Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 25 (25.6.1931)
- Date
- 1931-06-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2629891-2630389-2630413--3941-2636023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Novifiovä *ftrtata* püv0fen6 ftadit pmi * ffttefrafo* mmm w Vidigif t lottföäl exp^die pat P4dltetft, ORGAN F4M MC INTERESSEN OES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II.» Leopolds# gasse 26, 1. Stiege. 1. Stock. — Tel. A49#״Ö#94, Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag . Abonnementspreise.‘ Ganzjährig l Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. 80, Einzelnummer Öst. Gr. 50» das übrige Äüsland 3 Dollar. . •: - - - , ■ Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse", Wien für Oester* reich t Postsparkasaenkonto Nf. D-936H; Deutschland 1 Post• Scheckkonto Berlin Nr. 1226)9; Jugoslawien t Postspk.*Amt Zagreb Nr. 40217; Polen i P08t8pk.*Anu Warschau Nr. 190409; Ungarn« Postspk.-Amt Budapest Nr.60170; Schweiz« Pott• - scheckk. Zürich Vlll. 4117; für die Tschechoslowakei« ״JOdische Presse", Bratislava, Postspk,-Amt Prag Konto Nr, 53386 Nr. 25 1 Wien-Bratislava, 25. Juni 19311 .כ־ה וינא־םרעםבוינ יא׳ תמוז ת־צ׳א 17. Jahrg. Massenkundgebungen Montag, den 22.• Juni d. J., veranstaltete die Aguda# Orts» und Jugendgruppe Wien eine große Protest# Versammlung gegen den aufreizenden fortwährenden öffentlichen GhiMül Schabbos in Jerusalem* Die traurigen Vorfälle im Heiligen Lande sind zur Genüge bekannt, so daß. in diesem Zusammenhänge über dieselben nicht detailliert berichtet werden muß.. , , * . Aus New York lag ein Telegramm vor folgenden Inhalts: Meeting :4000 Jungmänner protestieren schärf stens׳ gegen .die Sabbatentweihung in Jerusalem. Auch ■aus Warschau kamen scharfe-Resolutionen zur Vencsung. 'Herr Rabbiner Moritz F I e s c h verstand, cs m seinem vorzüglichen Referat, diesen unerhörten ChilJüI Schabbos , entsprechend zu geißeln. Mit Recht Vrief der Referent aus:מעולם לא היתה נכלה מאת בישראל Der anhaltende Beifall bewies, welch tiefen Eindruck die zündenden Worte des Redners auf *die Zuhörer hinter# ließen. . Herr Redakteur Schabse Schönfeld sprach dann noch über die politische Situation in Erez . Jisroel und for# derte zum Schluß stärkste und intensivste Förderung der bevorstehenden ״Prei#Wochen#Aktion“ für das Palästina# Schulwerk der 'Agudas Jisroel. Die Versammlung beschloß nachstehende Resolution: ״Die am Montag, den 22. Juni 1931, im Festsaale der A.:J.>Jugendgfuppe Wien ßtattfindene Versammlung religüiseiv Juden״-WrensAprotestiert auf;. das; energischeste, gegen •die öffentliche' auf reizende' SäbSafentWeihung im heiligen Lande seitens des zionistischen Fußballvereines ,.Makkabi" Die Veranstaltung von Fußballmatches an Sabbaten verstößt gegenr die primitivsten Empfindungen der reli# giösen Juden Palästinas, verstößt' gegen die Vorschriften der jüdischen Religion. Die Anwesenden empfinden es als eine Schmach, daß auf dem Boden des heiligen Landes eine solche Verletzung religiöser Empfindungen statt# finden konnte. Es ist bezeichnend für die IJnverfrörcnheit dieses ‘•'zionistischen ״Vereines, daß, trotzdem die armenischen, bzw. englischen Partner auf die Austragung des Fußball# Spieles am Sabbat bereits verzichtet hatten, der ״Mak# kabi“ es nicht unterlassen zu können glaubte, die eigenen Mannschaften spielen zu lassen. Die Versammlung empfindet es als eine unerhörte Provokation, daß die gegen das Fußballspiel am Sabbat Lebensversicherungs-Gesellschaft ■■ ■■ ff den ChiUttl Scbabtios in!ernsatetn. ft iiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiui! Gegründet 1882 Gegründet 1882 VersittngsIMaM Ende Juni 1930 2450 Millünen Schilling Garantiemillel Ende 1929 ■ . , . 300 Millionen Sthllllng Pidmiennnd Zinseneinnahmen i Jahre 1929 .'. , . . . 