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Jüdische Presse · 1931-06-11 · 23 (11.6.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
23 (11.6.1931)
Date
1931-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE *»RESSE Nr. 23 sind seli 1870 die besten Fabrik:Wien, XV., staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Plliales Wien VII, Burggasse 17, Tel. B 32*3*80 ״Erziehe den Knahen — auch wenn er alt wird, weicht er davon nicht ab.“ Deshali) muß man notgedrungen 7.u dem Resultat gelangen, daß die jüdischen Töchter eine gehörige Erziehung erhalten sollen und nicht durch unfähige Hilfslehrer. Sie müssen unter־ richtet werden in erster Reihe in den religiösen Vor־ Schriften, die sie benötigen, und zweitens in jüdischer Geschichte und der Erkenntnis jüdischer Vergangen־ heit. Selbstverständlich hat dies alles auf den Voraus־ Setzungen der jüdischen Sittsamkcit (צניעות) zu beruhen, .... Diese Unwissenheit bei den Mädchen zeigt sich nicht bloß bei uns in Munkac. Die Quintessenz ist, daß eine R e l i g i o n s s c h u le (Cheder) für Mädchen wichtig ist. Der Lehrplan muß allerdings genau geprüft werden, weil nicht alles in ihn hinein־ gehört . . . .“ Man sieht, das sind Anschauungen, die schon sehr nahe herankommen an die Grundsätze, die wir seit Jahren auf Grund des wohlverstandenen Agudaprogramms auf das ׳ entschiedenste vertreten. Allerdings hat sich die geistige und religiöse Situation in der Töchtererziehung der ostslowakischcn und karpathorussischen Gemeinden in diesen Jahren verhängnisvoll verschlimmert. Man wird heute mit Palliativmitteln nicht mehr auskommen. Hier hat ein kl ar e s, strenges, radikales Rettung swerk großen Stils einzusetzen, das sich vor allen Dingen der Errettung jener Volkskreise widmen sollte, die von der geistigen Seuche noch nicht erfaßt sind. Dazu gehört die Bereitschaft zur entschlossenen Tat. Deshalb wiederholen wir unseren alten Ruf: Gebet euren Frauen und Töchtern die stille, intime Heiligkeit alt jüdischer orthodoxer Thoratreue wieder! Lehret sie kompromißfreies, konzessionsloses, starkes orthodoxes jüdisches Selbstbewußtsein! Zeiget ihnen unbeugsamen Bekenner־ mut! Lasset sie sich mit Gleichgesinnten zu Agudas־ Jisroel־Frauen־ und ־־Mädchengmppen zusammenschließen! J. J- B. Judenpresse! Wir Juden haben die schlimme Gewohnheit, daß wir an unsere eigene Presse große Anforderungen stellen, daß wir unsere jüdischen Zeitungen ausschließlich nach unserem persönlichen Empfinden und oft kleinlichen Interesse werten. Weh dem Blatte״ das über eine silberne Hochzeit, einen 60sten Geburtstag, der nur entfernt in unseren Familienkreis reicht, nicht berichtet. Zumindest ein grober Brief an die Redaktion ist die Folge, wenn nicht gar Aufgabe des — allerdings oft nicht bezahlten — Abonnements. So kritisch und anspruchsvoll wir nun gegen unsere 1 eigene Presse sind, so nachsichtig und liebevoll verzeihend sind wir aber gegen die sogenannte Judenpresse, die Zeitungen, die von jüdischen Abonnenten, jüdischen Inserenten leben und den sogenannten Liberalismus ver־ treten; wenn diese eine jüdische Angelegenheit erwähnen, geraten wir vor Dankbarkeit aus dem Häuschen, wenn sie über eine jüdische Veranstaltung berichten, sind wir im siebenten Himmel. Und doch wäre gerade hier etwas mehr Selbst־ bewußtsein, etwas mehr Nackensteife notwendig! Denn die Fehler dieser sogenannten Judenpresse, der liberalen Zeitungen werden auf unser Schuldkonto gesetzt, ob es sich nun um Propaganda für Frcidenkertum oder Kampf' gegen Religion oder Liebäugeln mit Bolschewismus han־ delt, immer sind wir Juden dafür verantwortlich; und welches Aktivum steht