Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 20 (21.5.1931)
- Date
- 1931-05-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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20 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 Der Druck, der auf den gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen unseres Landes seit vielen Jahren lastet, nimmt in beängstigender Weise zu, und der düstere Aus« blick auf die Zukunft läßt die Hoffnungsfreudigkeit nicht aufkommen, die zu einer Tätigkeit erforderlich ist, um Neues zu schaffen. Froh muß man sein, wenn es gelingt, das Bestehende auf der nötigen Höhe zu erhalten. Diese Zustände machen sich im Leben unserer Gemeinschaft allzu bemerkbar, und wir müssen die beispiellose Opfer־ Willigkeit unserer Mitglieder mit tiefempfundenem Danke rühmen, weil nur diese es ermöglicht hat, die großen und schweren Aufgaben der Adas Jisroel in der Berichtszeit zu erfüllen. Wir sind glücklich, feststellen zu können, daß die Adas Jisroel an ihrem ethischen Besitzstand nichts cingebüßt hat. Rabbinat, ThoraiFörderung. Die größte Last der Arbeit zur Verteidigung dieses Besitzstandes trägt unser ehrwürdiges Rabbinat, indem es im Sinne und im Geiste der großen Ueberlieferung die Aufgaben des heiligen Amtes nicht nur für den engen Kreis der Adas Jisroel und der gesamten Judenschaft Wiens, insoweit sie wirklich glaubens# und überlieferungs־ treu leben will, versieht, sondern weil sie ihr Licht weit hinaus leuchten läßt, wo in aller Welt lebendiges Interesse an den Fragen des thoratreuen Denkens und Wirkens besteht. Die Horaah der Mitglieder des Rabbinates wird, wie ja bekannt, nicht nur von unserem engsten Kreis in Anspruch. genommen; jeder, der in Wien in rituellen Fragen, welcher Art immer, verläßlichen Bescheid haben will, er mag woher immer sein, er mag welcher Richtung immer angehören, weiß sich an das Rabbinat der Adas Jisroel zu wenden; er erhält immer die gewünschten Aufschlüsse. Bereits vor Jahren war der Oberrabbiner der Adas Jisroel gezwungen, in der Person des Herrn Rabbiner Pinkas Breuer, eines anerkannten תלמיד חכם מופלג eine Aushilfskraft für die הוראה zeitweilig zu bestellen. Nun haben die Verhältnisse die endgültige Besetzung der יו ן ^Stelle unaufschiebbar gemacht und wir sind eifrig bestrebt, eine geeignete Persönlichkeit, die unseren bis־ herigen großen Führern würdig zur Seite stehen kann und die den verschiedenen Ansprüchen genügt, die die Allge־ meinheit an sie stellt, zu finden. Trotz der großen mate־ riellen Opfer, die dies erfordert, hoffen wir doch, daß unsere Bestrebungen bald vom gewünschten Erfolg ge־ krönt sein werden. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß das Verlangen nach Thorabelehrung in den weitesten Kreisen stets zu־ nimmt. Diesem Verlangen Rechnung zu tragen, wäre Aufgabe der Adas Jisroel. Der Durchführung stellen sich jedoch mannigfache Schwierigkeiten entgegen. Es fehlt uns an geeigneten Räumen. Die Bestellung der Lektoren er־ fordert die Mittel, deren Bereitstellung zurzeit mit uniiber־ windlichen Schwierigkeiten verbunden ist. Der systematische Thoraunterricht der Jugend ist für den Bestand des Judentums unerläßlich. Jede jüdische Gemeinschaft hat daher die oberste Pflicht, für die Er־ richtung und Erhaltung der Thoraunterrichtsanstalten zu sorgen und deren Entwicklung mit allen Mitteln zu fördern. In unserer Jesode Hathora besitzen wir eine