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Jüdische Presse · 1931-05-21 · 20 (21.5.1931) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
20 (21.5.1931)
Date
1931-05-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 20 Seite 6 S 984.20, 1930: S 764.65;• Erez Jisfoel 1928: S 395.47, 1929: S 984.20, 1930: S 1554.65; Tiferes Bachurim 1928: S 160, 1929: S 281.60, 1930: S 349.65; Talmud Thorah 1928; S 175.40, 1929: S 251.70, 1930: S 189.95; Agudas Jisroöl 1928: S 5.70, 1929: 29.70, 1930: S 5.70; Jugendgruppe 1928: S 58.45, 1929: S 85, 1930: S 29.90; Waisenhaus 1928: S 103.80, 1929: S 84.60, 1930: S 87.10; Krankenhausvefein 1928: S 257.61, 1929: S 545.93, 1930: S 266.22; Tomech Ewjonim 1928: S 142.90, 1929: S 301.41, 1930: S 342.05; Frauenhilfe 1928: S 24.40, 1929: S 133.70, 1930: S 68.50; Einheit 1928: S 185.10, 1929: S 506.89, 1930: S 237.95, u. n. a. V. Im ganzen wurden an Subventionen und Unter« Stützungen an der Kasse der Adas Jisroel im Jahre 1928 S 40.989.44, im Jahre 1929 S 41.652.14 und im Jahre 1930 S 43.515.51 ausbezahlt. Es braucht nicht erst hervorgehoben zu werden, daß sowohl jeder einzelne der vorangeführten Vereine als auch die Adas Jisroel die Grenzen der Gemiluth«Tätigkeit noch viel weiter ausdehnen würde, wenn die Mittel hiezu zur Verfügung wären. Im Namen der Brüder, die unserer Hilfe bedürfen, richten wir nochmals die Bitte an alle, unter ganz besonderer Berücksichtigung der tieftraurigen wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen ein Großteil unserer Brüder lebt, immer wieder des Thorawortes ein# gedenk zu sein נחן החן לו ולא ירע לבבך בתהך לו Verwaltung. Die einzelnen Ziffern des Rechnungsausweises der letzten drei Jahre weisen im ganzen keine wesentliche Veränderung gegenüber dem der Vorjahre aus. Der Unter# schied in dem Betrage für Gehalte erklärt sich, abgesehen von der natürlichen Steigerung gewisser Bezüge, dadurch, daß Maschgichimgehälter früher unmittelbar vom Unter# nehmer bezahlt wurden; die Unternehmer haben die Be# träge der Adas Jisroel zu vergüten. Durch Vereinfachung der Verwaltung wurde bei den Kosten der Kanzlei eine wesentliche Ausgabenein־ Schränkung erzielt. Die Ungunst der Verhältnisse zeigt sich in ver# schiedenen Ziffern. Die Post Bethausspenden, bezw. Büchsengeld ist: Im Jahre 1928 S 25.738.94 bezw. S 2366.34, 1929 S 27.072.06, bzw. S 2493, 1930 S 18.534.30, bzw. S 2233.95. Aehnliche Schwankungen weist der Titel PIaschgachah#Eingang aus: 1928 S 121.404, 1929 S 115.491, 1930 S 114.114.83 usw. Im Jahre 1928 wurde das Haus II., Große Schiff# gasse 10, einer gründlichen Ausbesserung unterzogen; die Kosten dafür tragen selbstverständlich die Mietparteien des Hauses. In erfreulicher Weise gelang es endlich im Verlaufe der Jahre 1928 und 1929, die Schuld für die im Jahre 1920 bezogenen Konserven zu tilgen, die infolge der Unglück# seligen Entwicklung der Valutaverhältnisse die unange# nehmen, drückenden Formen angenommen hatte. Im Jahre 1928 wurden S 10.953.60, im Jahre 1929 S 7919.35, also zusammen S 18.877.97 für Sfr. 13.700 bezahlt. Der