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Jüdische Presse · 1931-05-29 · 21 (29.5.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
21 (29.5.1931)
Date
1931-05-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 21 Seite 3 jüdische pkesse Fein .Butter! AuHbfoytestfiehen vof ttie 1 i C h1 /!!setzen. Ein Ende dieses betrübenden Zustandes in einer angesehenen Gemeinde, die ein Bollwerk für das Judentum sein könnte, wenn in ihr alle Je reim o h n e E i n m i s c h u n g d e r A n d e r s g e s i n n t e. n / u s a m m e n h a 11 e n w ii r d e n. ist leider nicht ab- /!!sehen. MinilerheitsnaHonalismiis ist Trumpfl Am 6. Jänner d. J. ist die ,.Jüdische Partei‘‘, wie vir in unserer Nr. 3 vom 16. Jänner auf Grund ofiizieller zionistischer Nachrichten berichteten, wieder einmal neu ..gegründet“ worden. Damals wurde auch in Mälirisch-Ostrau der Partei ein neues, das neueste I rogramm gegeben. Diesmal war man ehrlich. Man lieli die Maske, alle bisherigen Masken, fallen und bekannte sich ן> r o g r a m m a t i s c h o f f e 11 zu jenem extremsten ..Mimlevheitsnationalismus“. tlen bis dahin noch ^*ele einigermaßen besonnene Nationalisten und Zionisten zumindest, wenn Wahlen sich näherten — ablehnten. Diese zionistischen Politiker glaubten nämlich bis zum 6. Jänner, in der Tschechoslowakei schon wegen י der großen Anzahl religiöser Juden, die von einem politischjüdischen .,Nationalismus“ nichts wissen wollen, auch, ohne ein solch scharfes, herausforderndes zionistisches Programm in der Politik auskommen zu können. Was die Ursache dieser neuesten politischen Wandlung der ..Jüdischen Partei“, dieser ungeschminkten Offenheit war. wissen wir nicht. Wir verzeichneten die Tatsache als solche und warteten die Entwicklung der Dinge ab. Wir ahnten, daß Dr. Emil Margulics in Leitmentz, der Vater dieses extremen Programms und seit ihrer ..Ncugriindung“ Präses der Partei, jede Abbiegung seiner Freunde von ..seinem“ Programm zu verhindern verstehen wird. Er kann es als Sieg seiner Politik vorzeichnen, daß nunmehr auch die slowakischen Abtei- : Inugen seiner Partei in bezug auf Offenheit ihres politischen ' Bekenntnisses dem Beispiel der böhmischmährischen Wahlkreise gehorsam folgen. Am 10. Mai fand eine Tagung des Novy-Zamkyer Wahlkreises, zu dem auch die Stadt Bratislava gehört, statt, und auch diese Tagung nahm das neueste Mährisch-Ostrauer Parteiprogramm vom 6. Jänner billigend zur Kenntnis und verpflichtete sich, dasselbe zu v e 1־ w i r k 1 i c h e 11. In derselben Sitzung wurde auch beschlossen, sich der sabbathaltenden Juden in ihrem Kampfe gegen die Sonntagsruhe anzunehmen. Tn die Wahlkreisleitung, die dieses Programm zu verwirklichen haben wird, wurden folgende Herren gewählt: Abgeordneter Dr. Julius Reisz, Is. Knöpfelmachcr, Dr. Bela Beer. Dr. Alexander Berenvi (Nitra); Dr. Albert Nemes (N. Zämky), Dr. Sigin. Földes, Dr. Otto Löbl, Dr. Geza Fisch, Artur Friedler und Dr. Berthold Tomaschoff. Agiida-Vorträge in Tmava. Aus Tr li.a’y,^ ,berichtet,,ן1'^1זנ;,,uns;;,, , ־.< ' Donnerstag, den 29. April, haben wir einen illu- •streu Gast begrüßen dürfen. Herr Wolf S. Jacobson aus Hamburg. Mitglied <les G; A. der Agudas-Jisroel- Weltorganisation, besuchte uns. aus welchem Anlässe unsere Agudas-Jisroel-Orts- und Jugendgruppe eine öffentliche Versammlung einberief, in welcher der Gast (,inen Vortrag hielt. Vorsitzender der Ortsgruppe, Herr Simon Schönfeld, begrüßte Herrn Jacobson mit schönen! Worten, wonach Herr Jacobson das Wort ergriff. .Redner beschäftigte sich mit allen aktuellen Fragen und Problemen der Agudas Jisroel und fesselte mit seiner meisterhaften Rede die Zuhörerschaft. Der Vortrag :hinterließ bei jedem die besten״ Eindrücke. Nachdem, Herr Simon Schönfeld für die Ortsgruppe und Ziga Beck für die Jugendgruppe Herrn Jacobson dankten, יbegUb';,.sich; der >,Gast imit dem Orts- und Bücher. Sqh^are iZedek, Neubearbeitung vön Tefilla ’Kezara und Schaare Thora.'