diesen großen Passiven gegenüber?. Nichts, absolut nichts. Man nehme z. B. das ״Prager; Tagblatt“ her, den Vertreter dieses Typus in der Tsche־ choslowakei, das von vielen, vielen konservativen Juden abonniert und gelesen wird. Die Judenheit der gesamten, Welt kämpft für den durch die Kalenderreform bedrohten Sabbat, die liberalen Juden so gut wie die orthodoxen, das ״Prager Tagblatt“, das über jeden Schmarren be־ richtet, das auch schon mehrfach über die Kalenderreform berichtet, hat diesen Kampf auch noch nicht einmal an־ gedeutet, geschweige denn Interesse für den Standpunkt der Juden gezeigt. Die slowakische Judenheit kämpft jetzt den schwersten Lebenskampf um die Heilighaltung des Sabbats, die durch die obligate Sonntagsruhe gefährdet ist; von den vielen Aktionen und Versammlungen be־ richtet das ״Prager Tagblatt“ nichts, es ist ja nur Sache von ein paar tausend jüdischen Abonnenten und Lesern, die dumm genug sein werden, die Ohrfeige ruhig einzu־ stecken und ihm auch weiterhin Gefolgschaft zu leisten. In Prag stellt die Chewra Kadischa das einzige offiziell konservative Element der Judenheit dar, selbstredend sucht ihr das ״Prager Tagblatt“ durch Berichte über Urnenbeisetzungen Nadelstiche zu versetzen und auch sonst Prügel zwischen die Beine zu werfen. Es veröffent־ licht z. B. in großer Aufmachung einen Artikel über ״Verbrennung und Beerdigung“, der zu zwei Dritteln Ge־ lehrsamkeit über die Katakomben verzapft, um im letzten Drittel als einzige Tatsache die Fälschung eines Bibel־ verses zu bringen und daraus die Folgerung zu ziehen, daß bei den alten Juden die Verbrennung die eigentliche Be־ stattungsform darstellte, und damit der Humor nicht ganz fehlt, in einer der letzten Nummern entdeckt Herr B. M. einen neuen Gelehrten, der über Judenabzeichen geschrie־ ben hat, und kann es sich — gelegentlich — im ״Prager Tagblatt“ nicht versagen, darauf hinzuweisen, daß die Beerdigungsbrüderschaft die Juden noch heute mit dem Judenabzeichen — der Halskrause — bestatte!! Und solche ״Pr. Tagbl.“ gibt es mehr. Wäre nicht eine ernste Aktion zu erwägen, wie man solche von konser־ vativen Juden gelesene und geförderte Zeitungen dazu verhalten könnte, ihrer Pflicht gegen ihre Leser nachzu־ kommen, damit nicht mit unserem Gelde unsere Ideale, unsere Weltanschauung geschmäht und verächtlich ge* macht werden? Es wäre eine Arbeit, des Schweißes unserer Besten wert. Argus. Vom Beth Jakob*Ferienkurs in Sobor bei Nitra, Tschechoslowakei. Der Beth Jakob-Ferienkurs in Sobor b. Nitra wird afft Montag, den 6. Juli 1931 (21. Tamus 5691). 5 Uhr nachmittags, eröffnet. Der Unterricht beginnt am Dienstag, den 7• Juli 1931 (22. Tamus), 9 Uhr morgens. Mit Rücksicht auf die zahlreich vorliegenden Anmeldungen wird hiemit ausdrücklich darauf verwiesen, dal? Plätze nur den Teilnehmerinnen Vorbehalten werden, die die Hälfte des Monats- Betrages bei der Anmeldung eingezahlt haben. Der Rest auf die Gesamtsumme ist beim Eintritt in den Kurs zu erlegen. Die Adresse des Ferienheims ist: Beth Jakob- Kolonie, Sobor bei Nitra, Villa Jucy. Nähere Auskiinfte erteilt Beth Jakob-Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasse 26. |0| flflCHRiCHTEfl Der Stand der Kalenderreform. Das jüdische Komitee betreffs der Kalenderreform wurde von dem Völkerbundkomitee, das sich mit der Frage der Kalenderreform befaßt, eingeladcn, zu der am 8. Juni in Genf stattgefundenen Sitzung dieses Komitees Vertreter zu entsenden, die den jüdischen Standpunkt zur Kalenderreform darlegen sollten. In Vertretung des jiidi־ sehen Komitees wurden am 8. d. M. Grandrabbin Israel L c v i, Chefrabbi Dr. Hertz, Dr. Hyamso n, Rabbiner