Titel für Mitgliedsbeiträge, der von jeher durch seine unverhältnismäßige Geringfügigkeit geradezu be# schämend wirkte, hat trotz wiederholter Erinnerungen und Aufforderungen leider nicht nur keine Steigerung er# fahren; der Betrag ging sogar, wenn auch nicht wesentlich, zurück. Im Jahre 1928 war der Eingang S 7879.70, im Jahre 1929 S 7238, im Jahre 1930 S 6523. Unsere Mit« glieder, die sämtlich von der Heiligkeit und Dringlichkeit der Aufgaben der Adas Jisroel durchdrungen sind, soll« ten erkennen, daß sie gerade durch den Beitrag, den sie der Adas Jisroel leisten, ein Zeugnis für die von uns ver# tretenen Grundsätze ablegen. Man vergleiche die Beträge, die in den orthodoxen Gemeinden als Steuer bezahlt wer« den, mit den Mitgliedsbeiträgen, die bei uns eingehen, und wird sich sagen müssen, daß unsere Opferwilligkeit, die in allen anderen Beziehungen so rühmenswert ist, hier in der hauptsächlichsten, prinzipiellen Frage kläglich versagt. Nicht die durch das Staatsgesetz erzwungene Steuer« gemeinschaft, sondern vielmehr das durch den freien Willen, durch die freie Ueberzeugung begründete Zu# sammengehörigkeitsgefühl und die daraus sich ergebende Opferbereitschaft machen eine jüdische Gemeinschaft erst zu einer wahrhaften, starken Kehillah, der gegenüber die ethischen Pflichten jeder zu erfüllen hat. Die Erkenntnis dieser elementareren Wahrheit muß jedem zum Bewußt# sein kommen und zur Richtschnur des Handelns und Denkens werden. Erst dann ist eine wirkliche Besserung ■zu erwarten und es wird die Erfüllung vieler, noch unge« löster Aufgaben möglich sein. Schmerzbewegt müssen wir der schweren Verluste gedenken, die die Adas Jisroel seit unserer vorigen Ge# neralversammlung erlitten hat. In hohem Alter verstarb Frau Katharina Deutsch, die seit Jahrzehnten eine treue, fromme Besucherin unseres Beth Haknesis war. Herr Max Mayer war ein überzeugter Freund und Genosse unserer Bestrebungen. In Herrn David Schiff und in dessen Schwiegervater, Herrn Lazar Deutsch, verloren wir Mitglieder, die ebenso durch .ihre Ueberzeugung als durch ihre Familienzugehörigkeit seit dem Bestände un־ serer Gemeinschaft angehörten. Herr Markus Spiegel, einer der wenigen, der der Einweihung unseres Bethauses noch beigewohnt hat, schied von uns. Herr Jakob Perl# b e r g e r, den die Kriegsverhältnisse nach Wien brachten, war seither ein wahrhaft treuer Freund der Adas Jisroel. Desgleichen beklagen wir in Herrn Jonas W e 11 i c z k e r einen treuen Weggenossen, der ebenso wie Herr Sandor G ii n s b e r g e r, Herr Adolf Rosenthal und Herr Samuel Lipschütz durch Anspruchslosigkeit besonders geschätzt und uns liebwert waren. Ein treuer Freund war uns Herr David Dohan. Vor wenigen Wochen haben wir in Herrn Josef Stern, dem Muster eines jüdischen Mannes, einen harten Verlust erlitten. Am 1. Tage der ’Sukkoth« feiertage 5690 verließ uns unser Bernhard Hof# bauer. Wir dürfen sagen, er war unser. Wir haben uns geehrt, indem wir ihn zum Ehrenmitglied ernannt haben. Jahrelang war er Revisor. Er hat dieses Amt mit der Ge# wissenhaftigkeit