Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 9 (27.2.1931)
- Date
- 1931-02-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 -2ü jüdische fresse .. ״.■■■- ... -,. i-S י•'*•' i-׳ס:; F ■ .•>* r|T■^gar» 11 r^r׳v;v'' M* Pillpfte^BaiidclEf. ״ “ןv* ׳י■ ■■ *'■ v־s ^׳.*Hjr'R ,.''v‘ .0ef ׳'FJfeiti'gc. geh־enedeicC-Asöi ,Et, Jbät ־■'־■ "'llpiiSefcBf^^enauigkeiteH der CffeÜ^^fe?^₪d!^Ä1#l||kundigen gezeigt uncflM|s, Wj|s י . *Bl^Sl^MitkMiigdrt spiitör htiieucrn/^IJInMäÄ ■ VPCM(kV!ftüfPääss,Lcäeh der Eäthefrölte (Megdah mm ־ ־ י w* ■::r^ au- Irrend in der Wüste der Verzweiflung beugst du müde deine Stirne dem Sturme. Der Tau deines Glaubens labt dich. Mit stoischer Resignation harrst du der Er* leüchtung des Himmels. Das Manna deines Glaubens um* hüllt dich mit der Mystik der Gegenwart, mit dem Schauer der Vergangenheit, mit dem Reichtum der Hoff* nung auf eine Zukunft, die der einzige Anker des aus* erwählten Volkes in den Tagen der Not ist. Die Tage fließen zahllos, still und stumm dahin; sie nehmen ihren gewohnten Platz im Kalender ein. ohne aus dem Rahmen des Alltäglichen zu treten. Melancholisch wie welkes Laub fällt ein Blatt nach dem andern, den Kalender, einem verwundeten Körper gleich, zurücklassend, . Aber dann und wann springt ein lebhaft gezeich* netes Blatt die Pupille des Beschauers an wie ein elck* Irischer Strom. Eine. Ziffer, eine Zahl,• ein• Symbol gräbt eine tiefe Falte in...deine kontemplative Stirne, Riese Israel! I Eine magnetische Kraft lenkt deine Gedanken auf die VeHjangcnhcit; du feierst Auferstehung, du erlebst die Wiedergeburt־ aus der Asche eines vergangenen großen Augenblicks. Bei diesem Blatte ersteht ein Bruchstück einer vom Nektar der Vergangenheit durchtränkten Poesie, deren Substanz ins Gefühl der Gegenwart übertragen ist . Purim! ... .. ' . ,Bei;-diesen! Blatt , verarbeitet sich der Zusammen* hang zwischen grandiosem Epos und historischer Wahr* heit. Die seltene Vereinigung von Enthusiasmus und ver* haltcnem Mystizismus ... Megilah! ....; Hier zeigt sich die Erneuerung und Umwand* jung .)des-..Willens G־ttes jn die Tat: ״Schon vor Jahren hielt G*tt eien König und Poeten David ab von der Hin* richtung Schimis (der zum Tode verurteilt), der ein Ahne Mordcchais, der Oheim der Eleidin der Megilah, Esthers, werden sollte“ (Talmud־Traktat Megilah 12). Siehe das Mysterium Purims ... Wenn der Talmud das Dunkel des Mysteriums der Megilah zu durchleuchten versucht, um den Kontrakt der Reziprozität zwischen dem Reich der himmlischen Sphären und der irdischen Welt zu schließen, kommentiert er die Expression der Megilah: ״Kimu wekiblu“, sie vollstrecken und nehmen es auf sich (Esther V*27): ״Kimu Icmala ma schekiblu lemata“, sie bestätigen droben, was sic auf sieh hernieden genommen hatten (Taln!ud*Traktat Megilah 7); dann wollen wir eine Umkehrung des Rclativitäts־Paktes wagen, indem wir sagen: wir wollen hiernieden vollstrcckcn, was droben beschlossen wurde, d. h.: wir wollen mit Gläubigkeit die Sinaitische Konvention hüten, auf daß wir den gütlichen Segen auf uns erflehen. Im beweglichen Spiegel der Gegenwart findest du den unveränderten Punkt deines Eintrittes in die _Vcr* gahgenheit ... Zurückblickend ermißt du die Zukunft... Das ״Es war“ und ״Wird sein“ gehört dir. Alles ist in dir,. Du bist in allem. In der Arena der Völker bist du ein Veteran, aber dein Herz ist jung geblieben. So bietest du dem Sturme der Zeiten Trotz, erstrahlend in ewiger Jugend. Das prophetische Wort Zacharias klingt: ״Ich habe euch in die vier Windrichtungen des Himmels zer* streut, Spruch des Herrn“. (Zccharia 1110־.) Auf diesen Vers baut der Talmud das Gebäude seiner Interpretation: ״Wie die Welt ohne Winde nicht existieren kann, so kann sie auch ohne Israel nicht existieren.