Dr. Lew enstein und Rabbiner Dr. Pinchas K o h n empfangen. Die jüdischen Delegierten legten in ausführ־ liehen Ansprachen den jüdischen Standpunkt zur Kalenderreform dar und verwiesen namentlich auf den einmütigen Protest der •gesamten Judenheit, der in Pro־ testresolutionen mit zehntausenden Unterschriften an die im Oktober stattfindende Tagung des Völkerbundes, auf der wahrscheinlich die Entscheidung über die Frage der Kalenderreform fallen wird, geleitet werden wird. Auf seiner letzten in Frankfurt abgchaltenen Sitzung, an der bekanntlich auch Oberrabbiner Fürst aus Wien teilnahm, hat das erweiterte jüdische Komitee betreffs der Kalender־ reform beschlossen, an die einzelnen Landesorganisationen jüdischer Gemeinden die Aufforderung zu richten, Dele־ gierte für einen ״Rat der jüdischen Gemeinden“ zu nominieren. Dieser Rat wird wahrscheinlich anläßlich der Tagung des Völkerbundes im Oktober einberufen werden. Bei einer nur auf demokratische Formen eingerich־ teten Körperschaft, wie es der Völkerbund ist, kann nur die auch am 8. d. M. von den jüdischen Delegierten unter־ strichcne Protestaktion mit Unterschriften Eindruck machen. Es ist daher um so wichtiger, daß noch in letzter Stunde alle Juden, denen an der Erhaltung des Schabbos gelegen ist, die Bedeutung der für den einzelnen weder mit Kosten noch mit Mühen verbundenen Unterschriftenaktion einsehen. um diese Aktion tatsächlich zu einer imposanten Willens־ äußerung der jüdischen Massen zu stempeln. Sabbatentweihung im Heiligen Land. Während in Genf die berufenen Vertreter des jüdi־ sehen Volkes sich um die Erhaltung des Sabbat bemühen, hat in Jerusalem in letzter Zeit trotz aller Versprechen des Makkabi die Uebung, Fußballspiele an Sabbaten zu veranstalten, wieder Platz gegriffen. Am vergangenen Sabbat haben zehntausend orthodoxe Juden am Makkabi־ Spielplatz protestiert. Es kam dabei zu Zusammenstößen, bei denen einige Personen verwundet und mehrere Ver־ haftungen vorgenommen wurden. Auf Intervention Rab־ biner Sonnenfelds verzichtete die eingeladene a r m e n i־ sehe christliche Mannschaft auf die Austragung des Spieles und es spielte n ujr Makkabi. In Anbetracht, der Schwierigkeiten, mit denen der jüdische Anspruch auf Erez Jisroel zu kämpfen hat, und der nicht geringeren Schwierigkeiten, die dem jüdischen Sabbat in aller Welt begegnen, sollten die zionistischen Sportvereine doch etwas mehr jüdischen Gemeinsinn aufbringen und den Sabbat wenigstens in seiner Heimat respektieren. Ueber diesen skandalösen Vorfall erhielten wir noch folgenden Bericht: Sabbat, den 6. Juni, fanden auf dem Makkabi־Sportplatz in Jerusalem stürmische Demonstra־ tionen orthodoxer Juden gegen die Veranstaltung eines Fußballmatches durch zwei jüdische Teams am Sabbat statt. Das Wettspiel war von tausenden Personen, teils Anhängern der spielenden Mannschaften, teils orthodoxen Gegnern, besucht. Unmittelbar nach Beginn des Wett־ spiels setzten Protestrufe gegen die von den Demon־ stranten als Entweihung des Sabbats empfundene Ab־: haltung des Spiels ein. Etwa 300 Demonstranten waren ins Spielfeld eingedrungen, wurden jedoch von der Po־ lizei entfernt. Als dann von einer Anzahl Demonstranten Steine in das Spielfeld geschleudert wurden und ein bri־ tischer Polizist durch einen Steinwurf verletzt worden war, ging die Polizei mit dem Gummiknüppel gegen die Demonstranten vor, von denen zwölf, alle Mitglieder der orthodoxen Organisation Agudas Jisroel, verhaftet wur׳־ den. Das Wettspiel konnte schließlich zu Ende geführt werden. Die verhafteten orthodoxen Juden wurden un־ geachtet ihres Protestes gegen eine Beförderung mittels Wagen am