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Jüdische Presse · 1931-06-25 · 25 (25.6.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
25 (25.6.1931)
Date
1931-06-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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־1ד t o 12 il '£•! i ö ft ja׳ 'MH! üwiramj immer gut» Es ist auf außer jüdische» Binditftgett aufge־. baut Und sd"JSfößtdiff wieder jÜdiSdHe Studlefttett as büßet!, daß ftemdevMimfttegtUppe» dät jftk’fti Rücke» ihre» Kampf*fiöSliä^h wöliem We»Mäft»Myh^jüdisdhe AtL schlagMate« iii Tfüfnttief gehen, ist es nicht so bödauef* lieh, da diese Anschlagkasten nur Einladungen äü Tanz* festen enthalten, nicht aber als Abwehr der Ausfälle und Angriffe ihrer Nachbarn etwa eine Liste der bloß auf dem Wiener Zentralfriedhofe beerdigten jüdischen Kriegs* gefallenen. Dagegen ist es nun wahrlich nicht mehr zu überbieten, wenn vor den Augen der Polizei an den Säulen der Univefsitätsrampe zwei große Plakate erklären, daß ״Juden Eintritt verboten“ sei. Das ist Schmach, die den Denkenden unter den jetzt in Wien weilenden Fremden vielleicht auch einrrial die Augen über die wahre Schuld an dem Zusammenbruch eines Landes und eines Volkes Öffnen wird, das es verschmäht hat, an seinen Schützen* gräben, Ersatzkaders und. Steuerämtern dieselben Ein* trittsverbote anzubringen. Freilich, wenn ein Graf Wenzel auszieht, das Deutschtum zu retten, kann nicht mehr an innerer Wahrhaftigkeit herauskommen. ׳ Damit in solchen schweren und unruhigen Tagen aber auch der Humor zu seinem Rechte komme, muß heute zum״ erstenmal auch ein an anderer Stelle mitge* teiltes Schächtverbot für — Geflügel registriert werden. Fast wäre man versucht, darauf mit dem bekannten ״ge* flügelten“ Worte zu reagieren: ״Da lachen ja die Hühnerl“ Wenn der Rektor der Wiener Universität vor einigen;Wochen eine Abordnung jüdischer Studenten, die sich;über Ueberfälle (s. oben) beschwerte, mit den höhnischen Worten, abfertigen konnte, er könne unmöglich neben jeden jüdischen Studenten einen Pedell stellen, so wird wohl bald die Polizeibehörde von Braunschweig erklären müssen, sie könne nicht jedem Hühnchen einen Schutz* mann beistellen, und so wie hier wird wohl -—• es war ja schon oft so in der Geschichte — auch allen anderen Geseroth unserer Zeit der fröhliche Purim des Absurden ,folgen. ״ M. CHAJIM BLOGH Zu seinem fünfzigsten Geburtstag. Still, bescheiden und unauffällig wandert Chajim -Bloch durch unsere in Herzensträgheit verharrende Zeit. Seit Jahren arbeitet er mit großer Hingabe an der Erforschung und Gestaltung des kabbalistisch*chassidischen Geistesschatzes. Seine Versenkung in die Wesenheit der .Kabbala hat früh begonnen, und er beschenkte uns im Laufe von zehn Jahren mit einer stattlichen Reihe von gelehrten und ebenso volkstümlichen Werken. Blocks Bücher haben den besonderen Vorzug, daß er in ihnen nicht freie, phantasievolle Dichtung spielen läßt, sondern ,daß seine Dichtungen echtem Erleben entstammen, ln ... seinen Darstellungen .erblühen ‘die Schönheiten des Juden* tums nicht als Legenden, sondern als seelische Natur, als wahres edles Menschentum. Daß er nicht auf die Klang* Wirkung seiner Sprache, sondern auf die wirklich richtige Wiedergabe des