• eine methodische Einführung in die Sprache der Bibel und des Gebetbuches; von M, Abraham und J. B. Levy, erster und zweiter Teil, Lehrberger, Frankfurt a. M. 1929. Die von früheren Publikationen her bekannten Verfasser der beiden vorliegenden Bändchen vertreten in sprachpädagogischer Beziehung die Forderung nach einem von allein Anfang auf Grammatik fußenden heb-mischen Unterricht und zeigen uns die systematische und methodische Durchführung dieser Forderung. So setzt gleich die erste Lektion1 mit Vokabeln, Grammatik, allerdings der elementarsten. Art, und einer schriftlichen Aufgabe ein, um im Verlaufe der folgenden 34 Lektionen an der Hand von Uebungssätzen und kleineren Texterzählungen den,'Schüler;mit. dem persönlichen Fürwort, den besitzanzeigenden Suffixen, der Mehrzahl- ( bildung, dem Dual, 'der Verbindungsform, dem Mittelwort der Gegenwart, den Grundzahlen bis 10 und noch anderen Elementen der Sprache, wie Bezeichnung des 4. Falles, Bedeutung des Waw, bekanntzumachen. Im zweiten Bändchen steigern sich die grammatischen Forderungen bis zur Einübung der Kai-Formen in Yergangenheit und Gegenwarf sowohl der regelmäßigen als auch der unregelmäßigen. Verba, wozu noch Uebersetzungsaufgabeu, auch aus dem Deutschen ins Hebräische. kommen. Das grammatische Uebungsmaterial liefern ausgewählte Sätze und zusammenhängende brücke aus dem Gebetbuche und der Bibel. Bei aller Anerkennung der elementaren und systematischen Behandlung der Hauptmomente der hebräischen Sprache, welche sich durch das ganze Werk- 1 ,n.;?ie&t, scheint.' uns der Versuch, die Frage des hebräischen Unterrichts unserer Kinder auf rein gramwatikalischer Grundlage zu lösen, den Kindern eine schwer verdauliche geistige Arbeitslast aufzubürdea. Wenn wir wissen, welchen Aufwand au Energie uad Ausdauer die Methode des konstruktiven Spracherwerbes den Erwachsenen ,kostet, dann müssen wir uns!ragen, ob wir Kindern, zumal solchen im Alter Y0n v ן , ® ■'Jahren,׳ zurnnten können, zusammenhanglose *0kabeln zu lernen und Haupt- und Zeitwörter abzuwandeln, •Die GrampatikT in allen Ehren, doch kann' ™an einen Sprachunterricht nicht mit Grammatik besinnen. Zuerst muß eine Spräche da sein, bevor wir narangehen, ihre Gesetze zu lehren. Mit Recht geht das estrepen der modernen. Methodik des Spracherwerbes Jugenclgnippenvorstand zu St. Ehrw. Herrn Oberfabbincr S. D. Ungar, wo eine wichtige organisatorische Besprechung stattfand. Am סיב״ג tt besuchte - uns Herr Mendel Stern^i aus Russisch,Polen, derzeit in Dunajska-Streda. ein bewährter Verfechter und vorzüglicher Kenner der Aguda, und hielt auf Einladung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe einen Vortrag über das Thema: ״Was ist und was will Agudasjisroel?