Sabbat in einem Polizeifahrzeug zur Polizei־ Station gebracht. Ursprünglich hätte das Wettspiel zwi־ sehen dem Makkabi־Team und einer armenischen Mann־ schaft stattfinden sollen. Der Führer der Agudah־ Gemeinde, Rabbi Sonnenfcld, hatte jedoch beim armeni־ sehen Patriarchen interveniert, worauf dieser das arme־ nische Team veranlaßte, seine Teilnahme am Wettspiel abzusagen. Nunmehr vereinbarte die Makkabi־Mannschaft ein Wettspiel mit einem zweiten jüdischen Team. Der Waad Leumi hatte sich vergebens bemüht, die jüdischen Mannschaften zur Absage des Wettspiels zu bewegen. Die Leistungen der Krankenkasse für orthodoxe Angestellte. Auf Grund von Verhandlungen, die zwischen dem Vorstande der Agudas Jisroel und den Krankenkassen geführt wurden, haben sich die Krankenkassen bereit er־ klärt, bewilligte Aufenthalte in einem Heim der Kasse in einen baren Zuschuß zu einem freien Aufenthalt umzu־ wandeln, wenn das betreffende Krankenkassenmitglied auf rituelle Verpflegung reflektiert und daher das Heim der Anstalt nicht in Anspruch nehmen kann. Der Nach־ weis ist durch eine Bescheinigung der Agudas Jisroel zu erbringen. Nähere Auskünfte erteilt das Sekretariat, Wien, II., Leopoldsgasse 16, Telephon A15־4־48־. FelnwButter! Aufßrotgestfichen vorzüglich! Sonntag Erew Jatim Kippur. Donnerstag, den 4. Juni 1. .1. fand über Einladung des ״Schomre־Schabbos“ im Lokal der Milchhalle Deutsch eine Besprechung der schabhoshaltenden Lebensmittel־ händler, Fleischhauer, Bäcker usw. statt, um darüber Be־ Schluß zu fassen, welche Schritte zur Erreichung einer Erleichterung der Sonntagsruhe, insbesondere am Sonntag Erew J a u m Kippur, den 20. Sep־ tember, zu unternehmen sind. Referent Siegmund Stern wußte in fesselnder Weise den Zuhörern über die Leistungen und Aufgaben des ״Schomre Schabbos“ zu berichten und teilte mit, daß der Vorstand in Anbetracht der Wirtschaftslage den Mit־ gliedsbeitrag von S 6 auf nur S 2 jährlich herabgesetzt hat. Im Anschluß an diese Versammlung hielt Dozent Wilhelm Strebinger, ein hervorragender Rationalisierungs־, Verkaufs־ und Reklamefachmann, einen Vortrag über ״Wege zur Umsatzsteigerung“. Dozent Strebinger verstand es, seine Zuhörer durch seine überaus interessanten und lehrreichen Ausführungen zu fesseln. Aus den darauf־ folgenden Fragen und den Antworten des Vortragenden konnte man ersehen, welch tiefen Eindruck der Vortrag auf die Zuhörer hinterließ. In vorgerückter Stunde schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell: ״Geben Sie dem ,Schomre Schabbos‘ einen Teil jener Unterstützung, die der ,Schomre Schabbos‘ Ihnen gibt!“ Günstige Entwicklung des Lebensversicherungsgeschäftes in Oesterreich. Wie die Versicherungsabteilung der Agudas Jisroel mitteilt, zeigt die befriedigende Entwicklung dieser Ab־ teilung, daß trotz der lange andauernden schweren Wirt# schaftskrise die Neuabschlüsse an Lebensversicherungen keine merkliche Abnahme verzeichnen. Dies ist um so bemerkenswerter, weil bekanntlich vor einiger Zeit durch Vereinbarungen zwischen den allermeisten in Oesterreich tätigen Gesellschaften Einschränkungen des Wettbewerbs durchgeführt und insbesondere die sogenannten Ausspan־ nungen, das heißt die Ueberleitung bestehender Versiehe־ rungen von einer zur anderen Anstalt, wirksam unter# bunden worden sind. Dies liegt entschieden im Interesse des versichernden Publikums, weil der Versicherte bei dem Ersatz seiner alten Polizze durch eine neue fast immer einen empfindlichen Verlust erleidet, den er in der Regel erst zu spät gewahr wird. Die seit dem Wirkungsbeginn des erwähnten Ab# kommens neu abgeschlossenen Versicherungen stellen daher eine wirkliche