kabbalistischen Gedankens bedacht ist, macht seine Werke noch wertvoller. Da aber in seinen Schriften das Antimaterialistische, das ־ Religiöse stark ausgeprägt, ist, haben sie in unserer hastigen Zeit nur •wenige Leser ergriffen und erwärmt. Nur wer G*tt in sich gewahr wurde, kann' die religiösen Schriften Chajim Blochs lieben und verstehen. Am 27. Juni 1881 in Ungarn geboren, empfing Bloch;eine ausgesprochen religiöse Erziehung. Er verträumte .seine Jugend in Delatyn, einem Städtchen in Galizien, wo sich seine Eltern ansässig machten, und das damals, von allen Kulturerrungenschaften verschont, voli Von heißein Atem der Frömmigkeit war. Er verbrachte sein junges 'Leben inmitten grüner Wiesen und Weiden. Die g*tt*;vollen Naturschönheiten dürften auch den entschei־ (dendsten Einfluß auf sein späteres Schaffen gehabt habe». 'Er liebte stets die Einsamkeit der Berge, das Alleinsein der Seele, und verdankt dieser Einsamkeit seine Neigung zur Kabbala, jener geheimnisvollen und überwältigenden Weisheit der Juden, in der das Geheimnis der Menschen* Sehnsucht nach der Erlösung verborgen ist, und die auch von christlichen Männern, AVie Johannes Pico von Mirandola, Johannes Reichlin, Christian von Rosenroth, Agrippa Von Nettesheim, hochgeschätzt Avurde. Durch seine Ab* kunft stand Bloch in unmittelbarer Beziehung zu den Chassidim,'jener auserlesenen Judenschar, die noch heute .auf ihre ursprüngliche Tradition der Frömmigkeit ein* -geschworen ist, . und konnte sich die völlige Kenntnis ihrer Lehre aneignen. . Vor dem Kriege betätigte er sich kaufmännisch, Schrieb aber nebenbei in hebräischen und deutschijüdi־ sehen Blättern; Erst in der Nachkriegszeit trat er mit ׳umfangreichen Arbeiten in deutscher Sprache vor die größere Oeffentlichkeit. Seit dem Jahre 191Q, da Bloch, vom Krieg heim־ *kehrend, in Wien festen Sitz nahnj, veröffentlichte er der Reihe nach folgende Werke; ״Der Prager Golem“ (über* setzt in Amerika, Frankreich, Holland), ״Die Gemeinde der Chassidim“, ״Ostjüdischer Humor“, ,,Israel, der Gotteskämpfer“, ״Hersch Aron Ostropole, ein jüdischer Till Eulenspiegel“, . ״Tal.mudische Weisheit“,. ״Gottes Volk und seine Lehre“, ״Kabbalistische Sagen“ (ins Englische übersetzt), ״Lebenserinnerungen des Kabbalisten Vital“,»Priester der Liebe“, ״Das jüdische Volk in der Anekdote“. Es ist bezeichnend, daß bedeutende• christliche Schriftsteller von der Darstellung Blocks ergriffen sind. Der deutschnationale Dichter Karl Hans Strobl schrieb über ein Werk Blochs folgendes: ״Dem Europäer und Christen erschließt sich mit diesem. Buch ein seltsam fes* selnder und überraschender Einblick in die Welt frommer Innigkeit, sittlicher Reinheit und hochgestimmter Her* . zensgüte, der geeignet erscheint,, die Ueberzeugung ,5?U Stärken, daß lautere, Menschlichkeit an kein Glaubens־ Bekenntnis gebunden ist.