Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1931-06-11 · 23 (11.6.1931) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
23 (11.6.1931)
Date
1931-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630389-2630411--3933-2636013
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JÜDISCHE P8ESSE Seitens -Nr. 23 Prüfer vorzuw eisen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Dringende Bitte fiir eine Kranke. Die F ii r s o r g e 7. e n t r a 1 e der Israel. Kultusemeinde bittet 11m Ucberlassnng eines Krankena ll rst 1111 Ips für eine im Versorgnngsheim Lainz bc- Endliche Frau. Nachricht wegen Abholung an die Fürsorgezentrale der Israel. Kultusgemeinde. Wien, L, Seitenstettengasse 2/1, erbeten. Freie Stellen; Im Spitalc der Israel. Kultusgemeinde Älcxandrie n gelangen die Stellen eines Chefi n t c r n i s t c 11 und eines Chcfchirurgcn zur Be- Setzung. Die Kandidaten müssen mosaischen Glaubens sein und sollen nebst ihrer M11tters|>rache auch das Französischc und Italienische beherrschen. Die längstens bis 3 0. September (93 t cinzu• bringenden Gesuche sind an den Präsidenten der Israel. K u 11 u s g c m c i 11 d e Alexandrien zu richten. Die näheren Bedingungen fiir diese Ausschreibung sind in der Amtsdirektion der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. St., während der Amtsstunden zu erfahren. L. D. Königsbergsche Stiftung Leie Bondi-Heim, Wien. II., Böcklinstrnße 59. Kundmachung. Im oben bezeichneten Heim gelangt ein Freiplatz zur Besetzung. Aufnahme findet ein jüdisches Mädchen aus Mittelstandskreisen im Alter von 10 bis 14 Jahren. .Außerdem gelaiiyen einige Plätze gegen Bezahlung des Selbstkostenpreises (derzeit S 150) zur Besetzung.; Gesuche, belegt mit Geburtsschein, Impfschein. Gesundheitszeugnis und auch mit den Nachweisen über gute Untcrrichtserfojgc (Schillzeugnisse) sind bis "30. Ju!ni 1931 in der Fürsorge-Zentrale der israelitischen KuMusgemeinde, Wien, I., Seiten«tc11cngns!se 2, 1. Stock, Tür lf>, zu überreichen. Wien, 8. Juni 1931. iBericlit dev Erspariingskommission. — Aenderting des Tax- und Gebüliventarifes. Die vom Plenum des Kultusvorstandes in seiner letzten Sitzung eingesetzte Ersparungskoinmission hat am 21. und 27. April, ferner am 7. und 20. Mai r93r, Sitzungen .abgehalten, in welchen insgesamt 79 Angelegenheiten zur Beratung gelangten. Die Beschlußprotokollc der Erspa־ rungskommission liegen in der Amtsclircktion zur Ein־ sicht der Mitglieder des Kultusvorstandcs auf. Jene Beschlüsse, welche mit Einhelligkeit und unter Zustimmung der Obmänner der zuständigen Kommissionen .gefaßt wurden, sind, dem Regulativ entsprechend, sofort in Vollzug gesetzt worden. Eine Reihe von Anregungen, die im Rahmen der Ersparungskommission gegeben wurden, befinden sich im :Stadium dringlicher Behandlung. An Stelle des infolge Mandatsnicderlegung auch -aus der Kommission ausgeschiedenen Herrn ■Kommcrzial# rates Bernhard Buchwald wurde vom Klub der Unio# .nisten Kultusvorstehcr Generaldirektor Isidor Pollak in die Kommission entsendet. Im Rahmen ihrer Arbeiten hat die Ersparungs- 'koinmission es als dringend wünschenswert erachtet, daß in Fragen der Lieferungsvergebungen auch externe Fach« ־männer, welche in keinerlei Kontrahentenverhältnis zur '־Gemeinde und deren Anstalten stehen, zu Rate gezogen ■־werden, und es hat sich dieser Vorgang in verschiedenen Belangen bereits bestens bewährt. Einem Beschluß der Ersparungskommission ent# sprechend, sollen — gleichwie es bereits in früheren Zeiten ־'üblich war — auch externe Mitglieder in die Kommission (für, Bau־ und technische Angelegenheiten berufen werden. ■*Die von der Kommission hiefür /in Antrag .gebrachten .!Herren: lug. Richard Kafka, Ing. Eugen Schiller runcl Ing. Ignaz O 1 e x i n z e r, haben , bereitwilligst dieses 'Ehrenamt anzunchmen erklärt. 