Musteranstalt, die durch das überschwenglichste Lob nicht genug gerühmt werden kann. Sie hat Knabenabteilungen mit je zehn wöchentlichen Unterrichtsstunden, einen ganztägigen Kurs (Jeschiwavorbereitung, 18 Schüler), Mädchenabteilungen mit vier, bzw. sechs wöchentlichen Unterichtsstunden (insgesamt 18 Abteilungen, ferner einen Kindergarten, welcher Ausspeisung für bedürftige Kinder bietet. Die Schule wird von mehr als 400 Kindern besucht. Im Jahre 1930 betrug der Aufwand für die Schule S 52.795.70. An Schulgeld gingen im ganzen S 13.458.65 ein. Für 21 Schüler wurde das volle Unterrichtsgeld bezahlt, 230 waren teilweise, 150 vollständig befreit. Hervorgehoben muß werden, daß diejenigen Schüler, die nach Vollendung des ganztägigen Kurses eine Jeschiwa besuchen, überall durch ihre glänzende Vorbildung ganz besonders auffallen und uneingeschränkte Anerkennung finden. Der Wert und die Bedeutung des ausgiebigen jüdisch־religiösen Unter־ richtes der Mädchen beginnt in unseren Kreisen schon das genügende Verständnis zu finden. Es wäre nur zu wünschen, daß alle jüdischen Mädchen durch gründliche jüdische Bildung Liebe und Anhänglichkeit zum streng religiösen Leben im Sinne des glaubenstreuen Judentums gewännen. Für die Schüler des ganztägigen Kurses ist ein Handelskurs angegliedert, so daß die Besucher auch die Vorbereitung für einen kaufmännischen Beruf erhalten können. Für die Kinder, die den Kindergarten der Jesode־ Thora besuchen, besteht eine Küche, aus der für arme Kinder an 2000 Mahlzeiten unentgeltlich abgegeben werden. Im abgeiaufenen Jahre wurden in dem Ferienheim der Jesode־Thora viele Kinder unentgeltlich untergebracht, aus welchem sie nach vier־ bis sechswöchigem Aufent־ halt gekräftigt nach Hause kamen. Nach landläufigen Anschauungen heißt es, daß die Kinder von den Eltern erzogen werden. Dazu aber muß eine Bemerkung gemacht werden. Einen ungeheuren, geradezu maßgebenden erziehlichen Einfluß, wohl mehr als das Elternhaus, besitzen die Gesellschaft und die Um־ gebung. Wer daher will, daß der Geist wahrer ״Jüdisch־ keit“ in den Kindern erhalten bleibe, muß dafür Sorge tragen, daß das Kind möglichst lange und möglichst un־ gestört in jüdischem Kreise lebe und׳ sich entwickle. Man muß daher trachten, daß das Kind so lange als nur möglich in einer Schule sei, die vom gleichen Geiste, wie der des Elternhauses beseelt ist, d. h., es muß in einer wirklichen jüdischen Schule möglichst weit und möglichst lange Unterricht genießen. Leider fehlen hier in Wien die materiellen und bedauerlicherweise auch die moralischen Mittel hiezu, jüdische Schulen in genügender Zahl zu er־ richten, und der einzigen jüdischen Schule, die wir be* sitzen die notwendigen weiteren Unterrichtsanstalten an־ zugliedern. Für uns besteht die Verpflichtung, die Talmud־ Thora־,Schule so weit als möglich, zu unterstützen und zu fördern. Diese Schule, die im abgelaufenen Jahre die Feier ihres achtzigjährigen Bestandes beging, ist in einem modernen, lichten, luftigen Schulgebäude untergebracht. Sie besitzt eine Knabenschule mit vier Volks־ und vier ל Hauptschulklassen, eine Mädchenschule mit vier Volks־ schulklassen und einer Hauptschulklasse. Die Mädchen־ schule ist in dem Dr.