und zärtlichsten Sorgfalt erfüllt, wie sie nur die echte Liebe zur heiligen Sache hervorbringen kann. Die volle Würdigung dieser Persönlichkeit über# schreitet weit den Rahmen dieses Berichtes. Es ist auch nicht notwendig, viele Worte zu machen. Jeder von uns kannte ihn und wer auch immer mit der Geschichte der Kämpfe und Bestrebungen des glaubenstreuen Judentun/s in Wien während der letzten zwei Generationen sich be# schäftigt, wird auf jeder Seite den Namen Bernhard Hof# bauer rühmlichst verzeichnet finden. Er war ein wahr# hafter Jehudi, ein ganzer Mann, ein unermüdlicher Kämpfer, ein rastloser Helfer, erfüllt von den! heiligsten Eifer für das überkommene Judentum; für ihn wird es nicht bald Ersatz geben. Eingang Gebariingsausweis für die Jahre 1928,1929,1930. Ausgang 1. Jänner 1928 1929 1950 1. Jänner 1928 1929 1950 1. Vortrag: Bargeld und 1. Gehalte, Pensionen, Re- Bankguthaben ••׳. . . 6.265.65 5.152.69 10.425.46 munerationen, Steuer, 2. Mitgliedsbeiträge . . 7.879.70 7.23S.— 6.523.— Angestellten versiehe- 3. Sitzmiete . . . . . 18.850.— 21.937.84 21.046.25 rung .... . . 141.664.17 143.584.96 140.661.27 4. Betliaus- und ׳sonstige 2, Vorschüsse an An־ Spenden . 23.738.94 27.072.06 19.754.36 gestellte. 6.050.— 2.135.— 6.665.— 3. Biichsengelder . . . 2.366.54 2.493.49 2.233.95 3. Fürsorge . ... 28.157.26 30.999.07 32.686.48 6. Trauungen .... 3.168.50 2.773.50 2.410 — 4. lUcberweisung v. Spen- 7. Widmungen .... 350.— 1.507.50 3.598 — den u. Büchsengeldern 8.832.18 10.633.07 8.929.03 S. Fürsorge ..... 1.420.05 1.507.12 t.345.51 5. Instandhaltung d. Bet- 9. Haschgnehah (al!gern.: hauses und der Devo- Rinder, Geflügel, Milch tionaiien, Reparaturen 5.269.20 4.761.28 6.816.13 Gastwirtschaften usw.) 121.404.82 115.491.90 114.114.83 6. Trauungen .... 2.551.39 2.104 95 2.110.85 10. Erlös für Mazzoth . . 30.544.54 32.192.79 51.642.36 7. Ja.I1rze.itcn und Wid- 11. Rückzahlung von Vormungen. 644.50 269.05 298.54 schiissen .... 6.031.— 1.769.— 1.805.— 8.!Beheizung ,und Bo- 12. ׳Rückzahlung von Ge- Jenchtnng . 3.876.94 4.164.36 3.617.26 halten und sozialen 9 .Drucksorten u. Porti 1.051.35 1.160.37 1.003.68 Lasten. 22.975.08 22.627.48 24.805.05 10.!Miete für Kanzlei . . 736.65 853.38 441.58 13. Zinsen. 35.03 — 2.75 11. Diverse Ausgaben 2.581.51 2.797.36 2.742.18 14. Haus Nr. 10 ... . — — 1.882.58 12.!Mazzoth u. Schmureh- 13. Arak-Komitec . . . 3.023.50 2.552.— 1.657.50 mazzoth .... 28.520.10 26.111.92 28.172.63 16. Transitorisches Konto — 6.052.— 3.127.— 13. Haus Nr. 10 . . . . 7.627.79 3.775.99 — 17. Erste Österreichische 14. ׳Kautionenrückstellung 300.— — — Sparkasse. 6.992.70 3.703.20 — 15. Julius Leittier . . . 10.953.62 7.919.55 — 16. lArak-Komitee . . 3.063.50 2.355 — 1.589.50 17. Transitorisches Konto 9,— — — £'־ 18.!Erste österreichische * Sparkasse. — — 1.682.70 19. Ma zzot.11 backha 11 sei 11 - richtung . ... — — 1.545.05 20. Büroeiurichtung . . — — 400.— Bargeld!mul Bankgut־ haben am 31. Dez. . . 5.152.69 10.425.46 3.643.74 Gemeinde Wien für Wid- ׳ mungen. — — 3 550.