Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 21 (29.5.1931)
- Date
- 1931-05-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE FRESSE Nr. 21 1 Lebensversicherungs־ PHONIX 99 | Gegründet 1882 Qegifindet 1882 J | fenittangslin! Ende Jnnl 1930 2459 Millionen Söiilling | 1 Garantiemiftel Ende 1929 . . . . 300 Millionen Shilling ן 1 Piimitnand IseiuiiraalM . 1 | in Jahre 1929 . 129% Millionen Schilling | | Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: | M Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische |j ff Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, ןן H Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, Griechen- §§ j§ land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten nicht in Mischung anbaucn und ein Mischkleid, Wolle mit Leinen, soll nicht auf deinen Körper kommen.“ — ״Wenn ihr mit meinen Gesetzen gehet und meine Befehle achtet und ich mache euch viel und ich mache euch groß und Zeit, der Boden gibt seinen Ertrag und der Baum des Feldes gibt seine Frucht. — Und ihr sitzet zur Sicherheit in eurem Lande. — Und ich gebe Frieden im Lande — und ich mache euch viel und ich mache eunch groß und j ich errichte mein Bündnis mit euch. — Ich, der Schöpfer,; bin euer G־tt, denn ich habe zerbrochen die Stangen eures Joches und führte euch zur Aufrichtung.“ ״Und! wenn ihr mir nicht gehorchet und nicht ausführet alle diese Befehle — ihr bauet zur Leere euren Samen und es verzehren ihn eure Feinde. Ich breche den Stolz eurer 1 Kraft, ich mache euren Himmel wie Eisen und euren Boden wie gekupfert. Ich lasse wüst werden eure Städte, — ich verwüste euer Heiligtum, — und ich verwüste euer Land, — und euch zerstreue ich unter den Völkern. — Dann ruht das Land und sühnt seine Sabbate.“ Die Bedingungen des jüdischen Bodenbesitzes könnten nicht deutlicher gezeichnet sein. Klar und ein« deutig ist der Vertrag, der nie gelöst, nie gekündigt wer־ den kann. Weil es diese Bedingungen leider nie gehörig einge־ halten hat, darum hat das jüdische Volk Land und Bo־ den verloren. Mit allen Mitteln, mit dem gütigen War־ nungsrufe beseelter Propheten aus seiner Mitte und mit der Zuchtrute bedrängender Nachbarvölker hat es der Schöpfer Jahrhunderte hindurch gemahnt, erinnert und -zur Einhaltung seiner ,Pflichtengerufen*;׳. Nur als dies alles schon vergeblich \yar, hat er es hinausgeführt in die ״Wüste der Völker“, um es in schwereren Lagen zwar, aber mit vermindertem Maß von Pflichten sich auf sein Bündnis mit Ihm besinnen und neu bewähren zu lassen. Das ist die Geschichte des jüdischen Niederganges. Weil aber der Schöpfer die Herrlichkeit seines heiligen Namens an das jüdische Volk, weil Er Jisroel an sich gebunden hat, darum kann es nicht untergehen. Im Wechsel seiner Geschlechter ersteht bald hier, bald dort, aber unfehlbar immer neu, eine Wacht getreuer ,Geister, die die heilige Last der alten Pflicht sich auf die Schulter bürdet und weiterträgt. Darin liegt die hoff* nungsvolle Zielrichtung seiner Zukunft. * * Und nun hat sich das Walten der himmlischen Allmacht wieder vor unseren Augen geoffenbart. Der! Schöpfer hat den Kindern seines Volkes den Weg zu ihrem Land geöffnet, Mit einem Mindestmaß gewissen־ hafter Treue gegen ihr Volk, gegen sich selbst, hätten die .Heimkehrenden es erfühlen müssen, daß es die, Stunde r-' der Prüfung ist, ob sie sich zur Betreuung des heiligen Bodens schon genug Demut erworben