dürfte. Auch prinzipiell müßte in’ dieser Frage Wandel’ geschaffen, eventuell eine Rechtsnorm statuiert werden, damit es die Gemeinden nicht nötig haben, wie heute schon allgemein üblich, bei Aufnahme eines Rabbiners sich von demselben einen Verzichtrevers auf die Erbfolge geben, zu lassen, Dei“ Rabbinerberuf müßte der Allgemeinheit zugängiieh gemacht werden, damit sich auch Kinder bürgerlicher בעלי בתים ihm widmen können, ohne erst der weltbekannten Perilckenwerkstätte m WIdd I, Kärntnerring 6 ( Höre? Bristol .... 030077

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