Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1931-06-05 · 22 (5.6.1931) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
22 (5.6.1931)
Date
1931-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630389-2630410--3927-2636006
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JÜDISCHE PRESSE Nr. 22 Seite 2 möglichte, versuchen, seiner Tat das Mäntelchen des Patriotismus umzuhängen. Wohl wissend aber, daß ihm dies nicht gelingen kann, wenn ein hiesiges Gericht und seine Geschworenen über ihn zu Gericht sitzen, versucht er nun die Delegierung eines Gerichtes aus den historischen Ländern zu erreichen, in der Meinung, daß es ihm glücken könnte, den ortsfremden Richtern anstatt der Mord- und Raublust an unsclnildigen Juden, von der er geleitet war, einen Patriotismus vorzutäuschen, der in einer schwarzen Seele wie der Eloraks keinesfalls wohnen kann. Es ist kaum zu glauben, daß die Hoffnung Horaks sich verwirklichen könnte, selbst wenn seinem Ver-‘ langen nach Delegierung eines fremden Gerichtes Raum gegeben würde. Tm Namen der heiligen Mensehcnrechte, im Namen der unschuldig und bloß wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum Hi n gemordeten muß Jedoch gefordert werden, daß der Gerechtigkeit ohne jedwede Krümmung freier• Lauf gewährt werde. * Das ״Pravo Lidu“ gibt von der Angelegenheit die folgende zusammenfassende Darstellung, ohne das wichtigste Moment, daß der Korporal die Leichen der Ermordeten nach der Tat nusplünderte, zu beachten: ״Anläßlich des ungarischen Bolscliewikcneinfalles vor zwölf Jahren in der Slowakei teilte jemand dem tschechoslowakischen Militärkommando mit, daß in der Gemeinde Nagyvitez die vier Brüder Fischer und die drei Brüder Lefkovic die Telephonlcitimg, die einige tschechoslowakische Militärabteilungen miteinander verband, durchschnitten hätten. Das Militärkommando entsandte den Korporal Hoink mit einer Patrouille nach Nagyvitez mit dem Befehl, die sieben Männer zu verhaften und dem Divisionsgericht vorzuführen. Ilorak führte diesen Befehl nicht aus, sondern ließ die Männer vor die Ortschaft führen und niederschießen und die Leichen verscharren. Im Jahre 1921 wurde diese Angelegenheit unter- «uclit, doch war Horak inzwischen nach Amerika entflohen. Vor das Gericht kamen nur die Arier Soldaten seiner Patrouille, die Jedoch infolge Mangels an Beweisen freigesprochen wurden. Im Glauben, daß die Angelegenheit vergessen sei, kehrte Horalc vor einigen Wochen aus Amerika zurück, wurde aber auf Grund eines Steckbriefes verhaftet und der Staatsanwaltschaft in Kaschau übergeben. Horak gestand den siebenfachen Mord ein, verlangte aber, daß zur Behandlung dieser. Angelegenheit ein Gericht in Böhmen delegiert werde, da er Zeugen führen wolle, die «ich in Böhmen aufhalten.“ Amtliche Verlautbarung der Israel. Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Der Kultus Vorstand hat mit Rück- Sicht auf die durch die Vakanz mehrerer Gemeinderabbinerstellen bedingten Schwierigkeiten bei der Heranziehung von Gemeinderabbinern zu Funktionen für die Zeit bis 30. November 1931 Herrn Professor Rabbiner Dr. Moritz L e w i 11, Wien, XIII., Penzingerstraße 97, damit betraut, im Bedarfsfälle in Stellvertretung von Gcmeiudcrabbinern. bezw. Vereins-Gemeindej-abbinern staatlich rechtswirksame Funktionen zu voll- . ziehen. . Diese Verfügung wurde vom Wiener Magistrat 1m staatlichen Wirkungskreis mit Erlaß vom 21. Mai 1931, .Zahl. M.