“ (Tah11ucl*Traktat Tanit 3.) Ohne dich, Israel, kann die Welt nicht gedacht werden. Du hast eine Welt geschaffen, du hast der Welt deine spezifische Deutung gegeben. Von Urbcginn wurde dein kunstvolles Lebensschiff von' einer höheren Macht gelenkt. Es wurde ihm das Potential der Kräfte zugemessen, in Ewigkeit zu bestehen. Du wirst älter und älter und doch nie alt . . . Eine in Kupier gestochene Estherrolle. In) Handschriftcnzimmcr der Rostocker Universi* tätsbibliothek wird eine in ihrer Art einzig dastehende Megillas Esther verwahrt. Sie ist ein Kupferstich, von der Hand eines geübten Meisters stammend, und umfaßt die ganze Megilläh und eine fortlaufende bildliche Darstellung der’ in ihr geschilderten Vorgänge. Eine Megilläh, die nicht nur den Bilderschmuck, sondern auch den ganzen hebräischen Text in Kupfer gestochen wiedergibt, ist nur in diesen! einzigen Exemplar bekannt. Sie bildet demnach ein ungemein wertvolles Stück zur Geschichte des bibli* s^hen Bilderschmueks und der jüdischen Kunst im allge* meinen.. Herr Landesrabbiner Dr. Si Iber st ein hat mit der Herausgabe dieses Unikums (Eine i n Kupfer g cstochciic Esthcrrollc aus der Univ er si* tätsbibliothek zu Rostoc k“, Originalgröße Wiedergabe in Lichtdruck. Plerausgegeben und eingeleitet von Landesrabbiner Dr. Siegfried S i 1 b e r s t e i n, Rostock 1930. In Kommission bei Carl Hinstorffs Verlag. 13 Seiten Text und eine Karte) und der ausführlichen Einleitung, die er dazu schrieb, eine sehr verdienstliche Arbeit geleistet und unser Wissen um die jüdischen Kunstdenkmälcv schätzenswert bereichert. Neben der Pessach Hagadah ist, wie bekannt, die Estherrollc das einzige Werk des jüdischen Altertums, das jüdischen Künstlern und Illustratoren Gelegenheit bot, ihre Zeichenkunst ohne allzvistörendc Einschränkung zu betätigen. Sie machten auch von dieser Freiheit reichlichen Gebrauch,. Aus den! Wenigen, was über illustrierte Hagädas* und' Mcgilloth bisher bekannt wurde, geht ‘'zur Genüge hervor, daß die Bildverzierungen, , in diesen Werken sehr beliebt waren und sich'in allen jüdischen Zentren Mäzene fanden, .die ::sich; ■; sogar.־ Samm? (ungep. solcher Pra.chtstücke anlegten, . Es, ist eine., der. Folgen der ewigen Verfolgungen, die selbst begüterte Juden immer aufs neue zwangen,' Wanderstab zu greifen, daß; splehe künstlerisejj:■ aysgestattete •Hf1n<L״ Schriften und Druckwerke sehr,oft ihren, Besitzer. \yeclj§ei1t mußten und dabei nicht selten' d$r;V&n1ehtung anheim* ' fielen. Trotzdem gelang es־ eine'־An^ähE4ölQhör MegiUöthl?erge!1 ,u,nd. zu erhalten.; Dje waren ^rspimhgHebr• -für'׳ den isSmagö'^I^4tiüf^s^)hnV*Gebrnueh f geschrieben ortd^mit Hfäftärhäteteicn und Vefziettingen.an den Rändern ^tsehen. Bei eH!zelnenjftnd£m sich' auch in KüpfeF^'־!j|e9f5ir^nc Bilder , als;;':RafftI!%^|j|rhB^!I!.ifHie .Szenen aus; BöiuEsther||iel!nJhte datffdftifPBei der')#?* liegendöH^^e^nial! ist ißef auch ׳. Hö#;‘j||ä*e hebräische Text in Ku{j|dÄgestochen, sieöwär älsd a^^bließlieh־i!zUtr1 PtiyatgebrauäEb'.