— 256.843.85 254.070.57 246.353.60 256.843.85 254.070.57 246.353.60 1929, 1950 Haben Soll Bilanz 1928, 31. Dezember 1928 1929 1930 31. Dezember 1928 1929 1930 An Bargeld u. Bankgut- Per Rabbi ne r-A rak-Komitee 10.— 7.— 55.—!haben. 5.152.69 10.425.46 5.643.74 ״ Bethnusbau .... 948.90 957.90 970.90 ״ Gemeinde Wjien für ״ diverse Vereine. . . 2.311.74 1.911.30 598.70 Widmungen .... — — 3.550.— ״ Brautausstattung . . 600.18 — -r- ״ Effektendepot Länder- ״ iMeworchhn .... 123.19 137.20 94.86 bank ....... , 3.23 5.23 3.23 ״ Mesohorrerim . . . — —. 4.— ״ Bethausbaukonto b. ״ Darlehenssohuld . . 5.— — —• W. B. V. 311 — 319.— 329.— ״ 'transitorisches Konto 26.— 6.078 — 9.205.— ״ Schmureh. 510.75 — 100.62 Stiftungen . ... 11.10 — — ״ Fürsorgekonto (Braut- ״ Kautionen . . . . 500.— 350.— 350.— ansstattung) .... ' — 258.70 95.64 ״ Erste österreichische ״ Außenstände bei Par- Sparkasse (llansrepateien des Hauses Nr. 10 7.627.79 11.403.7S 9.521.20 raturdariehen) . . . 6.992.70 10.695.90 9.013.20 ״ Außenstände bei An- ■ ״ Reinvermögen . . . 20.215.13 19.844.27 21.146.22 gestellten. I.9S2.02 1.435.— 6.295.— ״ Gefliigelschlachtihaii's 5.000.— 5.000.— 5.000 — ,, M a z z 0 thib n ek!l 1 a u s e i 11 - ׳:j richtung. 1.056.40 1.056.40 . 2.599.45 ״ Büro ein richtung . - . IPO.-T״, L 100.- , 500.— '■ ־?ר.. י ־• ׳ ־, י- .• ׳* ״ amortisierter Rente! . —.06 •'— ״ Realität.. 10,000.— 10.000.— 10.000.— 51:743.94 j 39.981.57; 41.437.88 51.745.94 39.981.57 41.437.88 Allen diesen teuren Toten widmen wir ein ehrendes Andenken und werden bestrebt sein, in ihrem Sinne zu wirken und für die Erstarkung der Adas Jisroel und ihrer Grundsätze einzutreten. Im Jahre 1928 wurden 36 Trauungen, davon 8 un# entgeltlich, im Jahre 1929 43; Trauungen, davon 9 unent# geltlich, im Jahre 1930 32 Trauungen, davon 12 unentgelt# lieh, vorgenommen, \ . Widmungen erhielt die Adas Jisroel in den letzten Jahren von Frau Cäcilie S c h m i d 1, Herrn Her« mann F e 1 d h e i m, Frau Amalie T i s z a, Herrn Sandor Adler, Herrn Perlbergers Erben, Frau Malke Baron, Herrn Polanitzer, Herrn Adolf A r d e 1, Frau Goldberger, Herrn Ernst Mayer, Herrn Simon F r e u d e r und Bruder, Frau Flora Frankl. Sehr erwünscht wäre es gewesen, die im Jahre 1924 durchgeführte Ausbesserung des Bethauses durch weitere Erneuerungsarbeiten zu ergänzen. Die Knappheit der Mittel zwingt uns, die Durchführung dieses Planes hin« auszuschieben. Die Sitzpreise in unserem Bethause stehen noch weit hinter den Friedenspreisen und den Preisen, die in anderen Bethäusern bezahlt werden. Wir mußten der allgemeinen Wirtschaftslage Rechnung tragen und mit einer ganz unbedeutenden Preissteigerung uns begnügen. Die Sitzmiete ergab in den Jahren 1928 S 18.830, 1929 S 21.937.84, 1930 S 21.046.25 (gegen K 16.700 ־= S 25.000 im Jahre 1914). Wie immer wurden auch in den Berichts# jahren an würdige Besucher Sitzplätze kostenlos abge# geben. Mehr als 80 Jahre ist es her, seit der Grundstein zu unserer Gemeinschaft gelegt wurde. Klein war die Zahl der Gründer, doch groß die Begeisterung und unbe־ siegbar die Hingebung für die unsterbliche Sache