haben. Ob sie ge־ jneigt sind, das Ackergerät im heiligen Lande wie Tallis und Tfillin zur Ehre des gütlichen Namens und nur nach dessen heiligem Gebot zur Hand zu nehmen oder besser , gar nicht dazuzugreifen. Nur wenige haben die Prüfung bestanden. ,Statt dessen haben ihrer viele zu dem all• täglichen Fehlgang menschlicher Schwäche auch noch Irrungen in die Heimat gebracht, die sie aus dem Sitten־ und Ideenkehricht fremder Kulturen aufgelesen haben. Aus dem qualivoUen, blutig gezeichneten Groll, mit dem der Schöpfer die Tore des heiligen Landes wieder zu־ schlagen ließ, sollte uns der Ruf entgegcnhallen: ״Weg die sündigen Hände von meinem heiligen Boden!“ — Daß aber dabei, wie ähnlich bei solchen Anlässen, auch der Schmerz jener mittönte, die diesen Irrungen fernstehen, weist nur auf die bürgenhafte Verbundenheit des jüdi־' sehen Volkes hin, daß der Sünder nicht nur unter sich allein das Schiff anbohrt und daß dem von G־tt Ge־ leiteten der Weg und die Seele der Fehlgehenden nicht gleichgültig sein darf. * ״Noch wirst du Weingärten pflanzen in den Bergen Scheumreuns; die Bauer, die si’e anbauen, lösen sie auch sind seit 1870 die besten Fabrik; Wien« XV.« Staglgasse 10 bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8~47 und R-39-5-38 Filiale{ Wien VII, Burggasse 17, Tel. B 32*3*80 Spendet für den dev Adas jisroel, Wien! II., Nestroygasse 11. aus der Weihe. — Denn ein Tag steht bevor, da rufen die Winzer im Gebirge Efraimf Auf, wir ziehen nach Zijeun hinauf zum Schöpfer, unserem G־tte. Und ich mache trunken die Seele der Kohanim am Fette und mein Volk wird satt an meiner Güte, spricht G־tt.“ Wessen Gemüt wird nicht angeregt bei dem seligen Gedanken, daß jüdische Menschen einst noch Hand legen dürfen an den Erdboden des Schöpfers, um zu he« dienen, um zu betreuen die heiligen Schollen, aus welchen seine Allmacht ihnen das Brot reicht? Wessen Herz schlägt nicht höher, wenn er sich den Jubel jüdischer Bauern vergegenwärtigt, die mit frohem Sang und Harfenklang in die Tore Jerüscholajims ziehen, um die geweihten Erstlingsfrüchte in die heiligen Hallen zu bringen? Wer wollte nicht ein Schlichter, ein Letzter unter ihnen sein? Ueher allen Fernen und über allem Haß, über allen Wehen und Hindernissen steht dem jüdischen Volke fest wie ein himmelragender Felsen diese hell leuchtende Zu־ kunft vorbereitet. Aber G־ttes Wege können nicht um־ gangen werden. Nur wer schon entschlossen ist, G־ttes Gesetz, wie das eigene Leben, gehorsam hüten zu wollen und mit dieser Obhut schon hier beginnt, der wage sich an den heiligen Boden heran. Dem lohnt es alle Opfer, dem lohnt es alle Miihc. Und nur der darf hoffen, daß er sich einem Werke hiiigibt, über welches der gütige Schöpfer das Morgenrot seiner Hilfe, die Sonne seiner Erlösung aufgehen läßt. Der jüdische Journalismus. Nachdem Rabbi Meie Schapira, der Lubliner Raw, in Amerika angekommen, war. brachten die jüdischen Zeitungen spaltenlange Artikel über seine Person und meldeten 11. a., daß sich zum Empfang des illustren Gastes 100 Privatautos eingefunden hätten. Als der Lubliner Raw dann an einen Redakteur die Frage stellte, wie er dies melden konnte, da es doch höchstens zehn Autos waren, antwortete ,. dieser, er habe gedacht, es wären mir fünf Autos bei‘dem Empfang gewesen. Hätte er gewußt, daß es zehn Aütos waren, so hätte er nicht hundert, sondern zweihundert geschrieben. Diese Episode ist