“ Gegenwärtig bemüht sich Bloch, für sein fast voll* tgndetes Werk ״Das jüdische, Volk im Spiegel eines Jahr־;tausends“ eine» Verleget m finden. Er will mit diesem .;׳••^Verlf:'׳•׳ der mehtjüdiseben Welt, auf Grund des in . djr;Trabbrnischeh ResponsenUteratur bewahrten Materials eine unanfechtbare Kulturgeschichte des jüdischen Vöhdes in »er Diaspora liefern und ist überzeugt, daß nach Vej» ■ijffentiichung dieses Werkes die Welt•.)» hf^ng atjf die־־ Juden um einige Legenden ärmer werden, wird..' ־; Möge es Bloch vergönnt sein, noch lange Ä i Kuhm des Judentums zh wirken und •zu schaffen. K. JÜDISCHE PRESSE *k y 4' ■iiiliaillfti ... ^hf ifädienfahft dem Osten. f#»tie StüdMifahrt, die üi%|4ilefeMafhöÄZeftttele Vöitt;§41 Jtilt d. J־r;Bis 9. ÄugüsO%fäfistälteh gihit sieh ällerörüs Siftf starkes Interesse kuft^Es habeti bereits eine Äftzäht pföftiihfetiteif Peteönlichkeitetf ilite Teilftäftifte zugesicheft. idberrabhineF Dr. Cariebaefc Altmtd, Ratftftier DL Ju»g* New York, Redakteur S6lil§Mwite» FraHkfürt C Main» Ditektof Deutschlwnder, »Wiefi, 1i. a. m. Es wird dringendst , r g^ebeFeril Ariiüelduttgäit sö rasch als möglich an die Köreri * Hathora* Zentrale, Wien, IL, Leopbldsgasse 26, gelangen zu lassen, da die Teilnehmerzahl aus technischen Gründen be* schränkt Averden muß. Auskünfte erteilt die Keren* Hathora*Zentrale auch telephonisch (A*49*0*94) sowie der Reiseleiter David TürkI (A*48*4*15). Dr.*Josef*ßloch*Gedertkfeier. Sonntag, den 21. Juni, fand im Sitzüngssäale des Kultusgemeinde*Bezirksamt ‘ Wien XXI die Enthüllung eines Bildnisses des gewesenen Reichsratsabgeordneten Dr. Josef S. Bloch statt. Rabbiner Dr. Rosenmann würdigte in formvollendeter Rede die Verdienste seines Amtsvor* gängers im Rabbinat von Floridsdorf (Wien XXI), dessen Kampf gegen Rohling derart erfolgreich Avar, daß die bliit* rünstigen Theorien Rohlings bei jedem denkenden Men־ sehen gründlich abgetan wurden. Auch seine Tätigkeit im Reichsrat %var für die Vertretung des Judentums besonders wertvoll. Präsident Professor Dr. Alois Pick würdigte in kurzen Worten Blochs Bedeutung. Dr. Steiner feierte Bloch als Gründer der ״Unioh"; die er zur Verteidigung der jüdischen Rebhte ins Leben gerufen habe. Dr. Grunwäld, der ,SchAviegörsohn des Verblichenen, der anläßlich seiner Genesung warm begrüßt Wurde, zeichnete in tiefempfun* denen Worten ein Bild des unerschrockenen Kämpfers, geAvandten Publizisten und guten Menschen. Namens des Floridsdorfer Bethausvorstands Aveihte , Herr Dukes dem Andenken Dr. Blochs Avarme Worte des Gedenkens. Ableben eines zweiten ^Qpfers des Revolverattentats in der Budapester Hauptsynagoge. Nach mehr als ZAveimonatigem Todeskampfe ist ,Sonntag nachmittags ein ZAveites Opfer des am 3. April im ,israelitischen Haupttempel in der D6hany*utca verübten Revolverattentats, der 44jährige Nathan Taglicht, seinen Verletzungen erlegen. Oeffentlichkeitsrecbt für konfessionelle Schulen in Rumänien. Auf Wunsch des Premiers Prof. Jorga soll das Schul* gesetz noch in diesem Jahre modifiziert Averden. Die Minderheitenschulen sollen dabei die folgenden Vergünsti* gungen erhalten: 1. Konfessionelle Schulen jeder Art be* kommen das Oeffentlichkeitsrecht; 2. , jeder Schüler kann in jeder konfessionellen; Schule aufgenommen Averden; 3. alle konfessionellen Schulen erhalten staatliche Sub* ventionen in gleicher Höhe. י Grundsteinlegung zur; ersten jüdischen Siedlung Groß-Gaglow. Am Sonntag; den 21. Juni,• fand auf dem von der : jüdischen 'Lähdarböits*G. mV^b; ■FI. 