Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 31 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nach Mm# rnsrntm1wü«r«üwlii(!1 KttWftfeste Pfettt f - Kulänteste Preis« r llt MOLLAN0$TftA$$£ Landsberg, dient den .Mädchen als ,Musterbild, die ihnen fhit ihrer sympathischen Persönlichkeit imponiert. , ,Nebst den direkten Reltgiojnsgegenständen im ״eil# gefen Sinne,, werden dort auch Sprache, Literatur und Geschichte des Judentums im Geiste der Thora gepflegt, was unbestreitbar auch für jüdische Mädchen von* nöten ist. ״ Heute, in einer Zeit, in der die Erziehung Unserer Töchter ein solch schweres Problem geworden ist, wird das Zoborer Ferienheim eine lang entbehrte Institution und füllt in unserer glaubenstreuen, jüdischen Gesellschaft eine beachtenswerte Lücke aus. Dieses Bild hat sich vor meinem geistigen Auge anläßlich meiner Besuche am Zobor entrollt, und gestatte ich mir, das Wahrgenommene dem gefl. Wohlwollen der breiten jüdischen Oeffentlichkeit zti unterbreiten. . Feher, Nitra. Ein Tag im Jugendgruppenheitn Möltern. Es iwa!r ein Taig <ler Freude!mitten in den düsteren Tagen <dre sorgenvollen ׳Großstudtleibenis, den!wir am vergangenen Sonntag in Möltern verleibten! Ein Tag der Freude!beim ,Anblick des If rischen Lebens, das da draußen bernsdit: ein Tag besonderer Freude, daß dieses frische ein jiidiscihes Leiben ist! Gespannt bestiegen ,wir morgens dos Auto, ob wir mit dein Gesehenen zufriedengestellt oder enttäuscht zumicklkommen werden? Was wir fanden und was wir salben, ׳war!so voll des!Schönen ■und Guten, daß es :unsere Erwartuivgen weit ׳ülbertraf. Ungewohnt!püinlktlich ging es von der Jugendigruppe alb, bis W,1\ Neustadt auf wunderbarer!Straße, ,van da auf etwas!holperigen Wegen. Aber!nun!wird die!Gegend ijirumer schön er •und unser ortslkinudiiger F1ii!h,rer bat viel i/.u tun, uni uns die Namen sämtlicher!Berge, Burgen, Schluchten und Orte durdi' ein improvisiertes!Megaphon .zu vermitteln. So ging es weiter bis ״Sägemühle“, und von hier beginnt eine anstrengende Bergfahrt; müssen wir dodi von 600 auf nahezu 850!Meter •empankletterii! Uinser Motor arbeitet, Ikeiidit und stöhnt und — ibleilbt schließlich stellen. Wir •legen den letzten Teil zu Fuß ,zairuick. ׳Alber dieser Zwisdienlfall ist sdunell ׳vergessen durdi die Beigrüßiing, die uns seitens der Heimbewohner!zuteil wird. Auf langen!Baumstämmen!sitzen sie in :mustergültiger Ordnung da, tragen uns eine Tafel: ,;bevüdvitm Ilaboim“ entgegen, und der!kleine iRauchiwerger, einer der Jüngsten, hält temperamentvoll seine kurze iBegvüßungsansipradie. ,;Seien Sie versichert“, ruft •er iznm iSthluß mit h och erhobenem!Arm aus, ״daß ,wir dereinst an Ihrer Seite für Agudas Jisroel und Klall Jisroel kämpfen werden.“ Und am Abend, nach all dem Gesdiauten, waren wir dessen versichert!!Das!Heim ,ist •ein großes, ■wunderschönes. •Haus, mitten in eine!• Wiese gelegen. Im Hause links das geräumige Belli Uamklrosch, das!gleichzeitig als Tagesraum dient,• *•rechts An!zwei Stockwerken;große,..duftige Zimmer als Sdilafräume. Eine Veranda für die 1täglichen Schiurim im ersten Stock und im Parterre, im Garten eine solche zum ׳Essen. Alles wunderbar Und komplett, •eingerichtet; Küche, Keller, Speise und (Zimmer für das Küchenpersonal, alles Ast vorhanden, es fehlt eigentlich gar nichts. Wir sind alle voll Verwunderung über das Gesehene.!Und dann uan das Haus her,um: Wiesen und Bäume, in!zirka 50 Meter Entfernung das eigene Bad, noch innerhalb des!selbst gelegten!Eruws, wo sidi ibeveits eine Kinderschar tummelt und audi einige von uns das kühle Naß!zur Erlf1־dsch׳u1ng benützen. :Ich versuche ein intenwiew!mit den beiden äußerst umsichtigen Leitern, die wirklich ihr eigenes Ich dem Wohle anderer opfern. ,;Unsere Aubeit ,ist schwer, wir halben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber wer würde nicht mit Freude diese!Mühe auf sich!nehmen angesichts . des wunderbaren Erfolges, den wir G-tt sei Dank schon zeitigten?