125'/4 Millionen Shilling Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich» Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen-!and, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten in Wien und Bratislava. demonstrierenden orthodoxen! Juden von jüdischen Poli# zisten geschlagen und zum ׳Feil schwer verwundet, von jüdischen Polizisten am Sabbat mittels Wagens in das Polizeigebäude abgeführt würden. Die Anwesenden verlangen von der Palästina#Re# gierung, daß sie für die Züküfift, mit Rücksicht auf die sich wiederholenden Ruhestöffimgen und , mit Rücksicht darauf, daß es einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Palästinas in seinem religiösen Empfinden auf das schwerste zu verletzen geeighet ist, die Abhaltung von ‘Fußballspielen־;", an Sabbaten-׳?;;'ih ',Palästina zu verbieten. Gerade von der englischen Regierung, die ja zu den kon« servativsten zählt, darf verlangt werden, daß sie dieser billigen Und gerechten Forderung der gesamten orthodoxen Judenheit entsprechen wird. Es' braucht nur darauf hinge# wiesen zu werden, daß es in England als das Allerselbst# verständlichste gilt, daß an Sonntagen keine Fußballspiele stattfinden dürfen.“ Die Versammlung hat dann noch über Antrag eines Teilnehmers, eine zweite Resolution gefaßt: ״Du־ arri 2. Juni 1931 ihi' Lokale der A.#J;־Jugerul# gruppe stattfindende Versammlung bedauert auf das leb# hafteste die .Veranstaltung •von. Festen für jüdische Zwecke am; ,Sabbat, sie protestiert aber besonders dagegen, daß die zahlreichste‘ jüdische Korporation, die Union öster# re'( Irscher Juden,;die •auch .sehr viele orthodoxe Juden zu ihren; Mitgliedern zählte ihr »Fest am .Samstag,״ abhält und sogar die״ orthodoxen..Mitglieder dazu einladt“‘. Größen Eindruck machte der milde-Ton des Red# ners, der die Mitglieder des Makkabi beschwor, ihre Irr# wege zu verlassen und sich' unserer alten G#ttesstreitpr, der Makkabäer, würdig zu' zeigen. * Protestversammlung in der Slowakei. Aus G a 1 a n t a, N i t r a und anderen Orten der Slowakei erhielten wir bereits Meldungen über Protest# ,Versammlungen, die wegen der fortgesetzten öffent# liehen Sabbatentweihung durch die zionistische Turner# schaft veranstaltet wurden. In den Resolutionen, die in diesen Versammlungen angenommen wurden, wird der Agudas Jisroel und den orthodoxen Gemeinden im heiligen Lande in ihrem schweren Kampfe. gegen die iij ■Jerusalem, Tel#Awiw■ und in den anderen jüdischen Siedlungen fortgesetzt und öffentlich geübte Schandtat an dem ganzen h i s 10r i s chen Ju d entum> Mut zugesprochen und im Namen des gesamten religiösen Volkes die sofortige und endgültigeAbs t^llu n g dieser ׳ Ue.bel gefordert. Es wird verlangt, daß auch ohne Zahlung eines Geber und Empfänger' gleichermaßen schmähenden b e# sonderen Tri b u t s de r A g u das Jisr o e 1 an die 5 a b b a t s c h ä n d e r die Abhaltung solcher, den Frieden unter der jüdischen Bevölkerung auf die Dauer störenden religionswidrigen Veranstaltungen mit allen Mitteln ver# hindert werde. Man hofft, djiß׳ die einhellige Forderung ,des gesamten religiösen Jutentums bei der Regierung Ver# ständnis und vielleicht auch bCi den maßgebenden zionisti# sehen Stellen Widerhall finden wird. Mit der gleichen Aktion vermöchte man auch. <|ie;Schließung der aus zusam־ mengeschnorrten jüdischen Geldern erhaltenen, T r e f o h« Vo 1 k skü eh en, r e 1 i gib nsf eind'li chen ■Schulen usw. durchzusetzen. In Bratislava veranstaltet die Agudas JisroelsOrts# und Jugendgruppe Sonntag,, den 13. Tamus (28. Juni), 6 Uhr nachmittags im Turnsaale der orthodoxen Gemeinde (Turnergasse 3b) unter Vorsitz Sr. Ehrw, des Herrn Ober# rabbiners Akiba Schreiber In, dieser Angelegenheit eine Protestversammlung, zu der5 alle religiösen Juden auch auf diesem Wege eingeladen werden. Glossen. Jüdische Schulsorgen auch in Amerika. — Umschwung in den jüdischen Großgemeinden. — Antisemitismus bis zur Absurdität. Amerikanisch#jüdische Blätter erzählen ein kleines Geschichtchen, das zum Nachdenken Anregung gibt. Vor kurzem sollen in einer Großstadt Nordamerikas