“ Redneri der in seinem Vortrag die Teleologie und den Sinn der Agtidas Jisroel erläuterte, erzählte auch einiges über die Tätigkeit der Agudas Jisroel und begeisterte alle Zuhörer. B. B. — A. B. Aguda-Vortrage in Topolcany. Am 3. Mai hielt Herr Wolf S. Jacobson aus Hamburg im Rosenthalsehen Bethause einen Vortrag, der von der Orts- und Jugendgruppe der Agtidas Jisroel veranstaltet wurde und bei welchem die Zuhörerschaft sehr zahlreich erschienen war. Sr. Elirw. Herr Ober* rabbiner Weiß begrüßte den Redner und stellte ihn als einen besonders verdienstvollen Vorkämpfer und Mitarbeiter der Weltorganisation vor. Der einstiindige Vortrag des Herrn Jacobson beschäftigte sich mit allen Tätigkeitsgebieten der Aguda und hob besonders den Keren Hathora hervor, der sich im besonderen mit der orthodoxen Müdchenerziclumg (Beth Jakob) befaßt und jetzt auch in der Slowakei seine Arbeit aufnehmen soll. Redner ermahnte auch die Ortsgruppe an ihre Pflichten gegen die Zentrale. Die Zuhörerschaft wird den tiefen Eindruck, den der Vortrag Tiinterlasscn hat, nicht vergossen. An den beiden שבועות -Tagen hielt Herr Mendel Stern aus Polen;’• seit einigen Jahren in Dun. Streda wohnhaft, im Lokal der Aguda-Jugendgruppe und des Schornrc-Thura-Vereines eindrucksvolle, tief durchdachte Vorträge über den Ideengehalt der Agtidas Jisroel im Anschluß au Sinnvolle Deutungen von Midrasch-Worten bezüglich מתן תורק. Die Zuhörer waren angenehm überrascht, aus den schönen Ausführungen des Redners wahrzunehmen, daß er neben der Fülle an לבר חיו־דז auch das Programm und die Intentionen der Agucla-Bewegting beherrscht ,und als überzeugter Aguclist. als Vorkämpfer für die; I d e e eintritt. Generalversammlung de;!• Prager Chewra Kadischa. Sonntag, den 24. Mai, fand tlje Generalversammlung der Chewra Kadischa in Prag mit. Neuwahl in den alten, interessanten Formen statt, wie sie noch der Maharal in den Statuten fcstgelegt hat. In die Leitung wurden abermals die Herren Prof. Dr. Sal. Hugo Lieben zum Präsidenten. David Tezner ,zum Vizepräsidenten und Artur Kauders zum Vorsteher gewählt. Magenschmerzen, Magendruck, Verstopfung, Darm« fäulnis, galliger Mundgcschmäck, schlechte . Verdauung, Kopfweh, Zungenbelag, blasse Gesichtsfarbe werden häufig durch Gebrauch des, natürlichen ״Franz־Josef“־ Bitterwassers, ein Glas voll abends kurz vor dem Schlafen« gehen, behoben. Spezialärzte für Verdauungskrankheiten erklären, daß das Franzsjoseff־Wasser als ein sehr. zweck« dienliches Hausmittel warnFzu. empfehlen,;sei.;:־..In, allen ApotKeken,' ־' Dro1}cridh ' ünd " Mincralwasserhlandlungen erhältlich. Restaurierung jüdischen Lehens in Prag. Den langen und anhaltenden •Bemühungen des Oberrabbiner־ Stellvertreters Herrn Prof. Dr. Aladar Deutsch ist es ׳dieser Tage gelungen, dairclizusetzeu, daß. in den Präger jüdischen Institutionen, wie S i e 11 e 1111 a u s, Waisen,haus 11. a., zur Verköstigung der Insassen .nunmehr K os c.h e r f 1 e is cih verwendet wird. Vortrag in Prag. Am ל״ג בעומר veranstaltete der Jugendvercin ״Tiferes Bachurim“ in Prag im Festsaal der Chewra Kadischa einen wöhlgelungenen Abend. Herr Prof. Dr. Salomon Hugo Lieben erfreute die Versammelten mit einem sehr interessanten Vortrag über (die Bedeutung der Sefira-und;’des• Lag Beomer. . , .... dahin, zumindest für den Anfang die Grammatik ganz auszuschalten. (Meitner, Psychotechnisclic Sprachmethode, München.) Es hat demgemäß der hebräische Unterricht unserer kleinen Anfänger vor allem die Aufgäbe, die Sprache den Kh1d,e{r!n als einen lebenden Or~; ganismus1 vorzuführen und auf die Erwerbung von sprachlichem Gut bedacht züy sein. Die Grammatik ist hiezu nicht nötig. Gerade Kinder dieses Alters sind in der glücklichen Lage, sich Sprachgut auf mechanischem Wege ohne grammatische Stützen und Behelfe leicht und dauernd anzueignen. Erst wenn auf diesem meclianischen Wege genügend sprachliches Rohmaterial an Haupt- und Zeitwörtern gewonnen wurde, dann kann und soll.die Grammatik ordnend und regelnd eingreifen, dann wird aber auch ihre Zweckmäßigkeit vom Leinenden erkannt und gewürdigt werden können. Früher wird sie eher hemmend als fördernd wirken. Was wir an dem Büche sonst bemängeln, das sind die vielen Germanismen, welche das hebräische Ohr nicht leicht vertragen wird.; Zj B.?