“ Und wahrlich! iln .zwei Wochen eine durchs.chiiittl'iche!Gewichtszunahme ■von .aw!ei Kilogramm, einige sogar vier Kilogramm! Und auch das Küchenpersonal ׳ist!zufrieden •und die Teilnehmer־ der'•Aktion voll des Lobes. N!ur einen Wunisdi halben sie alle: Länger draußen bleiben! J׳a, wenn das nur ginge! Aber andere warten schon auf die!Aufnahme! :Und!lernen? fragen wir etwas .zaghaft. Da hären wir schon die stolze Antwort: ״Wir lernen täglich •zwei Stunden!und halben schon zwei Blatt mit Teußfes gelernt ... Nun _!folgt das Mittagessen. Die schmackhaften Speisen, in großen Portionen!serviert,!werden mit Riesenappetit verzehrt. Zwischendurch folgen fröhliche jüdische Gesänge; man sieht, wie sich ,selbst das Essen jüdisch gestalten läßt. Dann ■wird das!Benschen versteigert, ״amerikanisch“, damit •es ׳recht hoch kommt. Und es ׳wird tatsächlich eine gigantische Summe erreicht, die sofort •in das!mustergültig geführte Tagebuch eingetragen wird.!Und an!Hand des Tagebuches erfahre ich von dem!Besuche •eines Herrn des Wiener städtischen Jugeudhilfswerkes, das die ,Aufsicht (über Ferienheime ■führt;, :wie er voll Bewunderung und voll des Lobes für alles war. Er erkundigte sich über das Essen, Schlafen, Über die Tageseinteilung und jede!Kleinigkeit und war mit allem äußerst ׳,zufrieden. Er wunderte!sich darüber, daß jeder seine •eigene Schlaifstütte und nicht auf der Erde, ׳sondern im!Bette hat! ,;Ich!war schon ׳in vielen Heimen“, sagte der Herr, ״aber was ich hier sali, habe ich noch nirgends gesehen.“ — ״Und wir sind stolz darauf“, sagen mir die Herren der Leitung, ״daß unsere Arbeit •nicht nur in unseren, sondern auch ׳in ibehördliehen Kreisen Anerkennung .findet.“ Nach dem •Benschen,!bei Sefarim, Büchern oder Schachspiel: Liegernlie auf der Wiese. Anschließend ein wenig Sport in der typisehen Mölterner Kleidung: Turnhose, Zizis und Kappe. Dann wird •den!Gästen eine Jause serviert, .und das veranlaßt ■mich, die Herren der Leitung ׳über das!finanzielle Moment zu befragen. Ich finde sie, wie!sie gerade unter einem schattigen Baume darüber beraten, wessen Aufnähme bewilligt und!wer ab,gewiesen weiden!soll. ״Ja, auch das •Finanzprableni macht!uns große Sangen., Aber wir sind durch!Spende 11 ,und Zuwendungen!so ,ziemlich gedeckt Den.!Ausfall hoffen!wir sicher angesichts der Leistungen, die .wir vollbrachten, Ihereinzuilnüngeu, Es gehört auch viel Zuversicht .zur Führung eines Heimes!“ Inzwischen ׳ist Minchall und dann zum ׳Auto. Herr Spitzer spricht kurze Dankeswonte und unter Abschiedsgesungen .gellt es heim. In Krumbnch Station. Besiehtigung der Miaiatüvschul der einzigen jüdischen Familie. Ein einsames Golus dm jüdischen •Goius , . , Am Heimaus gutem Hause!, wefdett Ift Wien bei pfthdddkäf Familie während des Schuljahres in gute, volle Verpflegung und mütterliche Fürsorge angenommen. Referenzen Gelles, Bratislava, Postgasse 3, und Ehrw. Herr Rabbiner Vorhand, Nitra. Schaar, Wien, V1L, ßandgasse 19/24. weg Austausch der ilierirlichen (Erimneritnigett;!um halb lt ׳Uhr in Wien. Es war ein lehrreicher Ausflug. •Man ,gewann den Eindruck, daß die Jugendgrnjipe feisten kann, wenn sie leisten will. Ihre Aufgabe ist ihr vollends gelungen: In Gdtes freier Natur körperliche und geistige Erholung zu vermitteln.' Vom Taae. Gefahr neuer Zusammenstöße in Palästina. Nach