Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 8 (20.2.1931)
- Date
- 1931-02-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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jüömtMfe pnmm k£'s. m ifiti «eit 1870 die ilitii Fabrik! wiäit* XVM itiiigiiii 1 bei Mafiahillefaif. 14S| Tel. R4S4-4? und'11*48-548 MHaiäi Hiiii Vif, Buragasse if, Tai. 8 hei der Neuorganisation des EinwandcrungsAvesens dafür zu sorgtffi, daß überall, bei der Bildung von Einwandc* tungsämtcrn Vertreter der A. J. zugezogen werden müssen, um eine unparteiische Handhabung der Ver־ fHliffYg der Zertifikate zu sichern. 5• Wir haben in Ziffer 5 unserer Erklärung vom 9• Növeriiber bereits dem Gedanken Ausdruck verliehen, daß die in A. J. organisierte Orthodoxie so wie ihr die in der biblischen Ueberlieferung klar zum Ausdruck ge» brachte besondere Bruderbeziehung zum arabischen' Volke als Bestandteil ihrer religiösen Tradition allezeit gegenwärtig war, so auch jetzt in der aktuellen Tages» Politik die engste Zusammenarbeit mit dem arabischen Nachbarvolke in Palästina als politisches Ideal be» trachtet. Die .Beziehungen der• Orthodoxie zu den arabi» scheu Landesbewohnern waren von jeher die allerbesten und insbesondere auch die religiösen Führer des arabi־ sehen Volkes erblickten in den ihre Tradition heilig haltenden frommen Juden eine ihnen durchaus sympathi» sehe Menschengruppe. Es ist natürlich, daß durch die von gewissenlosen Hetzern im August 1929 verursachten Pogrome, denen Hunderte von jüdischen Seelen, darunter hoffnungsvolle, ganz dem Thorastudium hinge» ■ge;h>ene Jünglinge, zum Opfer fielen, die Beziehungen zwischen dem arabischen Volke und der Orthodoxie stark beeinträchtigt worden sind. Es ist auch klar, daß ange» sichts dieser Vorkommnisse die Vertreter der A. J. im Heiligen Lande im engsten Einvernehmen mit allen an» deren jüdischen Parteien zur Verteidigung ihres Lebens und ihrer Sicherheit sich zusammengeschlossen haben. Aber nichtsdestoweniger sind wir der Uebcrzcugung, daß jeder Versuch; einer Verständigung zwischen dem arabi» sehen und dem jüdischen Volke nur dann gelingen kann, wenn in diese Verhandlungen vor allen Dingen die Ver» treter der Orthodoxie, die Vertreter der A. J. einge» ■schaltet werden. Nur sie werden imstande sein, gegenüber arabischen Repräsentanten diejenigen- Töne des gegen» seitigen religiösen Verstehens anzuschlagen, die die .Voraussetzung für das Zustandekommen einer wirklichen ■Harmonie sind. Wir, beantragen in diesem Sinne, bei der Fort* setzüng der'Versuche, eine Aussprache uhd Verständigung ,zwischen dein arabischen lind jüdischen Volke herbeizu» führen, Vertreter unserer Organisation neben derjenigen der‘Jewish Agency, bzw. Waad leuini in allen Fällen hcranzuzichen. ׳ ‘ 6. .Wir haben in Ziffer 6 unserer Erklärung be» reits ausgesprochen, daß die organisierte Orthodoxie, ihren Traditionen getreu, jederzeit bereit ist, mit arabi» sehen Vertretern in jeder Form dauernd zusammenzu» Avirken, die die Lebensinteressen des jüdischen Volkes Avahrt. Sollte es zur Verwirklichung des .von der Regie־ 1׳ung ins Auge gefaßten Legislative Council kommen, so setzen wir . voraus, daß dabei eben jene elementaren Lebensinteressen des jüdischen Volkes, insbesondere auch das Recht