מה בנימין עושה oder!1 מד.ח:ם אתה. Bändchen, s.!9. Die Frage אוך כל הבריאה אשר עשה אלל\ם erinnert lebhaft an die hebräische Uebersetzung der deutschen Frage: Wie geht es dir? mit:?איך הולך לך. Zweites Bändchen, Seite 5, leistet sich den Satz: מהר כי עת ללכת אל בית הספי". Der Hebräer würde י sagen: usw. מהר כי הגיע העת ללכת s. 12 □אחיי כן שחקנו יחדו שאר משחקי will sagen :במשחקים שינים S. 20 בטח - אז יבא אחי בטח heißt: sorglos, im Sinne von bestimmt sagt man אל נכוי Was heißt 2 האמרת שנאה! Bändchen, S. 26? S. 35 יום חששי הוא ערב שבח, אנו עושים בו כל, אשר צריך לנו לשבח und S. 36 האב שיאל ברכה על ראש בניו sind Sätze, die hebräisch unmöglich sind. S. .63: Das Schulkommando קחי בבדיבם würde besser lauten: לבשו בגריבם _״•'ו•! L. Wiesner, Wien. Warum ist der (Himmel blau? Warum ist der Himmel im Gebirge blauer als in der Ebene? Warum über der, freien Natur blauer als über den großdn Städten? Ein jeder von uns hat sich darüber sicher schon einmal Gedanken gemacht. Der soeben erschienene 8. Band des ״Großen Brockhaus“*) gibt uns unter dem Stichwort ״Himmelsfarbe“ Auskunft *) ״Der Große. Brpckhuus‘•, Band 8 (H bis Hz),?96 Seiten, mit vielen Abbildungen und Karten, in Ganzleinen GM. 26.— (bei Umtausch eines alten Lexikons lt. Souderbedinguagea GM. 33,50). I 0 r IU1IIUIU IIIIIIIUIIIIUIIllllll 1111*1 *13Ö0 Wien, II., Malzgasse 7 :ן Sabbathaltende fördert die Sabbathalteitden! I; Das erste jüdische Landes*Waisen־ und Lehrlings« heim in der Slowakei. Dieser Tage ist in Kosice das vom ״Sozialen Hilfsverein für Juden der Slowakei“ unter Leitung der bekanntene Philanthropin Frau Irene Matz« ne r in jahrelanger Arbeit errichtete Jüdische Landes־ Waisen- und Lehrlingsheim seiner Bestimmung über« gehen worden. Das erste jüdische L a n d e s ־־ W a i s e n« und L c h r 1 i n g s h e i m in der Slowakei besteht aus einem einstöckigen Baukomplex. In demselben sind unter« gebracht: Helle und luftige Schlafräume für 50 Knaben mit Badezimmer und Duscheinrichtungen, Nebenräumen, Lese־ und Lehrsäle, weiter die jüdische Mensa, in welcher gegenwärtig 95 arme jüdische Mittel« und Fachschüler, Lehrlinge beiderlei Geschlechtes vollständige Verpflegung erhalten, die Werkstätten der ״Alba“ Kunstgewerbe und Nähschule für jüdische arme Mädchen, Kanzleien und Administrationsräume des Vereines und die Gärtnerei zur praktischen Ausbildung jüdischer Jünglinge, zu welehern Zwecke ein nahezu 4000 Quadratmeter großer Garten mit modernem Treibhaus vorhanden ist. Die Leitung des Instituts ist dem Vereinssekretär Eugen E r ö s anvertraut, der als gewesener Schuldirektor die pädagogische und moralische Erziehung der Zöglinge verbürgt. Der Bau und die Einrichtung haben über eine Million tschechische Kronen gekostet, zu welchen Kosten in großem Maße das American Joint Distribution Com« mittee, die Opferwilligkeit der jüdischen Gesellschaft in Kosice und Umgebung, ferner die Stadt Kosice, das Ministerium für soziale Fürsorge, das Landesamt mit Geldbeträgen und mehrere Firmen mit großherzigen Materialspenden beigetragen haben. Rückgang der jüdischen Geburten in Böhmen. Die ׳soeben veröffentlichten Zahlen über die ■Nationalitütenlind •konfessionellen Verhältnisse in Böhmen weisen auf einen starken Geburtenrückgang hin. In Böhmen gibt es nach der Zählung von 1930!insgesamt 76.348 Israeliten, was dem Jahre 1921 gegenüber einen Rückgang von 5429 Seelen oder 4,3 Prozent