einer ״Reuter“־Meldung vom 5. Augu9t be# steht zufolge der in Jerusalem herrschenden gespannten Atmosphäre die Befürchtung, daß die Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden in ganz Palästina wieder auf# leben. Verschiedene jüdische Kolonien fordern Polizei# schütz an. Die Redakteure der arabischen und der jüdi# sehen Blätter wurden zur Regierung vorgeladen,, und man glaubt zu wissen, daß sie davor gewarnt wurden, zu Ge# walttätigkeiten ־aufzureizen. . ' Gestern hat der Oberkommissär einer jüdischen Delegation gegenüber versichert, daß die Regierung die Lage aufmerksam verfolge und Maßnahmen zur Aufrecht# erhaltung von Friede und Ordnung getroffen habe. Teilnahme von Rabbinern an: der Wahl der Gemeindepräsidien. Quertreibereien des Herrri J. Grünbaum. Das polnische Kultusministerium hat vor kurzem ein Zirkular an alle Wojwodschaften versandt, in welchem die Behörden dahin instruiert werden, daß die Ortsrab־ biner überall das Recht haben, sich gleich den gewählten Repräsentanten der jüdischen Gemeinden an der Wahl der Gemeindepräsidien zu beteiligen. Dies Zirkular ist auf den Einfluß der polnischen Agudas Jisroel und anderer orthodoxer Kreise zurückzuführen, die bei den letzten Gemeindewahlen in Warschau wie in der Provinz Terrain •gewonnen haben. Abg. J. Grün bau m wandte sich an den Kultusminister mit einem Schreiben, in welchem erklärt wird, daß das erwähnte Zirkular in Widerspruch stehe zu den bestehenden Gesetzen, die lediglich vor* schreiben, daß der Rabbiner das Recht habe, an den Sitzungen der .Gemeindeverwaltung, aber erst nach deren Konstituierung, teilzunehmen. Würde sich der Rabbiner an der Wahl der Gemeindepräsidien beteiligen, so würde er in zahlreichen Gemeinden den Ausschlag geben zu* giinsten der klerikalen und gegeiri die nationaljüdischen Elemente. Grünbaum forderte die י Zurückziehung des er־ wähnten Zirkulars. . ,;j In einem Schreiben des ,polnischen Rabbinerver* .bandes an die Jüdische Telegrapben־Agentur wird gegenüber dem Schritt Grünbaums beim Kultusminister er* klärt, daß die Verfügung des Kultusministers kein Novum schafft, sondern lediglich dem Rabbiner alte Rechte zu* rückgibt. Seitdem organisierte •jüdische Gemeinden in Polen bestehen, hätten die Rabbiner nicht nur das Recht gehabt, einen Gemeindevorsitzenden mitzuwählen, son־ dern auch für die eigene Kandidatur als Gemeindevor* sitzender zu stimmen. Der Rabbinerverband hoffe, daß Grünbaums Forderung, daß man den Rabbinern ihr Recht nehmen solle, nicht verwirklicht werde. Zum Tode Dr. Ludwig Singers. Sonntag, den 26. Juli, ist Dr. tLudwig Singer in Prag, einer der beiden jüdischen Abgeordneten, die auf Grund des ziönistisch*polnischen Wahlbündnisses in das Paria* ment gewählt wurden, unter großen Ehrungen zu Grabe getragen worden. Er erreichte ein Alter von 56 Jahren und war in den letzten Jahren schon so leidend, daß man in informierten Kreisen seit längerer Zeit auf den Eintritt einer Katastrophe gefaßt war. Dr. Ludwig Singer hat im öffentlichen Leben des Judentums unserer Republik ins.' letzten Jahrzehnt eine solch aktive Rolle gespielt, daß sein fr.