auf Einwanderung und Ansiedlung soAvie alles, was zur Aufrechterhaltung der Sicherheit dient, im Sinne des Mandates unabhängig von wechselnden parla» mentarischen Mehrheiten verfassungsgCAvahrt Averden. Ist diese Voraussetzung erfüllt, so versprechen wir uns von einem Legislative Council heilsame Wirkungen für die Beziehungen der beiden auf Zusammenarbeit ange» Avicsenen Völker, die Palästina bewohnen. Wir halten jedoch auch hierbei eine angemessene Vertretung der Orthodoxie für die unumgängliche Voraussetzung des Erfolges, weil gerade bei den Vertretern der Orthodoxie die nationale Leidenschaft durch das Moment der reli* ^׳iösen Gesinnung, wie sie im Wesen der orthodox»jüdi־ .sehen Tradition liegt, wesentlich gemildert wird. (Schluß folgt.) ״Kultusgemeinde.“ Felix Salten hat in der ״Neuen Freien Presse“ ein in cler jüdischen Öffentlichkeit viclhemerktes Feuilleton über : die ״Kultusgemeinde“ veröffentlicht. Es ist an und für sieh schon ein Zeichen der Zeit, daß auch ein Mann von der künstlerischen Bedeutung Saltens und ein Tag־ blatt vom Range der ״Neuen Freien Presse“ nicht mehr an ihrer Not, da wo sie am größten ist, vorübergehen können. Nicht mehr kann damit dieser Not Abhilfe ge» leistet werden, daß die ״Presse“ irgend welchen Sammlun* gen ihre Spalten öffnet, sondern lauter und eindringlicher muß an das Gewissen und an die Taschen appelliert werden. Und da es kaum eine autoritätsgläubigere Schicht yöh Menschen gibt, als es die Wiener jüdischen;,oberen Zehntausend“ sind, ist es gan׳/. gut, wenn einmal ein Salten sich an ihr jüdisches He!־z >vendet und ihnen die Augen über den Abgrund öffnet, der dicht neben ihnen gähnt. Nicht mehr sind es die Rabbiner,‘ denen dieser• fest*;Jewurzelte: Autoritätsglaube gilt, sondern die Heroen der modernem Literatur und Kunst. und in Wien dazu ncjch [jahz “besonders die ‘״Neue/ Freie1 Presse“ sind‘ es, die sich |er.unbedingten ־Gefolgschaft■ derer; *־die tonangebend im * jüdischen »Wien. Mud erfreuen- Es ist: zu-.begrüßen, ״wenn nun Felix Salten es niqht mehr bei seili^ni schön oft be־ Mundeten Bekenntnis, zum Zionismus bhwerfden läßt,: soh# lern;;eijpnaL •Mine Zugehörigkeit auch zur Gemeinde der luden, zur ״K-ultusgeiheinde“ öffentlich deklariert. Aller* .lifTgs erklärt er, keinen Aufruf schreiben und auch;keinen: Appell an das Gewissen derer, die es angeht, richten zu wollen. Aber bloß die Tatsache, daß auch ein so vor* כשר של נובח י בשר E. SCHMIDT & Co. 'י W«i11|jroill1|114l1111T. ׳ 7׳ empfiehlt ihr« anerkannten voraliglichen Gegründet 1882 Gegründet 1882 Venläerangiliestand Eule Jan! lfm 2450 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1929 ..300 Millionen Sditiling Prämien-und Zlntendlnnahaien im Jahre 1929 - ■ - 1251/־ Millionen Sitiilllng Tätigkeitsfeld der Geseiiechaft: Oesterreich, deutsches Reich, Tschechoslowakische I Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, | Italien, Ungarn,Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griecheni land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten | nehmer und auf der Höhe anerkannter Künstlcrschaft stehender Schriftsteller wie Felix Salten Feststellungen zu machen sich gedrängt sieht; spricht für die SchAVere des von ihm gesehenen Geschehens. Freilich kann dabei nicht