־Krüger#Heim untergebraeht. Im nächsten Schuljahr wird die zweite Hauptschulklasse der Mädchenschule eröffnet. In der Schule ist eine Schülerausspeisung (natürlich streng koscher), die von etwa 100 Kindern benützt wird. Im Jahre 1929 beliefen sich die Kosten der Schule auf S 101.416, im Jahre 1930 auf S 133.181.39, die Ein־ nahmen des Schulgeldes betrugen S 20.640.75, die Schüler־ zahl war 348. An der Schülerausspeisung nehmen durchschnittlich 80 Kinder täglich teil. Durch die Ferienaktion des Eltern־ Vereins wurde für 81 Kinder ein Sommeraufenthalt bestritten. Die Leistungen der Schule finden ihre rühmende Anerkennung in der Tatsache, daß durch den Erlaß des Bundesministcriums für Unterricht vom 20. September 1929, Z. 32.825, ihr das Oeffentlichkeitsrecht für weitere fünf Jahre zuerkannt wurde. Mit Stolz und mit Genug־ tuung blickt die Schule auf ihre langjährige Tätigkeit zu־ rück und freut sich, darauf' verweisen zu können, daß in den langen Jahren ihres Bestandes eine ganz ungewöhn־ lieh ansehnliche Zahl ihrer Schüler dort die Unterlage für die Bildung fand, die sie befähigte, angesehene und führende Stellungen auf allen Gebieten des Lebens gu finden. In der Erfüllung der Pflicht der ThorafördeFung wurden alljährlich Stipendien an vier würdige Bachurim, die mit besonderem Fleiße und Erfolg an Jeschiwoth lernen, verliehen. Auch dem Verein Tiferes Bachurim wurde ein Bei־ trag bewilligt. Wie in den früheren Jahren, hat der Vorstand sich stets erfolgreich ins Mittel gelegt und verhindert, wenn an irgendeiner Schule der Versuch gemacht wurde, ein Kind (durch Schreiben, Zeichnen etc.) zum חילול שבח zu zwingen. Die Eltern, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder in eine jüdische Schule zu schicken, sondern ge־ zwungen sind, sie eine allgemeine Schule besuchen zu lassen, werden aufmerksam gemacht, daß der Vorstand der Adas Jisroel jedesmal bereit ist, in jedem einzelnen Falle für das Recht der Sabbatheiligung einzutreten. (Vergl. die betreffenden Erlässe.) Approvisionierung. In regelmäßiger Folge werden die Namen und Adressen aller Betriebe und Erzeugungsstellen von Nahrungs־ und Genußmitteln, die der Aufsicht des Rab־ binates der Adas Jisroel unterstehen, veröffentlicht. Es empfiehlt sich, diese Mitteilungen ständig nachzusehen, da nur für die dort angeführten Betriebe und nur in der dort angegebenen Art die Gewähr für die rituelle Verläß־ lichkeit übernommen werden kann. Dies muß um so nach־ drücklicher betont werden, Hveil es allzu häufig vorkommt, daß einzelne Unternehmer oder Händler zu Reklame־ zwecken mitteilen, daß sie die eine oder andere Ware aus Erzeugungsstätten beziehen, die der Aufsicht des Rabbinates der Adas Jisroel unterstehen. Derartige An# preisungen sind durchaus keine Bürgschaft für die religiöse Verläßlichkeit des betreffenden Verkäufers; das Rabbinat lehnt jede Verantwortung dafür ab und erteilt auch darüber kein Gutachten. Die schlechte wirtschaftliche Lage hat die Er־ nährungsverhältnisse der gesamten Wiener Bevölkerung sehr nachteilg beeinflußt. Der Fleischverbrauch ist sehr bedeutend zurückgegangen. Auch in unserer Schechitah äußert sich dies, wenn, auch nicht in so auffälliger Weise, wie im allgemeinen, ein Beweis, daß das Vertrauen zu unserer Schechitah stets in weitere Kreise dringt. Nach langem, mühevollem Suchen konnten wir im April 1929 in der Person des Herrn Moritz Brauner einen tüchtigen Schochet bestellen. Die Anzahl der Fleischverschleißstellen blieb unver־ ändert. Es stehen vier Fleischverschleißstellen im II. Be־ zirk, zwei im IV. Bezirk, eine im X. Bezirk und eine im XX. Bezirk unter der Aufsicht des