darstellt. Dici Israeliten betrugen 1921 Tl,9 per Tausend der Geeamtbevölkerung Böhmens, 1930 betragen sie nur mehr 10.7 per •Tarnsend! - ’ 12:699'bekdithen׳ isioli!;^ur ,jüdischen Nationalität, das beißt lim 1448 oder 12,87 Prozent mehr als •im Jahre 1921. ' ... Statistisches über die Juden in Böhmen. Einer Studie des Dozenten Dr. Antonin Boliac im ״Statisticky Obzor“ sind folgende Daten über die Population der Juden in Böhmen in der Zeit zwischen der ersteh Volkszählung im Jahre 1921 und der im Dezember'1930 za entnehmen. Böhmen zählt insgesamt 7,109.221 Einwohner. Juden wohnen in Böhmen 76.348. Im Jahre 1921 waren es 79.777. Die jüdische Bevölkerung Böhmens zeigt also eine Verminderung um 3429, (l.i.um 4,30;Prö: zent, auf. Auf 1000 Einwohner ,im Jahre 1921 kamen 11,9 Juden; im Jahre 1930 sank diese Zahl auf 10,7. Interessant sind auch die Daten über die Anzahl der Juden (nur Staatsangehörige) in Böhmen, die sich bei der Volkszählung zur, ״jüdischen Nationalität“ . bekannten. Ith darüber, knapp und klar, ohne jede unnötige Breite und doch erschöpfend, wie wir es eben bei einem ״Brockhaus“ gewöliut sind. Der neue Band umfaßt alle Stich- Wörter, die mit ’den! Buchstaben H beginnen, und wir finden eine große Anzahl von Artikeln, die unsere besondere Aufmerksamkeit beanspruchen dürfen. Das erste Hochhaus in Amerika wurde bereits im Jahre 1883 erbaut, gegenwärtig haben wir in U. S. A. über 4788 Gebäude mit mehr als 10 Stockwerken, davon 377 mit über 20 Stockwerken. Wenige Seiten weiter stoßen wir auf den Artikel ״Hochstationen“ mit einer .Uebersicht über die bekanntesten meteorologischen Hochstationen, aus de^-wir ersehen, daß die höchste Wetterwarte der Welt in Bolivien liegt; (4920 Meter), während sich die höchste Wetterwarte in Europa auf dem Monte Rosa in 4560 Meter Hölle befindet. Auf eine andere wichtige Eigenschaft des ״Großen Brockhaus“ sollte immer von neuem hinge wiesen werden: die unbestechliche Sachlichkeit, mit der er über alle Dinge berichtet, die für den Menschen von heute von Wichtigkeit sind. Dies trifft vor allem in politischer und konfessioneller Hinsicht zu. Der Verlag schrieb dazu einmal: ״Der Große Brockhaus will keiner Partei dienen, er will nicht richten,, sondern berichten. Strittige Ansichten, deren ja zur Genüge vorhanden sind, werden nicht so oder so entschieden, sondern unbefangen nebeneinander gebucht.“ In welch hohem Maße dieses Ziel erreicht wurde, das zeigen die vorliegenden acht Bände, und der selbständig denkende Mensch, der gewöhnt ist, Anschauungen und Meinungen nicht unbesehen, zu übernehmen, sondern sich selbst sein Urteil zu bilden, kann mit Genugtuung feststellen, daß es eine Stelle gibt, die ihm in vorurteilsfreier und objektiver Weise die Unterlagen hiezu vermittelt. קיצייי שלין עייוך. Mit deutscher Uebersetzung von Rabbiner Dr. M. Kahn, Frankfurt a. M, (Verlag Samson Weiß) 1925. Rabbi Salomo Ganzfried, זצ״ל der ehemalige Rabbiner von Ungvär, wollte dem Bedürfnis entgegenkommen und einen knrzgefaßten Auszug aus dem großen Kodex des Schulchan Aruch schaffen, um dem Manne aus dem Volke denjenigen Stoff aus der jüdischen rflieUtenlehre zugänglich zu machen,. dessen,, er zum iäglichen Gebrauche bedarf. Die vorliegende Ausgabe erfüllt den vom Verfasser gesetzten Zweck, indem sie in klarer Druqkausarbeitung den hebräischen Text und eine gut lesbare Uebersetzung bringt. Bei aller Anerkennung der Verdienstlichkeit dieses Werkes muß aber doch gefragt werden, warum gleich S. 11, ,□י^ןן א סעיף ץ unübersetzt geblieben ist.

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