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Jüdische Presse · 1931-02-27 · 9 (27.2.1931) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
9 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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N*. 9 JÜDISCHE PRESSE MUJ. & Der 1 ( Die. wunderbare Idee des OberrabbinefS' Meier Schi»« pirk, d&i Jefrotfefs ־ def ״Jeachfwa#»ÜhäChme #Lübliri“. täglicft-\ih hftir*vV$t dasselbe #16־» Daf HajaurtlijS־2 ׳tf feMÄ,* dringt imitie# tttffÜfi Jflfä -: tiefer in die Massen def jüdischen Volkes. Aus aller .Welt wird berichtet, daß.,hunderttausende Juden den Daf\Hä|aiimi mitlefheir^üiatf^attjh ^-rh Wien sind es bereits einige hundert Menschen^ die am Daf Hajaitmi Schiur . teilhehnien. >׳ ., : . Der Daf Hajautni Schiur tvird allabendlich um 8 Uhr abends an folgenden Stellen abgehalten: Agüdas Jisroel Ortsgruppe, II., Leopoldsgasse 16'. Agudas Jisroel Jugendgruppe, II., Floßgasse 1. Bethausverein Khal Chassidim, II., Frz. Hochedlingerg. 2. Bethausverein Chassidim, II,, Herminengasse 8. Bethausverein Chasside Bojan, II., Große Schiffgasse .13• Großrabbiner Rabinowitsch, II., Heinestraße 3. Rabbiner H. Aschkenäsy, II., Frz. Hochedlingergasse 23. Bethausverein Schomre Hadas, XX., Othmargassc 34• Bethausverein Newell Scholauni, X., Rotenhofgasse 22. Lernet den Daf Hajaumit * Der Keren Hathora, seine Leistungen und Aufgaben. Der Keren Hathora, der sämtliche Jeschiwaus und Talmud Thauros Oesterreichs in hervorragendem Maße materiell unterstützt, leidet naturgemäß unter der allgc# meinen Wirtschaftsdepression. Die Leitung hat deshalb beschlossen, weitere Büchsen anzulegen und appelliert an das Verantwort tungsbewußtsein sämtlicher Juden, zur Erhaltung und Pflege unseres höchsten Lebensgutes, der Thora, ihr Scherflein beizutragen und die Büchse des Keren Hathora zu übernehmen, bezw. ihrer stets zu gedenken. Tn einer vor kurzem stattgehabten' Sitzung der Vertreter der Wiener Bethausvereine ist beschlossen worden, in sämtlichen Bethäusern eine Kercn#Hathora# Büchse änzubringen und zweimal wöchentlich mit einer Keren־Hathpra־Büchsc während des Betens abzusammeln.; Mit der Durchführung dieser Aktion ist vor wenigen Tagen ' begonnen worden und der Keren Hathora hofft, auf diese Weise wenigstens so viel einzunchmen, als der Ausfall an andern Eingängen beträgt, um zumindest die Subventionen in dem bisherigen Maße aufrecht erhalten zu können. Hoffentlich werden aber die Einnahmen noch größer sein. Sophie Kritzler יע״ה Sophie Kritzler ist nicht mehr! Nie wieder wird ihr stilles Lächeln uns grüßen, nie wieder werden wir dieser bescheidenen, annumtigen Frau, deren einfache Würde uns gefangennahm, begegnen. Der Alb mächtige hat sic abberufen aus ihrem frommen, g־ttgctall1# gen Leben, aus ihrem stillen und doch so reichen Wir# kungskreise, aus ihrer Familie, der sie so viel Liebe־ und so viel Güte gegeben hat. Nur wenige haben Frau Sophie Kritzler wirklich gekannt. ־War sie doch eine Frau, die alles, was sie tat, im stillen getan hat, abhold jedweder geräuschvollen Aufmachung. Und wie viel Gutes hat diese Frau getan, wie viele Arme getröstet, wie viele Hungrige gespeist, wie viel stille Wohltätigkeit geübt! Sie war die würdige Tochter ihrer frommen, unvergeßlichen Mutter Frau Johanna Kohn ע״ה. Sophie Kritzler ist nicht mehr. Schweres, unsagbar Schweres . ist über ihren Mann, ist über ihre Kinder hereingebrochen. Der Mann, der die liebevollste und tapfere ״Gefährtin verloren, die Kinder, ihnen wurde die aufopferndste, die treueste und zärtlichste Mutter entrissen. Schwer, unendlich schwer ist cs auch für uns alle, die wir Sophie Kritzler verehrt, geliebt und nun verloren haben. Als wir sie auf ihrem letzten Weg begleiteten, an der Schiffschul vorbei, der heiligen Stätte, wo sie immer als eine der Ersten ihre frommen Gebete zu G#tt empor# gesandt, als wir ihr das letzte Geleite gaben, da blieb wohl kein Auge tränenleer, ein jeder fühlte den tiefen Riß in unserer Gemeinschaft. Sophie Kritzler, dein An# denken sei gesegnet. Frauenhilfe der Adas Jisroel., Bedient euch der kostenlosen Stellenvermittlung des ״Schomre Schabbos“. Unter der herrschenden Wirtschaftskrise leiden vor allem die jüdischen Angestellten und Arbeiter, leiden j vor allem jene gesetzestreuen Angestellten, die die strengste Sabbatruhe beobachten. Der ״Schomre Schabbos“ appelliert daher an das Solidäritätsgefühl sämtlicher jüdischen'״ Kaufleute und Gewerbetreibenden, bei Einstellung irgend einer Arbeits# kraft sich der kostenlosen Stellenvermittlung des ״Schomre Schabbos" zu bedienen. Adresse: II.,. Leopoldsgasse!6, Telephon A15־48#4־• Vortragstournüe Dr. Deutschländer. Der Leiter des Beth#Jakob־Schulwerkes, Dr. Leo Deutschländer, sprach kürzlich in Zürich vor einer zähl# reichen Zuhörerschaft über ״Unsere Bibel im kulturellen Leben der Menschheit“. Der Vortragende gab einen nicht alltäglichen Einblick in die Gedanken# und Gefühlswelt der größten deutschen Dichter der klassischen Zeit. Ver# einsamt sind die großen Geister, welche die wirkliche Bedeutung der Bibel für die europäische Kulturwelt erschauten, Goethe, Schiller, Rückert, Gottfried Keller, Grillparzer, sie alle waren in tiefster Weise von der Bibel beeinflußt und haben unzählige Anregungen und Motive aus ihr geschöpft. Sonntag, den 15. d, M. hatte die• Ortsgruppe Luzern der ״Agudas Jisroel“ zu einem Vortrag Dr. Deutschländers über ״Judentum und Wcltkultur“ geladen. Der Redner führte aus: Mit Stolz und Begeisterung darf daher das ortho* doxe Judentum an dem Gedanken festhalten, daß “der eigene kostbare Besitz durch den Glanz der andern Kultur niemals in den Hintergrund geraten könne. Wenn der Dichtergenius eines Goethe beim ersten überwälti* genden Anblick der Schweizeralpen seine Ohnmacht erkennend, als Ausdruck seines innen! Erlebens > nur ״Psalm 5“ notiert, wenn; dieser Meister des •Wortes selbst gesteht, daß die dramatische Gestaltung des biblischen Moses auch für ihn zu gewaltig und zu schwer ist, und wenn wir wissen, daß , ihm das. Buch ״Hiob“ das Motiv der G#tteswette für seinen unsterblichen ״Faust‘‘ ge# liefert hat, so erkennen, wir schon aus diesem Beispiel, welch unversiegbarer Born höchster geistiger, moralischer und künstlerischer Kulturwerte in der Bibel ent־־ halten ist. Auch Grillparzer hat in seinem Fragment ״Esther“ eine fein motivierte biblische Gestalt, den Ahasverus, dichterisch verarbeitet- Schiller, Herder, Heine, Chamisso, Kant sowie viele andere Dichter, Ge* lehrte und Forscher haben ihre schöpferischen und bahn# brechenden Ideen zum Teil aus den! nie erschöpfenden Quell der Bibel Und des Talmuds geschöpft. Und wie Papst Gregor VtL, so haben die größten Geister, der Kultur in den erhabensten Stunden ihres Lebens hum Ausdruck ihres Gefühls Worte der Bibel gebraucht. Die Höhen der weltlichen Kultur decken׳ sieh 'mit .'den• Höhen der jüdischen Literatur und die Vergleichung beider zeigt Uns, daß die weltliche Geistesentwicklüng nicht höher steht als die biblische und daß die Bibel ewig Und ünver# gänglich ist. Baden.''//"'■/;’.'.־’ , Der Bezirksschulrat Baden hat in; seiner Sitzung vom• 19. Jänner 1931 beschlössen, der Leitung der Privat# schule des israelitischen Waisenhauses in Baden für die guten Erziehungs# und Unterrichtserfolge die Ancrken# nung auszusprechen. Graz. Sonntag, den 15. d. M. beging der Grazer Israeli# tische Frauenverein im Rahmen einer Festsitzung und eines feierlichen Gottesdienstes das Jubiläum seines 50jährigen Bestandes. Die Präsidentin Frau Lina Adler begrüßte die Festgäste und schilderte dann eingehend die Wirksamkeit des Vereins namentlich in den Kriegs# und Nachkriegsjahren. Die behördliche Anerkennung hat die Tätigkeit des Vereins durch Ernennung des Vorstanilsmit# öbedes Frau Herma Feuerstein zur Jugendfürsorgerin für jüdische Mädchen durch das städtische Jugendamt ge# funden. Die übrigen Festredner zolltet! dem Verein und seinen tatkräftigen Führerinnen tiefsten Dank, Jüdischer Volksliederabend SegalLRosenbach. De.r Abend nahm in künstlerischer Beziehung einen äußerst vornehmen Verlauf. Nicht cndenwollender Applaus zwang die Künstler: ScgalLRoscnbach ,den Cello# virtuosen Theo Salzmann und last not least den Rezitator S a m 11 e 1 Schwa g c r zu Zugaben. Herr Segall# Rosenbach entzückte das Auditorium durch die edle Warme und brillierende Technik seines Vortrages. Die Klavierbegleitung besorgte in künstlerischer Weise Herr M a x K u n d c r g r a b c r. liefern ihr nahrhaftes Feit zur Kunerolerzeugung. Vom Pressen der Früchte bis zum Verpacken des gebrauchsfertigen Kunerols steht die Herstellung unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Be״ zirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mäftersburg. Kunerol kann von jedem Streng״ gläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen verwendet werden. 100% REINES KOKOSNUSSFEIT Kunerol ist mir echt in Originalpackung! Vor täuschenden Nachahmungen wird gewarnt! Die jüdische Schule. Am Montag, den 5. Februar, fand unter dem Vor# ן/^.. ',®l1 Prof. Dr. Gotthold Weil in! Logenhaus zu Berlin der zweite der von der ״Freien Jüdischen Volks# lochschule veranstalteten kontradiktorischen Abende statt, an dem die Herren R.#A. Dr, Walter Breslauer und R.#A. Dr. Max Kollenschcr die Frage: ״Brauchen wir eine jüdische Schule?“ erörterten. R.#A. Dr. Breslauer führte alle bekannten Arenmente gegen die jüdische Schule ins Feld. Wenn auch anerkannt werden müsse, daß sich an den Schulen der Rasseautisemitismus stark bemerkbar mache, so sei doch der ausgesprochen christliche Geist in der Schule zurück# gegangen. Uebrigens könnten innerpolitische Verhält# nissc eintreten, unter denen jüdische Kinder nicht mehr wie heute an manchen Schulen Anfeindungen begegnen. Es dürfe keinesfalls der seit 100 Jahren vor sich gehende I rozeß der Eingliederung der deutschen Juden in das deutsche Kulturleben unterbrochen werden Was die Elementarschule anbelange, würden die Liberalen aus Lrunden ccr Parität für staatliche jüdische Schulen ein# treten, solange, der. Staat -Evangelische und• katholische Se nilen errichtet. Die staatliche jüdische Schule sei einer Schule der Jüdischen Gemeinde auch deshalb vorzu# ziehen, weil die Eingliederung der jüdischen Schüler- Schaft in das allgemeine Schulsystem bei einer zu er# wartenden künftigen Aufhebung der Konfessionalität des Elementarschulwesens von staatlichen jüdischen Schulen aus lejchtei vollzogen!verden könne. Eine Finanzierung dei •jüdischen Schule aus Stcuergeldern der jüdischen Gemeinde wäre für liberale Gemeindemitglieder imer# träglich und müßte die jüdische Einheitsgemeinde erschüttern. Demgegenüber betonte R.־A. Dr. Kollenscher, niemand wünsche die kulturelle Gemeinschaft mit dem Deutschtum zu sprengen. Doch müsse dafür gesorgt werden, daß die jüdischen Kinder in einem Milieu erzogen werden, in dem sie frei sind,; von allen durch Unter# driiekung entstandenen Hemmungen. In einer jüdischen Schule würde es möglich sein, auch außerhalb der Re# ligionsstunde jüdische Stoffe zu behandeln und die Ideale von Heldentum, Tugend und Schönheit der Jugend nicht nur an nichtjüdischen Beispielen zu demonstrieren. Es bestehe ein starkes Bedürfnis nach der jüdischen Schule. Schon heute besuche jedes sechste jüdische Kind die jüdischen Gemeindeschulen, für das neue Schuljahr liegen 400 Anmeldungen vor. Die von der jüdischen Gemeinde erhaltene Schule sei einer kommunalen jüdischen Schule vorzuziehen, damit weder in positivem noch in negativem Sinn ein Zwang auf die Elternschaft ausgeübt werden könne, und jedermann die Entscheidung darüber überlassen bleibe, ob er sein Kind in die allgemeine oder in die jüdische Schule schicken;wolle. Die Frage der Finan# zierung der jüdischen Schule dürfe nicht vom Gesichts# punkt der augenblicklich verfügbaren Mittel, sondern nur von dem der Notwendigkeit beurteilt werden. Die jüdische Schule gehöre seit■ jeher zum Aufgabenkreis der Gemeinde, genau. so wie die Errichtung von Syn# agogen und Begräbnisstätten. Bombay. Der Senat der indischen Universität Madras hat beschlossen, in Zukunft Prüfungen nicht mehr an Sabbaten und jüdischen Feiertagen stattfinden zu lassen', falls sich unter den Prüfungskandidaten Juden befinden. , Auch ein ״Schächtverbot“.; *Seit Wochen hat Chikago kein Koscher־Fleisch. Die große Rabbinerversammlung der Stadt hat den Schächtern verboten, ihr Amt auszuüben. Uebertreten sie dieses Verbot, gehen sie' ihrer Glaubwürdigkeit und somit ihres Amtes für die Dauer verlustig. Die Schächter, in einer Interessengemeinschaft mit den Fleischern organisiert, haben nämlich ein Verbot übertreten, das von den Rabbinern rechtzeitig und eindeutig ausge# sprochen worden war: Es war ihnen verboten worden, Streitigkeiten, die sie untereinander hätten, vor einem andern Forum als dem des Rabbinats zum Austrag zu bringen. Dagegen hatten sie sich vergangen. •Als man sie aufforderte, die Mißstände abzustellen, haben sie sich geweigert. Das Rabbinat hat‘ damit geantwortet, daß es ein ״Schächtverbot“ für Chikago ausgesprochen hat. Einst und jetzt, Simon Reiner , ist der . Großindustrielle, der vor zwanzig Jahren in Proßnit# in Mähren ein י jüdisches Altersheim stiftete, Vor kurzem bat ein alter,•gebrochener Mann um Aufnahme in die Anstalt, Da das Altersheim überfüllt war, würde er ahgewiesen. Er wandte sich darauf an den Präsidenten 4er Verwaltung, dem er seinen Namen angab: Simon Reiner. Er hatte sein Riesenver# mögen verloren, der Bau im Werte von mehreren Millionen, den er geschenkt hatte, gehörte der Stiftung, und der Bedauernswerte durfte froh sein, vorläufig in der Beamtenwohnung ״seiner“ Wohltätigkeits-Anstalt aufgenommen zu werden. Da ein alter Pfründner zufällig starb, bekam Simon Reiner ein Zimmer in seinem Hause. Die Synagoge im Gerichtssaal. In New#York fand dieser Tage, die Begebenheit ist wahr, ein Prozeß des Raw Bromberger gegen den 'Inhaber der bekannten Mazzenfabrik Manischcwitz statt. Die Verhandlungen und die Anhörung der zahlreichen Zeugen — alle waren orthodoxe Juden — zog sich den ganzen Nachmittag hin. Gegen Abend verlangten die Anwälte, die ebenfalls der Orthodoxie angehören, eine Pause. Der Richter ahnte, wozu, und er überließ den Parteien den Gerichtssaal zur Verrichtung des Mincha# und Maariw#Gebetcs. Aber der bewilligte Unterbruch war fast vorbei, und noch immer hatten sich die beiden Parteien nicht auf einen — gemeinsamen Vorbeter .ge# einigt. Da kam der Richter selbst zu Hilfe, Es stellte sich heraus, daß er ebenfalls einer orthodoxen Gemeinde angehört, und er übernahm selbst das Amt eines Vor# beters. Die Verhandlungen wurden nach dem Olenu wieder fortgesetzt. Die Ablehnung der Kalenderreform durch das italienische Nationalkomitee. — Der Kampf gegen den Blankotag nicht aussichtslos. Die Ablehnung der Kalenderreform durch das italienische Nationalkomitee hat in der jüdischen Welt starke Beachtung gefunden. Der Weltverband für Sabbatschutz ״Schomre Schabbos“ verbreitet nun einen der italienischen Tageszeitung ״II Giornale dTtalia“ (Nr.!6, Jahrgang 1931) entnommenen Bericht, der u. a. lautet: ״Wir sind erfreut, unseren Lesern wichtige Mit# teilungen machen zu können. Bis heute hat uns da^ Gefühl der Zurückhaltung, welches jedem obliegt, der die Ehre hat, einer staatlichen Kommission anzugehören, daran gehindert, die leiseste Andeutung zu' machen. Heute aber, da die Arbeit beendet ist und der verehrte Präsident des Komitees, Comm. Giannini, uns freundliehst erlaubt hat, davon zu sprechen, beeilen wir uns, unsere interessierten Leser darüber zu informieren. Es handelt sich um folgendes: Das italienische •Komitee, welches vom Minister für Aus!värtige Angelegenheiten ernannt wurde, um die Reform des Kalenders zu studieren, die Italien mit den anderen Nationen in Genf zu behandeln haben wird, hat sich ausdrücklich gegen eine Reform erklärt. In! äußersten Falle — wenn nämlich die anderen Nationen auf einer Einführung einer Reform bestehen sollten — hat das• Komitee vorgeschlagen, diese in minimalen Grenzen zu halten, d. h. auf Abrundung oder auf völlige Gleichmachung der verschiedenen ,Monate ztt beschränken, doch in keiner Weise den Wochen#Zykltis durch Einführung eines außerhalb der Woche stehenden Tages, des ״Blankotages“, zu unterbrechen. Bereits früher hatte sich auf Einladung des Ministers der nationalen Erziehung in der königlichen .Akademie dei Lincei eine Kommission gebildet, he# stehend aus den Akademikern: Angelitti, Armellini, Hagen und Nallino, welche ebenfalls die geplante Reform einstimmig zurückgewiesen hat, vor allem die Einführung der Blankotage. In anderen Staaten haben sich analoge Kommissionen aus gleichen Gründen gegen die Reform erklärt. Wenn es auch schwer ist, die Zukunft voraus# zusehen, so läßt doch alles darauf schließen, daß die Reform des Kalenders bald definitiv zu Grabe getragen sein wird,“ Dazu bemerkt der Weltverband riför Sabbatschutz ״Schomre Schabbos“: Wir sind nicht der Meinung, daß die Judenheit sich dem gleichen Optimismus hingeben ' darf, für sie steht zu viel auf dem Spiel. Die letzte Ent# Wicklung deutet jedoch darauf hin, daß der Kampf gegen den Blankotag keineswegs aussichtslos ist. v Das neue jüdische Gemeindegesetz für Italien in Kraft. Durch die soeben erfolgte Veröffentlichung in der ״Gazetta Ufficiale“, dem italienischen Amtsblatt, hat das im Oktober v. J, angekündigte königliche Dekret über die Verwaltungsnormen für die jüdischen Gemeinden in Italien und die Schaffung eines Gesamtverbandes der jüdischen Gemeinden Italiens (Unione delle Communitä Israelitiche) Rechtskraft erlangt. Auf Grund des neuen Dekrets gehört jeder Jude zwangsläufig einer jüdischen Gemeinde an,י Austritt aui einer jüdischen Gemeinde ist hur durch Religionswechsel

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