-Abt. 49/4087/51, genehmigt. Stipendien der Gemeinde Wien. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, daß im Studienjahr 1931/32 für Schüler der Wiener Obermittelschulen (Obergym- : nasien, Oberrealschulen und sonstigen Obermittelschulen, die dieselben Berechtigungen zum Besuche der Hoch- : schulen gewähren), der Akademie für Musik und dar- stellende Kunst in Wien, der Wiener Bundes-Lehrer- ■bildiingsanstalten, der Bildungsanstalten für Kinder- Partnerinnen in Wien, der Wiener Staatsgewerbeschulen, des Wiener Technologischen Gewerbemuseums, der Wiener Handelsakademien mit Oeffentlichkeitsrecht, der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie, der Bundeslehranstalt für Textilindustrie und der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ungefähr 100 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 300 jährlich und für Hörer der Wiener Universität, der Wiener Technik, der Wiener Tierärztlichen Hochschule, der Hochschule für Welthandel, der Hochschule für Bodenkultur, der Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst, der Akademie j für bildende Künste und der Akademischen Spezialschule für Medailleurkunst in Wien ungefähr 80 von der Ge-; meinde Wien errichtete Stipendien von je S 420 (S 396 für Hörer der Rechte) jährlich nach den hiefür bestehenden allgemeinen Vorschriften und unter nachstehenden; besonderen Voraussetzungen und Bedingungen zur Ver- : teilung gelangen. Zum Genüsse dieser Stipendien sind nur un- ן bemittelte öffentliche Schüler und Schülerinnen und! ordentliche Hörer und Hörerinnen der genannten Lehrj anstalten berufen. Privatisten an Mittel-j schulen und außerordentliche Hörer an! Hochschulen sind von der Beteilung mit! einem Stipendium ausgeschlossen.! Unter sonst gleichen Bedingungen haben naoh j Wien zuständige Bewerber den Vorzug. j Die mit der Würdigkeitsbestätigung der Schulj leitung und dem Nachweis der österreichischen Bundesj bürgerschaft versehenen Gesuche sind bis 2 0. Juli d. J. unmittelbar beim Wiener Magistrat,! Abteilung 8 (L, Neues Rathaus) einzu-j bringen. Dem Gesuche sind beizuschließen: a) Geburtsj schein, b) Heknatediein, c) Studiieamachweise der beiden letzten Semester, allenfalls auch PrUfungs- und FrequentationszQugnisse, Hörer der Technischen Hochschule hsbau überdies .das vorgefchriebene Einheitenverzeichnis beizubringen, d) legales Mittellosigkeitszeugnis, aus welchem die Erwerbs-, Vermögens- und Familienverhältnisse des Einschreiters und seiner unterhaltspflichtigen Angehörigen, insbesondere auch der allfällige Genuß von Stipendien oder Freiplätzen des Bewerbers oder seiner Geschwister zu ersehen sind, e) ein Fragebogen, der vor Ueberreichung des Gesuches in der Magistratsabteilung 8 zu beheben und in allen Rubriken genau auszitfiillen ist. Die mit einem Mittellosigkeitszeugnis belegten Gesuche sind stempelfrei. Die Stipendien werden Mittelschülern für eine Zeit verliehen, die zur Vollendung ihrer Studien an der Mittelschule bei normalem Studienfortgang erforderlich ist. Hochschülern bis zum Schlüsse dieses Stud.iejQjahres,; Jedoch kann das Stipendium in der Regel bis zur Toll-! endung der Studien alljährlich wieder verliehen werden falls nicht besondere Gründe dagegen sprechen. Der Vorstand. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, de! 6. Juni a. c., findet um 5 Uhr nachmittags der Jugend gottesdienst für die israelitische Schulzugend in den Ge meinde- und Bezirkssynagogen statt. 