Zunahme des gesamten Versiehe־ rungsbestandes des Landes dar und die verhältnismäßig bedeutenden Zuwachsziffern erklären sich offenbar daraus, daß in Oesterreich — ebenso wie man dies schon in den früheren Jahren im Auslande zu konstatieren Gelegenheit j hatte — sehr viele Leute gerade infolge der schweren Zeiten die Notwendigkeit erkennen, durch eine Lebens־ Versicherung in entsprechender Höhe ihre Angehörigen zu versorgen. Bei der Lebensversicherungsgesellschaft Phönix wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 1931 49.327 neue Versicherungen über ein Kapital von 184,977.047 Schilling abgeschlossen. Hievon entfallen 21 Prozent auf Oesterreich und 79 Prozent auf das Ausland. Die Neu־ abschlüsse im ausländischen Geschäftsbetrieb verteilen sich wie folgt: 21 Prozent Deutsches Reich, 16,5 Prozent Tschechoslowakische Republik, 12,5 Prozent Ungarn, 18,5 Prozent Westeuropa und Italien, während der Rest aus Polen, Jugoslawien, Rumänien und dem Orient her־ rührt. An Prämien sind in diesen vier Monaten insgesamt 37,739.919 Schilling vereinnahmt worden־ an Versicherte und deren Hinterbliebene wurden 9,699.304 Schilling ausgezahlt. Praktikanten werden gesucht. Das Stellenvermitt־ lungsbiiro des ״Schomre Schabbos“, Wien, gibt uns be־ kannt, daß zur Zeit einige vakante Stellen für Praktikanten im Alter von 14 bis 15 Jahren gemeldet sind, ohne das Stellensuchende in diesem Alter vorgemerkt wären. An־ läßlich des bevorstehenden Schulschlusses verdient diese Mitteilung besondere Aufmerksamkeit. Es empfiehlt sich daher, daß sich Eltern von!Kindern dieses Alters mit dem Sekretariat des ״Schomre Schabbos“ ins Einvernehmen setzen. Die Adresse lautet: Wien, IT., Leopoldsgasse 16, Telephon A15־4־48־. Amtliche Verlautbarung der Israel. Kultusgemeinde Wien. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 13. Juni 1931 findet um' 3 Uhr nachmittags dev Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Geineinde- und Bezirkssynagogen statt. Predigten und exegetische Vortrüge in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, dem 12., respektive Samstag, den 13. Juni, ־werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten: Predigten: Freitag־, den 12. •Juni. X., Humboldtgasse 27, A'bondgottesdieust um 19 Uhr 15 Minuten (Rabbiner Dr. Albert Weiner; Samstag, den 13. Juni, 11״ Pazmanitengasse 6, Yovmittagsgottesdieust um 8 Uhr 30 Minuten (Rabbiner Dr. Z. Taubes). Fxegetischer Vortrag: Samstag, den 18. Juni, XVI11״ Schapenliauerstrafie 39 (Rabbiner Dr. D. Foijclitwangi. Kundmachung. Die P r i v a t i 3 t e n p r ii f u n g e u aus i s 1־ a e 1 itischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Hauptschulen für das 2. Halbjahr des Schuljahres 1930/31 finden durch die zuständigen lleligiansiöhrer in deai SammelstatUrnen statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Sehn Heitlingen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags, ab 14. Juni 1931 erfragt werden. Die Prüfun'gstaxe beträgt S 5 per Halbjahr und ist im ■vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seite11fitettengas.se 4, 1. Stock, oder bei den Bezirksämtern XV., Turnergassc 22, XVI״ Hubergasse 8 und XXI״ Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags, bezw beim Bezirksamt XVLI!״ SchopenlmuerstraÜe 39, von 3 bis 5 Uhr nachmittags, zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religio nslehrer vor der Prüfung zu übergehen. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, bezw. Ortsscluilrates über die bewilligte Dispens vom Besuche dos öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem

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