übersehen werden, daß Salten auch bei diesem mutigen und offenen Eintreten für seine Gemeinschaft nicht umhin kann, nur von der ״Kultus* gemeinde“ zu sprechen, Avährcnd er sich offenbar scheut, sie offen als die jüdische oder, wie sie offiziell heißt, als die ״israelitische" Gemeinde zu bezeichnen. Er trachtet ja überhaupt in diesem ganzen Zusammenhänge möglichst die Bezeichnungen ״Jude“ oder ״jüdisch“ nicht anzuAven* den und scheint dabei noch sehr von den in anderem Zusammenhänge einmal von ihm selbst mitgetcilten Be* Sonderheiten seiner Kindheitstage beeinflußt zu sein. Er erzählt ja einmal in seinen ״Währingcr Erinnerungen“, er hätte als Kind katholischen Religionsunterricht empfangen. Ja, noch mehr, er bedauert diesen Umstand gar nicht, empfindet ihn vielmehr Avie eine Bereicherung und gesteht, daß er den ״Englischen Gruß“ noch manchmal leise vor sich hin spreche. Es mag ja sein, daß dieser ״Englische Gruß“, wie Salten hinzufiigt.'das Avunderbarstc Gebet ist, das er kennt. Daß er aber von jüdischer Religiosität, von jüdischen Gebieten, von der hebräischen Sprache, den Sitten und Gebräuchen des Judentums als Kind nichts erfuhr, ist etwas, Avas sogar ein Salten bedauern müßte. Er Avüßtc dann, daß das Judentum mindestens ebenbürtige Gefühlswerte in seinen Gebeten besitzt und cläß noch mehr als dies, alles, was überhaupt1 schön und innig am religiösen Leben der christlichen Völker ist, irgendwie inv Judentum Avurzclt. ' . Diesem Mangel in den jüdischen Kenntnissen, in den religiösen Kindheitseindrücken des Dichters ist es zuzuschrciben, daß ,Salten rauch da, avo er zu seinen Brüdern heimfindet, nicht ganz den richtigen Ton anzu* •schlagen vermag. Trotz, allen. Mutes in seinem, Bekenntnis zum Judentum bleibt ihm noch immer eine gewisse, Aricl* leicht unbeAvußtc Scheu anhaften, in guter Gesellschaft offen von Juden und Judentum zu sprechen. Es ist so, .wie'wenn man für arme Verwandte eintreten will und doch einen Rest von Scham über ihren nicht ganz salon* ,fähigen Aufzug nicht unterdrücken kann. Dieser Mangel an wirklicher Kenntnis des Judentums verschuldet es aber auch, daß auch ein sonst so tief blickender Denker nur die äußere Not des Judentums erblickt und keine Ahnung A׳pn der noch Viel gräßlicheren geistigen Not zu haben scheint. Da ihm selbst diese inneren Werte des Judentums nur aus zweiter Hand zugänglich geAVorden, sieht er auch die Gefahren nicht, denen sie ausgesetzt sind. Und darin berührt sich die Not der Kultiisgcmeinde am innigsten mit der ihres großen, so zärtlich an ihr hängenden Sohnes. Sie selbst ist mitschuldig. daran, daß auch, wer mit dem besten Willen auszieht, ihir hilfreich beizuspringen, nicht fähig ist, die Wurzel des Üebels zu erkennen. Die mate* rielle Not ist nicht zum geringsten Teil eine Folge davon, daß eben viele Tausende solcher Juden in Dezennien in Wien heramvuehsen, denen das Judentum; auch wenn sie nicht gar katholischen Religionsunterricht empfingen, fremd, blieb. Und noch Aveitere Tausende sind.es, die auch heute noch in den Schulen unserer Großstadt ohne nennenswerte jüdische Kenntnisse hevanreifen. Bloß die eine Tatsache, daß nach dein neuesten Berichte der Kultusgemeinde nicht mehr,als ein Zehntel aller jüdischen Volks», Haupt־ und Mittelschüler