411s der öffentl, Plenarsitzung des Kultusvortandes vom 1. Juni 1931. lieber die Soderfeiern und den Pessachgsttesdienst der Schuljugend. Die vom Kultusvorstand in Aussicht genommenen vier Seclerfeste für jenen Teil der Schuljugend, der sonst keine Gelegenheit gehabt hätte, an einer solchen Feier teilzunehmen, wurden programmgemäß und in sehr wür־ diger Weise abgehalten. An diesen Veranstaltungen haben 260 Kinder teil# genommen. Im XV. und XX. Bezirk wurden die Seder־ feiern abends abgehalten, bei denen die Kinder ein kom־ plettes Nachtmahl erhielten. Bei den Sederfeiern im I. und XVIII. Bezirk, die nachmittags stattfanden־, hatten sich Kinder aus den besten Kreisen dieser Stadtviertel in Begleitung ihrer Eltern ein־ gefunden und erhielten im Rahmen der Feier eine Jause. Hier hatten Damen, die sich freiwillig zur Mitarbeit ge־ meldet hatten, die Speisesäle mit Blumen und Reisig festlieh geschmückt. Als Mcsadcr fungierten überall hiezu designierte Lehrkräfte (Emil Sprinzcles, Oskar Antscherl und Siegmund Margulies); im XX. Bezirk fand der Seder unter Vorsitz des Herrn Rabbiners Dr. Murmelstein statt, und in Währing beteiligte sich Herr Rabbiner Dr. Feucht־ wang an der Feier. Die Kinder, zum großen Teil mit der Liturgie und den traditionellen Melodien der Hagadah vertraut ge־ macht, folgten mit großem Interesse den Vorgängen hei der Sederfeier und auch die zur Begleitung erschienenen Mütter waren des Lohes und des Dankes voll oh der ihren Kindern und auch ihnen erwiesenen Freude. Die erschienenen Kinder und Erwachsenen waren namens des Kultusvorstandes begrüßt worden, und in sei־ uem Namen wurde ein Appell an die Eltern gerichtet, die Kultusgemcindc hei ihren Bemühungen um die jüdische Jugenderziehung zu unterstützen. Auch der am Schabbos ChoLHamoed (4. Tag der Schulferien) ahgehaltene Festg־ttesdienst für die Schul־ jugend des I. Bezirkes war sowohl von Kindern, als auch von Eltern überaus gut besucht. Es dürfte der überwiegende Teil der Schuljugend des I. Bezirkes erschienen sein. Zur Erinnerung an das Sederfest erhielten die Kinder ein diese Feier darstellen־ des Kunstblatt mit einer Widmung des Kultusvorstandes. Festgsttesdienste der Schuljugend am Schewuausfest 1931. Am 2. Schewuaustage wurde in allen G־tteshäusern,. in denen der sabbatliche Jugendgottesdienst stattfindet, ein besonderer Festg־ttesdienst für die Schuljugend ab־ gehalten. "Aus diesem Anlaß erhielten die Kinder ein vom Kultusvorstand gewidmetes, auf das Schewuausfest bezug־ nehmendes belehrendes Gedenkblatt. In den 10 Synagogen, in denen diese Festg־ttes־ dienste abgehalten wurden, waren nach den vorliegenden Berichten mehr als 5000 Schulkinder erschienen. Ueberall hatten sich auch die Eltern in sehr großer Zahl eingefun־ den und nahmen an den überaus würdig verlaufenen G-ttesdiensten teil. Statistisches. Vom Matrikelamt der israelitischen Kultusgemeinde Wien liegen die statistischen Ausweise für die Monate Jänner, Februar, März und April vor. Dieselben weisen folgende Daten auf: Zahl der Trauungen 323 ״ ״ Scheidungen 97 ״ ״ Geburten 365, davon männlich 191, weiblich 174 ״ ״ Sterbefälle 1024 , ״ Austritte aus dem Judentum 244 ״ ״ Eintritte, bezw.;Rücktritte in das Judentum 113. Nach den Ausweisen des Steueramtes der israeli־ tischen Kultusgemeinde Wien sind in der Zeit vom 21. De־ zember 1930 bis 25. April 1931 unter den aus dem Juden׳ ־ tum ausgetretenen Personen 95 Kultussteuerträger zu ver־ zeichnen. Von diesen waren 32 