Rabbinates der Adas Jisroel. Für Koscher־Geflügel stehen 12 Handlungen zur Verfügung. Die Aufsicht daselbst bezieht sich in allen diesen bloß auf die ungeteilten Stücke, die mit der Marke der Adas Jisroel versehen sind. Der Verkauf von ge־ teilten! Geflügel, von Fett etc. wird vom Rabbinate nicht kontrolliert. Außer den Selchwarenverschleißstellen stehen derzeit noch zwei Gastwirtschaften unter der rituellen Aufsicht des ehrw. Rabbinates. Wenn man auch hier in Wien in der angenehmen Lage ist, eine Anzahl . yon Lebensmittelhandlungen zu besitzen, die von religiös verläßlichen Eigentümern ge־ führt werden, wird es doch vielfach als Lücke empfunden, daß kein einziger derartiger Betrieb der Kontrolle des ehrw. Rabbinates untersteht. Die Milchversorgung wurde weiter ausgestaltet. Für Pessach wurde Vorsorge getroffen, daß auch viele außer־ halb unseres Kreises Pessachmilch beziehen konnten. Bezüglich der Mazzothversorgung hat der Vorstand den gleichen Vorgang einhalten müssen wie in den letz־ ten Jahren. Die Unzulänglichkeit unseres Backhauses ge־ stattete es nicht, eine größere Menge zu erzeugen. Es muß als erfreulich bezeichnet werden, daß es durch die gewissenhafteste Planwirtschaft gelang, eine genügende Menge Mazzoth der Armenbeteilung zuzuführen. Die Ein־ richtung einer neuen Mazzothbäckerei wird stets dringlicher. Im Jahre 1929 wurde eine weitere Weiß־ und Schwarzbäckerei unter Haschgachah des Rabbinates er־ öffnet, so daß derzeit zwei Weiß־ und Schwarzbäckereien und eine Zuckerbäckerei unter Aufsicht des Rabbinates stehen. Trotz der bedrängten budgetären Verhältnisse hat der Vorstand stets von dem Grundsätze sich leiten lassen, daß durch das Kaschruth und dessen Beaufsichtigung die Verbraucher materiell nicht belastet werden dürfen. Die Gebühren wurden daher stets so niedrig als möglich be־ rechnet, so daß sie eben nur ausreichen, die Selbstkosten zu decken. Auf Grund der vollständigen statistischen Ausweise des ganzen Jahres 1930 wurde ermittelt, daß für die Selchwarenerzeuger, die ja nur einen kleinen Teil des für sie geschächteten Viehes in ihrem Betriebe verwen־ die gesamten Gebühren, die an die Adas Jisroel bezahlt Kanzlei: II., Große Schiffgasse 1 Z. 207 ex 931. Einladung zur für Donnerstag, den 4. Juni 1931, nm 3 Uhr nachmittags im Turnsaale der Talmud-Thora-Sehule. Wien, II., Malzgasse 16. TAGESORDNUNG: 1. Mitteilungen des Obmannes. 2. Bericht über die Tätigkeit in den Jahren 1928, 1929, 1930. 3. Bericht über die Kassagebnrung in den Verwaltungsjahren 1928, 1929, 1930. 4. Bericht der Revisoren. 5. Festsetzung des Jahresbeitrages. 6. Neuwahl für 9 ausscheidende Mitglieder mit 6jühriger und 1 Mitglied mit 3jühriger Mandats- (lauer.*) 7. Allfällige Anfragen und Anträge.**) Komm.-R. Moritz Leitner, Siegmund Bondi, Schriftführer. Obmann. Wien, am 4. Siwan (20. Mai) 5691. *) Es scheiden aus die Herren Sandor Adler, Jakob Fuchs, Josef Herzog•, Kommerzialrat Leitner, Wolf Pappenheim, Leopold!lichter, Josef Schick, Nathan Schiff, Joachim Wosner •und ein durch Verzicht erledigtes Mandat für 3 Jahre. 'Die Ausscheid enden sind wieder wählbar. § 4a der Statuten lautet: ״Ordentliches Mitglied der Adas Jisroel ist jeder Israelit, der das;zwanzigste Lebensjahr vollendet •hat, sobald er vom Vorstande in den Verein auf.genomnien wurde und den Mitglieds- :beitrag und d!ie Eintrittsgebülir in der von der General- Versammlung festgesetzten Höhe pünktlich bezahlt.