1 Bei der Ueberprüfung des Tax־ und Gebühren# iWesens hat die Ersparungskommission die Notwendigkeit *erkannt, einige Ansätze d'es Tax# und Gebührentarifes, ׳ 1welche durch die Entwicklung der Verhältnisse längst 1überholt sind, dahin abzuändern, daß ״die Maximalansätze wie folgt erhöht werden: a) jährliche Beitragsleistungen zu den Kosten der Beaufsichtigung ritueller Funktionen, nun# .! mehriges Maximum . .. . . . . . . S 3000 Tb) Grabstätten I. Klasse, nunmehriges Maximunm S 2500 ■c) Zuweisung eines Grabes an bevorzugter Stelle ' des neuen Friedhofes, nunmehriges Maximum S 3500 ^d) Leichenbegängnisse, nunmehriges Maximum S 2500 als neue Post wird in den Tax־ und Gebührentarif .aufzunchmen sein: für die Verrichtung ritueller Funktionen anläß־ lieh der Aufstellung von Grabdenkmälern, nunmehriges Maximum . . . . . . . ... . . S 600 Die Anwendung der Maximalansätze wird, wie bis# her, nur in jenen Fällen zu■■ erfolgen haben, in welchen ,-die Umstände und die Vermögensverhältnisse der in Be־ ' tracht kommenden Zahler dies rechtfertigen. Wien, 1. Juni-1931. <1'ווווווו1וווווו1ווווו1ווווו1ו!וו1ווווווווו1ו1וווווווו11וווווו11ווו1וווו1וו11!וווווווו11ווווו1ווווו1וו11ו11וווווווו1ווווווווו!!!!וו!ווווווווווו!ו^ Presseempfang im neuen jüdischen Spital in Bratislava. Auf Einladung des Kuratoriums des neuen jüdi* ■•־sehen Spitals in Bratislava fanden sich Donnerstag, den 4. Juni, die Vertreter der gesamten Presse zur Besichti# gung des nunmehr fertiggestellten und zum Teil auch schon eingerichteten Krankenhauses ein. Man versarn# melte sich in dem schönen und geräumigen Beratungssaal, der auch als Betraum dielten soll. Der Präses des Kura־ toriums, Herr Isidor Engel, begrüßte die Pressevertreter mit einer freundlichen Ansprache und bat sie, der neuen Institution und ihrem Wirken nicht ohne Kritik, aber mit Wohlwollen *zu begegnen. Darauf begann unter der lie־ benswürdigen Führung des Schöpfers dieses Prachtgebäu# des, des Architekten Herrn Weinwurm, und einiger Mitglieder des Kuratoriums eine gründliche, auf alle Einzelheiten sich erstreckende Besichtigung der Räume, angefangen von den Kellerräumlichkeiten unten bis hinauf zum Dachgesims. Dem Beschauer bot sich der. Neubau nicht nur äußerlich und architektonisch als eine Zierde der Stadt Bratislava und als ein würdiges Glied in der Reihe der Bauten hiesiger jüdischer Institutionen dar, sondern es erwies sich, daß er auch in seiner inneren Anordnung, in seiner technischen und sanitären Einrichtung bis ins •unscheinbarste Detail — soweit hierüber dem Laien ein "Urteil zusteht «— den gesteigerten Anforderungen, die Studien fährt m deti jüdischen Kulturstätten des Ostens Die Keren#Hathora#Zenttale veranstaltet in der Zeit vom 25. Juli (11. Aw) bis 10. August (27. Aw) 1931 eine Exkursion zu den berühmten jüdischen Kulturstätten des Ostens. Die Reise ist vornehmlich bestimmt für Rabbiner, Lehrer, fiir die Vorstände und Mitglieder der Keren# Hathora־Landesver\valtungen und Kommissariate und für Freunde des Keren Hathora. PROGRAMM: Freitag, 24. Juli: Zusammentreffen in Wien, Empfang beim Czortkowev Rabbi, Besichtigung des jüdischen Mu# seums und der wichtigsten jüdischen Institutionen. Samstag, 25. Juli: Scholausch Sudau's in der Agudas־Jisroel־ Jugendgruppe. Sonntag, 26. Juli: 8 Uhr früh Schiffahrt nach Bratislava, feierlicher Empfang in der Jugendgruppe, Besuch der Jcschiwah, Beth Hamidrasch und Kewer des Chasam Sofcr, Besichtigung des Judenviertes. Montag, 27. Juli: 9,28 früh Abreise nach Poprad über Tyrnau, Galanta, Pystian, Trenczin־Teplitz. Ankunft Poprad 16,18. Autofahrt nach Hunsclorf, Besichti# gung des Jeschiwah#Baues, Autofahrt durch die Hone Tatra nach Zakopane (berühmter