des un« verfälschten, überkommenen Judentums. Dem Rufe der Zeit folgend, wurde das enge Heim erweitert, Anstalten ins Leben gerufen, die Einrichtungen ausgestaltet und vergrößert, allein, völlig unabhängig und selbständig, nicht engherzig bloß für den engen Kreis, der alle Lasten der Arbeit trägt; was geschaffen wurde, was geboten wird, es steht allen in Wien zur Verfügung, die treu der alten, überkommenen Lehre folgen wollen. Wir leben in einer harten Zeit. Ueberall, im Einzelhaushalt wie in Körper־ schäften, erzwingen die wirtschaftlichen Verhältnisse Sparmaßnahmen und beengende Einschränkungen. Jetzt kann man nicht an Neuschöpfungen denken. Es muß uns genügen, wenn es uns gelingt, den alten Grundsätzen treu, das Bestehende auf der Höhe zu erhalten und das über« nommene Erbe treu zu verwalten. Gerade in dieser Zeit muß der so oft ausgesprochene Wunsch um so nach« drücklicher wiederholt werden, daß alle die Bethausver# einigungen, die mit uns gleichen Sinnes sind, sich enger zusammenschließen, um so sicherer und rascher zum Ziele zu gelangen. Auch an unsere Brüder aus dem Osten, die die rauhen Kriegsverhältnisse hiehergeführt haben, ergeht der Ruf, mitzuarbeiten an der Festigung und Er? Stärkung des glaubenstreuen, thoratreuen Judentums und seiner Einrichtungen in Wien. Die künstlich geschaffenen Mißverständnisse müssen schwinden und in dem richtigen Verständnis und in der Erkenntnis der hiesigen Verhält# nisse werden sie, unsere Weggenossen sein müssen. Man macht uns von Zeit zu Zeit den Vorwurf, daß wir die Wiener Gemeinde zerstören, zerreißen wollen. Mit Un« recht! Nicht weil das Staatsgesetz uns dazu zwingt, Mit« glieder dieser Kultusgemeinde zu sein, sondern weil wir als Juden mit der Gesamtheit der Wiener Judenschaft den wirtschaftlichen Druck, die gesellschaftliche Not fühlen, erfüllen wir die Pflicht, nach besten Kräften an der Verbesserung der Lage mitzuärbeiten, und hilfsbereit stellen wir unser Können in den Dienst der gemeinsamen Sache. Doch diese Haltung kann uns unsere Stellung« nähme zu ■allen Fragen religiösen Inhaltes durchaus nicht berühren. Religiöse Fragen können nur in dem Kreis er« örtert und geregelt werden, der in diesen Belangen mit uns grundsätzlich übereinstimmt und voll ünd ganz auf dem Boden unseres alten, von unseren Vätern über« kommenen Judentums steht. Als thoratreue Juden sind wir von dem heißesten Wunsche erfüllt, daß endlich der Tag komme, an welchem die ganze, große jüdische Gemein« schaft in aller Welt mit dem ganzen Herzen, mit dem ganzen Denken sich zur alten, unveränderlichen Lehre stelle. Den Weg zu diesem Ziele können wir nur frei־ halten, indem wir •unverrückbar eintreten für die Selb« ständigkeit, für die Unabhängigkeit des glaubenstreuen Judentums. Wien, am 19. Mai 1931. Moriz Lcitner, Schriftführer. Siegrnund Böndi, Obmann. Kiffe 5־rt die jüöiscfye Schule IdoCfls ulßauphcftiL&furXnaSav ■und WädcAui nülOßenl&dlkalsrecfil u. Wkdzgasse, /ff * Spendet für den der Adas Jisroel,W1en, II., Nestroygasse 11.

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