ünd zürn, ErgötzenA^ •lhrMf|[es,iitte|s י be* •stimmt. DasUbiläet ihjfö.'Eigentümlichkeiten'; ׳־'־ Das Eatfethplar ae#) Rostoekef ÜniyereitätWibiiofhek stammt aus den! Besitze des auch in der jüdischen Welt nicht unbekannten christlichen Hebraisten O. G. T y c h־ s e n, Professor der orientalischen Sprachen an den Uni* versitäten Butzow und Rostock. Wie er zu diesem Stück kam, ist nicht bekannt. Man weiß nur, daß er neben anderen wertvollen auf Papier und Pergament geschrie* benen Megilloth in! Jahre 1768 auch dieses schon besaß und daß er sic für teures Geld (vero satis precio) er* worben hatte. Sic stammt auf Grund der Untersuchungen und Vermutungen des Herausgebers aus der Hand eines künstlerisch nicht einer bestimmten Richtung angehören* den, mehr handwerklich eingestellten und eklektistisch arbeitenden jüdischen (Tychscn meint: Prager) Kupfer* Stechers aus den! Anfang des ,18. Jahrhunderts (etwa 1700 bis 1710). Solche Kupferstecher gab es damals nicht wenige. Die Rolle ist im Original 119 cm lang und 17,3 cm hoch und bis ganz dicht an die Bildflache stark be* schnitten. Die hebräischen Buchstaben des Textes sind von ungleicher Größe und nicht von einer geographisch bestimmbaren Schriftart. Uebcr jedem Bilde" ist in ganz kleiner, mit dem bloßen Auge nur schwer lesbaren Schrift ein Zitat aus der Megilläh gestochen, das auf die dargestellte Szene Bezug hat. Der hebräische Text ist in dem freien Raun! von 12 oben bogenförmigen Portalen geschrieben. Der Bilder* schmuck umrahmt den Text, •und zwar derart, daß oben in den Bogcnwinkcln, über den puttoartigen Karyatiden, 11 und unten am Sockel nebeneinander 23 Szcnenbilder aus der Megilläh in quadratischen Feldern unter* gebracht sind. Außer der Einleitung gibt die vorliegende Ausgabe in deutscher Uebertragung die Texte zu den Bildern. Die Ausstattung ist, der Bedeutung des Werkes angemessen, durchaus ausgezeichnet. In den bevorstehenden . Purimtagen wird man das interessante Werk gern zur Hand nehmen. Verständigen Freunden jüdischer Kunstdenkmäler sei cs auch zu Ge* schenkzwceken empfohlen. B. Sprüche der Mütter. Eine Sammlung zur Zerstreuung. Die beste Schule bleibt die Schule des Lebens, die schweren. Prüfungen zwingen zur Vorbereitung. Ein Sohn ist die Hoffnung, die Tochter die Erfüllung. Die Mode ist das Ende des Paradieses. Laßt euch von Schönheit nicht blenden, warnen die Häßlichen. Zwischen י Liebesbriefe und Scheidebrief ist die Ehe gebettet Erziehe den Sohn zur Pflicht, die Tochter zu Pflichten.. Der schönste Frauenschmuck ist Bescheidenheit, aber unmodern. In! modernen Haushalt fehlt oft nichts als die Hausfrau. . Muttersprache, o, wie traut, doch nicht zu viel und nicht zu laut. Ehen werden im Himmel geschlossen, nur oft zu spät, hat manche verdrossen. Schönheit vergeht, Tugend besteht, nur der Freier das nicht versteht. \ Der Ruf, den eine Frau genießt, bleibt um so besser, je weniger sie genießt. Was man früher ״Tachliss“ nannte, heißt jetzt ״neue Sachlichkeit". 1 Man beurteile Menschen nicht nach dem, was sie sich, sondern a!1 d e r n leisten. Auch der Mantel' jüdischer Nächstenliebe richtet sich nach der Mode. Wie sinnlos erscheint ׳ uns das Leben, wenn wir ihm keinen Inhalt geben. "I! Beachtet unsere Lebenslehre und gebannt ist dann des Lebens Leere. : * Früher war die Ehe ein; Wöchnerinnen־Heim, jetzt eine Versorgungs-Anstalt. . Man schwärmt jetzt für Rohkost, auch bei geistiger Nahrung. Männer lieben Effekten, 'Frauen Effekt. Männer kleidet Ritterlichkeit, Frauen Mütterlichkeit. Die Ehe sei der Anfang der Liebe, nicht das Ende einer Liebschaft. Durch Schad־chen wird man klug. Auch das seichteste Gespräch geht