charakteristisch für den jüdi- ' sehen Journalismus. Selbstverständlich gibt es auch unter den jüdischen Journalisten solche, die ihren Beruf höher cinschätzen und ihr Blatt nicht durch unwahre und übertriebene Meldungen interessanter gestalten wollen. Ein großer Teil dieser Zeitungskoirespondenten leistet sich jedoch auf diesem Gebiete ganz Besonderes. So berichtet beispielsweise, ein Herr Kutski in einer Lodzer Zeitung von ״drei .'Galochim, die jeden Erew- Rosch-Chodesch Adar in der Wiener Schiffschul Kaddisch sagen“. Für die Definition der Orthodoxie findet dieser Mann nur zwei Worte: ״Fanatisch und meschigge‘\ Boshafter hingegen ist es, wenn er schreibt, die Schiffschul unterrichtet J‘n ihrer Jeschiwah neben den gewöhnlichen Gegenständen ״Feindschaft zu Erez- Jisroel“. Er schreibt ferner, daß ״die polnischen Juden in der Schiffscluil nur halbe Juden sind“, trotzdem er sicher weiß, daß jeder Schömer-Scliabbos in der Schiffschul Mitglied werden kann»., ohne Unterschied der Herkunft. Er hat nur noch zii, liepichten vergessen, daß man in *der Schiff schul kn sechs ungarischen Juden noch acht halbe polnische Juden zu Minjan braucht. Ein Herr Ungarfeld, ebenfalls . ein zionistieher Journalist, hat scheinbar seihen Lesern schon alle Wahrheiten. über Wien berichtet׳ uiid erzählt seinen Lesern sensationelle Geschichten, über die Wiener Orthodoxie, die von A bis Z erfunden Sind. Er ׳schreibt in mehreren zionistischen Zeitungen Artikel über die Tochter einer in der ganzen jüdischen 1־Welt bekannten und hochgeschätzten rabbinischen Persönlichkeit, in denen er ,.Tatsachen“ berichtet, die erfunden sind. Das grenzt schon an Verleumdung.;; Es könnte noch fortgesetzt werden, zu schildern, wie diese Leute ihren Beruf als Berichterstatter erfüllen. Für heute, damit genug;•■ . י Die Herren mögen .wissen, daß eine solche Art der Berichterstattung keinesfalls, geeignet ist. die Berufsehre der jüdischen Journalisten zu heben, und mögen sich den gutgemeinten Rat ״gesagt sein lassen, über die \ orfülle in der Orthodoxie objektiv zu berichten. Das ist die elementarste. Pflicht jedes, anständigen Journa- '1«sten. ■/ ,;י־ , ■י־ IC. R. Amtliche Verlautbarung der Israel. Kultusgemeinde Wien. Neuerliche Stellenaussclireibung- Bei der Israelitischen.. Kultusgemeindc Wien gelangen in nächster Zeit Sciuichtersteiieu (□שוחטים ומדקי) zur Besetzung. Bewerber, welche die volle körperliche Eignung besitzen, auf eine■ Tätigkeit in gleicher Eigenschuft in größeren Gemeinden hin weisen können, wollen ihre Gesuche nebst Befühignugszeugnissen קבלות הודעות, von mindestens drei orthodoxen Rabbinern unter Nachweis ihrer bisherigen' Verwendung und Angabe ihres Lebenslaufes bis längstens 20. Juni 1931 an den Vorstand der Ismelitischeja Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, Hl. Stock, Amtsdirektion, gelangen lassen. Bei entsprechender Qualifikation kommen in erster Reihe österreiohisene‘ Staatsangehörige für clie Anstellung in Betracht. Der Vorstand der Isra^litis •heu Kultusgemeinde. Wien. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Es ist zur Kenntnis des Vorstandes gelangt, daß unter Gerneindeinitgliede 1,1! das Gerücht verbreitet wurde, daß die zur Vornahme von rituellen Waeclrungeuobes teil ton Organe der Israelitischen Kultusgemeinde nicht den für dieses Amt geforderten strengen r e 1 ig lösen Lebenswandel führen. Der Vorstand sieht sich veranlaßt, diesen das Ansehen der Gemeinde schädigenden Gerüchten entschieden entgegen zu, treten. Es wurde stets darauf geaohtet, für solche Funktionen nur Personell zu bestellen, welche auch den strengsten religiösen Anforderungen der Gemeindemitglieder voll und ganz entsprechen. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Särastag, den 30. Mai 1931, findet um 3 Uhr nachmittag der Jugend* gottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Ge* raeinde* und Bezirks*Synagogen statt. m NACHRICHTEN [®I Verlobung, Sonntag Isru־chag־schewüöth fand in Wien die Verlobung der jüngsten Tochter Steffi des in Wiener Schiffschulkreisen überaus geschätzten Herrn Jakob Bernfeld mit Herrn Adolf Sobelmann statt. Die schlichte Feier wurde durch Thoraworte des Brautvaters und des Vaters des Bräutigams geschmückt. Richard Httltbchiner gestorben. Tn Innsbruck verstarb im Alter von 61 Jahren der bekannte Arzt und Dichter Dr. Richard Huldschiner. Richard Huldschiner war treuer Jude. Berichtigung, ln meinem Artikel in der vorige! Nummer über das neue Gesetz fii r d io Orga 11 is a t i o ״ d e r j ii d i s c 11 e n Gerne i 11 d e n i n d e n historische 11 L ä ״ d e r n blieb aus dem dort zitierteil § 6 des Berichtes des Landesverbandes der israelitisehen Kultusgemeinden in Mähren infolge eines Satz- Versehens der letzte Absatz weg. Dadurch werden meine daran nnkniipfemlen Bemerkungen teilweise unverstündlich. Dieser Absatz sei deshalb hier nachgeholt: Er lautet: .,Wir wünschen und hoffen, daß der Oberste Rat den richtigen Weg finden wird. 11 ni nicht nur die Organisation der israelitischen Religionsgesellschaft in den historischen Ländern unseres Staates bald ge- (icihlich zu Ende zu Führen, sondern auch unter selbstverständlicher Aiifrechterhaltiing des Grundsatzes der Einheitsgemeinde hiebei die Interessen jener Kreise zu berücksichtigen, die sich a i s konservativ b e z e i c h 11 e n.“ Auf die letzten Worte dieses Absatzes bezogen sich dann meine Bemerkungen über den ״Konservativismus“ als Kennzeichnung des thoratreuen Judentums. J. J. B. Oberrabbinerwahl in Beregsas. Abermals hat sich eine Rabbinerwahl unter ganz außergewöhnlichen Kämpfen abgespielt. Diesmal in Beregsas. wo es galt, die Stelle, die Oberrabbiner Salomon Schreiber זצ״ל vier Jahrzehnte itmehatte, zu besetzen. Wir haben bereits einiges aus der Vorgeschichte dieser Wahl registriert und wollen auch jetzt nur das der Ocffentlichkcit übergeben, was zum objektiven Verständnis des jüdischen Zeitbildes und des religiösen Entwicklungsganges unserer orthodoxen Gemeinden unerläßlich ist. Nach dem Testament des verewigten Oberrabbiners 'יצ״י und den! ausgesprochenen Wunsche eines Teiles der — leider auch hier aus den heterogensten religiösen Kreisen zusammengesetzten — Gemeinde wurde Herr Rabbiner Salomon Hirsch, Schwiegersohn des heimgegangenen Oberrabbiners זצ״ל und bisher in der Gemeinde als Maggid und stellvertretender Oberrabbiner tätig, an erster Stelle zum Nachfolge!