Höhenkur# ort), Ucbernachtcn in Zakopane. Dienstag, 28. Juli: 3E!stündigc Autofahrt durch die Kleine Tatra nach Rabka, Besichtigung der Beth־Jakob# Kolonie; abends Weiterfahrt nach Krakau. Mittwoch, 29. Juli: Führung durch die Stadt durch Herrn A. Spira, Empfang durch die Gemeindebehörden, Besuch der alten und neuen Schul des Remo; abends Einweihungsfeier des Beth־Jakob#Seminars in An# Wesenheit von Vertretungen der staatlichen und städtischen Behörden״ prominenter in# und aus# , ländischer Persönlichkeiten. Donnerstag, 30. Juli: Fahrt nach Lublin, Ankunft abends, Begrüßung durch den Lublincr Raw. Freitag, 31. Juli: Führung durch das Prachtgebäude der Jeschiwas־Chachmc#Lublin, Besichtigung der Er# innerungsstätten an Maharani, Maharschal. Samstag, 1. August: Zu Gast beim Lubliner Raw. Sonntag, 2. August: Fahrt nach Warschau, Besichtigung der Stadt unter Führung von Kultusvorsteher A. Z. Friedmann. Montag, 3. August: Autofahrt nach Gora#Kalwarya (Sitz des Gcrcr Rabbi), eventuell von dort nach Otwock” (klimatischer Kurort). Dienstag, 4. August: Autofahrt nach Mir, größte und berühmteste Jcschiwah Litauens. Mittwoch, 5. August: Autofahrt nach Radin, Empfang beim Chofez Chaim. Donnerstag, 6. August: Autofahrt über Wolozin, Grün־ dungsstätte der ersten litauischen Jeschiwos, nach Wilna. Freitag, 7. August: Besichtigung der Erinnerungsstätten an den Wilnauer Gauon, Empfang bei Rabbi Chaim Oser Grodzenski, Führung durch die Stadt (Jeru# schalaim d’Lito genannt) durch Herrn Rabbiner J. Schub. Samstag, 8. August: Schabbos: zu Gast beim Wilnaer Raw. Sonntag, 9. August: Rückreise. ...... ♦י■ Durch das Entgegenkommen der Bahnvcrwaltungen einerseits und unserer Freunde in Polen andererseits wird die ganze Exkursion inkl. Rückfahrt Wien pro Person S 40.— kosten. Auf Wunsch können einzelne Teilnehmer auch nur Teilstrecken dieser Gemeinschaftstour mitmachen. Anmeldefrist bis spätestens 10. Juli. Nähere Auskünfte erteilt: KE RE N־HATHORAsZENTRALE WIEN, II., LEOPOLDS G. ASSE 26 unsere neuzeitliche Technik und Hygiene an ein Kranken# haus stellen, vollkommen entspricht. Die anwesenden Jour# nahsten aller Parteien und Zungen waren von dem Ge# sehenen außerordentlich befriedigt und beglückwünschten die jüdische Gesellschaft zu dieser Bereicherung ihrer humanitären Institutionen. Organisatorisch und rechtlich bedeutet das neue Spital eine völlig neue Institution, grundver־ schieden von dem alten Spital, das zwei Jahrhunderte be־ standen hat und nunmehr ebenso als Institution aufgelöst wie als Gebäude geschlossen zu betrachten ist. In dem Vörraum sind weiße Marmortafeln angebracht, die alle jene Gemeinschaften und Körperschaften verewigen, die als Gründer des neuen Spitals zu gelten haben. Aus ihnen geht hervor, daß die Errichtung des neuen Spitals durch große finanzielle Leistungen cler orthodoxen Chcwra Kadischa, der orthdoxen Gemeinde, cles Spitalvereins und der neologen Gemeinde, ferner durch ansehnliche Stif# tungen uncl größere und kleinere Spenden zahlreicher Ge# meinden, Vereine, Unternehmungen und Einzelpersonen ermöglicht wurde. Der amerikanische Joint, cler tschecho* slowakische Staat und die Stadt Bratislava beteiligten sich daran ebenfalls mit recht bedeutenden Subventionen. Der gesamte Kostenaufwand dürfte schätzungsweise fünf Millionen tsch. K betragen; V er waltungstech« n i s c h ist das Spital einem eigenen Kuratorium unter־ stellt, dessen Geschäftsführung ein Statut regelt und Eigentumsrechte, Verantwortlichkeiten usw. in bindender Form festlegt. Seit der religiösen Neuordnung der jüdi־ sehen Gemeindeverhältnisse vor sechzig Jahren durch die Separation der gesetzestreuen von den neologen Gemein# den dürfte dieses Spital wohl die erste jüdische Institution in unserem Lande sein, die nicht bloß durch das — eigent# lieh niemals unterbrochene — persönliche und gesellschaftliche gelegentliche Zusammenwirken cler Angehörigen der prinzipiell divergierenden Gemein# den auf humanitärem Gebiete, sondern auch auf Grund einer institutionellen Gemeinsamkeit cler religiös getrennten orthodoxen und nichtorthodoxen Ge# meinschaften selber zustandegekommen ist. Das ist eine über den humanitären Zweck hinausgehende Neuerung mit dauernden Folgen, denen — vom Standpunkt der Ortho־ doxie gewfiß nicht zu Unrecht mit Besorgnis — auf beiden ■ Seiten die aufmerksamste Beachtung geschenkt wird. Der Bau wurde nach den Plänen der Architekten Weinwurm und Vecsei, die Baumeisterarbeiten durch die Firma Josef Erdely ausgeführt. Im Spital können 60 bis 80 und im Notfall noch mehr Betten untergebracht wer־ den. Das Haus umfaßt: Souterrain, Parterre, 1. Stock, 2. Stock und teilweise eine Terrassenetage. Im Souterrain befinden sich die Wirtschaftsräume, eine Küche für flei* schig und eine für milchig, die Wäscherei, die Desinfek# tionsanlagen, Schlafräume für das Personal, Speisekam# mefn, Magazine üsw., alles auf das vorzüglichste aus* gestattet. Im Parterre sind die Bureaus, der große Be־ ratungssaal, kleinere Operationszimmer, Untersuchungs־‘ zimmer, Laboratorien, Röntgenanlage tisw., untergebracht. Im 1. Stock sind im rechten Flügel ein großes, helles, luftiges und mit allen modernen Behelfen erstrangig aus# gerüstetes Operationszimmer mit den dazugehörigen Sterilisierungsapparaten, im linken Flügel einige ein# und zweihettige Krankenzimmer der ersten uncl zweiten Klasse und ein sehr geräumiger Saal mit 9 Betten cler dritten Klasse. Der 2. Stock ist ebenfalls für Krankenzimmer cler drei Klassen eingerichtet. F'ür Gesellschafts־־, Lese# und Erholungsräume ist gleichfalls ausreichend gesorgt. Ucberraschend angenehm wird mau von der Splendidität und Sorgfalt berührt, mit der die Krankenzimmer, sowohl in bezug auf Raumverteilung, als auch was die Einrichtung betrifft, ausgestattet sind. Das Ganze macht durchaus nicht den Eindruck eines öffentlichen Spitals nach ge־ wohnter Schablone, sondern vielmehr den eines modernen, diskreten und distinguierten Sanatoriums. Spassig machte ein Kollege die Bemerkung: ״Hier müßte es eine Wonne sein, krank darniederzuliegen,“ Vom Rundgang wieder im Beratungssaal angelangt, wurde den Gästen ein opulentes Frühstück serviert. Im Namen cler Gastgeber hielt zunächst Herr Dr. F 1 c i s c h# hack e r eine großangclcgte Rede in den drei Landes# sprachen über die Art, wie das Spital ״aus den Hellern cler Annen und den Tausendern der Wohlhabenden“*zustande# gebracht wurde, uncl feierte mit Worten der Bewunderung und der Dankbarkeit Herrn Isidor Engel als den Anreger uncl Schöpfer dieses Werkes. Ihm schloß sich im gleichen Sinne namens der orthodoxen Gemeinde Vizepräses Herr Heinrich Stählet־ an. Im Namen der Presse sprachen die Herren Chefredakteur Ar kau er (״Hiradö“), Rcdak־ teur Feber (״Prägai Futär“), Redakteur Antal (״Nap“) lind ein Herr für die slowakische Presse. Für die Anstaltsärztc erwiderten in herzlicher Weise die Herren Dr. Oester reich er und Dr. Hugo Roth; letzterer in einer großen slowakischen Rede. Das neue Spital wird, da in den letzten Tagen gewisse Hindernisse überwunden wurden, mit Zustimmung der Behörden am 28. Juni cingeweiht uncl zwei Tage, nachher seiner Bestimmung übergehen werden. __ J. J- B. Bei Hämorrhoidalleiden, Verstopfung, Darmrissen, Abszessen, Harndrang, Stauungsleber, Kreuzschmerzen, Brustbcklommenheit, Herzpoc.hen, Schwindelanfällen bringt der Gebrauch des natürlichen ״Franz#Josef“־Bitterwassers immer angenehme Erleichterung. Fachärzte für Innerlich# kranke lassen in vielen Fällen tagtäglich früh und abends etwa ein halbes Glas Franz־Josef#Wasser trinken. In allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhandlungen er# hältlich. David Krausz s. A. Früher und schneller als man befürchtete, hat der unerbittliche Tod Herrn David Krausz s. A., den allverehrten Präses cler Preßburger Gemeinde, ereilt..Vor wenigen Monaten noch stand er trotz seiner siebzig Jahre fest uncl gesund, einer Eiche gleich, da und jetzt weint seine Familie, klagt eine endlose Reihe von Männern und Frauen, von Witwen uncl Waisen, denen er Wohltaten erwiesen hat, uncl trauert eine ganze Gemeinde, der er• durch Jahrzehnte seine beste Kraft geweiht hat, um den Heimgang des ausgezeichneten Mannes. Der 21. Siwan, cler Tag, an dem David Krausz sein irdisches Wallen be# endet hat, wird für die Preßburger Judcnsr.haft ein Ge# denktag der Trauer bleiben, voller Wehmut wegen des; Verlustes eines biederen uncl edelfühlenden Mannes, der in zahllosen schweren Stunden all sein Können dem Gemeinwohl zur Verfügung stellte uncl Aufgaben auf sich nahm, deren befriedigende Lösung eine übermenschliche Kraft erheischte. Wer David Krausz s. A. war ■uncl was er bis in die jüngste Zeit hinein der Preßburger Gemeinde, ihren zahlreichen Vereinen und Institutionen bedeutete, ist in unserem Leserkreis viel zu sehr bekannt, als daß es. einer Aufzählung seiner Leistungen im einzelnen be# dürfte, um eine Vorstellung von dem Verlust zu erwecken, den die gesamte Judenheit mit seinem Hinscheiden er# litten hat. Als Mensch liebenswürdig, bescheiden, gütig, wohltätig bis über die Grenze cles Alltäglichen hinaus und als Jude gottergeben, gläubig, von schlichter, aber fest־ wurzelnder Liebe zur Thora und von verehrendem Gehör# satn gegen ihre Träger erfüllt, vereinigte er eine Summe jener Eigenschaften in sich, die in einer Zeit der Gärung uncl des Ueberganges in eine unbekannte Zukunft den Leiter eines jüdischen Gemeinwesens zieren müssen. David Krausz s. A. gehörte etwa 36 Jahre der Leitung der Preßburger Gemeinde an, darunter 20 Jahre als Vor# Steher. In diesen Jahren war er redlich bemüht,, die Ge־ meinde vor schweren Erschütterungen zu bewahren, und es war seine einzige Freude, wenn er sich sagen durfte, er habe seine Pflicht auch nach clem Sinn der יראי השם' getan, mit denen er sich seinem ganzen Wesen nach verbunden fühlte. Unvergessen sollen ihm an dieser Stelle die ״Worte der Wahrheit“ bleiben, die er vor annähernd sechs Jahren unserem Redakteur vor Zeugen in die Feder diktierte, und die deutlich zeigen, worin er das eigentliche Ideal seiner Arbeit als Gemeindepräses erblickte. Er schrieb damals wörtlich: ״Ich schaue auf die letzten Jahre mit cler größten Befriedigung uncl mit freudiger Genugtuung zurück. Ich habe nun 30 Jahre die Ehre, der Gemeindeleitung anzu# gehören. Ich war unter denjenigen, die den Sieg des Aufbaus über den Verfall in der Gemeinde errungen haben. Gar viele schwere und sorgenvolle Stunden -hat mir uncl allen Vorstands# und Repräsentanz־Mitgliedern die Verwaltung der Gemeinde bereitet. Ich kann aber mit gutem Gewissen versichern, daß während meiner ganzen Tätigkeit noch keine Zeit so fruchtbar, so ganz und gar vom Geiste der uneingeschränkten Opferbereit# Schaft und Selbstlosigkeit erfüllt war, wie die letzten Jahre. Wir haben stets gemeinsam gearbeitet, gemein־ sam nach Möglichkeiten des Aufschwungs für die Ge־ meinde gespäht und uns gemeinsam gefreut, wenn wir konstatieren konnten, daß unsere Ar# beit nicht vergebens war.־ Das allgemeine Bild der Gemeinde erscheint heute auch dem oberflächlichen Beobachter unvergleichlich günstiger als lange Zeit vor uns. Die Gemeindeinstitutionen zeigen deutlich, daß in ihnen frisches Leben pulsiert. Die allgemeine Lage der spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.