oft ins uferlose. Der Zankapfel ist oft der einzige Nachtisch am modernen Familientisch. Titel, Mittel und Kittel bilden die Hülle weltlicher Eitelkeit. Liebe auf den ersten Illick folgt oft Haß für ewige Zeiten. Frauen wollen, daß man an ihren Geburtstag denkt und das Geburtsjahr vergißt. Der schönste Frauenberuf bleibt der, wozu der Himmel sie erschuf. - . . Die Kroue der Schöpfung behält Ewigkeitswert. Strohwitwer fangen leicht Feuer. Enkel sind dip einzige willkommene Alters* erscheinung, sie machen wieder jung. י Frauen sollen sich anziehen, nicht abstoßen. Das Ziel moderner Frauenkleidung ist oft zu hoch gesteckt. Unsere Religion ist das beste hygienische, rituelle Lebensmittel, Nicht die Probe־Ehe, sondern die Muster־Ehe ist jüdisches Ideal. 7 ׳ Alle Frauen wollen alt werden, keine älter. ״ ׳(ד , •' . O* N. 4־- ■יייי' * ‘ i ' ■ ■ 4 * > ’"׳-י י׳י• י־*" ז ■ Merken Sie sich die geänderte Telephonmunmer der ״Jüdischen Presse‘׳‘, Wiem A*4%Q*94I . .., £.a fein?Mer! Agudas־Jisroel־Jugendgruppe, Wien, II., Floßgasse 1, Telephon R ־־ ' [oSp® i91־rr* up'i^Jhr abends ׳.v.• mit״ elstklässi gern Programm,; * F ÜR DAM EN If N D H E R R EN Karten sind allabendlich in der Jügendgruppe oder an der Abendkasse zu haben. Karten recht* 2 e i t i g vS i c h e r n! Eine orthodoxe Kreditgenossenschaft. Ein ernster Vorschlag. Die Gründung einer orthodoxen Bank ist keine neue Idee. Die orthodoxen Kaufieute und Gewerbe* treibenden zählen zu den kleinen und mittleren Betrieben und leiden als solche besonders unter der Herr, sehenden Wirtschaftskrise und Geldknappheit. Kaufleute, die einen Kredit in Anspruch nehmen müssen, sind oft* mals gezwungen, bis zu 30 Prozent Zinsen zu bezahlen. Manchmal sogar noch mehr. Ein Kredit bei den Grol.L banken kommt bei der Mehrzahl dieser Kaufleute nicht dn Betracht, auch dann nicht, vvenn sie jgut sind und über gute Garantien verfügen. Es sind dies Tatsachen, die jedem bekannt sind, cler in! Wirtschaftsleben steht. Eine״ Kreditgenossenschaft, bei der der orthodoxe Geschäfts* mann einen Kredit zu günstigen Bedingungen bekommt, ist daher äußerst notwendig. Tn Polen gibt es bereits seit mehreren Jahren eine ganze Reihe von Aguda*Bankcn, die in einen! Verband vereinigt sind. Diese Banken entwickeln sich gut und haben durchwegs Reingewinne aufzuweisen, die zum Teile zu den Reserven gebucht und teilweise für allgemeine und humanitäre jüdische Zwecke verwendet werden. Bis heute ist kein einziges dieser Institute zu־ sammcngebrochen oder aufgelöst worden. Ebenso gibt es in Deutschland eine Reihe zionistischer Kreditgenoss senschaften. In Berlin geht man jetzt daran, ein ortho* doxes Kreditinstitut auf genossenschaftlicher Basis zu gründen. Es soll nicht in diesen Zeilen ein detaillierter Plan aufgestellt werden, wie eine solche Kreditgenossen* schaft in Wien gegründet werden kann — das soll von Fachleuten nach■ reiflichem Studium der Sachlage ge* schehen — aber in einigen Sätzen kann gezeigt werden, auf welcher Basis diese Kreditbank geschaffen werden soll. Die Bank soll eine Genossenschaft sein, die ihren Mitgliedern Kredite vermittelt und nicht auf Gewinn berechnet •ist. Die Einnahmen sollen aus Mitgliedsbeiträgen, Anteilscheinen und Einlagen auf Sparbüchel be־ stehen. Die Anteilscheine und die Einlagen auf Büchel sollen mit den! usuellen Zinsfuß verzinst werden. Bei Entwicklung des Geschäftsganges soll durch Eskomp* ticrung der Kredite bei einer Großbank den erhöhten Anforderungen entsprochen