'im vorigen* Jahre mit Hilfte eines Darlehens'׳der Jüdischen Gemeinde׳ Berlin er* Avorbenen Gut Groß*Gagl0AV bei• Kottbus die feierliche Grundsteinlegung zum ersten Siedlerhaus der jüdischen gärtnerischen und landwirtschaftlichen Kolonie statt, deren Errichtung auf dem Gelände׳ des Gutes geplant ist. Unter anderen sprachen Dr. Nathan B i r n b a u m namens der Agudas Jisroel und anderer jüdisch*orthodoxer 01‘ganisa־ tionen und Dr. Adolf-Wechselmann namens des Vereins zur Erhaltung des •überlieferten Judentums. An die Feier schloß sich ein Rundgang durch das Gutsgelände und eine Berichtigung der neuangelegten gärtnerischen Kulturen soAvie der Stallurtgen. EinAveihung des neuen Gebäudes der Würzburger Israelitischen Lehrerbildungsanstalt. Der neue Schulbau der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Wiirzburg wurde am 14. Juni mit einem Festäkt ein'geweiht. Schändung eines jüdischen Friedhofs im Elsaß. Un* bekannte Täter haben auf dem historischen Judenfriedhof zu Rosemviller im Elsaß 26 Grabsteine umgeAvorfen und zum Teil zertrümmert. Darunter befindet sich auch der Grabstein des berühmten ,.Rabbiners Jochanan Levy aus Öbernai und seiner Frau.‘ Es ist dies der erste Fall einer Schändung eines jüdischen Friedhofs in Frankreich. ־ Zum erstenmal Schächtverbot auch für Geflügel. Der Landtag BraunschWeigs, des einzigen deutschen ׳ Landes, in Avelchem ein Nationalsozialist, Herr Eranzen, ein Ministerämt bekleidet und maßgebenden Einfluß auf die Regierung hat, hat am;. 18. Juni eine Gesetzesvorlage angenommen, nach der. das Schächten nach jüdischem Ritus verböten ist. Das Gesetz tritt am 1. Juli 1931 in Kraft. Von diesem Zeitpunkt an darf im Lande Braun* schweig das Schlachten Sämtlichen Viehs, einschließlich des Federviehs, nur nach vorheriger Betäubung stattfinden. Es ist dies der erste Falk, in einem Lande, daß auch das, Schächten von Geflügel verboten ist. Die Beratungen der Mandatskommission über Palästina. Am Montag, den 15.!;Juni, ist die Permanente Man* , datskommissipn des Völkpj^undes in die Beratung der mit dem Palästina*Mandat zusammenhängenden Fragen einge־ treten. Der Führer der vpn der englischen Regierung zur Tagung der Mandatskommission entsandten Vertretung, der Unterstaatssekretär für, :die Kolonien, Dr. Drummond Shiels, legte in längerer Reje den Standpunkt der engli* sehen Regierung zu denj'.'Jiie,.künftige .Entwicklung Pa־־ lästinäs betreffenden Fragen/dar und kündigte praktische Maßnahmen zur Durchführung des Laodehtwicklungs* planes an. ‘ " Die ״Frankfurter Leitung“ vom 18, Juni veröffent־ licht ein Telegramm ihres Gcpfer Berichterstatters, in dein im Zusammenhang mit cip^ Besprechung der Verband* Jungen der Permanenten Mandatskommission des Völker* bundes und vor allem des'E^poses Dr. Shiels’ die englische Palästina?Poiit'ik einer scharfen Kritik unterzogen wird. Der Genfer Körrespöhdent^cr ״F, Z,“ schreibt u.; England hat, im. das:.■die Kommission in den nächsten Tagen beschäftige» wird — geschickt opejriert, in Palästina »icht, Alle Maßnahmen, di» die britische Re* gtcrühg in den letzten Jä^n Ucbeybrückung der zwi*: sehen Juden und Arabern^ entstandene» Glgen^ätze e^ griffe» hat,, zeugen von :einer solchen Unsicherheit,. daß man wirkUeh staunen mußf sie bei einer»»|iischen Ver*; wältung anzutreffen, Wi»5 der JTA,*Vertreter in Genf er*;ährt,' wird die Mahdafskommission im Zuaammenhapg mit der Prüfung des Weißbuches und des MacDonaid* i Briefes voraussichtlich apch die Frage des Legislative Council für Palästina behandeln׳ Spendet t •: » Abschlüß der Arbeite» des Genfer Kalenderreform* Jkömltees.