Wiens außer dem mini* malen öffentlichen Religionsunterricht in Bibel* und ״Talmud*Thora“*Schulen ein etwas höheres Ausmaß jtidi* sehen Wissens erwirbt, "reibhf •hin, um die Auswirkung dieses Mankos an Thora in dem Riesendefizit der Ge* meinschaft an ihrem zweiten Grundpfeiler, an Gemilus Chassadim zu begreifen. Wo die Hauptelemepte jüdischen Wissens fehlen, da fehlt ,auch jedes Movens jüdischer Bruderliebe, jüdischer Solidarität, jedes Bewußtsein der eigenen hohen Aufgabe in Volk und Gemeinde. Was der Dichter Salten heute mit sehreckerfülltem Seherblick er* schaut, ist nur die Frucht einer Saat, die frühere Genera* tionen so fahrlässig ausgestreut,, einer Saat, die nur bei wenigen Auserwählten nicht ganz die bösen Früchte Spendet für den len und Jessode Hatl dar Adas Jisroal, jl..Nastroygasae jj , ״».״«diHi ttüd bilöi bei .wJfliii-i Kit HM, oamulbitkerel U»,&. tiftlffiMkiK 11, R&liaiMfetraa« * TliSbhffl A*4MilS. T«lepH«H R*4M*95 WIISS-, »CIN• UNS. MN.3ttQiSMcK HMinHii ■»■mmmmmim» .. .. Vit kaufs§l»ll« #01־ de!10. Beilrl: U, 0lai8-fla*se10, Tblepnort A-IÖ-G-50 trägt wie hei der großer! Menge. Die Saat rntiß äl^o besser Averden, Wenn spätere Generationen besser ernten sollen als wir iitul wetin künftig ein Großer im Geiste, der zu seinen Brüdern in Israel hinabsteigt* ein schöneres Bild empfangen soll als Salten in seiner Kultusgemeinde. M. NACHRICHTEN ®j .1להסיי מכשיל Nach aus יוושלסה״ו eingelängten Mitteilungen steht die Ctiäifaer große Mazzothfabrik nicht mehr unter dlf Aufsicht des Rabbinats Von Rabbiner Sönnchfeld Nachdem auch in Wiener religiösen Kreisen diese Mazzöth Absatz fanden, ist diese Kundmachung unerläßlich. Der 7. Adar. Der Todestag unseres großen Lehrers Mosche gilt dem pietätvollen Gedenken jener im Laufe des Jahres dahingcschieclencn treuen Jünger Mosche Rabbenus, die seine Thora hochgehalten, entwickelt, gelehrt und ins Leben umgesetzt haben. Im vergangenen Jahre hat der Tod eine überaus reiche Ernte auf deru Gefilde der Thora gehalten. Es gingen von uns: הרבנים הגאינים וצדיקים ךל Rabbi Salomo Elieser Älfancln, Jerusalem; Ober-■ rabbiner Abraham Aron Katz, Nitra; Rabbi David TcavcIc Katzcncllcnbogen, Leningrad; Oberrabbiner Akiba Klein, Eisenstadt; Rabbi Abraham Kurzweil, Triesch; Oberrabbiner Meier Lerner, Altona; Oberrabbiner Bernat Löwy, Sinezvarallyo; Oberrabbiner Juda Löb Mcrmel־ stein, Scnica n. M.; Oberrabbiner Abraham Zw! Perl* mutter, Warschau: Oberrabbiner Israel •Rappaport, Czort* kow; Oberrabbiner Chajitn Rabbinowitz, Telschi; Ober* rabbiner Salomon Schreiber. Beregszasz; Oberrabbiner Chaim Jizchak Schulmann, Janow; Oberrabbiner Jesaja Silberstern, Väcz;; Oberrabbiner Simon Söfer, Paks; Oberrabbiner Menachcm Mendel Stern, Fölcles; , Rektor L. Wageriäar, Amsterdam; Oberrabbiner Moses Weiß, Kostolany. Hofrat Dr. Adolf Schwarz gestorben. Freitag, den 13. d. M7 ist ־ der Rektör 11er Israel, theol. Lehranstalt in Wien, Hofrat Dr. Adolf Schwarz, im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Verblichene war in Tcvel bei Papa gehören urid hätte hach Vollendung seiner Studien in Karlsruhe als Stadtrabbiner gewirkt. Gelegentlich der Gründung der Wiener Isr. theol. Lehr* anstalt wurde er, nachdem er sowohl als Kanzelrctlner als auch als Forscher bereits Weltruf erlangt hatte, zu deren Leitungberufen, Die große ,Verehrung, ,deren sit^h. 