werden. Selbstverständlich können Kredite nur gegen entsprechende Sicherstellung, gewährt werden. Für die Kredite soll ein Zinsfuß in Anrechnung gebracht werden, der die Selbstkosten und die Spesen deckt. Es soll selbstverständlich getrachtet werden, daß dieser Zinsfuß so niedrig als möglich ist. Es wird wohl der Eiriwand erhoben werden, daß zur Gründung eines solchen Kreditinstitutes große Kapi* talien erforderlich sind und die ■Beteiligung einer größeren Zahl von Finanzleuten, nicht zu erwarten ist. Dieser Einwand ist jedoch keinesfalls begründet. Bloß die Summen, die aus dem Kreise der Orthodoxie auf Spar* lnichel it! den Großbanken und Sparkassen angelegt sind, wären hinreichend, um die Kapitalsnot, zumindest eines großen Teiles der orthodoxen Geschäftsleute, zu decken. Die Voraussetzung zur Gründung einer Kredit* gcnossenschaft ist daher nicht in erster Reihe die Beteiligung großer Finanziers, sondern der Eintritt solcher Persönlichkeiten in den Verwaltungsrat und in das vor־ bereitende Komitee, zu denen die Masse Vertrauen hat und die durch ihren Namen und durch ihre Stellung in der Wirtschaft dafür sichere Gewähr bieten, daß die Verwaltung der Bank in den besten Händen liegt. Diese Persönlichkeiten besitzt die Orthodoxie auch heute noch, trotz der schweren wirtschaftlichen Not, und von^ihrem Eintreten hängt es ab, ob das Institut gegründet und so Hunderten von Balebatin! wirklich geholfen werden kann. Jedenfalls ist dieses Problem von eminenter Be* deutung und wert, daß die verschiedenen Körperschaften und Persönlichkeiten der Wiener Orthodoxie sich damit befassen und darüber beraten. . K. R. Berufswahl. Von David Türkl. Schon das Wort ״Berufswahl“ scheint auf die Schwierigkeiten, die mit ihr Zusammenhängen, hinweisen zu wollen. Denn eine Berufswahl dürfte es eigentlich nicht geben, weil doch das \Vort Beruf auf das ״sich zu einer Tätigkeit berufen fühlen“ zurückzuführen ist. Doch dem ist nicht so. Leider nur allzu viele Menschen arbeiten in einen! Beruf, der ihren Gefühlen, ihren Kenntnissen, Be* diirfnissen und Fähigkeiten gar nicht entspricht. Viele von diesen sind dabei sehr glücklich, andere wieder für ihr ganzes Leben unglücklich. Bei der herrschenden Wirtschaftskrise muß viel mehr auf Erfolgsaussicht als auf das ״sich berufen fühlen" Bedacht genommen werden. Die Praxis hat gezeigt, daß der Beruf des Verkäufers zu jenen Berufen gehört, die an! meisten Aussicht , auf Erfolg bieten. Ganz sclbstyerständ* lieh, denn ob es nur der Vertreter oder der Verkäufer (bzw. Verkäuferin) im Detailgeschäft ist, nie •wird der Chef ihn als überflüssig betrachten, denn er ist es, der dem Chef Verdienstmögliehkeiten gibt. Nie wird der Chef ihn als ״Pjissivun!“ . bezeichnen,• den1v.,eAijst esv._;der. für seihen Arbeitgeber die Geschäfte ' macht. ' Voraussetzung ist natürlich Tüchtigkeit und Erfolg in, der Arbeit. 7׳ Und des!vegen ist es zu begrüßen, daß es der-, Leitung der ','Schbmre Schabbos“ gelungen ist,'ehien Ktms• ״Verkaufstechnj-k und ג die Kunst des we!?tr$£jprs“" imteT Leitung>eix!^,J?ewäJhrt0ft$Fa<cH4naunes auf di'es^in Gejfiet^,־: gegen ein yerhälttÖsmäßig '>gerihgpsA Hon'orar, %u Veram stalien. ' ' " u' lv U Zu dei!) .demnächst beginnenden Kpis.. der auch fipj־ Arbeitgeböp'Ajiüßerst interessant; ist* Ahh!/ der zweimüß wöchentlich in ’ den Abendstunden stattfinden wird, weKf ׳ deh näch einige י Anmeldungen ijn SefeWtf&iafc;-.:des iVef'eink ״Schomfe SchabBos , Wien, IL, LqöpoItßgal.se:H6, 4]}el<%