“ Es ist also erforderlich, daß die M; i t gl i edsb eit rüge b!is Ende 1930 •beglichen sind. **) Anfragen u!nd Anträge müssen bis spätestens 31. Mai mittags schriftlich in der Kanzlei sein. werden, für ein■ Kilogramm Fleisch (rein) höchstens 14,8 Groschen betragen. Die Gebühren an die Kultusgemeinde betragen 21,1 Groschen. — Für die Fleischverschleißer, die das Fleisch des Rindes, nicht nur einen Teil, sondern das gesamte Koscherfleisch verwenden, stellen sich die Ge־ bühren auf etwa den dritten Teil der vorgenannten Be# träge. Die Klagen gewisser Kontrahenten von Ueber# lastung und die Anführung phantastischer Ziffern ver־ dienen daher keine Beachtung. Fürsorge. Von jeher war es in allen jüdischen Gemeinden üblich, daß die verschiedenen Zweige der Gemiluth־ ChesedäPflichten von den verschiedenen Chewroth besorgt wurden. Auch hier bei uns haben die verschiedenen Ver־ eine in sehr verdienstvoller Weise sich betätigt, und wir alle müssen in tiefgefühlter Dankbarkeit ihre Leistungen rühmen und an alle unsere Freunde und Gönner die dringende Bitte richten, alle diese Vereine tatkräftigst zu unterstützen. Der Krankenhausverein, der mehr als ein halbes Jahrhundert sich der armen Kranken annimmt, versorgt unentgeltlich die Armen im Krankenhause mit Koscher־ Essen in musterhafter Weise. : Die ״Einheit“ verköstigt gegen ein überaus bescheide־ nes Entgelt unsere Brüder in würdiger Weise; durch die Mittelstandsküche hat sie eine Einrichtung von eminent sozialem •Werte geschaffen, welche in den weitesten Kreisen die uneingeschränkteste Anerkennung findet. In augenfälliger Weise kam diese durch die zahllosen Sympathiekundgebungen für die ״Einheit“ anläßlich der Feier ihres 25jährigen Bestandes zum Ausdruck. Der Verein Tomech Ewjonim versorgt arme Zuge# reiste und Rekonvaleszente an Sabbat־ und Festtagen mit ausreichender Nahrung und verteilt im Winter Heiz־ material. In zartsinniger Weise steht der Frauenverein der Adas Jisroel vielen Frauen in Not und Elend bei. Dem Namen entsprechend, hat in der diskretesten Form Mathan Basesser verschämten Armen ausgiebige Hilfe geboten. Eine wichtige, man möchte sagen, grundlegende Aufgabe erfüllt der Verein Tiferes Bachurim, indem er Jünglingen, die ni auswärtigen Jeschiwoth mit Fleiß dem Thorastudium obliegen, die Mittel zum Studium beistellt. Unseren Stolz bildet die Jugendgruppe. In jugend־ licher Begeisterung haben die jungen Leute sich zusam־ mengeschlossen, um Thora zu pflegen und im Geiste derselben zu wirken. Und in der Tat ist es rührend und erhebend zugleich, zu sehen, wie die jungen Leute ver־ ständnisvoll und mit Hingebung an die Erfüllung aller Aufgaben gehen, die das jüdische Herz verlangt. Die jungen Leute, die in dieser Gemeinschaft Herz und Gemüt geübt haben, sind eine verläßliche Bürgschaft für die glänzende Zukunft der Kehillah. Aus den eigenen Mitteln des Vereines wurden Sub־ ventionen und Beträge an verschiedene Vereine, die die , Pflege von Thora und Gemiluth Chesed zur Aufgabe haben, nach Maßgabe unserer beschränkten Mittel ausbe־ zahlt. Es wurden S 285 im Jahre 1928, S 1600 im Jahre 1929 und S 510 im Jahre 1930 für Brautausstattung, S 2198 im Jahre 1928, S 1346.50 im Jahre 1929 und S 1638.17 im Jahre 1930 für Pessachbeteilung verausgabt. Von den eingegangenen Spenden wurden über־ wiesen an: Beth Hamidrasch 1928: S 149.06, 1929; S 394.12, 1930: S 123.41; Jesode Thora 1928: S 467.31, 1929: