Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 13-14 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 114/י JÜDISCHE PKESSE Helffät tilg. Josef Löwy. Mittwoch, den 25. März, ist der Vizepräsident der Union deutschösterreichischer Juden. Hofrat Josef Löwv. gestorben. Der Verblichene hat sein großes Können stets selbstlos in den Dienst der jüdischen Lehrlingsfürsorge und Gewerbeförderung gestellt und auch zahlreiche Referate in jüdischen Vereinen gehalten. Die zahlreiche Beteiligung an seinem Freitag, den 27. März, stattgefun־ denen Begräbnis zeugte von der großen Wertschätzung, die er durch sein gemeinnütziges Wirken erworben hat. Benjamin Segel gestorben. fn Bad Pistvnn. wo er sich zur Kur aufhielt, verstarb im Alter von 64 Jahren der bekannte jüdische Schriftsteller und Publizist B i n j a m i n S e g e I, der viele Jahre lang in Deutschland gelebt und in den letzten Jahren in Wien seinen Wohnsitz gehabt hat. Segel war einer der besten Kenner des Ostjudentums, eine Reihe seiner Arbeiten galt dessen Problemen. Zu Beginn des Krieges verfaßte er eine Schrift ..Der Weltkrieg und das Schicksal der Juden“, zu gleicher Zeit die apologetische Studie ..Moriah und Golgatha“. 1918 schrieb er ״Rumänien und seine Juden“ und eine von starker Begabung zeugende Novelle ..Am Tage des Gerichtes“. Nach dem Krieg erschien eine Reihe seiner literarischen Arbeiten im Philo-\erlag, so 11. a. ״Die Philosophie des Pogroms“ (eine scharfe Auseinandersetzung mit Bliihcr) und eine grundlegende. Entlarvung der ״Protokolle der Weisen von Zion“ (1924). der er zwei Jahre später eine Studie unter dem Titel ״Weltkrieg. Weltrevolution, Weltverschwörung“ folgen |ieß. Einige Jahre lang war Segel Redakteur der Berliner Monatsschrift ..Ost und West“. Segel schrieb eine Zeitlang in der C'.-V.-Zeitschrift ״Tm Deutschen Reich“ unter dem Namen ״Vorax“ politische Artikel, die stark antizionistisch waren. Er war leidenschaftlicher Gegner der jiidischnationalen Landespolitik im Osten und der zionistischen Palästina-Politik, in den letzten Jahren jedoch bekehrte er sich zum Palästina-Werk und trat für die aktive Teilnahme der Nichtzionisten am Palästina- Werk.ein. Er bekämpfte dann den C.-Y. wegen seiner ablehnenden Haltung zum Keren Uajessod und schrieb eine Reihe Aufsätze für verschiedene zionistische Zcitungeh. Segel war ein sehr fruchtbarer und geschickter Publizist, ein eigenartiger und innerlich ruheloser Mensch, der auch bei denen, die mit ihm oft scharf die Klinge kreuzen mußten, die Erinnerung an einen ahasverischen Typus großen Formats zurückläßt. Frau Laura Krenberger s. A. ■Kaum zwei Monate nach dem ■Ableben ihres unvergeßlichen, verdienstvollen Gatten, Regierungsrates Dr. Satomon Krenberger, ist diesem nunmehr seine Gemahlin Frau Laura!Kronberger am 28. März d., J. in den Tod gefolgt. Die Wertschätzung, deren sich die Verblichene wegen ihrer großen Wohl* tiitigkeit und Hilfsbereitschaft erfreute, trat in der zahl* reichen Beteiligung an ihrem am 30. März stattgefundenen Leich en 1) egän gn i s zu tage. Eger (Ungarn). Vor kurzem ist hier die Gattin des hiesigen Oberrabbiners R. Simon Schreiber נ״ו gestorben. Die verblichcne Rebbezin wnv eine Tochter des Rabbiners der Wiener Schiffschul R. Salman Spitzer ןצ״ל. Einer ihrer Soli ne, R. Mosclfe Schreiber, ist Dajan in Eger, ein anderer ist der bekannte Oberrabbincr von Görz, ft. Abraham Schreiber, ihr Schwiegersohn ist Oberrabbiner Deutsch in Subotica. Während der unter uugeheurer Beteiligung stattgefu ״denen Bestattung nahm unter großer Rührung aller Anwesenden der greise Gatte Abschied von der treuen Lebensgefährtin, die ein Muster von Mildtätigkeit gewesen und ihren Kindern die großen Traditionen ihres Elternhauses getreu übevjnittcit hatte. דנצכ״ה. Oberkantor Ir;ido1* Löv/it. Der bekannte Oberkantor der türkischen Synagoge in Wien, Isidor L ö w i t, feierte am Schabbos hagodaul sein fünfzigjähriges Jubiläum als Chordirigent. Der Jubilar, der ein Sohn des bekannten Oberlehrers der Talmud ־Thora:■ Volksschule Wilhelm Löwi t ist, war aus diesem Anlaß Gegenstand zahlreicher Sympathiebezeigungen, denen auch wir uns mit den herzliebsten Glückwünschen anschließen. Ein Jubiläum deutschen Fleißes. Die hundertste Fiiedhofsschniulung. In dem badischen Städtchen Schriesheim an der Bergstraße (bei Heidelberg) wurden vor wenigen Tagen zwei Kindergrabsteine auf dem israelitischen Friedhof umgeworfeu und ein anderer Denkstein mit Kot beschmutzt. Zwei Täter hat die Gendarmerie festgestellt. Die Rohlinge, die Mitglieder der nationalsozialistischen Partei sind, sehen hoffentlich einer empfindlichen Straft' entgegen. Die christliche Bürgerschaft Schriesheims, die immer mit den Mitgliedern der israelitischen Gemeinde in Frieden lebte, ist über die rohe Tat einmütig empört. Eine neue Organisation. ״L’Oeuvre“ (Paris) teilt unter dein 15. März einen Plan mit, der nicht verfehlen dürfte, allgemeines Interesse zu erwecken. Kndmi *Cohen, ein Bürger von Tel- Awiw, inacht in Paris Propaganda für eine neue zionistische Organisation, die auf gänzlich neuer Konzeption beruhen soll. Dabei soll die bereits bestehende zionistische Organisation, die lediglich auf die Balfour-Deklaration und England eingestellt ist, bestehen bleiben. Kadmi Cohen verlangt Erweiterung des jüdischen Be- Siedlungsgebiete« ■durch Syrien, •El Arisli und die Sinaihalbinsel, Entente mit England u 11 tl!Frankreich, modus vivendi mit den Arabern und neue Kokmisationsmethoden. Praktische Vorschläge zur Durchführung dieser Ideen, die einen radikalen Bruch mit der bisherigen zionistischen Praxis darstclleu, werden noch nicht mitgeteilt. Alles in allem bewegen sich die Gedankengänge dieses Planes im Rahmen der Herz Ischen j ade ms ta u ts-A u f fass u n g. Zu Pessach lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll kaufen Sie Geschirre und Küchengeräte billig und verläßlich bei $. Neurath & Sohn lIllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllH Republikplatz 17 Telephon 202 und 446 ur K1 Kapital und Zinsen werden ohne Abzug gegenwärtiger oder künftiger Österreichs scher Steuern oder anderer Abgaben ausgezahlt. Die Anleihe genießt außer der Haftung des Emissioiisinstitutes folgende Spezial- Sicherheiten: 1. Die Verpflichtung der Republik Oesterreich zur Zahlung von Ktipital und Zinsen; 2. die Verpflichtung der Hypothekenanstalten aus den von ihnen ausgegebenen und dieser Anleihe zugründe liegenden Wohnbauobliga- י tionen; 5. die hypothekarische Sicherstellung der Wohnbauobligationen. In\ Sinne der V. Wohnbnuförderungs- Verordnung können diese Schuld verschreibungen zum Nennwert zur Zahlung der Tilgungsbeiträge gemäß Abschn. I, § S; Abs. 2, des Bundesgeseizes vom 14. Juli 1929, B. G. BL Nr. 200, verwendet werden. Aus dem Leserkreis. Ueber,שעטנז. Nachdem die dankenswerten Ausführungen des Herrn Rabbiners Dr. Bass in Nr. 5 Ihres geschätzten Blattes letzten Endes darin gipfeln, daß das einzig Sichere in diesen Schwierigkeiten die Gewißheit ist, daß die bis« herigen Methoden nicht absolut zuverlässig sind, freue ich mich, א ח ב״ו fl 2 י t ל einen, ich darf wohl sogar sagen, den einzigen, unfehlbaren Weg, nämlich die tnikro* skopisehe Feststellung empfehlen und erleichtern zu können. In der Hauptsache dreht cs sich ja nur darum, mit aller Bestimmtheit festzustellen, ob ein zweifelhafter Faden aus Leinen (Flachs) ist oder nicht. Da heute durch Apotheken, chemische etc. Labora־ torien und dergleichen leicht Gelegenheit geboten ist, die nach vorerwähnten Anweisungen des Herrn Rabbiners Dr. Bass zerfaserten Gewebeteile in etwa gleichem Ver* größerungsverhältnisse wie die abgedruckten Mikro־ Baumwolle Vergr. 