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Jüdische Presse · 1931-07-10 · 27 (10.7.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
27 (10.7.1931)
Date
1931-07-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 2 ■m c Fein* Butter! f 0 f tfig neh1 eigerien Brüder, Fleisch von ühsefem Fleische, sich gegen die Sabbatheiligung auflehnen und sich nicht scheuen, den Sabbat litt heiligen Lahde öffentlich zu entweihen, so ist es höchste Zeit, daß die gesamte Judenheit die Ge־ fahr erkenne. Da müssen sich alle Juden mit ihrer ganzen Kraft zur Wehr setzen. Nachdem der Referent geschlossen und noch einige Redner zür Sache gesprochen hätten, wurde der einhellige Beschluß gefaßt, die Bruder in Erez Jisroel in ihrem schweren Kampf gegen die Zionisten und gegen den Waad Leumi mit alten Mitteln zu unterstützen.׳; Zwei scharfe Resolutionen, die eine in hebräischer, die andere in deutscher Sprache, wurden unterzeichnet von der Gemeindeleitung und sämtlichen 22 nichtzionistischen ,Vereinen an den greisen Führer Oberrabbiner Chajim Sonnehfeld nach Jerusalem und an die Landesorganisation der Agtidas Jisroel in Bratislava abgesandt. Wir sind desavouiert! In Unserer Nummer 24 vom 18.. Juni glaubten wir unseren Zionisten hier in der Slowakei nachrühmen zu dürfen, daß sie die Heiligkeit des Sabbat mehr respek* tieren als ihre Gesinnungsgenossen in Erez Jisroel. Offen* bar, tim nicht in ihrem Zionismus gegenüber dem Turn* Judentum in ״Erez“ als rückständig betrachtet zu werden, haben sich unsere ״Makkabäer“ in Bratislava ‘ veranlaßt gesehen, uns prompt Lügen zu strafen. Vor einigen Tagen erschienen auf allen Säulen und Straßenecken von Brati* älava große blau־weiße Plakate mit folgender Aufschrift: S. K. MAKKABEA, BRATISLAVA. 4.—6. VII. 1931 II. Internationales Tennisturnier. Putovny pohar hlav. m. Bratislavy. Wanderpreis der Hauptstadt Bratislava. Das will'also in gewöhnlicher Sprache sagen:: ״Es ist nicht wahr, was die bösen Orthodoxen von uns Makka* bäern der ״Golusländer“ zu behaupten sich erkühnen. Wir erkennen den Sabbat■ hier ebensowenig als unveränder* liches Gut des jüdischen Volkes an wie unsere ■yorbild» liehen Mithelden von Jerusalem. Wer es nicht glaubt, wird am Sabbat der Woche פנחס gute Gelegenheit haben, sich davon zu überzeugen, an welchem Tage wir an dem internationalen Tennisturnier mit unserem Wettkampfe um den Wanderpreis der Hauptstadt Bratislava dem Volk der Thora/Ehre undj.Rghm ,zu bereiten .gedenken!“ . .•_ Wici gestehen, Win haben ׳inichL'befürchröt^-daß 7'der ״'> traurige/Mut^der•• Jerusalemer'׳ Zioniste'n!s־o!sc'frri1 0 ׳i־־'hre1:s'( in unserer -Mitte' gleichwertige Nacheiferer finden wird! Protest der Aguda in Palästina. Zgm Pro* test gegen die Entscheidung . des' Waad Leunii . in der , Frage der Fdßballwettspiele an Säbbattagen hat die Agudas Jisroel in Palästina ihre Vertreter aus allen gemeinsamen jüdischen Komitees, auch aus dem Volks־ zählungskomitee des . Waad Leumi .und dem Komitee der Jerusalemer jüdischen Gemeinde für städtische Angelegen* beiten, zurückgezogen. '" '■.י,׳/־ Nachahmenswert. Der schweizerische Makkabi hat für die anläßlich des• Kongresses stattfindende Bespre־ chung der Leitung des Weltmakkabi den( Antrag gestellt, daß gegen die Abhaltung .von Samstag־Fußballspielen - in Palästina protestiert werde. Keinesfalls werde sich der schweizerische Makkabi an die Makkabiade nach, Palästina begeben, wenn dort noch am Samstag Fußball ge* spielt werde.' ’׳'׳ __- Der 17: Zionistenkongreß. . (Basler Brief.) Nach der‘ durch Sokolow vorgenommenen. Er־ Öffnung des Kongresses bildete ׳ einen Höhepunkt der ersten Kongreßtage die große Rede Weizmann