'Hofrat*ScKVärz1 ob seiner mit schlichter Frömmigkeit und Bescheidenheit gepaarten tiefgründigen Gelehrsamkeit erfreute, trat in der großen Teilnahme an seinem Mbntag, den 6ז.: d. M. stattgefundenen Leichenbegängnis zutage. Chewra Kadischa I. . Der Vorstand der Che־wra Kadischa veranstaltet Montag, den 23. Februar, 7 Uhr abends (Vorabend des ן' אדר, in! Gemeimletempel, II., Tempelgasse 3, eine Gedächtnisfeier für clic im abgelaufencn Jahre ver* storbenen Vereinsmitglieder. Generalversammlung. Die 34. ordentliche Generalversammlung des Israe* litischen Tempel- und Schulvereines, Wien, VL, Stümper* gasse 42, findet Sonntag, den 22. Februar, Y110 Uhr vor* mittags, im Vereinslokalc statt. Generalversammlung. Die ordentliche Generalversammlung des Isr. orth. Bethausvereines ״Emunas Aves“, Wien, XIV., Storchen» gasse 21, findet Sonntag, (len;22. Februar, 9 Uhr vor* mittags, im Vereinshause statt. Verlobung im Hause Michael Sternfeld. Im Rahmen eines glanzenden Festmahls fand Sonntag abends die Ver* lobung der ältesten Tochter des Herrn Michael Stern* f c 1 d mit dem ältesten Sohne des Präsidenten der Bu'da* pester orth. isr. Kultusgemeinde, Abraham von Freu־ d i g e r, statt. Der Bräutigam, Herr Samuel Wolf von Freudiger, ist ein Urenkel des Ksaw*Sofer s. z. 1. Ah dem Verlöbüngsfest nahmen unter anderen die prominen* testen Mitgleider der Familie Schreiber, an ihrer Spitze Oberrabbiner Akiba Schreiber (Preßburg), teil. Die Vertreter der Schiffsehul erschienen beim Fest korporatW, um Herrn Sternfeld, (1er als orthodoxer Kultusvorsteher und Vorstandsmitglied zahlreicher orthodoxer Vereine in Wien eine ersprießliche Tätigkeit entfaltet, zu beglück* Avünschen. (Herzlichen מזל □יב Die Red.) Vergütungen der Krankenkassa für die orthodoxen Juden Wiens. Im Aufträge des Vorstandes der Agudas־Jisroel־ Ortsgruppe haben sich am MittAVoch, (len n. ds, Herr Nathan Herzka und Herr Da\׳id Türkl in das Gremiiim (ler Wiener Kaufmannschaft begeben, um dort mit dem ersten Sekretär, Herrn Dr. Brichta, über die Leistungen der Krankenkassa für die orthodoxen Juden Wiens zu verhandeln. Herr Dr. Brichta hat die BeAvilligung folgender Forderungen zugesagt: 1. ) Jenen spitälsbedürftigen Juden, die ein im Auslande gelegenes Sanatorium aufsuchen, weil es in Oesterreich ein solches mit koscherer Verpflegung nicht gibt, wird der festgesetzte Entschädigungsbetrag gewährt. (Nach den Bestimmungen der Krankenkassa werden nur die im Irilande durchgeführten Heilbehandlungen bezahlt.) 2. ) Jene spitälsbedürftigen Juden, die von dem ihnen zustehenden Recht der Inanspruchnahme des Sanatoriums der Wiener Kaufmannschaft Gcbrauc.h machen und sich selbst verköstigen, bekommen fi\r die Selbstverköstigung einen noch festzusetzenden Betrag rückvergütet. Es wird Vorsorge getroffen werden, (laß die Verköstigung eventuell durch den Krankenhausverein erfolgt. - ׳; V••: ' 'י- ' .! Wir wollen hoffen, (laß dieser bedeutende Erfolg der Agijdäs Jisrögl in einer Zeit schwerster ־Sviirkscha’ft־ ficher Not nicht der einzige sein wird, sondern daß äUÖjt1 die .anderen Vgrsicherungsinstitute für Angestellte, üftd Arbeiter dem Beispiel der Krahkenkässa^ dös Gröndums folgen Averden.