Personen mit einer Kultus- Steuer von S ז bis 10, 46 mit einer solchen von S 10 bis 50, 8 Personen mit S 50 bis 400, 2 Personen mit je S 600 und 1 Person mit S 1000 Kultusstcuer bemessen. Von Mitgliedern der Gemeinde wurde darüber Be־ schwerde erhoben und auch in jüdischen Blättern be־ sprochen, daß die Unterbringung von jüdischen Leichen in den allgemeinen Leichenkammern der Krankenhäuser dem Religionsgesetz nicht entspricht tind die Erfüllung der religiösen Vorschriften, wie Leichenwache, Seelen־ licht, Verrichtung von Seelengebeten, Einsargung der Leiche durch Glaubensgenossen, unmöglich mache. Das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde hat sich ver־ anlaßt gesehen, sowohl an das Bundesministerium für soziale Verwaltung, als auch an die Direktionen aller Spi־ täler hierüber vorstellig zu werden. Angesichts der bestehenden räumlichen Schwierigkeiten konnte dem Er־ suchen der Kultusgemeinde um die Beistellung eigener Beisetzräume für jüdische Leichen nicht willfahrt werden, doch ist seitens des Bundesministeriums für soziale Für־ sorge eine Weisung an alle unterstehenden Kranken־ anstalten. ergangen, Veranlassung zu treffen, daß der Abtransport jüdischer Leichen soweit irgend tunlich, so rasch als möglich erfolge. Gleichzeitig wurden die Direktionen darauf verwiesen, daß Obduktionen, sofern nicht dieselben auf Grund der gesetzlichen Voraussetzungen stattfinden müssen, zu unterbleiben haben, wenn vom Verstorbenen der ausdrückliche Wunsch, daß von der Obduktion ab־ gesehen werde, geäußert oder dieses Ersuchen von seinen Angehörigen gestellt wurde. Auch von den privaten Krankenanstalten ist das weitestgehende Entgegenkommen in der Richtung zugesagt Es««/ FeiiuButter! AuHJro^resjficheri vorzüg lieh! worden, daß die Erfüllung der religiösen Akte hei den dortselbst verstorbenen Juden möglich gemacht werde. Das Präsidium berichtet dem Plenum über den mm־ mehrigen Anfall der Martin Engel־Pa ulinen* Stiftung, welche zufolge des Testaments des am 17. April 1909 verstorbenen Herrn Markus Engel mit Rücksicht auf das am 24. Mai 1930 erfolgte Ableben des Fräuleins Pauline Engel nunmehr rechtswirksam gcwo’r# den ist. Das Vermögen dieser Stiftung beläuft sich auf approximativ S .330.000. Die eine Hälfte der Stiftung*־ erträgnisse ist zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Nachkommen der Geschwister des Herrn Markus Emrel he־ stimmt. Aus der zweiten Hälfte der Stiftungserträgnisse ist das Familien־Mausoleum des Herrn Markus Engel auf der israelitischen Abteilung des Zentralfricdhofcs in gutem Zustand zu erhalten. Von den hiernach verbleibenden rest־ liehen Stiftungserträgnissen sind ein Siebzehntel, zur Er־ teilung von Subventionen an zehn christliclukonfcssionelle Wohltätigkcitsanstaltcn und sechzehn Siebzehntel zur Erteilung von Subventionen an jüdisch־konfcssionclle Wohl־ tätigkeits־ und Armenanstalten in Wien zu verwenden. Das zur Verwaltung der Stiftung berufene Stiftungs־ kuratorium wird aus dem Präsidenten Professor Dr. Pick, dem Vizepräsidenten Dr. Jakob O r n s t e i n, dem Vorstandsmitglied Dr. Isidor K 1 a b c r und zwei aus den! Verwandtenkreise des Stifters hiefür gewählten Mitglie־ dern (Dr. Philipp Alfred Kurt und Paul Peters) hestehen. Für den Stifter, dessen Frau und Tochter, wurden Seelengcdächtnisandachten im P.etsaal des Spitals und der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde ver־ fügt. NACHRICHTEN Generalversammlung der Adas Jisroel (Schiffschul) Wien. f Im würdigen Rahmen der Talmu.