s. Er versuchte eine großzügige Rechtfertigung seiner Tätigkeit zu geben und meinte, in politischer. Hinsicht wäre durch den Mac Donald-Brief׳ der Status quo wiederhergestellt. Wenn man das Weißbuch vom׳ Oktober 1930 mit dem Brief des Ministerpräsidenten vergleiche, müsse man zu* geben, daß durch den Brief das uns im Weißbuch zu* gefügte Unrecht wieder gutgemacht wurde und daß in ihm Mandat und J Balfour־Deklaration nachdrücklich be־ kräftigt worden •sind. ׳ ״ Weizmann erörterte noch eingehend die Wirtschaft* liehen Probleme in Palästina und "unterstrich das Ziel einer friedlichen Zusammenarbeit mit den Arabern. Er gab die Erklärung ab, daß er formell und endgültig sein Amt niederlege, dabei das Gefühl habe, die Bewegung ihrem Ziel nähergebracht zu haben; und schloß mit folgenden Worten: ״Ich gedenke der Zeit, da, nach der Billi* gung der Balfour*Deklaration durch das Kriegskabinett, Sir Mark Sykes aus dem Beratungszimmer des Kabinetts trat und mir sagte: ־ ,Weizmann, es ist ein Junge!' Das war eine verhältnismäßig leichte Geburt, Die Geburts־ wehen der Balfour־Deklaratiö'n stellten sich erst in einet» späteren Stadium ein. Jetzt, nach 13 Jahren', ist der Junge Barmizwah geworden. Ich habe ihn von seiner Geburt bis zu seiner!Konfirmation begleitet und vertraue ihn nun* mehr Ihrer weiteren Fürsorge an,“ Von unserem Standpunkt interessant ist namentlieh eine Aeußerung -Chaim Nachman Bialiks, die er dem Vertreter einer amerikanischen Tageszeitung gegenüber in Basel abgab. Er erklärte, zu sehr verbittert zu sein, um;eingehend über zionistische Einzelfragen sprechen zu ,können. Seiner, Meinung na'ch beruhe die gesamte zio* »istische Politik in den letzten Jahren auf einem histo* fischen Irrtum. Die Leitung habe ,das Schwergewicht auf״ England statt auf das jüdische Volk gelegt. (Setzt man;!hier »eiben diesen modernen Begviff noch den vielleicht!etwas weniger, modernen Begriff der jüdischen; Religion» ß,0 haben wir Bialiks Meinung nichts״ mehr hinzuzufügen, pRed•). Die Fplge hievon sei, daß Englands -Versagen sich!für die Juden katastrophal, aüswirkte. Die gesamte Politik jmüsse daher geändert und det•' Versuch gemacht werden״ $ie jüdischen Kulturwerte . unter Betonung ihres Zu* ^mmenhanges mit Palästina' j^em Jüden in der Diaspora ^ügängheh M machen׳ Der Ziomsmhs müsse eine erziehe? : risehe Bewegung werden, die alt und jung erfaßt, 1Sobald dies, erreicht sei, werde, die Haltung Englands vorigen»* gerer Bedeutung sein. (Man *Wfgleiche hid^ü unsere Gedäftfeen übet jüdische;G!!aiehbihlsphiI0söpl1ie, siehe ,;Jüdische Presse“ vom 29. Mai Und J, Juli d. J. Anm. d. Red.) Nach Jabötinski, der ih gewohnter Meisterschaft Seift״ ״Afti maamin“ verkündete; das dahin geht, es müsse rechts Und links vom Jördän eine jüdische Bevölkerürtgs* majofität geschaffen werden, shrach Üssischkiri. Er führte aus: ״Ich war immer und bin aüch jetzt ein großer Gegner papierener Definitionen, der ‘ Definition von Weizmann und der Definition von JabotiftSki. Definitionen des End* zieles, wie immer sie auch formuliert werden, begrenzen mein Ideal, das viel größer, viel breiter, viel höher ist . . . Wir brauchen Palästina und *England braucht es nicht. Daß es sich bei uns um Sein oder Nichtsein handelt, gibt uns eine ungeheure Kraft. Und darum wenden wir uns von dieser Tribüne des ganzen/ jüdischen Volkes an Eng־ land: Großes, mächtiges englisches Volk, verstehe die Lage eines Siebzeh»millionen־Volkes mit gewaltigen, intellektuellen Kräften und ungeheurem Idealismus, das zweitausend Jahre läng wandert und sein altes Heim sucht!. Zwinge uns nicht den; Streit mit dir auf, vergiß nicht an die Erzählung der :Bibel vom ,großen Kampf des mächtigen Philisters Goliath; .,mit dem kleinen Juden David! Herzl sprach zu den Mächtigen der Welt, zu .Wil* heim II.: Hilf uns, unser Land zurückzubekommen! Wil־ heim aber antwortete:.Nein, Und Herzl verließ Palästina. Heute, zwanzig Jahre nach dieser Geschichte, ist Wil* heim II. als Lebendiger tot und Herzl als Toter lebendig. Erez Israel werden wir bauen,;ob die Engländer oder die Araber wollen oder nicht.