üher Tod auch von denen aufrichtig bedauert werden muß, die in seinem politischen Wirken — nicht etwa in den Motiven, die ihn bewegten, sondern in den ge# danklichen und praktischen Auswirkungen seines W o 11 e n s — keineswegs einen Segen für das Judentum erblicken können. Die Energie und die Zähigkeit, mit der er seinem Volke auf seine Weise gedient hat, wird in der Geschichte des Judentums unserer Republik als ein edles Beispiel von Ueberzeugungstreue und von vorbehaltloser Hingabe an ein Ideal, das er für jüdisch hielt, verzeich* net werden. Das orthodoxe Judentum als Lebensinhalt und Lebensziel eines ganzen Volkes kannte er nicht und verstand er nicht. Erziehung und die Vorbilder seines Milieus haben ihn niemals bis an de« Wesenskern des Judentums geführt. Wollte er, so wie es seine nicht־ jüdischen Zeitgenossen in bezug auf, ihr Volk taten, seine Schaffenskraft seinem Volke‘widmen, so mußte er sich vom Judentum ein Bild konstruieren, das ihm weder Enttäuschung bringen, noch heue bindende Lebenspflichten auferlegen dürfte, für die bei ihm die Voraussetzungen nicht vorhanden waren, Der Zionismus kam darin seinen Wünschen in vollem Maße entgegen. Er fand in ihm die Grundlage eines Judentums, das ganz befreit ist von der großen Verpflichtung, die das G*ttipswort dem jüdischen Volke für ewige Zeiten auferlegt. Der Zionismus und die politische Hinlenkung der Juden zum Zionismus war ihm Judentum. Es trennten ihn Welten vom historischen Judentum und vom orthodoxen Großteil des jüdischen Volkes, der nur ein historisches Judentum leben will. Darin liegt eine tiefe Tragik, denn er war und blieb bis an sein Ende einer jener Söhne des jüdischen Volkes in unseren Tagen, die wir bewundern /«müssen, nicht obgleich, sondern gerade deswegen, weil wir ihr' Wollen und Streben aus dem Geiste der Thoraverpflichtung heraus abzulehnen genötigt sind. Er war bewundernswert in der׳ Entschiedenheit und Zielstrebigkeit sei* ner Arbeit für das, was ihm auf den Irr# wegen des modernen Juden als Judentum erschien- Und wenn er d a r i n kpminenden Geschlech* tero beispielgebend bleiben wird, so wird letzten Endes auch sein irdisches Wallen nicht vergeblich gewesen sein- Sein Leben wird vor dem himmlischen Richter "einen Für* Sprecher finden und sich für das jüdische Volk zum Segen verwandeln, Dieser Wunsch geleite seine Seele in die Ewigkeit. L J. B. jwi Bfatislava,Andfea$gas$e 12.!Hsdih Eskompte ton Wechseln und öfflüett Faktttf60. Günstige Verzinsung von Einlageil (auf Büchel und laufende Rechnungen). Telephon 11-66. Zur Verbesserung des Kasehrttswesens. Seit annähernd eihem Jahrzehnt haben wtr in der ״Jüdischen Presse“ unzähligemal immer wieder aüf die Notwendigkeit hingewiesen, das Kaschruswesen in den Fabriken, die Genußmittel welcher Art immer er# zeugen, und namentlich in den Gasthäusern den Be# , dürfnissen unserer Zeit entsprechend zu regeln. Wir wollen uns heute bei den Fabrikaten von Ge* nußmittein nicht aufhalten. Das Bewußtsein von der Schwere des Vergehens gegen das Religionsgesetz beim Genuß von Lebensmitteln und Speisesurrogaten, die irrt Fabrikswege hergestellt werden und dennoch der er* forderlichen verläßlichen religiösen Aufsicht nicht unter*‘ zogen werden, ist in weiten Kreisen noch sehr schwach und kann hiebei nichts anderes unsere Aufgabe sein, als die Massen des thoratreuen Judentums von Zeit ztt Zeit aufzukiären. Diese Aufgabe erfüllen wir nach bestem Wissen und Gewissen. Ein Blick in den Inseratenteil unserer Zeitung beweist zur Genüge, daß selbst die Fa־ brikate, die auf dem Gebiet der Tschechoslowakei hergestellt werden lind deren Konsumenten und Wiederver* käufer zum größten Teil zunächst sich aus den ortho־ doxen Juden der Slowakei rekrutieren, nur mit wenigen Ausnahmen der religiösen Kontrolle slowakischer orthodoxer religiöser Autoritäten zugänglich sind. Wenn darin noch immer nicht radikal Wandel geschaffen ist, so ist das ein Zustand, über den wahrlich jedes Wort müßig erscheint. Im Kaschruswesen der Gasthäuser ist es un* serem Drängen allerdings gelungen, in den letzten Jahren wenn auch nicht vollständige Sicherheit, aber immerhin bessere Zustände herbeizuführen. Ein. großer Teil der orthodoxen Gemeinden, bzw. Rabbiner hat über /Aufforderung der orthodoxen Landeskanzlei ein Verzeichnis der verläßlichen Gasthäuser in ihrem Orte zusammengestellt, das dann in die Hefte des Hamburger Vereins mit dem Signum OLB (Orthodoxe Landes־ kanzlei Bratislava) Aufnahme fand. Wer also in der Slo* wakei כעל speisen will, braucht sich nur dieser Hefte zu bedienen, um ein Verzeichnis ,aller Gasthäuser zu erhalten, die unter Verantwortung des orthodoxen Orts־ rabbiners als 3עןל anerkannt werden. Dabei darf es aber unseres Erachtens, nicht sein Bewenden haben. Es sollte unseres Erachtens in Flugblättern und synagogalen Reden öfter auch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Zeiten־ in bezug auf die Verläßlichkeit der Gast* wirte, auch wenn sie Juden sind, sich wesentlich geyvan־ delt halben. Die drei hebräischen Buchstaben ב<עןל von den ' Schildermalern auf die Firmentafel gesetzt, sind auch hier in der Slowakei lange nicht mehr Gewähr genug, daß die angebotenen Speisen auch wirklich koscher sind. Hiezu liefert uns die letzte Nummer einer dem Munkacser. Oberrabbiner nahestehenden Zeitung aus der Ge* meinde Munkacs selbst einen erschreckenden Beweis. Wir zitieren, diese Stelle in wörtlicher Uebertragung aus dem Jüdischen: ״Inmitten der Stadt, im eigentlichen Zentrum beim Stadthaus befindet sich ein chasirtrefoh Gasthaus, in welchem wöchentlich nicht weniger als drei bis vier Schweine geschlachtet werden. Dieses Restaurant hat ein schönes Schild, welches ״Koscher“ hinausschreit. Der Eigentümer des Restaurants (ein sozusagen chassi* discher.,.) weiß, wohl, daß in seinem Schweinefleisch־ Restaurant täglich mindestens acht bis zehn Juden essen. Trotzdem duldet er es ganz ruhig, daß sein Firmenschild das Wort כשל trägt, Wir möchten vor der Oeffentlichkeit nicht etwa behaupten, daß die stabilen jüdischen Schweinefleischesser dort bloß wegen des falschen . Schildes in die Falle der verbotenen Speisen geraten, aber wir sagen, daß unzählige fremde Juden dort zum Straucheln kommen, ,weil die öffent* liehe Koscher־Schildertafel sie in das Gasthaus lockt; sie essen Suppe und beim Fleisch werden sie gewahr, daß sie es mit einem Trefoh*Restaurant zu tun haben.“ Dieses empörende Beispiel aus Munkacs, einer Stadt mit einer starken jüdischen Bevölkerung, zeigt deutlich genug, wie es mit dem Kaschrus bei uns bestellt ist. Sind die Zustände noch immer nicht reif, um sich zur Tat, zur Abhilfe aufzuraffen? , J. J. B. NACHRICHTEN Baden bei Wien, Die feierliche Amtseinführung des Oberrabbiners Dr. Hartwig C a r 1 e b a c h findet Sonntag, den 9. August, statt. Vertagung der Zeutralratssitzung der Agudas Jisroel. Vom Präsidenten des Zentralrates der Agudas Jisroel; Herrn Oberrabbiner Lew in, Rzeszow, geht uns die Nachricht zu, daß das Präsidium sich mit Rücksicht auf die von Polen und von Deutschland verordneten Ausi reisebeschränkungen und mit Rücksicht auf die Wirtschaft* liehe Lage entschließen mußte, die Tagung des Zentral1־ rates bis zum Monat Cheschwan aufzuschiehen. Es soll statt dessen eine Plenartagung des G, A. und der Politi* sehen Exekutive der Agudas Jisroel an einem deutschen Orte stattfinden. Hartnäckige Verstopfung, Dickdannkatarrh, Blä* hungsbeschwerden,. Magenverstimmungen, allgemeines Krankheitsgefühl werden sehr oft durch den; Gebrauch des natürlichen ״Franz#J0§ef“־Bitterwa.ssers י— morgens und abends je ein kleines Glas —- beseitigt. Aeztüche Fach* großen legen davon Zeugnis ab, daß das Franz*Jp§ef•* Wasser selbst bei Reizbarkeit des Darmes schmerzlos wirkt, — In Apotheken, Drogerien und Mineralwasser,* handlangen erhältlich. —