• kandidiert. Nachdem der zweite Kandidat, Herr Oberrabbincr Unsdorfer aus Lneenec, infolge des religionsrechtlichen Widerspruchs, der vom oppositionellen Teil der Gemeinde gegen ihn, den kandidierenden Regierungskomm issär, erhoben wurde, seinen, Rücktritt schriftlich angemeldet und’'die Opposition von ihrem statutarischen Kandidierungsrecht keinen Gebrauch gemacht hatte, blieb er auch der einzige •Kandidat für die vom Regierungskommissai־ auf den ׳ .24׳Mai - anberaumte Wahl. Die Opposition erhob aus zwei Gründen Einspruch gegen die Abhaltung der Wahl. Erstens wollte sie zuvor Gelegenheit haben, gegen die Person des Kandidaten vor einem Beselin religiöse Bedenken geltend zu machen und zweitens hielt sie die Durchführung einer Rabbinerwahl durch eine irreguläre Gemeindeleitung, als welche sie eine von der Regierung• eingesetzte Korn* mission betrachtet, vom religionsgesetzlichen Standpunkt als unzulässig. Je näher der Wahltag kam, um so schärfer spitzte sich der Gegensatz zwischen den beiden Gruppen zu und man war in der Wahl der Kampfmittel durchaus nicht heikel. Eine Flut von anonymen .Flujrblättern ergoß sich ins ganze Land mit den schwersten gegenseitigen Anschuldigungen. Wir übergehen den Inhalt dieser gegenseitigen Schmähschriften, die auch in den Tageszeitungen und zuweilen sogar in einzelnen jüdischen Zeitungen ihre Ablagerungsstütte fanden, weil wir überzeugt sind‘:, daß cs gesittete Leser nicht intevessicren kann, was jüdischen Gemeindeparteien-einander unter der Maske dev Anonymität ins Gesicht zu schleudern beliebt. Vor einiger Zeit richteten drei der nahegelegenen Rabbinate — Munkacs, Uzhorod und Kosice — als □בחי דיני[ סמיבי sowohl an den Regierungskommissar Fodör als auch au den Kandidaten Rabbiner Hirsch die kategorische Aufforderung, sich vor Abhaitune: der Wohl der Entscheidung eines Besdin zu unterwerfen, ansonsten sie aus der Weigerung aller religionsgesetzlichen Konsequenzen gewärtig sein müßten. In der Tat wurde einige Tage vor dem Wahltermin nach vorausgegangenen schriftlichen Verwarnungen von einem an Ort und Stelle in Beregsas ad lioe konstituierten Rabbinatsgericht, bestehend aus den Herren Oberrabbinern Spitze r-Sp. Podhradie, Feldbrandäebes und L e b o v i c s-Cap eine religionsgerichtliche Entscheidung veröffentlicht, wonach die Gemeinde Beregsas, sofern sie der gegenwärtigen Leitung Gefolg- Schaft leistet, nebst allen ihren religiösen Institutionen und ebenso der Wahlkandidat, Herr Rabbiner Hirsch, mit allen bekannten Folgen als neolog erklärt w i r d. Den Gemeindemitgliodern wurde die Teilnahme an dem Wahlgang untersagt und der Opposition das Recht ein geräumt, für ihre religiösen Bedürfnisse, unabhängig von der Gemeinde, zu sorgen, ohne Verpflichtung, nach vollzogener Wahl auf die Abhaltung eines דיי תורה mit der Gemeinde einzugehen. Der Regieruiigs kommissar und die Anhängerschaft Rabbiner Hirsch’ blieben indessen bei ihrem Standpunkt und die Wahl wurde letzten Sonntag unter den größten Aufregungen abgehalten. Der Wahlausgang bedeutet eine vollständige Bestätigung־ aller Hoffnungen der Gemeindeleitung. Die Zahl der auf‘- Rabbiner Hirs*ch trotz des ausgesprochenen Verbotes ab gegebenen Stimmen beträgt mehr als 600, d. i. achtzig Prozent aller wahlberechtig־ ten Stimmen. Der neugewählte Oberrabbiner Hirsch wird auch wohl, noch bevor irgend ein weiterer Schritt zur Beilegung der Differenzen unternommen wird, in sein Amt installiert werden, wodurch für die Gemeinde jedenfalls —• was auch immer ihr weiteres Schicksal sein wird — ein fait accompli geschaffen ist. Der überwiegende Teil der Gemeindemitglieder hat durch die Wahlteilnahme Herrn Rabbiner Hirsch in nicht mißzuverstehender Weise seine Sympathien bewiesen. Diese Tatsache wird aber anderseits die Opposition — so befürchten wir — wohl kaum hindern, ihren Kampf fort-