“ Am Sonntag, den 5. Juli, vormittags, setzte das Plenum des Kongresses die Hauptaussprache fort. Der Präsident des Weltmisrachi, Rabbi Meir Berlin, und der amerikanische Delegierte Abraham Goldberg sprachen sich gegen eine Fortführung) der Weizmann*Politik und für die Bildung einer großen , 'Koalition, in der alle Par־ teien, einschließlich der. Linken und Revisionisten, ver־ treten seih sollen, aus. Der Eielegierte Uri Zwi Grünberg appellierte an den Kongreß, ehe‘ zionistische Bewegung ztt retten auf der Grundlage einer‘Zusammenarbeit aller Par* teien auf neuer Basis. Der Redner der Linken, Tartakower, aber lehnte eine- Zusammenarbeit mit den Revtsio* nisten mit aller Entschiedenheit ab und ersuchte den Kongreß, dem zerstörenden Revisionismus nicht zu trauen. Bet Schluß der Redaktion' ist die Generaldebatte noch nicht beendet. Beide Antipoden, sowohl Weizmann als auch Jabotinski, haben iHre großen Reden mit Wen* düngen aus dem jüdis.ch־reli^iösen Vorstellungskreis ge־ schlossen. Der eine bezeichtiete den Kongreß als Bar Mizwa, der andere schloß mit der Formel des täglichen Glaubensbekenntnisses. Wir^aber glauben, daß es am besten wäre, wCnn diese beiden Extreme sich überhaupt auf dem Boden der jüdischen Religion finden und auf diesem Fundament •vveiterbauerr würden. |@j Nachrichten Personalnachricht. Herr Dr. Bela Galandauer, der 'längere Zeit in uneigennützigster'Weise die Funktion ei,nes Schularztes ■ an der Tälmud־Thora*Volks- und Hauptschule; in Wien bekleidet ■hatte, hat• sicKViri Eisen־ *städt als p/^tjsqher.־.Arzt }niedergelassen.• Herr, Dri.־Galan* ' *d'küer hat/.iii seiner ,;Tätigkei,t.als ,Schularzt, im: Spital der Wiener Israel...Kultusgemeinde}•:und .'im;Vorstand der Vereinigurig jüdischer Akademiker sowohl als. Arzt als auch als gesetzestreueu Jude die’״Sympathien, weiter jüdischer Kreise erworben,‘ die ihn nur üngerin' aus Wien scheiden sehen und ihm iri seinem ripuen Wirkungskreise vollen Erfolg wünschen. ־7 ־ י Ferienkolonie der Wiener Talmud־Thora* Volks* schule. Dank den Bemühungen einiger Damen .des Elternvereins ist es trotz׳ der׳,iKrise gelungen, unter Mit- Wirkung der Israel. Kultusgemeinde und privater Wohl־ täter eine Ferienkolonie für vierzig Schulkinder in Bösing einzurichten. ‘"Die Abreise;dCr Kinder findet Mittwoch, den 15. Juli, 8 Uhr früh; mittelS/Dampfschiffes vom Prater* kai aus statt. . ״Mehr Wissenschaft ln der Schächtfrage.“ Obertierarzt Dr. Max Junack, Leiter des Berliner Schlachthof*Laboratoriums und evangelischer Gemeinde* verordneter, gibt in, einer.;Zuschrift •an .die,.״Vossische. Zei» tung“ (Sönntagsausgabe vofji 5. Juli 1931) auf Grund, seiner vieljährigen Erfahrungen auf dem Berliner Schlächthöf, wo jährlich Tausende erwachsener Rinder geschachtet werden, nochriiafs die Parole aus: ״Mehr Wissenschaft in der Schächtfrage“.., Er weist auf das Schächtyerbot in Braunschweig, hin, das. er für.unberech־ tigt und inhuman hält, und/erjnnert an. die Erklärung der bedeutendsten Physiologen der ,!Veit, darunter des Nobel* Preisträgers' Krogh-Köperihägen,. daß die Schach tung ״jede berechtigte1 Forderung der Humanität erfüllt“. Nach dem vorschriftsmäßig äusgerulirteri 'Schächtschnitt tritt sofortige Bewußtlosigkeit,;‘ äl־sp..'(Betäül)iing, ein.!Ein pro* pagandistisch auf geführter Film gegen das Schächten, der, bei' stehenden und n'ichtuJb'rs'chnfts»iäßig gefesselten Tieren Halsschnitte, die׳! nicht durch ausgebildete Schächter ausgeführt wurden^zeigt, kann in keiner Weise gegen das Schächten ins Treffbn geführt werden. Uebri* gens berichtet der englische •)Chirurg Professor Hill von 200 geretteten selbstmörderischen ■Halsabschneidern, daß nicht ein einziger von ihnen nach dem' Halsschnitt Schmerz empfunden hätte. ^7/־ ,־'• v 1. Die als Ersatz für dfefl sofort betäubenden Schächt־־ schnitt empfohlene elektrische ״Betäubung“ is't,: erklärt Junack, gar keine Betäubung;>fDie• von ihm in Berlin und Karlsruhe gesehene Behandlung erwachsener. Rinder mit . dem Leduc־Strom war sehr umständlich und unsicher in ihrer erstrebten. Wirkung, Mehrere Schlachthofdirektoren sahen sich genötigt, die elektrische ״Betäubung“ wegen ihrer Mängel wieder abzuschajffen. Die Tierärzte Prof, Dr. Mayer, Dr, Wenger. und Dr,, Zimmermann haben an der Münchener Hochschule vefspeht, die. ״Elektro*Narkose“ bei Runden zu operativen, Zwgcken einzuführen. Sie haben & Elnxige!arische für WeiBnähen u^d Kleidarmaciten 5 mit öffentllqbkeltvreolit IIm Malvaa*te 7t ^.»■01: Dr.KrUger'Htim QehllHnnenrecht ilHcf sei« lifi die Heilen Fabrik: Wlenf XV*, Staglgasse 10 bei Mariahilferatr. US) Tel. R-35-8-47 tiftd R*3ö-5-38 flilüldt ÜHäH VH! Hurggatte 17, fi. i3S*S«id gefunden, daß der elektrische Schlaf keine eigentliche Narkose, sondern ein Erregungszustand mit nadtfolgender Erschlaffung ist. Leduc selbst war bei Versuchen an seiner eigenen Person nicht bewußtlos oder betäubt, son* dern nur in seiner Bewegtingsfähigkeit absolut gehemmt. ■Cohn und Bortittau wiesen, schon 19t2 nach, daß es> sich bei der ״Elektro*Narkose" nicht um eine Bewußtlosigkeit handelt, sondern um die Untnöglichkeit, Empfindungen zu äußern. Diese ״Betäubung“ hat auch schwere Gehirn־ und andere körperliche Schädigungen zur Folge, die nun einmal rituell nicht zulässig sind. Aus allen erwähnten Gründen gibt es keine elektrische Betäubung, die die so־ fort nach dem vorschriftsmäßigen Schächtschnitt ein* setzende Bewußtlosigkeit ersetzen kann. Der vielleicht ungünstige Eindruck der Vorbereitung zum Schacht* schnitt an manchen Orten wird restlos durch den *Weiht bergschen Apparat beseitigt, der in verwandter Form schon seit vielen Jahren als Operationstisch nach Vinsot erfolgreich in der Tiermedizin gebraucht wird. Cusa fordert Ausschluß der Juden aus der rumänischen Armee. In der am 27. Juni in der rumänischen Kammer stattgefundenen Aussprache über die Thronrede ergriff auch der Führer der Antisemtischen Partei, Prof;' Cusa, das Wort und erinnerte unter stürmischem Beifall der Regierungsmehrheit an die Zeit, in der er in der anti* semitischen Bewegung tätig war. Als der jüdische A.b־ geordnete Dr. Theodor Fischer gegen die Forderung Prof. Cusas, die Juden als illoyales Element aüs der Armee auszuschließen, protestierte, wurde er durch fprt־ währende Zwischenrufe Cusas, in denen dieser, die jüdi* sehen Abgeordneten persönlich beleidigte, unterbrochen. (Insofern dieser von unserem Freunde Cusa gewünschte Ausschluß der Juden aus der rumänischen Armee den ersten Schritt zu. einem allmählichen Abbau dieser, wie aller ähnlichen, ziemlich überflüssigen und schädlichen Institutionen, bedeuten sollte, wäre weder vom jüdischen, noch vom allgemein rnenschlichen Standpunkt gegen eine solche Aktion etwas einzuwenden. Anm. d. Red.) Das Schulwerk der Warschauer jüdischen Gemeinde. •In einer anläßlich der Schitlerarbeiten-Ausstellung :־der jüdischen Gemeinde abgehaltenen Pressekonferenz teilte der Schulreferent Rafael Gutmann mit, daß die tjremeindc 29 Schulen mit 101 Klassen, 3936 Schülern und 197 Eeh*׳>f! rern unterhält. Davon sind 12 Elementarschulen (60 Klassen, 2146 Schüler), 3 Abendschulen, 3 .Kinder־ heime, 1 Anstalt für schwer erziehbare Kinder, 1 Hand־: werkerschule, 1• Frauenfachschule, 1 Lehrerseminar u'sw. Das׳ Schulbudget der Gemeinde beträgt ז Million Zloty , jährlich. ׳ Von den Eltern der Schüler^ sind67 ־ Prozent Arbeiter und• Handwerker, 33.Prozent Kleinhändler.,! 