־l־Thora־Schule fand Donnerstag, den 4. Juni, die Generalversam m־ lung der Schiffschul statt. Nach Eröffnung durch den Obmann Siegmund Bon di erstattet Wolf Pappen־ heim in anschaulicher Weise den Geschäftsbericht des Vorstandes. In großen Zügen entwarf er ein anschauliches Bild über die große, in manchen Beziehungen internatio־ nale Tätigkeit des Rabbinats und des Vorstandes der Adas Jisroel auf religiösem und kulturellem Gebiete. Die Opferfreudigkeit der Mitglieder beschafft die bedeutsamen Mittel, welche die Erhaltung der Schiffschul und ihrer Institutionen ermöglichen. Nach dem beifällig aufgenom־ menen Bericht wurde vom Vereinskassier Leopold Rieh־ t e r der Kassabericht erstattet. Der Haushalt der Schiff־ schul bilanziert ungefähr mit einer Viertelmillion Schil־ ling. Nach diesem Bericht wurde dem Vorstand dankend die Entlastung gegeben. Im Namen der Wiener Israeliti־ sehen Kultusgemeinde dankte Kultusvorsteher E. Hof f־ mann der Schiffschul für ihre segensreiche Tätigkeit auf religiösem und sozialem Gebiete. Eine größere Erregung brachten nun die Wahlen in die Versammlung, aus denen als neugewählter Vorsteher Herr Nathan Herzka her־ vorging. Sandor Adler, Jakob Fuchs, Josef Herzog, Kom.־Rat Moritz L e i t n e r, Wolf Pappenheim, Leo־ pold Richter, Josef Schick, Nathan ,Schiff, Joachim Wosner wurden auf sechs Jahre wieder־ gewählt. Nach den Wahlen schnitt Moritz Felsen bürg in einer Interpellation die Frage der Refundierung der Schächtgebtihren seitens der Kultusgemeinde an die Schiffschul an. Medizinalrat Dr. Reiniger gab an Hand statistischer Daten dahingehend eine Aufklärung, daß die Kultusgemeinde im Verlauf der letzten drei Jahre etwa 28.000 Schilling weniger refundiert hat, als nach der Berechtigung der Schiffschul aus den verringerten Schächt־ gebühren ihr zukäme, abgesehen von 5 Prozent Inkasso־ gebühr. Sowohl Med.־Rat Dr. Reiniger wie Kultus־ Vorsteher Hoffmann gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die diesbezüglich im Zuge befindlichen Verhandlungen, 1 dem Gebote der Billigkeit entsprechend, bald zu einem befriedigenden Abschluß gelangen werden. Nachdem Herr Herzka für die Wahl in den Vorstand gedankt hatte, wurde die eindrucksvolle Versammlung vom Ob־ mann geschlossen. * Berichtigung. In der ״Jüdischen Presse“ vom 21. v. M. Nr. 20, der der Jahresbericht und Rechnungsabschluß für die General- Versammlung beigelegt war, hat sich im Gebarungsaus־ weis ein unliebsamer, sinnstörender Druckfehler ein־ geschlichen. Es heißt dort ״Gemeinde Wien für Wid־ mungen“ und soll richtig heißen ״Zentralsparkasse der Ge־ meinde Wien (für Widmungen)“. Sieg der Revisonisten bei den österreichischen Kon* greßwahlen. Bei den am 3. d. M. in Wien stattgefundenen zionistischen Kongreßwahlen erlangten die revisionistische Liste (R. Stricker) mit rund 2000 abgegebenen Stimmen 2, die allgemeinen Zionisten mit 1370 Stimmen 1 und die poalezionistische Liste mit 836 Stimmen 1 Mandat. Die Radikalen (Dr. Plaschkes) mit 346 und die Misrachim mit 250 Stimmen blieben ohne Mandat. Spendet für den Kindergarten und Jessade Mora der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11. ׳ - ־-Eiskastfin sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV«, Staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Filiale; Wien VII, Burggasse 17, Tel, B 32*3-80 63

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.