die Vor# Steher mehrerer Bäte Midroschim beim Rabbinat erschie# nen sein und dort, ohne ein Wort zu sprechen, dip Schlüssel der von ihnen verwalteten Lehrhäuser nieder# gelegt haben. Die Rabbiner verstanden diese stumme Demonstration ebensogut, als wäre sie recht laut und be# redt gewesen, und gingen von Haus zu Haus, bis die Schulen und Lehrhäuser wieder geöffnet werden konnten. Wie gesagt, soll sich dieses Geschichtchen in Amerika zu# getragen haben, aber so amerikanisch es auch klingt, muß man, wenn man unsere österreichischen. Verhältnisse’ kennt, fragen, ob es nicht auch bei uns bald Aehnliches geben könnte. Auch bei uns gibt es Augenblicke des Ver# zweifelns, in denen man sich versucht fühlen könnte, die SchlüsseL von Schulen und ähnlichen Institutionen: in die Hände der Hohen und Mächtigen zu legen und ihnen zu sagen: ״Wir können nicht mehr 1“ ן;; Die Einschreibungen in die jüdischen Schulen z'eigeii alljährlich in steigendem Maße, daß von den Eltern das Bedürfnis nach jüdischen Schulen unmittelbar empfunden wird, aber wenn dann notgetrurigen und wenn es schon nicht mehr anders geht, an diese Eltern mit Forderungen herangetreten werden muß, dann muß sich leider immer wieder herausstellen, daß die Entscheidung nur selten zu־־ gunsten. der jüdischen-Schule ausfällt. Die ElterrirWoUert^- in ihrem Streben nach jüdischer Erziehung ihrer Kinder doch nicht ganz allein bleiben, und so ist es kein Wunder, wenn das Defizit schließlich die jüdische Erziehung tragen muß. * 1 ';••׳׳• * Die neugewählte Repräsentantenversammlung der Warschauer jüdischen, Gemeinde hielt ihre erste Sitzung ab. Zum Präsidenten der Repräsentanz wurde der Agudah# Führer Itsche־Mee.r Lewin gewählt. Der Agudah ist es ge« lungen, durch Vereinigung mit den kleineren Gruppen eine Mehrheitskoalition in dieser größten jüdischen Gemeinde des ^europäischen Kontinents zu schaffen, , in der bisher die Zionisten tonangebend waren. Der bisherige Präsident der Warschauer jüdischen Gemeinde war der .Misrachist H. Farbsteiri. Die Repräsentanz wählte eine Kommission, bestehend aus den. Agudisten Trogkenheim und Mase, dem Handwerkervertreter Bürgin, dem Assimilänten Kohri, dem nichtagudistischen Chassid Feigenblatt, deren Auf# gäbe es ist, Vorschläge, betreffend die Wahl eines neuen Gemeindevorstandes, zu unterbreiten. * . Aber nicht nur in der größten Judengemeinde Europas hat eine völlig neue Kräfteverteilung trotz aller zionistischen Erklärungen der Mehrheit der jüdischen Be# völkerung zu der ihrer wirklichen־ Bedeutung im Leben entsprechenden Stellung verholfen, sondern auch noch in einer anderen Großgemeinde Europas mußte Schlagwort'# Politik einer ernsteren und in der Bevölkerung besser verankerten Notstandspolitik Platz machen, Es ist dies Berlin, wo der am 14. Juni eingeführte Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sich konstituierte; Es Wurden gewählt: Zum Vorsitzenden Direktor Dr. h. c. Wilhelm Kleemann (liberal), zu stellvertretenden Vor# sitzenden Kammergerichtsrat Wolff (liberal) und Schoyer (konservativ). . Während nun die; jüdische Oeffentlichkeit nur sehr schwerfällig und in heftigen inneren Kämpfen auf die äußere Not reagiert, hat das Bild, das am 23.. d. M. 'die Wiener Universität bot, uns mit erschreckender Klarheit gezeigt, \vie es in Wahrheit um unsere Lage bestellt ist, Ein Wiener Zeitungsherausgeber hatte den Kampf gegen das Stüdentenreeht, das. nur jenen Juden unangenehm zii Bewußtsein kam, die durchaus pls Deutsche anerkannt werden wollten, bis zumVerfassungsgeriqhtshof geführt und war mit seinem Standpunkte auch durchgedrungern. Aber wie dies den Gesetzen der jüdischen Geschichts# Philosophie, die wir andernorts bereits gefunden haben, nun einmal, entspricht, bekommt auch' so ein an sieh sehr gerechtes und begrüßenswertes Urte.il! dem Judentum nicht Modernste BrautperUcken der weltb8kanntq|3P0rUck0nwerkstätt0 I, Kärnlnerrina 6 ( Hofe" Bristol) Tel■ M4״W