3006 jüdische ־ Arbeitslose in ׳ der‘ /holländischen >h Diamanteriindustrie. Die Arbeitslosigkeit in der Diamantenindustrie von Amsterdam, die seit jeher vorwiegend jüdische Arbeiter beschäftigte, hält weiter an. Von den insgesamt 3500 arbeitslosen Diamantenarbeitern v sind 3090;Juden. Amtliche Verlautbarung der Israel. Kultusgemeinde Wien Israelitische Kultiisgemeinde Wien. Z' 4309 ex 1931: ־ '; Kundmachung '׳' betreffend die Errichtung von ' Minjanim für die hohen Feiertage ' 1. Der Vorstand beabsichtigt für den gegenwärtigen Bedarf an temporären Bethäusern durch, eigene Maßnahmen vorzusorgen, beziehungsweise durch die Tempelvereine vor* sorgen zu lassen. Demgemäß wird die Kultusgemeinde nur in Fällen, an welchen ein tatsächlicher Bedarf vorhanden ist, die Genehmigung ifür ein temporäres Bethaus an andere Vereine oder Private erteilen. 2. Im Sinne des § 80 des Gemeinde־Statuts ist vor Miete eines Lokales und vor Einschreiten um die behörd* liehe Genehmigung die Bewilligung des Kultusvorstandes einzuholen. _ ■ 3. Die Gesuche um Bewilligung sind bis: längstens 31, Juli 1931 im Einreichungs*Protokolle der israel. Kultus* gemeinde, I. Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu überreichen. Es wird ausdrücklich aufmerksam gemacht, daß später ein* langende Gesuche nicht angenommen werden. Auf nicht' entsprechend belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. 4. Die Gesuchsteller haben für sich und für die zü verwendenden Vorbeter (Namen derselben sind im Ge* suche anzugebeh) genaue Ausweise über Charakter, Moralität und Befähigung zu erbringen. 5. An weibliche Fersonen wird weder direkt noch indirekt eine Bewilligung erteilt. 6. Die als Betlokale einzurichtenden Räume müssen sich für ,diesen Zweck vollkommen eignen und ist die schriftliche Zustimmung des Vermieters sowie des Haus* eigentümers zur diesfälligen Verwendung beizubringen. 7. Wohnungen und andere Lokale dürfen nur dann zur Abhaltung des Gottesdienstes verwendet weföeu. wenn sie vollkommen ausgeräumt sind und an 4en Festtagen ausschließlich für den erwähnten Z.weck benützt werden« 8. Für Lokale, in welchen während des Jahres Ver* anstaltungen stattfinden, deren Tendenz unvereinbar ist mit,einer Stätte, an welcher ein Gottesdienst abgehalten werden soll, wird eine Bewilligung nicht-erteilt. ,:■'־.׳׳. 9. Die Errichtung eines temporären Betlokalesdn 4e^ Nähe von ständigen Bethäusern wird; in •där Regel nicht bewilligt, . '; 10. Die Bewilligung gilt nur für die einschreitende Partei und ist somit nicht ühertragbar, •v!מ JUeheitretun^slaHe wird die, erteilte Billigung : sofort zurückgezogeh und die Behörden werden gleichzeitig hievon verständigt \ 11. |pn ^hhauf von Betsitzen seitens-der Kultus* gemeinde ist nicht zu gewärtigen, ״•<״־׳..,- r . »152, Die Bewilligung wird den Betlokaldnhabern. nur untei!׳ der Bedingung ierteilt, dsß dieselhe^^det-Kuttus# ׳ )gemeinde für unbemittelte Personen (Männer und Freuen) zusammen den zehnten Teil, der YOft der. Behötde geneh־ ׳ migten" nttmeriertea^Sitzplätze unentgeltlich bis längstens 994512441977

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