׳■t Däs VofbeteitUngskötnitee;' füL die Fjfäge der KtliMIteföfrh Hat seine Arbeitet bee»diit; Bn; ersten Teil ihres Berichts wird u. 0; ausgefühfL daß sieh das Kohiitee lirtl Hinblick darauf, daß seine Mitglieder nicht Vertreter der Regierungen ihrer Länder sind und sieh nicht als Wortführer der gesamten öffentlichen Meinung dieser Länder betrachten, darauf beschränkt habe, eine systemati* sehe Zusammenfassung der Fragen, mit denen sich die Verkehrskonferenz zu befassen haben .wird, sowie der Anregungen, die bezüglich dieser' Fragen vbr allen! in den Berichten der nationalen Kalenderreformkomitees gegeben Wurden, äuszuarbeiten und einige Vorschläge, betreffend den der Konferenz zu empfehlenden Vorgang bei Behänd* lung dieser Frage, zu machen. Das Vorbereitungskomitee bringt der Konferenz in Erinnerung, daß nach der Ansicht des technischen S t u d i e n k o m i t e es, das den Völkerbundsrat ersucht hat, auf die Tagesordnung der Konferenz die Fragen der Festsetzung der beAveglichefi Feiertage und der Vereinfachung des Gregorianischen Kalenders zu stellen, Fragen von'av es entlieh religiösem Charakter, die bei der Erörterung dieser Gegenstände auftauchen könnten; zur Gänze der Entscheidung der •interes.sierten reli* giösen Instanzen überlassen bleiben sollen. Die Konferenz Avird aufgefordert, die Meinungen der Regierungen von einem rein Avirtschaftlichen und sozialen Standpunkt aus zu beurteilen. Weder das Komitee noch die Konferenz selbst seien autorisiert, zu untersuchen, ob irgend eine vorgeschlagene Reform mit irgendwelchen religiösen Uebetzeugungen unvereinbar ist. Auf die von jüdischer Seite erhobenen Einwände gegen Kalenderreform*Projekte, die mit der Einführung eines Blankotages verbunden sind, kommt der Bericht in dem Abschnitt zurück» der der Stellungnahme der reli* giösen Körperschaften gewidmetjst. In diesem Zusammen* hang wird erwähnt, daß von religiöser Seite mit Ausnahme der Juden, Adventisten und Baptisten anscheinend kein Widerstand gegen die geplanten Reformen geleistet Averde. Der letzte Abschnitt des Berichts enthält Vorschläge bezüglich des von der Verkehrskonferenz einzuhaltenden Vorgangs der Behandlung der Kalenderreformfrage. Zum Schluß Avird erAvähnt, daß auf Grund der Beschlüsse des Völkerbundsrates die interessierten religiösen Körper* schäften berechtigt sein Averden, auf der Konferenz durch Beobachter vertreten zu sein,_Darüber hinaus schlägt das Komitee vor, geeignete Vorkehrungen zu treffen, um .die Beobachtungen und Beschlüsse der interessierten religiösen Instanzen den Regierungen mitzuteilen, damit die kom* petenten Organe des Völkerbundes in der Lage seien, so bald als möglich die Beschlüsse der Konferenz in die Tat umzusetzen. Eine Abordnung der Agudas Jisroel beim Emir Abdulla von Transjordanien .in Amman.»