265 fctch H a nf Vergr. J08^rfach pr Flachs Vergr. 108 fach Photographien von Leinen* (Flachs*), Hanf* und Baum* wollsFasern unter einem Mikroskope zu betrachten und mit diesen authentischen Bildern zu vergleichen, ist jede Schwierigkeit und jeder Zweifel in absolutester Weise zu beheben. Leopold Mosbacher. Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wien. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Am kommenden Pessahfeste (lieberschreitu'ngsfest) werden in nachbenannten Gemeinde- und Bczirkssynagogen hei dem um S Uhr 50 Min. beginnenden Morgengottesdienste Predigten abgehaltcn und zwar: D o n n e 1־ s t a g, den 2. April 1951 (I. F e s ttag״1 :(־ Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), 1L, Pazmanitongasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes), V., Siebenbrti unengasse I a '(Rabbiner Dr. M. G. Mehrer), VT., Schmalzhofgassc 5 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky), VHl.. Ncudcggcrgas.se 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer), IX, Müllnergasso 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz), XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin), XY״ Turncrgassc Nr. 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), XYIIL, Schopenhauer- Straße 59 (Rabbiner Dr. D. Fcuchtwang), XXL, Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). — F r e itag־, den 5. April 1951 (2. Festtag): 11״ Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), XX., Kliickygasse I I (Rabbiner Dr. B. Mimnclstcin). — Mittwoch, den 8. April 195 I (7. F e s 11 a gj: L, Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), XYL, I Iubergasse S (Professor Dr. K, Kupfer), XX״ Kliickygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmclstein). — Don n e 1• s t a g, den 9. April 1951 (8. Festtag): II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), 11״ Pazmanitengas.se 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes), V., Siebenbrmiueng'asse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer-, VT״ Schmalzhofgasse 5 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky), VT 11״ Neudeggergusse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer), XIII״ Eitclbcrggas.se 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin), XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. 1. Taglicht), XVIll״ Schopenhauerstraße 59 (Rabbiner Dr. D. Fcuchtwangj, XIX״ Dollinergasse 5 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter), XXI״ Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Roscnmaim). Am Vorabende des 7. Festtages, Dienstag, den 7. April 1951, Beginn 7 Uhr abends, IX״ Miillnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). Israelitische Kultusgemeinde Wien. Am 4. April 1. J. (Schabbos Chol Hamoed) findet um 3 Uhr nachmittag der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde־ und Bezirkssynagogen statt. MaskirsAndachten am Pessachlfeste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Ge* meindetempeln zur Haskarah veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Pessachfcste, Donnerstag, den 9. April, um 6 Uhr früh im Stadttempel, 1״ Seitenstettengasse 4, und im Leopold־ städter Tempel, II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vor* mittags im Festsaale des Hotel ״Continental“, II. Tabor* straße 6, anläßlich der MaskirsAndachten feierliche Gsttesdienste. 0ea't!מחזיקי ישיבות legenheiten! Wegen Unterstützungen, Stiftungen (ל׳רןקימת ) und Telegrammablösungsblanketten zugunsten der not* leidenden בחורים an unseren ישיבוח wende man sich an die Vereinsleitung: Machsike Jescbiwoth«2tentrale in Nove Zämky. 4934