^m vergangenen•' Dienstag Hat'Emir Abdulla Von'TrärisJördäriieni'e1n^"Dele־ gation der Agudas Jisroel in seinem Palaste in Amman, , der Hauptstadt von Transjordanien, empfangen. Agudas Jisroel hatte sich an dem Leichenbegängnis des Königs Hussein in Jerusalem nicht offiziell beteiligt, Aveil eine offizielle Einladung von arabischer" Seite an jüdische In* stanzen nicht ergangen Avar. Doch sprach die Leitung der Agudas Jisroel auf telephonischem Wege dem Hof in Amman gegenüber den Wunsch aus, dem Emir Abdulla einen Kondolenzbesuch abstatten zu dürfen. Der Emir er־ klärte sich sofort bereit, die Abgesandten der Agudas Jisroel nachmittags 3 Uhr zu empfangen. Die Delegation, die aus den Herren Rabbiner Jungreis, Rabbiner A. Ch. Noeh, als persönlichem Vertreter von Rabbiner Sonnen* feld dessen Sohn, Herrn J. M. Sonnenfeld, sowie einem Dolmetscher bestand, Avurde bei der Ankunft in Amman durch einen Offizier nach dem großen Empfangssaal des Emirs geleitet und alsdann in einstündiger privater Audienz empfangen. Der Emir gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er Gelegenheit habe, Vertreter der ortho* doxen Judenheit, deren Wesensart und deren Organisation, Agudas Jisroel er genau kenne, empfangen zu können, und knüpfte an die Aussprache an, die der heimgegangene König Hussein vor Jahren mit den Vertretern der Agudas Jisroel geführt habe. Der Emir ivünschte zu Avissen, Avelche Stellung Agudas Jisroel zü der am gleichen Tage veröffent* lichten Entscheidung der Köthel Maarawi*Kommission ein* hehme, doch köriiite» die Delegierten darauf keine kon* krete Antwort geben, weil der Bericht noch gar nicht zu ihrer Kenntnis gekommen Avar. Sie sprachen nur die Hoff* nung aus, daß die Entscheidung der Kommission zur Her* Stellung eines währhäfte» Friedens zAvischen Arabern und Juden beitragen werde; Naqh einstündiger. Unterhaltung trennte man sich mit den üblichen Segenswünschen, und der.Leibarzt des Emirs geleitete die Herren bis vor die Stadt. Antijüdische Exzesse in Radom, . Sonntag, den 14., und Montag, den 15. Juni, haben sich in Radom antisemitische. Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung ereignet,. Einige jüdische Eimvohner wurden schwer mißhandelt und verletzt. In der Eisengießerei vo» Rubinstein wurden mehr als 100 Scheiben einge* schlagen. Die Fensterscheiben ini Hause der Zionistischen Organisation und des jüdischen Gymnasiums wurden zum zweitenmal fejngeworfen. Die Polizei Avar rechtzeitig zur Stelle, verhaftete einige Exzedenten und stellte die Ruhe Wieder her. Das Kuratorium des Lodzer Schuldistrikts hat im Zusammenhang mit den antisemitischen Ausschreitungen in Radom, an denen sich in erster Reihe die Schuljugend beteiligt hat, eine Untersuchung eingeleitet. Die Direktoren der Radomer Schulen Avurden aufgefordert, zu berichten, was .sie gegen die schuldigen Schüler veranlaßt haben. Amtliche Verlautbarung der Israel. KültusgemeindeWien. , Israelitischer Jugendgottesdienst. Ai» Samstag, den 27. Juni 1931, uro 3 Uhr nachmittags, findet der letzte Ju|e»dgöttesdienst im Schuljahr 1930/31 für die israeliti* sefie Schuljugend in den Gemeinde* und Besdrkssynagpgen statt.'. ל V; ■׳׳׳'■ .״.': ■ ’ Predigt in der Bezirkssynagoge, IL, Pazmanitengasse Nr.,6. Samstag, de» 27. Juni 1931, wird bei dem un» 9 Uhr vormittags beginnenden Morgengottesdienst in der Be^irkssynagoge. II., Fasmanitepgas׳se 6, eine Predigt (Rabbiner Dr. Z. Taubes) abgehalten werden.

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